Marktupdate – 21.06.12 – Plötzliche Schwäche im Markt

18:45 Uhr

Ehrlich gesagt, lässt mich die plötzliche massive Schwäche des Marktes etwas ratlos zurück. Ich habe diese nach dem vorherigen Tagesverlauf nicht kommen sehen und sehe im Moment auch nicht, was der Auslöser ist.

Im S&P500 haben wir nun sogar die Nackenlinie der Cup&Handle Formation im S&P500 durchbrochen. Diese sollten wir nun ganz schnell wieder zurück erobern, denn wenn uns das zum Schlussstand nicht gelingt, sind das keine guten Nachrichten.

Auf jeden Fall ist es mal wieder typisch für den fiesen Mr. Market, wie er mit eindrucksvoller Gelassenheit eine leichte FED Enttäuschung und auch einen schlechten Philly Fed Index erträgt, nur um dann ohne Vorwarnung in echten Korrekturmodus zu wechseln.

Was mich auch irritiert ist, dass das grosse POMO Kauf-Programm heute entweder noch nicht da war oder keine Wirkung entfalten konnte. Das ist gänzlich untypisch. Und wenn der Markt sich untypisch verhält, sollte man lieber ganz vorsichtig werden.

Einen Moment lang habe ich überlegt, dass der Markt auf die Nachricht reagiert, dass der Bundespräsident die Gesetze zum ESM auf Wunsch des BVG nicht vor dem 01.07. unterschreiben wird. Denn diese Nachricht fiel zeitlich mit dem Absturz zusammen. Aber diesen Gedanken habe ich verworfen, letztlich ist der 01.07. kein wirklich hartes Datum, da der ESM sowieso erst später seine echte Arbeit aufnehmen sollte.

Insofern bleibe ich im Moment etwas ratlos zurück und beobachte intensiv, wie sich der Markt nun im späten Handel verhält. Sollte nun keine Gegenbewegung kommen, würde das bei mir Warnlampen auslösen. Sie sehen, auch mir geht es manchmal so, dass ich etwas ratlos bin.

PS: Möglicherweise hat der Absturz mit Nachricht zu tun, obwohl ich den Inhalt jetzt auch nicht so überraschend finde.

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Marktupdate – 21.06.12 – Konsolidierung der Indizes, alarmistischer Unfug um Spanien

17:45 Uhr

Heute zum Markt nur ein kurzes Update.

Was wir bisher sehen, ist in meinen Augen gesunde Konsolidierung. In Anbetracht des um 16 Uhr veröffentlichten sehr schlechten Philly Fed Index kann man den Markt sogar als gelassen bezeichnen.

Auch der DAX macht heute einen starken Eindruck, er will sich so recht gar nicht von der 6400er Marke lösen, echter Abgabedruck ist nicht zu sehen. Viel spricht also dafür, dass der DAX in den nächsten Tagen einen ernsthaften Anlauf macht, die Wiederstandszone bis 6450 zu überwinden und einen Sprung Richtung 6600 in Angriff zu nehmen.

Vor wenigen Minuten hatten wir einen Test der Nackenlinie des bullischen Cup&Handle bei 1338 im S&P500. Wenn diese hält, ist das ein gutes Zeichen. Das POMO Kaufprogramm war wohl heute auch noch nicht aktiv.

Statt langen Worten zum Markt, heute ein paar ökonomisch-politische Gedanken meinerseits zu Spanien.

Als ich die Ergebnisse der heutigen spanischen Anleihenauktion sah - Spanien konnte sich bei der 5-Jahres-Auktion mit 6% neu refinanzieren und diese Auktion war dreifach überzeichnet - sprang mir auch wieder der Gedanke durch den Kopf, wie verzerrt die aktuelle Wahrnehmung in Medien und Öffentlichkeit ist. Denn 6% sind nur im Vergleich zu den glücklichen ersten Euro-Jahren viel. Langfristig sind das ganz normale Zinsen für das Land und vor dem Euro hat Spanien auch schon einmal 10% und mehr bezahlt und ist auch nicht Pleite gegangen.

