Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Mit der Premium Mitgliedschaft habe ich auch die neue Funktion des "Setup-Monitors" eingeführt. Jeden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, präsentiere ich Ihnen dort eine Auswahl von 5-10 Setups für mögliche Trades oder Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf dem mittelfristigen Zeithorizont, Intraday Setups sind ebenso wenig Teil des Setup-Monitors, wie sehr langfristige Investitionen.

Da unsere Hirne als Anleger aber durch den permanenten Unfug der Prognosen und "heissen Tips" selbst ernannter Besitzer von Kristallkugeln leider etwas verseucht sind, erscheint es mir wichtig noch einmal zu erklären, was ein Setup ist und was es nicht ist. Welche Bedeutung es hat und warum man mit konsequentem Handeln auf Basis gut ausgewählter Setups eine positive Performance erzielen kann, selbst wenn ein grosser Prozentsatz der Setups nicht aufgeht - was völlig normal ist. Und ich will Ihnen das anhand eines der aktuellen Setups im Premium-Bereich, der Aktie des Agrarproduzenten Bunge (WKN 762269), beispielhaft darstellen.

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Marktupdate – 28.09.12 – Von DAX und Gold – Die wichtigen Lehren des Marktes

09:00 Uhr

Heute möchte ich ein paar Lehren aus dem gestrigen Tag ziehen. Sie haben den gestrigen, sehr spannenden Tag ja anhand meines Artikels und der "Live Tips" gut Schritt für Schritt nachvollziehen können. Und Sie bemerken sicher auch, dass ich einer der ganz Wenigen bin, die schon "vorher" mit einer Tendenz den Kopf heraus strecken, statt hinterher klug daher zu reden - was jeder kann.

Welche Schlüsse sollte man in meinen Augen aus dem gestrigen Tag ziehen ?

Markttechnik funktioniert !

Sie haben ja meine Prognose gestern gesehen und ich habe ja auch wieder die Skepsis bei vielen von Ihnen gespürt, weil ich damit gegen die "gefühlte" Situation stand. Auch in anderen Blogs war eher Verzweiflung ob der plötzlich schlechten Nachrichtenlage zu spüren. Verzweiflung und Ärger, die einem den Blick für die Chancen verstellt. Denn diese Emotionen sind immer prozyklisch und damit schon in den Kursen enthalten. Diese Emotionen sind der grösste Feind auf dem Weg zum Erfolg !

Aber wie vorhergesagt kam dann die Wende. Und sie kam genau aus den vorhergesagten Gründen und genau zum erwarteten Zeitpunkt. Schlechte Nachrichten wurde positiv gewertet, nicht weil sie positiver wurden, sondern weil der Markt nach Tagen der Schwäche nun positiv denken wollte. Und das konnte man an der Art wie der Markt auf die 14.30 Uhr Daten reagierte schon ablesen.

Wenn ich gestern also wieder auf den Punkt den Ablauf des Tages antizipierte habe, dann lag das nicht daran, dass ich eine Glaskugel habe. Es lag daran, dass ich rational die Fakten der Markttechnik zur Leitlinie meines Handelns gemacht habe, statt mich von Emotionen treiben zu lassen.

Nachrichten beeinflussen Kurse zwar, sie machen sie aber nicht. Ein Unterschied, den man unbedingt begreifen muss. Wer glaubt in die Richtung der Nachrichten traden zu können, wird ganz schnell arm werden. Denn Mr. Market antizipiert Nachrichten schon im Vorfeld. Was also zählt, ist nicht die Nachricht, sondern die schon eingepreisten Erwartungen im Angesicht der Nachricht.

Bauernregeln funktionieren !

Sie erinnern sich daran, dass ich an dem Reversal von Gold und Öl vorgestern Abend ein folgendes Reversal des Aktienmarktes festmachte ? Genau so ist es gekommen, ziemlich genau 24 Stunden nachdem Gold und Öl ihre Tiefststände sahen.

Der Vorlauf dieser beiden Assets bei Wenden im Markt ist eine klassische Bauernregel, empirisch aus Erfahrung bewiesen, aber nicht rational begründbar. Aber man tut gut daran, solche Regeln zu beachten - ganz pragmatisch so lange, bis sie nicht mehr funktionieren.

