Warum Aktien „sicher“ sind!

Deutschland ist ein Land der Festgeld-, Lebensversicherungs- und Immobilien-Fans, die Aktienkultur im Land ist dagegen völlig unterentwickelt. Dabei sind Aktien nach meiner Erfahrung das beste Asset, um langfristige, zuverlässige Wertsteigerung zu erhalten. Wenn in Deutschland die Vermögensschere immer weiter aufgeht, hat das auch mit dieser unsinnigen Fixierung breiter Bevölkerungsschichten auf vermeintliche "Sicherheit" in Zinsanlagen zu tun.

Und der wesentliche Grund für diese Verzerrung, ist die - völlige verfehlte - Wahrnehmung, dass diese obigen, anderen Anlageformen ja "sicher" seien, die Anlage in Aktien dagegen aber "unsicher".

Viele versuchen dagegen anzuschreiben, man erreicht die Mehrzahl dieser Menschen aber nicht, selbst nicht in Zeiten von Minuszinsen und Enteignungsdebatten, in denen es keinen Zins mehr gibt und Immobilien-zur-Geldanlage-Besitzer zu "bösen Spekulanten" gemacht werden, die man auf diverse Art und Weise gängeln und am Ende enteignen kann.

Zuletzt habe ich im Artikel -> Aktien sind unsicher und die Welt ist eine Scheibe <- sarkastisch dagegen angeschrieben, heute will ich das wieder tun.

Und ich will es mit (hoffentlich) eindrucksvollen Übersichten tun, die gerade die Mehrheit der Aktienverächter mal unbedingt sehen sollten.

Meine Bitte an Sie als aktienaffine Leser ist also, diesen Artikel zu streuen. Wenn Sie da einen Freund oder Bekannten haben, der mit dem "Aktien sind so unsicher" Argument daher kommt, dann geben Sie ihm/ihr diesen Artikel bitte mal zu lesen.

Zunächst einmal schauen wir mal, wie sich Aktien wirklich langfristig entwickeln. Der einzige Index, den es genau so schon über 100 Jahre wirklich gibt ist der DOW und so wähle ich mal diesen zur Visualisierung, auch wenn ich mir -> der Mängel wohl bewusst bin <-.

Hier ist der DOW über mehr als 100 Jahre in logarithmischer Darstellung. Alle folgenden Chart sind "klickbar", man kann sie also vergrößern:

Beeindruckend, oder? Wir sehen die drei großen Korrekturphasen, in denen in Summe nicht so viel zu holen war und wir sehen mit einem Blick, was das für die aktuelle Lage impliziert.

Und nun frage ich Sie:

Ist eine Investition, die trotz Weltwirtschaftskrise, 2. Weltkrieg, Koreakrieg, Kaltem Krieg, Vietnam, Internet-Blase und Lehman über 100 Jahre so eine Entwicklung genommen hat, nun "unsicher"?

Merken Sie, wie Sie von kurzfristigen Ängsten davon abgehalten werden, langfristig das Richtige zu tun?

Sie können ja mal spasseshalber ausrechnen, was daraus geworden wäre, wenn Ihre Eltern bei Ihrer Geburt 10.000 $ für Sie investiert hätten.

Und bitte bedenken Sie, in der Darstellung fehlt die Wirkung der Inflation und die Dividenden, die noch oben auf die Kursgewinne darauf kommen. In Summe gleichen sich beide Effekte mit 2-3% pro Jahr ungefähr aus, weswegen die obige Darstellung ein getreues Abbild der wirklichen Vermögenssteigerung ist.

Wir halten also fest, eine langfristige Investition in den DOW - oder andere große Aktienindizes - hätte zu erheblichen, objektiven Wohlstandsgewinnen geführt, die weit über einen reinen Inflationseffekt hinaus gehen. Und diese Entwicklung wird trotz diverser Dellen so weiter gehen.