Natürlich, da hatte Spanien auch eine eigene Währung und konnte die Anleihen mit frisch geschöpftem Notenbankgeld zurück zahlen, mir sind die Unterschiede wohlbewusst und mir ist auch klar, dass das Thema nicht ganz so simpel ist. Trotzdem ist der Vergleich geeignet die Perspektiven gerade zu rücken und zu zeigen, dass wir eigentlich nur eine Normalisierung der Bondrenditen für die südlichen Euro-Länder erleben. Hoch sehen sie nur im Vergleich zu wenigen Jahren im Euro aus, historisch sind sie nicht hoch, sondern ganz normal. Und genau diese ersten Jahre im Euro haben den PIGS einen geschenkten Wohlstand verschafft, dem keine wirklich Wertschöpfung gegenüber stand. Letztlich erzwingen die Anleihenmärkte nun nur eine Normalisierung.

Vor diesem Hintergrund sind Sätze wie im Handelsblatt nach dem Motto "Spanien und Italien können sich kaum noch am Markt refinanzieren" für mich alarmistischer Unfug, mit dem letztlich nur politische Umverteilungsinteressen der PIGS untermalt werden. Warum deutsche Redakteure das einfach nachplappern, erschliesst sich mir nicht. Denn bei einer dreifach überzeichneten Auktion ist Gerede von "nicht mehr refinanzieren können" wohl deutlich übertrieben, um es mal wohlwollend zu bezeichnen.

Letztlich bricht sich die ökonomische Realität halt Bahn und Mathematik lässt sich nicht bestechen. So war der kreditfinanzierten Boom der Binnenkonjunktur Spaniens in den ersten Euro-Jahren halt ein Luftschloss, er hat sich zwar gut angefühlt, war aber nicht angemessen. Dieser gefühlte Wohlstand war nie real erwirtschaftet.

Indirekt bezahlt wurde er im übrigen von deutschen Arbeitnehmern, die in dieser Zeit reale Einkommensverluste erlitten und zwar nicht wegen der "bösen" Politik eines Gerhard Schröder, sondern wegen der fiskalischen Effekte der Währungsunion, die Deutschlands Investitionsklima massiv schadeten. Nur deshalb wurde Deutschland, das schon vorher Exportmacht war, plötzlich zum "kranken Mann Europas", obwohl sich in Deutschland eigentlich gar nichts geändert hatte. Auch diese negative Wirkung des Euros auf Deutschland wird heute gerne unterschlagen, wenn das irreale Loblied auf die Bedeutung des Euros für Deutschland gesungen wird.

Und auch die deutsche Infrastruktur hat unter der Fehlallokation von Investitionen in südländischem Beton massiv gelitten, was wir am aktuellen Zustand der Strassen und anderer Bauten leicht nachvollziehen können, da Investitionsgelder eher in die Boomblasen flossen. Auch deutsche Anleger steckten ihr Geld via geschlossener Fonds dann in Investitionen in diese Länder und eben nicht in Deutschlands Infrastruktur. Erst jetzt, wo die Bürger in Deutschland versuchen jeden freien Euro in Beton umzuwandeln um einer Inflation oder Währungsreform zuvor zu kommen, wandelt sich das Bild, die Handwerker haben volle Auftragsbücher und die Investitionen boomen wieder. Denn auch für Investitionseuros gilt: sie können nur einmal ausgegeben werden.

Das der indirekte Wohlstandstransfer der deutschen Bevölkerung Richtung PIGS in den ersten Eurojahren keine Legende ist, kann man sehr leicht daran nachvollziehen, wie sich das durchschnittliche Vermögen der Deutschen und der Italiener oder Spanier in den ersten Eurojahren entwickelt hat. Da sieht man schnell, wer die Verlierer und wer die Gewinner waren. Auch heute liegt das durchschnittliche Geldvermögen (ohne Immobilien) der Italiener immer noch leicht höher, als das der Deutschen. Sehen Sie und staunen Sie, wer alles vor uns liegt. Wer sich vor diesen Realitäten nicht verschliesst, kann doch nicht mehr ernsthaft fordern, dass die einen die anderen retten sollen. Was ist das eigentlich für ein Verständnis von Solidarität ?

Insofern steckt für mich bei aller Kenntnis der schweren, strukturellen Probelem des Euros hinter dem aufgeregten Geschnatter um "untragbare Bondrenditen" auch eine Menge populistisches Kalkül der PIGS, mit dem die fiskalisch starken Länder weichgeklopft werden sollen. Denn auch wenn es wahrscheinlich einige Spanier und Italiener nicht hören wollen, ist die Realität ganz klar: das wirkliche Problem sind nicht die Kredite und die Verschuldung, sondern die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder. Und um diese am Weltmarkt wieder herzustellen, muss Spanien um 10-20% billiger werden, es gibt keinen anderen ökonomischen Weg, das Perpetuum Mobile wurde noch nicht erfunden.

Das aber geht nur auf zwei Arten: entweder, wenn man im Euro bleiben will, müssen die Arbeitskosten sinken und gleichzeitig die Produktivität steigen. Oder man steigt aus dem Euro aus und wertet die eigene Währung ab. Man hat die Wahl, es gibt keine anderen ökonomischen Alternativen. In beiden Fällen aber, verschwindet der Pseudowohlstand aus den ersten Eurojahren wieder, dass das in Spanien nicht beliebt ist, kann ich gut nachvollziehen. Warum andere das finanzieren sollen, aber auch nicht.

Insofern wird Spanien so oder so auf das Wohlstandsniveau der 90er Jahre zurück fallen. Alles andere sind Illusionen und so schlecht hat es sich in Spanien in den 90ern ja nun auch nicht gelebt. Und letztlich bestätigt das auch nur wieder eine sehr alte Weisheit:

"There is no free lunch !"

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Marktupdate – 19.06.12 – Bullische ETF Charts

18:00 Uhr

Ich mache heute mal ein kleines Experiment, ich zeige Ihnen aktuelle Charts Stand 18 Uhr mit bullischen Chartmustern, worum es sich handelt, sage ich erst hinterher. 😉

Es handelt sich durchweg um ETFs, die bullische Struktur ist also eine Aussage für ein ganzes Aktiensegment.

Weitere Kommentare meinerseits gibt es nicht, vielleicht bringt es Sie ja auf Ideen.

(1) Tageschart seit Jahresanfang in USD

Es handelt sich um den ETF XLE - Energy Select Sector SPDR - in dem die grossen US Energiewerte enthalten sind, also Chevron, Exxon & Co. Siehe .

(2) Tageschart seit Jahresanfang in USD

Das ist der S&P500 Future, mit seinem Kursziel 1400 ! Wenn die leichte FED Enttäuschung morgen kommen sollte, wäre das idealerweise ein Rücksetzer auf die Nackenlinie bei 1338, der das bullische Muster dann aber nicht ausser Kraft setzen würde.

(3) Wochenchart seit 2008 in EUR

Das ist der ETF "iShares MSCI Far East ex Japan" (WKN A0HGZS), der das süd-ost-asiatische Aktienuniversum der Bluechips - ohne Japan und Indien - abbildet. Grösste Einzelposition ist Samsung, siehe

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Hari´s Märkte am Abend – 15.06.12 – Fragen über Fragen

22 Uhr - Handelsschluss

Der Markt ist erstaunlich stark heute Abend, von Abgaben aus Angst vor dem Wochenende keine Spur. Scheinbar setzt sich Optimismus durch und die optimistische Haltung die ich zuletzt als "die Griechenland-Wahl bietet nun nur noch wenig negatives Überraschungspotential" beschrieb, scheint nun zum Marktkonsens zu mutieren.

Technisch ist die Cup&Handle Formation im S&P500 nun auch in Gang gesetzt. Eigentlich auch ein sehr positives Zeichen mit Kursziel 1400, eigentlich .... wenn das ein normaler Handelstag wäre und morgen auch normaler Handel wäre. Dann wäre ich heute auch schon massiv Long im S&P500 gegangen. Aber das ist kein normaler Tag heute und die Nackenlinie ist auch noch nicht weit genug weg um ein Fehlsignal völlig auszuschliessen.

Sie werden jetzt vielleicht erstaunt sein, aber mir gefällt dieser Optimismus des heutigen Abends nicht so richtig. Mehr Pessimismus und Gewinnmitnahmen aus Vorsicht vor dem Wochenende wären mir lieber, weil diese ein sauberes Long-Setup bedeuten würden. So wie der Markt sich heute verhält, steigt auch das Risiko einer Enttäuschung nun wieder.

