Gastkommentar – S&P500 oder das Phänomen der Zeit

Der S&P500 oder das Phänomen der Zeit - Ein Gastartikel von Johann

Spannende Tage liegen hinter uns und die Kommentare von Hari bzgl. Chartbild S&P500 waren sicherlich sehr hilfreich in den turbulenten Stunden seit Wahlentscheid in USA. Nun habe ich mir selber ein paar Gedanken gemacht; diese aber auf einer anderen Zeitebene.

Mit „meinen Chartanalyse-Methoden“ habe ich mir den S&P500 auf Wochenchartbasis in den letzten 3 Jahren angesehen.

S&P500

Und sehe noch einen schönen, immer noch gültigen Aufwärtstrend mit jeweils höheren Hochs und höheren Tiefs seit Mitte 2011. Erstmals kritisch wurde es auf Wochensicht seit Mai am 12. Oktober, da der Wochenschluss unterhalb des GD10 liegt. Die nächste Woche hat dies am 19.10. bestätigt und zeigt eine „sehr schöne abverkaufte Kerze“. (Am 22.10. damit eigentlich ein idealer Zeitpunkt, selbst für kurzfristig orientierte Trader, short zu gehen, der aus einem „längerfristig geltenden Signal“ generiert wurde). Und exakt seit diesem Zeitraum tritt die GD10-Linie als sehr starke obere Widerstandslinie auf.

Bei 1360 treffen sich nun in meiner Analyse ein längerer gleitender Durchschnitt (GD52) sowie die unterste Linie einer Envelope. Das würde ich mal als starke Wiederstandszone interpretieren. Besonders auch unter dem Aspekt, dass bei 1345 das 61% FiboRT nochmals unterstützend helfen könnte! Was mir noch aufgefallen ist: auf Wochenbasis gibt es keine SKS (wie wir sie hier in den letzten Tagen ausführlich diskutierten).

Meine heutigen Schlussfolgerungen: ich bin etwas längerfristiger orientiert und daher im Moment noch nicht beunruhigt. Schließt der S&P500 auf Wochenbasis unter 1315 werde ich aber eine Short-Position eröffnen, weil dann dort auch das 76 FiboRT „als letztes Hindernis gefallen ist“. Der Stopp nach oben ist klar ersichtlich und daher wird das Risiko dieses Trades eigentlich sehr klein sein.

Besonders spannend in diesem Zusammenhang finde ich jetzt aber die Frage (und damit verbunden hoffentlich zahlreiche Kommentare), inwieweit sich in politisch beeinflussten Börsenzeiten überhaupt eine tägliche Analyse empfiehlt und man nicht vielleicht sogar Gefahr läuft, zum Spielball von Mr. Market (und zum Nervenbündel) zu werden?

Und dennoch beunruhigt mich irgendwie die von Hari aufgezeigte SKS auf kurze Sicht! (… ich scheine auch schon manisch depressiv zu werden wie Mr. Market… 😉 )

Möge mir Mr. Market die Kraft geben, nach meiner eigenen Strategie zu handeln und ruhig zu bleiben, sollten wir im Tageschart „an der 1314 kratzen“ 😉

Liebe Grüße
Johann

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Marktupdate – 09.11.12 – DAX mit relativer Stärke !

Nachdem wir im -> gestrigen Artikel <- zum Abend einen intensiven Blick auf den Leitindex S&P500 geworfen haben, hat sich der Index ja bisher - Stand 21.30 Uhr - genau wie skizziert entwickelt.

Der Bounce ist auf den Punkt gekommen und zwar startete er bei einem S&P500 Future Tiefstand von 1366 um 14.15 Uhr. Nach "Lehrbuch" lief er dann ebenso bis an die Unterkante der Nackenlinie der skizzierten Schulter-Kopf-Schulter Formation bei 1390. Dort ging dann nicht unerwartet die Kraft aus und zum Zeitpunkt dieses Artikels notieren wir wieder bei 1380. Der S&P500 hat den gestern skizzierten Ablauf also perfekt abgearbeitet.

Ich möchte ganz klar festhalten, dass wir damit bisher alle Inkredenzien einer klassischen und massiven SKS-Formation im S&P 500 haben. Das Kursziel im Bereich 1300-1320 hat nun also eine hohe Wahrscheinlichkeit !