Der Grund dafür ist etwas, was keine Zinsprodukte, kein Gold und keine Immobilien leisten können. Denn mit einer Investition in Produktiv-Vermögen wie Aktien, nimmt man an den Wohlstandsgewinnen Teil, die durch Innovation und Fortschritt geschaffen werden. Und diese sind erheblich, vergleichen Sie mal das Leben vor 100 Jahren und heute!

Wirtschaft ist eben kein Nullsummenspiel und die in der aktuellen Weltuntergangsszene beliebte Geschichte von den Grenzen des Wachstums, beruht auf einem völligen Unverständnis und begrenztem "First-Level-Thinking", worum es bei Wachstum wirklich geht - denn das kennt faktisch keine Grenzen.

Selbstverständlich sind bestimmte Resourcen der Erde begrenzt, ein einfaches Beispiel ist Öl. Und selbstverständlich kann man das nicht unbegrenzt verbrennen und selbstverständlich sind damit "Grenzen" da, ebenso wie bei sauberer Luft und frischem Wasser. Auch das Bevölkerungswachstum muss begrenzt werden, der Planet hat nicht unbegrenzt Platz.

Das ist aber eine Binsenweisheit und hat mit Wirtschaftswachstum nur dann zu tun, wenn man wie ein Nomade und Ureinwohner denkt, für den die Resourcen damit aufhören, dass er alle Büsche in der Umgebung abgepflückt und alle Wildtiere in der direkten Umgebung geschossen hat.

Die sogenannnte Weissagung der Crow im Sinne "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“ ist keine Weisheit, sondern die beschränkte Weltsicht von Nomanden und Ureinwohnern, die Innovation und Fortschritt nicht kennen und in ihrer begrenzten, statischen Gedankenwelt leben.

Denn Innovation und Forschritt sind faktisch unendlich, zwar durch die Gesetze des Universum begrenzt, aber von denen sind wir so weit entfernt, wie eine Kuh von einer Mondreise, weswegen es für die Menschheit aktuell keine fühlbaren Grenzen des Fortschritts gibt.

So kann und wird Öl durch andere Energieformen ersetzt werden und Wasser kann gereinigt und wieder aufbereitet werden. Heute noch notwendige Stoffe wie Kobalt, werden durch billige Ersatzstoffe ersetzt werden und heute vermeintlich Alternativloses, wird ebenso nutzlos werden, wie Pferde-Droschken mit Einführung des Automobils. So war es seit dem Beginn der Aufklärung und so wird es weiter sein, außer wir wollen freiwillig wieder wie die Ureinwohner leben.

Resourcen sind natürlich absolut begrenzt, die Innovation und der Fortschritt aber nicht. Und am Ende stehen bessere Verfahren und Methoden, die weit effektiver funktionieren als Pferdekutschen und deshalb kennt Wirtschaftswachstum prinzipiell keine Grenzen - weil es Innovation gibt. Das zu verstehen, erfordert aber systemisches "Second-Level-Thinking", die Welt und der Fortschritt sind mehrdimensional und nicht statisch.

Und Aktien sind als Anteile an forschenden und sich entwickelnden Unternehmen das Anlagevehikel der Wahl, um an diesem Fortschritt und seinen daraus resultierenden Wohlstandsgewinnen Teil zu haben. Und deshalb sind Aktien langfristig allen "statischen" Anlageformen überlegen.

Damit zurück zum Chart oben, nun ist das ja aber eine logarithmische Darstellung, die ein wenig kaschiert, wie brutal die Entwicklung absolut war. Was also absolut aus 10.000 $ wurde, die vor 100 Jahren investiert wurden, können Sie mit der linearen Darstellung erahnen:

Womit uns auch sofort deutlich gemacht wird, warum bei langfristigen Betrachtungen nur die logarithmische Darstellung sinnvoll zu verwenden ist.