Denn mit dieser Bewegung der letzten Stunde hin zu S&P500 1342 wurden sicher auch eine Reihe von Shorts wieder aus dem Markt gekegelt, die am Montag dann fehlen. Denn der Weg des geringsten Widerstands ist genau der, wo die Mehrheit nicht positioniert ist - das ist ja die ganze Perversion von Mr. Market.

Tim Knight von hat die Erwartung des Marktes sehr treffend so beschrieben: "It's pretty clear that bulls are anticipating a "heads I win, tails you lose" kind of week next week. If the Greek elections go against the bulls, then the central bankers will bail them out. If the Greek elections go with the bulls, well, that's a win for them too. We'll see."

Somit bleiben Fragen über Fragen die nicht zu beantworten sind. Sicher dürfte ein Sieg der radikalen Linken am Montag früh zunächst für Abgaben sorgen. Und ein Sieg der Nea Demokratia für eine Fortsetzung der heutigen Rally. Nur wie geht es dann weiter ?

Denn ganz typisch für Mr. Market wäre auch, dass er schon nach wenigen Stunden in die Gegenrichtung der ursprünglichen Bewegung losläuft. Ein Sieg der radikalen Linken wäre ja bei genauem Nachdenken vielleicht gar nicht so schlecht, weil er das Potential hat diese schwärende Wunde im Euro endlich heraus eitern zu lassen. Umgedreht bedeutet ein Sieg der Nea Demokratia doch nur, dass die Mitverantwortlichen für das ganze Elend und die Korruption des griechischen Staates erneut am Ruder sitzen und letztlich auch nicht die Schulden werden bedienen können.

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende ? Was wird Mr. Market mehr mögen ? Und über all dem schweben die Notenbanken mit ihren fiskalischen "dicken Bertas", mit denen sie schon vor Handelseröffnung am Montag das Bild völlig auf den Kopf stellen können.

Und um das Ganze zu verschlimmern, haben die nicht dementierten Berichte um Zentralbank-Interventionen die Erwartung an die FED Sitzung weiter erhöht. Der Markt geht nun davon aus, dass Bernanke am Mittwoch liefert. Ich möchte mir im Anbetracht dieser Erwartung lieber nicht vorstellen was passiert, wenn Bernanke enttäuscht. Einigermassen ruhig lässt mich nur die Erfahrung schlafen, dass sich die FED der Aussenwirkung ihrer Kommunikation wohl bewusst ist und diese in der Vergangenheit im Vorfeld von Weichenstellungen immer gut gemanaged hat. Insofern darf man hoffen, dass das auch dieses Mal der Fall ist und die grosse Enttäuschung ausbleibt.

Soweit die komplizierte Lage was die Markterwartungen angeht. Ich kann nur feststellen, dass ich im Gegensatz zu heute Morgen nach dem späten Handelsverlauf keinen Edge mehr habe, der mir erlaubt das Ergebnis mit Wahrscheinlichkeit zu prognostizieren. Und deshalb macht es auch keinen Sinn zusätzliches Kapital in die eine oder andere Richtung zu exponieren, meine Aufstellung bleibt wie zuletzt beschrieben. Ich bin nun wieder neutral und erwarte voller Demut und ohne Bias den Urteilsspruch des Marktes. Lassen wir uns überraschen, spannend wir die kommende Woche ganz sicher.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Marktupdate – 15.06.12 – Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung

10:15

Sie erinnern sich sicher an meinen -> Artikel zum S&P500 von Dienstag <-, in dem ich Ihnen die sich formierende Cup&Handle Formation im S&P500 nahe brachte. Diese ist um so bedeutender, als das rechnerische Kursziel der Formation bei ca. 1400 liegt, eine Aktivierung aufgrund Bruch der Nackenlinie, wäre also mit der potentiellen Rückkehr der Indizes zu den Jahreshöchstständen verbunden.

Wie ich Ihnen in meinen "Live Tips" schon gestern Abend nahe brachte, reagiert der Markt positiv auf die Signale, dass die Notenbanken bereit sind, am Montag massiv zu intervenieren falls notwendig. Eigentlich sollte das ja niemanden überraschen, denn wer mit klarem Verstand hat mit etwas anderem gerechnet ? Das Mr. Market trotzdem erleichtert auf diese Nachricht reagiert, zeigt mir, wie nervös und ängstlich die aktuelle Stimmung ist, was im Sinne des Sentiments eher ein positives Signal ist.