Natürlich kann es immer anders kommen, denn die Marktstrukturen können jederzeit durch exogene Nachrichten oder Ereignisse verändert werden. Lassen Sie am Wochenende Nachrichten über den Ticker laufen, nachdem beide Parteien in Sachen "Fiscal Cliff" Kompromisssignale senden und wir eröffnen am Montag oberhalb 1400 im S&P 500.

Trotzdem wäre es nach meiner Erfahrung ein Fehler, diese real vorhandenen Marktstrukturen zu ignorieren und sich gegen den Markt zu stellen. Viele Signale - insbesondere die Schwächlichkeit des heutigen Bounce - signalisieren tiefere Kurse im S&P500 voraus. Und das ist Realität. Die Spekulation auf irgendwelche Nachrichten ist dagegen nur blinde Spekulation.

Wer bullische Erwartungen hat, tut nach meiner Erfahrung nun gut daran abzuwarten, bis der Markt selber gezeigt hat, dass er nun doch drehen will. Dazu bräuchte es als Minimum einen überzeugenden Bruch der 1390 nach oben. Noch besser aber einen Bruch der 1410, wo man eine angedeutete Trendlinie zeichnen könnte. Oder um ganz sicher zu gehen, ein Bruch des letzten Hochs der rechten Schulter bei 1435. Das ist noch ein weiter Weg zu gehen, aber erst dann hätten die Bullen eindeutig wieder die Kontrolle !

Soweit dazu, heute soll aber im Vergleich mal der DAX das Thema des Abends sein. Denn auch wenn sich dieser in keinem Fall den Bewegungen des Leitindex S&P500 entziehen kann, zeigt er doch im Vergleich eine grosse relative Stärke. Schauen Sie selbst auf das Tageschart seit Februar diesen Jahres und vergleichen Sie mit dem Tageschart des S&P500 von gestern.

DAX

Sie sehen, dass der DAX einen sehr geordneten Rückgang bis zum ersten Fibonacci Retracement hin gelegt hat, den man mit gutem Willen als Bullenflagge interpretieren kann. Ich würde die Formation aber eher als einen eindrucksvollen "Descending Broadening Wedge" interpretieren, so wie ich das Ihnen im Chart eingezeichnet habe. Und wenn Sie mit dem Chart des S&P500 vergleichen, sehen Sie auch, dass der starke Absturz des S&P500 der letzten Tage im DAX nicht in dem Umfang nachvollzogen wurde.

Jetzt werden Sie sicher wissen wollen, was das für eine Chartformation ist und da hilft wie immer ein Blick zum Pattern-Papst , der auch in meinen "Hilfreichen Links" vertreten ist. Aber auch hier wird das Prinzip gut erläutert: ".

Und wissen Sie was das Schöne ist ? Diese Formation hat eine weit höhere statistische Wahrscheinlichkeit für eine Auflösung nach oben als nach unten ! Nach Bulkowski liegt die Ausbruchswahrscheinlichkeit nach oben bei 79%. Das ist doch mal ein Wort, oder ? 😉

Der DAX hat also die Chance, den weiteren Absturz des S&P500 in Form eines immer weiter aufgehenden Wedge zu kompensieren, um dann letztlich irgendwann (auch Jahresendrally genannt ;-)) nach oben auszubrechen.

Ich hatte schon mehrfach gesagt, es scheint als ob die europäischen Aktienmärkte nun zunehmend der Ort sind, an dem man investiert sein muss. Die über ein Jahr seit Mitte 2011 andauernde Überperformance der US Indizes, scheint langsam dem Ende entgegen zu gehen.

Auch wenn der Leitindex S&P500 aktuell wirklich nicht gut aussieht, ist Polen also noch nicht verloren und die Jahresendrally noch keineswegs von der Tagesordnung ! Wenn es nun wieder vermehrt Stimmen gibt, die eine derartige Rally verneinen, betrachte ich das eher als positives Zeichen eines zunehmend negativ werdenden Sentiments.

Nehmen wir also mal theoretisch an, der S&P 500 liefe in den kommenden 2 Wochen durchaus herab bis in die Zone 1300-1320 und würde die SKS-Formation vollenden. Übertragen auf den "descending broadening Wedge" des DAX, würde das einen erneuten Rückgang bis knapp unter 7000 bedeuten, dem sich dann der Ausbruch nach oben zum Jahresende anschliesst. Nicht die schlechtesten Aussichten !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Marktupdate – 08.11.12 – S&P 500: folgt nun der Absturz bis fast 1300 ?

Ich weiss, ich habe heute sehr viel geschrieben und hatte vor allem noch nie so viel Live-Tips wie heute. Aber es war ja auch ein bedeutender Tag im S&P 500, der geradezu danach schreit, nach Handelsschluss der Wallstreet in eine grössere Perspektive gestellt zu werden.

Deshalb folgt nun noch ein kleine Nachtschicht meinerseits. 😉

Schauen Sie also mit mir auf den Tages-Chart des S&P 500 seit Frühjahr diesen Jahres, mit der nun bekannten Schulter-Kopf-Schulter Formation. Dieses mal habe ich das Fibonacci-Grid hinterlegt und dafür die Nackenlinie weggelassen, um nicht mit zu vielen Linien zu verwirren.

Abgesehen davon ist die Position der Nackenlinie dieses mal nicht ganz eindeutig und etwas Geschmackssache. Ich kann das rechnerische Potential-Ziel (measured Move) der Formation daher auch nur grob im Bereich 1300-1320 verorten.

S&P 500 081112

Sie wissen aus meinen Live-Tips, dass wir heute mit 1377 geschlossen haben und die SKS Formation damit aktiviert wurde. Weiterhin haben wir die 200-Tage-Linie in den letzten Handelsminuten gebrochen. In Summe ein ziemlich klares Signal für weiter fallende Kurse.

Auf der Habenseite steht nun aber der zweite Tag, an dem wir ein mittelgrosses "Buying on Weakness" im ETF SPY hatten. Das bedeutet, dass "Big Money" diesen Rückgang teilweise kauft. Und wir sind nun technisch sehr überverkauft. Ein Bounce ist nun nach der Gummibandtheorie wahrscheinlich geworden.

Wie passt das zusammen werden Sie sich fragen ? Und was ist mit der Jahresendrally ?

Nun, die Jahresendrally kann auch erst Anfang Dezember starten. Das war schon öfter so. Und das Problem der Wahl ist doch, dass sie die erhoffte Klarheit nicht gebracht hat. Letztlich sind die politischen Mehrheitsverhältnisse wie vor der Wahl. Eine Jahresendrally dürfte also ziemlich eindeutig mit der Entwicklung in Sachen "Fiscal Cliff" gekoppelt sein. Der Tag, an dem sich zu dem Thema eine Einigung abzeichnet, dürfte eine gewaltige Rally sehen.

Und bis dahin ist es keineswegs unmöglich, dass der Index vorher noch die SKS Formation bis ca. 1315 vollendet. Für eine mögliche Jahresendrally, die durch eine Lösung im Haushaltskonflikt ausgelöst würde, wäre das natürlich ein besonders explosives Szenario.

Insofern schauen Sie noch einmal auf den Chart, in dem ich ein für mich gut vorstellbares Szenario eingezeichnet habe. Morgen käme in dem Szenario noch anfängliche Schwäche, die uns bis zum 50er Fibonacci Retracement bei 1370 treiben würde, vielleicht auch die noch offenen Gaps bei 1360 und 1365 schliesst. Dann dürfte der Markt so überverkauft sein, dass es für einen deutlichen Bounce reichen sollte. Die Buying on Weakness Signale im SPY sind selten ohne Auswirkung, eine nachhaltige Wende können sie aber nicht garantieren, ein paar gute Tage sind aber schon drin.

Dieser Bounce könnte dann typischerweise die Nackenlinie der SKS bei ca. 1390 noch einmal von unten testen. Und dann geht es entweder doch nach oben durch (grüner Strich), oder aus heutiger Sicht wahrscheinlicher runter bis zum rechnerischen Ziel bei ca. 1315 (roter Strich).

Wer jetzt aber einfach einen simplen Strich nach unten erwartet, liegt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder falsch und wird im Hin- und Her aufgerieben werden. So einfach funktioniert der Bruch einer Nackenlinie einfach nicht. Schauen Sie doch einfach mal die Sägezahnbewegung beim Aufstieg seit Juni an, dann wissen Sie was uns erwartet. Jetzt sind Abstürze immer schneller als Anstiege, aber ohne ein oder zwei wildes Swings nach oben, gehen auch grosse Abstürze so gut wie nie ab !

Das führt zu der witzigen Lage, dass nun die Tendenz des Marktes nach unten zeigt, eine massive Shortposition im Moment aber sehr riskant ist. Wenn dagegen der Markt sich wieder von unten (in einem Bounce) der Nackenlinie nähert, *dann* ist eine Short Position viel attraktiver, da nun ein naher Stop oberhalb der Nackenlinie möglich ist, der das Verlustpotential begrenzt. Das wäre dann ein attraktives Setup mit gutem Chance/Risiko Verhältnis. Wer also nun denkt, nach Bruch der Nackenlinie sei alles nun simpel, sollte unbedingt lernen, so wie der manisch depressive Mr. Market um die Ecke zu denken.

Deshalb nochmal in aller Deutlichkeit. Jetzt Short zu gehen erscheint mir persönlich - Stand heute Abend - eher prozyklisch und nicht unbedingt klug ! Aber das grosse Bild sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Die gute Short-Gelegenheit kommt möglicherweise nach einem eher schwächlichen Bounce. Denken Sie mal zurück, als ich diese SKS schon einmal zeigte. Das war *bevor* sich die rechte Schulter ausformte. Die gute Short-Gelegenheit war auch da die rechte Schulter, nicht unbedingt jetzt !

Was das Szenario für den DAX bedeuten würde, dürfte regelmässigen Lesern von sumerdigital.de klar sein. Der zeigt zwar im Moment relative Stärke zu den US Indizes, kann sich aber einer starken Bewegung des Leitindex S&P500 mit Sicherheit nicht substantiell entziehen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht und morgen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Kurzkommentar – 07.11.12 – Schulter-Kopf-Schulter Formation im S&P500 ?

Da ist sie, die üble Schulter-Kopf-Schulter Formation im S&P500, von der ich schon seit einiger Zeit spreche:

Es ist noch zu früh diese auszurufen, aber wir sind kurz davor, weil im Bereich der Nackenlinie. Und das theoretische Kursziel wäre irgendwo da, wo das rote Fragezeichen steht. AUA !

Ich war ja heute schon vorsichtig was die Frage angeht, ob die Rally den Nachmittag überlebt. Aber mit diesem brutalen Abverkauf und einem Sturz unter 1400 habe ich dann ehrlich auch nicht gerechnet. So schafft es Mr. Market immer wieder einen auf dem falschen Fuss zu erwischen. Bei mir wurden nun eine Reihe Stops gezogen und ich stehe nun teilweise an der Seitenlinie.

Wie es weiter geht ? Mein Instinkt sagt mir, dass dieser Abverkauf nach der Wahl nur von kurzer Dauer sein wird. Aber die obige Formation gebietet nun zur Vorsicht und verbietet blinde Wetten auf den Ausgang. Denken Sie daran, sich nie gegen den Markt zu stellen, das kann schmerzhaft werden.

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Marktupdate – 06.11.12 – Nach der Wahl ist vor dem Fiscal Cliff !

Guten Morgen. Vor uns liegt erneut ein Tag, der vom Warten auf die US Präsidentenwahl geprägt sein dürfte. Insofern gibt es nicht viel Neues zu sagen.

Nach aller Erfahrung werden die wirklichen Ergebnisse erst in der kommenden Nacht eintrudeln und insofern den heutigen Handel nicht mehr beeinflussen. Das eröffnet uns in Europa morgen früh eine schöne Chance, denn wir können am Mittwoch Morgen im Lichte der Ergebnisse handeln, während die Wallstreet noch mehr oder weniger selig schläft.

Die Erfahrung sagt dabei, dass die europäischen Märkte die Richtung der späteren Reaktion an der Wallstreet zwar schon vorwegnehmen, in der Regel aber nie in dem Umfang, wie es sich dann später realisiert. Insofern eröffnen sich für uns am Mittwoch Morgen schöne Chancen, wenn wir die Auswirkungen der Wahl auf die Börsen richtig einschätzen können.

Womit wir bei der entscheidenden Frage sind: wie wirkt sich die Wahl aus, wenn Obama oder Romney gewinnt ?

Meine Antwort darauf wird Sie vielleicht erstaunen. Denn ich behaupte, das ist gar nicht die Frage. Die Frage ist eher, ob es einen klaren Sieg einer Seite oder Unsicherheit und ein Gewürge nach der Wahl gibt - mit gegenseitigen Klagen, Vorwürfen, Nachzählungen etc..

Denn die Börse hasst Unsicherheit. Deshalb ist sie nun auch in Wartestellung. Und die Börse schaut heute schon über die Wahl hinaus zum "Fiscal Cliff", das in den US zum Jahresende droht. Ich erwarte daher, dass *jeder* eindeutige Sieg, egal ob von Obama oder Romney, für die Börse ein Befreiungsschlag sein wird und zu einer Rally führt. Sicher wird es in den Branchen und Sektoren die klassischen Unterschiede geben je nach parteipolitischer Ideologie. Aber die Indizes werden vielleicht bei Obama wie bei Romney steigen, aber nur *wenn* das Ergebnis eindeutig ist und damit einen starken und eindeutigen Präsidenten kreiert.

Denn ein starker Präsident erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Fiscal Cliff schnell aus dem Weg geräumt wird. Und erhöht die Sicherheit, weil klare Entscheidungen getroffen werden können und die Führungsfrage endlich geklärt ist. Das dürfte die Börse honorieren. Mr. Market liebt Sicherheit und Klarheit und hasst Unsicherheit und unklare Verhältnisse.

Umgedreht stellt ein Patt, schlimmstenfalls verbunden mit Wahlunsicherheiten wie weiland in Florida bei Bush, eine ziemliche Katastrophe dar. Weil es die Paralyse und Hängepartie mit gegenseitiger Blockade fortschreibt und es damit viel wahrscheinlicher macht, dass die US Volkswirtschaft über das "Fiscal Cliff" stürzt und die Weltwirtschaft mit sich reisst.

Nimmt man die aktuellen Umfragen zum Massstab, scheint aber nur Obama die Chance auf einen überzeugenden Sieg zu haben. Romney kann wohl bestenfalls auf ein obiges "Stalemate" hoffen. Womit klar ist, wer auf steigende Kurse setzt, muss wohl unabhängig von inhaltlichen Überzeugungen darauf hoffen, dass sich Obama deutlich durchsetzt. Denn das scheint die einzige realistische Option zu sein die Klarheit bringt - unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Umfragen ernst zu nehmen sind. Idealerweise wäre ein Sieg Obamas auch mit zusätzlichem Erfolg bei den parallelen Kongresswahlen und 11 Gouverneurswahlen verbunden, einfach weil es Klarheit in die Machtverhältnisse bringt.

So weit meine Sicht zum Thema. Morgen früh wird es dann an den Börsen extrem spannend. Bis dahin versuche ich heute noch Kraft zu tanken.

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Marktupdate – 03.11.12 – Gold und Silber im Zeichen der US Wahl

Guten Morgen allerseits, wie Sie sehen bin ich auch Samstags früh aktiv und möchte mich zu Gold und Silber äussern. 😉

Ja das war wirklich ein komischer und denkwürdiger Börsen-Tag gestern. Der Abverkauf der frühen Gewinne der Indizes aus den Arbeitsmarktdaten und der damit verbundene Gapfill war ja noch normal. Der brutale Abverkauf im Bereich Energie und Edelmetalle, kam in seinem Umfang dann aber sehr überraschend. Auch für mich.

Aber solche Tage gibt es und jeder - wirklich jeder, egal wie erfahren - kann von Mr. Market auf dem falschen Fuss erwischt werden. Der Unterschied ist eher, wie man damit umgeht, ob man als letzter auch noch in Panik verkauft oder das grosse Bild nicht vergisst. Und ob man die Chancen sehen kann, die in so einem "Wash-Out" liegen.

Was gestern im Markt im Bereich Energie und Edelmetalle passiert ist, kam auf jeden Fall auch für viele Pros der Wallstreet überraschend. Das war tatsächlich zunächst merkwürdig. Ich habe die Diskussionen in den amerikanischen Boards nach Handelsschluss noch intensiv verfolgt.

Die einen sagen, das war schlicht Vorsicht und "Risk Off" vor der Wahl am Dienstag und der Employment-Report war dafür die Entschuldigung. Mir ist das etwas zu einfach. Interessanter finde ich das andere Erklärungsmuster:

Nach der Theorie war der Employment-Report schon der Auslöser, aber vor allem deshalb, weil er von der Obama-Administration "aufgehübscht" wurde, um bei der Wahl gut auszusehen. Dieser (zu) gute Report hat den Dollar überraschend aufwerten lassen und was wir dann bei Energie und den Edelmetallen erlebt haben, war dann die logische Konsequenz auf die unerwartete Dollar-Stärke. Insbesondere verbunden mit den neuen Aussagen von FED-Mitgliedern, die ich im letzten Artikel ja schon thematisiert hatte, erzeugte dieser Report massiven Druck auf die Edelmetalle.

Nun kam bei den Edelmetallen die Sondersituation dazu, dass wir nach jeder mir bekannten technischen Betrachtung den Boden (den SwingLow) schon drin hatten. Was dazu führte, das in dem Bereich (bei den Tiefstständen vom 24.10.) jede Menge Stops lagen. Als Gold dann plötzlich doch die 1700 erneut testete, passierte bei fast allen Marktteilnehmern das, was auch wir hier gestern am eigenen Leib erlebt haben. Alle versuchten hektisch mit der Situation umzugehen, Stops wurden gezogen etc. Am Ende ist das Gleiche bei den Minen passiert, der GDX hat ja am Ende auch noch ein neues Tief generiert und jede Menge Stops wurden gezogen.

Wenn diese Theorie des starken Dollars richtig ist, dann ist der Markt nun aber bereinigt und der Verkaufsdruck bei den PMs sollte nun abebben. Ich habe dazu einen sehr von sich selbst überzeugten Artikel unter der Überschrift "Time to buy, buy, buy" gefunden, den ich Ihnen zum Lesen empfehle und dessen Kernaussagen sich mit meiner Marktsicht auf Energie und die Edelmetalle decken, auch wenn ich mir nicht so einseitig 100% sicher bin, wie es der Artikel vermittelt. Mir fehlt im Artikel die "Romney-Wildcard".

Womit wir wieder beim Unterschied zwischen einem Anfänger und einem erfahrenen Marktteilnehmer sind, der sich gerade im Verhalten in Unsicherheit zeigt. Der Anfänger gerät nun in Panik und verkauft - wahrscheinlich genau auf dem Tief. Der Pro sieht die grosse Chance, die in so einem überraschenden "Wash-Out" wie gestern liegt.

Die Chance zu sehen, darf man aber nicht mit mangelnder Vorsicht und Demut vor den Volten Mr. Markets verwechseln. Auch ich bin nun wieder mit Stops drin. Und die Stops die ich nun habe, werde ich definitiv nicht mehr verschieben, sondern hart respektieren. Ich werde die konkreten Marken jetzt hier nicht nennen, aber wer meinen Kommentaren gefolgt ist, weiss nun wie ich die Lage sehe:

(1) Ich halte es immer noch für weit wahrscheinlicher, dass eine grosse Long-Chance vor uns liegt, die ich nicht verpassen will. Meine Überzeugung ist nach diesem "Wash-Out" sogar noch grösser geworden.

(2) Ich gebe dem Trade nun etwas zum atmen, um bei weiterer Schwäche am Montag nicht gleich rauszufliegen. Ich nehme damit bewusst in Kauf, mit ein paar Prozent Verlust aussteigen zu müssen.

(3) Mir ist bewusst, dass ein überraschender Sieg von Romney am Dienstag/Mittwoch die berühmte Wildcard ist, die alle obigen Überlegungen invalidiert. Denn ein Sieg Romneys dürfte aufgrund der damit verbundenen Spekulationen um eine (wieder) straffere Geldpolitik die Edelmetalle massiv treffen. Weitere 10% Minus sind dann locker drin, wenn Helikopter-Ben seinen Job verliert.

(4) Schwäche über die Wahl hinaus, werde ich daher bei den PMs nicht mehr tolerieren. Die jetzt gesetzten Stops werde ich also hart respektieren.

(5) Sollten wir aber nun nach diesem "Wash-Out" und nach der Wahl dynamisch nach oben drehen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der Start einer sehr starken Bewegung, die mindestens bis Jahresende andauern dürfte. Und aus der ich auf keinen Fall zu früh aussteigen werde, sondern die Gewinne dann laufen lasse.

So weit meine Strategie für nächste Woche in Sachen Edelmetalle. Es wird sehr spannend !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Kurzkommentar – 01.11.12 – S&P 500 im Stundenchart

17:20 Uhr

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb mal das Bild des Leitindex S&P 500 (Future) im Stundenchart von 17:20 Uhr seit dem 17.10.12

Für regelmässige Leser von sumerdigital.de dürfte dieses Bild nun selbsterklärend sein. Und es dürfte klar sein, welche Bedeutung nun die zweite Handelshälfte hat. Das ideale Szenario für die Bullen wäre nun ein starkes Finish mit einem Closing bei 1430+. Das würde eine "sehr nette" Chartformation generieren. 😉

Drücken wir den Bullen für den Rest des Handels die Daumen. Massive Shorties, denen ich damit auf die Füsse trete, weilen ja gerade nicht unter uns, oder ? 😉

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Kurzkommentar – 01.11.12 – Ein merkwürdiger Markt

10.30 Uhr

Ehrlich ? Mir gefällt das nicht, was ich an der Wallstreet bisher sehe. Von Aufbruch keine Spur. Und selbst heute vormittag in den Futures keinerlei Zeichen eines "First of Month Jumpers".

Statt dessen wurde gestern frühe Stärke sofort wieder abverkauft. Wie schon seit Tagen, typischerweise das Zeichen von Distribution. Wenn die Bullen so lange nicht in der Lage sind die Elfmeter zu verwandeln, die da vor ihnen liegen, macht mich das zunehmend nervös.

Schade ist es insofern, als die europäischen Märkte ganz klar nach oben wollen. Man kann das geradezu spüren. Wir sollten uns aber keiner Illusion hingeben, wenn die US Indizes wegkippen, werden auch die europäischen Indizes nicht zu halten sein. Die Wallstreet ist immer noch der Nabel der Finanzwelt.

Woran diese Schwäche der Wallstreet-Bullen liegt ? Ehrlich ich habe keine überzeugende Erklärung. Ja ich weiss, die Wahl, Fiscal Cliff, Unternehmenszahlen, usw, usw, usw. Das ist doch aber alles nichts Neues und derartige Sorgen haben die Märkte noch nie abgehalten zu steigen, wenn sie denn steigen wollen.

Insofern verstärke ich meine Absicherungsbemühungen, die ich nun unter die Tiefs der sich formenden rechten und linken Schulter der SKS Formation im S&P500 lege. Ansonsten bleibt nur abwarten.

Denn vielleicht setzt die Rally ja doch heute im Handel ein. Oder es geht am 07.11. los, wenn die Wahl hinter uns liegt. Aber wie auch immer, solange die Bullen so kraftlos sind und die Price-Action überhaupt nicht stimmt, muss man vorsichtig sein. Märkte die nicht machen was sie sollten sind gefährliche Märkte. Und die ersten paar Prozent einer Jahresendrally zu verpassen ist weit weniger schlimm, als mangels automatischer Absicherung in einen plötzlichen Zusammenbruch zu geraten. Ich denke an den August 2011, der ist noch nicht so lange weg. Nicht das ich damit rechne, aber ich mache mir bewusst, was passiert "wenn" und richte meine Absicherung auf so ein Szenario aus, auch wenn es sicher nicht das wahrscheinlichste Szenario ist !

Alleine die Edelmetalle und vor allem die Gold- und Silberminen machen im Moment Spass und machen was sie sollen. Das ist aber immerhin etwas. Hoffen wir, das es so bleibt. Nach allen mir vorliegenden Analyse-Methoden ist die Lage bei den Edelmetallen für mich klar und höhere Kurse liegen wohl vor uns. Aber selbst in so einem optimalen, analytischen Setup bleiben trotzdem 10-20% Restunsicherheit. Und auch 20% Wahrscheinlichkeit können eintreffen. Bleiben wir also wachsam !

Ich wünsche viel Erfolg.

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *