DAX Ausblick – Mein persönlicher Doppelbeschluss

Der folgende Artikel erschien schon Montag 08.06.15 14:20 in Hari Live

Die Vorsicht und der Zweifel ist nun überall im Markt zu spüren und ich bin sicher, dass auch das deutsche Marktsentiment am kommenden Mittwoch eine deutliche Eintrübung der zuvor deutlich zu bullischen Haltung zeigen wird.

In diesem Moment möchte ich mal einen Gedankengang mit Ihnen durchgehen, für den Sie mich wahrscheinlich für verrückt erklären werden. Denn ich weiss ganz genau, wie gerne der Markt genau den Weg geht, mit dem niemand rechnet - den Weg des maximalen Schmerzes.

Und ich weiss, welche langfristige Wirkung ein massives Quantitative Easing der Notenbank auslöst. Wir haben das doch gemeinsam erlebt, nur vergessen wir Menschen solche Erfahrungen zu gerne zu schnell.

Setzen wir uns also in die Zeitmaschine und kehren zurück in den Herbst 2012, als Ben Bernanke in Jackson Hole im September ein neues QE3 angekündigt hatte, nur dass dann am Markt erst einmal nichts so richtig passiert ist.

Am 11.11.12 - der Markt bröselte seit Wochen negativ vor sich hin - habe ich den folgenden Artikel geschrieben. Bitte lesen Sie den unbedingt noch einmal, es lohnt sich auch im Nachhinein: -> Warum QE3 erst ab 14.11.12 seine Wirkung entfaltet <-.

Zitat: "Bitte denken Sie daran: Liquidity Rules ! Das ist eine der Grundregeln, die immer gültig ist. Dewegen vermute ich auch, dass die Bären nun noch ein paar Tage ihre "feuchten Träume" geniessen können, bevor ihnen bald eine böse Überraschung bevor steht."

Dieser Artikel markierte auf den Tag zum 14.11.12 das Ende des Bröseln und den Beginn einer Aufwärtsbewegung, die bis heute getragen hat:

S&P500 08.06.15 2

Und ich habe schon in das Chart eingezeichnet, was der Gedankengang ist, für den Sie mich nun heute für verrückt erklären werden. 😉

Und klar, Sie müssen mir jetzt nicht schreiben, was heute alles anders ist als damals. Und dass die FED eben heute eher am Ende der QEs angekommen ist. Das weiss ich auch. Und Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich aber.

Und der Reim ist, dass wenn von Seiten der Notenbank ein massives Quantitative Easing in den Markt geschmissen wird, die erste Korrektur nicht das Ende der Bewegung darstellt. Draghi hat sich doch klar und deutlich zur Dauer und den Absichten bis Herbst 2016 geäussert, nur der Markt will es im Moment nicht glauben, genau so wie er im Herbst 2012 schon das Vertrauen in das QE3 verloren hatte und scheinbar übersehen hatte, dass es noch gar nicht wirksam war.

Jetzt besteht bei so einem Artikel, der ein Gedankenszenario skizziert, immer die Gefahr, dass Anleger nun zu ihrem Konto rennen und zu kaufen beginnen, weil sie ein Szenario unter vielen zur sicheren Zukunft machen.

FALSCH! Wir sind hoffentlich klüger. Wir rennen dann zu unseren Kauforders, wenn der Markt wieder zu steigen beginnt und im Moment ist die Lage wackelig und ich selber bin trotz solcher Gedankengänge wie oben weitgehend aus dem Markt und habe viel Cash.

Aber ..... es ist wichtig, dass wir einen klaren Blick für die Möglichkeiten behalten. Und dass wir uns klar machen, dass wir eine Notenbank mit einem frischen QE im europäischen Markt haben. Und ja, vielleicht ist dieses Mal hier alles anders, aber auf diesen Satz zu wetten, lohnt sich selten.

Was sich aber lohnt, ist sich an den Normalfall zu erinnern. Und der Normalfall ist, dass die erste Korrektur nach einem initialen QE Schub eben in der Regel *nicht* das Ende der Aufwärtsbewegung darstellt.

Und weil das so ist, werde ich bei aller berechtigen Vorsicht und aktuellen Abstinenz vom Markt, nun nicht zu negativ werden und werde mich den Schallmeienklägen des Crash-Geredes weiter konsequent verweigern.

Lesen Sie unbedingt im alten Artikel mal die letzten beiden Kommentare. Den Kommentar eines damaligen Mitglieds zu einem "Günter Hannich" und meine Antwort dazu. Nun, über 2 Jahre später, erst recht lesenswert. 😉

Nein, die Chancen sind nicht schlecht, dass dieser Markt erneut zu einer Rally ansetzt, sobald die Themen die ihn aktuell belasten - wie Griechenland, der starke Renditenanstieg bei Anleihen, der steigende Euro und die Angst vor einem frühzeitigem Ende des Notenbank-Stimulus - sich mal erschöpft haben.

Man könnte auch sagen, bisher passt alles zu dem prinzipiellen Ablauf, den ich im Artikel -> Sell in May und der Supervulkan <- bei damals noch DAX 11.980 am 14.04.15 dargestellt hatte.

Was wir aber nicht wissen ist, ob dieser Tiefpunkt heute erreicht wird oder vielleicht erst Ende des Sommers bei vielleicht sogar unter 10.000. Insofern ist Vorsicht nun kurzfristig die Mutter der Porzellan-Kiste. Aber für zu grossen Negativismus, ist mir persönlich das Environment immer noch deutlich zu bullisch für Aktien.

Das nur zur weiteren Erklärung meines persönlichen "Doppelbeschlusses", mit dem ich einerseits aktuell vorsichtig und weitgehend aus dem Markt bin, mittelfristig aber weiter chancenorientiert denke.

Und eine Änderung dieser Haltung ergibt sich dann, wenn mir der Markt klare Signale sendet, dass sich das für Aktien positive Environment grundlegened. Aber nicht im untauglichen Versuch, herum zu raten und eine Zukunft vorher sagen zu wollen, die sowieso keiner kennt, auch wenn viele so tun, als wäre es anders. Und viele Anleger sind leider immer noch auf der sinnlosen Suche nach dem "einen" Guru, der ihnen für 4€ 95 Cent - oder noch besser gleich kostenlos - die Zukunft weissagt. Wer hier Sarkasmus findet, liegt richtig. 😉

Der von mir geschätzte Josh Brown hatte dazu vor kurzem ein kurzes, brilliantes Essay. Wenn Sie des Englischen mächtig sind, sollten Sie da bitte unbedingt lesen und schmunzeln:

Ihr Hari

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Auslaufende Katalysatoren – das 2. Quartal im Blick

Der folgende Artikel erschien zum Wochenstart am Montag 23.03.15 09:05 in Hari Live

Wir treten nun in eine gefährliche Marktphase ein, die von auslaufenden Katalysatoren und der Frage "was kommt danach" geprägt sein wird. Bitte übersetzen Sie "gefährlich" aber nicht in "muss fallen", denn so ist das nicht zu verstehen.

Es ist vielmehr eine Phase, in der die Treiber, die uns nun das ganze 1. Quartal begleitet haben, langsam mal für eine Pause gut sind. Und sich der Markt daher fragen muss, wie er die "Zukunft danach" bewertet, denn wir wissen, der Markt ist nichts weiter als die Summe der Erwartungen der Marktteilnehmer.

Der anstehende Quartalswechsel wird dazu beitragen, dass der Markt eine veränderte Sicht auf die Zukunft entwickeln könnte. Eigentlich ist das wie der Jahreswechsel nur ein ganz normaler Tag, aber in unseren Köpfen schliessen wir mit so Tagen die Vergangenheit ab und schauen aufs Neue gespannt nach vorne in die Zukunft.

Wesentlicher Treiber des ersten Quartals waren natürlich die Notenbanken, die von den drei grossen Währungen Dollar, Euro und Yen durchweg alle massiv stimulierend für die Asset-Preise agieren. Und dass insbesondere der sensationelle Anstieg des DAX in hohem Masse mit den Notenbanken und deren Effekt auf die Währungen zu tun hat, ist ja offensichtlich.

Schauen wir ins 2. Quartal, ist aber schwer vorstellbar, wo von Seiten der Notenbanken nun noch additive, positive Katalyasatoren herkommen sollen. Die EZB ist maximal stimulierend, die BoJ sowieso und die FED weicht ihren Zinserhöhungspfad weiter auf und bleibt auch unterstützend. Mehr geht eigentlich nicht bzw ist schwer vorstellbar. Und das Wissen um die Stimulierung der Notenbanken, ist nun in den Kursen eingearbeitet.

Einen so positiven Impakt, wie es ab Mitte Januar das EZB QE ausgelöst hat, wird es im 2. Quartal also von den Notenbanken wohl kaum geben können. Das heisst nicht, dass deswegen die Welt zusammen bricht, das QE der EZB läuft und wird stützen. Aber niemand sollte erwarten, dass wieder so leichtes Geld auf der Long-Seite zu verdienen ist, wie nach der QE Ankündigung der EZB, wo alle Signale in die Richtung nach oben wiesen.

Gleichzeitig beginnt Mitte April die Quartalssaison in den US und der Markt wird sehr kritisch und vorsichtig sein, was den Effekt des starken Dollars angeht, der im 1. Quartal für die US Unternehmen sehr deutlich spürbar sein sollte. Schwäche Anfang April in Erwartung unbefriedigender Zahlen in den US, wäre also kein bisschen überraschend. Und dass der DAX mal eine Verschnaufpause braucht, ist ja wohl selbsterklärend.

Mein grundsätzliches Bild für die kommenden 4 Wochen sieht daher vom Grundsatz her so aus, dass in dieser Woche noch nicht so furchtbar viel passieren wird und der S&P500 die Hochs um die 2120 testen könnte. Auch der DAX könnte die Hochs erneut testen und vielleicht übersteigen.

Die ersten zwei April Wochen scheinen mir aber anfällig zu sein und die Hochs könnten also zu einem temporären Doppeltop werden. Und weiter als bis Mitte April hinein, fühle ich mich im Moment nicht in der Lage, irgend etwas zu antizipieren.

Schauen wir uns das mal im Leitindex S&P500 an, zunächst im langfristigen Chart mit Wochenkerzen:

S&P500 23.03.15

Wir sehen einen etablierten und bestehenden Trend und kein Signal, das diesen in Frage stellt. Wir sehen aber auch, dass die Steigung langsam nachlässt und können die 50-Wochen-Linie (die fast mit der 200-Tage-Linie korreliert) als wichtige Wetterscheide identifizieren, die den Trend trägt.

Was wiederum bedeutet, dass die Zone um die runde 2000er Marke nun in den kommenden Wochen sehr, sehr wichtig wird, die ich mit einem roten, flachen Kreis markiert habe. Wenn die fällt, haben wir wohl einen Trendbruch und das sollte daher auch die Zone sein, in der unser Risikomanagement greifen muss!

Im kurzfristigeren Blick auf die Stundenkerzen, sehen wir die schöne Wendestruktur mit Measured Move 2120 und es spricht viel dafür, dass diese Marke erreicht wird - möglicherweise gegen Ende der Woche, nachdem Anfang der Woche leichte Schwäche ansteht:

S&P500 23.03.15 2

Wenn der Measured Move erreicht ist, stellt sich die wichtige "Doppeltop oder Trendfortsetzung" Frage und wie oben angedeutet, kann ich mir in den April hinein eine Doppeltopstruktur gut vorstellen, deren wichtiger Test dann - siehe oben - um die 2000 im S&P500 ansteht.

Fazit:

Anfang dieser Woche wäre leichte Schwäche kein Wunder. Typisch wäre aber auch, dass zum Quartalsende hin noch einmal ein Anlauf zu den Hochs folgt.

In den April hinein, ist insbesondere Anfang April Vorsicht ratsam, die Quartalssaison in den US wird sehr kritisch beäugt werden und die Notenbanken werden als Taktgeber etwas in den Hintergrund treten.

Über den April hinaus, bin ich nicht in der Lage sinnvolle Dinge zu antizipieren, zu viele Bälle sind in der Luft und das Thema Griechenland ist ja immer noch in der Schwebe und kann nicht ewig so weitergehen. Dass das Land aus dem Euro raus muss, ist offensichtlich, auch wenn es die Politik gegen jede wirtschaftliche Vernunft nicht wahr haben will. Was nun läuft, ist das "Schwarze Peter" Spiel, denn wenn Syriza einen Euro-Exit als Partei überleben will, brauchen sie Schuldige, auf die sie innenpolitisch zeigen können.

Ich bin zwar überzeugt, dass ein Grexit dem Markt letztlich nicht schaden wird und den Euro sogar stärken, aber in der wilden Phase des Austritts, wird es so viele Schuldzuweisungen und Chaos geben, dass der Unsicherheit hassende Markt selbstverständlich davon nicht völlig unbeeindruckt bleiben wird.

