Über Erfolg in den Märkten am Beispiel des Gold- und Silber-Trades – 03.09.12

Der heutige Tag ist einfach nur langweilig, wenn die Wallstreet nicht mitspielt, mäandern die europäischen Märkte richtungslos hin und her. Das ist für mich Gelegenheit, mal einen - hoffentlich für Sie lehrreichen - Blick zurück auf Gold und Silber zu richten.

Sie haben Ende letzter Woche erlebt, wie Gold, Silber und die Goldminen explodieren und nun klar bullische Ausbruchsignale senden. Seit den Tiefständen von Mai haben die einzelnen Titel im Mittel zwischen 10-20% gewonnen.

Und ich bin sicher, dass Einige von Ihnen all das seit Mai auf sumerdigital.de gelesen haben, mehrmals daran dachten auf den Zug aufzuspringen, sich aber nicht getraut haben. Also Angst vor der eigenen Courage hatten.

Und nun, wo die Kurse ans Laufen gekommen sind, haben Sie Angst, genau dann zu kaufen, wenn der Sektor zu einer scharfen Korrektur ansetzt.

Und in einem Monat, wenn wir möglicherweise noch einmal 10-20% höher stehen, werden Sie Angst haben die Rally endgültig zu verpassen. Und dann kaufen.

Und dann werden die Kurse vielleicht tatsächlich purzeln, genau an dem Tag, an dem Sie eingestiegen sind.

Kommt Ihnen das bekannt vor ? Wenn ja, sollten Sie jetzt weiter lesen, auch wenn es ein längerer Artikel wird.

Ich glaube jeder der länger dabei ist - mich eingeschlossen - hat das schon erlebt, typischerweise in den Anfangsjahren der "Karriere" als Anleger oder Trader. Das ist auch nicht so verwunderlich, denn dieser Ablauf entspricht ganz typisch dem und hat daher massiv mit unseren psychologischen Mängeln zu tun, die wir alle mit uns herum tragen.

Schauen wir doch also noch einmal auf den Ablauf bei Gold und Silber anhand meiner Artikel und dem tatsächlichen Kursverlauf. Auch wenn es vielleicht für den Einzelnen eine schmerzhafte Übung ist, macht es jede Menge Sinn, weil man sich so die eigenen Fehler bewusst machen kann. Und nur wer seine Fehler erkennt, kann es beim nächsten Mal besser machen :

09. Mai 2012: Nach dem monatelangen Rückgang, stelle ich aufgrund einer Intraday Wende mit hohem Volumen zum ersten Mal die Frage nach der -> bedeutenden Wende bei den Goldminen ? ->. Das Tief im GDX an dem Tag beträgt 41,11 USD. Sein echtes, endgültiges Tief erreicht der GDX eine Woche später am 16. Mai 2012 bei 39,08 USD

11. Mai 2012: Nun thematisiere ich auch für den Goldpreis (XAUUSD) bei 1572 USD, dass die -> Chancen nun die Risiken überwiegen <- auch wenn es noch etwas herunter gehen könnte.

16. Mai 2012: An dem Tag erreicht Gold seinen endgültigen Tiefpunkt bei 1526 USD, ebenso wie der GDX bei 39,08 USD. Ich bemerke und thematisiere den -> massiven SwingLow beim GDX auf hohem Volumen <- ohne das endgültig werten zu wollen.

18. Mai 2012: Zwei Tage später hat sich meine Meinung gefestigt und ich stelle in einem eigenen Artikel deutlich fest: -> Gold und Goldminen bestätigen die Wende <-. Zu diesem Zeitpunkt steige ich selber ein, mit Stops unter den Tiefständen von 2 Tagen vorher. Gold hat an diesem Tag ein Tief von 1567 USD, der GDX ein Tief von 41,44 USD. Das ist der Tag, an dem man mit vernünftigem Risiko Long gehen konnte.

01. Juni 2012: Knapp 2 Wochen später ist mir die fortlaufende -> Hausse bei Gold und Goldminen <- einen weiteren Artikel wert. Ich zeige dort die klaren Umkehrformationen im Sektor und werte es, als ob der Sektor Zentralbankmassnahmen "riecht" die auch den Aktienmarkt befeuern könnten. An diesem Tag schreibe ich auch, dass ich nun alle Shortpositionen im Aktienmarkt schliesse. Sein endgültiges Tief erreicht der DAX dann zwei Handelstage später am 05.06.12.

13. Juni 2012: Ich thematisiere erneut den -> klaren Aufwärtstrend bei den Goldminen <- verbunden mit Trendmarken um den Trade abzusichern.

05. Juli 2012: Ich weise darauf hin, dass die mittlerweile laufende Konsolidierung im GDX sehr konstruktiv ist und erhebliches Potential hat. Ansonsten sitze ich die Konsolidierung im Sektor ruhig aus. Die Tiefs vom 18. Mai kommen nicht mehr in Gefahr.

Juli 2012: In mehrere Tips weise ich auf die Tendenz im Goldmarkt hin und sinniere zb am 25.07.12, ob da nicht "schon der QE3 Trade läuft". Am folgenden Tag thematisiere ich, dass da wohl -> Smart Money am Werk war <-.

31. Juli 2012: Ich benutze Silber um explizit -> einen konkreten Trade <- vorzustellen, der übrigens mit dem langfristigen Stop immer noch läuft und ca. 15% im Plus ist.

08. August 2012 Ich weise auf die -> relative Stärke der Goldminen <- hin.

21. August 2012 Ich blase mit den Worten -> Da braut sich was zusammen <- endgültig zum Halali im Sektor, insbesondere nun bei Silber.

