Der Punkt der erschöpften Erwartungen

Der folgende grundsätzliche Beitrag, erschien schon vor 2 Wochen am 13.10. in Hari Live. Mittlerweile notiert Öl wieder unter 50 USD und die antizipierte Korrektur scheint im Gange zu sein

----------

Heute will ich nur ganz kurz an einen zentralen Mechanismus erinnern, der den Markt auszeichnet. Einen Mechanismus, den wir unbedingt verstehen müssen.

Es ist der Punkt der erschöpften Erwartungen, der Punkt, an dem alle "guten" Nachrichten im Kurs sind und nun eine Leere eintritt, die ersten Zweifeln Raum gibt.

Denn der Markt wird ja von Erwartungen bewegt und *nur* von Erwartungen. Eine Nachricht die schon erwartet wurde, ist "alter Käse" und nicht mehr kursbewegend. In dem Moment aber, in dem Informationen den Markt erreichen, die eine Neubewertung der Zukunft erlauben, gerät dieser in Bewegung - seine Säfte beginnen sozusagen zu fliessen. 😉

Bei Öl können wir das gerade wunderbar beobachten. Der Newsflow war sehr positiv, die Einigung zwischen Saudi Arabien und Iran, Daten über den anziehenden Verbrauch und zuletzt Aussagen aus Russland, man würde sich bei der Förder-Begrenzung beteiligen, waren jedes Mal ein Schub, der zu einer Anpassung der Erwartungen führte und den Kurs getrieben hat.

Genau bis zu der Stelle, an der nun der grosse Ausbruch aus der iSKS anstehen würde:

wti-13-10-16-wochenkerzen

Und genau jetzt, versiegt der Strom der guten Nachrichten, denn was sollte denn jetzt auch noch kommen? Jetzt muss erst einmal geliefert werden und den Ankündigungen müssen echte Taten folgen. Es gibt also keine Nachrichten mehr, die den Markt zu einer positiven Anpassung der Erwartungen zwingen und das gibt nun Zweifeln Raum, sich Bahn zu brechen.

Sind das vielleicht nicht nur Worte, die da zu Förderbegrenzungen gesprochen wurden? Reicht die Disziplin der OPEC-Mitglieder aus, um die Ankündigungen wahr werden zu lassen?

Eine Hausse stirbt eben in der Euphorie. Sie läuft in dem Moment aus, in dem sich alles am Besten anfühlt, weil gerade alle positiven Nachrichten zusammen gekommen sind. Denn wenn alle positiven Nachrichten zusammen gekommen sind, können keine schnell mehr nachkommen und wenn keine mehr nachkommen, werden sich die Erwartungen nicht mehr nach oben verschieben und die Kurse können nicht mehr steigen.

Weiterlesen ...Der Punkt der erschöpften Erwartungen

Marktlage 2016 – Das Jahr des Bären?



Liebe Leser im freien Bereich,

nach der für die Wallstreet historisch schlechtesten ersten Börsenwoche der Geschichte, stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob dieser Markt nun weg kippt und 2016 endgültig zum Jahr der Bären wird?

Nun, im Artikel -> Welt in Bewegung mit unbestimmter Zukunft < -, habe ich ja letzte Woche dargestellt, dass es darauf keine definitive Antwort geben kann, weil die Zukunft prinzipiell unbestimmt ist und bleibt.

Dass wir am Markt nie 100% Sicherheit haben werden, heisst aber umgedreht auch nicht, dass wir gar nichts wissen und der Markt nur eine Abfolge unzusammenhängender Zufälle wäre.

Weiterlesen ...Marktlage 2016 – Das Jahr des Bären?

S&P500 und DAX – Korrektur oder Bärenfalle ?

Gestern war ein unschöner Tag an den Märkten. Es gab Gewinnmitnahmen quer Beet, beinahe keine Assetklasse war davon unbetroffen.

Und besonders bemerkenswert ist, dass der Leitindex S&P500 nun kurz davor steht, eine deutlich geformte Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS) auszulösen, die typisch für eine zumindest temporäre Topbildung ist:

S&P500 Stunden 12.12.13

Diese SKS haben wir hier im Premium-Bereich schon seit Tagen als relevante Möglichkeit verfolgt und sind insofern nicht überrascht. Die wirklich spannende Frage ist, durchschlägt diese nun die Nackenlinie nach unten und löst damit die Formation - nach dem klassischen Retest von unten - auch aus ? Die relevante Nackenlinie liegt dabei irgendwo etwas unter 1780 USD. Den exakten Verlauf der Nackenlinie kann man in der Regel erst dann endgültig festlegen, nachdem die Formation getriggert ist und Realität wurde.