Ich möchte deshalb noch einmal in Erinnerung rufen, was ich Ihnen gestern im -> Strategieupdate <- schon sagte: die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Montag einen positiven Tag an den Börsen erleben, ist höher als das Gegenteil ! Das aktuelle Verhalten des Marktes bestätigt mir das Bild.

Sicher darf man nicht vergessen, dass heute in den US "Options Expiration" ist und man daher nicht jede Kursbewegung ernst nehmen darf. Und sicher ist davon auszugehen, dass im heutigen späten Handel wieder Gewinnmitnahmen einsetzen werden, weil sich niemand über das Wochenende exponieren will. Ich denke aber, die Griechenland-Wahl bietet nun nur noch wenig negatives Überraschungspotential, denn mit einem Sieg der radikalen Linken rechnet der Markt ja schon und auch ansonsten ist das Szenario rauf und runter durchdiskutiert. Eine Überraschung wäre eher das Gegenteil, ein überzeugender Sieg der Nea Demokratia, der den Börsen am Montag sicher helfen würde.

Bedenken Sie bitte auch, dass schon ab Montag Nachmittag die Griechenland-Wahl vom Radar des Marktes verschwunden sein dürfte und alle Augen nur noch auf die FED starren. Hier, bei der FED, besteht durchaus negatives Überraschungspotential, aber das ist ein Risiko, mit dem wir uns erst ab Dienstag Abend auseinander setzen müssen.

Vor diesem Hintergrund wird es bedeutend sein, ob es dem S&P500 heute nachhaltig gelingt die beschriebene Cup&Handle Formation in Bewegung zu setzen. Um die Nackenlinie zu brechen ist es notwendig, dass der S&P500 die 1338 nimmt, die Futures sind aktuell schon nahe dran. Allerdings reicht eine kurze Bewegung darüber nicht aus, wir müssen auch oberhalb 1338 schliessen. Sollte das gelingen und die Gewinnmitnahmen im späten Handel heute ausfallen, darf man das als ein positives Signal von Mr. Market werten, dann ist eine positive Erwartung von "Big Money" bestätigt.

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Marktupdate – 12.06.12 – Kursziel 1400 im S&P500 ?

17.30 Uhr

Heute haben wir ein klassisches Intraday-Reversal im S&P500. Während in der ersten Stunde die privaten Anleger die schlechte Stimmung von gestern durch weitere Verkaufsaufträge verarbeiteten, traten Punkt 16.30 Uhr die Kaufprogramme der "Big Boys" auf den Plan und liessen die Anleger ganz schlecht aussehen, die im frühen Handel mit Verlust verkauft hatten. Auch die POMO Operation der FED trug zur Rally bei.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie das immer wieder nach dem gleichen Muster abläuft. Vergessen Sie also nicht die Regel: laufen Sie nie in der ersten Handelsstunde der Stimmung des Vortages hinterher !

Mit dem heutigen Tag wurde die Cup&Handle Formation, die ich Ihnen schon gestern zeigte noch deutlicher sichtbar. Ein Grund für mich, diese Ihnen mal nicht auf Basis der Futures, sondern direkt auf dem S&P500 Index basierend zu zeigen. Der Unterschied liegt darin, dass die Futures längere Handelszeiten haben, so verschwindet die "Anomalie" der Spanien-"Rettung" im Kursbild fast völlig, wenn man sich wie unten den orginalen Index zur regulären Handelszeit ab 15.30 Uhr im Stundenchart (Kerze=1 Stunde) anschaut.

Diese Formation hat eine Nackenlinie bei ca. 1338, das bedeutet erst wenn diese Nackenlinie gebrochen wurde, ist die technische Formation auch bestätigt und aktiv, nicht vorher !

