Gold und der Weg des maximalen Schmerzes

Der folgende Artikel erschien schon gestern Montag 06.10.14 09:40 in Hari Live

Gold hat in USD nun heute Nacht endlich das getan, was schon länger absehbar war: die Tiefs bei 1180 USD wurden erneut getestet:

Gold 06.10.14

Damit ist ein temporärer Bounce nun höchst wahrscheinlich geworden. In Summe erleben wir nun seit Monaten, wie Gold sich exakt so bewegt, wie wir das schon seit Anfang des Jahres hier als grossen "Gameplan" mehrfach skizziert haben.

Zu klar war einfach die zu positive Erwartung der Gold-Bugs, die aus reiner Hoffnung heraus, auf einen Rebound gesetzt haben und unbedingt eine Umkehrformation sehen wollten, wo in Wirklichkeit ein grosses fallendes Dreieck war, das nach Auflösung nach unten schrie.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Artikel -> Gold zwischen Mythen und Propaganda <-, der auch Links zu den anderen Artikeln zum Thema hat.

Nun ändert sich der mediale Konsens am Markt aber merkbar, die diversen Börsenbriefe der „Gold-Bugs“ schwenken um und selbst die härtesten Gold-Bullen, nehmen nun einen Absturz bis 1000 USD ins Visier - zu deutlich ist einfach die aktuelle Schwäche, als dass man da noch gegen an schreiben kann. Natürlich wird der Absturz auf 1000 USD mit dem „Twist“ versehen, dass das dann der finale Absturz sei, aber der Konsens richtet seinen Blick nun klar nach unten und das Sentiment ist sauer wie selten.

Und damit kommt nun wieder die Reflexivität zum Tragen und wir, die wir diese Mechanismen verstehen, tun nun gut daran, uns auch andere Alternativ-Szenarien zu durchdenken, als den Absturz auf 1000 USD, den wir schon so lange auf dem Radar haben.

Sie wissen in diesem Zusammenhang, dass ich ein Freund der Theorie vom „Weg des maximalen Schmerzes“ bin, dem Weg, den der Markt systemimmanent gerne nimmt. Man könnte es auch schlichter den Weg des geringsten Widerstandes nennen, weil das der Weg ist, auf dem niemand positioniert ist und damit Widerstand leisten kann. Ein Weg, den niemand auf der Rechnung hat, ist aber auch ein Weg voller Schmerz für die Marktteilnehmer.

Gerade bei Gold, ist die Tendenz diesen Weg zu nehmen besonders ausgeprägt, weil bedingt durch die Struktur der COMEX und die Möglichkeit dort ohne physische Hinterlegung gehebelt zu handeln, der Goldpreis von den ganz grossen Jungs beliebig hin und her geschickt werden kann. Da bietet es sich doch geradezu an, die normalen Anleger mal wieder abzufischen und erneut auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Und wie würde so ein mögliches Szenario des maximalen Schmerzes nun aussehen?

Nun, es würde nach einem anämischen Bounce, der sich nun anschliessen könnte, einen Einbruch unter 1180 erfordern. Dieser Einbruch würde dann die letzten Gold-Bullen demoralisieren und der ganze Markt würde auf die 1000 USD starren. Wenn dann, irgendwo zwischen 1100 und 1150 USD, ein Rebound orchestriert wird, dürfte das den gesamten Markt auf dem falschen Fuss erwischen und zu einem brutalen Short-Squeeze führen:

Gold 06.10.14 2

Bedenken Sie aber bitte, das ist nur ein Szenario unter vielen. Aber eines das ebenso Sinn macht, wie der Einbruch bis 1000 USD. Und bedenken Sie bitte, dass Gold in diesem Szenario unbedingt einen schwächeren Dollar für den Rebound braucht. Aber auch aus dieser Sicht könnte das Szenario vom Timing her Sinn machen, denn wenn nach einer kurzen Gegenbewegung im Dollar, in den kommenden Wochen noch eine weitere Phase der Dollarstärke kommen sollte, könnte sich diese Bewegung dann auch in ein paar Monaten erschöpft haben. Das wäre wohl notwendige Voraussetzung, um eine Stabilisierung beim Goldpreis zu bekommen.

Gehen wir nun also kurzfristig von einem schwachen, bis bestenfalls durchwachsenen Bounce bei Gold aus, der im Maximum vielleicht bis 1250-1260 USD tragen könnte. Und gehen wir davon aus, dass die 1180 USD dann in den kommenden Monaten trotzdem nach unten gebrochen werden.

