Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand zum 01.11.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Heute ist es Zeit, uns nach einem Monat den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.10.12 (jeweils Schlusskurse):

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" im Oktober ein Minus von -5,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -1,6%. DAX 7324,56 -> 7268,53 = -0,7%, S&P500 1450,92 -> 1412,72 = -2,6%

Wir haben den Markt also klar geschlagen und als "Shorties" einen guten Job gemacht. Schaut man darauf woran das lag, ist sehr leicht zu erkennen, dass das Herumreiten auf dem Prinzip der Trendfolge bei der letzten Übung nun scheinbar Früchte getragen hat. Es wurden sehr viele Aktien gemeldet, die schon vorher schlecht liefen und sich in etablierten Abwärtstrends befanden. Das positive Ergebnis der Trendfolge können wir nun beobachten. Passend dazu ist auch, dass die Aktie die im Sinne unserer Übung am "schlechtesten" lief - die also den grössten Gewinn produzierte - mit Salzgitter genau die Aktie ist, die Anfang Oktober schon klar ihren langen Abwärtstrend gebrochen hatte.

Nehmen wir also aus dem ersten Monat unserer Übung mit, dass billig aussehende Aktien in der Regel noch billiger werden. Oder etwas flapsiger: "besch...... Aktien bleiben besch...... Aktien" ! 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.14 USD; gain: -50.0%
2. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.91 €; gain: -20.0%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2.39 €; gain: -14.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.39 €; gain: -14.1%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 1.07 €; gain: -12.3%
6. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 43.58 €; gain: -10.8%
7. Wienerberger (WKN: 852894) 6.22 € -> 5.6 €; gain: -10.0%
8. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.44 €; gain: -7.6%
9. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 13.85 USD; gain: -7.1%
10. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 36.03 €; gain: -5.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 21.63 USD; gain: -4.6%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 28.54 USD; gain: -4.4%
13. Solarworld (WKN: 510840) 1.40 € -> 1.34 €; gain: -4.3%
14. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.30 USD -> 28.13 USD; gain: -4.0%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 86.8 USD; gain: -3.9%
16. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 21.11 USD; gain: -3.3%
17. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.71 €; gain: -1.8%
18. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 7.93 USD; gain: -1.6%
19. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 10.16 €; gain: -0.8%
20. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.81 €; gain: 0.0%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 70.44 USD; gain: 0.8%
22. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.07 €; gain: 1.0%
23. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.56 €; gain: 3.3%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.36 €; gain: 3.4%
25. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.5 €; gain: 4.0%
26. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.25 €; gain: 4.8%
27. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.63 €; gain: 4.9%
28. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 33.38 €; gain: 8.6%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Umfrage: Die „Gurkenaktie“ zum Jahresende 2012

Liebe Leser,

nachdem unsere Übung der "sumerdigital Community Sommer Aktien" so viel Spass gemacht hat und sehr lehrreich war, möchte ich mit Ihnen eine weit schwierigere Aufgabe angehen.

Ich bitte Sie, uns die Aktie (mit WKN) zu nennen, die zum 31.12.2012 *sicher* verlieren - also im Minus stehen - wird ! Die "Gurkenaktie" zum Jahresende 2012 also. Erneut zählt die Wahrscheinlichkeit eines Minus und nicht die Höhe des Minus ! Schluss der Umfrage ist Mittwoch 03.10.12 zum Handelsschluss. Diese Kurse werden dann als Grundlage genommen.

Letztlich ist diese Frage natürlich nur der Antipode zur letzten Übung. Wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie aber schnell feststellen, dass die Beantwortung (subjektiv) weit schwieriger ist, als eine Gewinner-Aktie zu benennen. Ich bin deshalb gespannt, wer überhaupt den Mut hat, sich damit aus dem Fenster zu lehnen.

Dabei ist intellektuell doch eigentlich klar, dass es nur zwei Seiten der selben Medaille sind. Wer das eine kann, muss das andere zwingend genau so können. Warum also fühlt man sich sicher dabei, einen Gewinner zu benennen und zögert verunsichert beim Verlierer ? Das muss doch etwas mit Psychologie zu tun haben, oder ? Denken Sie mal darüber nach ! 😉

So und nun bitte ich die Mutigen unter Ihnen, um Nennung der Aktie, die am 31.12.2012 sicher im Minus steht - der ideale Short also sozusagen. Und ich bitte um eine kurze Zeile mit dem "warum" dieser Auswahl. 😉

Natürlich muss ich selber vorlegen und sinnvollerweise nehme ich die Aktie, bei der ich den Grund hier schon vor Monaten dargelegt habe, es ist Microsoft (WKN 870747). Den Grund hatte ich -> hier <- ausgeführt. Seitdem hat die Aktie schon ca. 10% verloren. Hinzu kommt nun, dass Microsoft gerade die 200-Tage-Linie nach unten durchschlagen hat. An dieser Stelle habe ich also den Dünkel mir einzubilden, klüger als der Markt zu sein.

Mal sehen ob Mr. Market mir auch mal wieder Demut einbläut, verdient habe ich es, man braucht immer mal wieder einen gesunden Schlag auf den Hinterkopf, um die gebotene Demut nicht zu verlieren. 😉

Jetzt sind Sie dran, ich bin gespannt. Die Liste entsteht hier im Thread wieder online mit jedem Kommentar.

Ihr Hari

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Hier die Liste der "Gurkenaktien" mit den entsprechenden Startkursen zum Ende des 03.10.12:

Microsoft (WKN 870747) 29,86 USD
Facebook (WKN A1JWVX) 21,83 USD
Kontron (WKN: 605395) 3,46 €
Sino AG (WKN: 576550) 2,76 €
Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29,3 USD
Praktiker (WKN: A0F6MD) 1,56 €
Infineon (WKN: 623100) 5,01 €
Boeing (WKN: 850471) 69,86 USD
McDonalds (WKN: 856958) 90,35 USD
Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48,87 €
Vestas (WKN: 913769) 5,11 €
Research in Motion (WKN: 909607) 8,06 USD
Solarworld (WKN 510840) 1,40 €
Thyssen-Krupp (WKN 750000) 16,99 €
Gigaset (WKN 515600) 1,22 €
Aixtron (WKN A0WMPJ) 10,24 €
Nokia (WKN: 870737) 2,05 €
Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14,91 USD
Sky (WKN: SKYD00) 3,25 €
A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0,28 USD
Magforce (WKN: A0HGQF) 2,8 €
Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0,81 €
Salzgitter (WKN: 620200) 30,72 €
Talanx AG (WKN:TLX100) 18,75 €
Peugeot (WKN: 852363) 6,14 €
Daimler (WKN 710000) 38,06 €
Intel (WKN 855681) 22,55 USD
Wienerberger (WKN: 852894) 6,22 €

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Wacker Chemie im Rallymodus

12 Uhr

Seit gestern Nachmittag, exakt 15 Uhr, befindet sich die Aktie von Wacker Chemie (WKN WCH888) im Rallymodus. Schauen Sie mal auf das äusserst eindrucksvolle 10-Minuten-Chart Stand 12 Uhr:

Gleichzeitig sehe ich keinerlei Nachricht, die eine derartige Rally rechtfertigen würde. Solarworld (WKN 510840) oder der iShares S&P Global Clean Energy (WKN A0M5X1), in dem viele Solarwerte enthalten sind, dümpeln derweil vor sich hin. Eine generelle Nachricht zum Solarsektor - zb aus China - scheidet also als Grund wohl aus, der Auslöser muss im Unternehmen selber begründet sein.

Wenn ich bei einzelnen Aktien solche Bewegungen aus dem Nichts ohne Nachricht sehe, drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier jemand mehr weiss als wir. Achten Sie insbesondere auf das Volumen, das ist grosses Geld, das hier den Kurs von Wacker nach oben drückt.

Und damit es hier keine Missverständnisse gibt, der Anstieg absolut ist ja kein Problem, das passiert permanent, das mal eine Aktie 5% nach oben schiesst. Deswegen würde ich bestimmt nicht so einen Beitrag schreiben. Nur das sieht im Chart dann anders aus, da geht der Kurs dann in einem Strich hoch und dann sieht man an den Schwankungen danach, dass der Markt die Nachricht nun aussortiert. Diese stetige Bewegung hier über 24 Stunden, hat aber einen ganz anderen Charakter, das sieht für mich eher nach Geld aus, das von der Seitenlinie beständigt in definierten Stückzahlen in die Aktie geschoben wird.

Ich habe keine Ahnung, ob das hier bei Wacker alles mit rechten Dingen zugeht und will auch niemandem etwas unterstellen. Vielleicht kauft sich hier einfach nur eine grosse Adresse ein, ohne das es zum Austausch von Insiderwissen gekommen ist. Aber merkwürdig ist dieses spezielle Chart für mich schon und wirft bei mir grundsätzliche Fragen zur Marktüberwachung auf.

Denn idealerweise müsste eine funktionierende Marktüberwachung bei solchen Bewegungen automatisch tätig werden und sich die Daten der Käufer und ihre Stellung in Bezug auf das Unternehmen besorgen, um theoretisch möglichen Marktmanipulationen mit Insider-Wissen auf die Schliche zu kommen. Vielleicht passiert das ja aktuell auch durch die Bafin, ich erwarte aber eher das Gegenteil, da die Bafin für diese Aufgaben meines Wissens quantitativ und qualitativ unterbesetzt ist.

Quantitativ, weil in der Bafin nach meinem Wissen schlicht zu wenig Mitarbeiter vorhanden sind, um einen Markt mit tausenden Aktien aktiv zu überwachen. Unsere Politik faselt zwar immer von "Regulierung", stattet am Ende aber die nach meiner Ansicht eher sinnfreie personell besser aus, als die volkswirtschaftlich sehr wichtige Abteilung für Marktüberwachung der Börsen.

Qualitativ, weil nicht nur das Cyberabwehrzentrum nicht ohne echte Hacker in den eigenen Reihen erfolgreich sein kann, sondern eben auch eine Marktüberwachung in meinen Augen zwingend Marktprofis braucht, die den Börsen über die Schultern schauen und vieles sehen können, was dem Laien vielleicht verborgen bleibt. Nur dieser Typus - zb ehemalige Händler - lässt sich halt nicht mit dem BAT locken.

So müssen wir wohl weiter mit einem Markt leben, in dem es überall Marktteilnehmer gibt, die mehr wissen als der normale Anleger. Dabei sind die klassischen "Insider", wie sie das Gesetz beschreibt, gar nicht mal das Problem, die halten sich in der Regel an die Gesetze. Das Problem ist der riesige und schwer zu fassende Komplex der Banker, Berater, Analysten, Juristen, Wirtschaftsprüfer, Lieferanten etc. um die Unternehmen herum, von denen viele defacto Insiderwissen zum Unternehmen haben, aber durch das Gesetz nicht richtig erfasst werden und ihr Wissen daher durchaus legal weitergeben können.

So bleibt halt das Frankfurter Westend oder die Fressgasse weiterhin ein Basar des Unternehmenswissens, auf dem nach dem Prinzip "eine Hand wäscht die andere" weit mehr an wichtigen Informationen fliesst, als wir uns lieber vorstellen wollen. Denn letztlich sind wir, die wir diese Information nicht haben, die Leidtragenden dieses Systems. Wir sollten halt nie vergessen, dass wir Privatleute an der Börse ganz am Ende der Nahrungskette stehen.

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