Die schöne neue Welt der Notenbanken – Charts ohne Worte

Manchmal braucht es viele Worte. So wie gestern in dem langen Artikel, in dem ich Ihnen dargestellt habe, wie ein normal arbeitender Anleger mehr System und Disziplin in seine Anlageentscheidungen bringen kann.

Manchmal braucht es aber auch nur ein paar Bilder. Denn die sagen manchmal mehr als tausend Worte.

Wer nur lokal auf den DAX schaut, wird sich vielleicht wundern, warum ich über den Sommer nun Risiko heraus nehme und von einem schlechteren Chance-Risiko-Verhältnis spreche. Und warum ich so gegen die Eingriffe von Staaten und Notenbanken in die Preisfindung an den Märkten wettere.

Deshalb zeige ich Ihnen heute einfach 4 aktuelle Charts, die für sich sprechen. Und die gut zum heutigen Wiwo passen, in dem auch das Thema war. Achten Sie auf die Geschehnisse der letzten Wochen. Dann wissen Sie, dass die Dinge weltweit nicht so stabil stehen, wie sie sollten.

Und glauben Sie mir, diese Charts haben mit Deutschland und unserer exportlastigen Wirtschaft jede Menge zu tun ! Schauen Sie selbst und ziehen Sie Ihre Schlüsse. Ohne Worte:

(1) Amerikanische langlaufende 20+ Staatsanleihen seit 2008 in Form des ETFs TLT (iShares Barcleys 20+ Year Treasury Bonds)

TLT 12.06.13

(2) Staatsanleihen der Emerging Markets Weltweit seit 2010 in Form des ETFs WKN: A0RFFT (iShares JPMorgan $ Emerging Market Bond)

iShares Emerging Market Bond

(3) Japanische Aktien seit 2009 in Form des Nikkei 225 Index

Japan Nikkei 225 12.06.13

(4) Brasilianische Aktien seit 2008 in Form des ETFs WKN: A0HG2M (iShares MSCI Brazil)

iShares MSCI Brazil 12.06.13

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Was die US Arbeitsmarktdaten für die Märkte bedeuten

Da kommen heute um 14.30 wieder einmal die US Arbeitsmarktdaten und die Märkte zittern in ängstlicher Erwartung. Wie kann es sein, dass solche Daten - die noch dazu erhebliche Fehlerquellen haben und oft nachträglich revidiert werden - die Märkte so sehr bewegen ?

Der Grund liegt nicht in den Daten begründet, sondern in den Schlussfolgerungen, die die Marktteilnehmer daran knüpfen. Und damit in den Erwartungen an die Zukunft, die sich durch die Daten adaptieren. Wir wissen ja, Börsenkurse sind die Summe der Erwartungen der Marktteilnehmer. Eben nicht der Realität der Gegenwart, sondern der Erwartungen an die Zukunft.

In einer Welt der freien Märkte, wäre das alles nun ganz einfach. Gute Arbeitsmarktdaten würden für anziehende Konjunktur sprechen und die Kurse würden auf breiter Front steigen. Und im umgekehrten Fall fallen. Schön wärs, wenn die Welt noch so wäre.

Ist sie aber nicht, denn dieser Markt ist so massiv von Politik und Notenbanken beeinflusst und verzerrt, dass die Interpretation der Daten weit schwieriger ist. Dummerweise hat dann die US Notenbank FED auch noch ihre eigene Politik des leichten Geldes genau an diese Arbeitsmarktdaten geknüpft, was die Nervosität des Marktes gut verständlich macht. Jeder andere Drogensüchtige wäre auch höchst nervös, wenn er die Sorge hätte, das sein Drogenlieferant plötzlich ausfallen könnte und die Versorgung mit Steroiden nicht mehr sichergestellt ist.

Und so werden die heutigen Arbeitsmarktdaten Auswirkungen auf den Ton der nächsten Wochen an den Märkten haben. Geht die Rally weiter oder setzt nun eine echte Korrektur ein ? Oder bewegen wir uns volatil zur Seite ?

Wie die Daten selber aussehen, ist dabei völlig unbestimmt und jede Spekulation darüber sinnlos. Auch die schon am Mittwoch und Donnerstag veröffentlichten Arbeitslosendaten, lassen keinen zuverlässigen Rückschluss zu, wie die Vergangenheit mehrfach bewiesen hat. Was wir aber ein wenig antizipieren können, ist wie der Markt auf die Daten reagieren wird.

Wir haben ja gestern im S&P500 gesehen, wie bei Erreichen des technischen Ziels von 1598 - das aus dem "Diamond Top" resultierte - sofort aggressiv gekauft wurde. Viele Marktteilnehmer haben scheinbar mehr Sorge davor den nächsten Dip zu verpassen, als sich gegen einen Absturz abzusichern. Das ist ja auch verständlich und passt perfekt in den "Recency Bias" der Menschen, denn über Monate wurde immer der belohnt, der aggressiv jeden Dip kaufte. Warum also soll es dieses Mal anders sein ?

Und deshalb kann man davon ausgehen, dass dieser "Buy the Dip" Strom auch nach den Arbeitsmarktdaten wieder einsetzen wird, wenn .... ja wenn .... bei den Daten nicht allzu viel passiert. Kommen die Daten also mehr oder weniger im Bereich der Erwartungen heraus und bestätigen eine langsame, anämische aber doch positive Entwicklung, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieser Dip wieder gekauft wird.

Kritisch wird es bei beiden Extremen. Es spricht viel dafür, dass zu gute Daten ebenso schlecht sind, wie zu schlechte Daten.

Zu gute Daten würden bedeuten, dass die Angst vor einem Ausstieg der FED massiv wächst. Und dieser potentielle Drogenentzug wird zu Gewinnmitnahmen führen, denn jeder weiss, warum die Indizes so hoch stehen. Bestimmt nicht wegen einer sensationellen Konjunktur. Zu gute Daten könnten auch bei Gold wohl zu einem erneuten Einbruch führen.

Zu schlechte Daten wäre noch dramatischer. Denn es könnte so interpretiert werden, dass der FED trotz der massiven Liquiditätsinjektionen die Lage entgleitet. Das wäre wohl ein Horrorszenario für die Märkte im Sinne "all bets off". Und es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, denn auch in Europa sieht man doch wie die Grenzen der Notenbankpolitik aufgezeigt werden.

Fazit:

Wer nun gut investiert und Long im Markt ist, muss wohl hoffen, dass die Arbeitsmarktdaten im Rahmen der Erwartungen bleiben und weder nach unten wie nach oben grosse Abweichungen zeigen. Alles andere wäre hoch riskant.

Ich selber habe meine eigene Analyse beherzigt und bereite mich auf den Sommer vor. Sprich mein Exposure zum Markt ist deutlich reduziert und so kann ich den heutigen Ausgang gelassen betrachten.

Ihr Hari

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Die Märkte im Jahr 2013: unfrei, alternativlos und auf Steroiden !

Ich mache es heute kurz, mit ein paar eher sarkastischen Worten zur Marktlage. Mehr lohnt sich auch nicht, weil dank der Notenbanken sind die Indizes oberflächlich betrachtet zu einem "no-brainer" geworden, wie man im amerikanischen sagt.

Es ist ja üblich im Spiel um Aufmerksamkeit im Finanzmarkt, dass man immer den Eindruck erwecken muss, alles gelassen im Griff zu haben, alles schon vorher gesehen zu haben und die Zukunft genau zu kennen. Nun ich gestehe Ihnen aber ebenso gelassen: Ich mag nicht, was in den Indizes passiert ! Es frustriert mich ! Es ist zu einer Farce geworden, einem manipulierten Spiel der Notenbanken, das sich den wirtschaftlichen Realitäten entzieht. In einzelnen Aktien findet man immer noch den echten Wechsel von Angebot und Nachfrage. In einzelnen Aktien macht es noch Sinn und Spass sich Gedanken zu machen. Aber in den grossen Indizes ?

Denn es spielt einfach alles keine Rolle mehr, was freie Märkte eigentlich auszeichnet. Wirtschaftsdaten ? Erwartungen ? Sentiment ? Vergessen Sie es. Schlechte Wirtschaftsdaten sind gut, weil dann die Notenbanken mehr drucken. Und gute Wirtschaftsdaten sind sowieso gut.

Erfolgreich diesem Markt zu folgen erfordert erstens Scheuklappen, mit denen man alles ausblendet, was in irgend einer Weise Risiken signalisiert. Und zweitens einen Finger, der konsequent und ohne nachzudenken, wie ein Schimpanse dem man eine Banane versprochen hat, jeden Dip kauft. Das ist ein "no-brainer" und passend dazu, hat mir gerade gestern ein bekannter Banker signalisiert, dass in Deutschland die Milchmädchen an die Börsen zurück kehren. Zunehmend bekommt er Anfragen nach Anlagen von Kunden, die jahrelang die Aktie als Teufelswerk betrachtet haben. Aber was immer steigt, egal was die Wirtschaft macht, dass muss ja gut sein ! Aktien sind einfach alternativlos und das ist tatsächlich so !

Alle meine Reflexe, meine Markt-Erfahrung, mein Wissen um Zusammenhänge signalisieren mir: hohes Risiko. Vorsicht, dieser Markt kann jeden Moment wegkippen, denn er ist der Realität zu weit voraus gelaufen. Aber das zählt (scheinbar) nicht mehr, wenn Notenbanker mit ihren Bazookas die Märkte unter Feuer nehmen.

Diese verzerrte Lage von Indizes auf Höchstständen und konjunktursensiblen Zyklikern auf Tiefstständen, haben wir auf jeden Fall einer unheiligen Allianz aus Notenbanken, Grossfinanz und Staaten zu verdanken. In der linken Szene wird ja gerne von "entfesselten Märkten" geredet, ich sehe das ganz anders. Die Märkte sind nicht mehr frei, sie wurden in die Hände weniger machtvoller Institutionen gegeben, die hier ihr Süppchen kochen. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so unfreie und offensichtlich manipulierte Märkte gesehen wie aktuell.

Ich erlaube mir hier an dieser Stelle mal ein paar Zitate des von mir respektierten L. A. Little aus seinem Blog :

"Will we ever have a normal market again - one that operates on actual economics rather than central bank interventions around the world? Will normalcy ever return? I don't know about you but I grow tired of the endless hype and expectations of what the central banks are or are not going to do. Seriously! These V-shaped rallies on low volume after breakdowns appear and the endless bid under the market is like out of a movie."

"It's a really strange world and I'm at a point where my graying hair is falling out as the manipulation of interest rates is rendering most economic models useless."