So weit so kurz die wichtigsten Stationen.

Fazit: Das absolute Tief am 16. Mai 2012 wurde klar erkannt und mehrfach thematisiert. Natürlich war die Aufwärtsbewegung seitdem kein "Strich nach oben" und der Sektor hatte im Juli eine erneute Delle. Die Tiefs waren aber nie in Gefahr.

Wer also am 18. Mai 2012 eingestiegen wäre und die Stops einfach ganz entspannt unter das Tief vom 16. Mai 2012 gelegt hätte wie ich, könnte nun immer noch Long&Strong im Sektor sein und wäre im GDX fast 20% im Plus. Und das ganz entspannt.

Wenn Sie bei dieser Bewegung nicht dabei waren, lautet die Frage die Sie sich stellen sollten um zu lernen: Warum habe ich es nicht gemacht ? Und warum haben Sie es bei den vielen Gelegenheiten danach, die ich Ihnen auf sumerdigital.de geboten habe, nicht nachgeholt ? War es vielleicht tatsächlich so, wie ich oben beim Sentiment-Cycle beschrieben habe ? Wenn ja, wartet unten eine ganz wichtige Schlussfolgerung auf Sie.

Noch eine Frage drängt sich auf: Warum schreibe ich Ihnen das alles so im Detail ? Etwa um mich selbst zu beweihräuchern und Ihnen zu zeigen, was ich vermeintlich für "ein toller Hecht" sei ? Am besten dann noch mit dem deutlichen Hinweis, demnächst für meine "Empfehlungen" Geld zu verlangen, weil ich ja so ein toller Guru sei, der Sie nur aus reinem Altruismus reich machen will ? 😉

Nein, weit gefehlt ! Ich habe diese Fehler auch alle schon gemacht. Ich bin nicht besser als Sie. Ich habe aber daraus gelernt. Und ich will Ihnen daher helfen, diesen typischen Fehler zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden. Denn Angst ist kein guter Ratgeber, weder die Angst vor dem zu frühen Einstieg, noch die Angst etwas zu verpassen. Wer solange abwartet, bis er sich wohlfühlt, hat das Beste an einer Rally meistens schon verpasst !

Und es ist auch völlig sinnlos, darüber zu grübeln was die Kurse in Zukunft machen, man weiss es sowieso nicht und kann es auch nicht vorhersagen. Auch die selbsternannten Gurus nicht !

Was man aber statt dessen kann ist: Saubere Setups mit einem positiven Chance / Risiko Verhältnis erkennen ! Und wenn man so ein Setup erkennt, dann kann man es traden. In dem man einsteigt und den Trade durchdenkt und sauber absichert. Und dann einfach abwartet. Und saubere Setups gab es im Sektor zu Genüge, wie der obige zeitliche Ablauf zeigt. Das zu zeigen war auch der eigentliche Sinn obiger Aufstellung.

Auch saubere Setups können fehlschlagen und mit Verlust ausgestoppt werden. Schafft man es aber konsequent diese Trades zu machen, die sich oft emotional schwierig anfühlen, wird sich der Erfolg einstellen. Wartet man dagegen bis man sich wohlfühlt, ist Erfolg unwahrscheinlich. Denn wenn man sich wohlfühlt, haben andere schon ihren Schnitt gemacht, nur wegen dieser guten Stimmung im Markt fühlt man sich ja wohl. Denn diese Stimmung schwappt durch Medien wieder zu einem zurück.

Erfolg an den Märkten hat nichts damit zu tun die Zukunft zu erraten ! Erfolg entsteht, in dem man gute Setups in der Gegenwart erkennt und diese abgesichert tradet.

Machen Sie sich mehr Gedanken darum wie, wann und warum Sie einen Trade eingehen (das Setup), als um die Frage! wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln !

Das ist die Botschaft, die ich Ihnen an diesem ruhigen Börsentag vermitteln wollte. Ich hoffe ich war etwas hilfreich und habe Sie nicht gelangweilt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari !

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Chart der Woche – 28.08.12 – Hecla Mining

Heute möchte ich Sie auf eine Aktie hinweisen, die für mich das "Chart der Woche" ist.

Es handelt sich um den Silver Miner Hecla Mining (WKN 854693).

Ich hatte die Aktie ausführlich vor einem halben Jahr -> hier <- vorgestellt.

Alle Argumente des damaligen Artikels sind für mich nach wie vor gültig. Insbesondere nähert sich nun der Zeitpunkt, zu dem "Lucky Friday" wieder in Produktion gehen kann, was der Aktie einen weiteren Schub verschaffen könnte.

Nun schauen Sie einfach mal auf den aktuellen Chart aus Wochensicht:

Sinnvolle Stopniveaus zur Absicherung sind leicht zu erkennen, ich benutze dafür das Tief der Juli Korrektur bei ca. 4,1 USD. Und nach oben gibt es jede Menge Potential. Wenn sich die beginnende Rally bei Silber fortsetzen sollte, könnte Hecla zu einem der grossen Profiteure werden.

Aber ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse, schauen Sie sich die Aktie einfach mal selber an !

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Marktupdate – 27.08.12 – Gedanken zur Lage bei DAX und Co.