Das Besondere ist aber, dass das rechnerische Kursziel dieser Formation dann bei ca. 1400 im S&P500 liegen würde, was im DAX wohl 7000 bedeuten könnte. Es handelt sich also um eine sehr bedeutende Richtungsentscheidung ! Schaut man sich eine mögliche Ausprägung der rechten Schulter an, während also ein Szenario denkbar, in dem wir noch diese Woche die Schulter formen und am kommenden Montag nach der Griechenland-Wahl in Form einer Erleichterungsrally die 1338 nehmen. Das wäre dann der Auslöser einer grossen Sommer-Rally, die uns in den breiten Indizes bin in den Bereich der Höchststände bringen würde.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal mit einem gerne gemachten Missverständnis aufräumen. Diese sich bildende Cup&Handle Formation bedeutet aktuell gar nichts, sie vergrössert die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios mit keinem einzigen Prozent, ganz egal wie hübsch das Muster aktuell schon aussieht. Und auch der Wahlausgang am Sonntag und die Reaktion des Marktes am Montag werden dadurch in ihren Wahrscheinlichkeiten nicht beeinflusst. Es bleibt also dabei, dass die Richtung des Marktes ab Montag völlig offen ist !

Man muss diese sich bildenden Muster vielmehr anders herum lesen: WENN sich das Muster durch Bruch der Nackenlinie vollendet, DANN ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass wir auch bis 1400 im S&P500 hoch laufen. WENN -> DANN, vergessen Sie das nie ! Solche sich bildenden Muster sind erst dann relevant, wenn sie vollzogen und damit aktiviert sind.

Und die Relevanz entsteht unter anderem daraus, dass die Algos derartige Muster traden. Das ist eine Art selbsterfüllende Prophezeihung, wenn alle nach Bruch der Nackenlinie auf die Bewegung bis 1400 setzen, dann kommt sie auch, weil das Geld dafür in den Markt fliesst.

Die richtige technische Strategie in Anbetracht dieser Möglichkeit ist nun also nicht, jetzt rein auf Hoffnung darauf zu setzen, dass sich diese Formation vollendet. Das wäre blindes Raten und es kann ebenso sein, dass die Formation schon morgen negiert wird.

Richtig wäre vielmehr, sobald die 1338 durchschlagen und die Formation aktiv ist, ohne zu Zögern auf die restlichen 60 Punkte (oder 5%) hoch bis 1400 zu wetten. Und das gut abgesichert mit einem Stop bei ca. 1330, falls die Formation dann doch zusammenbricht. Das ist dann ein Trade mit einem positiven Chance/Risiko Verhältnis und mehr kann man im Markt nicht erreichen, Sicherheit ist eine Illusion.

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Marktupdate – S&P500 Umkehrformation

22 Uhr - Handelsschluss

Sie haben meine Meinung zu den politischen Geschehnissen in Europa heute ja zu Genüge lesen können. Und das der heutige Abverkauf nicht gerade das Zeichen von besonderer Überzeugung des Marktes war, ist wohl offensichtlich und braucht nicht weiter erklärt zu werden.

Trotzdem sollten wir mal ganz ohne Bias auf den Chart des Leitindex S&P500 schauen. Und da sehen wir, dass die Cup&Handle Formation keineswegs invalidiert ist. Genau genommen kann man die "Spanien-Rettung" als eine Anomalie interpretieren, die heute wieder bereinigt wurde. Es könnte sein, dass sich der rechte "Henkel" gerade formt.

Insofern ist Polen noch nicht verloren und wir sind auch immer noch über der 200 Tage Linie im S&P500 ! Interpretieren Sie also meine frustrierte und wütende Sicht auf unsere Politik bitte nicht als eine grundlegend negative Marktsicht für die kommenden Tage !

Ich bin, was den Markt angeht, immer noch neutral und rechne diese Woche zwar mit Hin- und Her, aber keiner Entscheidung über die grosse weitere Richtung. Diese Entscheidung dürfte erst die kommende Woche, mit Griechenland-Wahl und FED Sitzung bringen ! Ich denke die kommende Woche wird den Trend des Sommers an den Börsen bestimmen.

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Hari´s Märkte am Abend – 08.06.12 – DAX sucht Richtung, sumerdigital mit Live-Tips

22 Uhr - Handelsschluss

Am frühen Morgen war ich heute mit DAX-Shorts im Markt, weil ich davon ausging, dass wir heute unter 6000 schauen würden. Zunächst entwickelte sich der Markt auch wie erwartet, die Short waren gut im Plus. Dann kamen aber immer mehr Gerüchte und Nachrichten die nahelegten, dass Spanien doch unter den Rettungsschirm schlüpfen wird.