Siehe auch

Und so haben DAX und S&P500 vor wenigen Tagen - genau als sie ganz typisch wegzukippen begannen und ökonomische Frühindikatoren nach unten zeigten - einfach wieder eine V-förmige Wende hingelegt. Und das nun schon zum x-ten Mal ! Wer länger in den Märkten unterwegs ist weiss, wie selten V-förmige Wenden eigentlich sind. Aber seit die Notenbanken angefangen haben den Markt aufzublasen, sind V-förmige Wenden zur neuen Regel geworden.

Das Schöne daran ist, es ist für uns nun - zumindest vermeintlich und oberflächlich gesehen - einfach geworden, Geld zu verdienen. Buy the Dip. Und bloss nicht nachdenken ! Das Dumme ist, je mehr man davon versteht, was da hinter den Kulissen abläuft und wie wackelig dieses Kunstgerüst ist, desto schwieriger wird es diesen Knopf zu drücken. Aber trotzdem muss man es wohl tun, einmal tief durchatmen, alle Regeln vergessen und ... KAUFEN ! Dann sofort absichern. Auch Kaufen ist "alternativlos".

Insofern kann ich Ihnen nun mit einem deutlichen Augenzwinkern die ultimative Marktprojektion für Schimpansen für 2013 geben:

Der Markt in Form der Indizes steigt und steigt und steigt. Und jeder Dip wird gekauft. Jeder und immer ! Und wenn das aufhört und der Markt eine Pause macht, dann macht er danach was ? Genau, er steigt wieder. Bewertung ? Gewinne ? Wirtschaftsdaten ? Vergessen Sie es - der Markt steigt.

Bis zu diesem Tag, an dem er aufhört zu steigen. An dem der Dip nicht mehr gekauft wird. Und das wird dann passieren, wenn die Notenbanken die Richtung ändern. In diesem Moment werden alle gleichzeitig zum Ausgang wollen. Und wir werden einen der übelsten Einbrüche der Börsengeschichte erleben. Das wird so sein, wie wenn jemand Ihnen den Boden unter den Füssen wegzieht.

Kommt das in 3 Monaten bei DAX 8200 ? Oder in 3 Jahren bei DAX 11870 ? Oder schon Morgen ? Ich habe keine Ahnung - fragen Sie den Notenbanker Ihres Vertrauens, das ist das Einzige was wirklich zählt.

Also, machen Sie es etwas daraus. Machen Sie Heu, so viel sie können ! Tanzen Sie auf der Party so lange sie andauert ! Und seien Sie bei den ersten, die dann aus dem Markt springen, wenn der Dip nicht mehr gekauft wird. Vergessen Sie einfach alles, was Sie zu Wirtschaft je gelernt haben. Werden Sie statt dessen Fachmann darin, die Gesichtszüge der Notenbanker zu interpretieren. Werten Sie deren Aussagen aus und wenden Sie jedes Wort mehrfach mit einem Linguisten ! Nur darauf kommt es an, der Rest ist irrelevant geworden.

Sie denken jetzt bestimmt: oh da ist jemand frustriert ! Ja, was den bitteren Preis angeht, den wir dafür bezahlen werden. Denn ich kann mir den leider vorstellen. Aber Nein, was aktuell das Geldverdienen angeht. Es ist im Moment wirklich so einfach geworden:

Kaufen und die Indizes Long gehen. Absichern unter 10% Korrektur und ansonsten laufen lassen. Glauben Sie mir, dass kann noch lange so weiter gehen. Und wenn jetzt die Milchmädchen an die Börse zurück kehren, dann sehen wir vielleicht auch noch DAX 10.000 in nicht zu ferner Zukunft. Oder es kann Morgen schon zusammen klappen. Aber nur dann, wenn die Notenbanken zucken ! Nur die Notenbanken zählen - leider.

Kaufen + Desaster Protection. Die alternativlose Strategie in einem Mark auf Steroiden. Und nach uns die Sintflut. Wir haben einfach keine Wahl !

Ein schönes Wochenende wünscht trotzdem: Ihr Hari

PS: Und damit es keine Missverständnisse gibt, wenn ich hier so sarkastisch und mit einem Augenzwinkern die "No Brainer" Strategie darlege: Ich bleibe bei meiner Aufstellung, die ich in den Artikeln zur -> Seitenlinie <- und an anderen Stellen mehrfach dargelegt habe. Ich traue diesem Markt seit Anfang April aktuell nicht mehr und nehme nur noch kurzfristig und taktisch nach oben mit, immer mit einer Hand schon am Hebel für den Notausgang ! Denn wenn so ein "Runaway-Move" dann doch mal dreht, dann wird das übel !

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Risk Off – Warum auch die Seitenlinie ein guter Platz ist, um dem Spiel zuzuschauen

Erinnern Sie sich an den August 2011, als die Märkte plötzlich im Zuge der Eurokrise zusammen brachen ? Erinnern Sie sich an den September 2008 und den Lehmann-Moment ?

Wenn Sie schon länger im Markt unterwegs sind, dann erinnern Sie sich. Und Sie werden sich im Nachhinein fragen, warum Sie damals nicht einfach auf die Seitenlinie getreten sind oder sogar Short gegangen sind. Hinterher erscheint das ja auch ganz logisch und einfach.

