Der Stahlhändler Klöckner und die Macht der Wendeformation

Eine Aktie, die uns in der Community diesen Sommer ganz besonders viel Freude gemacht hat, ist der Stahlhändler Klöckner (KC0100).

Besonders viel Freude deshalb, weil seit Monaten alle Bewegungen hervorragend durch Markttechnik zu antizipieren waren und wir sehr frühzeitig eine inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS) erkannt haben, die uns dann erhebliche und schnelle Gewinne brachte.

Schon im Juni haben wir zu Recht vermutet, dass das Hoch vom Mai dazu diente, um dem Investor Knauf den Ausstieg zu guten Kursen zu ermöglichen. Mit dieser Vermutung war dann aber auch logisch verbunden, dass sobald die strategischen Verkäufe auslaufen würden, Klöckner eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit generieren würde.

Das galt ganz besonders, weil in den US die Stahlbranche zunehmend brummt, was man in den Charts von US Steel oder AK Steel leicht nachvollziehen kann. Und Klöckner macht durch diverse Übernahmen mittlerweile 40-50% seines Umsatzes auf der anderen Seite des Atlantik. Klöckner ist also zur Hälfte ein amerikanischer Stahlhändler und kein rein deutscher oder rein europäischer - ein Umstand, der im Markt scheinbar erst langsam bei der Bewertung zum Tragen kommt.

Deshalb ist Klöckner auch grosser Profiteur der Dollar-Stärke, die ab Juli einsetzte und Klöckner mit rein in Europa fokussierten Stahlkonzernen wie Salzgitter in einen Topf zu werfen, ist deshalb schlicht verfehlt.

Aber all diese fundamentalen Argumente brauchten wir gar nicht, den das Chart hatte die nötigen Informationen in Perfektion für uns:

Klöckner 18.09.14

Da war zunächst die inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS), die dann an einer deutlichen Nackenlinie nach einigen Retests triggerte. Übrigens kann man zu Klöckner auch eine alternative Nackenlinie im Bereich des 38er Fibonacci-Retracements zeichnen - was ich hier nicht getan habe, um das Chart nicht zu unübersichtlich werden zu lassen.

Zu einer iSKS kann man ein Bewegungsziel errechnen, dass dann eine sehr gute Wahrscheinlichkeit hat, erreicht zu werden und das wurde auch kurz danach bei ca. 11,5€ erreicht, einer Marke die gleichzeitig nahezu das 61,8er Fibonacci Retracement darstellt. Das Bewegungsziel für die oben genannte alternative Nackenlinie liegt sogar bei über 12€.

Bewegt sich eine Aktie nach einem Einbruch schnell über das 50er Fibo-Retracement zurück, erhöht das deutlich die Wahrscheinlichkeiten, dass der Einbruch komplett wett gemacht wird.

So passte es perfekt ins Bild, dass Klöckner nach dem Erreichen des Bewegungsziels eine klare Bullenflagge ausbildete, die nun auch getriggert wurde und damit den Boden für eine Rückkehr zu den alten Hochs bereitet.

Wer nun also aggressiv in der Aktie Long ist, setzt seinen Stop unter das Tief der Bullenflagge, sichert so den überwiegenden Teil der Gewinne und geniesst ansonsten die weitere Bewegung.

Im grossen Bild macht Klöckner fundamental wie charttechnisch weiter einen guten Eindruck und man kann nun einfach dabei bleiben, nach unten abgesichert wie beschrieben.

Klöckner ist auf jeden Fall wieder ein Musterbeispiel dafür, wie alle relevanten Informationen im Chart enthalten waren, man brauchte nur die Disziplin, diese Signale auch für Handlungen zu nutzen. Manchmal ist Börse wirklich so einfach.

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Leitindex S&P500 nimmt die historischen Höchststände ins Visier – 05.03.13

Im frühen Handel in Europa merken Sie schon, wie die Indizes wie S&P500 und DAX heute scheinbar mit Macht nach oben drehen. Auslöser dürfte die absehbare Auflösung diverser Sorgen sein.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass Mr. Market nichts so sehr hasst wie Unsicherheit. Deshalb kehrt nach dem ersten Schreck nun auch vorerst Ruhe an den südeuropäischen Aktienmärkten ein und die Indizes nehmen ihre alte Aufwärtstendenz wieder auf. Deshalb kehrt nach dem Vollzug des Sequesters auch in den USA nun wieder Ruhe ein, denn die Furcht war grösser, als die unmittelbar spürbaren Auswirkungen. Und auch Signale, dass eine kurz bevor steht, tragen zu der guten Stimmung bei. Damit gibt es im Moment kurzfristig keine grosse Hürde mehr im Fokus der Wallstreet, die einer Fortsetzung der Rally im Wege stehen könnte.