Es wäre die erste deutlich bärische Formation, die im S&P500 seit langer, langer Zeit triggern würde und diese hätte insofern Bedeutung über den Tag hinaus.

Vergessen Sie aber bitte nicht, dass eine SKS nur dann einen statistischen Edge generiert, wenn sie wirklich ausgelöst wurde. Vorher ist es nur eine Möglichkeit und das ist (noch) die aktuelle Situation.

Denn wir sollten dieses Jahr nicht den gleichen Fehler immer wieder machen und nur aufgrund erster Warnzeichen sofort zu bärisch werden. Vorsicht ist gerechtfertigt, Panik und Kuchlussreaktionen aber nein !

Auf der Seite der Bullen gibt es nämlich auch gewichtige Argumente.:

Erstens die Historie, nach der die erste Dezemberhälfte ganz typisch für Schwäche und eine Konsolidierung ist, während die zweite Dezemberhälfte typischerweise sehr stark ist.

Zweitens die Tatsache, dass der Markt jetzt schon die Befürchtungen vor einem Tapering zur FED-Sitzung kommenden Mittwoch den 18.12. einpreist. Das schafft Raum für positive Überraschungen. Denn ganz ehrlich, ich persönlich wäre eher überrascht, wenn auf einer der letzten Sitzungen mit Bernanke als Chairman - Janet Yellen soll ab 01.02.14 die Führung übernehmen - und dann noch kurz vor Weihnachten, so eine weit reichende Entscheidung getroffen würde. Wohl wissend, dass der Markt seine Anpassungsbewegungen dann zum volumenarmen Jahreswechsel vollziehen müsste. Das ist mehr "Mut", als ich von der FED erwarte, die ja doch sehr vorsichtig mit dem Markt umgeht.

Drittens ist das was wir bisher gesehen haben, kein massiver Abgabedruck, sondern einfach Gewinnmitnahmen quer Beet. Und die sind als solche ganz normal. Warum sollte auch ein Investor, der nun auf 20% oder 30% Gewinn sitzt, davon nicht mal etwas mitnehmen und sich ruhige Weihnachten gönnen ?

Und letztlich und viertens zeigt auch das Tageschart des S&P500, dass hier nun Raum für eine Korrektur ist, aber der übergeordnete Aufwärtstrend sich noch nicht im Entferntesten in Gefahr befindet:

S&P500 Tag 12.12.13

Man kann Trendlinien auf vielfältige Arten und Weisen zeichen und es gibt nie "die" Trendlinie, denn sie sind keine objektiven Marken, sondern nur Visualisierungen einer Bewegung. Aber egal wie man zeichnet, eine Korrektur herab bis ca. um die 1720 im S&P500 wäre völlig normal, gesund und kein Grund zur Panik. Und natürlich wäre der DAX dann auch wieder deutlich unter 9000. Aber wäre das wirklich so schlimm ? Erinnern Sie sich noch, wie lange 8000 wie eine kaum erreichbare Marke aussah und wissen Sie noch, wann der DAX diese Marke überhaupt wieder geschafft hat ?

Was heisst das nun konkret für uns als Anleger:

Erstens ist es rational, wenn man auf Gewinnen sitzt, diese nun teilweise zu realisieren und es zum Jahresende mal gemütlicher anzugehen.

Zweitens ist es rational, nun Vorsicht walten zu lassen, sich genaue Stopmarken zu definieren, sich ein Risikomanagement zurecht zu legen und damit für den Fall gewappnet zu sein, falls der S&P500 tatsächlich herab bis 1720 zu korrigieren beliebt.

Drittens ist es rational, im Zuge dieser Vorsicht nun Positionsgrössen abzubauen und ganz generell Risiko aus dem Depot zu nehmen.

Irrational ist es aber, nun den grossen "Top" auszurufen, diesen Markt aggressiv zu shorten und generell in Panik zu verfallen. Dafür gibt es noch überhaupt keinen Anlass. Unterschätzen Sie nie die Kraft des Bullen.