Aber Live - mittendrin - ist das alles nicht so einfach, wie es hinterher ausschaut. Trotzdem waren damals die Zeichen an der Wand. Und wer sie lesen konnte wusste, dass das Chance-Risiko-Verhältnis damals nicht mehr übermässig positiv war. Dass der Zusammenbruch dann kam, konnte niemand vorher sehen. Das es schon bessere Zeitpunkte gab um aggressiv Long zu sein, war aber sichtbar, wenn man die Augen und Ohren offen hielt.

Und so sehe ich heute früh zum Handelsstart des 04. April auch immer mehr die aktuelle Lage. Und möchte Sie daher nicht im Unklaren darüber lassen, dass ich mit meinen eigenen Longs zunehmend aus dem Markt gehe.

Es ist jetzt schon wieder eine gute Woche her, dass ich mich im Artikel -> vom Aufhören, wenn es am schönsten ist <- schon dazu geäussert habe. Im Gedankenmodell des Artikels liefen die Märkte noch bis zu den Höchstständen und darüber hinaus, bevor dann im späten April oder Mai eine echte Korrektur einsetzt.

Nun haben wir im S&P500 die historischen Höchststände fast erreicht. Es mehren sich aber schon jetzt die Zeichen, dass der Markt Momentum verliert. Der "First of Month Jumper" am Montag war ausserordentlich schwach. Und der gestrige schwache Tag in Anbetracht einer grossen FED Buy Operation und in Anbetracht der Höchststände im Visier, ist ein klares Zeichen an der Wand. Auch der US Transportsektor, der ein guter Leading-Indikator ist, hat gestern seine 50-Tage-Linie verloren. Auch das ein Zeichen an der Wand. Und grosse Bluechips wie Johnson & Johnson haben derart brutale Aufwärtsbewegungen hinter sich, dass diese gerade zu nach einer Korrektur schreien. Noch mehr Zeichen an der Wand.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass eine Topbildung ein langer Prozess ist und solch starken Märkte nicht auf einem Fuss drehen. Insofern kann es immer noch sein, dass wir noch einmal zu Höchstständen laufen und es kann auch sein, dass wir noch Wochenlang seitwärts schwingen. Aber die kurzfristige Chance nach oben ist wohl begrenzt und das Risiko nach unten zunehmend erheblich. Denn wenn der Markt nach so einem Runaway-Move mal korrigiert, dann wird er innerhalb weniger Tag die Gewinne des ersten Quartals wieder abgeben. Das wird dann "Aua" für alle, die nicht an der Seitenlinie stehen.

Umgedreht sehe ich die Wahrscheinlichkeit als hoch an, dass wir im Verlaufe des 2. Quartals eine 10% Korrektur erleben und damit unter den heutigen Kursen liegen werden, selbst und erst recht wenn der Markt nun noch einmal nach oben läuft.

Auf der anderen Seite ist es Faktum, dass die ganze Rally seit November im wesentlichen von den Notenbanken - im wesentlichen der FED - orchestriert wurde. 85 Milliarden USD jeden Monat frisch in den Markt ziehen eben ihre Schleifspur und so sind die Indizes nahe der Höchststände, obwohl die weltweite Konjunktur das eigentlich gar nicht hergibt.

Und diese 85 Milliarden USD pro Monat gehen erst einmal weiter und das wird jede Korrektur schnell beenden bzw abflachen. Insofern sehe ich auch keine Grund nun in Panik zu geraten, für einen Zusammenbruch des Marktes ala 2008 oder 2011 gibt es aktuell keinerlei Indikatoren.

Aber das Chance-Risiko-Verhältnis war mittelfristig schon mal besser als Heute. Und kluge Anleger wissen, dass man manchmal auch von der Seitenlinie aus, das Spiel auf dem Platz ganz gut beobachten kann.

Kurzfristig ist heute ein kleiner Bounce sehr wahrscheinlich. Einfach weil die Anleger nun so auf "Buy the Dip" konditioniert sind, dass diese das auch dieses Mal wieder praktizieren werden. Aber in der zweiten Hälfte der Session an der Wallstreet - also heute Abend - würde ich vorsichtig werden. Vor den morgigen Arbeitsmarktdaten ist weiterer Druck auf die Indizes keineswegs unwahrscheinlich.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen

Ihr Hari

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Marktanalyse – 14.11.12 – Die Pros und Contras einer Jahresendrally in DAX und S&P500

Sah es gestern noch lange nach einem Turnaround-Tuesday aus, haben die Bären in der zweiten Handelshälfte der Wallstreet doch wieder die Oberhand gewonnen. So vergeht ein weiterer Tag, an dem die Märkte langsam nach unten bröseln.

Grund genug, sich zum Handelsstart in Deutschland mal ganz in Ruhe - und ohne Bias in eine Richtung - die ganzen Argumente Pro und Contra einer Jahresendrally vor Augen zu führen. Jeder möge dann selber entscheiden, auf welche Seite der Medaille er lieber setzen möchte.

