Die Rohstoffe, das US Debt Limit und der US Dollar

19:25 Uhr. Die Rohstoffe und die damit verbundenen Trades, haben uns hier auf sumerdigital seit Anfang Juli viel Freude gemacht. Frühzeitig sassen wir in diesem Trade drin, der durch FED Chef Bernanke, aber auch bessere Wirtschaftsdaten aus China ausgelöst wurde.

Schon mehrmals habe ich Ihnen das Segment beispielhaft am ETF gezeigt, in dem unter anderem die Rohstoffriesen wie BHP Billiton (WKN: 850524) oder Rio Tinto (WKN: 852147) enthalten sind. Schauen wir also mal auf das aktuelle Chart mit Tageskerzen:

Basic Resources 26.09.13

Alles in Butter, kann man da nur sagen und man sieht, welch schöne Gewinne in dem Sektor seit Anfang Juli möglich waren. Der Trend ist eindeutig nach oben, nach Lehrbuch von höheren Tiefs geprägt und bisher nicht in Gefahr.

Und trotzdem werde ich nun etwas unruhiger und vorsichtiger, was den Sektor angeht. Und das hat zwei Gründe.

Erstens steuert der Sektor nun auf die Entscheidung zu, ob die seit Anfang Juli zu beobachtende Stärke nur eine Gegenbewegung im übergeordneten Abwärtstrend ist, oder ob es sich hier um eine grosse, langfristige Trendwende handelt. Beides ist immer noch möglich.

Auch das kann man anhand des obigen ETFs schön visualisieren, wenn wir das identische Chart von oben nun auf Wochenkerzen aufzoomen und damit einen Blick zurück bis 2009 bekommen:

Basic Resources Wochen 26.09.

Jetzt darf man bei so Branchen-ETFs, noch dazu in Euro notierend, solche Trendlinien nicht überbewerten. Denn letztlich gibt es unzählige Arten in den Sektor zu investieren und alle diese Arten stellen den gesamten Sektor dar und haben teilweise leicht unterschiedliche Charts, weil alleine durch die unterschiedlichen Darstellungswährungen Divergenzen resultieren.

Trotzdem ist dieses Chart typisch für die Lage des Sektors als Ganzes. Die Entscheidung ob das nur eine Gegenbewegung oder doch eine grosse, dauerhafte Wende wird, ist nicht mehr fern. Heisst aber auch umgedreht, es ist keineswegs gegeben, dass der seit Juli andauernde Aufwärtstrend so weiterläuft. Bisher haben wir diese Gewinne hier gelassen mitgenommen. Nun wird es Zeit weniger gelassen und weit aufmerksamer zu werden.

Noch mehr als dieser Umstand, treibt mich aber die Entwicklung beim US Dollar um, mit dem der Rohstoffsektor typischerweise invers korreliert ist. Ein schwacher Dollar bedeutet in der Regel starke Rohstoffaktien und umgekehrt.

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Beitrag von Anfang Juli -> Das Ungeheuer Devisenmarkt <-, in dem ich Ihnen schon den gigantischen “Megaphone Pattern” gezeigt hatte, den ich mir nun, mehr als 2 Monate später, noch einmal anschauen möchte:

Dollar Index 26.09.13

Sie sehen im Chart deutlich, wie der Dollar durch die "No Taper" Überraschung der FED noch einmal massiv gedrückt wurde, nachdem schon vorher die Richtung sowieso nach unten zeigte. Sie sehen damit auch, was letztlich hinter der Stärke der Rohstoffaktien stand, nämlich ein Dollar, der genau zu Bernankes Rede Anfang Juli massiv zu schwächeln begann. Aktuell notiert EURUSD wieder um die 1,35 - wir hatten also eine mehrmonatige Phase des schwachen Dollars.

Und das ist auch, was mich nun zunehmend nervös macht. Für diesen schwachen Dollar, war die Reaktion der Rohstoffwerte in den letzten Wochen viel zu verhalten. Klar, rein vom Chart her ist der Trend intakt, aber ich betrachte die Unfähigkeit des Sektors im Lichte des seit "No Taper" noch schwächeren Dollars eine Rally hinzulegen, als klares Warnsignal !

Nun sieht man auf dem Chart auch, dass der US Dollar Index gerade vielleicht eine Bärenflagge ausbildet, an die sich dann ein letzter Schub anschliessen könnte, der den Dollar herab zur unteren Begrenzung des Megaphones bringen würde. Auslöser könnte eine höhere Nervosität vor der Debt Limit Problematik sein, schon heute hat man bemerken können, wie der Markt beginnt wieder auf das Gerede der Boehners (Republikaner) dieser Welt zu reagieren. Und die Angst vor einem Budgetstop unterminiert das Vertrauen in den Dollar, weswegen es den obigen Kurs weiter drücken sollte.

Dieser letzte Schub nach unten wäre dann sozusagen die letzte Phase, in der die Rohstoffe Unterstützung vom Dollar haben. Dann ist absehbar, dass Anfang Oktober erstens eine Lösung für die Debt Limit Problematik gefunden werden wird. Und zweitens ist absehbar, dass die "To taper or not to taper" Unsicherheit wieder kommen wird - die nächste FED Sitzung ist gewiss und durch das aktuelle Gerede der diversen FED Gouverneure wissen wir, wie umstritten die Entscheidung im September war.