Das stabilisierte dann die Indizes, da damit die grösste Angst vor Bankpleiten erst einmal abflaute. Während die Banken am frühen Morgen noch massiv im Minus waren, konnte der Sektor sein Minus dann im weiteren Handelsverlauf reduzieren. Trotzdem wirkte die Enttäuschung über Bernanke noch deutlich nach, konjunktursensible Titel kamen den ganzen Tage nicht so richtig in die Gänge. Meine Shorts wurden durch Stops dann mit minimalen Gewinnen vom Tisch genommen, die Zeit danach war der Markt eher richtungslos und ohne Überzeugung unterwegs.

Bemerkenswert fand ich heute den französischen Umweltdienstleister Veolia (WKN 501451), der nach einem sehr positiven Kommentar von Barcleys im schwachen Markt deutlich im Plus war. Diese Stärke war aber auch schon die letzten Tage zu bemerken, es scheint so, als ob die Kurse um 9€ die letzten Freitag aufgerufen wurden, eine hervorragende Kaufgelegenheit waren. Das ich Veolia gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt bin, dürfte nach diversen Artikeln ja bekannt sein.

Darüber hinaus war es eher ein ruhiger Tag, an dem sich Mr. Market nicht so richtig entscheiden konnte. Auch Gold und die Goldminen robbten sich wieder etwas hoch, hier bin ich aber noch nicht überzeugt, ob nicht noch ein weiterer Schwall nach unten kommt, mein Chart von gestern mit dem "Stern" für den GDX gilt unverändert. Ich lasse mich natürlich auch gerne vom Gegenteil überzeugen, da ich weiter Long im Sektor bin und eher davon ausgehe, dass wir den Boden schon gesehen haben.

Für das grosse Bild im DAX will ich daher nur noch einmal das Tageschart zeigen. Sie sehen schnell, dass wir immer noch voll im Abwärtstrend sind und die Aussagen von gestern unverändert weiter gelten. Ich sehe eine Chance Anfang nächster Woche weiter zu steigen und die 200 Tage Linie erneut zu testen. Je näher wir den Griechenland-Wahlen kommen, desto eher rechne ich aber wieder mit Gewinnmitnahmen der Marktteilnehmer aus reiner Vorsicht. Die grossen Trends müssen wohl noch bis nach den Wahlen warten, wenn nicht seitens der Politik und Notenbanken doch noch Bedeutendes in der kommenden Woche passiert.

Ich möchte daher die Gelegenheit des ruhigen Tages nutzen, Ihnen anhand des aktuellen Charts des S&P500 ein wichtiges Konzept der technischen Analyse nahe zu bringen: die Divergenz. Ich habe diesen Begriff schon öfters genutzt und ich bin sicher, viele der weniger erfahrenen Leser wissen damit nicht so richtig etwas anzufangen. Ich werde im Folgenden aber auch nicht das ganze Konzept erklären, das übersteigt einen solchen Blogeintrag und haben andere schon so gut gemacht, dass ich es nicht besser könnte. Ich möchte Ihnen aber einfach einen konkreten Anstoss geben, dazu selber zu lesen und zu forschen, denn das Konzept hat hohe Bedeutung !

Der Anstoss soll mein "Geheimnis" sein, warum ich Anfang der Woche sozusagen "auf den Punkt" bullisch wurde, nachdem ich Wochen vorher ja immer zu einer bärischen Sicht neigte. Dafür war natürlich nicht nur ein Kriterium ausschlaggebend, wie ich schon mehrfach schrieb, brauche ich mehrere unterschiedliche Signale in die gleiche Richtung um ein profitables Setup zu identifizieren - und ausserdem brauche ich ja auch noch Futter für weitere Artikel. 😉

Aber ein wichtiges Signal für eine Wende am Markt, war schon Ende letzter Woche eine deutliche Divergenz zwischen der relativen Stärke (RSI) und dem Kursverlauf des S&P500.

Schauen Sie mal auf den Tages-Chart des S&P500:

Sie sehen, dass der Kurs des S&P500 Ende letzter Woche ein neues Tief produzierte und unter den 200er Moving Average fiel. Gleichzeitig produzierte der RSI aber ein höheres Tief ! Das nennt man eine "bullische Divergenz" und ist ein bedeutendes Signal, weil es bedeutet umgangssprachlich, dass der Markt unter der Oberfläche mehr Stärke aufbaut, als an der Oberfläche im Kurs zu sehen ist. Die präzise Definition des RSI können Sie leicht an anderer Stelle nachlesen.