Dann aber wird es richtig interessant und wenn die ganze Herde auf der einen (Short-) Seite des Bootes hängt, müssen wir uns nicht auch noch auf diese Seite begeben. Eine Veränderung der Positionierung der Commercials im COT-Report, wird uns wohl den Weg weisen.

Ihr Hari

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Die grosse Marktlage am Beispiel des Leitindex S&P500

Sie wollen wissen, wie es an den Märkten weitergeht? Hat die Korrektur den Boden schon erreicht oder kommt noch ein zweite schmerzhafte Abwärtsphase? Oder ist das vielleicht schon der Beginn der grossen Topbildung, von der ja Crash-Propheten schon seit 2011 permanent fabulieren und bestimmt auch irgendwann Recht bekommen und sich dann wieder feiern lassen?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantworten wollen und Ihr Anlageverhalten darauf abstimmen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

Sie können einerseits das Gekröse eines Frosches befragen oder alternativ auf einen der vielen "Gurus" hören, die sich Ihnen nur zu gerne medial andienen, weil diese so nett sind, deren zuverlässige Kenntnis der Zukunft mit Ihnen ganz kostenlos und unverbindlich zu teilen. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Oder Sie verwenden die Methode, mir der wir hier auf sumerdigital erfolgreich sind und halten wie die Indianer Ihr Ohr an den (Börsen-)Boden und versuchen anhand der realen Signale des realen Marktes heraus zu finden, ob sich da ein "eisernes Pferd" nähert um Sie platt zu walzen. Oder ob es sich um eine Büffel(Bullen-)Herde handelt, die nicht weniger gefährlich ist, wenn man sich ihr falsch entgegen stellt.

Und das beste Ohr auf dem Boden hat man dann, wenn man den Leitindex S&P500 belauscht. Der DAX hat zwar ein gewisses Eigenleben, zuletzt zeigte sich das über Monate in relativer Schwäche. Am Ende bestimmen aber die US Indizes den grossen Ton der Märkte und ohne dass diese deutlich korrigieren, wird auch der DAX seine Einbussen begrenzen können. Und von den US Indizes ist der marktbreite S&P500 der Bedeutendste.

Schauen wir also auf den S&P500 in drei verschiedenen Zeithorizonten. Wenn man ein Gefühl für den Markt gewinnen will, lohnt es sich immer, den aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Die folgenden Charts, die sich bewusst auf das ganz Wesentliche beschränken und überladenen "Linienbalast" vermeiden, haben eine Reihe grundlegender Botschaften beim Blick auf Angebot und Nachfrage, die man nun unbedingt zur Kenntnis nehmen sollte. Insofern sind keine weiteren Erklärungen nötig. Bedenken Sie aber bitte, die Zukunft ist und bleibt ungewiss und alle diese Charts zeigen nichts weiter, als verschiedene Szenarien mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten. Für eine sicher vorhergesagte Zukunft, verweise ich erneut auf das Gekröse der Frösche. Ich kann diese Sicherheit nicht bieten.

Wenn diese drei Charts aber nicht deutlich zu Ihnen sprechen und Ihnen kein aussagekräftiges und objektives Bild der Lage vermitteln, dann sollten Sie entweder wie oben wieder den "Gurus" folgen, oder ganz dringend ihr eigenes Wissen um Markttechnik steigern. Die sumerdigital Community lädt Sie ein, dazu zu stossen.

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Stada im Rebound – Profiteur einer Entspannung rund um Russland

Der folgenden Hinweis erschien vor zwei Tagen am Mittwoch 04.06. 10:55 in Hari Live.

Ich hatte im Zuge der Ukraine Krise mehrfach in Hari Live über den Generika-Anbieter Stada (WKN: 725180) gesprochen. Denn Stada mit seinem umfangreichen Russland-Geschäft, war durch die Krise besonders vom Markt abgestraft worden, gleichzeitig war fragwürdig, ob das nicht eine Übertreibung darstellte.

Stada war also ein Musterbeispiel für die Art von Rebound-Chancen, die sich im ganzen Sektor der mit Osteuropa und Russland verbundenen Geschäfte aufgetan haben - auch eine C.A.T. Oil fällt ja in diese Kategorie.