Beide Ereignisse werden voraussichtlich den Dollar massiv stärken, weswegen die im Chart skizzierte Entwicklung gute Chancen hat. Und das Problem ist: wenn ein starker Dollar auf den Rohstoff-Sektor trifft, der bei einem schwachen Dollar schon zuletzt nicht mehr richtig weiter steigen wollte, dann erhöht das die Risiken im Sektor ganz erheblich. Das gilt übrigens auch ausdrücklich für Gold - die Unfähigkeit während einer Phase des schwachen Dollars wieder von der 1300 USD Linie wegzukommen, lässt mich skeptisch eine Augenbraue heben und erhöht die Risiken nach unten deutlich.

Soweit meine Logik, warum ich für den Rohstoffsektor nun wieder aufmerksamer und vorsichtiger werde. Bisher konnte man den Sektor ganz gelassen laufen lassen, zu klar war der neue Aufwärtstrend. Nun aber wird es kritischer.

Das heisst nicht, dass man nun sofort aussteigen muss. Der Trend zeigt immer noch nach oben und vielleicht bekommen wir auch den grossen Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend hinweg. Aber ich werde nach unten den Trades nun nicht mehr viel Platz gewähren und lieber ein paar Gewinne mitnehmen, als in dieser Phase der Unsicherheit zu aggressiv auf der Long-Seite zu stehen. Und auch die finalen Stops werden näher heran gezogen, um nun die Gewinne zu sichern. Denn wenn der Dollar massiv nach oben schiesst, kann es im Rohstoffsektor auch schnell nach unten gehen.

Soweit meine Sicht auf die Zusammenhänge. Ich hoffe es war für Sie hilfreich, um die Grosswetterlage im Sektor besser einzuschätzen.

Wenn Sie dieser Entwicklung nun regelmässig folgen wollen, auch um davon zu profitieren, dann lade ich Sie herzlich ein, zum Premium-Bereich der sumerdigital Community dazu zu stossen. Die weit überwiegende Mehrzahl der hier im Blog aktiven Leser ist schon dabei. Im Premium-Bereich besprechen wir diese Themen immer wieder und verfolgen gemeinsam die täglichen Volten von Mr. Market. Eine grobe Übersicht der letzten Artikel im Premium-Bereich, finden Sie im Blog rechts oben.

Ihr Hari

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Bernanke reloaded ? – S&P500 on stairway to heaven ?

Déjà-vu ! Da sind wir also wieder, wo wir seit November 2012 dank Ben Bernanke schon so oft waren. Denn es läuft immer gleich:

Der Markt steigt und ist auf Höchstständen. Dann kommt etwas Sorge hinein, dass es dieses mal "der" ultimative Top sein könnte. Auslöser für die Sorge kann alles mögliche sein, das ist letztlich egal. Denn das Ergebnis ist auch immer klar, um an ein Bonmot aus dem Fussball anzuknüpfen:

"Börse ist ein einfaches Spiel, tausende kluge Leute wetten auf die Kurse, und am Ende gewinnt immer die FED." 😉

Wir haben diese V-förmigen Wende durch Einfluss der FED jetzt seit dem November 2012 - als Bernanke seinen Stimulus auf 85 Milliarden pro Monat hochdrehte - geschlagene 5 mal immer identisch erlebt. Langsam sind wir alle wie pawlowsche Hunde darauf progammiert. Eine V-förmige Wende, wie es sie in den prähistorischen "Vor-Fed-Zeiten", also sozusagen in der Steinzeit der Börsen, höchst selten gegeben hat.

Schauen Sie doch einfach mal auf das Chart des weltweiten Leitindex S&P500 mit Tageskerzen:

S&P500 20.09.13

Beeindruckend dieser Trend oder ? Mit perfekter Zyklizität kommen diese V-Wenden, weswegen nun wahrscheinlich alle, inklusive Joe Sixpack und Max Müller, genau auf das identische Muster wetten werden. Was 5 mal klappt, wird doch auch 6 mal klappen, oder ? Und die Wahrheit ist: ja, die Wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich gross.

Und jetzt berücksichtigen Sie bitte, dass genau dieser Bernanke gerade hat verlauten lassen, dass sich die FED noch nicht traut, einen Abbau des Stimulus zu beginnen, weil die ökonomischen Daten noch zu schlecht seien.

Hallo ? Hatte Börse nicht früher - Sie wissen schon, in der Börsen-Steinzeit - genau mal was mit ökonomischen Daten zu tun ? Warum steigen die Börsen und steigen, wenn die ökonomische Entwicklung nach Ansicht der Notenbanken nicht ausreichend ist ? Wie passt dieses Chart mit der wirtschaftlichen Realität auch in den USA zusammen ?

Die Antwort ist offensichtlich: gar nicht. Das ist ein Markt auf Steroiden. Steroide, die vom Dealer "Notenbank" ausgegeben werden. Und alle fragen sich: kann das ewig so weiter gehen ?

Nein, natürlich nicht. Mit jedem weiteren Schub wird das böse Ende nur härter. Stellen Sie sich nun mal vor, die FED würde den Stimulus nun wegnehmen. Dann würden Sie aber einen Luftballon platzen hören ! Die Reaktionen auf vage Andeutungen eines Tapering waren ja schon ein Vorgeschmack und dieses Chart zeigt auch klar, was dann der S&P500 machen würde: zurück auf Los ! Was wohl kaum wirklich schlimm wäre, die 1350 von November 2012 spiegeln viel eher die wirtschaftliche Realität wieder und sind immer noch historisch gesehen "gute" Kurse.

Nur was nützt uns dieses Wissen ? Gar nichts, denn bis es so weit ist, kann der Markt noch 5 weitere solcher V-förmigen Rebounds vollziehen und bei 2000 stehen. Und bis dahin können noch Jahre vergehen. Es nützt einfach nichts zu wissen, dass es "irgendwann" mal ein böses Ende nimmt. Will man in der Gegenwart Geld verdienen, muss man mit dem Trend gehen, solange er existiert. Und der Trend ist offensichtlich - bis er irgendwann überraschend bricht. Vielleicht ist dieser Tag schon bald, vielleicht auch erst 2015 - wir wissen es nicht.

Übrigens habe ich bewusst die beiden blauen Kreise eingezeichnet. Sehen Sie die perfekte Parallelität der Bewegungen aus dem April Boden und aus dem August Boden heraus ? Selbst die kleinen Korrekturzonen sind identisch.

Was wir da sehen ist eine klassische 1-2-3-4-5 Bewegung im Aufwärtstrend, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir gerade in Konsolidierung 4 sind und uns der finale Schub dieses Zyklus noch bevor steht, bevor dann eine Korrektur einsetzt. Aber das nur am Rande.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob diese Entwicklung sich durch die/den neuen FED Chef ändern würde, habe ich einen vielleicht überraschenden Gedanken für Sie:

Wer hat den gesagt, dass Bernanke gehen will ? Er selber nie und ich bin sicher, er will bleiben und seine Strategie zu Ende bringen und so in die Geschichtsbücher der grössten Notenbankchefs aller Zeiten eingehen. Nein, es war Obama der einen anderen Kandidaten wollte. Und es war Obama, der die Andeutungen zum Ende der Amtszeit von Bernanke machte.

Dieser andere Kandidat mit Namen Larry Summers wurde Obama nun aber aus der Hand geschlagen. Und was bringt es Obama nun, Bernanke gegen Janet Yellen auszutauschen, die nicht nur eine identische Strategie wie Bernanke verfolgen dürfte, sondern mit der - nach dem was man hört - Obama ebenso wenig klar zu kommen scheint, wie mit Bernanke und vielen anderen Persönlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund habe ich mit grosser Aufmerksamkeit die gestrige Bemerkung unseres weisen Freundes Warren Buffet gelesen, der bekanntermaßen einen exzellenten Draht zu Mr. Obama hat: .

Mit so etwas wagt sich der gute Warren nur dann öffentlich heraus, wenn die Frage tatsächlich auf der Agenda steht, so viel ist klar. Erstaunlich, dass es noch niemand auf dem Radar zu haben scheint, dass Bernanke vielleicht eine weitere Amtszeit bekommt. Mit Buffets Äusserung hat das für mich eine gute Wahrscheinlichkeit bekommen. Und den überraschenden Verzicht auf jedes Tapering gestern, kann man auch als Bewerbungsschreiben interpretieren, wenn man will.

Und was würde der Markt machen, wenn er hört, dass der gute Helikopter Ben bleibt ? Er würde es lieben, weil der Markt liebt Beständigkeit, zumal wenn diese Beständigkeit immer neue leckere Würstchen zum Fressen gibt. Womit wir bei Phase 5 der aktuellen Aufwärtsbewegung wären und der Kreis sich schliesst.

Schauen wir also mal, ob der alte, weise und gut vernetzte Mann mal wieder was hat läuten hören und der ewige Ben uns vielleicht erhalten bleibt. Und ob der Markt auf einer ewigen Leiter bis in den Himmel klettert.

In diesem Sinne wünsche ich weiter viel Spass dabei, gegen die FED zu wetten, wir sehen uns dann in der Suppenküche ! 😯

Ihr Hari

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Gold Update – Rally vor wichtigem Widerstand

Ein kurzes Update zu Gold, Stand 16:00 Uhr.

Gold hat seit dem Tief vom 28.06. ein wunderbares Reversal hingelegt, an dem wir hier im Premium-Bereich mit schönen Gewinnen partizipiert haben.

Nun ist Gold aber kurzfristig überkauft und hängt vor einer sehr wichtigen Widerstandszone um 1420 USD:

Gold 27.08.13

Es ist viel Momentum im Markt, jeder Dip wird nun seit Wochen gekauft, was Sie schön an den vielen kleinen Bullenflaggen in der Aufwärtsbewegung sehen können.

Eine Überraschung nach oben, mit der Gold nun einfach Richtung 1500 USD in einem Zug weiterläuft, kann man also nicht völlig ausschliessen. Rational ist das wahrscheinlichere Szenario nun aber eine bald bevor stehende Korrektur, um den überkauften Zustand abzubauen. Ein Abflauen der Markt-Ängste um Syrien könnte dafür der Katalysator sein.

Da der fiese Mr. Market gerne den für alle maximal schmerzhaften Weg geht, wäre ein typischer Ablauf also, dass Gold den Kopf durch die 1420 soweit durchstreckt, dass viele davon ausgehen, dass der Widerstand sofort fällt und einsteigen. Genau dann dreht der Kurs auf dem Fuss und die Korrektur setzt ein.

Ein sinnvolles Ziel für so eine Korrektur wäre der mittlere 1300er Bereich, also zum Beispiel 1350 USD. Eine solche Korrektur wäre dann aber vielleicht wieder eine Kaufgelegenheit, denn der Trend im Edelmetallsektor zeigt nun eindeutig nach oben und wir stehen am Beginn der für Gold traditionell positiven Herbstphase. Das Tief vom 07. August bietet ein sinnvolles Stop-Niveau, denn wenn der Trend Bestand hat, dürfte Gold dieses Niveau nicht mehr sehen.

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Charts des Sommers – Rohstoffe und Freeport McMoran

Schon seit Anfang Juli verfolgen wir hier den Inflations-, China- und Rohstofftrade, der mit Bernankes Ausagen einsetzte und zuletzt Fahrt aufgenommen hat.

Quer durch den Sektor gab es zuletzt Ausbrüche aus lang laufenden Abwärtstrends. Und ganz typisch für Mr. Market ist, dass diese Ausbrüche dann noch einmal von oben getestet werden.

Auch das ist nun möglicherweise geschehen. Egal welches Chart Sie aus dem Sektor nehmen, Sie sehen einen Ausbruch und das folgende Retracement, das nun scheinbar gekauft wird.

Ich will Ihnen hier nur beispielhaft zwei Charts zeigen, das des ETFs iShares Basic Resources in Euro, in dem die grossen Bergbaukonzerne wie BHP Billiton oder Rio Tinto sind. Und das des Kupfer und Gold Miners Freeport McMoran in USD. Nehmen Sie andere Aktien des Sektors und Sie werden ähnliche Muster finden, die alle auf eine Bodenbildung und Wende hindeuten.

Die Chancen für den neuen Aufwärtstrend sind damit gut. Wer sicher gehen will, wartet noch ab, ob neue Hochs generiert werden. Damit wäre der neue Trend bestätigt. Und nach unten gilt wie bei jedem Trend: das letzte bedeutende Tief darf nicht mehr unterschritten werden. Entsprechend sind Stops einzuplanen. Denn: The Trend ist our friend - until it ends !

Im Premium-Bereich verfolgen wir diese Trades nahezu täglich und im Detail.

Basic Resources 23.08.13

Freeport 23.08.13

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Sommerliche Trendgedanken zum DAX

Sommerliche Trendgedanken zum DAX

Ein Gastkommentar von Tokay

Wohin geht der DAX? Diese Frage stellt sich den Börsianern täglich. Das führt dann zu weiteren Fragen, was denn die im DAX vertretenen Einzeltitel machen. Man konnte in letzter Zeit feststellen: Wenig Grund zur Freude. Am prägnantesten in den vergangenen Börsentagen war die Entwicklung von K+S, die in kurzer Zeit nahezu die Hälfte ihres Wertes einbüßten. Da bleibt selbst hartgesottenen Börsianern erst mal die Spucke weg. Es zeigt sich, dass das unternehmensspezifische Risiko, das man eingeht, wenn man auf ein bestimmtes Pferd setzt, anstatt honoriert zu werden, sich voll gegen den Anleger wendet.

Aber was tun? Lieber den Gemischtwarenladen DAX kaufen? Warum nicht? Der DAX repräsentiert die kapitalkräftigsten Unternehmen der deutschen Wirtschaft. Wie sich diese entwickeln, ist zwar nicht leicht einzuschätzen. Aber mit Sicherheit einfacher einzuschätzen als den Kali-Markt und Anwandlungen dort tätiger russischer Wettbewerber. Bessert sich die Geschäftstätigkeit, steigen die Gewinne. Steigen die Gewinne, steigen die Kurse. Steigen die Kurse, nimmt die Euphorie zu und damit die Risikobereitschaft. Das alles lässt sich in den Wirtschaftszeitungen und auch im Internet nachverfolgen.

Beim DAX gibt es nun eines zu beachten: Viele Anleger, die den DAX kaufen, kommen gar nicht aus Deutschland. Es sind Anleger vornehmlich aus den USA und auch aus Großbritannien, zunehmend auch aus den aufstrebenden Ländern. Und diese Anleger investieren in den Indizes der Welt. Der größte und bei weitem wichtigste Aktienindex der Welt ist der Standard & Poor's 500(S&P 500). Man könnte daraus folgern, dass Bewegungen im S&P 500 mehr oder weniger entsprechende Bewegungen im DAX nach sich ziehen werden.

DAX in Abhängigkeit vom S&P 500 2000-2013

Die oben stehende Grafik zeigt, dass dies bislang in diesem Jahrtausend in beeindruckender Weise der Fall war. Immer, wenn der Tageskurs des S&P 500 seinen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt überschritt, haben wir für diesen den Wert Eins festgesetzt. Ansonsten Null, wenn das nicht der Fall war. Und siehe da: Immer, wenn der S&P 500 in diesem Jahrtausend stieg und unser Indikator den Wert Eins annahm, kletterte auch der DAX. Und umgekehrt ging er auf Tauchstation, wenn der S&P 500 schwächelte sprich der Indikator auf Null ging. Globalisierung heißt demzufolge nicht zuletzt auch Verbundenheit der Aktienmärkte. Weniger freundlich könnte man auch sagen, Abhängigkeit. Wie auch immer, wenn man wissen möchte, wo der DAX hin tendiert, sollte man stets die Entwicklung des S&P 500 im Auge behalten.

* * *

Ein anderer Trendgedanke. „The trend is your friend“ ist eine altbekannte Börsenweisheit, wie wir wissen. In nicht einmal acht Wochen sind Bundestagswahlen und vieles deutet darauf hin, dass Frau Merkel, die politische Trendfolgerin par excellence, sie gewinnen wird. Adenauer, Schmidt, Kohl, Schröder – sie alle führten wie Frau Merkel vier Jahre eine kleine Koalition, sie alle bekamen vom Wähler eine zweite Amtszeit. Der Wirtschaft geht es ordentlich, die Steuereinnahmen sprudeln, der Kanzlerkandidat der Opposition versprüht den Charme eines Sachgebietsleiters, alles spricht somit für Frau Merkel. Das dumme ist nur, dass es Probleme gibt, die erst nach den Wahlen in vollem Umfang zum Tragen kommen werden. Da ist der bevorstehende Schuldenschnitt für Griechenland – der deutsche Steuerzahler wird mit 20 Milliarden dabei sein. Da ist die verrottende Infrastruktur – der Soli soll dorthin umgeleitet werden, wie Frau Merkel selbst dieser Tage vorschlug. Da ist die unklare Haltung in vielen Fragen. Das Interesse der Amerikaner am Nahen Osten zum Beispiel lässt merklich nach – gleichzeitig haben sie sich zum Erdölexporteur entwickelt. Die Russen sind dabei, ihren Einflussbereich auszudehnen, siehe Syrien. Wie reagiert Europa, wie Deutschland? In allen diesen Fragen wird man Farbe bekennen müssen. Nur dem Trend nachzulaufen hieße ins Desaster zu steuern. Überzeugungen sind gefragt. Und: Auf nichts reagiert das Publikum empfindlicher als darauf, wenn sich seine Erwartungen in Luft auflösen. Es straft diejenigen, die diese Erwartungen verkörpern. Ist es in solcher Zeit eigentlich erstrebenswert, zu regieren?

* * *

Noch ein Trendgedanke: Inflation drohe, sagen manche. Weil Rohstoffe wieder teurer werden, weil die Zinsen wieder ansteigen. Doch der wesentlichste Kostenblock bleibt dabei außen vor: die Personalkosten. Hier in Deutschland sind sie in den letzten Jahren kaum gestiegen, auch nicht in Amerika. Daher kommt ja zu einem guten Teil die günstige Wettbewerbsposition, denen die deutsche Wirtschaft ihre Exportüberschüsse verdankt. In Südeuropa sind die Löhne gestiegen, was zur dortigen Malaise beitrug. Nicht jedoch in Deutschland. Unter solchen Umständen kann Preisdruck kaum entstehen. Auch wird die Bevölkerung immer älter, sie spart immer mehr. Geld für Investitionen wäre also genug da, ablesbar an den rekordtiefen Zinsen. Aber es wird zu wenig investiert, weil es zu wenig Nachfrage gibt. Nachfrage heißt aber nicht Bedarf; der wäre durchaus da, siehe Infrastruktur. Warum nimmt man für die Infrastruktur kein Geld in die Hand? Sind wir nun ein wohlhabendes Land oder nicht? Oder wollen wir weiter Berlusconi und Konsorten alimentieren?

* * *

Zum Schluss noch ein Zitat: „Gerade das wiederholte Auftreten von Krisen in regelmäßigen Abständen trotz aller Warnungen der Vergangenheit schließt indessen die Vorstellung aus, ihre letzten Gründe in der Rücksichtslosigkeit einzelner zu suchen“(Karl Marx in der „New York Daily Tribune“, 1857, zitiert aus: Plumpe, Wirtschaftskrisen - Geschichte und Gegenwart).

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Börsenregeln reloaded V : The trend is your friend

Börsenregeln reloaded V : The trend is your friend

Ein Gastkommentar von Tokay

Von den zahlreichen Weisheiten, die unter Börsianern in Umlauf sind, ist die Regel „The trend is your friend“ zweifellos eine derjenigen, die besonders hoch im Kurs stehen. Schon Charles Dow, der Begründer der nach ihm benannten Dow-Theorie und zugleich einer der beiden Väter des Dow-Jones-Index, war auf der Suche nach Regeln, anhand derer man einen Wirtschaftsaufschwung erkennen könne. Mit der „Dow-Theory“, die besagt,, in den Aktienmarkt einzusteigen, wenn der Kursdurchschnitt nach oben tendiert, und auzusteigen, wenn die Kurse nach unten tendieren, ist Dow in die Börsengeschichte eingegangen.

Skeptiker halten dem entgegen, daß häufige Ein-und Ausstiege nur Kommissionen für den Finanzsektor generierten. Die vom Kursdurchschnitt gegebenen Signale seien außerdem vielfach unzuverlässig und deshalb eine Buy-and-Hold Strategie der Market Timing Strategie überlegen.

Wenn wir uns die vergangenen Jahre anschauen, dann sehen wir, dass der DAX war in diesem Zeitraum von höchst unterschiedlichen Trends geprägt war. Ein frühzeitiges Erkennen eines Trendwechsels wäre daher sehr lohnend gewesen:

DAX 02.01.2008 bis 30.04.2013

Machen wir einmal die Probe aufs Exempel und probieren eine trendbasierte Strategie und vergleichen sie mit „Buy and Hold“. Nehmen wir an, ein Investor verfügte am Jahresanfang 2008 über 100.000 Euro. Nehmen wir weiter an, es gäbe den DAX als Aktie, so daß ein DAX-Punkt einem Euro entspräche und daß die Bank pro Transaktion 0,5 Prozent des Transaktionswertes in Rechnung stellen würde.

Nun konstruieren wir zwei Fälle:

Der Investor wäre am Jahresanfang 2008 in den DAX eingestiegen. Nun hätte er gemäß der Dow-Theorie aufmerksam den 200-Tage-Durchschnitt beobachtet. Er hätte „den DAX“ verkauft, wenn der Index unter den 200-Tage-Durchschnitt gefallen wäre. Er hätte zu 100 Prozent Liquidität gehalten, solange „der DAX“ unter dem 200-Tage-Durchschnitt gelegen hätte und er wäre wieder eingestiegen, wenn er wieder über den 200-Tage-Durchschnitt gestiegen wäre. Er hätte außerdem darauf geachtet, nur dann aktiv zu werden, wenn der Index sich mindestens drei Tage hintereinander über oder unter der 200-Tage-Linie gehalten hätte. Darüber hinaus hätte er bei dem 200-Tage-Durchschnitt ein Prozent nach oben bzw. unten zugegeben, um die Anzahl der zufälligen Abweichungen zu verringern. Immerhin werden bei jeder Transaktion Gebühren fällig, die den Ertrag schmälern, was zu ordentlichen Summen führen kann. Auf diese Art und Weise hätte der Investor bis zum 30. April 2013 operiert.

Und im anderen Fall hätte der Investor Anfang 2008 „den DAX“ gekauft und ihn bis Ende April 2013 einfach behalten.

In der nachfolgenden Grafik erkennen wir,was aus den 100.000 Euro geworden wäre. Das Ergebnis ist äußerst beachtlich. Der Buy-and-Hold(BuH)-Investor hätte sein Kapital nicht mehren können, er hätte sogar einen kleinen Teil eingebüsst. Der Market Timer(MT) dagegen hätte bei Befolgung seiner relativ einfachen Kauf- und Verkaufsregeln in den betrachteten Fünf Jahren und drei Monaten über 44 Prozent hinzugewinnen können.

Kapitalkurve

Es lohnt sich, zu analysieren, wie dieser Gewinn zustande gekommen ist. Man erkennt, daß der Abstand vor allem dann gewachsen ist wenn die Kurse stark gesunken sind. In diesem Fall war der BuH-Investor im Markt, während der MT-Investor durch relativ frühzeitiges Erkennen des Abwärtstrends diesen vermeiden konnte. Darüber hinaus konnte der Market Timer mit seinem Kapital zu deutlich tieferen Kursen einsteigen und somit auch grössere Stückzahlen realisieren. Ihm kam außerdem zugute, daß die vorherrschenden Trends so eindeutig waren, daß nur wenige Fehlsignale entstanden. Dies war einmal wegen der insgesamt nicht sehr hohen Volatilität. Und zum anderen war das deswegen möglich, weil der 200-Tage-Durchschnitt statistisch wesentlich stabiler ist als kurzfristige gleitende Durchschnitte. Wenn der Markt effizient ist und die am Markt bekannten Informationen eingepreist sind, dann gilt dies erst recht, wenn man die Preisbewegungen von zweihundert Börsentagen betrachtet. Dies bringt es andererseits aber mit sich, daß Signale häufig erst verspätet erzeugt werden.

Zurück zu unserem Experiment, es wurden folgende Transaktionen getätigt:

Transaktionen

Dabei waren keineswegs alle Trades Gewinntrades; dreimal hat der MT mit Gewinn-, zweimal mit Verlust verkauft. Doch die Verluste hielten sich , wenn sie anfielen, sehr in Grenzen, wohingegen deutliche Zugewinne bei den Gewinntrades realisiert wurden. Diese Zugewinne resultierten außer durch Kurszuwächse pro Aktie auch durch Mengenzuwächse; denn das frühzeitig gesicherte Kapital konnte in diesem Fall aufgrund der stark gesunkenen Kurse für eine höhere Stückzahl eingesetzt werden. Man kann daraus generell ableiten, daß das Halten von Liquidität im Prinzip gleichbedeutend ist mit einer Spekulation auf fallende Kurse. Ein Gewinn entstand 2008-2013 vor allem daraus, wenn diese Spekulation sich bewahrheitete. Volkswirtschaftlich gesehen ist so etwas sehr problematisch; denn wenn die Investoren mehrheitlich weiter fallende Kurse bzw. Gewinne erwarten, dann werden sie auch dann nicht einsteigen, wenn sie ihre Investition günstig finanzieren könnten. Die keynesianische Wirtschaftstheorie bezeichnet dies als „Liquiditätsfalle“,die dann entsteht, wenn eine monetär expansive Entwicklung nicht auf die Realwirtschaft übergreift.

Kann man daraus ableiten, dass Market Timing grundsätzlich erfolgreicher ist als Buy and Hold? Nicht unbedingt. Denn in einer Seitwärtsphase würde das Überschreiten der 200-Tage-Linie zu einem Einstieg führen, aus dem dann leicht ein Verlust wird, wenn die Kurse die Gegenrichtung einschlagen. In sehr volatilen Märkten kommt es außerdem leicht zu Fehlsignalen. Zu Fehlsignalen kommt es auch eher, wenn man kürzerlaufende Trendlinien verwendet, die Verzögerung gegenüber der Marktentwicklung ist bei Kurzfristtrendlinien aber nicht so groß. Es mag banal klingen, aber in Marktphasen, die durch starke Trends gekennzeichnet sind, ist der Trend tatsächlich unser Freund – wenn wir ihn erkennen und befolgen, was er uns sagt.

Tokay

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Hewlett Packard (WKN: 851301) mit relativer Stärke im schwachen Markt

Gerade in Marktphasen wie aktuell, wo nach oben nicht so viel zu gewinnen ist, macht es Sinn sich nach Aktien umzuschauen, die relative Stärke zeigen und von aktueller Marktschwäche kaum betroffen sind.

Nun, mit dem IT Riesen Hewlett-Packard (WKN: 851301, HPQ) haben wir so eine Aktie. Inhaltlich muss ich zu HP wohl nichts sagen, jeder dürfte das Unternehmen zu Genüge kennen und auch das strategische Durcheinander unter ex CEO Leo Apotheker, das wesentlich zum Absturz beigetragen hat, dürften die meisten mitbekommen haben.

Wir haben den Rebound bei HP hier mehrfach besprochen, so am -> 06.02.13 <- und am -> 23.04.13 <-. Ich habe mir erlaubt im Tageschart seit Herbst 2012 die beiden Zeitpunkte mit einem Pfeil zu markieren. Wer seit dem 06.02.13 dabei war, ist nun 47% im Plus und das in 5 Monaten, ich habe schon schlechtere Trades gesehen.

Tageschart seit Herbst 2012:

HP Tag 03.07.13

Das aber die Reise zur Normalisierung der Bewertung keineswegs zu Ende sein muss, zeigt Ihnen der langfristigere Blick auf das Wochenchart seit 2009. Natürlich sind die einfachen Gewinne nun gemacht, aber die Aktie hat immer noch grossen Potential, wenn es gelingt dem Unternehmen wieder eine klare strategische Aufstellung zu geben. Und nun stellen Sie sich mal theoretisch vor, dass HP - nachdem die Aufräumarbeiten der vergangenen Verwirrungen vorbei sind - auch wieder ein Thema finden würde, das die Börse mit Phantasie honoriert. Wäre HP nicht zum Beispiel prädestiniert dafür, das Thema 3D Drucker in das Massengeschäft zu tragen ?

Wochenchart seit 2009:

HP Woche 03.07.13

Aber alles Spekulation, am Ende liegt die Wahrheit auf dem Platz und es zählt nur der Chart, in dem sich das reale Handeln aller Marktteilnehmer widerspiegelt. Reden ist demgegenüber billig, erst das investierte Geld zeigt die wahren Absichten. Und dieser Chart ist in einem klaren Aufwärtstrend und solange er andauert, ist der Trend unser Freund. Eine Freundschaft, die bei der HP Aktie das Potential hat, auch länger anzudauern.

Wer ein Investment nicht an der Trendlinie absichern will und der Aktie mehr Raum für Swings geben will, sollte das Korrekturtief vom 19.04.13 im Auge behalten. Wenn das nach unten durchschlagen werden sollte, stimmt mit der Geschichte des Wideraufstiegs von HP etwas nicht mehr und man sollte auf die Seite treten. Ansonsten aber haben wir hier eine Aktie, die auch in der derzeit schwierigen Marktphase relative Stärke zeigt und durch eine keineswegs übertriebene Bewertung abgesichert ist. Es gibt nach meiner Ansicht schlechtere Anlagen, die bei deutschen, privaten Anlegern merkwürdiger Weise beliebter sind. Mit fällt da zum Beispiel eine Aktie ein, die mit "C" beginnt. 😉

Vom Timing her kann man vielleicht noch ein bisschen warten, ich selber halte einen Test des Trends nun für möglich (wenn auch nicht sicher) und würde erst dann wieder aufsteigen, wenn dieser hält. Aber auch ein Schub zu neuen Hochs, würde von mir persönlich voraussichtlich als erneutes Kaufsignal betrachtet. Eine intensive Beobachtung ist die Aktie von HP aber alle mal wert !

Ihr Hari

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DAX-Ausblick auf 2014: Anstieg auf 10000 ?

DAX-Ausblick auf 2014: Anstieg auf 10000 ?
Ein Gastkommentar von Tokay

Vorhersagen sind schwierig, besonders solche, die die Zukunft betreffen, sagte einst Karl Valentin. Und auch im Forum von „sumerdigital“ haben wir kürzlich darüber diskutiert, ob Börsenprognosen Unsinn sind oder nicht. Es ist klar, dass es aufgrund der Komplexität der Märkte nicht möglich ist, diese seriös zu prognostizieren. Es ist aber mithilfe der technischen Analyse möglich, zu veranschaulichen, welche Kräfte auf den Markt einwirken, wie diese zusammenwirken, und man kann daraus seine Schlussfolgerungen ziehen.

Analysieren wir einmal anhand der folgenden DAX-Grafik, welche Kraftwirkungen es in der zurückliegenden Zeit gegeben hat:

DAX Projektion bis Herbst 2014

  • Wir befinden uns seit dem Frühjahr 2009 in einem Aufwärtstrend, der durch zwei äußere Linien markiert wird. Linie A markiert die obere Begrenzungslinie dieses Aufwärtstrends, Linie C die untere Begrenzungslinie dieses Trends. Sämtliche Bewegungen des DAX, die seither stattgefunden haben, ereigneten sich im Bereich zwischen diesen beiden Linien.
  • Seriöse Analytiker messen den „inneren Trend“ eines Marktes, indem sie möglichst viele Hoch- und Tiefpunkte miteinander verbinden. Mithilfe einer exponentiellen Regression ist es ebenfalls möglich, eine ähnliche Gerade zu konstruieren, welche die Abstände zwischen den Punkten des Beobachtungszeitraums minimiert(Methode der kleinsten Quadrate). Die Linie B bezeichnet die Linie des Exponentialtrends.
  • Aufgrund der Eurokrise sowie der Probleme mit der US-Staatsverschuldung schalteten die Märkte im Sommer 2011 in den Risk-on Modus. Das hatte starke Kurseinbrüche zur Folge. Dieser Modus wurde im Herbst 2011 wieder verlassen, und ein guter Teil der seitherigen Aufwärtsbewegung ist sicherlich als Aufholbewegung gegenüber den krisenbedingten Verlusten jenes Sommers zu interpretieren. Diese Aufholbewegung wurde entscheidend begünstigt durch die Geldpolitik der europäischen Zentralbank. Linie D kennzeichnet die untere Begrenzungslinie dieser dynamische Aufwärtsentwicklung.
  • Und schließlich gibt es noch die Linie E. Sie bezeichnet den Korrekturmodus, in den die Märkte verfallen, sobald die Zeichen auf „Risk on“ stehen. Dies kommt immer wieder vor, ist in letzter Zeit von kurzer Dauer.

Diese Kräfte dürften auch in der unmittelbaren Zukunft ihre Wirkung entfalten. Der Schnittpunkt der langfristigen Trendlinie A und der mittelfristigen Trendlinie D werden sich im Frühsommer dieses Jahres schneiden, und zwar in der Nähe von ca. 8.050 Punkten(Kreis mit Punkt a). Dementsprechend ist es gut vorstellbar, dass dieser Punkt a die obere Begrenzung der kurzfristigen Aufwärtsentwicklung darstellt, der DAX unter mehr oder weniger heftigem Rumoren weiter mäandert und ein Wechselspiel zwischen Aufwärts- und Abwärtsphasen nach bisherigem Muster stattfindet.

Aber wohin? Hier ist nun die Exponentialtrendgerade zu berücksichtigen, welche die langfristige Trenddynamik kennzeichnet. Zu beachten ist außerdem, dass Linie D weitaus dynamischer verläuft als die Exponentialgerade und diese wiederum sich dynamischer entwickelt als die äußeren Trendbegrenzungslinien. Selbstverständlich ist es möglich, dass die Kurse von diesem Pfad mehr oder weniger deutlich abweichen werden. Es ist jedoch durchaus wahrscheinlich, dass sie sich längerfristig gesehen auf die genannten Zielwerte hinbewegen.

Die Linie des Exponentialtrends wirkt zusammen mit der oberen Begrenzungslinie A der 2009er Hausse. Beide schneiden sich im Herbst 2014. bei etwa 8.500 DAX-Punkten bei dem eingezeichneten Kreis mit Punkt b. Dies ist die Zone, die der DAX wohl längerfristig ansteuern wird. Es fällt dann die Entscheidung darüber, ob es zu einer dynamischen Fortsetzung der Hausse kommt, der Markt in eine matte Seitwärtsbewegung übergeht, oder die Hausse gar ganz beendet ist.

Von einem DAX mit 10.000 kann daher in näherer Zukunft nicht die Rede sein. Es ist aber sehr gut möglich, dass nach Überwindung der Zielmarken eine solche Bewegung ins Haus steht. Bis dahin wird man aber voraussichtlich noch etwas Geduld haben müssen.

Tokay

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