PRO Jahresendrally

  • Historisch hat es fast jedes Jahr Stärke zum Jahresende gegeben, die sich typischerweise bis in den Jahresanfang fortsetzte. Die Frage war immer nur: wann geht es los und wie hoch geht es.
  • Die Liquidität der FED aus dem QE3 Programm wird ab 14.11.12 (heute) den Markt erreichen und damit die Kurse stützen.
  • Die Märkte sind technisch überverkauft und reif für eine Gegenbewegung.
  • Je länger so eine nervige Bröselbewegung wie aktuell dauert, desto dynamischer ist dann der Anstieg wenn es dreht. Sollte die Wende nach oben kommen, können wir uns wohl auf ein Feuerwerk freuen.
  • Sie werden erstaunt sein, das "Fiscal Cliff" auf der PRO Seite zu finden. Aber das Thema ist in meinen Augen overhyped und komplett in den Kursen verarbeitet. Das Bild der "Klippe" impliziert im übrigen einen Weltuntergang, der bei aller Schärfe der Kürzungen völlig übertrieben ist. Jedes kleine Gerücht oder Indiz für einen politischen Kompromiss sollte zu einer gewaltigen Rally an der Wallstreet führen. Und diese Gerüchte werden kommen.

CONTRA Jahresendrally

  • Die Unternehmenszahlen und Wirtschaftsdaten sind nicht berauschend. Das alleine für sich ist irrelevant, weil rückwärtsgewandt und schon lange in den Kursen verarbeitet. Aber auch die Ausblicke des Managements für 2013 machen wenig Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende. Das belastet die Kurse schon.
  • Die Märkte sind klar in der Hand der Bären und haben seit Mitte September einen Abwärtstrend eingeschlagen. Starke, panikartige Kursrutsche entstehen fast nie am Ende von grosser Stärke während einer Topbildung. Sie entstehen nach längerer, nervenaufreibender Schwäche - genau nach einer Phase wie aktuell. Das Risiko eines überraschenden Abwärtsschwalls ist aktuell deutlich erhöht.
  • Die Jahresendrally ist Common Sense und jeder rechnet damit. Das spricht dafür, dass dieser Optimismus erst schwinden muss, bevor sie wirklich kommen kann. Passend dazu, hat sich die Volatilität in den letzten Wochen kaum nach oben bewegt und das trotz des Kursrückgangs. Auch das spricht dafür, dass der panikartige Ausverkauf noch fehlt.
  • Auch wenn das "Fiscal Cliff" overhyped ist, führt es doch zu Anpassungsverhalten der Anleger, solange das Thema ungeklärt ist. So werden in den US gut gelaufene Aktien verkauft, um Gewinne noch zu vermeintlich geringeren Steuersätzen als 2013 zu vereinnahmen.
  • In Anbetracht von Konjunktur-Schwäche in den USA, Europa, Japan und China sind die Märkte nicht günstig - wie man den Anlegern anhand KGV und KBV einreden will - sondern viel zu teuer. Den Unterschied machen offensichtlich die Notenbank-Interventionen, ohne die wir im DAX aktuell wohl eher bei 4000 wären, weil dann auch die Unternehmensergebnisse im Angesicht einer weltweiten Rezession und Deflation mehr einbrechen würden. Diese weltweite Rezession wird von den Notenbanken verhindert, nur das hält die Weltkonjunktur und damit auch die Indizes zusammen. Gleichzeitig verhindert es aber auch die kreative Zerstörung und Bereinigung, die zwingende Voraussetzung für einen neuen Aufschwung ist. Ein selbsttragender Aufschwung sieht auf jeden Fall anders aus und eigentlich wäre nur der ein Grund, von dem heutigen Niveau aus von weiteren Kuteigerungen an Börsen auszugehen.

Summa Summarum wäre für mich in einem freien Markt die Analyse technisch wie fundamental ganz klar: es geht weiter nach unten - Vorsicht Absturzgefahr ! Wir sind aber nicht mehr in einem freien Markt, sondern in einem massiv durch Politik und Notenbanken beeinflussten und auch manipulierten. Und die Regeln "Liquidity Rules" oder "Dont fight the FED" sind tausendfach bewährt und sehr ernst zu nehmen. Weswegen es in diesen Tagen riskant ist dem zu folgen, was rational in einer freien Wirtschaft nur logisch wäre.

Es nützt auch nichts, sich darüber zu ärgern. Das Wohl der Märkte liegt in der Hand einer kleinen Zahl von Strippenziehern, die die grossen Hebel in der Hand halten. Wir müssen einfach lernen, damit zu leben. Und uns für eine Seite entscheiden.

Fallen Ihnen weitere Argumente Pro und Contra einer Jahresendrally 2012 ein ? Wenn ja, dann heraus damit ! 🙂

Ihr Hari

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Wie geht es weiter mit DAX & Co. – 26.09.12 – Über die Bedeutung der USD Entwicklung

09:00 Uhr

Gestern setzten im späten Handel der Wallstreet Gewinnmitnahmen ein, die den S&P500 bis fast 1340 herunter brachten. Damit stellt sich die Frage, ob das Quartalsende bis Freitag nun von weiteren Gewinnmitnahmen geprägt ist und wie es darüber hinaus weitergeht.

Was die kommenden Tage bis Freitag angeht, bin ich relativ leidenschaftslos. Ich denke es wird auf der einen Seite weitere Gewinnmitnahmen geben und deswegen ist heute weitere Schwäche gut möglich. Auf der anderen Seite werden aber unterinvestierte Marktteilnehmer diese Gelegenheit nutzen um einzusteigen bzw "Window-Dressing" zu betreiben.

So hatten wir am Montag und Dienstag in der Schwäche schon wieder "Buying on Weakness" Prints, die Sie nachlesen können.

Insofern rechne ich persönlich eher nicht mit gewaltigen Abwärtsbewegungen. DAX 7200 und S&P500 1420 sind aber gut drin, ohne irgend einen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, es wäre sogar sehr gesund für den Markt !

Schauen wir darüber hinaus ins 4. Quartal, ist meine bullische Grundannahme weiterhin intakt. Zwei wesentliche Argumente kennen Sie schon:

  • Das insbesondere in Europa noch sehr negative Sentiment stützt die Kurse, weil es zeigt wie unterinvestiert Teile des Marktes sind.
  • Die Geldflut der Notenbanken weltweit wird im 4. Quartal ihre Wirkung zeigen, wenn die Programme scharf geschaltet sind. Alles andere wäre historisch der "diesmal ist es anders" Fall. Auch der kann eintreffen, darauf wetten würde ich aber fuglich nicht !

Es gibt aber noch ein weiteres, signifikantes technisches Argument und das kommt aus dem Dollarindex. Denn die Assetklassen, insbesondere im Bereich Industrie, Rohstoffe und Edelmetalle sind massiv von den Bewegungen in den Währungspaaren zum Dollar abhängig. Ein schwacher Dollar führt fast zwangsläufig zu einer weltweiten "Risk-On" Rally, die dann selbst währungsbereinigt in EUR noch Gewinne übrig lässt.

Nun schauen Sie mit mir mal auf das langfristige Wochenchart des EURUSD Währungspaars seit 2008:

Man sieht sofort, dass der Chart uns eine massive und langfristige Umkehrformation im Sinne einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation zeigt. Ebenso wichtig ist aber die aktuelle Bullenflagge, die sich auszubilden scheint. Deutlicher kann man die im Tageschart von EURUSD erkennen:

Das sieht ganz klar nach einer Bullenflagge aus und wir sind darüber hinaus kurz davor die 200-Tage-Linie zu touchieren.

Noch einmal zum Verständnis, solche Chartformation sind erst dann bestätigt, wenn Sie vollzogen sind - hier also wenn sich die Bullenflagge nach oben auflöst. Im Vorfeld wie heute ergeben diese sich abzeichnenden Strukturen nur eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, nicht mehr. Aber das ist doch auch schon was. 😉

Wenn Sie übrigens eine Parallelität zur Anschauung einer Bullenflagge in EURUSD wollen, schauen Sie einfach im Wochenchart, wie EURUSD Mitte 2010 aus dem Tief kam. Die Bullenflagge und was danach passiert ist deutlich zu sehen. Wie dagegen eine weit ernster zu betrachtende Umkehrformation aussieht, können Sie Ende 2008 beobachten. Eine derartige bärische Fahne haben wir aber weder heute noch hatten wir sie 2010.

Insofern würde ich dieser Tage nun ganz genau auf EURUSD schauen. Sollte sich die Bullenflagge bewahrheiten, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in den "Risk-On" Assets weiter hochlaufen. Insbesondere die aktuelle Konsolidierung bei den Edelmetallen und Minen dürfte dann eine Kaufgelegenheit sein, die man nicht verpassen sollte.

Trotz meiner mittelfristig klar bullischen Orientierung, dürfen wir aber nie die Demut verlieren zu wissen, dass Mr. Market auch komplett andere Pläne haben kann. Alles was ich hier zu bieten habe sind Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Dafür gibt es aber Stops, die man ideal unter die aktuelle Konsolidierungszone legen kann. Im DAX wären das aktuell ca. 7270. Wem das zu nahe an den aktuellen Kursen ist und wer nicht dumm ausgestoppt werden will, kann auch das letzte signifikante Tief von Ende August bei 6869 als Stopmarke nehmen. Das sind gute 6% maximaler Verlust nach unten, lässt dem Trade aber Raum um zu atmen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 13.08.12 – DAX trotz „Grexit“ bald mit neuen Höchstständen ?

12:00 Uhr

Der Montag beginnt wie die letzte Woche endete - mit einem Markt der knapp unter DAX 7000 konsolidiert. Diese Seitwärtskonsolidierung ist ganz typisch für starke Bullenmärkte.

Aus den historischen Daten vergleichbarer Situationen ergibt sich eine gute statistische Wahrscheinlichkeit, dass die Konsolidierung den Boden für eine weitere, starke Bewegung nach oben bereitet, die den DAX und den S&P500 dann zu neuen Jahreshöchstständen und darüber hinaus führen sollte. Technisch hatten wir letzte Woche einen Ausbruch aus einem grossen zulaufenden Dreieck, das sich seit April im S&P500 gebildet hat und nun nach dem Ausbruch rein rechnerisch ein Kursziel von über 1540 ergibt ! Auch das spricht für steigende Kurse und neue Jahreshöchststände.

Die schon bekannten Faktoren der Hoffnung auf die Notenbanken und die relative Ruhe des Sommers, sollten auch diese Woche unverändert erhalten bleiben und den Markt weiter stützen.

Spannend wird sicher spätestens ab September das Thema Griechenland. Der "Grexit" ist nach meiner Ansicht nahezu sicher und wird diesen Herbst wohl definitiv stattfinden. Während aber die Medien noch die bekannten Weltuntergangsszenarien malen, halte ich das Thema mittlerweile für einen latent positiven Faktor für die Börsen. Dafür sind mehrere Gründe ausschlaggebend:

(1)

Banken und Versicherungen hatten mehr als genug Zeit sich vorzubereiten oder um es mit einem Sprichwort zu sagen: "Was uns umbringt, sind nicht die Dinge vor denen wir uns sorgen, es sind die Dinge die wir nicht auf der Rechnung haben !"

(2)

Ein guter Teil der Katastrophenrhetorik der vergangenen Monate und Jahre von Banken und Staaten zum "Grexit" war auch bewusste Überspitzung, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Die Banken brauchten diese Lyrik der "Alternativlosigkeit", um die Politik dazu zu bringen in ihrem Sinne die "Scheckbücher" zu öffnen. Letztlich ist der Finanzsektor mit Steuergeldern gestützt und gerettet worden. Ohne Weltuntergangslyrik wäre das wohl kaum möglich gewesen. Die Regierungen brauchten die gleiche Lyrik dann aber um ihre nationalen Parlamente zu disziplinieren. So haben beide Seiten ins gleiche Horn getrötet und so für Disziplinierung der Öffentlichkeit gesorgt.

Sicher wäre ein ungeordneter "Grexit" vor einem Jahr ein Problem für das Finanzsystem gewesen, insofern sind die Sorgen ja nicht ohne Fundierung und es war sinnvoll, sich von Seiten der Politik Zeit zu kaufen, auch wenn es viel Steuergeld verbrannte. Aber es ist eben nur das ziemlich irrelevante Griechenland über das wir hier reden, die (Finanz-)Welt wäre daran nicht zugrunde gegangen. Entscheidend war und ist nicht Griechenland, sondern die Frage, ob es Kaskadeneffekte und Ansteckungen in die grossen Länder der Eurozone wie Spanien und Italien hinein geben wird. Dieses Thema dürfte aber nun aufgrund des klaren Commitments der EZB, verbunden mit dem (vorbehaltlich des BVG) im September verfügbaren ESM weitgehend vom Tisch sein.

(3)

Sobald der "Grexit" vollzogen ist und die Welt doch nicht untergegangen ist, dürfte das die Börsen in Euroland weiter befeuern, da dem Markt doch eine Last von den Schulter genommen wurde. Die Beherrschbarkeit des "Grexit" dürfte auch psychologisch zu einer etwas entspannteren Sicht auf mögliche ähnliche Szenarien in Ländern wie Portugal führen und den Markt entlasten.

(4)

Das Zudrehen des Geldhahns dürfte einen positiven, disziplinierenden Effekt auf die andere "PIGS" haben, damit dürfte klar sein, dass es keinen Freifahrtschein zu den europäischen Töpfen gibt. Dieser disziplinierende Effekt wird die Regierungen in ihren Bemühungen stützen, weil damit in der Bevölkerung der PIGS höhere Akzeptanz für die harten Schnitte existieren dürfte.

(5)

Letztlich signalisiert der Markt mit seinem aktuell bullischen Verhalten auch eindeutig, das er keine Angst vor einem "Grexit" mehr hat. Denn es wäre naiv anzunehmen, dass die Vielzahl der professionellen Marktteilnehmer signifikant dümmer als wir ist und nicht ebenso den "Grexit" für diesen Herbst fest erwartet. Nein, der Markt steigt im Lichte dieser klaren Erwartung, das ist ein eindeutiges Signal.

Summa Summarum mache ich mir um den "Grexit" keine grossen Sorgen mehr, obwohl mir bewusst ist, dass es die Börsen trotzdem kurzfristig durchschütteln dürfte. Denn kurzfristige Unsicherheit ist an der Börse immer ein Faktor, der die Kurse bewegt. Diese Korrektur sollte dann aber eher mittelfristige Kaufgelegenheit sein.

Auch das BVG macht mir im September keine zu grossen Sorgen, ich halte die Mitglieder für weitgehend loyal zur "Pro-Euro" Linie der Bundesregierung stehend. Deshalb wird das BVG den ESM nach meiner Erwartung wohl einerseits durchwinken, andererseits aber eine "nun ist es gut" Haltung einnehmen und der Politik aufgeben, nun endlich eine verfassungsrechtliche Legitimierung ihrer Politik in Form einer Volksabstimmung zu erreichen. Die aktuellen Aussagen der Politik lassen dabei tief in diese Richtung blicken, denn ich halte es für realitätsfremd anzunehmen, dass es zwischen den vielen politiknahen Verfassungsrichtern und der Regierung keine "Vorab-Kommunikation" über die Richtung geben würde, die der Regierung frühzeitig indiziert, wie sich das Urteil entwickelt.

Bedenken Sie aber, dass meine positive Sicht nach wie vor nur auf die kommenden Wochen des August begrenzt ist und ich definitiv keine Prognose über den weiteren Verlauf des Jahres ab September wage. Das obwohl mir mein Instinkt (Bauch) eher eine für alle überraschende massive Rally zum Jahresende nahe legt, denn genau die hat niemand auf der Rechnung und ich "wittere" derzeit die psychologische Zeitenwende im Markt. Aber das ist wie gesagt nur Instinkt und ich handele nicht nach meinem Bauch.

Wenn der Markt im Herbst wieder zusammen brechen sollte, dann wird es also nach meiner Ansicht bestimmt nicht wegen Griechenland sein, sondern eher wegen eines Themas, das wir heute noch nicht kennen bzw nicht ernst genug nehmen. Ob der "Fiscal Cliff" der US dafür das Potential hat, vermag ich im Moment noch nicht abschliessend einzuschätzen, unterschätzt ist das Thema aber von den Märkten definitiv nicht !