Diese Chance hat sich in den letzten Wochen nun sehr schön realisiert und Stada hat nun ein perfektes "V" als Rebound hingelegt und vom Tief Mitte April bemerkenswerte 23% gewonnen:

Stada 04.06.14

Gleichzeitig sehen wir nun, dass auch die Abwärtstrendlinie nach oben gebrochen wurde und wir im On-Balance-Volumen erneut eine positive Momentum-Divergenz haben.

In Summe sieht das Chart daher immer noch aussichtsreich aus und ein Verlauf wie eingezeichnet, hat gute Chancen. In dem Szenario würde nun ein kleine Konsolidierung oberhalb der Trendlinie folgen, bevor die Aktie zum nächsten Schub ansetzt.

Negiert würde das obige Szenario, wenn die Aktie unter das Tief vom 16.05. fällt. Fundamental ist die Aktie sowieso nicht überbewertet und auch die Übernahme-Phantasie ist bei Stada weiterhin latent vorhanden.

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Brasiliens Aktienmarkt und der Bovespa im Rebound

Ich hatte im Artikel -> Der DAX wackelt, der Bovespa haussiert <- auch im freien Bereich schon am 07.04. kurz auf den brasilianischen Aktienmarkt hingewiesen, der im Vorfeld der Fussball-Weltmeisterschaft, zu einer beeindruckenden Rally angesetzt hatte, die wir im Premium-Bereich von Anfang an mitgenommen haben.

Nun hat der in US Dollar notierende ETF iShares MSCI Brazil (EWZ) - dessen deutsche Entsprechung übrigens die WKN A0HG2M hat - eine notwendige Konsolidierung vollzogen und könnte aus dieser nach oben zu einem zweiten Schub ausbrechen:

EWZ 05.05.14

Im längerfristigen Chart mit Wochenkerzen sehen wir dann auch, dass damit nun der seit 2010 andauernde Abwärtstrend auf die Agenda kommt:

EWZ 05.05.15 w

Entweder bleibt der Bovespa im alten Trendkanal und fällt erneut zu neuen Tiefstständen, oder es erfolgt ein bedeutender Ausbruch. Auf jeden Fall hatte der brasilianische Aktienmarkt schon lange nicht mehr so eine gute Chance zum Ausbruch und der hätte deshalb hohe Bedeutung und könnte eine neue, längerfristige Stärke-Phase des Bovespa einläuten. Dieser Bruch wäre endgültig da vollzogen, wo ich den grünen Stern eingezeichnet habe.

Der brasilianische Aktienmarkt ist nun also so oder so einen Blick wert.

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Goldminen – GDX – Grosse Wendeformation im Aufbau ?

Im Premium-Bereich haben wir uns in den letzten Wochen, seit dem bedeutenden Tief vom 26. Juni, intensiv mit den Gold- und Silberminen und den Edelmetallen Gold und Silber beschäftigt. Und haben dabei schöne Gewinne eingefahren, weil wir den neuen Aufwärtstrend frühzeitig erkannt haben.

Nun möchte ich auch den Lesern im freien Bereich einmal die aktuelle Lage aufzeigen, um etwas Ordnung in die typischerweise zwischen Angst und Gier schwankenden Gedanken zu bringen.

Ich zeige Ihnen daher nun, anhand des grossen US Goldminen ETFs GDX, ein mögliches Szenario für den weiteren Ablauf. Der GDX ist das Vehikel, in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln.

Während es meinen treuen Lesern längst bekannt ist, muss ich hier im freien Bereich immer wieder betonen, dass ein Szenario keinerlei Weissagung oder Prognose ist, sondern eben nur ein mögliches Szenario unter anderen. Niemand hat eine Glaskugel, auch ich nicht. Und die, die permanent mit Bugwelle Prognosen produzieren schon gar nicht. Aber aufgrund ähnlicher Bewegungen in der Vergangenheit, so beim GDX der Rebound 2008/2009 oder auch der Rebound letzten Sommer, kann man sinnvolle Schlussfolgerungen über typische Marktstrukturen ziehen. Und damit die Wahrscheinlichkeiten ganz leicht - sozusagen von 50 auf 55% - zu seinen Gunsten verschieben.

Und aufgrund dieser typischen Strukturen hat der folgende Ablauf nun eine realistische Chance. Aber auch wenn eine Chance keine Sicherheit bedeutet und solche Szenarien höchst selten genau exakt so eintreten, alleine diese Struktur im Auge zu haben, verschafft einen grossen Vorteil gegenüber einer Lage, in der man ohne Massstab emotional zwischen Angst und Gier hin und her geworfen wird. Mit dieser Struktur als Vorlage, hat man wenigstens einen Massstab, an dem man Abweichungen erkennen und daraus rational Schlussfolgerungen und Handlungen ableiten kann, statt nur dem Bauch zu folgen.

GDX 22.08.13

Dieses Chart mit Tageskerzen zeigt:

(1) Das der GDX seit dem Tief von Ende Juni einen neuen Aufwärtstrend aufgenommen hat, der durch höhere Tiefs Anfang Juli und Anfang August definiert wurde.

(2) Das der GDX zunächst von der Nackenlinie der Umkehrformation abgeprallt ist, die nach oben auch durch mehrere, grosse Gaps aus Mitte April definiert wird.

(3) Das sich der GDX erst oberhalb dieser Gaps, also oberhalb 35 USD nachhaltig freigeschwommen hat.

(4) Das kurzfristig die Chancen für ein weiteres Trendtief unter der nun ansteigenden 20-Tage-Linie bei ca. 27 USD - aber über der 50-Tage-Linie - vorhanden sind.

(5) Das sich dann entweder erweist, dass der Trend schon am Ende ist und der GDX wieder wegkippt, weswegen zwingend Stops unter dem Tief von Anfang August liegen müssen. Denn wenn mit der Wendeformation alles in Ordnung ist, dürften wir dieses Tief auf keinen Fall mehr sehen.

(6) Oder das dieser Dip bis ca. 27 USD der ideale Zeitpunkt ist, um im Sinne "Buy the Dip" erneut in den GDX hinein zu springen, um den nächsten Schub nach oben nicht zu verpassen.

Ich wiederhole, das ist ein mögliches Szenario, um Ihnen Orientierung im Schlachtengetümmel des Tages zu verschaffen. Es ist keine Prognose, Prognosen sind Unfug, niemand kennt die Zukunft. Und natürlich hängt der GDX letztlich vom Goldpreis ab, der einfach mitspielen muss, wenn es zu dieser Umkehrformation kommen soll.

Im Premium-Bereich verfolgen wir die weitere Entwicklung des Sektors jeden Tag und leiten daraus sinnvolle Handlungen ab.

Ihr Hari

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Hewlett Packard (WKN: 851301) mit relativer Stärke im schwachen Markt

Gerade in Marktphasen wie aktuell, wo nach oben nicht so viel zu gewinnen ist, macht es Sinn sich nach Aktien umzuschauen, die relative Stärke zeigen und von aktueller Marktschwäche kaum betroffen sind.

Nun, mit dem IT Riesen Hewlett-Packard (WKN: 851301, HPQ) haben wir so eine Aktie. Inhaltlich muss ich zu HP wohl nichts sagen, jeder dürfte das Unternehmen zu Genüge kennen und auch das strategische Durcheinander unter ex CEO Leo Apotheker, das wesentlich zum Absturz beigetragen hat, dürften die meisten mitbekommen haben.

Wir haben den Rebound bei HP hier mehrfach besprochen, so am -> 06.02.13 <- und am -> 23.04.13 <-. Ich habe mir erlaubt im Tageschart seit Herbst 2012 die beiden Zeitpunkte mit einem Pfeil zu markieren. Wer seit dem 06.02.13 dabei war, ist nun 47% im Plus und das in 5 Monaten, ich habe schon schlechtere Trades gesehen.

Tageschart seit Herbst 2012:

HP Tag 03.07.13

Das aber die Reise zur Normalisierung der Bewertung keineswegs zu Ende sein muss, zeigt Ihnen der langfristigere Blick auf das Wochenchart seit 2009. Natürlich sind die einfachen Gewinne nun gemacht, aber die Aktie hat immer noch grossen Potential, wenn es gelingt dem Unternehmen wieder eine klare strategische Aufstellung zu geben. Und nun stellen Sie sich mal theoretisch vor, dass HP - nachdem die Aufräumarbeiten der vergangenen Verwirrungen vorbei sind - auch wieder ein Thema finden würde, das die Börse mit Phantasie honoriert. Wäre HP nicht zum Beispiel prädestiniert dafür, das Thema 3D Drucker in das Massengeschäft zu tragen ?