16:00 Uhr

Ein paar lose Gedanken zur aktuellen Marktlage:

  • Die technische Situation der Märkte ist weiter bullisch, der Leitindex S&P 500 hat die 1400 gehalten und könnte nun einen erneuten Anlauf auf Jahreshöchststände nehmen. Korrekturen werden weiter sofort gekauft.
  • Die neu gefundene Einigkeit zwischen Paris und Berlin ist ein weiteres positives Signal für die Märkte und stiftet Vertrauen.
  • Langsam kehren nun die "Pros" der Wallstreet an ihre Desks zurück. Die Volatilität und das Volumen in den Märkten dürfte nun steigen und am Ende der Woche während "Jackson Hole" einen ersten Höhepunkt erreichen.
  • Der Trade vor der "Annual Retreat" Notenbanktagung in Jackson Hole Wyoming Ende der Woche dürfte mit Wahrscheinlichkeit erneut "Buy the rumor, sell the news" lauten. Bernanke (Freitag) wie auch Draghi (Samstag) werden dort sprechen und das Treffen bis ins Wochenende andauern. Vor der Tagung könnte "buy the rumor" für weiter steigende Kurse sorgen.
  • Danach wird es spannend und ist durchaus Raum für Enttäuschung vorhanden, wenn die machtvolle Demonstration der Notenbanken nicht kommen sollte, die der Markt mittlerweile einpreist. Besonders spannend wird der Montag in Europa, da in den US wg "Labourday" am 03.09. die Börse geschlossen ist.
  • Die -> hier <- besprochene Strategie mit Put-Optionsscheinen nun Volatilität zu kaufen, erscheint mir als Hedge eines Long-Depots immer noch sinnvoll.
  • Silber ist weiterhin unglaublich stark und weigert sich zu korrigieren - da -> braut sich wirklich was zusammen <-. Ich bin nach meinem Ausstieg wieder mit 50% der Ursprungsposition Long, die ich nur minimal unter dem Verkaufskurs wieder zurück gekauft habe. Die anderen 50% bleiben freie "Feuerkraft", falls die Korrektur doch noch kommt. Sollte aber Jackson Hole nicht dazwischen spucken, sieht das langsam so aus, als könnte sich da ein "Runaway Move" wie im Frühjahr 2011 zusammen brauen.
  • Beim Nokia Kurs kommt Leben in die Bude, ich bin aber nach wie vor nicht wirklich überzeugt, wie ich von der ganzen Strategie des Microsoft/Nokia Gespanns nicht überzeugt bin. Nachdem Windows8 für Desktops -> wie erwartet <- aus meiner persönlichen Sicht ein Ärgernis ist, das man nicht auf der Festplatte haben muss, bin ich nun Short Microsoft mit Haltedauer des Trades bis Anfang 2013.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein schön grünes Depot ! 😉

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Marktupdate – 23.08.12 – Zur Grosswetterlage rund um DAX und S&P500

09:30 Uhr

Guten Morgen, heute möchte ich einen etwass grösseren Bogen spannen und die Grosswetterlage an der Börse betrachten.

Schauen wir zunächst mal auf den Tages-Chart des Leitindex S&P 500 seit dem bedeutenden Tief Anfang Oktober 2011, als der Index am späten Abend bei ca. 1080 brutal nach oben drehte :

Wir sehen im Chart mehrere Dinge:

  1. Der momentane Anstieg verläuft entlang einer sehr steilen Trendlinie und es ist unrealistisch anzunehmen, dass diese Steigung dauerhaft gehalten werden kann.
  2. Ein Rückfall zur längerfristigen Trendlinie dürfte also früher oder später eintreten. Ich rechne schon bald damit.
  3. Der Index hat ein neues Jahreshoch bei 1426 generiert und dort gedreht, das theoretische Risiko eines Doppeltops besteht also.
  4. Allerdings dreht ein Index nach einem derartigen Anstieg nicht einfach auf dem Fuss, sondern läuft sich oben über längere Zeit "fest", wie im März zu beobachten. Es bleibt also genug Zeit um entweder die Topbildung zu erkennen oder zu sehen, wie der Index nach oben ausbricht.

Schaut man über den Chart hinaus auf die Grosswetterlage, sind alle Inkredenzien noch aktiv, die zu dieser Rally seit Anfang Juli beigetragen haben. Bitte beachten Sie:

  • Die Notenbanken treten massiv aufs Gaspedal. Ein QE der FED wird wahrscheinlicher und die EZB denkt laut über Zinsgrenzen und Anleihenkäufe nach. Das IST ein Gamechanger, niemand sollte den Fehler machen das zu unterschätzen !
  • Das Sentiment ist nach wie vor verhalten und indiziert keinen Top im Markt.
  • Die Nachrichtenlage rund um den Euro ist von Gewöhnung geprägt, der "Grexit" dürfte bestenfalls noch kurz verunsichern.
  • Frisches Geld drückt in den Markt, das aufgrund der finanziellen Repression keine andere Anlagemöglichkeit mehr sieht. Die massive Überperformance der defensiven Bluechips spricht dafür eine deutliche Sprache !

Schauen wir uns nun den S&P 500 doch auch einmal im langfristigen Wochenchart seit 2009 an:

Und da sehen wir ganz eindeutig, der Aufwärtstrend ist intakt ! Und solange ein Trend intakt ist, ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass er fortgeführt wird, als das er einbricht.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Edelmetalle. Wie im Artikel vorgestern antizipiert, haben diese Gestern einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht, nach dem das FOMC Sitzungsprotokoll ein kommendes QE nahe legte. Die Edelmetallmärkte sind gute Notenbank-Indikatoren und diese sagen ganz klar: die Geldschwemme der Notenbanken geht weiter. Das sind positive Aussichten für die breiten Aktienindizes !