So ... jetzt werden einige natürlich fragen, was denn der Liebling der Sicherheitssucher in dieser Zeit gemacht hat, Gold. Denn bei Gold wird auch immer gerne von einem "Investment" geredet, was aber grundfalsch ist, wie ich ausführlich erklärt habe. Denn in Geld "investiert" man nicht, man hält es einfach als Wertspeicher, ohne Rendite-Erwartung.

Leider habe ich keine Daten für Gold, die 100 Jahre zurück reichen, aber ich habe die Daten des größten Handelsplatzes der COMEX, die zumindest über 40 Jahre bis 1975 zurück reichen.

Und hier ist der Vergleich, der sogar noch zugunsten von Gold "geschönt" ist, weil auf beide Werte wirkt die hier nicht eingearbeitete Inflation, beim DOW kommen aber noch Ausschüttungen in Form von Dividenden als Ausgleich dazu, die es bei Gold nicht gibt.

Inflationsbereinigt, hält Gold einfach mehr oder weniger seinen Wert, ein klarer Vorteil gegenüber Papierscheinen unter dem Kopfkissen, aber nicht vergleichbar mit einer echten Investition in Produktiv-Vermögen, die echtes Vermögenswachstum durch Innovation generiert:


Wir sehen hier eindrucksvoll, was ich schon oft gesagt habe:

Gold ist das ultimative Geld, weil es einen eingebauten Schutz gegen Entwertung in sich trägt. Wer seine Kaufkraft langfristig einfach nur erhalten will, fährt mit Gold gut!

Gold ist aber *kein* Investment und jeder große Aktienindex ist Gold langfristig vorzuziehen, weil hier durch Innovation echter Mehrwert geschaffen wird. Was ein Investment in den DOW im Vergleich bewirkt, ist hier leicht zu erkennen.

Womit wir noch zu Immobilien kommen und dem Argument, dass die ja so "wertstabil" seien, während Aktien so wild schwanken würden.

Es tut mir leid das so deutlich sagen zu müssen, aber das Argument ist einfach Unsinn und beruht auf einer Wahrnehmungsverzerrung. Hier gilt nämlich die Regel "was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss", weil bei Immobilien eben eine Anzeige wie am Aktienmarkt fehlt, die Ihnen jeden Tag zeigt, was Ihre Immobilien objektiv wert ist.

Jetzt lehnen Sie sich mal zurück und stellen sich vor, über dem Eingang Ihres Wohnhaus, würde Sie jeden Morgen wenn Sie das Haus verlassen, eine objektive Anzeige des Marktwertes des Gebäudes anblinken.

Sie würden etwas erleben, was völlig identísch zu Kuchwankungen bei Aktien ist:

  1. Jeder Strassenbau in der Nähe, würde den Wert verändern.
  2. Jede Bushaltestelle in der Nähe, die neu eingerichtet oder aufgelöst wird, würde den Wert verändern.
  3. Jeder Nachbar würde den Wert verändern, je nachdem ob er angenehm oder streitsüchtig ist.
  4. Jedes Windrad in der Nähe würde den Wert verändern, ja schon die Diskussion darüber, würde zu Kuprüngen führen.
  5. Jeden Tag würde sich die Wirtschaftslage auswirken, denn in einer Boomphase bekommt man für eine Immobilie mehr, als wenn Millionen arbeitslos sind.
  6. Jede Zinsänderung der Notenbank, würde den Wert verändern, weil damit diesen Käufern die Finanzierung erschwert oder erleichtert wird.
  7. Jede Steueränderung bei Grundsteuer, Grunderwerbssteuer oder Erbschaftssteuer, würde den Wert ändern.
  8. usw und so fort, ich könnte noch lange weitermachen

Immobilien schwanken wie Aktien im Wind des Wirtschaftszyklus, Zinszyklus und abhängig von Marktströmungen und Einflussfaktoren, Sie merken es nur nicht, weil Sie nicht jeden Tag der Kurs anblinkt.