Was uns als sinnvolle Strategie bleibt, ist also weiter die "alte Leier" der Trendfolge, jeweils auf den zum eigenen Anlagehorizont passenden Zeitebenen. Beim DAX sollte man sicher nach unten härter begrenzen als im S&P500, einfach weil die Überdehnung nach oben viel grösser ist. Denn wir wissen ja, dass die Bewegung eines Pendels immer damit zu tun hat, wie stark es vorher in die Gegenrichtung ging.

Was Wirtschaftsdaten angeht, haben wir diese Woche allerlei und auch jede Menge Reden von Notenbank-Mitglieder. Insbesondere die FED Mitglieder sind ja nach einer Sitzung medial sehr aktiv, wenn die Schweigephase endlich vorbei ist und man sich wieder medial produzieren kann. 😉

Es gibt die kommende Woche aber keinen dominanten und massiv antizipierten Termin, wie letzte Woche mit der FED. Insofern wird es besonders spannend aber auch unsicher, denn der Markt hat weniger Leitplanken zur Orientierung.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Der psychologische Ankereffekt oder: Es ist eben nur eine Zahl!

Der folgende Artikel erschien schon Donnerstag 12.03.15 09:30 in Hari Live

Heute mal etwas Grundsätzliches zur Entwicklung im DAX.

Denn die Fixierung der Menschen auf diese Zahl - heute 11.800 - führt zu psychologischen Fehlbewertungen der Situation. Und die Folge davon sind dann Schlagzeilen wie "Wahnsinn" oder "Übertreibung" oder "DAX ohne Hemmungen".

Das liegt daran, dass wir im Sinne des psychologischen Ankereffektes, "Normalität" über die nahe Vergangenheit defínieren. Und wir uns aber auch an eine "neue Normalität" ganz schnell gewöhnen und unsere Einschätzung daran ausrichten.

Stellen wir uns mal vor, der DAX würde nun ganz schnell auf 15.000 hoch schiessen. Jedermann würde das als "übertrieben" werten. Würde dann aber ein Jahr folgen, in dem der DAX seitwärts läuft, wäre am Ende des Jahres 15.000 "ganz normal" und niemand würde sich wegen der vermeintlichen Höhe sorgen.

Es ist eben nur eine Zahl!

Dass das so ist, können wir validieren, wenn wir in die Vergangenheit schauen. Der DAX stand vor 20 Jahren bei ca. 2000. Und klar, man muss die Dividenden nun raus rechnen, wenn man die Unternehmen heute und damals vergleichen will, aber trotzdem: haben sich Unternehmen wie Siemens in den 20 Jahren wirklich so grundlegend verändert, dass Sie heute ein Vielfaches Wert sind? Einen DAX bei 4000, was vielleicht nach Abzug der Dividenden dem 2000er DAX von 1996 entspricht, würden wir heute aber als Ausdruck einer schweren Wirtschaftskrise betrachten. Passt das zusammen?

Es ist eben nur eine Zahl!

Es ist eben nur eine Zahl, die da rechnerisch nun steht. Und dass die Zahl so hoch steht, dafür gibt es viele gute Gründe.

Nominelle Gewinnsteigerungen durch Bilanzakrobatik ala IFRS sind einer davon. Echte Gewinnsteigerungen durch effizientere Operation sind ein anderer. Höhere Multiples durch Anlagedruck im Null-Zins-Umfeld sind ein weiter Grund. Und der brutal fallende Euro ist der letzte Sargnagel, der dem DAX letztlich Scheingewinne verschafft, die nämlich nur für Bürger in voller Höhe sichtbar sind, die im Euro rechnen und daher nicht sofort merken, wie ihre Währung und damit auch Ihr Wohlstand, im weltweiten Massstab abwertet.

Es ist eben nur eine Zahl!

Eben, so ist es! Und wer sich nun von der vermeintlichen Höhe der Zahl irritieren lässt, weil sie sozusagen "Gestern" noch bei 8500 war, macht einen schweren Fehler. Die Höhe alleine sagt gar nichts. Null und Nichts. Erst der Kontext sagt etwas aus.

Gewinne in unseren Depots entstehen auch nicht, weil die Zahl "hoch" oder "tief" ist, sie entstehen nur, wenn die Zahl morgen höher ist als heute. Und das wäre auch wahr, wenn der DAX heute bei 100.000 stehen würde.

Dass wir Menschen uns durch den Ankereffekt zu falschen Schlussfolgerungen verleiten lassen, können Sie auch an der Tatsache sehen, dass Aktiensplits so beliebt sind. Denn eigentlich ändert sich durch einen Split gar nichts, der Wert der Firma ist völlig identisch. Und trotzdem "fühlt" es sich für uns eine Zeit lang so an, als ob die Aktie "billiger" geworden sei. Und das führt zu statistisch beweisbarem Kaufdruck nach so Massnahmen. Was sind wir doch für Affen, oder? 😉

Insofern wäre das Beste, was die Macher des DAX für die Aktienkultur in Deutschland machen könnten, beim DAX nun einfach eine Null zu streichen. Dann notiert er aktuell bei 1.180 und das würde es vielen leichter machen, nun zuzugreifen. Absurd? Ja! Realität? Auch!

Es ist eben nur eine Zahl!

Wir sollten uns diese Mechanismen unbedingt klar und uns davon so weit wie möglich frei machen. Hören wir also nicht auf den gedanklichen Reflex von "zu weit" und "Übertreibung", nur weil die Zahl nun so hoch ist - das ist alles irrelevant. Alles was für uns zählt ist, dass bei den Assets in unseren Depots die Zahl morgen höher ist als heute.

Und was heisst das nun konkret?

Eigentlich ist es recht einfach. Es gibt gute und fundamentale Gründe, warum der DAX so nach oben schiesst. Ich habe sie oben genannt, im Moment sind das vor allem der Anlagedruck und der Absturz des Euros, der "die Zahl" nach oben schiebt, ohne den Wohlstand wirklich im gleichen Masse zu heben.

Und solange diese Gründe so dominant sind, gibt es keinen Grund, warum der DAX nicht weiter steigen kann und sogar 15.000 im Verlauf der kommenden Jahres erreichen. Merken wir uns: es gibt keinen zwingenden Grund warum nicht!

Ist das nun "sicher" und darf man deswegen "sorglos" werden? Gott bewahre! Schwere Dummheit!

Was wir hier erleben, ist ein historisch einmaliges Experiment der Notenbanken. Jeder - absolut jeder, inklusive Draghi himself - der behaupten würde, er wüsste wie das ausgeht und welche Fallstricke auf dem Weg lauern, würde an massiver Selbstüberschätzung leiden und sollte von uns tunlichst ignoriert werden!

Schaut man in die Vergangenheit hinein, wodurch starke Bullenmärkte abgeschossen wurden, waren es nie die Dinge, um die sich der Markt sorgte. Worum sich der Markt sorgt, ist in den Kursen und stellt selten ein echtes Risiko dar. Wirklich riskant sind die Dinge, um die sich der Markt *nicht* sorgt, weil er sie nicht auf dem Radar hat. Und wie will man Dinge voraus sehen, die man nicht erkennt - das ist ein Widerspruch in sich.

Und hier - in der aktuellen Situation - ist dieser "blinde Fleck" in unserer Wahrnehmung noch viel grösser als sonst, weil wir uns in unerforschten Gewässern befinden. Wie kann man da seriös sorglos sein? Nein, so eine Haltung wäre völlig falsch.

Was man aber nicht machen darf, ist sich durch die berechtigte Vorsicht und Aufmerksamkeit lähmen lassen. Und das passiert leider gerade bei den meisten deutschen Anlegern, auch eben, weil "die Zahl" so ungewohnt hoch aussieht.

Es ist eben nur eine Zahl!

Vergessen wir also diese Zahl. Stellen wir Sie uns geistig mit einer Null weniger vor. Und denken wir wieder daran: es kommt nur darauf an, dass diese Zahl morgen höher ist.

Deshalb - genau deshalb - machen wir Trendfolge. Deshalb gehen wir solche Bewegungen mit, egal wie die Zahl ist. Und wir gehen solange mit, wie der Trend erhalten bleibt.

Und im Moment ist nichts am Horizont zu erkennen, was den Trend der durch die EZB in Gang gesetzt wurde, schnell beenden könnte. Aber was heisst das schon, dass im Moment nichts zu erkennen ist? Schon kommende Woche steht die FED an und theoretisch könnte die den Spieltisch durchrütteln und den Dollar wieder runter reden.

Und obwohl wir mitgehen, bleiben wir deshalb paranoid. Denn wir wissen, dass unter der stillen Wasseroberfläche der schönen neuen Nullzinswelt, Ungeheuer lauern. Es macht definitiv keinen Sinn, aus abstrakter Angst dem Trend nicht mehr zu folgen. Aber wir beobachten. Und wenn wir sehen, dass sich ein Ungeheuer zeigt - und der Markt wird uns das durch sein Verhalten signalisieren - dann sind wir draussen.

DAX 11.800 ist auf jeden Fall nur eine Zahl. Mit der Zahl ist kein bisschen gesagt, dass 10.800 in einem Monat wahrscheinlicher ist als 12.800. Kein bisschen!

Lassen wir uns also nicht von der Zahl verrückt machen und folgen dem Trend. Bis er endet. Gnadenloser Opportunismus im positiven Sinne, ist das, was man am Markt braucht um erfolgreich zu sein.

Ob diese Zahl nun "zu hoch" oder "zu weit" ist, überlassen wir der Diskussion anderer, die damit ihre Zeit verbrauchen wollen. Wir akzeptieren einfach: wir wissen es nicht. Und es ist auch egal.

Ihr Hari

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US Staatsanleihen – Wie man vom fallenden Euro profitiert

Der folgende Artikel erschien schon Montag 09.03.15 10:15 in Hari Live

Manchmal muss man einfach in Erinnerung rufen, was hervorragend funktioniert hat. Schon alleine, damit man bei der nächsten Chance dann beherzter zupackt, denn der Mantel des Schicksals kommt ja nicht jeden Tag an einem vorbei.

Zu Anleihen schreibe ich hier im Blog ja derzeit eher wenig, weil sie mir in weiten Teilen zu überteuert sind und ich auch einer Bundesrepublik Deutschland kein Geld für 0% leihe.

Aber es gibt Ausnahmen und eine hatte ich am 09.09.14 im Artikel -> Wenn überhaupt Staatsanleihen dann diese <- auch hier im freien Bereich dargestellt.

Denn US Staatsanleihen notieren noch mit akzeptablen Zinssätzen und die Chance auf eine Aufwertung des Dollars kommt sozusagen oben drauf.

Da nun nicht jeder das alte Chart noch einmal anschauen wird, habe ich es hier noch einmal herein kopiert, um den nachfolgenden "Schockeffekt" zu maximieren: 😉

So sah das also am 09. September 2014 aus:

IBTM 05.09.14

Und hier kommt nun die aktuelle Euro-Version dieses ETFs in Xetra (IUSM) heute:

IUSM 09.03.15

Autsch! kann man da nur sagen, wenn man diese geniale Chance verpasst hat. Denn diese sensationelle Entwicklung für einen Staatsanleihen-ETF kam deshalb zustande, weil die US Treasury Bonds auch in USD gut gelaufen sind und zusätzlich auf einen Währungscrash im Euro trafen.

Der damalig antizipierte Retest ist nicht einmal ansatzweise gekommen, klares Zeichen grosser Stärke der Price-Action.

Kurzfristig ist nun unklar, ob wir hier ein Doppeltop oder nur einen Dip haben, der erfrischt. Zwar ist mittelfristig von einem weiteren Anstieg des Dollars hin zur Parität auszugehen.

Andererseits ist die Lage der Treasury Bonds aus USD Sicht nun wackelig und direkt von der FED abhängig. Das können wir schön im bekannten ETF TLT in USD sehen, den man kurzfristig als SKS Topformation werten kann, wo mittelfristig aber eine wichtige Trendlinie ins Auge springt.

TLT 09.03.15

TLT 09.03.15 2

Kurzfristig würde ich also die FED Sitzung kommende Woche abwarten, bis sich dadurch klärt, wie es mit den US Treasury Bonds in USD weiter geht. Denn eine schnelle Zinserhöhung wäre natürlich schlecht für die Kurse der bestehenden US Treasury Bonds. Nur rechne ich nicht damit und das schon gar nicht auf der Sitzung im März.

Mittelfristig könnte aber ein nennenswerter Rückgang des IUSM eher eine erneute Chance sein. Denn solange man in den US für 10-jährige Staatsanleihen 2,x Prozent Rendite erhält und in Deutschland und Frankreich praktisch Null, stellt diese Renditedifferenz eine mittelfristige Chance dar. Der weiter starke Dollar kommt dann für Anleger im Euro-Raum noch dazu.

Auf jeden Fall sind US Staatsanleihen wahrscheinlich weiter gegenüber anderen Staatsanleihen überzugewichten. Und nach wie vor gilt:

Wenn überhaupt Staatsanleihen, dann diese!

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Der Preiskrieg bei Öl, die Emerging Markets, die FED und der DAX

Es ist keine Woche her, dass ich hier für 2015 über eine potentielle Kreditkrise in den Emerging Markets geschrieben habe.

Seitdem hat der DAX über 5% korrigiert und steht auf Jahresbasis wieder bei Null. Und das alles nur wegen des Ölpreises, mag sich da der Anleger fragen, für den billiges Öl ja etwas Positives ist?

Die Antwort ist ja und die Reaktion des Marktes ist durchaus verständlich. Warum, will ich Ihnen heute hier zeigen.

Könnten wir die Uhr 40 Jahre zurück drehen, in die Zeit der ersten Ölkrisen in den 70er Jahren, wäre ein massiv fallender Ölpreis ohne jede Frage purer Segen für die deutsche Volkswirtschaft gewesen und der DAX hätte profitiert. Und was in Brasilien oder Indonesien an den Börsen passiert, hätte für den DAX wirklich die Bedeutung des berühmten, in Peking umfallenden Fahrrades gehabt.

Wir haben aber nicht mehr 1974 und die Männer laufen (in der Regel) auch nicht mehr mit Koteletten und Schlaghosen herum. Wobei, die Koteletten sind ja gerade wieder im Kommen, hoffen wir mal, dass uns die Schlaghosen erspart bleiben. 😉

Nein, 40 Jahre später ist die Globalisierung durch die Welt gelaufen und Wirtschaft findet im globalen Massstab statt. Und die Unternehmen im DAX haben ihre Absatzmärkte auch und gerade in den Emerging Markets.

Und gerade die Emerging Markets, die besonders von Rohstoff-Verkäufen leben oder eine negative Handelsbilanz haben und auf die Zufuhr frischer Devisen angewiesen sind, leiden nun massiv unter dem crashartigen Einbruch des Ölpreises und dem starken Dollar.

Denn in diesen Ländern, stellt sich schnell die Frage einer Staatspleite und der Markt nimmt wie ein Geier ein sterbendes Tier, schon die ersten Kandidaten ins Visier.

Die nächtliche, massive Zinserhöhung der russischen Zentralbank passt da perfekt ins Bild und diese atmet für mich den Geruch der Panik. Nur wird es nichts nützen, der Markt ist am Ende stärker und wenn der Ölpreis nicht hoch kommt, verspielt Russland seine Devisenreserven ganz schnell und blutet aus. Kurzfristig macht das Eindruck und wird den Rubel stabilisieren, wenn der Ölpreis weiter fällt, war es aber schnell umsonst.

Ähnlich kritisch sind dann auch einige südamerikanische Länder zu sehen, die sowieso hausgemachte Probleme haben und denen nun ein wesentlicher Teil der Rohstoffexporte weg bricht.

In Summe zeigt uns also ein Blick auf den grössten Emerging Market ETF - den EEM - was hier wirklich los ist. Bitte vergleichen Sie das Chart mit dem von vor einer Woche, im Artikel vom 10.12.:

EEM 16.12.14

Ist es wirklich so verwunderlich, dass es den DAX dann so zerlegt? Eher nein, denn die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet natürlich massiv unter Problemen in den Emerging Markets - grosse Absatzmärkte stehen dadurch unter einem Fragezeichen. Und Einnahmen, die den grossen Rohstoffproduzenten fehlen, können und werden diese auch nicht in Maschinen, Fertigungsanlagen und Fahrzeuge "Made in Germany" investieren. Da ist es doch nur rational, dass die internationalen, institutionellen Anleger nun aus deutschen Aktien die Flucht ergreifen. Denn ohne deren Abflüsse, wäre die Entwicklung des DAX nicht denkbar gewesen.

Das ist eben Fluch und Segen der Globalisierung. Der Aufstieg der Emerging Marktes hat das Exportmodell befeuert. Probleme in den Emerging Markets, lassen deutsche Aktien daher straucheln. Klar geht es dem deutschen Konsumenten durch einen niedrigeren Ölpreis besser und einigen Firmen, die Öl als Grundstoff kaufen müssen, auch. In Summe überwiegt aber derzeit die Angst vor dem weltweiten, konjunkturellen Dämpfer.

Wesentlicher Faktor bei der harschen Reaktion des Marktes, ist dabei auch die Unsicherheit, die aus der Geschwindigkeit des Einbruches resultiert. Würde der Ölpreis langsam abwärts bröseln, würden wir an den Märkten diesen scharfen Einbruch wohl nicht sehen, weil jeder Zeit hat, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

So aber ist es wie ein Wirbelsturm, der um die Welt geht und nichts hassen die Märkte mehr als Unsicherheit. Und wenn die Unsicherheit im Raum steht, ob Staaten oder Unternehmen in Zukunft noch ihre Rechnung bezahlen können, wird es schnell unangenehm. Der Kreditmarkt hat mit dem Junk Indikator diese Angst schon länger indiziert. Schauen sie, wie der ETF JNK nun eingebrochen ist:

JNK 16.12.14

Damit kommt der heute beginnenden FED Sitzung, die Morgen Abend um 20 Uhr ihr Ergebnis finden wird, massive Bedeutung für die Märkte zu.

Denn rein technisch gesehen, sind alle diese Assets nun so brutal überdehnt, dass eine Gegenbewegung eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit hat. Eine Gegenbewegung zum Jahresende, deren Katalysator die FED sein könnte.

Es ist wie bei einem Gummiband - wenn das bis zum Zerreissen gespannt ist, dann schnappt es fast immer zurück. Leider aber nur "fast immer", denn manchmal reisst es auch mit einem Knall. Und das sind die seltenen, sehr gefährlichen Situationen an den Märkten.

Wir haben im Premium Bereich auch schon diverse Indikatoren besprochen, die darauf hindeuten, dass sich das grosse Geld nun für ein Reversal positioniert, das durch die FED getriggert werden könnte und dann doch noch zu Stärke zum Jahresende führt.

Alleine, es braucht dafür die Mithilfe der FED. Denn eines darf nicht passieren, die FED darf ihre Tonlage hinsichtlich einer baldigen Zinserhöhung nicht noch verschärfen. Denn würde das passieren, würde es den Dollar erneut stärken und damit die Probleme der Emerging Markets noch weiter verschärfen, die durch den Ölpreis sowieso schon massiv unter Druck sind. Sie wissen schon, Thema Kreditkrise, siehe letzter Artikel.

Viele Marktteilnehmer können sich aber nicht vorstellen, dass die FED noch Öl ins Feuer giesst und ich rechne auch nicht damit. Anders herum sehnt sich der Markt nun aber so sehr nach Beruhigung, dass er jeden freundlichen Nebensatz im Sinne einer geldpolitischen Taube aufsaugen wird.

Fazit:

Der Druck auf den Ölpreis ist geostrategisch gewollt und wird deshalb auch in 2015 hinein nicht schnell verschwinden. Im Gegenteil, auch tiefere Kurse bei Öl sind gut vorstellbar.

Die Probleme, die das in vielen rohstoffreichen Emerging Markets hervor ruft, die durch einen starken Dollar noch verstärkt werden, sind massiv und real. Und die Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft in 2015 hinein sind auch real.

Trotzdem ist die Lage nun so überdehnt und die Ängste nun so hoch, dass eine temporäre Gegenbewegung eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat und die heute beginnende FED-Sitzung ist dafür der ideale Katalysator.

Nur enttäuschen sollte die FED die Märkte nicht, denn wenn nun der Dollar noch stärker gemacht würde und der Ölpreis weiter abstürzt, dann hätten wir wirklich das Risiko, dass das Gummiband reissen könnte und wir an den Märkten einen crashartigen Einbruch erleben.

Eigentlich wollte ich um den Jahreswechsel gerne Ruhe und Abstand von den Märkten finden, aber der fiese Mr. Market macht mal wieder was er will. 😉

Alle Augen sind nun also auf die FED gerichtet. Im Premium-Bereich werden wir die Ereignisse live verfolgen und daraus unsere Schlüsse ziehen.

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US Staatsanleihen – Wenn überhaupt Bonds, dann aktuell diese!

Der folgende Artikel erschien Freitag 05.09.14 09:50 in Hari Live

Der grosse neue Konsens, der sich an den Märkten gerade bildet, ist ein gegenüber dem USD fallender Euro. Und ist eine EZB, die gerade in ein QE einsteigt, während die FED versucht, ganz langsam den Ausstieg zu orchestrieren. Ich bezweifele zwar stark, dass die FED es real tun kann, weil der Druck des weltweiten "Race to the Bottom" selbst der mächtigen FED nicht erlaubt, sich zu weit gegen den Rest der Welt zu stellen, aber das ist eine andere Geschichte. Die Grundtendenz ist wie oben beschrieben und könnte noch Monate so andauern.

Nun ist dieses Wissen aber mittlerweile Mainstream, weswegen die Zeit reif für eine böse Gegenbewegung ist, die das zu hohe Vertrauen in diese Richtung mal wieder erschüttert und insbesondere die EURUSD Shorties mal so richtig durchschüttelt.

Nach so einer - für starke Trends ganz typischen - scharfen Gegenbewegung, spricht aber viel dafür, dass sich der Trend USD hoch und EUR runter weiter fortsetzt. Die Gründe liegen (siehe oben) in der divergenten Politik der Notenbanken begründet.

Um zu erkennen, wie verzerrt und irreal die Lage dabei aktuell schon ist, muss man sich nur mal auf der Zunge zergehen lassen, dass Sie derzeit für die klassischen 10-jährigen Staatsanleihen in den US über 2% Rendite bekommen (was ja noch eine ganz respekttable Rendite ist) für die gleichen Anleihen Frankreichs aber ein Prozent weniger, also etwas über 1%. Das hat mit Marktpreisen, die sich an den wirtschaftlichen Realitäten orientieren, schlicht gar nichts mehr zu tun und ist das Ergebnis der Notenbank-Interventionen. Selbstverständlich ist das objektive Risiko einer zehnjährigen französischen Anleihe weit höher, als das einer US Anleihe, die in der Weltleitwährung notiert. Und Risiko müsste ohne den Eingriff der Notenbanken auch bezahlt werden.

In diesem Ungleichgewicht liegt nun aber auch Chance. Denn dass die US Renditen schnell gegen 3 oder 4% klettern, ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich, weil auch die US bei 4% wohl ein Problem mit der Schuldentragfähigkeit bekommen würden - siehe oben, das sind genau die Begrenzungsfaktoren, die mich zweifeln lassen, ob die FED überhaupt die Zinsen ernsthaft erhöhen kann.

Damit haben die US Treasury Bonds aber sogar wieder ein Kurspotential, wenn die Renditen doch wieder fallen sollten. Weiterhin macht eine Anlage in US Treasury Bonds vom Euro aus dann doppelt Sinn, wenn der Dollar weiter steigt und der Euro sich weiter abschwächt.

Deshalb schauen wir nun doch mal auf einen ETF für 10-jährige US Treasury Bonds, hier den . Ich zeige ihn hier mit Kursen in Mailand, weil ich so die Darstellung in Euro bekomme:

IBTM 05.09.14

Und war wir sehen ist durchaus faszinierend. Die Chartstruktur lässt nun die Gegenbewegung zu, die die Entsprechung eines Short-Squeeze bei den überdehnten EURUSD Short Wetten ist. Dann aber könnte sich die Bewegung fortsetzen, was den IBTM aus Sicht einer Notierung in EUR weiter nach oben bringen sollte.

Für ein diversifiziertes Investmentdepot, könnte eine kleine Position in US Treasuries also gar nicht mal die schlechteste aller Ideen sein.

Im grossen Bild sind Staatsanleihen derzeit sicher weit weniger attraktiv als Aktien und grosse Bestände an derartigen Anleihen sind im Depot eher zu reduzieren, als weiter aufzubauen. Wer aber nur zu einem kleinen Teil Anleihen dem Depot beimischen will, findet in den US Treasury Bonds mittlerer Laufzeit derzeit noch ein halbwegs akzeptables Angebot. Von Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, kann man das in meinen Augen dagegen derzeit eher nicht sagen. Die beinhalten nur renditeloses Risiko. 😉

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Gold und Goldminen – zwischen Mythen, Crash, Eurokrise und Propaganda

In dem ganzen Meer der für Gold optimistischen Stimmen, habe ich in den letzten Monaten immer wieder einen pragmatischen Realismus angemahnt, der viel besser erlaubt, mit der Situation umzugehen, als wenn man sich den Kopf mit all den Geschichten füllen lässt, was Gold nun machen "müsste". Denn der Markt im allgemeinen und Gold im speziellen "muss" gar nichts.

Ich erinnere insbesondere an meinen Artikel aus dem März -> Das Schweigen im Walde - Gold und Goldminen weiter im Bärenmarkt <-

Aber auch die Artikel -> Auf Kompression folgt Expansion <- oder später -> der keineswegs so überraschende Short-Squeeze bei Gold und Goldminen <- gaben jeweils einen in den Wochen danach zutreffenden, realistischen Blick auf das Geschehen der Gegenwart.

Besonders auffällig ist für mich im Moment, dass die Edelmetall-Industrie ihre werblichen Anstrengungen steigert. Ja, die Edelmetall-Industrie - die gibt es. Denn gerade auch hier in Deutschland, ist bedingt durch den langen Bullenmarkt und das steigende Interesse von Privatanlegern an finanzieller Absicherung, eine ganze Industrie entstanden, die an den Edelmetallen verdient. Und dazu gehören Händler der Metalle ebenso, wie diverse Börsenbriefe, die die immer gleiche, grosse Erzählung von dem bald bevorstehenden Kollaps des Währungssystem unter die Leser bringen, natürlich verbunden mit dem dringenden Hinweis Edelmetalle zu kaufen.

Jetzt ist dieser Hinweis ja gar nicht mal falsch, auch ich bin der Meinung, dass zu einer guten Vermögensdiversifizierung ein gewisser Anteil physischer Edelmetalle gehört. Aber eben physisch und direkt zugreifbar, sozusagen "im Garten vergraben". 😉 Und für diese Art von "Notgeld" oder "Krisenwährung" ist es völlig egal, ob Gold nun aktuell bei 1000 oder 2000 USD notiert.

Was aber aktuell an werblichen Anstrengungen passiert, hat für mich einen anderen Charakter. Da schicken mir Goldhändler im Wochentakt und nun manchmal auch zweimal die Woche, per Mail "Hinweise" auf Artikel und "Analysen", die sich mit dem Goldpreis befassen, über Manipulation spekulieren, aktuell "die Wende" beim Goldpreis bejubeln und ansonsten wieder wie eine Schallplatte mit Sprung, vom kommenden Crash fabulieren. Dem Crash, von dem sie schon vor 3 Jahren und jedes Quartal wieder fabuliert haben - irgendwann werden sie dann bestimmt auch mal Recht haben. 😉

Diese Hinweise sind für mich ja nicht verwunderlich, denn zwischen denen die Edelmetalle verkaufen wollen und denen, die Leser und Aufmerksamkeit für ihre Crash-Geschichten suchen, bestehen ja nach meiner Wahrnehmung gleichgerichtete Interessen. Was dem einen gut tut, tut auch dem anderen gut.

Auffällig ist für mich aber dabei, dass nach meinem Erleben aktuell die Frequenz dieser werblichen Ansprache steigt, zum Höhepunkt des Edelmetall-Booms 2011 war das wohl nicht nötig. Woraus ich persönlich schliesse, dass die Industrie möglicherweise Absatzprobleme bekommt und für den deutschen Markt nun überdimensioniert sein könnte. Denn jeder Deutsche, der sich mit "Edelmetall unter dem Kopfkissen" absichern will, dürfte das nach meiner Einschätzung mittlerweile gemacht haben. Und wo alle schon haben was sie brauchen, fallen die Käufer aus. Die Logik der grossen Erzählung vom zusammen brechenden Währungssystem, dürfte doch mittlerweile selbst die sogenannten "bildungsfernen Schichten" erreicht haben. Eine Neuigkeit oder ein Geheimtipp, ist diese Geschichte auf jeden Fall nicht mehr.

Wenn Sie jetzt denken, ich mache mich hier über die Geschichten von der kommenden Währungsreform lustig, liegen sie völlig falsch. Ich denke auch, dass das grosse Experiment, das die Notenbanken gerade am Herzen des Weltfinanzsystems veranstalten, so nicht dauerhaft tragfähig ist und zumindest eine relevantes Risiko besteht, dass das nicht gut endet. Und das deshalb ein Anteil an Edelmetallen als Diversifizierung in jedes grössere Vermögen gehört. Insofern bin ich da ganz auf Linie und keineswegs Gegner dieser Denkstrukturen.

Nein, der Punkt ist ein ganz anderer. Er dreht sich um diese Fixierung auf den Goldpreis, all das Manipulationsgerede und das mediale Hochbeten des Preises. Denn die, die Gold als Absicherung des Vermögens wie oben betrachten, muss das alles nicht interessieren. Wenn dieser Moment der Währungskrise kommt, ist sowieso alles anders und völlig egal ob Gold vorher noch bei 1000 USD war.

Die aber, für die der aktuelle - an der Comex aufgerufene - Goldpreis wichtig ist, wollen damit offensichtlich Handelsgewinne machen. Sprich billig kaufen und teuer verkaufen. Auch das ist legitim und das nennt man "Trading". Wenn man das aber tut, sollte man auch die richtigen Techniken einsetzen, um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein.

Dann ist es nämlich völlig egal, ob ein Preis an der Comex langfristig "manipuliert" ist oder nicht. Alles was zählt, ist der Preis der heute aufgerufen wird und der morgen kommt. Und um diese Bewegungen zu antizipieren, muss man die Techniken der Markttechnik einsetzen.

Völlig verfehlt ist es aber, kurzfristige Handlungen ob man heute kauft, von diesen herzwärmenden Geschichten abhängig zu machen, die erklären warum man langfristig Gold braucht. Denn das eine, hat mit dem anderen nichts zu tun. Oder in anderen Worten, sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie heute Trader sein wollen oder eine langfristige Vermögensdiversifizierung suchen. Und wenn Sie Trader sein wollen und Handelsgewinne suchen, dann sind diese netten Geschichten rund um Manipulation nur klebrige Masse, die die wirklich wichtigen Gedanken um das Marktgeschehen im Hirn zukleistert.

Ich will das mal konkret machen. Denn schaut man sich die aktuelle Entwicklung im Goldpreis an, dann wird eher das bestätigt, was meine oben genannten Artikel auch schon thematisieren: grosse Stärke ist nicht sichtbar. Im Gegenteil, das aktuelle Verhalten des Goldpreises ist eher ein Zeichen von Schwäche. Denn im Lichte der aktuellen geopolitischen Risiken, müsste da viel mehr gehen. Und erneut, als jemand der Handelsgewinne mit Gold oder Goldminen mitnehmen will, ist es völlig irrelevant, ob dieser Goldpreis nun das Ergebnis echten Angebots und Nachfrage oder das Ergebnis einer Manipulation von FED, Goldman Sachs, JP Morgan und des Gottseibeiuns ist. Es ist völlig egal, denn nur der Preis den Sie zahlen oder bekommen zählt!