Schauen Sie in dem Zusammenhang nun noch einmal auf den Chart von Silber. Wem da nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, dem ist nicht mehr zu helfen. 😉

Aber: beachten Sie unbedingt, dass Silber nun an der 200-Tage-Linie liegt und technisch massiv überdehnt ist. Eine kurzfristige Korrektur bei den Edelmetallen ist nun also höchst wahrscheinlich. Dieser Chart sagt mir aber auch: Die wirklich grossen Gewinne kommen noch und zwar nach der Korrektur !

Fazit:

Der mittelfristige Weg des Marktes scheint weiter nach oben zu zeigen ! Nach wie vor ist das Sentiment eher verhalten, was diese Sicht unterstützt !

Lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal dringend die neue Analyse von Cognitrend von gestern die an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lässt !

Kurzfristig ist ohne Frage eine teilweise Überdehnung eingetreten und eine schärfere Korrektur kann nun jederzeit um die Ecke kommen. Aber man sollte in meinen Augen nicht den Fehler machen, sich als Bär gegen den Trend zu stellen, wenn die Notenbanken aus allen Rohren schiessen - sonst könnte man schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Dampfwalze machen. 😉

Natürlich kann am Ende alles anders kommen und eine überraschende Wendung alles verändern. Das ist aber immer so ! Würde man sich nach diesem Risiko richten, dürfte man gar nicht an der Börse sein. Für dieses Risiko gibt es aber Stops und mit der unteren Begrenzung der 2-wöchigen Konsolidierung auch ganz hervorragende !

Mit dem Trend laufen, sich aber nach unten absichern, so lautet die bewährte Regel für Erfolg an den Märkten.

Insofern sind auch all die berechtigen Argumente zu den strukturellen Problemen der Eurozone momentan nebensächlich. Ein Trend ist ein Trend bis er bricht. Und ob man am Ende recht hatte, zählt an der Börse gar nicht. Es zählt alleine die Zahl die in ihrem Depot steht. Und nur wenn diese Morgen grösser ist, hatten Sie wirklich recht !

Ich persönlich setze mittelfristig auf neue Höchststände und werde nicht gegen die Notenbanken kämpfen, sondern von ihnen profitieren. Und ich reduziere meine Edelmetallpositionen nun leicht, werde aber in der Korrektur massiv nachlegen ! Und meine Stops sichern mich so gut ab, dass ich diese Trades ganz beruhigt laufen lassen kann.

In diesem Sinne viel Erfolg.

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Gold und Silber – 21.08.12 – Da braut sich was zusammen !

14:00 Uhr

Erinnern Sie sich an meinen Artikel zum Aufbau eines Trades am Beispiel von Silber ? Schauen Sie noch einmal -> hier <-. Der Trade ist auf der längerfristigen Basis in meinem Depot immer noch aktiv und nun deutlich im Plus !

Nun verdichtet sich bei mir der Eindruck, dass der ganze Sektor, egal ob Gold, Silber oder die Minen vor einem grossen, bedeutenden Sprung steht. Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten viel dazu geschrieben, über die Bedeutung der 1620er Marke bei Gold, über den Silbertrade wie oben, die Goldminen und das politische Umfeld rund um die Notenbanken, das die Kurse treibt.

Heute möchte ich Sie daher einladen, einfach mal intensiv auf die Charts von Gold (XAUUSD) und Silber (XAGUSD) zu schauen, die ich hier einstelle. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse, aber ich rate dazu, nun genau hinzuschauen !

Ich habe auch genügend Beispiele gegeben, um nun einfach die "Price Action" zu traden. Denn darum geht es - wir wissen nicht wo Gold und Silber morgen stehen werden. Was wir aber machen können, ist den Preisen zu folgen und für gute Absicherung zu sorgen, falls der Wind doch drehen sollte. Und dann gilt es abzuwarten und (hoffentlich) die Gewinne laufen zu lassen.

Hier die Tages-Charts, erst Gold dann Silber:

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Marktupdate – 02.08.12 – FED & EZB: ausser Reden nichts gewesen

16:00 Uhr

Wie treffend meine zuletzt mehrfach geäusserte Sicht auf die bullische Struktur des Marktes war, können wir heute wieder beobachten.

Wir standen mit DAX 6800 und S&P 500 1380 eigentlich nicht mehr sehr weit von den Jahreshöchstständen entfernt und hatten eine tagelange Rally hinter uns.

Und dann enttäuschen die Notenbanken auch noch übertriebene Erwartungen. FED mit QE3 - Fehlanzeige. Erneute Zinssenkung EZB - Fehlanzeige. Konkrete Massnahmen der EZB ausser Absichtserklärungen - Fehlanzeige. Immerhin hat Draghi nun konkrete Aktionen in den nächsten Wochen angekündigt und damit bleibt die Hoffnung am Leben. Aber trotzdem, normalerweise hätte diese Summe an Enttäuschungen reichen müssen, um den Markt massiv nach unten zu schicken.

Und was macht Mr. Market ? Er gibt bei den Enttäuschungen gestern und heute früh kaum ab. Dann spricht Draghi von konkreten Aktionen in den nächsten Wochen und der DAX Future steigt - Pling - sofort bis 6850 ! Erst als der Markt während der Pressekonferenz realisiert, das Draghi heute mehr als Ankündigungen noch nicht zu bieten hat, lässt das den DAX Future in einer Korrektur temporär bis 6604 abstürzen. Aber jetzt um 16 Uhr kommen die Kaufprogramme wieder und kaufen den Rücksetzer und 6700 sind schon wieder in Schlagweite.