Wochenchart seit 2009:

HP Woche 03.07.13

Aber alles Spekulation, am Ende liegt die Wahrheit auf dem Platz und es zählt nur der Chart, in dem sich das reale Handeln aller Marktteilnehmer widerspiegelt. Reden ist demgegenüber billig, erst das investierte Geld zeigt die wahren Absichten. Und dieser Chart ist in einem klaren Aufwärtstrend und solange er andauert, ist der Trend unser Freund. Eine Freundschaft, die bei der HP Aktie das Potential hat, auch länger anzudauern.

Wer ein Investment nicht an der Trendlinie absichern will und der Aktie mehr Raum für Swings geben will, sollte das Korrekturtief vom 19.04.13 im Auge behalten. Wenn das nach unten durchschlagen werden sollte, stimmt mit der Geschichte des Wideraufstiegs von HP etwas nicht mehr und man sollte auf die Seite treten. Ansonsten aber haben wir hier eine Aktie, die auch in der derzeit schwierigen Marktphase relative Stärke zeigt und durch eine keineswegs übertriebene Bewertung abgesichert ist. Es gibt nach meiner Ansicht schlechtere Anlagen, die bei deutschen, privaten Anlegern merkwürdiger Weise beliebter sind. Mit fällt da zum Beispiel eine Aktie ein, die mit "C" beginnt. 😉

Vom Timing her kann man vielleicht noch ein bisschen warten, ich selber halte einen Test des Trends nun für möglich (wenn auch nicht sicher) und würde erst dann wieder aufsteigen, wenn dieser hält. Aber auch ein Schub zu neuen Hochs, würde von mir persönlich voraussichtlich als erneutes Kaufsignal betrachtet. Eine intensive Beobachtung ist die Aktie von HP aber alle mal wert !

Ihr Hari

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Doppelboden bei Gold ? Arbeiten die Edelmetalle an der Wende ?

Am gestrigen Pfingstmontag sind im Segment Gold und Silber dramatische Dinge passiert, aber niemand scheint es so richtig zu registrieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in den grossen Medien immer noch die Geschichte vom schlimmen Absturz erzählt wird (Metall des Teufels), während Silber gestern Abend um 18:15 Uhr Intraday schon fast 15% gestiegen war und eine sensationelle Wende hinlegte. Nicht bemerkt wurde auch, dass der Abverkauf unter geringem Volumen stattfand, während das Volumen im Rebound anzog.

Aber auch Gold hat gestern eine bedeutende Wende hingelegt, schauen Sie mit mir auf das Tageschart von XAUUSD mit Stand heute Morgen 09:00 Uhr :

XAUUSD 21.05.13

Sie sehen den potentiellen Doppelboden, bei dem das zweite Tief über dem ersten liegt. Wenn dieser Doppelboden bestätigt wird, ist das eine bullische Struktur mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Wende !

Entscheidend ist also die Bestätigung und die müsste in den folgenden 3 Tagen - also bis Donnerstag - durch eine starke Bewegung über 1400 USD kommen. Bis dahin ist heute zunächst mit leichtem Bröseln nach unten zu rechnen, nach dem gestrigen Tag kein Wunder. Kurzfristig stellt die 1400er Marke einen starken Widerstand dar.

Morgen gilt es dann, denn am morgigen Mittwoch spricht um 16 Uhr FED Chef Ben Bernanke und um 20 Uhr kommt das FOMC Sitzungsprotokoll in den Markt, dass in der Vergangenheit von den Bären gerne benutzt wurde, um den Sektor nach unten zu prügeln.

Was aber für einen Doppelboden spricht, sind mehrere Faktoren:

Erstens haben wir nun ein extrem negatives Sentiment in Sachen Gold und Silber, die Edelmetalle sind im Moment die am meisten verachtete Anlageklasse. Man kann es auch wunderbar an der typischerweise prozyklischen Presse beobachten. Überall, egal wo man hinschaut, wird vom Ende des Gold-Bullen geredet, Kursziele unter 1000 USD - ja bis zu 500 USD - werden herum gereicht und was findet man dagegen überhaupt nicht mehr ? Eben: Artikel, die eine bevorstehende Rally indizieren. Niemand traut sich mehr mit so einer Meinung heraus, zu gross ist die Angst, wieder auf dem falschen Fuss erwischt und mit Häme bedacht zu werden. Was aber selbst der dümmste Trader und Anleger schon mitbekommen hat, hat keine prognostizierende Wirkung im Markt mehr. Das Herdendenken ist schon wieder in voller Blüte zu bewundern !