Die alte Regel "buy the rumor, sell the news" hat halt universelle Gültigkeit. Und da sich diese Regel auf positive Nachrichten bezieht, funktioniert Mr. Market bei erwartet schlechten Nachrichten bzw Sorgen genau umgekehrt: "sell the rumor, buy the news".

Auch technisch hat der Rücksetzer rund um Berlusconi und Sequester das Sentiment bereinigt und eine bullische Übertreibung beseitigt. Damit ist der Boden bereitet, damit die Indizes den lange erwarteten Run auf historische Höchststände doch noch dieses Frühjahr in Angriff nehmen können.

Und zu allem Überfluss generiert der Leitindex S&P500 gerade eine beeindruckende, bullische, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation im Stundenchart, die ein rechnerisches Ziel von 1565-1575 generiert. Sehen Sie selbst im Stundenchart:

S&P500 iSKS 05.03.13

Sie sehen die überdeutliche inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation, die kurz vor der Aktivierung steht (in den Futures ist es aktuell schon geschehen). Eine so deutliche inverse SKS macht es sehr wahrscheinlich, dass diese von den Algos getradet wird, was wiederum das Eintreffen des rechnerischen Ziels wahrscheinlich macht.

Das einzige Fragezeichen dieser Formation ist im Moment, wo die Nackenlinie sinnvoll zu ziehen ist. Die 1525 eignen sich dafür ebenso wie die 1530. Daraus ergeben sich dann die rechnerischen Kursziele von ca. 1565-1575 im S&P500.

Und jetzt raten Sie mal, was auch um die 1570 herum liegt .... genau, die historischen Jahreshöchststände vom 08.10.2007 bei 1576. Da sag doch noch mal jemand, der Markt hätte keinen Sinn für die Schönheit von Zahlen 😉

Diese inverse SKS nimmt also exakt die historischen Höchststände ins Visier. Ehrlich gesagt wäre ich schon fast erstaunt, wenn sich die Algos diese Gelegenheit nehmen lassen !

Das diese Entwicklung auch für den DAX die 8000 in Reichweite bringt, dürfte offensichtlich sein.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Wie geht es weiter mit DAX & Co. – 26.09.12 – Über die Bedeutung der USD Entwicklung

09:00 Uhr

Gestern setzten im späten Handel der Wallstreet Gewinnmitnahmen ein, die den S&P500 bis fast 1340 herunter brachten. Damit stellt sich die Frage, ob das Quartalsende bis Freitag nun von weiteren Gewinnmitnahmen geprägt ist und wie es darüber hinaus weitergeht.

Was die kommenden Tage bis Freitag angeht, bin ich relativ leidenschaftslos. Ich denke es wird auf der einen Seite weitere Gewinnmitnahmen geben und deswegen ist heute weitere Schwäche gut möglich. Auf der anderen Seite werden aber unterinvestierte Marktteilnehmer diese Gelegenheit nutzen um einzusteigen bzw "Window-Dressing" zu betreiben.

So hatten wir am Montag und Dienstag in der Schwäche schon wieder "Buying on Weakness" Prints, die Sie nachlesen können.

Insofern rechne ich persönlich eher nicht mit gewaltigen Abwärtsbewegungen. DAX 7200 und S&P500 1420 sind aber gut drin, ohne irgend einen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, es wäre sogar sehr gesund für den Markt !

Schauen wir darüber hinaus ins 4. Quartal, ist meine bullische Grundannahme weiterhin intakt. Zwei wesentliche Argumente kennen Sie schon:

  • Das insbesondere in Europa noch sehr negative Sentiment stützt die Kurse, weil es zeigt wie unterinvestiert Teile des Marktes sind.
  • Die Geldflut der Notenbanken weltweit wird im 4. Quartal ihre Wirkung zeigen, wenn die Programme scharf geschaltet sind. Alles andere wäre historisch der "diesmal ist es anders" Fall. Auch der kann eintreffen, darauf wetten würde ich aber fuglich nicht !

Es gibt aber noch ein weiteres, signifikantes technisches Argument und das kommt aus dem Dollarindex. Denn die Assetklassen, insbesondere im Bereich Industrie, Rohstoffe und Edelmetalle sind massiv von den Bewegungen in den Währungspaaren zum Dollar abhängig. Ein schwacher Dollar führt fast zwangsläufig zu einer weltweiten "Risk-On" Rally, die dann selbst währungsbereinigt in EUR noch Gewinne übrig lässt.

Nun schauen Sie mit mir mal auf das langfristige Wochenchart des EURUSD Währungspaars seit 2008:

Man sieht sofort, dass der Chart uns eine massive und langfristige Umkehrformation im Sinne einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation zeigt. Ebenso wichtig ist aber die aktuelle Bullenflagge, die sich auszubilden scheint. Deutlicher kann man die im Tageschart von EURUSD erkennen:

Das sieht ganz klar nach einer Bullenflagge aus und wir sind darüber hinaus kurz davor die 200-Tage-Linie zu touchieren.

Noch einmal zum Verständnis, solche Chartformation sind erst dann bestätigt, wenn Sie vollzogen sind - hier also wenn sich die Bullenflagge nach oben auflöst. Im Vorfeld wie heute ergeben diese sich abzeichnenden Strukturen nur eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, nicht mehr. Aber das ist doch auch schon was. 😉

Wenn Sie übrigens eine Parallelität zur Anschauung einer Bullenflagge in EURUSD wollen, schauen Sie einfach im Wochenchart, wie EURUSD Mitte 2010 aus dem Tief kam. Die Bullenflagge und was danach passiert ist deutlich zu sehen. Wie dagegen eine weit ernster zu betrachtende Umkehrformation aussieht, können Sie Ende 2008 beobachten. Eine derartige bärische Fahne haben wir aber weder heute noch hatten wir sie 2010.

Insofern würde ich dieser Tage nun ganz genau auf EURUSD schauen. Sollte sich die Bullenflagge bewahrheiten, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in den "Risk-On" Assets weiter hochlaufen. Insbesondere die aktuelle Konsolidierung bei den Edelmetallen und Minen dürfte dann eine Kaufgelegenheit sein, die man nicht verpassen sollte.

Trotz meiner mittelfristig klar bullischen Orientierung, dürfen wir aber nie die Demut verlieren zu wissen, dass Mr. Market auch komplett andere Pläne haben kann. Alles was ich hier zu bieten habe sind Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Dafür gibt es aber Stops, die man ideal unter die aktuelle Konsolidierungszone legen kann. Im DAX wären das aktuell ca. 7270. Wem das zu nahe an den aktuellen Kursen ist und wer nicht dumm ausgestoppt werden will, kann auch das letzte signifikante Tief von Ende August bei 6869 als Stopmarke nehmen. Das sind gute 6% maximaler Verlust nach unten, lässt dem Trade aber Raum um zu atmen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Aktientip – 25.07.12 – Aktien die attraktiv aussehen

17:00 Uhr

Im folgenden möchte ich ein paar Aktien-Ideen mit Ihnen teilen, die ich im Moment - mit einem Horizont bis zum Ende des 3. Quartals - als attraktiv erachte. Attraktiv deshalb weil sie entweder:

(a) von der Eurokrise unabhängig sind, oder
(b) attraktive technische Setups haben, oder
(c) eine besondere Wachstumsstory besitzen.

Die meisten wurden hier schon besprochen oder in den "Tips" zumindest schon erwähnt. Mit der folgenden Übersicht, möchte ich sie aber explizit in Erinnerung rufen.

Zu Beginn sei an die vor zwei Wochen -> hier <- vorgestellten Aktien von Linde (WKN 648300), SAP (WKN 716460) und ABB (WKN 919730) erinnert. Meine Sicht auf diese drei Titel ist unverändert positiv und die Entwicklung der letzten beiden Wochen unterstreicht das.