Übrigens: zu erkennen, dass beispielhaft Gold vorgestern eine bedeutende Wende hinlegte, ist keineswegs eine Geheimwissenschaft. Das hätten Sie problemlos auch gekonnt und massiv davon profitieren können. Schauen Sie mit mir doch mal auf das 30 Minuten Chart von Gold (XAUUSD):

Am späten Abend des 26.09.12, also vorgestern, habe ich meine beim "Swing High" vom 24.09. taktisch aufgelösten Positionen wieder gekauft und sogar noch oben drauf gelegt. Sie erinnern sich sicher an -> den <- Artikel vom 24.09.12.

Und jetzt frage ich Sie, wer sieht jetzt die Wende bei Gold ? Eben: nun wohl alle. 😉 Worauf sich die Frage anschliesst, warum Sie das nicht schon vorgestern Abend oder spätestens gestern Morgen gesehen haben und eingestiegen sind ? Möglicherweise weil Sie nicht so genau hingeschaut haben, sich aber statt dessen mit ihren Gefühlen, ihrer Angst und ihrer Gier, beschäftigt haben. Woraus sich wieder die Lehre ableitet, die ich hier gebetsmühlenartig mehrfach die Woche herunter leiere: Folgen Sie dem Markt !

Ich weiss, ich höre mich jetzt hier wie ein Oberlehrer an und die mag keiner mit ihrer Rechthaberei. Aber ich betreibe diesen Blog um Ihnen zu mehr Erfolg am Markt zu verhelfen. Und wenn Sie nicht aufhören zu raten und sich vom allgemeinen Sentiment prozyklisch beeinflussen zu lassen, wenn Sie nicht anfangen einfach dem Markt und seinen Signalen zu folgen, wird das nichts werden mit ihrem Erfolg ! Hier Süssholz zu raspeln, macht ihr Depot nicht dicker !

Topping Prozess oder Anlauf zu neuen Höchstständen ?

Keine Ahnung, beides ist möglich und man sollte gedanklich offen sein. Ich habe aus grundsätzlichen Überlegungen eine Tendenz für ein gutes 4. Quartal und einen Lauf zu neuen Höchstständen. Das ist aber definitiv keine Prognose, sondern nur die Wertung der Wahrscheinlichkeiten der mir im Moment vorliegenden Fakten. Und Fakten können sich ändern.

Es wird für mich wichtig sein zu sehen, wie der Markt auf die bald anstehende Quartalssaison reagiert um den Blick aufs Jahresende schärfer einstellen zu können. Eine gewisse Schwäche Mitte Oktober (im DAX durchaus bis knapp unter 7000) würde mich weder überraschen, noch meine grundlegende Sicht deswegen in Frage stellen.

Ist Gold und Silber schon zu weit gelaufen ?

Das könnte man meinen, wenn man die Gewinne sieht, die sich seit Juli kummuliert haben. Hier habe ich aber aufgrund diverser Analysen eher die gegenteilige Meinung. In meinen Augen war gestern Tag 1 eines neues Zyklus, der durch die seichte Korrektur mit dem folgenden "Swing-Low" von vorgestern seinen Abschluss fand.

Nun könnten uns möglicherweise mehrere Wochen starken Momentums im Sektor bevorstehen. Ein "heisser Herbst" sozusagen, was die Edelmetalle angeht. Ich bin seit vorgestern Abend im Sektor wieder massiv investiert und bin insbesondere bei 51 USD wieder massiv in den GDX gesprungen. Nun werde ich die Gewinne laufen lassen. Um das sicher zu stellen, werde ich die Stops weit entfernt lassen, selbst auf die Gefahr hin, dass ich am Ende einen guten Teil der Gewinne wieder verliere. Aber im Sektor erscheint mir das Risiko, einen massiven "Runaway-Move" zu verpassen nun höher. Und Sie wissen ja, Gewinne sollte man laufen lassen, nur Verluste müssen begrenzt werden !

Und jetzt geniessen Sie mit mir das Ende eines sehr guten Quartals. Anfang kommender Woche reviewen wir dann unsere Anfang Juli ausgewählten "Sommer Aktien". @ "Jacky", es wäre toll, wenn Du uns nach Handelsschluss mit den Daten zum Ende September versorgen könntest.

Nächste Woche werde ich dann auch noch etwas intensiver in das 4. Quartal hinein schauen. Ich wünsche einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

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Gold Swing High – 24.09.12 – Die kurzfristigen Folgen

15:00 Uhr

Ich habe hier mehrfach von einem "Swing-High" bei Gold gesprochen. Nun will ich Ihnen anhand des Stundencharts von Gold (XAUUSD) auch mal zeigen, was das bedeutet:

Sie sehen oben rechts im roten Kreis, das "Swing-High" vom Freitag. Eine dynamische Bewegung hoch in die Nähe von 1800 USD, die noch Intraday sofort wieder verkauft wird. Und deren Wende am Folgetag (Heute) bestätigt wird. Das ist ein "Swing-High". So eine Struktur impliziert in der Regel ein kurzfristiges Top, genauer gesagt eine kurzfristige Erschöpfung der Bullen.

Ganz typisch ist dann auch, dass der Kurs bis zur nächsten Unterstützung zurück fällt, bevor der Kurs dann wieder dem etablierten Trend folgt und einen neuen Anlauf auf die Marke nimmt. Diese Unterstützung sehen Sie in Form des grünen Kreises links unten, der die massive "Fahne" vom 13.09.12 markiert. Die "Fahne" ist das Niveau, das damals aggressiv gekauft wurde.

Ein Szenario wie mit den Pfeilen indiziert, hat daher eine relevante Wahrscheinlichkeit. Zunächst ein weiterer Rückgang Richtung 1720 USD, wobei klar sein sollte, dass der Kurs nicht zwingend so weit fallen muss. Es ist mehr eine Indikation des Potentials. Und dann eine folgende Rally bis 1800 USD und darüber hinaus.

Ein derartiger Ablauf würde übrigens perfekt in das mittelfristige Bild der Bullenflagge passen, das ich Ihnen -> hier <- am 18.09.12 skizziert habe. Lesen Sie den Artikel vielleicht noch einmal und schauen Sie, wo da der rote Pfeil ausläuft. 😉

Sollte Gold nun aber noch nicht einmal genügend Abwärtsdruck aufnehmen, um sich dem 1720er Bereich zu nähern, sollte man das sehr bullisch werten. Wenn Gold also heute im Laufe des Handels wieder hochläuft, werde ich nicht zögern, meine taktisch aufgelösten Positionen sofort wieder zu aktivieren !

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Kurzfristig Vorsicht bei Gold !

Was meine mittel- und langfristig sehr positive Ansicht zu Gold angeht, dürfte diese wohl hinlänglich bekannt sein.

Kurzfristig, mit einem Horizont von einigen Wochen, rate ich nun aber zu erhöhter Vorsicht !

Für diese Sicht gibt es mehrere Gründe:

1. Ab Ende Januar beginnt eine saisonal eher schwächere Phase für Gold, da die Käufe aus Indien und China zum Jahresende auslaufen.
2. Die Beruhigung an der Euro Front nimmt sicher noch etwas vom "Panik-Bonus" aus dem Goldpreis heraus.
3. Wir haben den im September 2011 begonnenen Abwärtstrend mit der Aufwärtsbewegung seit Jahresanfang nicht brechen können.
4. Gestern hatten wir trotz schwachem Dollar bei ca. 1660 USD Intraday ein "Swing High", sprich der Goldkurs hat deutlich die Richtung geändert und nach oben eine deutliche Fahne ausgebildet.
5. Wir sind gestern an der obigen Begrenzung des Bollinger Bandes angestossen.
6. Aus Sicht der Zyklentheorie steht bald ein Zyklustief an.
7. Wir waren gestern kurzfristig überkauft.

All diese Indikatoren und Warnlampen müssen nicht bedeuten, dass Gold nun zwingend wieder zurück kommt, zumal die unberechenbaren Headlines da ja auch noch ein Wörtchen mitreden. Auch steht auf der Habenseite für Gold nun ein deutlich negativeres Sentiment als zuletzt, dass gegen massive Abstürze spricht.

Aber es sind deutliche Warnzeichen, weswegen es in meinen Augen keinen Sinn macht, gerade in diesem Moment den Helden zu spielen was Gold angeht.

Es gibt aber auch keinen Grund nun in Panik zu verfallen und alles zu verkaufen. Dafür ist das Sentiment für Gold nicht positiv genug. Teilweise Gewinnmitnahmen bzw Absicherungen erscheinen mir also im Moment als die sinnvollste Strategie. Und dann einfach abwarten und bei besseren Kursen wieder reinspringen.

Sollte Gold in den nächsten Tagen durch irgend eine Nachricht doch den Abwärtstrend brechen, sieht die Welt natürlich wieder anders aus. Im schlimmsten Fall hätte man dann also ein paar Prozent des Anstieges verpasst, sich dafür aber gegen Verluste abgesichert.