Ich kann es nur deutlich sagen: wenn die Bären auch die heutige Enttäuschung nicht nutzen können um den Markt abzuschiessen, wenn wir uns im weiteren Handelsverlauf wieder über 6700 im DAX hoch robben, dann ist damit der Beweis erbracht, dass von den Bären aktuell keine Gefahr droht.

Aber noch haben die Bären ja ein paar Stunden Zeit das Blatt doch noch zu wenden. Eine bessere Definition für einen starken Markt gibt es auf jeden Fall nicht und ich kann nur dazu raten, das dann zu respektieren und sich dieser Dampfwalze nicht mit einem bärischen Bias entgegen zu stellen.

Insofern werde ich ganz aufmerksam den weiteren Verlauf des heutigen Tages abwarten, denn der sagt uns eine Menge darüber, wie die innere Konstitution des Marktes wirklich ist und wieviel Saft diese Rally noch hat. Damit die Bären meinen Respekt erwerben, müssen sie nun die "Nach-Draghi" Tiefs erneut durchschlagen und den DAX auch nachhaltig unter 6600 tauchen. Dann bin ich bereit die Bären wieder ernst zu nehmen.

Wie lange diese bullische Phase noch andauert kann Ihnen niemand sagen, vielleicht ist sie ja schon heute Abend vorbei. Aber was ich hier sehe, hat für mich eher den Charakter über ein kurzes Sommerwunder hinaus zu gehen und bis in den Herbst Wirkung zu zeigen. Denn wenn man es genau betrachtet, hat Draghi durchaus geliefert. Wer halbwegs kompetent die Mehrheitsmechanismen in der EZB verfolgt, konnte doch nicht ernsthaft erwarten, dass heute schon ein konkreter Beschluss erfolgt. Im Kern hat Draghi aber massive Staatsanleihenkäufe - also die europäische Version des Quantitative Easing - in den Raum gestellt. Ein Staat der also unter den ESM schlüpft, wird durch die Geschütze der EZB damit defacto vom Markt abgeschirmt.

Das ist schon eine sehr wesentlich und starke Aussage, die über das eigentliche Mandat der EZB hinaus geht. Insofern hat Draghi geliefert und ich vermute, der Markt wird das im Laufe des heutigen Handels auch so sehen. Um so wichtiger wird damit das Bundesverfassungsgericht am 12.09.12 werden, den Termin können Sie sich schon heute markieren, denn er wird für grosse Nervosität an den Märkten sorgen.

Und was den sich abzeichnenden Grexit angeht, wird der den Markt gar nicht interessieren, wenn die EZB mit klarer und aggressiver Sprache "alle notwendigen Massnahmen" garantiert und der ESM aktiv ist. Der Markt interessiert sich doch gar nicht für Griechenland und sorgt sich auch nicht darum. Was ist schon Griechenland für die Welt - eigentlich völlig irrelevant.

Der Markt sorgt sich um die Folgeeffekte eines Grexit in den grossen Volkswirtschaften der Eurozone wie Italien und Spanien. Wenn die EZB den Markt aber durch aggressive Sprache überzeugt, dass es sich nicht lohnt gegen die schweren Waffen der EZB auf eine Eskalation der Krise zu setzen, dann wird es schlicht keine Eskalation geben. Vertrauen ist halt das entscheidende Gut an den Finanzmärkten. Dann wird die Finanzwelt den sowieso unvermeidlichen Grexit nur noch mit einem desinteressierten Schulterzucken zur Kenntnis nehmen und letztlich wird es den Euro stärken.

Auffällig ist auch erneut die immense Stärke der grossen, defensiven Bluechips, hier fliesst eindeutig institutionelles Geld zu und diese Titel geben einfach kein bischen ihrer bisherigen Gewinne ab. Bei den kleinen und mittelgrossen Aktien ist das Bild lange nicht so positiv, was man auch leicht an der deutlichen Divergenz zwischen S&P500 und Russell2000 Index (RUT) erkennen kann.

Fazit: Wenn der heutige Tag bis Handelsschluss stark bleiben sollte und wir uns von den Tiefstständen nach Draghis Pressekonferenz weiter entfernen, sind ein DAX über 7000 und ein S&P500 über 1400 für mich durchaus wahrscheinlich geworden. Erst wenn wir unter DAX 6600 schliessen, wird sich mein Blick auch wieder nach unten richten. Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an meine im 2. Quartal mehrfach getätigte "Weissagung" einer Sommerrally, die sich vor einem Monat auch viele hier nicht so richtig vorstellen konnten. Es ist und bleibt halt einfach so, dass der Weg den sich die wenigsten vorstellen können, an der Börse mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eintritt. Für Laien mag sich das komisch anhören, denkt man darüber nach wird es aber ganz logisch. Denn auf dem Weg den alle schon erwarten, sind alle auch positioniert und dieses Geld ist damit schon ausgegeben und in den Kursen verarbeitet.

Was ist heute sonst noch auffällig ?

Veolia (WKN 501451) wird heute mit zeitweise Minus 10% geschlachtet. Meine Warnung vom 05.07.12 war also offensichtlich gerechtfertigt. Auslöser waren die Zahlen, die ich aber gar nicht als so schlecht empfand, immerhin war Veolia wieder zu einem Quartalsgewinn in der Lage. Insofern bin ich mir nicht völlig darüber im Klaren, was zu diesem massiven Absturz heute geführt hat. Mit Sicherheit hatte der Markt bessere Zahlen erwartet. Ich habe aber schon seit dem 05.07.12 den Eindruck, dass es hier von Seiten der Politik Probleme gibt, die zu einer Verschlechterung der Stimmung im Sektor führen. Denn die Märkte in denen sich Veolia bewegt sind in hohem Masse politisch beeinflusst, bei einem sozialistischen Präsidenten erst recht. Wer aufgrund französischer Sprachkenntnisse mehr zum Geschehen bei Veolia beitragen kann, ist mit einem Kommentar herzlich willkommen.

Itron (WKN 888379) schiesst nach ausgezeichneten Zahlen um 10% nach oben.

Die Goldminen (ETF GDX) zeigen in Anbetracht des Goldpreise mit über 1% Plus um 16 Uhr Stärke und Überperformance. Wie übrigens Gold und Silber diese Enttäuschungen bisher auch ausgezeichnet verarbeitet haben. Sollte Gold heute trotz der Enttäuschung über 1600 USD schliessen, wäre das ein starkes Signal.

US National Gas (ETF UNG) setzt zu einer scharfen technischen Korrektur nach Test der 200-Tage-Linie an, weil die Lagerbestände überraschend hoch sind. Wenn der Aufwärtstrend dabei nicht gebrochen wird, könnte das eine Kaufgelegenheit sein. Dabei muss man auch ein wenig aufs Klima schauen, die Hitzewelle hat in den US diesen Sommer den Gasverbrauch in die Höhe getrieben und zur Wende bei US National Gas beigetragen. Sollte diese Hitzewelle nun auslaufen, dürfte der Kurs weiter korrigieren.

Ich wünsche viel Erfolg !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Aufbau eines Trades – 31.07.12 – Am Beispiel Silber

15:30 Uhr

Heute möchte ich Sie auf die Kursentwicklung bei Silber (XAGUSD) in USD aufmerksam machen. Denn dort könnte sich möglicherweise nun eine interessante Chance für einen lukrativen Trade entwickeln. Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den weniger erfahrenen Lesern an diesem Beispiel zu zeigen, wie ein durchdachter Trade am Beispiel Silber aufgebaut sein könnte.

Das Silber von möglichen Notenbank-Aktionen profitieren sollte, dürfte wohl offensichtlich sein. Für den folgenden Trade interessieren mich aber derartige Überlegungen weniger, sondern ich betrachte ihn ausschliesslich aus Sicht der Chart- und Markttechnik.

Schauen wir uns Silber mal im Tageschart an:

Sie sehen die massive Konsolidierung, die Silber seit den Höchstständen im Frühjahr 2011 durchlebt. Sie sehen aber auch, dass Silber immer wieder bei ca. 26 USD nach oben drehte. Hier liegt eine ganz starke Unterstützung, die sich als idealer Stop bei einem Trade anbietet.

Sie sehen auch das fallende Dreieck, dass bei Silber nun bald zur Entscheidung führen sollte. Grundsätzliche sind fallende Dreiecke weitgehend neutral was die Richtung des Ausbruchs angeht. Allerdings ist ein Ausbruch typischerweise mit Dynamik in die eingeschlagene Richtung verbunden.

Insofern stellt sich die Frage, ob Silber nun nach unten durch die 26 USD durchfällt, worauf Silber durchaus 20 USD durchschlagen könnte. Oder ob Silber nach oben aus dem Dreieck ausbricht, worauf Silber mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens die Region um 35 USD erreichen dürfte.

Ehrlich, ich weiss es nicht und habe nur eine leichte Präferenz für eine Bewegung nach oben, die sich aus den finanzpolitischen Rahmenbedingungen (Notenbankaktionen) speist. Eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit rechne ich aber dem Szenario zu, dass Silber die obere Begrenzung des Dreiecks testet, die mit der 200-Tage-Linie bei etwas über 30 USD zusammen trifft. Diesen Punkt habe ich im Chart mit einem grünen Punkt markiert und der wäre immerhin immer noch ca. 10% vom aktuellen Kurs entfernt.

Unterstützt wird diese Sicht von der relativen Stärke, die sich nun im Silberkurs aufbaut und im RSI leicht zu sehen ist. Aber auch ein Blick auf das Stundenchart ist interessant:

Nachdem der Kurs über viele Tage oberhalb 26 USD immer wieder nach oben drehte, hat sich nun ein klarer Aufwärtstrend heraus gebildet. Aktuell sieht es nach einer leichten Korrektur aus, die bis knapp unter 28 USD führen könnte, den Punkt den ich mit einem roten Stern markiert habe.

Das aber könnte mit etwas Glück eine interessante Kaufgelegenheit sein, um eine Bewegung nach oben, zumindest bis zur 200-Tage-Linie bei gut 30 USD, mitzunehmen.

Wenn man diesen Trade längerfristig eingehen will, könnte man seinen Stop bei ca. 25,9 USD hinlegen und auf eine Bewegung bis 35 USD und darüber hinaus bis Jahresende wetten.

Wenn man den Trade kurzfristig eingehen will, könnte man seinen Stop unter das Tief von gestern bei ca. 27,5 USD legen und auf eine kurzfristige Bewegung bis zur 200-Tage-Linie oberhalb 30 USD wetten.

In jedem Fall steht hier eine klar definierte Kurs-Chance, einem klar definierten Kurs-Risiko gegenüber. Und das ist schon mal eine wichtige Voraussetzung für einen sauberen Trade. Und mit der 26 USD Marke gibt es eine harte Grenze für eine Notbremse, die von hoher Güte und Aussagekraft ist und weniger als 10% Verlust nach unten bedeutet.