Broadcom (WKN 913684) ist Weltmarktführer im Bereich der Kommunikationschips, die in Smartphones, Notebooks etc eingesetzt werden. Für einen Bluechip im Techbereich ist Broadcom attraktiv bewertet und legt gerade eine fulminante Wende hin, die durch die guten Quartalszahlen von gestern unterstrichen wird. Im Bereich Tech ist Broadcom ein Basisinvestment. Wer es im Bereich Kommunikationschips etwas aggressiver mag, kann ja alternativ mal einen Blick auf Marvell Technology (MRVL, WKN 930131) werfen.

iRobot (WKN A0F5CC) , der innovative Roboterhersteller im Bereich Home und Militär, litt zuletzt unter verschobenen Aufträge des US Governments, während die Home-Sparte ausgezeichnete Zahlen lieferte. Die Börse hat iRobot übertrieben abgestraft, denn das Problem der Government-Aufträge scheint mir ein temporäres zu sein und ansonsten ist das Unternehmen ausgezeichnet aufgestellt. Damit reichten heute besser als erwartete Zahlen um den Kurs um 18% nach oben zu katapultieren. Aber auch nach dieser Bewegung hat iRobot nach meiner Erwartung noch jede Menge Luft nach oben, basierend auf einer überzeugenden Wachstumsstory und einem profitablen Geschäftsmodell. Schauen Sie sich einfach mal den Chart mit dem riesigen Gap vom Februar an, das durch die verschobenen Government-Aufträge aufgerissen wurde.

Der Energiedienstleister Halliburton (WKN 853986) profitiert wie sein Mitbewerber Baker Hughes (WKN 8729339) vom Boom der Förderung unkonventioneller Energiequellen, insbesondere im Bereich Gas. Die Aussichten der Industrie sind mittelfristig ausgezeichnet, während die Aktien gerade eine Bodenbildung abschliessen bzw wie Halliburton eine klare inverse "Schulter-Kopf-Formation" vollendet haben. Hier empfehle ich, sich mit den Aussichten der Förderindustrie einmal ausführlich zu beschäftigen. Die aktuellen Kurse sehen in meinen Augen nach Einstiegschancen aus.

Rheinmetall (WKN 703000) ist - Überraschung 😉 - auch dabei. Zum Geschäft habe ich schon mehrfach alles gesagt, das Rüstungsgeschäft ist in meinen Augen gegenüber anderen Firmen zB in den US deutlich unterbewertet. Und sollte die Bundesregierung die Richtlinien für Rüstungsexporte den EU Standards angleichen, sollte Rheinmetall massiv profitieren, denn "German Engineering" ist weltweit heiss begehrt. Weitere Kurstreiber könnten der weiterhin offene Börsengang von Kolbenschmidt-Pierburg oder eine mögliche Fusion mit Krauss-Maffei-Wegmann sein. Und der Kurs zeigt relative Stärke, die Aktie zeigt keinen grossen Abgabedruck mehr, was Kurse über 40€ beim nächsten Aufwärtstrend für mich wahrscheinlich macht. Sollte Rheinmetall die 38€ nicht nachhaltig verlieren, ist der Aufwärtstrend völlig intakt. Und fundamental gesehen gilt für mich, dass ich nicht ernsthaft über einen vollständigen Verkauf meiner Positionen nachdenke, solange Rheinmetall nicht über 50€ notiert. Denn dort - erst über 50€ - würde ich persönlich den fairen Wert des Unternehmens ansiedeln.

Attraktiv bewertet, im Aufwärtstrend und mit relativer Stärke ist auch ganz klar K+S (WKN KSAG88) unterwegs. Ein Basisinvestment im Bereich Agrardünger und Salze, alternativ könnte sich der Blick auch auf die norwegische Yara (WKN A0B07F) richten. Der ganze Sektor ist aktuell von attraktiven Aussichten geprägt und zeigt das auch mit grossen Zuflüssen von "Big Money".

Soweit eine kleine Auswahl aus meinen aktuellen Favoriten, ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein gutes Händchen !

Ihr Hari

PS: Ich vergass: Qiagen (WKN 901626) die "SAP unter den Biotechunternehmen". Von mir am 09. November -> hier <- vorgestellt und seit dem über 25% im Plus. Trotzdem für mich immer noch ein klarer, langfristiger Kauf im Sinne "Buy and Hold".

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