Und wissen Sie, wie Sie sich das ganz einfach klar machen können? Es gibt doch große, börsennotierte Immobiliengesellschaften. Deren Kurswert bestimmt sich zu fast 100% aus dem wirtschaftliche Wert und Ertrag der Immobilien im Portfolio. Warum schwanken deren Kurse denn dann im Wind, warum brechen die bei neuer Gesetzgebung ein?

Ich sage es Ihnen, das tut auch *ihre* Immobilie durch Gesetzgebung oder Bauten in der Nähe, die den Wohnwert ändern. Sie merken es nur nicht, Sie sitzen einer Illusion der Stabilität auf. Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.

Und es ist noch schlimmer. Wie wir am Chart oben sehen, steigen Aktien-Indizes langfristig im Substanzwert, weil Innovation und Fortschritt für Wertsteigerungen sorgen, die über Inflation hinaus gehen.

Bei Ihrer Immobilie, ist Grund und Boden in dem Sinne auch ein gutes Investment, der bleibt nämlich nach Inflation weitgehend wertneutral oder steigt sogar, wenn eine Verknappung des Angebots eintritt.

Aber nicht Ihr Gebäude. Egal was Sie tun, Ihr Gebäude verliert in 50 Jahren zuverlässig einen hohen Prozentsatz an Wert, was Sie nur vermeiden können, wenn Sie so konsequent sanieren und modernisieren, dass sie diese Kosten im Vergleich zu Aktien rechnerisch wie einen erhöhten Kaufpreis sehen müssen, der halt erst später im Lebenszyklus nötig ist.

Während Aktien Ihnen in der Laufzeit Dividenden ausschütten, stecken Sie in Ihre Immobilie Geld. Das ist die Realität!

Ich sage damit *nicht*, dass Immobilien keine sinnvolle Geldanlage wären, doch das sind sie in der Regel, vor allem die eigengenutzte Immobilie, weil sie Mietkosten erspart. Ich habe selber eine.

Also erneut, das ist hier *keine* Rede *gegen* Immobilien oder Gold als Geldanlage, sondern nur eine Rede die klarmachen soll, dass die Risikowahrnehmung von Aktien bei vielen Anlegern falsch ist.

Ich sage also ganz eindeutig, dass Immobilien langfristig *nicht* sicherer als Aktien-Indizes sind, oft ist das Gegenteil wahr! Mit Aktien-Indizes haben Sie langfristig fast sichere Wertsteigerungen, wie das Chart oben zeigt. Miit Immobilien nicht in dem Maße, wenn man fair vergleicht. Denn Immobilien können sich nicht selbstständig durch Innovation verbessern, Firmen schon.

So... ich hoffe die Argumentation war klar und deutlich.

Vielleicht hilft es ja, ein paar wenige Anleger aus ihren völlig verfehlten Vorstellungen zur "Sicherheit von Aktien" heraus zu holen. Jeder wäre für die Aktienkultur ein Gewinn.

Dann würde Deutschland vielleicht doch noch ein Land der Aktionäre und damit Teilhaber am Wirtschaftswachstum und das würde auch dazu führen, dass sozialistische und links-radikale Wirtschaftsvorstellungen, weniger Chancen hätten, den Leuten Unsinn in die Köpfe zu pflanzen.

Ihr Michael Schulte (Hari)

PS:

Einen objektiven Grund gibt es aber doch, sich von Aktien fern zu halten. Und der hat rein gar nichts damit zu tun, dass Aktien "unsicher" seien, das sind sie nämlich langfristig - siehe oben - nicht.

Der Grund hat aber mit der Psychologie vieler Menschen zu tun, wie diese "tickt" kann man zum Beispiel wunderbar sehen, wenn man die teilweise bezeichnenden Kommentare zu liest. Der Artikel ist nichts Besonderes, er ist einfach Symptom der "deutschen Anlagestimme".

Ich sage es mal ganz deutlich, wer so denkt wie es da teilweise sichtbar wird, den sollte man wirklich nicht von Aktien überzeugen wollen, weil diese Menschen würden - wenn sie es versuchen - mit Aktien zuverlässig an sich selber scheitern und im falschen Moment das Falsche tun. Insofern tun diese gut daran, sich von Aktien fern zu halten.

Nur wer das oben Gesagte wirklich durchdringt und emotional damit umgehen kann, dass auch Topaktien in einer schweren Krise mal temporär 50% fallen können - wie übrigens auch Immobilienpreise - der sollte sich an Aktien heranwagen und der sollte sich hier angesprochen fühlen.

Ich versuche hier keine Ängstlichen zu überzeugen, das macht keinen Sinn und führt nur zu nichts Gutem. Ich versuche denen einen letzten Schubs zu geben, die den obigen Gedankengang schon heute in sich haben, aber noch Reste an Zweifel und Unsicherheit haben. Und auch davon gibt es genug, die Dogmatischen dürfen gerne beim Geld auf dem Konto bleiben, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

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6 Gedanken zu “Warum Aktien „sicher“ sind!”

  1. Bezogen auf den Artikel in der Welt. Ich glaube es liegt im Grunde an der demographischen Entwicklung, die die Risikoaversion erhöht. Wie wir alle wissen gilt Japan als Vorreiter. Dort hat diese Entwicklung schon vor langer Zeit eingesetzt.
    Ältere Menschen sind weniger bereit Risiken einzugehen, so die Erfahrungen aus meinem Umfeld. Eine echte Chance für Aktien könnte sich dann durch die Erbengeneration ergeben.
    Davon abgesehen. Fest verzinsliche Anlagen waren lange Zeit durchaus mit Aktien ebenbürtig. Wer keine gute Hand mit seinen Investments hatte, ist mit Anleihen bis vor ca. 20 Jahren wahrscheinlich wirklich besser gefahren.

  2. Nope. Die Welt wird besser, nicht schlechter.

    Beschäftigen Sie sich mal damit, wie die Welt vor 100+ Jahren zur Industrialisierung trotz viel weniger Menschen aussah. Es gibt dazu viele Quellen und meine Großeltern wussten davon noch zu berichten. Dieses Debakel an Dreck und Gift können Sie ähnlich und aus den gleichen Gründen heute noch teilweise in China, Indien oder in Afrika bewundern.

    Bei Besuchen in der DDR in den 70ern durfte ich diese Katastrophe auch „bewundern“, wenn der Schaum der Bäche nahe Bitterfeld höher als die Fußgängerbrücken war. Das war dann die Varíante ohne echtes Wachstum. 😛

    Oder vergleichen Sie die Flüsse und die Luft im Westen in den 70ern gegenüber heute, trotz oder vielmehr gerade wegen einer Vervielfachung des BIP seitdem.

    Fortschritt hat im Zusammenspiel mit Umweltbewusstsein den Unterschied gemacht, nicht Stillstand und Beschränkungsideologie ala Crow. Und macht ihn auch in Zukunft.

  3. Guten Tag Herr Schulte,
    ich habe von einem Freund den Link zu Ihrer Internetseite bekommen. Ihr Artikel gefällt mir und zeigt mir auch die Gründe warum man nicht gerne in den Aktienmarkt investiert. Wenn man Ihre Charts sieht wird einem ja schwindlig. Mir leuchtet das ja alles ein mit der Produktivität etc. Aber sind wir hier nicht ein bisschen weit gestiegen?? Ich halte eine sehr große Summe an Cash um noch eine weitere Immobilie zu kaufen, oder vllt. seit heute mich mal mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen. Doch irgendwie lassen mich Ihre zwei Bilder davor waren hier mit einzusteigen. Weiß nicht ob Aktien zum jetzigen Zeitpunkt “ sicher “ sind.
    Herzliche Grüße

  4. Guten Tag „Radfahrer“,

    ich kann Ihnen dazu nicht antworten, weil das eine Art Anlageberatung wäre und die kann und will ich nicht machen.

    Aber genau das mit dem „Zu weit gestiegen“ ist ein massiver Trugschluss unseres „Affenhirns“. Damit sage ich nicht, dass der Markt jetzt nicht von hier fallen könnte, sondern nur, dass die Vermutung dass er fallen muss, oder die Risiken erhöht wären, weil er schon weit gestiegen ist, grundlegend verfehlt ist.

    Für die reale Welt ist das richtig, wenn Wasser im Fluss zu weit steigt, kommt es bald zurück – vieles in der Wekt ist rhythmisch und darauf ist unsere Mustererkennung evolutionär gepolt. Aber nicht Innovation und Wachstum oder mit anderen Worten, der DOW wird nie wieder auf 5.000 fallen – vergessen Sie es. Außer die Welt geht unter und dann haben wir andere Sorgen als Geldanlage.

    Suchen Sie mal im Blog nach dem Begriff „Affenhirn“, da finden Sie ein paar Artikel dazu, wie unsere Gehirne mit ihrer evolutionären Polung – die sozusagen für das Überleben in der Savanne gebaut ist – uns genau die falschen Signale für einen reflexiven Markt geben.

    Konkret Ihr Problem, das „zu weit gestiegen“ wird auf den Punkt hier addressiert. Sie sind nicht der Einzige mit dem Reflex, ich kenne Ihre Gedanken in der Sache genau. Lesen Sie mal:
    http://sumerdigital.info/der-ankereffekt-und-unser-affenhirn/

    Und jetzt stellen Sie sich doch einfach mal vor, das Chart des DOW im Artikel im Jahr 1995 abzuschneiden. Machen Sie es mal, in dem Sie ein Blatt darüber legen. Und dann, etwa „zu weit gestiegen“? Nach welchem Maßstab eigentlich? 😛

    Einen Rat will ich Ihnen aber schon geben. Und ich bitte das Folgende jetzt nicht negativ aufzufassen, es ist keine Kritik. Ich finde es toll wenn Menschen Fragen stellen und sich bemühen, ihren Horizont zu erweitern und dafür will ich da sein.

    Aber Ihre Frage und das instinktive „zu weit gestiegen“ impliziert so viel fehlendes Wissen und Verständnis in Sachen Aktienmarkt, dass Sie auf keinen Fall auf dieser Grundlage jetzt in den Aktienmarkt einsteigen sollten. Lassen Sie es aktuell sein. Nicht weil der Markt zu weit gestiegen ist, sondern weil sie wahrscheinlich für die psychologischen Anforderungen noch nicht reif sind.

    Denn der Markt steigt langfristig, viele Anleger scheitern aber an sich selber dabei, diese langfristige Steigung mitzunehmen. Siehe „Affenhirn“. Wir sind uns mit unseren Angst- und Gier-Reflexen oft selber der größte Feind.

    Lassen Sie sich Zeit und lesen sich doch mal durch die ganzen Grundlagen-Artikel im freien Bereich. Die finden Sie hier:

    http://sumerdigital.info/archiv-freier-bereich/archiv-freier-bereich-wissenswertes/

    Danach werden Ihnen einige Lichter mehr aufgegangen sein und Sie ein gutes Stück weiter sein. Und dann ist es Zeit noch einmal nachzudenken, ob Sie vielleicht Mitglied werden wollen und ob dieser Markt wirklich „zu weit gelaufen“ ist. Und ob Sie das überhaupt wissen können und ob eine Handlung auf Basis so einer Vermutung irgend einen Sinn hat. 😉

    Viel Erfolg!
    Ihr Hari

  5. Ich danke Ihnen für Ihre Zeilen. Sie haben recht, man sollte sich erst mal mit eine Materie befassen bevor man irgendwelche Aussagen trifft. Ich werde mich einlesen und damit näher beschäftigen.
    Schönen Abend

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