Ob Silber nun tatsächlich zum Sprung nach oben ansetzt, dürfte entscheidend von der FED am Mittwoch und der EZB am Donnerstag abhängen. Ob so ein Trade wirklich aufgeht ist ebenso unklar, Sicherheit gibt es an der Börse nicht. Betrachtet man aber die Wahrscheinlichkeit, sehe ich eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Kurs nun den Bereich um 30 USD testen wird. Und betrachte ich Chance und Risiko der Bewegung von einer absoluten Perspektive, sehe ich ein Risiko nach unten bis 26 USD von aktuell ca. 8%, dem aber eine grössere Chance nach oben bis ca. 35 USD oder 25% gegenüber steht.

In Summe also ein gutes Beispiel für einen Trade den man in meinen Augen machen kann (aber nicht muss). Ich hoffe es hilft den unerfahrenen Lesern, ihre Aktivitäten an der Börse in Zukunft ebenso sauber zu durchdenken und mit definierten Chancen und Risiken zu hinterlegen.

Zu einem sicheren Gewinn wird dieser Silber-Trade genau so wenig führen, wie jede andere Wette an den Märkten. Alles ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Aber dieses Beispiel ist zumindest eine sauber durchdachte Strategie und damit erfolgsträchtiger, als Adhoc-Aktionen aus einem rein emotionalen Momentum heraus, ohne Chancen und Risiken wirklich durchdacht zu haben.

Ich wünsche viel Erfolg !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Hari´s Märkte am Abend – 07.06.12 – China stimuliert – Bernanke enttäuscht

22 Uhr - Handelsschluss

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Wie gestern antizipiert, hatten wir schon heute den Test der 200 Tage Linie bei gut 6200 im DAX. Wir schauten kurz darüber, konnten diese aber nicht halten, was aber durchaus normal ist.

Auslöser für die starke Bewegung war die überraschende Zinssenkung in China, die natürlich vor allem den Exportwerten im DAX besonders gut tat, angeführt vom Autosektor, der heute durch die Bank mit Gewinnen aus dem Handel ging.

Ab 16 Uhr sprach dann Ben Bernanke, der aber enttäuschte den Markt, weil er einfach gar nichts Neues sagte, die Rede hätte auch ein Roboter halten können. 😉 Was im Handelsblatt - in meinen Augen aber sachlich verfehlt - als Hinweis auf weitere Massnahmen gewertet wurde, ist nichts weiter als eine bekannte Formulierung, die von Ben Bernanke immer wieder benutzt wird und nicht mehr als die Tür für Massnahmen aufhält - nichts Neues also.

Die Reaktion des Marktes - der das auch genau so verstanden hatte - kam sofort und als Folge wurde querbeet ein Teil der Gewinne abgegeben, besonders hart traf es natürlich den Edelmetallsektor, der in freudiger Erwartung eines neues Stimulus schon gestiegen war, dazu später mehr.

In Summe war es aber ein positiver Tag an den Börsen, der durchaus Raum für eine weitere Aufwärtsbewegung lässt, wenn auch vielleicht nicht gleich am morgigen Freitag. Auch das der DAX die 200-Tage-Linie wieder verloren hat, muss man nicht überbewerten, denn im Leitindex S&P500 war der Bruch der 200-Tage-Linie ein typisches Fehlsignal - wie so oft in der Vergangenheit und im Zweifel sind die Signale des S&P500 höher zu bewerten, als die des DAX. Sehen Sie selbst im Tages-Chart, das ca. ein Jahr Kursverlauf abdeckt :

Übrigens, durchaus positiv wäre zu werten, wenn im S&P500 jetzt in den nächsten Tagen ein langsames Bröseln einsetzen würde, dass maximal die 200 Tage Linie bei ca. 1300 noch einmal von oben testet. Damit könnte sich nämlich ein Cup&Handle heraus bilden, ganz analog zum "rechten Henkel" vom Dezember letzten Jahres, den ich mit Pfeilen markiert habe. Wichtig ist bei der Bewertung dann, dass trotz "Bröseln" der RSI nicht abkippt, auch das war im Dezember der Fall und kündigte den folgenden Anstieg an.

Summa Summarum sehe ich im DAX durchaus Chancen, vor der Griechenland-Wahl noch bin an die 6400 heran zu kommen, dann spätestens sollten vor der Wahl aber Gewinnmitnahmen einsetzen, weil dann der Markt wieder auf Sicherheit spielen dürfte. Insofern ist es wohl keine schlechte Idee, weitere Anstiege oberhalb 6200 zunächst mal abzusichern und auch mal ein paar schnelle Gewinne mitzunehmen. Was nach dem 17.06.12 an den Börsen passiert, kann sowieso niemand vorher sagen, da muss man nicht unbedingt im totalen Blindflug mitwetten, zumal der Vorteil einer völlig überverkauften Markttechnik, wie wir sie vor einer Woche noch hatten, nun verflogen ist.

Insofern hat sich mein bullischer Bias von Anfang der Woche nun wieder normalisiert und ich bin wieder völlig neutral ohne Präferenz eingestellt. Ich sehe noch gut 200 Punkte kurzfristiges Potential im DAX nach oben, aber ebenso das Risiko, dass wir nun schon wieder abkippen. Erst nach dem 17.06.12 haben wir wohl die Chance auf nachhaltigere Trends, in welche Richtung auch immer.