Was hier gerade passiert, kann sehr wohl nur der Dip sein der erfrischt. Und genau im Januar, wo fast jeder der zwei Beine und zwei Arme hat nun von einer Korrektur ausgeht, kommt dann eine erneute Jahresanfangsrally. Genau genommen spricht die aktuelle Konsolidierung genau dafür, dass hier mal wieder einige diesen Bias der Jahresanfangkorrektur haben und ihr aus dem Weg gehen wollen. Sie wissen aber auch, dass das was alle erwarten und wo sich jeder darauf vorbereitet, am Markt eher selten passiert. Oder ?

Statt zu raten und uns von unseren Emotionen treiben zu lassen, lassen wir also lieber den Markt entscheiden. Jetzt sagt der Markt uns: etwas Vorsicht kann nicht schaden. Der Aufwärtstrend ist aber erst dann gebrochen, wenn er gebrochen ist. Und hat solange unseren Respekt verdient !

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Mit der Premium Mitgliedschaft habe ich auch die neue Funktion des "Setup-Monitors" eingeführt. Jeden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, präsentiere ich Ihnen dort eine Auswahl von 5-10 Setups für mögliche Trades oder Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf dem mittelfristigen Zeithorizont, Intraday Setups sind ebenso wenig Teil des Setup-Monitors, wie sehr langfristige Investitionen.

Da unsere Hirne als Anleger aber durch den permanenten Unfug der Prognosen und "heissen Tips" selbst ernannter Besitzer von Kristallkugeln leider etwas verseucht sind, erscheint es mir wichtig noch einmal zu erklären, was ein Setup ist und was es nicht ist. Welche Bedeutung es hat und warum man mit konsequentem Handeln auf Basis gut ausgewählter Setups eine positive Performance erzielen kann, selbst wenn ein grosser Prozentsatz der Setups nicht aufgeht - was völlig normal ist. Und ich will Ihnen das anhand eines der aktuellen Setups im Premium-Bereich, der Aktie des Agrarproduzenten Bunge (WKN 762269), beispielhaft darstellen.

Weiterlesen ...Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Gold und Goldminen (ETF GDX) – Phönix aus der Asche ? – 07.03.13

Oh je Goldminen und der GDX. Die Gurken des letzten halben Jahres !

Ja, gerade bei Gurken sollte man mal schauen, ob sie dann nicht doch zur Ernte reif sind. 😉 Denn es gibt zwei Arten von schlecht laufenden Aktien oder Sektoren:

Die einen sind die, denen das Geschäftsmodell wegbricht. So wie zuletzt dem Solarsektor in Deutschland. Bei diesen Aktien gilt einfach nur "Finger weg". Gegen ein fundamental kaputtes Geschäftsmodell hilft auch keine Markttechnik und keine Zyklen. Ganz anders aber bei Aktien und Sektoren, die sich in einem zyklischen Tief befinden und ansonsten aber ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell haben. So unter anderem bei den Gold- und Silberminen.

Schon vor 6 Wochen hatte ich ja in -> diesem <- Artikel mal geschaut, ob sich da die Zeit der Ernte anbahnt. Das war aber noch zu früh, die Gurken waren noch nicht richtig grün und das Dreieck wurde schmerzhaft nach unten aufgelöst.

Nun zeigt der Markt aber weitere Signale, die eine mögliche Wende indizieren. Wir haben:

  • Einen Goldpreis, den die Bären scheinbar nicht mehr so richtig nach unten bringen, obwohl im Markt "Risk On" Modus herrscht. Bei Gold besteht die Chance eines Doppelboden.
  • Zum ersten Mal seit Herbst 2012 klare "Buying on Weakness" Käufe für den GLD.
  • Ein Management der Goldminen, das nun den Hebel zu mehr Profitabilität statt maximalem Output umgelegt hat und rigoros unprofitable Projekte zusammen streicht. Und damit in den kommenden Jahren die Profitabilität und Kostenstruktur deutlich verbessern wird, bei gleichzeitiger Verknappung des Angebotes.
  • Gestern den grössten Hub im GDX seit Oktober 2012 - und niemand nimmt davon Notiz !
  • Einen Hub im GDX, ohne dass sich der Goldpreis relevant bewegte.
  • Zuletzt deutlich höheres Volumen im GDX an den starken Tagen als umgekehrt.
  • Ein extrem negatives Sentiment, unter anderem sichtbar in einem Blees Rating (abgleitet aus dem COT Report) von 100.
  • Eine Minen/Gold Ratio auf historisch niedrigen Extremen !

Und von all dem will nun niemand mehr so richtig Notiz nehmen. Zu oft und schmerzhaft wurde reine Hoffnung in den letzten Monaten enttäuscht. Dieses Verhalten ist ganz typisch und in der menschlichen Psychologie begründet. Wenn ein Sektor so viel Schmerzen verursacht hat, dass es keiner mehr aushalten kann, beginnen sich die Menschen abzuwenden und nicht mehr hinzuschauen. Und bemerken dann nicht mehr, wenn die Wende doch einsetzt. Ein Rally stirbt in der Euphorie, sie beginnt aber in der Ignoranz und Ablehnung !

Schauen wir doch mal auf das grosse Bild, den GDX im Wochenchart seit 2008:

GDX Wochenchart 07.03.13

  • Sie sehen die gigantische Top-Formation in Form eines "rounded Top".
  • Sie sehen die gigantische Schulter-Mehrfachkopf-Schulter Formation mit einer Nackenlinie die nun durchschlagen wurde und ein Kursziel bei den historischen Tiefstständen bei 20 USD von 2008 impliziert.
  • Sie sehen auch den perfekten Doppelboden von letztem Sommer, der ein wunscherschönes Umkehr-W produzierte und die Vermutung einer Bullenflagge im Herbst 2012 sehr wahrscheinlich machte, was dann ja übel negiert wurde.
  • Sie sehen aber auch, dass wir nun extrem nach unten überdehnt sind und so überverkauft, wie zuletzt 2008 !
  • Sie sehen, dass wir nun auf dem Niveau der Nackenlinie der Umkehrformation von 2008 notieren.
  • Und sie sehen, dass wir die Nackenlinie der gigantischen SKS zwar durchschlagen haben, aber noch nicht so weit entfernt sind, dass ein Fehlsignal unmöglich wäre. Im Gegenteil, aus der grösseren Perspektive ist das gerade der perfekte Punkt, um den Big Money einen Titel gerne unter wesentliche Marken treibt um alle Stops abzufischen und dann sehr böse zu drehen.

Was ist also nun richtig ? Fundamental hatte ich schon im letzten Artikel darauf hingewiesen, dass die im Moment überall wiederholte Geschichte von den immer weiter überproportional steigenden Förderkosten der Minen Unfug ist, weil viel zu statisch gedacht. Ich zitiere:

--> "Dort wird mit zweidimensionaler Primitiv-Logik einfach die Vergangenheit in die Zukunft fortgeschrieben. Nicht verstanden wird, dass die Förderkosten vor allem deshalb im Schnitt stiegen, weil die Minen immer mehr Projekte um jeden Preis eröffneten, auch eher unprofitable mit geringem Goldgehalt oder schwierigen geologischen Verhältnissen. Die Förderkosten der bestehenden Minen steigen zwar auch, aber lange nicht in dem Umfang wie das dargestellt wird. Der Mix über alle Projekte hinweg ist aber stark gestiegen, weil eben immer mehr unprofitable Projekte begonnen wurden.

Das ist das typische Verhalten eines zyklischen Sektors im Schweinezyklus und hat seinen Höhepunkt schon überschritten. CEOs wurden entlassen, Projekte wurden und werden eingemottet. Die Minen schwenken von einem Fokus auf Output um jeden Preis, hin zu einem Fokus auf Profitabilität. Und das wird zwei wichtige Dinge bewirken:

Erstens werden damit die Förderkosten wieder sinken oder sich zumindest normalisieren, weil der Mix der Projekte wieder stimmt. Zweitens wird aber damit der Output an Gold sinken. Und das bewirkt eine Verknappung beim Edelmetall. Die Folge davon ist ein höherer Goldpreis und davon die Folge sind weit höhere Gewinne bei den Minen. Dieser Mechnismus ist auch wieder typisch für den Schweinezyklus, nur dieses mal in die aufsteigende Richtung." <-- Fundamental spricht also viel dafür, dass eine Wende nahe ist. Schauen wir daher nun mal auf das kürzerfristige Stundenchart des GDX seit Jahresanfang, vielleicht macht uns das ja klüger: GDX Stundechart 07.03.13

Sie sehen, dass wir gestern den grössten Hub des betrachteten Zeitraumes hatten. Genau genommen war es sogar der grösste Hub seit Oktober 2012. Viel wichtiger ist aber zu sehen, wie sich der Charakter des Marktes geändert hat. Die grossen Volumina kommen nun an den Tagen, an denen der GDX steigt. Das ist klares Signal für Distribution und typisches Anzeichen einer bevorstehenden Wende.

Alles in allem genügend rational vernünftige Argument, um da nun ganz genau hinzuschauen.

Steige ich nun sofort wieder voll in den Sektor ein ? Nein bestimmt nicht und das ist auch nicht zu raten. Eine Trendwende ist noch nicht vollzogen und ich habe hier oft genug gepredigt, dass man nicht gegen einen Trend spekulieren sollte, sondern abwarten, bis er wirklich gedreht hat. Auch Gold und der GDX können durchaus erneut die Signale für eine Wende missachten und erneut nach unten wegbrechen. Ein Trend ist mächtig und der Abwärtstrend ist voll intakt. Und die durchbrochene Nackenlinie indiziert eine relevante Wahrscheinlichkeit dafür, dass es nun massiv weiter nach unten geht und wir die Ziel-Zone der SKS um 20USD herum noch erreichen.

Im übrigen habe ich ja oft genug gesagt, wie wichtig eine Bestätigung ist. Der gestrige Tag ist vielversprechend. Aber erst wenn sich heute erneut ein starker, positiver Tag im GDX anschliesst, kann man beginnen einen "Change of Character" im Sektor zu konstantieren.

Mit diesem Artikel will ich Sie aber aufmerksam machen. Wenden Sie den Blick nicht ab, sondern beobachten Sie nun genau. Denn wenn dieses Baby tatsächlich nach oben dreht, dann können wir uns auf ein Feuerwerk gefasst machen. Phönix aus der Asche eben. Und wenn Sie nun genau hinschauen, haben Sie dann die Chance mit dem Phönix mitzufliegen, bevor die bekannten Magazine dann auch wieder dafür trommeln und ein gutes Stück des Kuchens schon verfrühstückt wurde.

Ein gewichtiger Indikator den ich ernst nehme wird sein, wenn der GDX die Nackenlinie der riesigen SKS wieder von unten durchschlagen sollte. Dann dürfte das "Abfisch-Szenario" für jedermann sichtbar werden und sich eine dynamische Bewegung nach oben anschliessen.

Aufmerksamkeit und Wachsamkeit ist nun in meinen Augen angesagt. Für Handlungen ist es (noch) zu früh.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Marktupdate – 21.11.12 – Die Lage in DAX und S&P500 vor Thanksgiving

Heute kurz vor Handelsschluss in Deutschland, ein paar Zeilen zur allgemeinen Marktlage in DAX und S&P500 vor dem Thanksgiving Feiertag in den USA.

Der Bounce hat den leichten Teil der Aufwärtsbewegung nun hinter sich gebracht. Nun steht der Markt vor wichtigen Wegmarken, in Form der 7200 im DAX und der 1390 im S&P500.

Besonders die 1390 im S&P500 sollten beachtet werden, denn diese stellen auch die Nackenlinie der alten -> Schulter-Kopf-Schulter Formation <- mit Ziel 1300-1320 dar, die noch nicht abgearbeitet wurde.

Zu allem Überfluss stellt diese 1390 nun auch umgedreht die Nackenlinie einer "Cup and Handle" Formation dar, die jeder im Stundenchart des S&P500 selbst ohne Brille erkennen kann:

S&P500

Damit hat die 1390 als Marke doppelte Bedeutung. Kann der Markt diese nicht überschreiten, droht sich der Bounce als weitere Schulter im Absturz heraus zu stellen und wir sollten dann mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Erreichen der Zielzone bei 1300-1320 ausgehen. Was den DAX wohl unter 6900 bis zum 38er Fibonacci-Retracement bei ca. 6880 drücken würde. Und selbst das 50er Retracement bei 6700 wäre dann für den DAX gut vorstellbar.

Wird die "Cup and Handle" Formation aber durch einen nachhaltigen Anstieg über 1390 aktiviert, ergibt sich ein rechnerisches Ziel von 1434. Diese Zahl sollte sie in sofern überraschen, als diese 1434 genau die rechte Schulter der alten SKS markiert. Ein Erreichen der 1434 würde die bärische SKS Formation also ausser Kraft setzen.

Insofern können Sie nun sehen, welche Bedeutung die Zone um 1390 nun für die weitere Entwicklung hat. Im DAX entspricht das ungefähr der 7200er Marke.

Allerdings dürfte es uns Mr. Market wahrscheinlich mal wieder nicht leicht machen, diese Entscheidung zu treffen. Denn so wie es aktuell an den Märkten aussieht, könnte es sein, dass wir heute weiter unter diesen Marken mäandern. Dann kommt Morgen in den USA Thanksgiving und in Europa dürfte nicht viel passieren. Am Freitag folgt dann der grosse Einkaufstag "Black Friday", an dem die Amerikaner die Malls stürmen. Die Wallstreet schliesst dann schon um 19 Uhr MEZ, damit auch die Händler der Wallstreet Gucci, Dior und Prada in der Fifth oder Madison Avenue für Ihre Liebste heimsuchen können. Oder gleich für sich selber zum Ferrari oder Aston Martin Händler gehen können. 😉

Auch Freitag könnte also an den europäischen Börsen eher ruhig bleiben und es kann gut sein, dass die Entscheidung um die Zonen dann immer noch nicht gefallen ist. Dann, am kommenden Montag, werden sich die Einkaufsdaten von Black Friday auswirken und auch die politischen Gespräche rund um den "Fiscal Cliff" wieder Fahrt aufnehmen. Achja, und am Montag wird das Thema Griechenland auch erneut in der EU verhandelt. Aber wer interessiert sich noch wirklich dafür ? Der Markt macht den Eindruck, als seien es nur noch die grossen Medien.

Spätestens Mitte kommender Woche, dürfte dann also die Entscheidung fallen, wohin die Reise in den Indizes geht.

Insofern kann es gut sein, dass von uns nun mal wieder Geduld gefordert ist. Wie schon vor kurzem gesagt, denken Sie an die Weisheit:

"Hope for the best, but prepare for the worst".

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Kurzkommentar – 16.11.12 – DAX und S&P500 zwischen Bounce und weiterer Qual

Ein paar einordnende Worte zur Marktlage in DAX und S&P500 vor Eröffnung der Wallstreet.

Wir haben aktuell zwei gegensätzliche "Wahrheiten" im Markt, die man sich einfach mit ganz kaltem Herzen bewusst machen sollte.

Bounce

Wir sind nun ganz klar technisch nach unten überdehnt. Unzählige Aktien sitzen auf Unterstützungszonen auf. Der DAX hat durch die 7000er Marke geschaut und damit auch etwas abgearbeitet, was ich in meinem Artikel zum -> Weg des maximalen Schmerzes <- schon formuliert hatte.

Weiterhin erreicht nun die FED Liquidität aus QE3 die Märkte und die Saisonalität spricht auch für baldige Stärke.

Ausserdem hatten wir mehrere "Buying on Weakness" Prints im SPY, die einen guten Trackrecord als Indikator für einen Bounce haben. Wir haben in weiten Marktsegmenten ein negatives Sentiment, das bullisch zu werten ist. Das Einzige was im perfekten Bild fehlt, ist die Volatilität, die zwar erhöht aber lange nicht auf Niveaus ist, die echte Panik signalisieren.

Trotzdem spricht nun sehr viel für einen kurz bevorstehenden Bounce. Ich werde jetzt keine weiteren Shorts aufbauen, sondern kurzfristig eher nach oben schauen.

Und wenn wir nach diesen schwierigen, an den Nerven nagenden Wochen im Sinne einer chinesischen Tropfenfolter, nun doch nach oben laufen sollten, dann dürfte das sehr dynamisch in Form eines gewaltigen Short-Squeeze geschehen.

Weitere Qual

So sehr viele Indikatoren nun auf einen Bounce hindeuten, dürfen wir aber nie vergessen, dass es nur Indikatoren sind und (noch) nicht die Realität. Überverkaufte Märkte können noch mehr überverkauft werden. Und sehr überverkaufte können bösartig crashen. Das sollten wir uns bewusst machen. Der LTCM Crash von 1987 kam aus einem massiv überverkauften Markt, dessen Gummiband dann einfach brach und damit auch alle Dämme an den Märkten.

Und wir haben eine bestätigte, massive Schulter-Kopf-Schulter Formation im Leitindex S&P500, die bisher nach Lehrbuch abgearbeitet wurde, inklusive eines Tests der Nackenlinie bei 1390 von unten. Sehen Sie noch einmal -> hier <-. Und diese SKS hat noch jede Menge Luft, bis sie die Zielzone im Bereich 1300-1320 erreicht.

Abgesehen davon wurde bis jetzt jede Rally sofort wieder verkauft und die zweite Handelshälfte der Wallstreet war seit Wochen konsistent schwach. Das mag sich nun ändern, solange es sich aber nicht geändert hat, sind das nur schöne Wünsche und Hoffnungen ohne Wert. Die Realität des 16.11.12 um 14:30 Uhr ist, dass die Bären die volle Kontrolle über den Markt haben.

Meine Schlussfolgerung

Ich nehme den Markt so, wie er anhand der Price-Action ist. Und nicht so, wie ich ihn gerne hätte. Solange ich nicht einen ersten Schub nach oben gesehen habe, werde ich mich am "Bottom-Calling" nicht beteiligen. Und auch wenn der Schub kommt, werde ich immer die Möglichkeit im Auge behalten, dass es nur eine Bärenmarktrally ist und wir die SKS im S&P500 noch vollenden werden, was noch einige Schmerzen für die Marktteilnehmer bedeutet.

Oder um es mit einem Sprichwort zu sagen: "Hope for the best, but prepare for the worst !"

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen und starke Nerven !

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Gastkommentar – S&P500 oder das Phänomen der Zeit

Der S&P500 oder das Phänomen der Zeit - Ein Gastartikel von Johann

Spannende Tage liegen hinter uns und die Kommentare von Hari bzgl. Chartbild S&P500 waren sicherlich sehr hilfreich in den turbulenten Stunden seit Wahlentscheid in USA. Nun habe ich mir selber ein paar Gedanken gemacht; diese aber auf einer anderen Zeitebene.

Mit „meinen Chartanalyse-Methoden“ habe ich mir den S&P500 auf Wochenchartbasis in den letzten 3 Jahren angesehen.

S&P500

Und sehe noch einen schönen, immer noch gültigen Aufwärtstrend mit jeweils höheren Hochs und höheren Tiefs seit Mitte 2011. Erstmals kritisch wurde es auf Wochensicht seit Mai am 12. Oktober, da der Wochenschluss unterhalb des GD10 liegt. Die nächste Woche hat dies am 19.10. bestätigt und zeigt eine „sehr schöne abverkaufte Kerze“. (Am 22.10. damit eigentlich ein idealer Zeitpunkt, selbst für kurzfristig orientierte Trader, short zu gehen, der aus einem „längerfristig geltenden Signal“ generiert wurde). Und exakt seit diesem Zeitraum tritt die GD10-Linie als sehr starke obere Widerstandslinie auf.

Bei 1360 treffen sich nun in meiner Analyse ein längerer gleitender Durchschnitt (GD52) sowie die unterste Linie einer Envelope. Das würde ich mal als starke Wiederstandszone interpretieren. Besonders auch unter dem Aspekt, dass bei 1345 das 61% FiboRT nochmals unterstützend helfen könnte! Was mir noch aufgefallen ist: auf Wochenbasis gibt es keine SKS (wie wir sie hier in den letzten Tagen ausführlich diskutierten).

Meine heutigen Schlussfolgerungen: ich bin etwas längerfristiger orientiert und daher im Moment noch nicht beunruhigt. Schließt der S&P500 auf Wochenbasis unter 1315 werde ich aber eine Short-Position eröffnen, weil dann dort auch das 76 FiboRT „als letztes Hindernis gefallen ist“. Der Stopp nach oben ist klar ersichtlich und daher wird das Risiko dieses Trades eigentlich sehr klein sein.

Besonders spannend in diesem Zusammenhang finde ich jetzt aber die Frage (und damit verbunden hoffentlich zahlreiche Kommentare), inwieweit sich in politisch beeinflussten Börsenzeiten überhaupt eine tägliche Analyse empfiehlt und man nicht vielleicht sogar Gefahr läuft, zum Spielball von Mr. Market (und zum Nervenbündel) zu werden?

Und dennoch beunruhigt mich irgendwie die von Hari aufgezeigte SKS auf kurze Sicht! (… ich scheine auch schon manisch depressiv zu werden wie Mr. Market… 😉 )

Möge mir Mr. Market die Kraft geben, nach meiner eigenen Strategie zu handeln und ruhig zu bleiben, sollten wir im Tageschart „an der 1314 kratzen“ 😉

Liebe Grüße
Johann

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *