Gold und die Agnostiker

Im schnelllebigen Internet ist es leicht, allerlei daher zu schreiben, weil am Folgetag gilt in der Regel:
Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. 😉

Auch bei den diversen Analysen, die im Web zum Thema Börse zu finden sind, funktioniert dieses Prinzip. Da kann jemand permanent groben Unfug schreiben und permanent schon ein paar Tage später durch die Entwicklung widerlegt werden, aber wenn auch dieses blinde Huhn dann mal ein Korn findet, wird es sich dafür feiern lassen und alles andere ist schon längst vergessen.

Gerade die "Crash-Propheten" leben ja von diesem Prinzip, die sagen permanent irgend etwas Schreckliches voraus und liegen fast immer daneben. Aber irgendwann will es der Zufall halt, dass auch mal was eintrifft und dann können sie sich für die nächsten Jahre in den Medien als Guru und "der Mann der xyz vorher sagte" herum reichen lassen. Ziemlich lächerlich das, aber schönes Anschauungsmaterial, wie unsere menschliche Wahrnehmung funktioniert.

Ich will deshalb heute für den freien Bereich mal auf einen älteren Artikel zurück greifen, den ich schon vor einer Woche am Dienstag 13.01.15 09:10 in Hari Live bei Gold 1239 USD geschrieben habe. Das war noch vor der Aktion der SNB, ist aber in der Kernaussage auch eine Woche später unverändert gültig:

PS:

Übrigens, achten Sie unbedingt darauf, dass der aktuelle, massive Schub bei den Edelmetallen natürlich auch mit der Erwartung an die EZB korreliert, dass diese am Donnerstag ein QE in der Eurozone beginnt und den Euro massiv entwertet. Man sieht das leicht daran, wie viel stärker Gold in Euro aussieht, als in Dollar. Sollte die EZB diese nun massiv aufgebaute Erwartung aber am Donnerstag enttäuschen, wird das auch der Goldpreis deutlich spüren. Behalten Sie dieses Risiko also im Auge.

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Dienstag 13.01.15 09:10

Der Momentum-Sektor des Augenblicks scheinen die Edelmetalle zu sein. Gestern habe ich ja noch einmal über die Goldminen geschrieben, die den Ausbruch nun bestätigt haben. Das gestrige Trade-Setup ist nun perfekt angelaufen.

Aber schon seit letztem Herbst sind wir ja am Thema dran, weil wir das Szenario des "Rebounds aus dem Nichts" exakt auf dem Radar hatten, als endlich alle nur noch auf 1000 USD gestarrt haben und selbst die grössten Gold-Bugs sich mit einem weiteren Einbruch abgefunden hatten.

Ich erinnere unter anderem an den Artikel -> Ein massiver Wirkungstreffer der Bullen <-. Dadurch wurden den Bären ganz klar die Krallen gestutzt und seit dem ist auch kein nennenswertes Abwärtsmomentum mehr aufgekommen.

Aber schon im Oktober war im Artikel -> Der Weg des maximalen Schmerzes <- genau das Szenario auf unserem Radar, das nun eingetreten ist. So ist das halt ganz oft. Ein Abwärtstrend dauert so lange an, wie er noch nicht von allen akzeptiert ist. Wenn sich dann aber auch die letzten Zweifler in den Trend hinein schicken - und hier waren das die teilweise fast religiösen Gold-Bugs - dann dreht der Trend.

Heute nun scheint Gold auch über das Hoch vom 09.12.14 steigen zu wollen und bestätigt damit einen grundlegenden neuen Aufwärtstrend. Damit ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mal wieder einen Blick auf das grössere Bild richten sollte, wie ich diesen neuen Aufwärtstrend denn nun einordnen würde.

Denn klar ist, in den Augen der Gold-Bugs, ist das nun die "grosse Wende" und Gold 2000 USD und mehr sind nun unvermeidlich. Sie werden nicht erstaunt sein, dass ich mir da nicht so sicher bin. Was das Glauben angeht, bin ich sowieso eher ein Agnostiker. 😉

Schauen wir auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen sehen wir, dass erst ein Anstieg des Goldpreises über 1400 USD (zum grünen Stern), eine gross angelegte strukturelle Wende - und damit einen Wechsel in einen neuen jahrelangen Bullenmarkt - ernsthaft diskutierbar machen würde. Das ist zwar ein denkbares Szenario, da sind wir aber lange noch nicht:

XAUUSD 13.01.15

Anders herum deutet die Struktur der aktuellen Wendeformation (blaue Markierungen) aber auf ein Momentum hin, das bis ca. 1350 USD reichen könnte. Genau in diesem Bereich kommen auch zwei Trendlinien herein, insbesondere die, die den übergeordneten Abwärtstrend markiert. Denn erst ein Anstieg von Gold über das Hoch vom 10.07.14, könnte den erstmals ernsthaft in Frage stellen.

Fazit:

Die kurz- und mittelfristige Markttechnik der Edelmetalle und aller damit im Zusammenhang stehender Assets wie den Minen, ist nun klar bullisch. Da geht was und diese Bewegung dürfte mit guter Wahrscheinlichkeit auch nicht am Ende sein, sondern noch einiges Gewinnpotential in sich bergen.

Um eine grundlegende Wende bei den Edelmetallen auszurufen und einen neuen jahrelangen Bullenmarkt wieder ins Visier zu nehmen, ist es aber viel zu früh. Gerade in der Zone unter 1350 USD würde ich wieder vorsichtig werden, denn es ist keineswegs unmöglich, dass das aktuelle Geschehen nur eine Gegenbewegung im fortdauernden, übergeordneten Abwärtstrend ist.

Erst ein nachhaltige Bewegung von Gold über 1400 USD, würde das langfristige Bild nachhaltig in bullische Richtung verändern.

Aber das muss uns im Hier und Jetzt gar nicht interessieren, wir nehmen heute mit, was uns der Markt heute bietet. Und das ist ja bei den Edelmetallen eine ganze Menge!

Das ist ja das Schöne am Agnostizismus. Uns ist die Diskussion egal, ob es den Gott des gelben Metalls gibt (bullisch) oder nicht (bärisch). Weil wir wissen es sowieso nicht. Wir sind einfach im Hier und Jetzt glücklich. 😀

Ihr Hari

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Gold und Silber Marktupdate – Ausbruch und Bodenbildung

Es wird Zeit für ein aktuelles Marktupdate zu Gold und Silber.

Das Gold - hier als XAUUSD mit Tageskerzen dargestellt - wieder über 1300 USD steht, dürfte wohl kaum jemand übersehen haben. Das Preis-Verhalten (Price-Action) bei Gold hat sich auch drastisch verbessert, die negativen Einschläge über Nacht bleiben aus. Sicheres Indiz dafür, dass das "Big Money" nun die Seiten gewechselt hat.

Gold 14.02.14

Auch die Goldminen scheinen eine klare Bodenbildung zu vollziehen und bieten derzeit attraktive Chancen.

Trotzdem ist bei Gold immer noch Vorsicht geboten, denn der mittelfristige Abwärtstrend existiert weiter und erst ein Anstieg über das 38er Fibonacci Retracement bei 1415 USD, das bei Gold näherungsweise mit dem Hoch vom 28.08.14 bei 1433 USD korreliert, würde auch im mittelfristigen Bild den Abwärtstrend bei Gold brechen.

Bis dahin macht es Sinn, dem neuen Trend aufwärts zu folgen, aber erst auf obigen Niveaus hat sich Gold wirklich frei geschwommen. Und ein temporäres Retracement herab zur Ausbruchszone oberhalb 1270 USD, sollte nun auch jeder als eine Möglichkeit auf dem Radar haben. Aber es ist nur eine Möglichkeit, im Sektor hat sich so viel Energie aufgestaut, dass diese nun auch zu einem schnellen Lauf nach oben führen könnte.

Die nach meiner Erfahrung beste Art damit umzugehen, ist einfach ruhig nach oben mitzugehen und für den Fall des Falles - der am Markt immer eintreten kann - nicht zu enge Stops zu setzen, die einen gegen ein Desaster schützen. Zwei mögliche Stopniveaus als reine "Desaster-Protection" habe ich eingezeichnet.

Weniger beobachtet, in meinen Augen aber noch spannender, ist die Lage bei Silber, hier auch in der Form XAGUSD mit Tageskerzen dargestellt:

Silber 14.02.14

Sie sehen, dass Silber gerade einen bedeutenden Ausbruch aus einer monatelangen Bodenbildung vollzieht. Und diese Bodenbildung hat als I-Tüpfelchen auch noch eine eindrucksvolle Umkehrformation.

Und Silber hat eine Historie darin, nach langer Konsolidierung mit Macht auszubrechen, wenn der Knoten endlich mal gelöst wird. Als Musterbeispiel habe ich Ihnen das Geschehen von letztem August im Chart markiert.

Insofern bietet sich bei Silber nun eine interessante Trading-Chance. Auch hier sind Stops natürlich zwingend, denn sicher ist am Markt gar nichts. Mögliche Niveaus habe ich eingezeichnet und sollte man je nach Risikoneigung und Zeithorizont wählen.

Ähnlich wie bei Gold gilt aber auch bei Silber, dass der übergeordnete Abwärtstrend unverändert intakt ist und insofern gibt es keinen Grund für verfrühte Euphorie und Blütenträume, weder bei Gold noch bei Silber. Wir haben hier einfach ein auf der kurzfristigen Ebene interessantes Setup. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ihr Hari

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Silber und Hecla Mining – kann man diesem Braten trauen ?

Der Edelmetallsektor befindet sich aktuell im Ungewissen. Einerseits deutlich über den Tiefs von Ende Juni und grosser Abwärtsdruck ist aktuell nicht mehr zu verspüren. Andererseits aber ohne sichtbare Kraft nach oben. Wenn man so will, hängen die Edelmetalle derzeit schlaff in den Seilen. Man könnte auch sagen, zwischen "Baum und Borke". 😉

Gleichzeitig ist für den aufmerksamen Beobachter offensichtlich, dass bei den Edelmetallen grosse Markt-Adressen ihre Spielchen treiben. Anders sind die teilweise aberwitzigen Ordergrössen nicht zu erklären, die den Markt dann mal eben nach unten pressen.

Mit gesunder Preisfindung zwischen Angebot und Nachfrage, hat das insbesondere im Goldpreis nicht mehr viel zu tun. Die reale Nachfrage nach physischem Gold - insbesondere aus Asien - und die Preise an der Comex, scheinen aktuell aus zwei getrennten Welten zu kommen.

All das spricht für Privatanleger dafür, aktuell die Finger von den Edelmetallen zu lassen, soweit es um Trading und kurzfristige Spekulation geht. In so einer Situation ist man eher Fischfutter für die grossen Haie im Markt, die den Preis mal eben von rechts nach links schieben können. Man wartet dann besser ab, bis der Markt wieder eine klare Richtung zeigt, die auch vom "Big Money" unterstützt wird. Mit dem Kauf von physischem Gold hat diese Aussage natürlich nichts zu tun, das macht man auch aus ganz anderen Motivationen heraus, als die kurzfristige Spekulation auf den Goldpreis an der Comex. Aber aus spekulativer Sicht, sind die Edelmetalle aktuell eher indifferent und daher uninteressant.

Wenn, ja wenn, da nicht Silber wäre. Silber ist so etwas wie ein Zwitter. Einerseits Ersatzwährung wie Gold, Grundlage für Münzen und Schmuck und insofern in enger Korrelation zu Gold. Andererseits aber auch Industriemetall mit echtem Verbrauch. Während das Gold der Welt so gut wie nicht verbraucht wird, besitzt Silber echten "Verbrauch" aus den industriellen Anwendungen heraus.

Und so wird auch der Preis aus zwei Einflusssphären heraus hin und her geworfen. Einerseits schwingt Silber mit Gold und hat daher seit 2011 eine Phase der Schwäche. Anderseits scheint die industrielle Konjunktur weltweit wieder anzuziehen, was man auch an den Lebenszeichen anderer Rohstoffe erkennen kann. Und wenn die industrielle Konjunktur wieder ans Laufen kommt, dürfte das den Silberpreis deutlich stützen.

Schauen wir auf das Chart von Silber in US Dollar mit Tageskerzen (XAGUSD), sehen wir eine interessante Strukur, aus der eine Wende werden könnte. Nicht muss, aber könnte:

Silber 21.10.13

Ich habe bewusst auf der linken Seite keine Schulter eingezeichnet, weil das wäre etwas weit hergeholt. Eine Umkehrformation, die dem Charakter einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation gegenüber Ähnlichkeiten hat, deutet sich aber an. Und zuletzt hat Silber oberhalb 20 USD immer wieder Unterstützung gefunden.

Wichtig ist hier wieder die angedeutete Nackenlinie, die wohl - je nachdem wie man sie zeichnet und sich der Silberpreis weiter entwickelt - im Bereich 24-25 USD liegen wird. Wenn diese Nackenlinie erreicht und durchschlagen würde, würde sich das Bild weit positiver darstellen und dann müsste man Silber auch wieder intensiv auf den Radar nehmen. Ein Durschlagen der Nackenlinie würde im übrigen bei Silber auch die 200-Tage-Linie zurück erobern.

Treue Leser wissen ja, dass im Edelmetallbereich die Minen gerne mal ein paar Tage dem Edelmetall selber voraus laufen und insofern frühzeitige Signale senden. Schauen wir daher doch mal auf meinen - aus Substanzgründen - langfristigen Favoriten im Sektor der Silberminen: Hecla Mining (WKN: 854693, HL). Hier zeige ich Ihnen das langfristige Chart mit Wochenkerzen seit 2010:

Hecla 21.10.13

Auch bei Hecla sehen wir einen bestätigten Abwärtstrend der respektiert werden will. Und dieser Abwärtstrend ist nicht gebrochen, für übergrosse Euphorie gibt es also keinen Anlass.

Aber ... auf der Habenseite sehen wir eine mustergültig abgelaufene Korrektur mit 1-2-3 Struktur. Und wir sehen, weit deutlicher als bei Silber selber, eine potentielle, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation.

Aber auch diese ist nicht mehr als eine potentielle Struktur. Eine Möglichkeit. Relevant und aktiv würde sie erst, wenn die Nackenlinie aktiviert würde, die hier bei ca. 4 USD liegen dürfte.

Fazit:

Es könnte sein, dass Silber sich in einer Bodenbildung befindet. Die weltweiten konjunkturellen Pflänzchen unterstützen diese Möglichkeit ebenso, wie die Chartstrukturen, die eine Umkehrformation in den Bereich des Möglichen bringen.

Aber es ist noch zu früh, eine Wende auszurufen und "es könnte sein", ist nicht mehr als eine Möglichkeit und noch keine vollzogene Wende. Noch dominiert klar der übergeordnete Abwärtstrend. Die angedeuteten Nackenlinie der möglichen Umkehrformationen kann man aber trotzdem im Auge behalten. Sollten diese ausgelöst werden, ist Silber dann wirklich einen Blick wert und in allen Charts dürfte dann eine klare Umkehrstruktur sichtbar sein.

Bis dahin lautet das Motto aber eher: abwarten und beobachten. Insbesondere auch den Dollarkurs, denn der hat auf Gold und Silber grosse Auswirkungen.

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Charts des Sommers – Silber (XAGUSD)

Heute gibt es zu Silber (XAGUSD) zwei selbsterklärende Charts ohne Worte. Manchmal muss man sich einfach zurück lehnen und in Ruhe das grosse Bild betrachten. Und vieles wird einem dann klarer.

Zunächst die langfristige Sicht seit Ende 2006 mit Wochenkerzen. Danach den mit einem Kreis markierten Bereich, also die mittelfristige Sicht mit Tageskerzen seit Herbst letzten Jahres:

Silber wöchentlich 17.07.13

Silber täglich 17.07.13

So ..... und denen unter Ihnen, bei denen die Charts oben keinerlei Schlussfolgerungen auslösen, zeige ich nun auf Basis von Monatskerzen noch ein mögliches, langfristiges Szenario, das aus obigen Strukturen potentiell erwachsen könnte. Das ist ausdrücklich keine Prognose, nur ein mögliches Szenario neben anderen, das sich aus der bisherigen Struktur mit einer gewissen Logik herleiten liesse:

Silber Szenario 17.07.13

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Silber – 11.10.12 – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !

10:00 Uhr

Heute möchte ich Ihren Blick auf den Chart von Silber richten, denn der sieht für mich danach aus, als ob das Edelmetall vor einem weiteren Schub nach oben steht. Was das für die Minenwerte wie Hecla Mining bedeuten würde, dürfte wohl klar sein.

Schauen wir zunächst auf das Tageschart von XAGUSD:

Mr. Market sagt uns mit diesem Chart mehrere spannende Dinge:

  1. Silber (XAGUSD) hat den starken Anstieg seit Juli nun in einer Seitwärtskonsolidierung verarbeitet, die als Tiefpunkt 33,3 USD hatte und genau unter dem 38er Fibo Retracement des "grossen Absturzes" von 2011 stattfand.
  2. Eine derartige Seitwärtskonsolidierung ohne signifikant vom Anstieg abzugeben ist sehr bullisch zu werten. Der Markt zeigt damit seine innere Stärke, die Chartformation sieht nach einer Bullenflagge aus.
  3. Ein Bewegung nach oben zum 50er Fibo Retracement bei 37,9 USD hat damit eine höhere Wahrscheinlichkeit, als ein Absturz von diesem Niveau.
  4. Eine nachhaltige Bewegung über das 38er Fibo Retracement nach oben, sollte einiges an Dynamik entfalten, da Silber die Zone um 35 USD nun seit 2011 dreimal signifikant getestet hat. Ein Ausbruch hat also Bedeutung und wird deshalb frisches Geld anziehen. Welche Dynamik derartige Entscheidungszonen entfalten, kann man diesen Februar beobachten, als ein Ausbruch fehlschlug und folgerichtig zu einer dynamischen Bewegung in die Gegenrichtung führte, ganz konform zur "Gummibandtheorie".
  5. Ein sauberer Stop für den "Fall des Falles" ist recht einfach und zuverlässig zu ziehen, denn unter den Tiefpunkt der Konsolidierung sollte Silber nun nicht mehr fallen, wenn ein Ausbruch nach oben tatsächlich bevorsteht. 32,9 USD ist für mich also ein sinnvolles Stopniveau.

Schauen wir auf den gleichen Chart aus Stundensicht, entfaltet sich ein ebenso eindrucksvolles Bild:

Es könnte sein, dass heute ein Ausbruch bevorsteht und sich damit eine Untertassen-Umkehrformation bildet. Der "Henkel" dieser Untertasse läge dann genau auf dem obigen 38er Fibo-Retracement, passend zum obigen Chartbild. Ich denke heute Abend werden wir mehr wissen. Aber selbst wenn dieser Ausbruch noch etwas auf sich warten lässt und heute nicht kommt, illustriert der Kursverlauf der letzten Tage doch die grosse innere Stärke im Silberkurs, der scheinbar nicht mehr unter 33 USD fallen will.

Alles in allem also ein schönes Setup mit höheren Wahrscheinlichkeiten für steigende Kurse als für das Gegenteil. Aber auch wenn ich es hier schon tausend mal geschrieben habe, muss ich es für neue Leser wiederholen: Wahrscheinlichkeiten sind keine Gewissheiten ! Auch das Unwahrscheinliche kann eintreten und genau dafür gibt es den Stop, der Sie vor grösserem Schaden bewahrt. Das Schöne an der aktuellen Situation bei Silber ist, dass uns Mr. Market mit seiner klaren Konsolidierung ein ebenso zuverlässiges, wie nahe am aktuellen Kurs liegendes Stopniveau schenkt.

Ganz spannend und lehrreich ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, wenn Sie sich meinen Artikel zu einem Silber-Trade vom 31.07.12 -> hier <- noch einmal zu Gemüte führen und mal schauen, was aus den Annahmen vom 31.07.12 real geworden ist.

Ihr Hari

PS 13:00 Uhr: Ich habe vom heutigen Tag einen ganz ähnlichen Artikel gefunden, der zu einem völlig anderen Ergebnis kommt. Schauen Sie . Das zeigt, wie man die selbe Sache aus unterschiedlichem Blickwinkel ganz anders interpretieren kann.

Gerne wird dieser Interpretationsspielraum gegen markt- und charttechnische Analysen angeführt. Diese Sicht zeugt aber nur davon, dass das Thema vom Kritiker nicht ausreichend durchdrungen wurde. Denn auch bei der Charttechnik - wie überall in Sachen Börse - geht es nicht um Sicherheiten, sondern um Szenarien mit Wahrscheinlichkeiten. Und wenn Sie jetzt die Long-Wette spielen, hat Ihnen die obige Analyse zu einem so sauberen Stop und Setup verholfen, dass Sie nun ganz entspannt abwarten können wie das Szenario sich entwickelt. Ohne diese Analyse würden Sie im Ungefähren, ohne klare Massstäbe und Marken herum eiern, mit den bekannten Folgen, dass am Ende zu hohe Verluste dabei heraus kommen.

Sehen Sie die hier verlinkte Analyse also als ein alternatives Szenario, dass durchaus eintreten kann, auch wenn ich es für etwas weniger wahrscheinlich als den bullischen Case halte. Der gute Setup des Trades entbindet uns aber davon, darüber zu lange zu grübeln. Einfach abwarten. Und sollte der Trade gegen einen laufen, sollte man nicht lange zögern, sondern den geringen Verlust fressen und gleich zum nächsten guten Setup wechseln. Wer so handelt, dem wird am Ende die Wahrscheinlichkeit zu einem guten Ertrag seiner Aktivitäten verhelfen.

Das Geheimnis guter Trades ist nicht recht zu haben, falsch zu liegen ist völlig normal und gehört dazu. Das Geheimnis besteht darin, nur die sauber definierten "guten" Trades mit klarem Chance/Risiko Verhältnis zu machen. Und darüber hinaus Verluste hart zu begrenzen und Gewinnen Raum zum Laufen zu geben. Erfolg ist dann das logische, weil statistisch wahrscheinliche, Ergebnis.

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Haris Märkte am Abend – 27.01.12 – Wochenabschluss

Zum Markt habe ich mich gestern und heute -> hier <- so ausführlich geäussert, dass ich es hier nicht erneut wiederholen muss. Kurzfristig - insbesondere über das Wochenende - neige ich zur Vosicht, mittelfristig sehe ich den Markt aber positiv. Die Bullen sind eindeutig am Drücker und könnten es auch noch eine ganze Zeit lang bleiben.

Kommen wir also direkt zu einzelnen Titeln:

Die vor drei Tagen -> hier <- vorgestellte Temenos (WKN 676682) ist heute mit einem Plus von 4% deutlich angesprungen. Bemerkenswert war dabei, dass die Bewegung vom Tief um 10:18 Uhr mit 15,4 CHF bis zum Hoch um 17:15 Uhr mit 16,65 CHF Intraday einen Hub um beeindruckende 8% betrug ! Gleichzeitig habe ich aber keinerlei Nachricht gesehen, die zwingend als Ursache in Frage kam. Vielleicht weiss ich Morgen mehr, wenn die Analysen der Schweizer "Finanz und Wirtschaft" auf meinem Frühstückstisch liegen.

Es ist aber nicht unmöglich, dass sich nun grosses Geld in der Aktie für einen Ausbruch positioniert, eine solche Bewegung ohne Nachricht ist auf jeden Fall bemerkeswert. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte vielleicht lieber warten bis der Kurs bei ca. 18 CHF den Deckel der seit August letzten Jahres andauernden Konsolidierung hebt und damit einen Ausbruch bestätigt. Mangels zuverlässiger Nachrichten bin auch ich bei Temenos noch in Wartestellung. Wer sich die Marktdaten zur Aktie genauer anschauen will, kann das ganz gut direkt bei der Schweizer Börse tun.

Der IT Netzwerksektor bekam heute einen Einschlag, weil Juniper Networks (WKN 923889) einen schlechten Ausblick lieferte und Intraday zeitweise 9% im Minus lag. Ich finde den ganzen Sektor aber grundsätzlich interessant und das nicht nur weil der Einschlag bei Juniper sofort wieder gekauft wurde - um 20 Uhr waren nur noch 3% Minus übrig. Denn sollte die US Konjunktur drehen, haben eine ganze Reihe von Unternehmen eine Menge an IT Investitionen nachzuholen. Gerade in der Telekommunikationsbranche hat sich da stellenweise ein Investitionsstau gebildet, was man zum Beispiel auch an den aktuell schlechten Zahlen des Telecom-Infrastruktur Spezialisten Ericsson (WKN 850001) sehen kann.

Davon könnte neben Juniper Networks möglicherweise auch Ciena (WKN A0LDA7) oder Cisco Systems (WKN 878841) profitieren. Ich empfehle, sich mal langfristige Charts der Titel anzuschauen, gerade bei Juniper oder Ciena spricht in meinen Augen einiges für eine langfristige Bodenbildung. Der Marktführer Cisco hat seinen Tiefpunkt wohl schon hinter sich und steigt seit Monaten dynamisch. Hier das Chartbild von Juniper Networks seit 2006.

Die Vorsicht bei Aixtron (WKN A0WMPJ), die ich hier letzten Dienstag formuliert hatte, war scheinbar berechtigt. Nach dem grossen Absturz von Dienstag ist die Aktie ohne jede Nachricht weiter Tag für Tag schwach und es gibt keinerlei Gegenbewegung. Das spricht sehr dafür, dass es bei der Aktie eine negative Nachricht gibt, die aber noch nicht allgemein bekannt ist. Der bisherige Verlauf mit schwerem Einschlag und dann tagelangem Bröseln, spricht aber in meinen Augen gegen eine echte Katastrophenmeldung, passen würde das Marktverhalten eher zu einer grösseren Abschreibung oder ähnlichen Szenarien. Der Effekt scheint nun aber langsam auszulaufen. Insofern könnte man rein charttechnisch wohl über einen Einstieg im Bereich unter 10,8€ nachdenken, denn um 10,8€ lag auch die längere Konsolidierung von Anfang Januar. Denn vom theoretischen Potential her, ist Aixtron sicher ein hoch interessanter Wert. Zwingend ist dieser Trade aber für mich im Moment noch nicht, da es noch völlig am nachrichtlichen Hintergrund fehlt. Ich bin also nun Neutral was Aixtron angeht.

Wer mal eine Berg und Talfahrt sehen möchte, kann hier den Kurs des LED Weltmarktführers CREE (WKN 891466) bestaunen. Cree leidet auch unter Preisdruck und Überkapazitäten, die ihre Quelle vor allem in China hatten. Schon vor einer Woche habe ich auf den Titel aufmerksam gemacht und möchte das heute erneut tun, denn die Konsolidierung der letzten Woche sah sehr konstruktiv aus. Auf dem Langfristchart seit Ende 2008 unten sehen Sie auch, dass der RSI bei Cree zuletzt Ende 2010 so stark war wie derzeit. Möglicherweise ist da also eine Wende im Gange, die natürlich auch bei Aixtron dann irgendwann durchlagen würde. Ich bin bei Cree noch nicht investiert, weil die Lage noch nicht eindeutig ist, habe die Aktie nun aber ganz genau unter Beobachtung.

Gold (XAUUSD) bzw Silber (XAGUSD) scheint dagegen im Moment in der perfekten Ausgangslage zu sein. Durch die klaren Aussagen der FED ist Gold für mich nun unterhalb 1700 USD stark unterstützt. Und mit der Griechenland Thematik steht ein Thema vor der Haustür, für das Gold im Fall des Falles durchaus eine gute Versicherung sein könnte. Der ganze Minensektor war auch heute wieder sehr stark. Meine Edelmetall- bzw Minen-Positionen lasse ich daher auch über das Wochenende unangetastet und lasse die Gewinne laufen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende ! Wie immer reagiere ich auch am Wochenende auf Kommentare, der nächste Artikel kommt dann regulär am Montag.