Schmerzlich spürte der Edelmetallsektor heute, dass Bernanke keinerlei Signale für geldpolitische Lockerungsmassnahmen gab. Rein von der Marktechnik her, standen jetzt sowieso Gewinnmitnahmen an, was ich ja gestern Abend schon angekündigt hatte. Das diese Abgaben dann so unerwartet brutal ausfielen und im GDX heute zu bis zu 4% Minus führten, lag schlicht an der Enttäuschung über Bernanke. Das ganze "Hot Money" verliess heute den Sektor, was keineswegs schlecht sein muss. Denn der Boden den wir nun in den nächsten Tagen vielleicht finden, dürfte von "starken Händen" gehalten werden und kann dann als zuverlässiges Stop-Niveau für die kommenden Wochen genutzt werden.

Schauen Sie auf den Chart des GDX, dann sehen Sie, dass wir schon nahe an der Trendlinie sind. Eine Wende ist also schon Morgen möglich. Wahrscheinlicher finde ich aber, dass wir auch das Gap vom 01.06. noch schliessen und knapp unter 44 USD schauen, dort wo ich den Stern im Chart habe. Auch das würde mir noch keine Sorgen machen. Erst wenn wir auch das Tief vom 30.05. unterschreiten, dort wo bei ca. 42,8 USD ein steiler Anstieg begann und wo ich Ihnen im Chart eine dünne, waagerechte Linie eingezeichnet habe, würde ich ernsthaft nervös werden. Mein Stop liegt deshalb weiter bei 41 USD. Wenn wir die wieder sehen, ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung und die Wende bei den Goldminen könnte sich dann als Bullenfalle heraus stellen. Dann bin ich draussen, ich halte dieses Szenario zwar für möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Bemerkenswert ist übrigens, dass der europäischen Bankensektor nun seit einer Woche, seit dem 01.06.12, permanent nach oben läuft. Wie ich hier schon mehrfach anmerkte, ist das ein wichtiges Signal der Beruhigung und wenn diese Bewegung kippen sollte, ist auch im breiten Aktienmarkt wieder allergrösste Vorsicht angesagt ! Schauen Sie also wie ich jeden Tag auf die Entwicklung des iShares Eurostoxx Banks (WKN 628930), solange der weiter steigt, ist das für den breiten Markt wie das Signal einer grünen Ampel zu werten. Das bedeutet nicht zwingend das die Kurse steigen müssen, erhöht die Wahrscheinlichkeit aber ganz erheblich, da ein guter Teil des Absturzes der letzten Wochen ja auf der Angst vor Wirren in der Euro-Zone fusste.

Ein wichtiger Hinweis noch in eigener Sache:

Ich werde die kommenden 3 Wochen, also bis Ende Juni, hier im Blog etwas mit dem Format experimentieren. Das bedeutet unter anderem, dass die "Märkte am Abend" nicht mehr regelmässig und fix um 22 Uhr erscheinen werden. Statt dessen wird es öfter mal kurze Updates über den Tag geben. Was ich heute zu den Goldminen in einem Kommentar auf Johanns Frage schrieb, wäre so eine typische Gelegenheit für ein aktuelles Update.

Hintergrund sind private Erwägungen meinerseits. Einerseits hat ein fester Veröffentlichungstermin seine Vorteile, vor allem für Sie als Leser. Andererseits bedeutet es, dass ich jeden Tag, selbst an Feiertagen wie heute, spätestens ab 21 Uhr, oft früher, am Rechner sitze um den gesamten Artikel zu schreiben. Und das geht auf Kosten von Familie, Freunden und privaten Erwägungen, für die ich ab 20-21 Uhr dann nie zur Verfügung stehe. Natürlich sitze ich da oft sowieso, wenn ich die Wallstreet im späten Handel trade, aber das mache ich halt nicht immer und schliesse meine Bücher auch manchmal früher. Diese Flexibilität nimmt mir der feste Veröffentlichungstermin.

Sie können sich sicher denken, dass ich die umfangreichen Artikel auch nicht erst Abends schreibe, sondern diese über Tag vorbereite und ab 21 Uhr zusammen stelle, vervollständige und aktualisiere. Auch das ist ein Nachteil, weil es doppelte Arbeit macht, wenn ich schon fertige Teile umschreiben muss, weil der Markt dann im späten Handel doch noch eine Wendung vollzogen hat.

Das ist nun aber auch nicht als Abkehr vom Prinzip der "Märkte am Abend" um 22 Uhr zu werten, ich will in den kommenden Wochen einfach mal ergebnisoffen experimentieren und ausprobieren, wie sich ein anderer Rhythmus für mich anfühlt. Solange ich das hier ja kostenlos mache, habe ich ja auch die Freiheit dazu. Und dann schauen wir mal, wie sich das für uns alle anfühlt.

Natürlich ist mir auch wichtig, was meine aktiven Leser darüber denken, also die Leser, die sich hier auch selber einbringen. Deshalb werde ich dann Anfang Juli eine umfangreiche Umfrage für die registrierten Leser machen, was gut gefallen hat und was nicht. Ich werde diese Umfrage dann bei meiner Entscheidung für das weitere Format berücksichtigen. Natürlich freue ich mich auch schon vorher und jederzeit über Meinungsäusserungen, Vorschläge oder Ideen zum Thema.

Morgen am Freitag erscheinen die "Märkte am Abend" noch normal um 22 Uhr, nächste Woche geht es dann mit der Experimentierphase los.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **