Was nicht steigen kann, muss fallen!



Machen wir es heute sehr kurz.

Eines der Hauptprobleme, mit dem sich Anleger selber gerne ein Bein stellen, ist der permanente Versuch, die Zukunft weissagen zu wollen - das, was wir hier -> Prognosiritis < - nennen und was dann, wenn der Markt gegen einen läuft, gerne mit einer gehörigen Dosis "Hopium" unterfüttert wird. Auch das ist ein Kunstwort aus Hoffnung (Hope) und Opium, denn einfach nur zu Hoffen und die Realität auszublenden, kann schmerzhafte Folgen für das Depot haben. Wer 2008 bewusst erlebt hat, weiss was ich meine.

Was hat das nun mit dem aktuellen Markt zu tun?

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Wochenvorschau: Draghi fabuliert – S&P500 schiebt – DAX schwankt – Newmont Mining und Gold zuckt



Ausnahmweise und nur, um den freien Lesern einen einmaligen Eindruck zu verschaffen, steht die heutige Morgenlage auch im freien Bereich zeitgleich zur Verfügung.

Guten Morgen!

Die vor uns liegende Börsen-Woche, könnte zu einer Woche des Interregnums werden, in der die Märkte mehr oder weniger volatil seitwärts laufen, bis dann kommende Woche die FED endlich die Phase der Notenbank-Spekulation mit einer nun praktisch sicheren Zinserhöhung abschliessen wird und damit den Boden für die Rally der letzten Tage des Jahres schafft.

Draghi fabuliert

Ganz sicher bin ich mir dabei aber nicht, weil der liebe Mario Draghi im kommunikativen Wirrwarr, das Notenbanker mittlerweile sowieso veranstalten, noch einen drauf gesetzt hat und damit der Lage für diese Woche wieder einen neuen Ton gegeben hat.

Waren am Donnerstag in der offiziellen Pressekonferenz der EZB, die Töne noch abgewogen und liessen den Markt mit Überraschung und Enttäuschung zurück, sass Draghi schon am Folgetag, am Freitag Abend in einer privaten Veranstaltung in New York und "fabulierte" - tut mir leid etwas anderes fällt mir persönlich als Wertung dazu wirklich nicht ein - über die Dinge, die die EZB nicht getan hatte, aber ja noch jederzeit tun "könnte".

Lesen Sie hier im Handelsblatt zu diesem Termin nach:

Schon am Freitag Abend, war das im Markt zu merken - ich habe das im Forum noch zeitnah erwähnt - weil der Euro dann plötzlich *doch* wieder zu fallen begann, der sich vorher noch geweigert hatte und damit die Meinung ausdrückte, dass die Entscheidung der EZB vom Donnerstag Konsequenzen über den Tag hinaus haben würde.

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Der Notenbank-Dezember: „It´s the currencies stupid!“

Der letzte Monat des Jahres 2015 ist angebrochen, alle rechnen fest mit der Jahresendrally, in der wir uns eigentlich schon mitten drin befinden. Und alle fragen sich, wie 2016 wohl werden wird?

Denn viele Bewegungen an den Märkten scheinen überdehnt und sind reif für eine markante Wende. Je nach dem wie man rechnet, dauert dieser Bullenmarkt nun schon seit 2009 bzw 2011, also zwischen 5 und 7 Jahren. Und der Bärenmarkt bei Rohstoffen und den Emerging Markets, geht nun ins fünfte Jahr.

Natürlich sind die Notenbanken mit ihrem historisch einmaligen Experiment der grossen Geldschwemme, wesentliche (wenn auch nicht alleinige) Treiber bei diesem Spiel und wir wissen alle nicht, ob das gut ausgehen wird.

Die Notenbanker wissen es aber selber nicht, auch wenn sie natürlich den Anschein der Allmacht unbedingt aufrecht erhalten müssen, sonst würde mehr zusammen brechen, als ein paar Egos. Denn würden sie die Zusammenhänge und Mechanismen wirklich verstehen, mit denen die Märkte auf ihre "kreativen" Massnahmen in der Realität reagieren, wäre die Politik der Notenbanken ja schon längst erfolgreich gewesen.

Ist ist aber nicht, die Notenbanken konnten bisher weder die Konjunktur ernsthaft anschieben, noch ihre Inflationsziele auch nur ansatzweise erreichen. Und ob die US Wirtschaft nicht auch alleine aus dem Loch gekommen wäre - und das dann mit mehr Dynamik als aktuell - wenn sich die FED die ganzen QE Programme nach dem Auslaufen der unmittelbaren 2008er Krise gespart hätte, werden wir nie heraus finden, weil wir kein Paralleluniversum zur Verfügung haben.

Insofern sind aber auch die Selbstbeweihräucherungen eines Ben Bernankes, dass die Politik der FED die Weltwirtschaft gerettet habe, mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Ebenso wie die Selbstvergewisserungen Mario Draghis, dass seine Politik zwangsläufig zum Wohle Europas sei.

Solche Selbstgewissheiten beruhen auf einem interventionistischem Weltmodell der Planbarkeit von Wirtschaftszyklen, das keineswegs der heilige Gral der Ökonomie ist, den es sowieso nicht gibt. Richtig war es, in der 2008 Krise mit der Geldpolitik dagegen zu halten, um diese abzufedern. Darüber gibt es keinen Dissens. Und auch, dass man mitten in der Eurokrise den Staaten erst einmal ein wenig Zeit kaufte, hatte Logik.

Aber ob diese immer gleiche Medizin auch in 2015 und 2016 noch Sinn hat? Das ist stark in Frage zu ziehen. Nach Jahren und Jahren der immer gleichen Arzneigabe ohne durchgreifende Besserung, wäre es für gute Ärzte ja eigentlich mal Zeit, die Wirksamkeit der Therapie zu hinterfragen. Diese Frage wollen sich die Notenbanker der Gegenwart aber wohl nicht stellen, lieber macht man weiter mit dem, was schon bisher kaum funktioniert hat.

Aber wie auch immer, auch wenn die Notenbanken die Ursache vieler Bewegungen sind und auch am grossen Bullenmarkt seit 2009 bzw 2011 ihren Anteil haben, brauchen sie einen Transmissionsriemen, um ihre Politik in der realen Wirtschaft ankommen zu lassen. Das Kreditgeschäft ist so ein Transmissionsriemen, der wahrscheinlich Bedeutendste für die Märkte, sind aber die Währungen.

Die Währungsbewegungen sind es, die auch in 2015 ganz massgeblich für Erfolg oder Misserfolg der Geldanlage entscheidend waren und es weiter sein werden. Erinnern wir uns nur an das erste Quartal mit der grossen Rally im DAX, die in Euro grandios aussah, aus Sicht eines US Anlegers aber weit weniger beeindruckend war, weil ein grosser Teil schlicht dem Wechsel des Euros zur Weichwährung geschuldet war.

Wenn man so will, waren also viele Gewinne die DAX Anleger in dieser Zeit auch "Scheingewinne", weil das Depot zwar nominal höher stand, der Wert des Depots im Vergleich zu einem weltweiten Währungskorb aber keineswegs so gestiegen ist. Und in einer globalisierten Welt, ist es halt eine Illusion, nur auf die eigene Währung zu schauen, denn wenn man Waren oder Leistungen aus anderen Währungsräumen bezieht, zahlt man den bitteren Preis der Abwertung.

So möchte ich in Abwandlung von Bill Clintons berühmtem "It's the economy, stupid", allen die das nicht sehen wollen nun zurufen: "It´s the currencies stupid!"

Was hier los ist, zeigt uns wunderbar das langfristige Chart des Währungspaares Euro und Dollar:

Dollar 01.12.15

Wir sehen den massiven Absturz des Euros von 2014 bis zum Ende des 1. Quartals 2015, der seit dem von einer Seitwärtskonsolidierung abgelöst wurde. Wenn Sie im Euroraum das Gefühl hatten, dass viele Waren von US Unternehmen teurer wurden, hier ist der Grund zu sehen.

Nun gibt es zwei typische Varianten. In der Einen, wird das ein Doppelboden und der Euro steigt von hier wieder zum Dollar.

In der Anderen, war das nur eine Zwischenkonsolidierung und eine zweite Abwärtsspirale setzt sich in Gang, die typischerweise von Art und Umfang her, der ersten Phase in 2014 ähnelt. Was bedeutet, dass in dem Fall EURUSD bei der Parität nicht halt machen würde, sondern durch fällt.

Welche der beiden Varianten nun zum Tragen kommt, werden die beiden Notenbank-Entscheidungen am 03.12. bei der EZB und am 16.12. bei der FED letztlich präjudizieren. Diese Bewegung von EURUSD aber richtig zu treffen, dürfte *die* entscheidende Frage sein, die über Wohl und Wehe der Depots in 2016 entscheiden wird.

Denn wenn EURUSD weiter durch die Parität durch fällt, werden die US Börsen zunehmend unter Druck geraten und in Europa dagegen zunächst eine fröhliche Rally ablaufen, zumindest nominal in Euro gerechnet. Und das Elend der Rohstoffe und der Edelmetalle, ist dann lange, lange noch nicht am Ende. Auch eine massive Krise in den Emerging Markets dürfte dann aufziehen, da diese unter einem starken Dollar leiden und einen erneuten massiven Anstieg des Dollars wohl nicht verkraften können.

Wenn EURUSD hier aber zum Doppelboden ansetzt, könnte 2016 zum grossen Jahr der Rohstoffe und Edelmetalle werden, die Emerging Markets werden dann ein Comeback erleben und die US Börsen neue Höhen erklimmen. Die ohnehin anämische Konjunktur in Europa wird aber nicht ans Laufen kommen und die Lebenslügen der Eurozone noch stärker an die Oberfläche treten, was den DAX sehr nach oben begrenzen dürfte.

Das Interessante an der aktuellen Ausgangslage ist, dass der Markt derzeit eine glasklare Erwartung hat, die bisher die Tendenz von EURUSD nach unten unterstützt hat.

Der Markt erwartet einen massiven neuen Stimulus der EZB übermorgen am Donnerstag. Die EZB hat sich dafür kommunikativ zu deutlich aus dem Fenster gelehnt, um nun nichts zu machen.

Und der Markt erwartet nun eine Zinserhöhung der FED Mitte Dezember, ist sich nur noch nicht schlüssig, ob das nun der Beginn eines längeren Erhöhungs-Zyklus oder nur eine einmalige Aktion sein wird.

Beide Erwartungen drücken bisher EURUSD weiter nach unten, weswegen der nun die Tiefs von Anfang 2015 erneut testet. Das taktische Problem ist aber, diese Erwartungen sind wohl schon weitgehend eingepreist und können für sich keine weitere Abwärtsbewegung mehr stützen.

Wenn die EZB die aufgeblasenen Erwartungen also leicht enttäuscht und die FED klar zu verstehen geben sollte, dass auf eine einmalige Erhöhung, erst mal keine weiteren folgen werden, fällt die Logik der aktuellen Bewegung bei EURUSD in sich zusammen und der Doppelboden kommt schnell auf die Agenda.

Das ist die grosse Frage der kommenden Wochen vor Weihnachten. Wer diese Frage nicht richtig trifft, wird ein deutliches Problem im Depot haben.

Man muss sich wirklich fragen, was die Notenbanken reitet, so eine entscheidende Wegscheide direkt in die Vorweihnachtszeit zu legen und damit die Märkte gerade zur massiven Gezeitenwende in 2016 hinein einzuladen. Aber wie auch immer, die Frage der Währungen ist die grosse Frage, der wir uns im Notenbank-Dezember stellen müssen.

Im Premium Bereich haben wir dieses Szenario schon lange auf dem Radar, konnten damit die "Buy the Rumor" Rally in die EZB hinein seit Anfang Oktober mitnehmen und sind uns im Klaren, was eine bestimmte Entwicklung für die Rohstoff- und Edelmetallmärkte bedeuten würde. Auch einzelne Gelegenheiten legen wir uns dazu schon zurecht.

Bei den fraglichen Terminen, werden wir dann eng dran sein, um sofort die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wenn Sie das auch wollen und frühzeitig mitbekommen wollen, wie sich diese Sache entwickelt, stossen Sie doch zu uns dazu!

Ihr Hari

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Der Dollar, die Rohstoffe und die Emerging Markets



Heute ein paar sehr grundsätzliche Zeilen zu einer wichtigen Thematik.

Immer wieder in der letzten Zeit, werden die Emerging Markets aus quantitativen Argumenten als langfristiges Investment ins Spiel gebracht. Und da viele der Emerging Markets gleichzeitig bedeutende Rohstoffproduzenten und Verbraucher sind, wird dieses Argument gleichzeitig auch für Investitionen in den Rohstoffsektor verwendet. Auch ich habe immer mal wieder diesen Gedanken in mir.

In der aktuellen FuW ist auch wieder so ein Artikel, den ich einfach unkommentiert in den Raum stelle:

Und klar, es spricht wirklich einiges für das Argument, denn viele der Probleme der Emerging Markets sind hausgemacht, siehe Brasilien oder auch Russland, dass sich auch vor den Sanktionen des Westens nie von einer rohstofflastigen Staatswirtschaft hat lösen können. Und dessen aktuelle wirtschaftliche Probleme, daher durch den Konflikt mit dem Westen zwar verschärft, aber nicht ursächlich davon hervor gerufen wurden.

Wo Probleme hausgemacht sind, kann man diese aber auch angehen und lösen und warum soll das in den überwiegend demografisch wachsenden Volkswirtschaften der Emerging Markets nicht gelingen? (Zu denen das demographisch schrumpfende Russland als Ausnahme allerdings nicht gehört.)

Insofern macht es aus Sicht der "Mean Reversion" schon Sinn, von langfristig guten Chancen in diesen wachsenden Ländern auszugehen. In den USA dagegen, sind die Aktienmärkte bewertungstechnisch auf jeden Fall schon viel, viel weiter gelaufen und haben weit mehr Zukunft schon vorweg genommen.

Es gibt nur ein Problem bei dieser so eingängigen Logik und darüber will ich heute schreiben. Das Problem hat einen Namen: US Dollar.

Denn der ist immer noch die Weltreservewährung, in der grosse Teile der Warentransfers und insbesondere die Rohstoffe abgerechnet werden. Und einige der kleineren Emerging Markets, haben den Dollar sogar immer noch faktisch als "Zweitwährung", weil die eigene Währung zu schwach ist und zu wenig Akzeptanz findet.

Und über diesen Status als Weltreservewährung, greift der lange Arm der FED dann auch in all diese Länder hinein, für die die FED eigentlich gar kein Mandant hat. Und insofern besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Dollarkurs, den Aktienmärkten der Emerging Markets und den Rohstoffen.

Das heisst umgedreht, sollte die so eingängige Theorie von der Mean Reversion in den Emerging Markets nun zutreffend sein, darf der Dollar nicht mehr wesentlich weiter steigen.

Wenn wir uns vor Augen führen, wie stark der Dollar in den letzten Jahren gestiegen ist, erscheint diese Annahme ja auch erst einmal logisch und naheliegend. Zumal die FED einen zu starken Dollar ja gar nicht zulassen kann, weil der wie Blei auf der US Wirtschaft liegen würde.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, schauen wir nun auf den US Dollar Index im ganz langfristigen Bild bis in die 90er Jahre zurück. Der US Dollar Index, stellt den Dollar ins Verhältnis zu einem Korb anderer Währungen, von denen der Euro die mit Abstand grösste Position ausmacht.

Was wir sehen, erschreckt aber eher:

USD Index 17.11.15

Denn wenn man alles ausblendet und sich ganz auf die Markttechnik konzentriert, müssen wir das Bild einer einjährigen Konsolidierung in 2015 konstantieren, die nun scheinbar von einer zweiten Anstiegsphase abgelöst wird.

Erschreckend ist dabei auch, dass diese zweite Phase typischerweise den Umfang und die Dynamik der ersten Phase hat und wenn wir auf die Kurse Anfang des Jahrtausends schauen, sind solche Niveaus auch keineswegs unrealistisch oder aus der Welt.

Noch erschreckender wird das Bild, wenn wir uns das langfristige Chart des grössten Emerging Market ETFs EEM in Dollar vor Augen führen:

EEM 17.11.15

Wir sehen den Einbruch unter die sehr wichtige Unterstützung und vor allem sehen wir, dass wir vielleicht gerade nur den Retest des Einbruchs von unten hinter uns haben. Und auch hier wird durch den 2008er Vergleich klar gezeigt, dass weitere Fallhöhe hier keineswegs unhistorisch wäre.

Die Frage die sich damit aufdrängt und die wirklich massive Auswirkungen auf alle Assetklassen haben dürfte, ist also nicht, ob die Mean Reversion irgendwann einsetzt. Doch das wird sie ganz sicher.

Die Frage ist dagegen, ob das schon jetzt passiert oder vielleicht erst in 1-2 Jahren, wenn die FED weiter im Zinszyklus ist und der Dollar noch viel höher steht. Und wenn die Emerging Marktes, Rohstoffe und auch Gold noch viel, viel tiefer gefallen sind?

Unser Instinkt und die Bewertungskennziffern sagen nein, die Emerging Markets sind scheinbar "weit genug" gefallen. Die Price-Action und diese Charts weisen aber eher in die Gegenrichtung und das ist erschreckend. Und die Annahme "weit genug" war schon immer eine höchst Gefährliche, denn -> tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-

Deshalb wird die FED Sitzung Mitte Dezember so eine immens hohe Bedeutung haben. Die FED wird nun höchst wahrscheinlich einen ersten kleinen Zinsschritt vollziehen. Davon kann man ausgehen, das ist aber auch nicht mehr die Frage, die den Markt umtreibt.

Die Kernfrage ist, ob das der Beginn eines langjährigen Zinserhöhungsprozesses, oder eine einmalige "One and Done" Aktion wird. Wird es nur Letzteres - wovon ich eher ausgehe - wird der Dollar Mitte Dezember wohl doch sein Hoch finden und dann erst einmal fallen. Und Emerging Markets und Rohstoffe, haben dann in 2016 hinein jede Menge Luft nach oben.

Schmiert Yellen aber nicht diese weisse Salbe auf die Wunde und setzt sich am Markt das Bild eines beginnenden, langfristigen Zinszyklus durch, dann bleibt der Aufwertungsdruck auf dem Dollar erhalten und dann kann einem bei Betrachtung der obigen Charts ganz blümerant werden. 😉

Insofern rate ich zu Abwarten in dieser Frage rund um Emerging Marktes und Rohstoffe bis zur FED. Vorher werden wir hier kaum Klarheit bekommen.

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Das grosse Warten auf die FED

Der Markt kaut an seinen Nägeln. Wird die FED heute um 20 Uhr die "grosse" Zinswende einläuten?

Selbst in den Massenmedien finden sich Artikel wie .

Übrigens ein Artikel, der bei allen medial typischen Verallgemeinerungen, inhaltlich gar nicht so schlecht ist. Es ist verdienstvoll, dass überhaupt solche Themen mal Online als Leitartikel positioniert werden. Im deutschen Land der "Börsenautisten", ist jede Vermittlung von Finanzwissen, schon ein grosses Lob wert.

Wir hier in der sumerdigital Community, haben uns auf diesen Tag natürlich intensiv vorbereitet und ich habe im Laufe der letzten Tage und Wochen bestimmt 10 Artikel zu verschiedenen Aspekten der Positionierung geschrieben. Denn ja, der Termin ist bedeutend, aber weniger wegen der reinen Zinsfrage. Dazu aber später mehr.

Und heute Abend werde ich in "Hari Live" ab 20 Uhr die Geschehnisse und Zuckungen der Börse "Live" begleiten, Janet Yellens Pressekonferenz verfolgen und ich werde wie immer an so wichtigen Wegscheiden, mehrere Posts einstellen. Der erste typischerweise schon Minuten nach 20 Uhr, wenn viele normale Medien noch auf die Reuters Meldung warten, damit etwas überspitzt gesagt, ein Praktikant die dann nach 20 Minuten mit "Cut and Paste" Online stellen kann. 😉

Mit Ihnen hier im freien Bereich, habe ich schon vor 8 Tagen im Artikel -> FED fixiert <- ein paar Gedanken zum Thema geteilt und ein mögliches Szenario entworfen, wie das ablaufen könnte. Die damals gezeigte Seitwärtsbewegung bis zur FED, ist auf jeden Fall eingetreten, allerdings weniger volatil als befürchtet, statt dessen mit latent positiver Tendenz nach oben.

Tiefer will ich hier im freien Bereich in konkrete Szenarien und Opportunitäten nicht gehen, heute will ich mit Ihnen hier aber noch ein paar grundsätzliche Punkte zur Vorbereitung teilen, die sie in dieser Form wahrscheinlich nicht überall lesen können:

(1)

Der Aktienmarkt hat sich in Form des S&P500 beständig an die obere Begrenzung der Range geschoben und hat gestern Abend sogar ganz "frech" mal versucht, oben heraus zu schauen.

S&P500 16.09.15

Der Markt erwartet also, dass sich die geldpolitischen "Tauben" durchsetzen und er keine bösen Überraschungen zu fürchten hat. Das ist sicher rational, birgt aber die Gefahr einer bösen Überraschung und damit sehr negativen Initialreaktion in sich, falls die FED trotzdem einen Zinsschritt vollziehen sollte.

(2)

Auf der mittelfristigen Zeitebene, ist das Sentiment der US Anleger aber überdurchschnittlich schlecht. Das kann man in unzähligen Indikatoren und Umfragen sehen, wir haben die alle im Premium-Bereich besprochen. Bezeichnend dafür ist auch die , also die konkrete Aufstellung der grossen Fonds-Manager. Ich kann nur empfehlen, sich diese ausgezeichnete Übersicht mal anzusehen.

Diese Daten sagen nichts darüber aus, wie der Markt kurzfristig auf die FED reagieren wird und stehen einem erneuten Absturz direkt nach der FED nicht im Weg. Mittelfristig zum Jahresende, deutet das aber auf Potential hin und ist eher bullisch zu werten.

(3)

Ein wichtiger Umstand, den alle die heute handeln wollen nicht übersehen dürfen, ist der Zeitverzug zwischen dem FOMC Statement um 20 Uhr MEZ und dem Beginn der Pressekonferenz mit Janet Yellen um 20.30 Uhr MEZ.

Wir können relativ sicher davon ausgehen, dass die FED so oder so eine abgewogene Position einnehmen wird.

Wenn also ein kleiner erster Zinsschritt vollzogen wird - was siehe (1) den Markt eher negativ überraschen dürfte - wird Janet Yellen mit hoher Wahrscheinlichkeit danach "weisse Salbe" darauf schmieren und den Schmerz eindämmen, in dem sie heraus stellt, dass auf diesen Schritt keine unmittelbare Kaskade von Folgeschritten kommt.

Umgedreht, wenn der Zinsschritt erneut verschoben wird, wird Yellen wohl präzisieren, wann er dann doch kommen wird.

In beiden Fällen sollten wir also davon ausgehen, dass eine starke Reaktion direkt um 20 Uhr, ab 20.30 Uhr zumindest teilweise wieder aufgehoben werden könnte. Rechnen wir also mit wilder Volatilität und Reversals und keiner simplen Linie in eine Richtung am heutigen Tag.

(4)

Das Geschehen wird schon alleine deshalb volatil sein, weil direkt danach am Freitag auch noch Options Expiration (der Hexensabbat) bevor steht. Wir müssen also davon ausgehen, dass der Markt seine endgültige Richtung und Einschätzung erst Anfang kommender Woche findet, wenn sich auch die grossen, langfristig agierenden institutionellen Anleger dann klar positioniert haben, nachdem dort die Investment-Komitees tagen konnten.

(5)

Auch wenn alle nun auf die Frage "Zinsschritt oder nicht" starren. Darum geht es eigentlich gar nicht. Denn 0,25% mehr oder weniger sind für sich eher unwichtig und wenn es dabei bleibt und nichts nachkommt, ist das immer noch ein extrem stimulierendes Zinsumfeld.

Worum es vor allem heute geht, ist Unsicherheit versus Sicherheit.

Es geht für den Markt um die Frage, ob das eine grosse Zins-Wende ist und uns nun eine Phase der beständigen Zinsschritte bevor steht. Das wäre für den Markt negativ.

Oder ob die FED vielleicht ratlos ist und unsicher wirkt und die Kontrolle über die Situation zu verlieren scheint, das wäre extrem negativ für den Markt.

Oder ob die FED nun einen "one and done" Minischritt macht und damit das Thema aber erst einmal beendet. Das wäre wohl sehr positiv für den Markt. Dann würde der Markt wohl gerade wegen der einmaligen Erhöhung in den Rallymodus wechseln.

Es geht also wie immer um die Erwartungen der Marktteilnehmer. Um die grossen Trends in die Zukunft hinein. Und um Unsicherheit versus Sicherheit. Ob der Leitzins für sich alleine 0,25% höher ist, ist eher nebensächlich.

Alles aber - auch ein kleiner Zinsschritt - das dem Markt Sicherheit vermittelt und beweist, dass das stimulierende geldpolitische Environment andauert - wird der Markt voraussichtlich mögen und wird ihn positiv reagieren lassen.

Alles aber, was den Eindruck einer echten Zinswende erzeugt oder dem Markt weitere Unsicherheit und Unklarheit vermittelt, wird voraussichtlich negativ sein. Selbst wenn kein Zinsschritt kommt. Wenn die FED ratlos und unsicher wirkt, wird es der Markt hassen.

Deshalb ist das im Artikel "FED fixiert" beschriebene Szenario gut denkbar, falls die FED einen kleinen Zinsschritt vollzieht. Erst wird der Markt dann mit einem Schrecken reagieren. Sollte Yellen dann aber in der Pressekonferenz jede Menge Taubenfutter und Zuckerbrot verteilen, kann das am Abend auch schnell drehen.

Vergessen wir aber nicht, das ist nur ein Szenario unter vielen. Behalten wir einfach die 5 Punkte oben im Hinterkopf, um das Geschehen einzuordnen.

Kurzfristig ist heute und morgen also eine Menge drin, von erneutem Test der Tiefs vom 24.08. bis zu einer Rally mit "Hurrah". Sicher ist eigentlich nur erhebliche Volatilität.

Mittelfristig ist die Anlage-Stimmung in den US aber so skeptisch und negativ geworden, dass ein positiver Jahresabschluss gar nicht so schlechte Chancen hat.

Topbildungen die jeder erwartet, haben es auch schwer, genau so einzutreffen. Meistens legen diese dann noch einmal eine Pirouette nach oben ein und erst dann, wenn es keiner mehr erwartet, dreht der Markt doch nach unten.

Im S&P500 entspräche das als Szenario der Bildung einer Art "rechter Schulter" wie folgt:

S&P500 16.09.15 2

Und man muss sich ja auch mal fragen, wer ernsthaft damit rechnet, dass die FED nun eine Zinserhöhung nach der anderen durchzieht. Das halte ich für völlig irreal, dafür ist Yellen viel zu vorsichtig. Selbst wenn ein Zinsschritt kommt, wird er also heute wohl klein und vorsichtig kommuniziert werden.

Soviel von mir an dieser Stelle.

Und nun machen Sie was daraus zum Vorteil Ihres Depots! Wenn Sie es genau wissen wollen, konkrete Unterstützung suchen und vor allem nach der FED die diversen daraus resultierenden Konsequenzen und Chancen kennen wollen, stossen Sie doch einfach zu uns in der sumerdigital Community dazu. Ansonsten wünsche ich Ihnen einfach ein gutes Händchen!

Ihr Hari

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FED Fixiert

Der Markt ist derzeit auf die Frage fixiert, ob die FED in ihrer Sitzung vom 16./17. September die Zinswende einleitet oder nicht.

Bis dahin, kann man von einer Seitwärtsrange im Markt ausgehen und danach dürfte sich der Zug in Bewegung setzen, mit höheren Chancen nach oben zum Jahresende, als nach unten.

Ich habe vor Tagen den Mitgliedern im Premium-Bereich das folgende Chart gezeigt, wobei die blauen "Zuckungen" keine Richtungsangabe sind, sondern eben nur "richtungslose Zuckungen" darstellen sollen. Diese Sicht ist immer noch gültig und passt im Übrigen gut zu den -> 2011er und 1998er Analogien <-:

S&P500 04.09.15

Ich persönlich finde die Fixierung auf die FED übertrieben und auch nervtötend, denn am Ende sind die Rahmenbedingungen doch schon heute weitgehend klar:

(1)

Auch wenn die FED den ersten Zinsschritt vollzieht, wird dieser bestenfalls marginal sein und nicht viel nachkommen. Insofern ist das mehr psychologischer Placebo mit Gesichtswahrungseffekt, als echte Zinswende.

(2)

Eine echte Zinswende "geht schlicht nicht" in einem Umfeld, in dem die anderen Notenbanken den "Race to the Bottom" betreiben und reihenweise die Währungen abwerten. Dann würde der Dollar endgültig durch die Decke gehen und da das der FED auch die Konjunktur beinhaltet, kann diese im aktuellen Notenbankumfeld gar nicht die Zinsen beliebig erhöhen, da das die Wettbewerbsfähigkeit der US nachhaltig beeinträchtigen würde. Abgesehen davon, können die überschuldeten Staaten der westlichen Welt sowieso nicht lange mit hohen Zinsen leben.

(3)

Wie unsicher sich die FED Mitglieder selber sind, sehen wir an dem aktuellen Artikel: , für den der "FED-Kontakt" des WSJ Jon Hilsenrath verantwortlich zeichnet und der hatte bisher ein gutes Händchen dabei zu beschreiben, wie die FED im Inneren denkt. Sie müssen nicht Englisch können, um den Tenor zu begreifen, denn der lautet: Die FED Mitglieder wissen es auch nicht und legen sich nicht fest.

(4)

Der FED dürfte bewusst sein, dass wenn man jetzt, nach Jahren der Antizipation, erneut vor dem ersten Schritt zurück schreckt, dieses negative Effekte auf die eigene Glaubwürdigkeit haben würde und Fragen im Sinne "wenn nicht jetzt, wann dann?" aufwerfen würde.

(5)

Im Zweifel wird sich die FED vorsichtig und abgewogen bewegen. Das war unter Yellen bisher immer so und wird sich wohl nicht ändern.

Fasst man das alles zusammen und zieht die grosse Unsicherheit in Betracht, der sich die FED nicht verschliessen wird, gibt es einen potentiellen Königsweg für Yellen, eine Art "Doppelstrategie" sozusagen. Und Yellen hat diese Doppelstrategie von ein wenig Peitsche und viel Zuckerbrot, in der Vergangenheit schon angewandt.

In dieser Doppelstrategie vollzieht man pro Forma den ersten, marginalen Zinsschritt. Damit wahrt man das Gesicht, wird nicht unglaubwürdig und demonstriert Zuversicht in die konjunkturellen Entwicklung der US. Gleichzeitig aber, macht man sehr deutlich, dass diesem ersten Schritt keineswegs schnelle weitere Schritte folgen werden und findet vielleicht noch ein anderes geldpolitisches Zuckerstückchen, mit dem man den Markt glücklich machen kann.

Ein wenig Peitsche und ganz viel Zuckerbrot also. Ich weiss nicht, ob das so kommen wird, gut denkbar ist es aber. Ich weiss aber, dass *wenn* diese Doppelstrategie so kommen würde, das für den Markt wohl wie ein Befreiungsschlag wäre.

Denn wir dürfen nicht vergessen, dass der Markt vor allem Eines hasst: Unsicherheit. Weit negativer wäre es für die Märkte daher zu sehen, wenn die FED nun aus Angst erneut zurück zuckt. Das würde nach kurzer Freude grundsätzliche Fragen im Sinne "wann, wenn nicht jetzt" aufwerfen.

Wir sollten uns also weniger auf das fixieren, was die FED machen wird. Das bewegt sich in einem relativ engen Rahmen und wird so oder so keinen Schock für die Märkte darstellen.

Wir sollten uns mehr darauf fokussieren, wovor der Markt Angst hat und ob er Unsicherheit verspürt, denn das bewegt die Kurse. Und die FED Sitzung kommende Woche ist eher eine Chance, diese Unsicherheit zu bestätigen oder zu nehmen.

Das Sentiment der US Anleger ist auf jeden Fall nun recht depressiv und spricht eher dafür, dass sich viele nach unten abgesichert haben, was Überraschungen nach oben wahrscheinlicher macht. Denn den Pfad den alle erwarten, kann der Markt wg der Reflexivität nur schwerlich beschreiten.

Ihr Hari

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Welches Börsenjahr reimt sich auf 2015?

Das grosse Rätselraten ist im Gange - mal wieder. 😉 Ist das nun eine Kaufgelegenheit oder steht uns noch weiteres Ungemach an den Märkten bevor?

Letztlich ist dieses Rätselraten sinnlos und wird medial von Leuten beherrscht, die ihre Meinung mit besonderer Verve zu Markte tragen. Erfahrene Anleger - und Trader sowieso - wissen aber, dass der dauerhafte Erfolg am Markt sich umgekehrt reziprok zur Lautstärke der Prognosen einstellt und vor allem mit Beobachtungsgabe, Strategie und Disziplin zu tun hat.

Denn die Zukunft ist unbestimmt und nur aufmerksame Beobachtung der Signale des Marktes erlaubt uns, diesem zu folgen oder ihn sogar manchmal zu antizipieren. Eine Kristallkugel zur zuverlässigen Vorhersage der Zukunft hat aber niemand.

Bei der Frage, wie es nun an den Märkten weiter geht, sind einfach zu viele noch unbestimmte Variablen im Spiel. So hat die FED in Person des FED Vize Stanley Fisher, gerade wieder auf der Notenbanktagung in Jackson Hole mit eigenen Worten bewiesen, dass sie selber noch nicht weiss, ob der erste, lang erwartete Zinsschritt nun im September kommt oder nicht.

Und Fisher hat die US Arbeitsmarktdaten vom kommenden Freitag zum entscheidenden Kriterium gemacht. Wir können uns also schon wieder auf eine massive, inverse Reaktion des Marktes am Freitag einrichten. Sprich zu gute Daten werden schlecht sein und umgedreht. In dieser inversen Logik haben wir ja nun jahrelange Übung. 😉

Der Punkt ist, wenn die FED als wichtiger Marktfaktor selber noch nicht weiss, ob sie nun Taube oder Falke sein will, wie sollen wir das dann wissen? Und welchen Sinn haben dann zu überzeugte Prognosen mit "Egowelle", ausser um sich selbst im medialen Wettbewerb mit Kompetenzanmutung zu verkaufen?

Auch heute haben wir durch schlechte chinesische Daten ja wieder einen unberechenbaren Einflussfaktor, der initiale Schwäche an den Märkten generiert. Auch da fragt man sich aber eher, wie schlimm es denn nun wirklich ist, wenn solche Werte überhaupt zugelassen werden. Denn nachdem sogar Journalisten lächerlicherweise für den Kuturz verantwortlich gemacht werden, dürfte dem Letzten klar sein, dass den offiziellen chinesischen Daten sowieso nicht zu trauen ist.

Und am Donnerstag kommt die EZB und es wurde von Seiten der EZB ja schon darüber spekuliert, dass auch eine Ausweitung des Kaufprogramms im Rahmen des QE denkbar ist.

Aber trotz all dieser unberechenbaren Einflussfaktoren, sind wir trotzdem nicht blind. Im Gegenteil. Es gibt unzählige Faktoren und Indikatoren, die uns seriös etwas über den Marktzustand sagen und die ein komplexes Gesamtbild formen.

Es ist unmöglich im Rahmen so eines Beitrages im freien Bereich diese Faktoren alle zu betrachten, das tun wir im Premium-Bereich täglich und haben damit in den letzten 2 Wochen fast auf den Punkt den beginnenden Einbruch und vor allem sehr profitabel, den Rebound ab Montag letzter Woche getroffen.

Diese Faktoren und Marktdaten schaffen aber auch keine absolute Sicherheit, Sicherheit gibt es am Markt nicht. Sie definieren aber Wahrscheinlichkeiten. Es gibt einfach Szenarien, die jetzt wahrscheinlicher sind als andere und das aus guten Gründen. Das ist keine absolute Sicherheit, aber es ist eine Menge mehr, als blindes und panisches Herumraten.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Verhalten des Marktes zu, wenn der im Rebound in die wichtigen Widerstandszonen bei 2.040 - 2.050 im S&P500 und bei 10.6xx im DAX hinein läuft. Und diese Zonen haben wir noch nicht heute erreicht, noch hat der Rebound Luft nach oben.

Wie es von da weiter geht, ist die Frage, für die uns die intensive Marktbeobachtung Wahrscheinlichkeiten liefert.

Statt Ihnen nun aber unzählige Wenns und Abers und Szenarien zu zeigen, will ich als Kunstgriff statt dessen die Vergangenheit bemühen. Denn Geschichte wiederholt sich zwar nicht, sie reimt sich aber und das gerade an der Börse. Alles schon einmal da gewesen, sozusagen. 😉

Schauen wir also auf 4 mögliche Vorlagen für 2015 und versuchen die Frage zu beantworten, welches Jahr sich am ehesten auf 2015 reimt:

-------

So sah es 2008 aus. Wir wären dann gerade im ersten Rebound nach dem ersten Einbruch, dem sich damals schweres Ungemach angeschlossen hat:

S&P500 2008

Das Szenario ist denkbar, erscheint mir in Würdigung der Gesamtumstände derzeit als Analogie aber eher unwahrscheinlich.

Nun aber schauen wir auf den gnadenlosen Rebound im Herbst letzten Jahres:

S&P500 2014

Aber auch hier gilt für mich nach Sichtung aller Daten, dass das zwar etwas wahrscheinlicher als die 2008er Analogie, aber auch eher unwahrscheinlicher ist als das, was nun folgt.

Weit besser passt mir da die 2011er Analogie ins aktuelle Bild, die übrigens auch im August den Einbruch begann. Hier markierte zwar der erste Einbruch fast das Tief, aber es folgten eben 2 Monate markanter Swings, die mit einem marginal tieferen Tief im Oktober endeten, bevor es zum Jahresende wieder hoch ging:

S&P500 2011

Das reimt sich auf die aktuellen Rahmenbedingungen schon viel besser und erscheint im Gesamtbild eine gut vorstellbare Vorlage für das aktuelle Geschehen.

Aber es gibt noch eine, zunehmend vergessene Parallele, die mir noch einen Tick besser gefällt. Und das ist 1998, woran sich noch 2 Jahre harte Rally anschlossen, bevor dann im Jahr 2.000 eine echte Blase platzte:

S&P500 1998

Diese Struktur eines Doppelbodens passt sehr gut zu einem Ablauf, in dem die Indizes nun noch bin zu den genannten Widerstandszonen laufen, dann im Zuge einer Erwartung der Zinserhöhung der FED in die FED Sitzung hinein fallen und nach dem die Kuh endlich vom Eis ist und klar wird, dass nach der ersten pro-forma Erhöhung sowieso nichts nachkommt, dann zum Jahresende hin wieder in den Rallymodus gehen.

Alles Spekulation? Stimmt, das betone ich ja immer. Aber es spricht viel dafür, dass die 2011er und 1998er Analogie näher an den Realitäten der Gegenwart ist, als die extremen Crash- und Rebound-Szenarien, die man von den grossen -> Crashpropheten und Gesundbetern <- nun mal wieder lesen kann.

Für die Anleger bedeutet das, nicht zu schnell das ganze Pulver zu verschiessen und sich auf weitere, wilde Volatilität einzurichten - aber Schwäche trotzdem Zug um Zug zu nutzen, um langfristige Posititionen wieder aufzubauen, die aufmerksame Markt-Beobachter Anfang August abgebaut haben.

Und woran erkennt man, dass wir doch in 2008 sind und man doch schnell raus muss? Wenn das Tief vom letzten Montag nicht nur kurz für ein oder zwei Tage marginal unterschritten, sondern nachhaltig nach unten verloren wird. Dann hätten wir Alarmstufe Rot an den Märkten, aber da sind wir noch nicht.

Am Ende ist es aber alleine die Price-Action die für uns Relevanz haben sollte. Wir dürfen uns deshalb auch nicht in obige Vorlagen verbeissen, vielleicht hat 2015 sein ganz eigenes Muster, das noch nicht geschrieben ist.

Aber eine grobe Orientierung können die alten Verläufe schon geben und solche Szenarien erlauben uns, das reale Geschehen dann auch schneller einzuordnen. Und das ist eine Menge wert, nur verheiraten und verlieben dürfen wir uns in diese Analogien eben nicht. Es sind gedankliche Krücken, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ihr Hari

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Was tun zwischen Crashpropheten und Gesundbetern?

Montag 24.08.15 08:30 Uhr vor Handelseröffnung.

Die Märkte haben ausgelöst durch Sorgen um China, zur stärksten Korrektur seit 2011 angesetzt. Und das mediale Crescendo schwillt wie immer an.

Mittendrin der verunsicherte "normale" Anleger, der doch eigentlich nur ein klein wenig Rendite für sein hart erarbeitetes Kapital erzielen will. Und dann liest dieser Anleger das Eine und das Andere und ist am Ende noch verunsicherter als zuvor.

Mit diesem Beitrag will ich versuchen, diesen Anlegern ein klein wenig Orientierung im Chaos zu bieten. Wer mehr Orientierung und Sicherheit will, muss Mitglied der sumerdigital Community werden.

Wenn Sie nun aber von mir erwarten, dass ich Ihnen hier - natürlich kostenlos - exakt sagen kann, was die Zukunft bringt und was Sie konkret nun machen sollen, dann jagen Sie in Naivität immer noch einer Illusion hinter her.

Denn das kann niemand. N.I.E.M.A.N.D!

Aber es gibt genügend, die es behaupten.

Da finden Sie auf der einen Seite die "Crashpropheten". Die kommen jetzt natürlich mit der Bugwelle des "habe ich es nicht immer schon gesagt?" aus ihren Löchern und haben mal wieder die volle mediale Aufmerksamkeit.

Dabei sind diese Leute völlig diskreditiert und kaum jemand hat mehr Schaden in den Depots normaler Anleger angerichtet. Wenn Anleger seit Jahren diesen geradezu historischen Bullenmarkt verpasst haben, dann liegt das zu einem guten Teil an diesen "Crashpropheten", die seit Jahren vom bald bevor stehenden Untergang schwafeln.

Aber Crashprognosen funktionieren halt medial und das primäre Interesse der Medien ist ja letztlich nicht, das "Richtige" den Lesern zu schreiben, sondern eine möglichst hohe Aufmerksamkeit zu erzielen.

Eine abgewogene, differenzierte Betrachtung kann sowieso nur eine Minderheit aufnehmen. Die Mehrheit will einfache Aussagen und nicht mehr als ein paar Sätze lesen, alles andere ist zu anstrengend. Und wenn dann die "Prognosen" dem eigenen Bias entsprechen, werden sie besonders gerne aufgenommen und mit "Likes" versehen, wir Menschen suhlen uns halt am liebsten im eigenen Sumpf.

Auf der anderen Seiten haben wir aber die "Gesundbeter". Die erzählen die Geschichte davon, dass man ja einfach dabei bleiben muss, dass man ja nicht in Panik verfallen sollte und glauben schon jetzt wieder zu wissen, dass dieser Einbruch eine "Kaufgelegenheit" sei.

Mit Verlaub, auch das ist viel zu dünn. Diese Stimmen kommen besonders gerne von Vertretern der Finanzindustrie, so zum Beispiel von Fundmanagern. Normale Anleger müssen sich einfach klar machen, dass auch diese Eigeninteressen haben. Denn basierend auf den aktuellen Vergütungsstrukturen mit festen Verwaltungsgebühren von 1-2%, haben Fundmanager vor allem ein Interesse: Dass möglichst viel Kapital im Fund bleibt.

Sie werden von jemandem der sein Gehalt mit Anlegergeld verdient - ausser den Besten - also in der Regel nie lesen, dass die Anleger nun schnell verkaufen sollten, damit würde er sich ja ins eigene Fleisch schneiden. Das wäre erst dann anders, wenn es andere Vergütungsstrukturen gäbe, die weniger auf festen Gebühren, sondern mehr auf Performance basieren. Davon sind wir aber weit entfernt.

Nun will ich nicht die Branche über einen Kamm scheren, es gibt auch lobenswerte Ausnahmen, die zu ihren Anlegern Klartext reden. Trotzdem macht es Sinn sehr skeptisch zu sein, wenn die Finanzindustrie anfängt, mitten im Absturz die Anleger "zu beruhigen". Eigeninteressen zu vermuten, ist hier dann sehr naheliegend.

Und so stürzt auf den normalen, nach Orientierung suchenden Anleger, in solchen Phasen ein medialer Schwall ein, der ihn am Ende noch verunsicherter macht, als er vorher schon war.

Wenn man so will, behaupten alle zu wissen was los ist, aber alle reden etwas Unterschiedliches. 😉

Was also tun?

Sie sehen daran, dass kein Weg daran vorbei führt, eine eigene, fundierte Sicht zu entwickeln. Und das kann man nur dann erreichen, wenn man genügend Zeit investiert hat, um die Märkte zu verstehen. Und man kann es auch nur dann erreichen, wenn man sich -> seriöse und belastbare Informationsquellen <- aufgebaut hat. Glaubt man darauf verzichten zu können und hat man keine eigene Orientierung, ist man in so Phasen "Freiwild" und macht garantiert im falschen Moment das Falsche.

Dieses Wissen und diese Sicherheit kommt aber nicht umsonst und nicht alleine. Dafür muss man etwas tun. Warum soll es auch beim Wissen um Finanzthemen anders sein, als bei allen anderen komplexen Wissensgebieten?

Ich will Ihnen an dieser Stelle daher ein paar wichtige Regeln und Fakten in Erinnerung rufen, vielleicht helfen Sie ja ein wenig. Und ich benutze dafür nur eher kurze Sätze, ohne diese zu begründen. Die Begründung würde den Artikel zu lang machen, die findet sich im Premium-Bereich.

Am Ende kenne aber auch ich die Zukunft nicht, denn die ist noch nicht geschrieben. Und natürlich macht es zum Beispiel einen Unterschied, ob die FED nun auf ihrem Kurs bleibt oder nun auch in Panik verfällt und ein neues QE auflegt.

Und da diese Zukunft noch nicht geschrieben ist, kann es auch keine Sicherheit bei den Erwartungen geben. Aber es gibt Muster und Wahrscheinlichkeiten und die zu kennen, kann immens helfen.

Und ich will deshalb nun zehn Muster und Wahrscheinlichkeiten in Erinnerung rufen.

(1)

Die US Indizes hatten durch den Einfluss der Notenbank seit Jahren keine Korrektur von 10% und mehr. Das ist höchst ungewöhnlich, überfällig und eine Verzerrung der Normalität. Wenn sie jetzt kommt, ist es das Normalste der Welt.

(2)

Runter geht es immer viel schneller und heftiger, als aufwärts, weil alle gleichzeitig raus wollen. Ob und wann der aktuelle Einbruch kommen würde, war im Vorfeld nicht exakt vorher zu sehen. Die Heftigkeit aber schon und war in der Community mehrfach Thema.

(3)

Da die natürlichen Zyklen durch die Notenbanken gestreckt wurden, muss man damit rechnen, dass auch die Gegenbewegung nach unten besonders "gestreckt", sprich aggressiv ausfällt. Vorsicht ist also angeraten, denn "tiefer geht immer!"!

(4)

Die Crashgefahr an Märkten ist nicht dann am Höchsten, wenn diese nach oben ausbrechen. Dann ist sie fast Null. Sie ist dann am Höchsten, wenn die Märkte schon angeschlagen sind - wie jetzt. Wenn dann noch eine böse Überraschung dazu kommt, mit der niemand gerechnet hat, kann sich eine Panik entwickeln, weil alle gleichzeitig zum Ausgang rennen, aber nicht gleichzeitig durch passen. Ein Crash ist immer noch unwahrscheinlich, aber nun zumindest theoretisch möglich. Jahrelang war er nur medialer Blödsinn, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

(5)

Bärenmärkte laufen nicht gleichmässig abwärts, sondern sind permanent von starken Erleichterungsrallys unterbrochen. Und in der Gegenbewegung weiss man nie sicher, ob das nun "der" Boden ist oder nur eine weitere nutzlose Gegenbewegung, bevor es weiter runter geht.

(6)

Das Marktsentiment der Anleger ist nun so angeschlagen und negativ und die Absicherungsquote der Profis so hoch, dass in dieser Woche - nach initialer Schwäche am Montag - eine Gegenbewegung nach oben nun hoch wahrscheinlich ist.

(7)

Falls wir nun den Beginn eines Bärenmarktes erleben sollten - ich betone den Konjunktiv - dann wird sich das daran zeigen, wie der Markt mit dem Rebound umgeht, der nun wahrscheinlich ist.

Wenn der schnell wieder verkauft wird, wird es sehr gefährlich! Wenn wir aber ein Marktgeschehen wie im Oktober 2014 erleben, haben wir gerade eine geniale Kaufgelegenheit. Vorher kann man das nicht wissen, erst die Beobachtung des Rebounds gibt uns die Signale!

(8)

Betrachte ich aber die Konjunkturentwicklung in den US, ist eine "gesunde" Korrektur wahrscheinlicher, als dass wir den Beginn eines grossen Bärenmarktes erleben. Aber auch eine "gesunde" Korrektur kann sehr schmerzhaft sein, wenn sie Wochen andauert und 20% nach unten geht.

(9)

Es gibt in meinen Augen einen einzigen Sachverhalt, der tatsächlich einen massiven Crash/Meltdown der Aktienmärkte hervor rufen kann.

Das ist nicht China, auch das Thema wird eingepreist und sich beruhigen. Es ist schon gar nicht Griechenland. Es ist auch nicht die FED Zinserhöhung, die wird sowieso nur marginal, wenn sie überhaupt kommt. Und es sind auch nicht die Emerging Markets, die sind im "Crash" schon mittendrin und auch das wird sich wieder ausschwingen, zumal der Dollar gerade wieder fällt und damit etwas Druck nimmt.

Die wirklich grosse Gefahr ist, dass die Märkte das Vertrauen in die vermeintliche Allmacht der Notenbanken verlieren. Denn ohne die Notenbanken, wären die Kurse nicht so weit oben, wie sie nun sind. Und es gibt Anzeichen, gerade in China aber auch in Japan und in den US, dass dieses Vertrauen bröckelt. Das ist die wahre Gefahr und wenn die Notenbanken als "lender of last resort" in Frage gestellt werden, *dann* haben wir eine echte Krise.

(10)

Langfristig werden die Märkte wieder steigen und der DAX wird 20.000 erreichen. Das stimmt und passiert ganz sicher. Aber auch das ist eine Nullaussage, denn langfristig sind wir alle tot. Historisch haben die Märkte aber auch schon mal über 20 Jahre gebraucht, bis sie nach einem schweren Einbruch wieder die alten Höchststände erreicht haben.

Was nützt also die Erkenntnis von "DAX 20.000 irgendwann" dem Pensionär, der seinen Lebensabend zu einem guten Teil aus seinem Depot aufhübschen will? Und das heute? Für den macht es einen riesigen Unterschied, ob die Märkte nun 60% fallen oder gleich wieder steigen.

So weit die zehn Punkte, die ich in Erinnerung rufen wollte.

Da Bilder aber mehr sagen als tausend Worte, zeige ich Ihnen nun als Orientierung, wie eine klassische Topbildung in S&P500 und DAX aussehen könnte.

Ich betone den Konjunktiv, das ist nur eines der möglichen Szenarien, die Zukunft ist unbestimmt und niemand kennt sie - N.I.E.M.A.N.D!

Wenn jetzt zum Beispiel die FED kalte Füsse bekommt und nun ein neues QE indiziert und damit den "Race to the Bottom" in eine neue Runde treibt, dann sind wir in einem völlig anderen Spiel und dann werden wir ausgehend von den aktuellen Niveaus wieder so ein "V"-Reversal wie im Oktober 2014 erleben. Das kann man vorher nicht wissen und darüber zu spekulieren macht keinen Sinn.

Aber trotz dieser prinzipiellen Unsicherheit der Zukunft, ist es trotzdem hilfreich sich klar zu machen, wie so ein Ablauf einer Korrektur und/oder Topbildung klassischerweise aussehen könnte. Denn es zeigt zum Beispiel, dass heute eher nicht der Tag ist, um nun auch noch als Letzter in Panik zu vefallen. Wenn man in Panik verfallen will, dann war letzten Mittwoch ein guter Tag dafür. Oder dann eher in der Zukunft, wenn der Rebound wieder verkauft werden sollte oder noch schlimmer - diese Woche gar nicht kommt.

Hier nun wie eine klassische Topbildung im Leitindex S&P500 aussehen könnte, wenn sie denn so kommt. Das ist nur ein Szenario unter vielen und keine Prognose und soll einfach nur typische Abläufe deutlich machen.

S&P500 23.08.15

Und das hier wäre das Bild des DAX, wenn sich die US Indizes wie oben verhalten sollten. Letztlich kann man den DAX als Hebel auf die US Indizes betrachten. Ein echtes, dauerhaftes Eigenleben hat er nicht, sprich wenn es in den US runter geht, kann sich dem auch der DAX nicht entziehen:

DAX 23.08.15

So ..... das war schon wieder ein umfangreicher Artikel, obwohl ich ihn ganz bewusst einfach gehalten habe.

Geht es noch einfacher?

Wenn Sie seriös über die Märkte schreiben wollen kaum. Wenn Ihnen das wieder zu lang war, wünsche ich viel Erfolg bei den Überbringern der einfachen Weisheiten und Lösungen, von denen gibt es ja genug.

Ich hoffe es war trotzdem hilfreich an dieser wichtigen Wegscheide.

Ihr Hari

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