Und nehmen wir doch mal theoretisch an, es gäbe diese konzertierte Manipulation, an der Staaten, Notenbanken und Grossbanken mitwirken. Was verleitet jemanden dann zu der völlig naiven Vorstellung, dass dieses Kartell dann in Kürze aufbrechen würde? Im Gegenteil, wenn das Kartell Realität wäre, könnte es auch noch Jahre und vielleicht Jahrzehnte weiter machen. Der Punkt ist, diese Überlegungen sind keine! Grundlage für Handelsentscheidungen. Vergessen Sie die Themen also, vielleicht sind sie wahr. Es hilft Ihrer Entscheidung aber nichts!

Ganz konkret schaue ich mit Ihnen nun mal auf ein ganz langfristiges Chart von Gold bis 2002 zurück. Und nun machen wir mal ein Gedankenexperiment. Erstens, ich nehme mal an, dass die Sorgen um das Währungssystem berechtigt sind und wir in den nächsten Jahren stark steigende Goldpreise haben werden. Zweitens basiere ich die kurzfristige Projektion aber auf dem, was die Markttechnik der Gegenwart sagt. Und die ist für mich nicht übermässig bullisch für Gold, sondern erzeugt das Bild eines zulaufenden Dreiecks, das mit höherer Wahrscheinlichkeit nach unten Richtung 1000 USD aufgelöst wird, als direkt nach oben.

Die Markttechnik hat als Alternativszenario auch eine potentielle inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation, die falls getriggert, dann bullisch wäre. Aber noch ist sie nicht getriggert und das zulaufende Dreieck ist eben auch da. Ebenso wie die relative Schwäche im Licht der geopolitischen Krisen und für die Bullen sehr zweifelhafte Daten im COT-Report. Beides ist ohne Frage möglich, die Richtung ist prinzipiell offen, die Signale der Markttechnik machen aber nach meinem Eindruck eine Auflösung nach unten etwas wahrscheinlicher.

Nehmen wir also diese Parameter in einem Zukunftsszenario mal einfach theoretisch an, dann bekommen wir das folgende, völlig logische und mit Markttechnik konsistente Chart:

Gold 2002 24.07.14

Der Punkt ist, in dem Bild fällt Gold noch bis 1000 USD, bevor es dann in eine Währungskrise hinein steigt. Und erneut, das Bild ist nur ein Szenario unter vielen, aber eines das im Einklang mit der aktuellen Markttechnik steht und auch keinen Widerspruch zu den ganzen Geschichten um Währungsreform und Co. hat. Ein anderes Szenario ähnlicher Art hatte ich im "Das Schweigen im Walde"-Artikel - da war es eine längere, frustrierende Seitwärtsbewegung, bevor es hoch geht.

Und nun frage ich Sie, der Sie heute fest daran glauben, dass der Goldpreis nun direkt steigt: was werden Sie machen, wenn Gold sich 1000 USD nähern sollte und die Presse voll ist mit den Berichten vom "Ende der Gold Hausse" und auch die ersten Goldhändler schliessen bzw verkleinern müssen ?

Ich hoffe Sie sehen meinen Punkt. Entscheiden Sie sich. Wenn Sie Gold als Krisengeld sehen und deswegen halten, muss Sie der aktuelle Goldpreis an der Comex nicht interessieren. Wenn Sie aber aktuell auf Gold oder Goldminen wetten wollen, dann beschäftigen Sie sich besser mit Markttechnik.

Was Ihnen aber auf keinen Fall hilft, ist heute eine Wette auf steigende Preise einzugehen, weil wieder jemand die schöne Geschichte vom Zusammenbruch des Euros erzählt. Denn selbst wenn das passieren sollte, kann Gold trotzdem noch vorher unter 1000 USD fallen. Und dann verkaufen Sie wahrscheinlich entnervt Ihre Goldminen, denn dann ist die Presse mit Pleitegeschichten voll. Und bei der Fähigkeit des Marktes, den maximalen Schmerz bei allen Akteuren hervor zu rufen, ist das keineswegs weniger wahrscheinlich, als das Gold nun sofort weiter steigt!

Ihr Hari

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US Transportation Sektor als Wirtschaftsindikator

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 28.05. auf Hari Live

Wissen Sie, was ein starker Indikator dafür ist, dass wir es in den US mit einem echten Aufschwung zu tun haben und nicht nur mit einer FED induzierten Rally ? Und wissen Sie, dass dieser Indikator in den letzten Wochen des Seitwärtsmarktes beständig nach oben gezogen ist und damit eigentlich den jetzigen Ausbruch vorweg nahm ?

Es ist der US Transportation Sektor, hier dargestellt anhand des , in dem sich FedEx und Co. tummeln. Dieser ETF bildet den nach, der 1884! kreiert wurde und damit sogar noch älter als der "Dow Jones Industrial Average" (DOW) ist.

Dieser Transportation Index ist deshalb ein guter Indikator, weil man von der Menge der transportierten Güter, sinnvolle Schlüsse auf die wirtschaftliche Aktivität ziehen kann.

Jetzt wird dieser Index in seiner absoluten Höhe, natürlich auch vom generellen Trend hin zu mehr Versand und Paketen bestimmt, von dem auch eine Deutsche Post profitiert. Insofern braucht man aus dem gegenüber 2007 deutlich höheren IYT nicht zu schliessen, dass die wirtschaftliche Aktivität aktuell viel höher als 2007 sei.

Aber abseits von absoluten Werten, lässt sich relativ eine klare Aussage ableiten. Der ETF hat klar signalisiert, dass die Wirtschaft in den US keine wirkliche Delle erfahren hat und das hat Crash-Szenarien noch unwahrscheinlicher gemacht, als sie sowieso schon waren.

Schauen Sie auf die Stabilität und bullische Struktur des IYT im Tageschart, während die Indizes ihr Zick-Zack der letzten Wochen vollzogen:

IYT 28.05.14

Und auf den beeindruckenden Langfrist-Trend im Wochenchart:

IYT 28.05.14 w

Die Botschaft ist klar, die US Wirtschaft befindet sich auf einem positiven Weg.

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