"Divergenz" im Zusammenhang der technischen Analyse bedeutet also, dass man Indikatoren hat, die den Schluss nahe legen, dass "unter der Decke" anderes im Gange ist, als sich an der Oberfläche des Marktes dem schnellen Blick zeigt.

So eine Divergenz ist keine Garantie, sie kann durch andere Faktoren überlagert oder ausser Kraft gesetzt werden. Sie ist aber ein bedeutender Hinweis. Wenn dazu dann wie letzte Woche extrem negatives Sentiment, abnehmende Marktbreite bei den Aktien die neue Tiefs produzieren, Buying on Weekness Signale im Moneyflow, usw. usw. kommen, produziert das eine gute Wahrscheinlichkeit (keine Garantie) für eine Trendwende. Im DAX war diese Divergenz so nicht da, aber im Zweifel setzt der Leitindex S&P500 die entscheidenden Signale für das grosse Bild der Märkte.

Übrigens, wenn Sie auf den Chart schauen, sehen Sie vielleicht auch die deutlich bärische Divergenz der beiden grossen Hochs im März und April. Der RSI war im April schon weit tiefer, als er hätte sein dürfen, das indizierte den weiteren Absturz. Falls Sie das Konzept noch nicht kannten, hoffe ich, dass Sie nun genügend beeindruckt von der Vorhersagekraft sind, um sich damit weiter zu beschäftigen.

Erfolg an den Börsen ist einfach ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten einer prinzipiell unbestimmten Zukunft - ohne den kleinsten Hauch einer Garantie. Jeder der etwas anderes behauptet und im Zusammenhang mit Mr. Market von "Sicherheit" schwafelt, steht unter dem dringenden Verdacht, nur an Ihr Geld zu wollen.

Aber das war Anfang der Woche eindeutig ein richtig profitables Setup mit gutem Chance/Risiko Verhältnis und deshalb wurde ich optimistisch. Was an Nachrichten in den Medien stand, war für diese Erwartung völlig irrelevant, hätte ich mich daran gehalten, hätte ich bis über beide Ohren in Shorts stecken müssen und wäre übel rasiert worden. 😉

Nächste Woche dürfte dann an den Börsen eine Übergangswoche hin zu den wichtigen Wahlen in Frankreich und Griechenland sein. Der Markt dürfte besonders aufmerksam auf die Umfragen starren und ein Wechsel zwischen Hoffen und Bangen ist somit fast garantiert. Erholen wir uns daher nun, wir werden nächste Woche wohl Kraft brauchen.

Zum Abschluss erneut ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie rechts oben in den Blog schauen, ist Ihnen vielleicht schon die Rubrik "Hari´s Live Tips" aufgefallen. 😉

In Zukunft gilt: wenn mir am Handelstag etwas besonderes auffällt, das ich für bemerkenswert halte, werde ich Top-aktuell und Live dort einen kurzen Hinweis einstellen, oft auch mit Link !

Erwarten Sie aber bitte nicht, dass ich hier das normale Börsengeschehen kommentiere, welches sie auch selber in jedem normalen Börsentool und auf den bekannten Nachrichtenseiten nachvollziehen können. Was ich hier verlinke, soll Mehrwert abseits des Offensichtlichen darstellen. Die bisherigen Tips sind daher auch nur Testeinträge, erst ab nächster Woche geht es richtig los und mehr als 5-10 Tips pro Tag werden es sicher nicht, eher weniger. Ich hoffe, für Sie wird sumerdigital dadurch noch spannender und aktueller und ich hoffe auch, Sie freuen sich über diese neue Funktionalität. 🙂

Übrigens, sobald ich dafür die technischen Grundlagen habe, werden diese (und andere neue) Funktionalitäten nur noch für aktive und damit registrierte Leser sichtbar sein. Ich will damit den Community-Gedanken fördern und den Lesern einen Vorteil verschaffen, die sich hier auch selber einbringen oder zumindest registrieren. Der bisherige Inhalt des Blogs mit seinen Artikeln und Kommentaren bleibt bis auf weiteres für jedermann sichtbar.

Ab nächste Woche geht es los, ich bin gespannt, wie sich das entwickelt !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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