Zweitens sind auch alle mir bekannten technischen Indikatoren im extrem überverkauften Niveau. Das gilt insbesondere auch für die COT Daten, in denen man sehen kann, wie professionelle Akteure aufgestellt sind.

Drittens gibt es mittlerweile eine hohe Short-Quote, denn ein Short auf Gold und Silber scheint ein "Sure-Play" zu sein. Diese Shorties werden covern, wenn Gold wieder über 1400 USD steigt und damit den Doppelboden bestätigt. Das erzeugt einen erheblichen Schub unter den Kursen.

Viertens sind entgegen der öffentlichen Rhetorik alle fundamentalen Argumente pro Gold gültiger denn je. Und ja, wir haben schon jetzt erhebliche Inflation, sie steckt halt in den Assetmärkten, wie man unschwerlich an den Indizes erkennen kann. Ich meine, es muss ja auch alles OK sein und Gold wird nicht mehr benötigt, denn Goldman Chef Blankfein hat ja nun die und glaubt an den . Damit wäre ja dann alles geklärt. Wer hier Sarkasmus findet, darf ihn behalten. 😉

Fünftens beobachte ich nicht nur eine Stabilisierung bei Gold und Silber, sondern auch andere verprügelte Rohstoffaktien wie Kohle oder Kupfer zeigen Lebenszeichen. Eine Sektor-Rotation wäre in dieser Phase der Rally nur typisch, denn das heisse Geld sucht nun - nachdem einige Sektoren nun extrem gut gelaufen sind - händeringend nach neuen Gelegenheiten. Am Ende hebt die Flut halt alle Boote, das war schon immer so.

Fazit:

Es gibt viele gute Argumente dafür, dass Gold nun einen Doppelboden gefunden hat. Dagegen steht einfach die Stärke des Abwärtstrends und der ist ja noch nicht gebrochen. In Anbetracht all dieser Faktoren sehe ich die Chancen für den Doppelboden aber oberhalb 50%. Natürlich kann alles wie immer ganz anders kommen, ein weiterer Absturz unter das Tief vom 16.04.13 ist in meinen Augen nun aber nicht mehr die wahrscheinlichere Wette. Und mit dem potentiellen Doppelboden haben wir nun ein hervorragendes Stopniveau, um potentielle Positionen nach unten abzusichern.

Wer ganz sicher gehen will wartet ab, bis Gold das Hoch vom 03.05.14 überschritten und damit dann nicht nur die 1500 USD, sondern auch die 50-Tage-Linie zurück erobert hat. Wenn das passiert ist, gibt es ein starkes Kaufsignal in Form eines dicken, fetten "W" im Chart. Nur dann kann das auch wieder jeder sehen.

Zu einer ähnlichen Sicht - vorsichtig, aber latent bullish - kommt ein Artikel zur gestrigen Bewegung in den Minen , die grossen ETFs wie der GDX stiegen gestern um 6%.

Summa Summarum ist es also zu früh, die Wende bei den Edelmetallen endgültig auszurufen. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind die Chancen für eine Wende hier aber keineswegs schlecht.

Ihr Hari

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E.ON – Warum ich jetzt langfristig eingestiegen bin – 30.01.13

Eigentlich mag ich ja E.ON überhaupt nicht.

Ein fett gewordener Versorger, der sich über Jahre in Quasi-Monopol Gewinnen sonnen konnte. Ein Energieunternehmen, das massiv unter der Energiewende leidet und zukünftig unter dem Trend zur dezentralen Energieerzeugung leiden wird. Ein Konzern, der sein Geschäftsmodell und seine Strategie neu erfinden muss. Ein Unternehmen, das ich als Endkunde als teuer, unflexibel und ohne klare Strategie wahrnehme. Ein Grosskonzern, dem der Wind der "Political Correctness" heftig ins Gesicht weht und wohl weiter wehen wird.

All das und mehr sind gute Gründe, warum E.ON vom Kurs her nun bei gut 13 € notiert und nicht mehr bei über 50€ wie Anfang 2008. All das scheint aber nun im Kurs verarbeitet. Man könnte meinen, dass jeder Hohn- und Mistkübel den man über so ein Unternehmen ausschütten kann, nun ausgeschüttet wurde.