Soweit zum Thema "Grexit", schauen wir mal, was uns sonst noch so bevor steht:

  • Statistisch ist diese Woche des August eine positive Woche.
  • Wir haben POMO Buy Operationen am Montag, Dienstag und Donnerstag und eine Sell-Operation am Mittwoch. In Summe sollte das den Markt stützen.
  • Wir haben weiterhin niedriges Volumen und relative Ruhe im Markt.
  • Die Sentimentindikatoren indizieren weiterhin erhebliche Skepsis und sind weit von Ständen entfernt, die eine unmittelbare Top-Bildung implizieren würden.

In Summe also nicht viel Neues, was eine "Follow the Trend" Taktik wohl weiterhin zur sinnvollsten Vorgehensweise macht.

Ich bin daher weiterhin "Long and Strong" im Markt, setze auf Jahreshöchststände noch im August und habe meine Stops im DAX nun auf knapp unter 6700 nachgezogen, im S&P500 auf knapp unter 1360.

Ich wünsche Ihnne diese Woche viel Erfolg und ein gutes Händchen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 08.08.12 – War es das schon wieder mit der Korrektur ?

15:00 Uhr

Ein kurzes Update vor der Wallstreet.

Heute hatten wir die erwartete leichte Schwäche im DAX. Allerdings war bisher schon wieder bei 6910 Schluss, die 6800 wurden bis 15 Uhr auch nicht im Entferntesten erreicht.

Da stellt sich doch die Frage, ob es das schon wieder war mit der Korrektur. Und auch wenn es sich unglaublich anhört in Anbetracht der Gewinne der letzten Tage, es kann durchaus so sein. Denn jeder erwartet nun wohl eine Korrektur und jeder will sie nutzen noch auf den Zug aufzuspringen. So ist das nun einmal in so bullischen Aufwärtsbewegungen, die Stärke generiert neue Stärke.

Und weil nun jeder die Korrektur nutzen will, fällt sie nur sehr schwach aus. Wir müssen jetzt natürlich abwarten, was die Wallstreet macht. Vor 17 Uhr kann man da kein endgültiges Urteil fällen. Wenn sich diese Sicht aber bewahrheitet, tut man wohl gut daran schnell wieder einzusteigen, da man sonst Gefahr läuft an der Bahnsteigkante vom abfahrenden Zug zurück gelassen zu werden.

Wenn Sie mich fragen was ich erwarte, denke ich schon, dass die Wallstreet heute auch einen signifikanten Korrekturversuch startet. Insofern rechne ich durchaus noch mit einem DAX der sich unter 6900 bewegt. Ich werde dann aber wohl auch nicht mehr lange warten um die Korrektur zu kaufen, spätestens bei DAX 6800 wie schon gestern erwähnt.

Grundsätzlich sollten wir uns noch einmal in Erinnerung bringen, welche drei Parameter diese Rally treiben. Es sind:

(1) Die Hoffnung in Aktionen der Notenbanken, die als "Game Changer" wirken und eine höhere Risikoposition rechtfertigen.

(2) Das massiv negative Sentiment, alle die verkaufen wollten hatten schon verkauft und selbst heute, nach Tagen der Rally, ist das Sentiment noch im neutralen Bereich und weit von einer euphorischen Übertreibung entfernt.

(3) Die Ruhe des Sommers, in dem gerade auch die Politik in Urlaub ist und uns daher die täglichen Katastrophenmeldungen erspart bleiben. Nicht weil die Wirklichkeit anders wäre, sondern weil die Wahrnehmung der Wirklichkeit nun nicht mehr so alarmistisch ist. Der Mensch vergisst halt.

Wir sollten uns klar machen: Alle drei Faktoren bleiben voraussichtlich den ganzen August aktiv. Zumindest gibt es nichts am Horizont, das eine Änderung dieser Faktoren nahelegen würde.

Und wenn das so ist und die Faktoren aktiv bleiben, dann dürfte diese Rally noch Potential haben und Jahreshöchststände erreichen - und vielleicht mehr. Ich erinnere erneut daran, das Gummiband der Übertreibung kann auch nach oben weiter gedehnt werden, als man selber erwartet.

Insofern bleibt es bei meiner Positionierung. Ich bin Long und Strong im Markt und geniesse den Ritt nach oben. Im Moment orientieren sich meine Stops noch an den Tiefs vom letzten Donnerstag. Sollte heute oder morgen eine Korrektur durchlaufen und der Markt wieder nach oben drehen, werde ich die Tiefs dieser Korrektur nutzen um die Stops entsprechend nachzuziehen.

Wenn Sie sich jetzt fragen womit ich im Markt bin: Viele Aktien und Positionen kennen Sie, weil ich sie hier besprochen oder in den Tips erwähnt habe. "Nachlegen" bedeutet also, das ich bei den vorhandenen Positionen den Einsatz erhöhe, als noch zusätzlich nachkaufe. Zusätzlich dazu fange ich nun aber an mich auch für einige bisher extrem verprügelte Sektoren wie Stahl und Kohle zu interessieren. Denn die Lebenszeichen sind nun offensichtlich. Trotzdem gilt dort wie immer, erst ein etablierter Aufwärtstrend wird mich in diesen Bereichen zu signifikantem Einsatz bewegen können.

Ihr Hari

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