Aber auch technisch hatte der Verlauf der letzten Wochen einiges zu bieten, wie ja auch Lars Röhrig in seinem schönen Beitrag zum dargestellt hat.

Schauen wir doch mal auf das Tageschart von E.ON seit 2011 und rekapitulieren wir, wie ich die Aktie hier erlebt habe:

E.ON 30.01.13

Sie erinnern sich vielleicht: am 13.11.12, dem Tag des massiven Absturzes, habe ich einen rein taktischen Reboundtrade gewagt, da eine Aktie nach einem derart massiven zweistelligen Absturz in der Regel am Folgetag ein gutes Stück zurück kommt.

Als dieser Rebound nicht statt fand, bin ich sofort wieder raus und habe mich auf die Seitenlinie begeben. In dieser Phase wurde ich mehrfach gefragt, ob jetzt nicht die Zeit wäre E.ON zu kaufen und meine Antwort war eigentlich immer NEIN. Denn wenn eine Aktie nach so einem Absturz nicht bouncen kann, bedeutet das, dass eben KEINE Übertreibung vorhanden ist, sondern die Neubewertung noch nicht abgeschlossen ist.

So wartete ich bis in den Dezember hinein und als E.ON bei 13,6€ einen temporären Boden gefunden hatte, war die Zeit gekommen, sehr vorsichtig und mit engen Stops, die sich abzeichnende Stabilisierung zu spielen. Diese Stabilisierung stellte sich dann - durchaus nicht untypisch - ab Mitte Januar als Bärenflagge heraus. Durch enge Stops im Sinne der Trendfolge konnte der taktische Trade aber trotzdem mit leichten Gewinnen abgeschlossen werden und ich war wieder an der Seitenlinie. Es folgte der unvermeidliche, erneute Rutsch bis zeitweise knapp unter 13€.

Nun ist damit endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem ich E.ON nicht mehr nur rein taktisch als kurz- oder mittelfristigen Trade, sondern als langfristiges Investment betrachte. Denn auch wenn alle obigen Argumente wahr sind, haben wir es doch mit einem Unternehmen voller Substanz und mit grossem, positivem Cashflow zu tun. Und ohne grosse Versorger wird es auf absehbare Zeit auch in Deutschland nicht gehen. Darüber hinaus befindet sich E.ON nun auf dem Weg der geographischen Diversifizierung und erschliesst sich neue Geschäfte ausserhalb der Grenzen der "Energiewende".

Vom Sentiment her sind nun genug Mistkübel ausgegossen worden und es fällt mir schwer mir vorzustellen, wie die Wahrnehmung einer E.ON noch schlechter werden könnte. Und auch der Kurs ist nun bis auf die massive Unterstützung aus dem Jahr 2011 zurück gekommen.

Ich glaube daher, dass eine E.ON nun an dem berühmten Punkt sein könnte, wo alles Negative eingepreist wäre. Sollte diese Sicht richtig sein, wird die erste positive Nachricht - die irgendwann kommt, vielleicht Morgen oder in 3 Monaten - zu einer Neubewertung führen, weil Mr. Market plötzlich merkt, dass das Unternehmen doch nicht nur aus Problemen, sondern auch aus Chancen besteht.

Damit hat E.ON für mich nun den Punkt erreicht, der ein langfristig orientiertes Investment rechtfertigt. Ich bin nun also wieder Long E.ON und habe einen Stop, den ich ein Stück weit unter das Tief vom 12.09.11 gesetzt habe. Damit hat dieses Investment nun auch ausreichend Raum zu atmen.

Denn wenn man ein langfristiges Investment eingehen will, schaden zu enge Stops nur. Abgesehen davon, habe ich solche langfristigen Stops auch nicht im System eingegeben, sondern einfach zusammen mit dem Investment notiert. Es handelt sich also um einen gedanklichen Stop. Bei kurzfristigen Trades führt dagegen nach meiner Erfahrung kein Weg an im System hinterlegten Stops vorbei.

Und nun heisst es für mich einfach Geduld zu haben und zu warten, bis Mr. Market für E.ON eine andere Wahrnehmung entwickelt. Ich bin zuversichtlich, dass das in den kommenden Monaten passieren wird. Nur den Zeitpunkt kenne ich mangels Glaskugel ebenso wenig, wie jeder andere Marktteilnehmer.

Ihr Hari

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