Disparitäten in DAX, EURUSD, S&P500 und Öl

Jeden Morgen um 9 Uhr herum, schreibe ich in Hari Live eine kurzen Lagebericht zum kommenden Handelstag. Heute - vor der EZB Sitzung am Nachmittag - stelle ich diesen ausnahmsweise auch mal in den freien Bereich, um Ihnen zu zeigen, was Sie da jeden Tag erwartet.

Donnerstag 05.03.15 08:50

Guten Morgen!

Die durch die Währungen direkt oder indirekt indizierte Disparität in einigen Asset-Märkten ist wirklich zunehmend auffällig. Denn die Lage im DAX kann man heute morgen recht leicht mit dem kurzen Satz beschreiben: "Euro weiter runter = DAX weiter hoch". Aus Dollar-Sicht ist aber im DAX eher wenig passiert.

Mehr muss man im Moment nicht wissen und wenn ich in die Medien und diversen Blogs schaue, finde ich es faszinierend, wie fast nirgendwo dieser unmittelbare Zusammenhang adressiert wird. Es liegt wohl daran, dass nur eine Minderheit einen globalen Blick hat, sprich die Asset-Klassen aus unterschiedlichen Währungssichten betrachtet. Rein aus lokaler Eurosicht, ist das ja auch alles ganz einfach: der DAX ist in einem massiven Bullenmarkt.

Aber auch in anderen Asset-Klassen finden wir nun solche Disparitäten, hier ist ein Artikel zur . Dieser beschreibt einige Einflussfaktoren gut, aber auch er übersieht die Währungen, denn selbstverständlich gibt es auch eine zeitliche Disparität zwischen den Wechselkursen und den Auswirkungen auf Öl, denn Öl wird ja physikalisch transportiert und in Verträgen verkauft, die sich wiederum selber mit Wechselkursen auseinander setzen müssen und in der Regel bis zu einem Zeitpunkt in der Zukunft fixiert oder zumindest gehedged sind. Heisst, die Auswirkungen der Wechselkurse auf Marktstrukturen haben eine zeitliche Verzögerung.

Unbedingt beachten müssen wir auch, dass heute um 13:45 Uhr der neue EZB Entscheid kommt und um 14:30 Uhr dann doch wieder eine Pressekonferenz mit Mario Draghi. Nun wird es heute mit 99% Sicherheit wohl keine grundlegenden Änderungen in der Policy geben, wäre es anders, hätte Draghi die Märkte schon vorbereitet. Aber heute stehen die Details zum Anleihenkaufprogramm an.

Und die werden vom Markt mit Sicherheit kritisch beäugt und auch hinterfragt werden. Denn der Absturz des Euros hat in hohem Masse mit Erwartungen an dieses QE der EZB zu tun. Sollten die Details zum Programm den Markt heute enttäuschen, wird das den Euro nach oben bringen und den DAX nach unten zerren. So einfach scheint die Kurswelt im Moment.

Wir schauen deshalb lieber auf den Leitindex S&P500, um zu erkennen, ob der Markt als Ganzes nun noch im Korrekturmodus ist, oder der schon wieder beendet sein könnte. Und der S&P500 hat eine klare Aussage, die durch tiefere Hochs und tiefere Tiefs untermauert ist: die Korrektur dauert an:

S&P500 05.03.15 2

Ich muss die Varianten nun bestimmt nicht in das Chart zeichnen, denn Sie als treue Leser sehen leicht, was das nun bedeutet. Auf jeden Fall ist doch faszinierend, wo genau der S&P500 gestern geschlossen hat, oder?

Zu einer fortdauernden Korrektur im S&P500 passt auch, dass die initiale Schwäche zwar gestern auch wieder gekauft wurde - wie in den letzten Tagen - aber die Gegenbewegung dann doch keinen durchschlagenden Erfolg hatte und schnell ihre Kraft verloren hat.

Das ist eine bemerkenswerte Änderung des Charakters, denken Sie an meine Worte von gestern 11:40 Uhr zum "Korrekturverhalten", wo ich genau so einen Mechanismus beschrieben habe.

Sollten die versprengten und desillusionierten Bären also dieses Mal in der Lage sein, aus der Chance etwas zu machen, dann sind wir nun langsam an dem Punkt, an dem sich die Korrektur wirklich nach unten in Bewegung setzen könnte. Im mittelfristigen Chart sieht man auch sehr schön, wo wir da nun vielleicht stehen:

S&P500 05.03.15

Trotzdem sind das alles nur Möglichkeiten, auch der S&P500 ist in der Hand der Bullen und solange so ein Triggern so einer Topformation wie oben nicht kommt, sind das nichts weiter als "feuchte Träume" versprengter Bären. Werden wir also nicht zu schnell zu skeptisch, die Bullen haben nach wie vor unser Vertrauen verdient und ich rechne persönlich zwar mit allerlei fortdauerndem "Kursgezappel", am Ende aber doch eher wieder einer Auflösung nach oben.

Und im DAX dürfen wir einfach die derzeit gültige, schlichte Logik nicht unterschätzen, die da lautet: solange der Euro fällt, steigt der DAX - zumindest nominell in Euro gerechnet.

Und wenn wir auf das Chart von EURUSD schauen sehen wir ja schnell, dass bis zur Parität noch gut Luft nach unten ist:

EURUSD 05.03.15

Und langsam gewinnt man beim Euro den Eindruck, dass der Markt diese Parität sehen will. Auch das Chart deutet in diese Richtung.

Aber trotz der grundlegend bullischen Erwartung, sollten wir die obigen Szenarien besser im Hinterkopf behalten, damit wir - wenn sie eintreten sollten - schnell und konsequent agieren können. Insbesondere die heutige EZB Pressekonferenz um 14:30 Uhr hat das Potential, den Euro durchzuschütteln. Und wenn der Euro den weiteren Absturz Richtung Parität im Chart noch verhindern will, dann wäre heute "allerletzte Eisenbahn" dafür!

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Betrachtung zu Anleihen: Sind die guten Zeiten vorbei ? (Teil 2)
Die Lage nach der EZB-Entscheidung

Ein Gastkommentar von Tokay

Im ersten Teil dieser Betrachtung ging es darum, ob die gegenwärtige Anleihenrendite Einfluss hat auf die zukünftigen Erträge aus Anleihen. Das Ergebnis war, dass es kurzfristig keinen Zusammenhang gibt, langfristig aber schon. Die künftige Performance von Anleihen hängt mit davon ab, in welche Richtung die Anleihenrenditen tendieren werden. Bei so einer Betrachtung soll es deshalb auch darum gehen, welches die langfristigen Bestimmungsfaktoren der Anleihenrenditen sind. Vier Faktoren sind meines Erachtens wesentlich:

• Die Inflationserwartungen
• Die internationale Zinsentwicklung
• Die Konjunkturerwartungen
• Das Verhalten der Zentralbank (und der Regierungen)

Zum ersten Punkt: Inflationserwartungen sind nicht genau meßbar, allenfalls über die Differenz zwischen Renditen aus herkömmlichen und inflationsgesicherten Anleihen bei gleicher Laufzeit. Die Bundesbank misst außerdem die Inflationserwartungen über ein Expertenpanel, doch das „hard fact“ liefert natürlich die Teuerungsrate selber. Grundsätzlich gibt es ohne Zweifel einen Zusammenhang zwischen Inflation und Anleihezins, in dem Fall der Rendite 10jähriger Bundesanleihen, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Inflation und Anleihezins

Man ersieht, daß ein Anstieg der Inflationsraten in der Vergangenheit gesamthaft auch zu einem Anstieg der Zinsen geführt hat, und daß der Realzins in aller Regel deutlich positiv war. Denn immerhin geht es darum, ob die heutige Kaufkraft erhalten bleibt und das ist nur bei einem in der Zukunft positiven Realzins der Fall, da ein Anstieg der Teuerungsrate ins Kalkül gezogen werden muss. In der Vergangenheit musste der Staat im Durchschnitt drei Prozent mehr als die jeweilige Inflationsrate bieten. Die heutige Situation ist mit einem Kreis eingezeichnet. Derzeit haben wir sowohl eine sehr tiefe Inflationsrate als auch einen sehr tiefen Realzins. Historisch gesehen kann beides nicht noch tiefer fallen, sondern müsste eher wieder steigen.

Der zweite Faktor sind die internationalen Zinsen, und hier sind natürlich die amerikanischen Zinsen maßgeblich. Nachfolgend sieht man den Zusammenhang zwischen dem Zins für den zehnjährigen US Treasury Bond und dem für zehnjährige deutsche Bundesanleihen:

US Anleihezins und DE Anleihezins

Man erkennt leicht anhand des kreisförmig markierten Bereichs, dass sowohl die USA als auch Deutschland historisch gesehen extrem weit im unteren Bereich liegen. Man erkennt den Zusammenhang deutlich und vor allem, daß die deutschen Zinsen immer dann steigen, wenn auch die amerikanischen Zinsen steigen. Sollten also die amerikanischen Zinsen künftig steigen, wie es erwartet wird, dann werden über kurz oder lang auch die deutschen Zinsen wieder steigen. Zumindest werden steigende amerikanische Zinsen einen positiven Einfluß im Sinne eines Anstiegs auf das deutsche Zinsniveau haben.

Der dritte Faktor ist die Konjunkturentwicklung. Der Zusammenhang ist folgender: Ist das Konjunktur- bzw. das Geschäftsklima schwach, wie es überwiegend in Europa der Fall ist, dann ist auch die Nachfrage nach Krediten schwach und sind die Preise niedrig, letzteres auch wegen des gesunkenen Ölpreises. Infolge dessen ist der Kapitalmarktzins seit der Finanzkrise fortwährend zurückgegangen. Ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen würde also nur dann begünstigt werden, wenn die konjunkturelle Entwicklung in Euroland wieder anziehen würde. Hier haben wir aber nun die Situation, dass dies in Deutschland bereits geschieht, in den südeuropäischen Ländern aber nicht, so dass der Zins für Euro-Anlagen und damit auch für deutsche Anleger zunächst weiterhin tief bleibt. Wir ersehen die Entwicklung aus der nachfolgender Grafik:

Langfristige Entwicklungen Zinsen

Es ist klar zu erkennen, dass das anämische Wachstum in Europa zu einer relativ geringen Zinsdifferenz zwischen lang- und kurzfristigem Zins führen muss. Bei schwachem Wachstum ist die Nachfrage nach Krediten relativ zum Angebot einfach nicht groß genug. In früheren Rezessionsphasen gab es sogar negative Zinsdifferenzen, weil der kurzfristige Zins relativ zum langfristigen Zins zu hoch war. Anders als heute, wo der Geldzins tief ist, war die Ursache aber immer ein zuvor massiv erhöhter Leit- und damit auch kurzfristiger Zins. Bleibt das Wachstum tief, wird die Zinsdifferenz tief und damit auch der Kapitalmarktzins bzw. der langfristige Zins unten bleiben.

Der vierte und derzeit am weitaus meisten diskutierte Faktor ist das Verhalten der Zentralbank. Und hier hat der EZB-Rat am vergangenen Donnerstag eine weitreichende Entscheidung getroffen, indem er beschlossen hat, ab März bis September 2016 jeden Monat für 60 Milliarden Euro europäische Staatsanleihen zu kaufen(Quantitative Easing/QE). Diese Entscheidung wird in Deutschland von vielen Experten sehr stark kritisiert.

Da die EZB als Nachfrager am Markt auftritt, dürfte weitere Zinssenkungen die Folge sein. Darüber hinaus erhofft man sich eine allgemeine Belebung der Konjunktur. Genau diese Auswirkung wird aber von vielen deutschen Fachleuten angezweifelt. Was sehr wahrscheinlich eintreten wird, und das zeichnet sich jetzt schon sehr deutlich ab, ist eine positive Auswirkung auf den Aktienmarkt in den Euroländern. Darüber hinaus wird der Euro geschwächt, was eine stimulierende Auswirkung auf den Export haben dürfte; jedenfalls scheint man sich das zu erhoffen.

Soweit zumindest sieht es kurzfristig aus. Es ist durchaus denkbar, dass die positiven Auswirkungen auf den Märkten für Vermögenswerte langfristig auch zu positiven Auswirkungen auf den Gütermärkten führen werden. Eine solche Wirkung liesse sich allerdings wesentlich direkter erzielen durch eine Erhöhung der staatlichen Infrastrukturausgaben, und nicht wenige Fachleute sagen, daß ohne eine solche Erhöhung die Maßnahme der EZB nicht viel bringen wird. Hier müsste dann vor allem Herr Juncker ran.

Aber zurück zu den Auswirkungen auf den Zins. Aufgrund von Simulationen, die der Ökonom John Taylor durchgeführt hat, ist bekannt, daß durch expansive Maßnahmen der Notenbank auf kürzere Sicht ohne Zweifel eine stimulierende Wirkung auf die Wirtschaftstätigkeit ausgeübt wird. Es treten aber nach einigen Jahren Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung ein, und zwar Auswirkungen, die sich dann verfestigen.

Nun haben wir am Anfang gesagt, dass es einen Zusammenhang zwischen Inflation und Anleihezinsen sowie zwischen den internationalen Zinsen und den Zinsen hierzulande gibt. Da QE nun über sechs Jahre in Amerika betrieben wurde, ist damit zu rechnen, dass die allgemeinen Preise dort in einigen Jahren deutlich steigen werden. Damit werden auch die amerikanischen Zinsen wieder steigen, dies wird dann Druck auch auf die Zinsen bei uns ausüben.

Und zudem hat die EZB mit QE eben erst angefangen, so daß bei uns das gleiche passieren dürfte. Nicht sofort natürlich, aber über eine Reihe von Jahren gesehen schon.

Und was heißt das nun für Anleihebesitzer? Mehrerlei:

  • Kurzfristig kann der Zins aufgrund der expansiven Maßnahmen durchaus noch weiter runtergehen. Sogar die 0 % - Bundesanleihe kann , man glaubt es kaum, eine positive Rendite abwerfen;
  • Langfristig sollten sich die Anleihebesitzer jedoch auf sehr magere Renditen gefasst machen. Denn zum einen sollten die nominalen Renditen so schnell nicht ansteigen, und zum anderen lieferten in den letzten Jahren starke Kursanstiege bei den Anleihen einen immer größeren Beitrag zur gesamten Performance. Diese Kursanstiege werden auf lange Sicht nicht mehr wiederkehren. Die künftige Performance dürfte also aus wieder steigenden Couponzinsen kommen, allerdings sehr wahrscheinlich immer mal wieder durch Kursverluste beeinträchtigt werden. Und Anstiege werden wohl mit einer wieder steigenden Inflation verbunden sein, so daß sie real dadurch zumindest teilweise wieder aufgezehrt werden. Und versteuert werden müssen sie ja auch noch.
  • Einen „Anleihencrash“ müssen Anleihenkäufer aber auch nicht befürchten, außer in sehr extremen Konstellationen. Bei Bundesanleihen ist eine Auszahlung zu 100 Prozent praktisch sicher. Wird die Anleihe bis zum Laufzeitende gehalten, bleibt das Kapital zumindest nominal erhalten. Panik ist daher in jedem Fall unangebracht, wohl aber Sorge darüber, wie es weitergehen wird.

Tokay

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Gewinn-Illusion und Euro Währungscrash!

Aufgrund der Dramatik der Entwicklung, will ich auch mit wenigen Sätzen im freien Bereich auf einen wichtigen Umstand hinweisen, der im Moment viel zu kurz kommt. Im Premium-Bereich sprechen wir intensiv über das Thema und die Konsequenzen für unsere Anlagen.

Im Moment sind alle davon geblendet, wie "toll" der DAX nun gerade 10.700 touchiert hat und in Ihren Depots, die Sie in Euro führen, sehen Sie ein Meer an Grün. Und Sie denken, Sie hätten "Gewinne" gemacht.

Haben Sie aber in weiten Teilen nicht! Statt dessen ist etwas ganz anderes passiert. Der Euro hat in den letzten 24 Stunden gegenüber den meisten Weltwährungen crashartig ca. 4% abgewertet. So auch zum Dollar, das Chart zeige ich Ihnen hier nun:

EURUSD 23.01.15

Die Bewegung des DAX im selben Zeitraum um 400 Punkte nach oben - was kaum überraschend ca. 4% entspricht - ist also bezogen auf eine hypothetische "Weltwährung" keinerlei Gewinn, sondern einfach nur die andere Seite der Währungsabwertung!

Sie sind damit auch nicht wirklich "reicher" geworden, können als Aktienbesitzer aber wenigstens feststellen, dass die Kaufkraft Ihres Vermögens durch den Besitz von Sachwerten objektiv erhalten wurde.

Alle Ihre Rentenversicherungs-Ansprüche, Ihre Lebensversicherungen und Ihr Cash auf dem Konto, wurde aber in den letzten 24 Stunden aus Sicht eines weltweiten Währungskorbes um sage und schreibe 4% entwertet! Sobald Sie also die Eurozone verlassen oder Waren aus der Welt beziehen, können Sie sich für Ihr Vermögen 4% weniger kaufen.

Vergessen Sie das nie, wenn Ihnen die vielen grünen Prozentzahlen im Depot nun Gewinne vorgaukeln, wo in dieser Form gar kein sind. Mario Draghi hat uns hier nicht reicher gemacht, sondern ärmer!

Übrigens noch etwas. Wenn Sie nun Charts in Euro anschauen, die sich auf Assets ausserhalb der Eurozone beziehen, können Sie kurzfristig auch das vergessen. Denn diese Charts sind nun völlig verzerrt. Da gucken uns Ausbrüche und Reversals an, die in der Realität nicht existieren.

Denn denken Sie unbedingt daran: Selbst wenn es jetzt in den letzten 24 Stunden gar keinen Handel in den US gegeben hätte, wenn also die objektiven Kurse der US Aktien völlig unverändert wären, würde es bei Betrachtung aus der Sicht des Euros so aussehen, als ob die Aktien 4% gewonnen hätten. Chartstrukturen aber, die nicht auf realem Handel mit Angebot und Nachfrage beruhen, sind einfach nur nette, bunte Linien!

Fazit:

Die Zeiten stabiler Währungen sind wohl vorbei. Und es hat in der Geschichte meines Wissens noch keinen Fall gegeben, in dem eine Weichwährung zum Wohlstand der Bevölkerung geführt hätte.

Richten wir also unseren "Dank" an Mario Draghi und seine Unterstützer, die das möglich machen. Und insbesondere an unsere naiven Politiker, die Stimmengewichte im EZB Rat zugelassen haben, die in jeder Hinsicht eine Frechheit sind und das gestrige Geschehen erst ermöglichen. Ich verweise auf meinen Post von gestern, in dem das Thema addressiert ist.

Wir müssen nun lernen, in den Kategorien einer Weichwährung zu denken. Die Schere im Kopf, dass vermeintliche Gewinne im Depot in Wirklichkeit keine sind, ist dabei nur der erste Schritt in eine Welt hinein, die ich nie betreten wollte.

Taktisch gesehen, hat diese Bewegung alle Ingredienzien einer kurzfristigen Übertreibung und ein böser "Snapper" kann nun jeden Moment um die Ecke kommen und den Euro heben und den DAX damit wieder zurück fallen lassen.

Mittelfristig gesehen, ist der "Race to the Bottom" weltweit im vollen Gange und ich wäre nicht überrascht, wenn jetzt bald auch die FED wieder zuckt, die einen zu starken Dollar auch nicht zulassen kann. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie dieses Spiel endet ....

Ihr Hari

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Die 0% Bundesanleihe oder: An einem Tag wie diesem ….

Ja liebe Leser des freien Bereichs von sumerdigital, was schreibt man einem Tag wie diesem? Einem Tag an dem die EZB kurz davor steht, ein höchst umstrittenes Quantitativ Easing (QE) auch für die Euro-Zone zu beschliessen?

Nun, eines kann man sagen, nämlich dass das Endspiel um den Euro nun langsam beginnt. Der Einsatz wird höher, die Fallhöhe damit aber auch.

Wir haben hier in der Community in den letzten Tagen viel darüber geschrieben und daraus Schlüsse über die weitere Marktentwicklung gezogen, da macht es doch Sinn, sozusagen als "Vorbereitung" auf die heutigen Ereignisse, Ihnen auch im freien Bereich mal einen Blick auf ein paar Beiträge der letzten Tage zu erlauben.

Ich habe dabei bewusst drei Beiträge ausgesucht, in denen es mal *nicht* primär um Aktien, Charts und Markttechnik geht, sondern um das Grundsätzliche. Schauen Sie mal rein:

Dienstag 20.01.15 16:40 - 0% Bundesanleihe

Die Welt ist komplex und entzieht sich einfachen Erklärungen. Und trotzdem kann man manchmal die ganze Verrücktheit in einem Symbol zusammen fassen und damit auch wie in einem Brennglas deutlich machen.

Was den durch den Druck der Notenbanken völlig "verbogenen" Finanzmarkt angeht, haben wir nun so ein Symbol:

Mit anderen Worten: gib mir (Deutschland) lieber das Geld ohne Zins, weil wenn Du es nicht tust, sorge ich Staatsmacht dafür, dass es auf dem Konto entwertet.

Jaja, die Notenbanken sind unabhängig - schon klar. Praktisch arbeiten sie aber für die Interessen der Staaten, die theoretisch mit den Interessen ihrer Bürger deckungsgleich sein sollten, es aber leider nicht immer sind. Denn die Interessen eines Staatsapparates tendieren leider dazu sich zu verselbstständigen und er vergisst gerne, für wen er überhaupt existiert und von wem er finanziert wird.

Direkte Demokratie wie in der Schweiz kann gut dabei helfen, diesen Prozess der Verselbstständigung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen, wir in Deutschland sind aber eine repräsentative Demokratie.

Ich finde die Situation am Finanzmarkt auf jeden Fall nicht mehr normal, nein sie ist krank. Und es soll mir bitte keiner erzählen, dass das wegen der Finanzkrise 2008 zwingend nötig wurde. Wenn überhaupt ist es nötig, weil praktisch die ganze westliche Welt - Deutschland eingeschlossen - bis zur Halskrause überschuldet ist und Zinsen wie in den 90er Jahren gar nicht mehr tragen könnte.

Damit haben Sie aber auch einen weiteren Grund, warum Gold nun so attraktiv ist. Denn durchaus berechtigt wird Gold ja vorgeworfen, dass es nichts abwirft, nichts erschafft und deshalb eigentlich keine Geldanlage, sondern bestenfalls Vermögensverwahrung ist. Das stimmt auch, mit Gold kann man langfristig nichts verdienen, man schafft nichts, es ist einfach totes Metall.

Aber man erhält langfristig gesehen die Kaufkraft. Und das ist mehr, als eine 0% Bundesanleihe bietet, denn die Inflation existiert ja immer noch, auch wenn sie im Warenkorb nicht auftaucht bzw durch das billige Öl überdeckt wird.

Wenn man mir nun also eine Pistole an die Schläfe legen würde und mich zwingen, entweder mein Vermögen komplett in diese Bundesanleihe zu stecken oder in Goldbarren, was glauben Sie, würde ich wohl machen? 😉

Dienstag 20.01.15 18:40 - Bundesbank vs EZB

Hier ist eine nette anekdotische Darstellung, wie sich das Verhältnis der Bundesbank zur EZB entwickelt hat:

Und gleichzeitig ist der Artikel für mich auch wieder Ausdruck der Naivität der deutschen Politik und Öffentlichkeit, inklusive weiter Teile der Medien. Denn der strukturelle Grund, *warum* dieser Einflussverlust überhaupt möglich ist, wird mit keinem Wort erwähnt.

Deutschland hat der EZB und haftet auch in diesem Umfang für die Folgen und mögliche Verluste. Um es also klar zu sagen, Sie und ich haften mit unserem Steuergeld in diesem Umfang.

Gleichzeitig hat Deutschland aber ein Entscheidungsverhältnis akzeptiert - aus meiner Erinnerung war das zu Zeiten Kohl/Waigel - nach dem der Bundesbank-Chef im Rat exakt eine Stimme hat, genau so viel wie die Notenbanken von Griechenland, Zypern, Malta und Luxemburg! Luxemburg mit seinen 540.000 Einwohner hat also das gleiche Stimmgewicht, wie Deutschland mit ca. 80.000.000 Einwohnern - Faktor ca. 145 für die, die es genau wissen wollen.

Das ist völlig absurd und eine Verschleuderung deutscher Interessen und demokratischer Prinzipien. Würde sich ein Vorstand einer AG so verhalten und die langfristigen Interessen der Gesellschaft so verschleudern - würde man ihm wohl den Gummi-Straftatbestand der Untreue vorhalten.

Und ja, ich weiss schon, dass es über das Direktorium (derzeit für Deutschland Sabine Lautenschläger) dann eine zweite Stimme gibt, das bringt das Verhältnis zu Luxemburg dann auf den Faktor 70 herunter - Bravo! 😉 - und ändert am prinzipiellen Problem rein gar nichts, zu mal auch andere Länder ein zweites Mitglied im Direktorium haben.

Denn wenn die Stimme von Weidmann im Rat die 25% Gewicht ausmachen würde, die ihm nach der Bevölkerung Deutschlands und dem eingezahlten Kapital zustehen, würde es auch defacto keine Politik geben können, die den Interessen der Bundesbank diametral entgegen läuft. Punkt.

Und keine der folgenden Regierungen hat das je in Frage gestellt, weder Schröder noch Merkel - man denke da im Vergleich nur an Maggie Thatchers robustes "i want my money back". Und selbst Journalisten, die so Artikel schreiben, erwähnen dieses absolut zentrale Kernthema nicht. Da kann man sich doch nur verzweifelt an den Kopf fassen!

Denn am Ende ist es ganz einfach. Menschen ändern sich und die Kultur von Organisationen auch - sich bei absolut zentralen Themen mit grossen Konsequenzen, dauerhaft nur auf die Nettigkeit Dritter zu verlassen, ist für mich schlicht naiv. Die Macht die Dinge zu beeinflussen, hat in einer auf Mehrheitsfindung ausgerichteten Organisation nur der, der die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen kann. Und jeder der 25% Anteile an einer Aktiengesellschaft hat, würde völlig selbstverständlich und zu Recht darauf bestehen, auch 25% der Stimmrechte zu besitzen.

Nur die Deutschen nicht. Die thematisieren diese Selbstkastrierung noch nicht einmal und wundern sich dann, wenn eine Union von Kleinstaaten von Griechenland bis Malta gegen sie Währungspolitik macht.

Höchst undemokratisch ist das davon abgesehen auch. Denn Ihre und meine Stimme ist bei diesen Fragen um zwei- bis dreistellige Faktoren weniger wert, als die Stimme eines Luxemburgers oder Zyprioten, der im EZB Rat durch seinen Notenbankchef vertreten wird.

Ich sagte es ja schon weiter oben, für mich persönlich steht das im diametralen Gegensatz zu den Interessen der Bürger des Landes, dem die Politiker ihren Eid geschworen haben.

Und wahrscheinlich können nur Deutsche so naiv sein zu glauben, dass sich all die anderen, denen man völlig ungerechtfertigte Stimmrechte eingeräumt hat, über Jahrzehnte nur mit Blümchen an der Hand fassen und diese Geste nie vergessen werden.

Nein, die anderen machen mit ihren Stimmen knallharte, eigene Interessenpolitik. Und keiner in der Politik thematisiert das ernsthaft und fordert die in jeder Hinsicht völlig berechtigten Stimmrechte für die Bundesbank ein. Da fehlen mir doch einfach die Worte.

Mittwoch 21.01.15 17:05 - 50% der Fakten

Ja liebe Mitglieder, es gibt kein direktes Dementi zu den aus dem EZB Direktorium durchgestochenen Informationen und der Markt steigt weiter. Wir können also davon ausgehen, dass die genannten Zahlen zum Volumen der EZB Programme im Wesentlichen richtig sind.

Weiterhin sagen die Meldungen von FT und WSJ, dass die Frage, ob das Risiko auf die individuellen Notenbanken übertragen wird, heftig in der EZB umkämpft ist. Italien und Irland äussern sich dagegen, ist jemand überrascht?

Da diese "Empfängerländer" die Mehrheit im Rat stellen, gibt es Anlass zur Befürchtung, dass auch dieses kleine "Zückerli" für die Deutschen kippt. Wie im Brennglas können wir also wieder sehen, was uns unsere Politiker damit eingebrockt haben, nicht auf den angemessenen Stimmrechten im Rat zu bestehen.

Schauen wir auf den Markt, können wir also heute schon beobachten, wie der Markt wohl morgen reagiert hätte, wenn die Nachricht bis morgen geheim geblieben wäre. Wenn man so will erleben wir gerade eine kleine Zeitmaschine. Denn der Markt bröselte heute wie erwartet abwärts und begann sich auf eine leichte Enttäuschung vorzubereiten, so wie ich das heute in meinem dominanten Szenario skizziert hatte.

Nun aber ist das Volumen höher als erwartet/befürchtet und das rechtfertigt die positive Reaktion. Auch dass Gold bei "Sell the News" erst einmal wieder etwas zurück kommt, ist kein bischen überraschend.

Was ich erstaunlich finde ist, dass mit Bekanntgabe dieser Information der S&P500 wieder zu Stärke fand und der DAX im Vergleich nicht so richtig in die Gänge kommt. Darauf kann ich mir noch keinen perfekten Reim machen, das ist aber hoch interessant und sagt etwas über die Geldströme aus.

Fazit:

Ein QE in Europa im Umfang von über einer Billion € kann man nun als beinahe Faktum hinnehmen. Nur die Details des Programms sind noch umkämpft.

Und den Markt scheint das gemessen an den Erwartungen zufrieden zu stellen und es gibt bisher keine massive Enttäuschungsreaktion. Nur stark einschränkende Details bei der Umsetzung, könnten und würden nun wohl noch enttäuschen.

In Summe finde ich diese Durchstechereien direkt aus dem EZB Direktorium ungeheuerlich. Und die Lecks zeigen, um wie viel es hier geht. Ich würde zu gerne wissen, wer das an Bloomberg durchgestochen hat und dann mal dessen Depots und Konten kontrollieren. Aber diese Macht habe ich nicht.

Schöne neue Welt!

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Gold und die Agnostiker

Im schnelllebigen Internet ist es leicht, allerlei daher zu schreiben, weil am Folgetag gilt in der Regel:
Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. 😉

Auch bei den diversen Analysen, die im Web zum Thema Börse zu finden sind, funktioniert dieses Prinzip. Da kann jemand permanent groben Unfug schreiben und permanent schon ein paar Tage später durch die Entwicklung widerlegt werden, aber wenn auch dieses blinde Huhn dann mal ein Korn findet, wird es sich dafür feiern lassen und alles andere ist schon längst vergessen.

Gerade die "Crash-Propheten" leben ja von diesem Prinzip, die sagen permanent irgend etwas Schreckliches voraus und liegen fast immer daneben. Aber irgendwann will es der Zufall halt, dass auch mal was eintrifft und dann können sie sich für die nächsten Jahre in den Medien als Guru und "der Mann der xyz vorher sagte" herum reichen lassen. Ziemlich lächerlich das, aber schönes Anschauungsmaterial, wie unsere menschliche Wahrnehmung funktioniert.

Ich will deshalb heute für den freien Bereich mal auf einen älteren Artikel zurück greifen, den ich schon vor einer Woche am Dienstag 13.01.15 09:10 in Hari Live bei Gold 1239 USD geschrieben habe. Das war noch vor der Aktion der SNB, ist aber in der Kernaussage auch eine Woche später unverändert gültig:

PS:

Übrigens, achten Sie unbedingt darauf, dass der aktuelle, massive Schub bei den Edelmetallen natürlich auch mit der Erwartung an die EZB korreliert, dass diese am Donnerstag ein QE in der Eurozone beginnt und den Euro massiv entwertet. Man sieht das leicht daran, wie viel stärker Gold in Euro aussieht, als in Dollar. Sollte die EZB diese nun massiv aufgebaute Erwartung aber am Donnerstag enttäuschen, wird das auch der Goldpreis deutlich spüren. Behalten Sie dieses Risiko also im Auge.

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Dienstag 13.01.15 09:10

Der Momentum-Sektor des Augenblicks scheinen die Edelmetalle zu sein. Gestern habe ich ja noch einmal über die Goldminen geschrieben, die den Ausbruch nun bestätigt haben. Das gestrige Trade-Setup ist nun perfekt angelaufen.

Aber schon seit letztem Herbst sind wir ja am Thema dran, weil wir das Szenario des "Rebounds aus dem Nichts" exakt auf dem Radar hatten, als endlich alle nur noch auf 1000 USD gestarrt haben und selbst die grössten Gold-Bugs sich mit einem weiteren Einbruch abgefunden hatten.

Ich erinnere unter anderem an den Artikel -> Ein massiver Wirkungstreffer der Bullen <-. Dadurch wurden den Bären ganz klar die Krallen gestutzt und seit dem ist auch kein nennenswertes Abwärtsmomentum mehr aufgekommen.

Aber schon im Oktober war im Artikel -> Der Weg des maximalen Schmerzes <- genau das Szenario auf unserem Radar, das nun eingetreten ist. So ist das halt ganz oft. Ein Abwärtstrend dauert so lange an, wie er noch nicht von allen akzeptiert ist. Wenn sich dann aber auch die letzten Zweifler in den Trend hinein schicken - und hier waren das die teilweise fast religiösen Gold-Bugs - dann dreht der Trend.

Heute nun scheint Gold auch über das Hoch vom 09.12.14 steigen zu wollen und bestätigt damit einen grundlegenden neuen Aufwärtstrend. Damit ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mal wieder einen Blick auf das grössere Bild richten sollte, wie ich diesen neuen Aufwärtstrend denn nun einordnen würde.

Denn klar ist, in den Augen der Gold-Bugs, ist das nun die "grosse Wende" und Gold 2000 USD und mehr sind nun unvermeidlich. Sie werden nicht erstaunt sein, dass ich mir da nicht so sicher bin. Was das Glauben angeht, bin ich sowieso eher ein Agnostiker. 😉

Schauen wir auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen sehen wir, dass erst ein Anstieg des Goldpreises über 1400 USD (zum grünen Stern), eine gross angelegte strukturelle Wende - und damit einen Wechsel in einen neuen jahrelangen Bullenmarkt - ernsthaft diskutierbar machen würde. Das ist zwar ein denkbares Szenario, da sind wir aber lange noch nicht:

XAUUSD 13.01.15

Anders herum deutet die Struktur der aktuellen Wendeformation (blaue Markierungen) aber auf ein Momentum hin, das bis ca. 1350 USD reichen könnte. Genau in diesem Bereich kommen auch zwei Trendlinien herein, insbesondere die, die den übergeordneten Abwärtstrend markiert. Denn erst ein Anstieg von Gold über das Hoch vom 10.07.14, könnte den erstmals ernsthaft in Frage stellen.

Fazit:

Die kurz- und mittelfristige Markttechnik der Edelmetalle und aller damit im Zusammenhang stehender Assets wie den Minen, ist nun klar bullisch. Da geht was und diese Bewegung dürfte mit guter Wahrscheinlichkeit auch nicht am Ende sein, sondern noch einiges Gewinnpotential in sich bergen.

Um eine grundlegende Wende bei den Edelmetallen auszurufen und einen neuen jahrelangen Bullenmarkt wieder ins Visier zu nehmen, ist es aber viel zu früh. Gerade in der Zone unter 1350 USD würde ich wieder vorsichtig werden, denn es ist keineswegs unmöglich, dass das aktuelle Geschehen nur eine Gegenbewegung im fortdauernden, übergeordneten Abwärtstrend ist.

Erst ein nachhaltige Bewegung von Gold über 1400 USD, würde das langfristige Bild nachhaltig in bullische Richtung verändern.

Aber das muss uns im Hier und Jetzt gar nicht interessieren, wir nehmen heute mit, was uns der Markt heute bietet. Und das ist ja bei den Edelmetallen eine ganze Menge!

Das ist ja das Schöne am Agnostizismus. Uns ist die Diskussion egal, ob es den Gott des gelben Metalls gibt (bullisch) oder nicht (bärisch). Weil wir wissen es sowieso nicht. Wir sind einfach im Hier und Jetzt glücklich. 😀

Ihr Hari

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Die EZB Rally oder: Der beste DAX heisst MDAX

In den letzten beiden Jahren gab es eine feste Grösse, auf die wir uns bei einer strategischen Asset Allokation zuverlässig verlassen konnten. Und das war die Tatsache, dass die US Indizes besser laufen, als die europäischen.

Das war ja auch kein Wunder, denn während die Konjunktur in den USA wieder Tritt fasste, woran billiges Gas seinen Anteil hatte, dümpelte Europa anämisch vor sich hin.

Verstärkt wurde der Effekt durch die Stärke des US Dollar, die die grossen Kapitalströme in die US Märkte zog. Denn wenn ich ein weltweit agierender Asset-Manager bin, dann wähle ich doch bevorzugt Märkte, bei denen schon alleine die Währungsentwicklung für Gewinne sorgen wird, völlig unabhängig von einer Kursentwicklung.

Wobei der Dollar und die Stärke der US Märkte ja ein bisschen wie das "Henne und Ei" Problem ist. Einerseits spielt die Zinserwartung an die Notenbank natürlich auch eine Rolle und die FED signalisiert ja, dass sie in 2015 die Zinsen wieder erhöhen will. Anderseits sorgt aber gerade eine starke Wirtschaft für eine harte Währung, Deutschland hat das ja in den Zeiten der Bundesbank (sie ruhe in Frieden - ich trauere ihr nach) immer wieder vorgemacht.

Insofern ist der starke Dollar nicht nur Auslöser für Kapitalströme, sondern er ist auch Folge der starken US Wirtschaft und letztlich haben wir es hier mit einer sich gegenseitig verstärkenden Wirkung wie in kommunizierenden Röhren zu tun.

Nun aber, mit dem Beginn von 2015, scheint sich eine Änderung dieser Überperformance der US Märkte anzudeuten. Zumindest ist das in den Charts klar zu sehen, die ich Ihnen nun zeigen will.

Schauen wir erst einmal auf den S&P500, der in 2015 wild schwingt und relativ richtungslos ist, mit der Gefahr eine Topbildung zu vollziehen:

S&P500 15.01.15 2

Zum Vergleich schauen wir auf den DAX, der das Dreieck schon nach oben verlassen hat und eine klar bullische Grundstruktur besitzt:

DAX 15.01.15 2

Wir sehen deutlich, wie viel besser der S&P500 in ganz 2014 gelaufen ist. Dort war ein klarer Aufwärtstrend, während der DAX richtungslos vor sich hin eierte.

Deutlich wird aber auch, ab wann sich ein Unterschied zu dieser Entwicklung andeutete: eigentlich erst ab Anfang 2015, nachdem klar wurde, dass die EZB tatsächlich ein Anleihenkaufprogramm starten wird.

Damit wird die EZB Sitzung am kommenden Donnerstag 22.01.15 zum extrem wichtigen Faktor für die Märkte. Denn der Markt hat offensichtlich schon einen "Buy the Rumor" Trade aufgelegt, der derzeit im vollen Gange ist.

Abhängig davon, was die EZB real macht, wird dieser Trade wieder in sich zusammen fallen oder, wir erleben den Start einer grundlegenden Änderung der Kapitalströme, dieses mal aus den US Indizes in die europäischen Märkte.

Die Chancen für Letzteres sind gar nicht schlecht, denn der starke Dollar entfaltet zunehmend seine Wirkung und macht der US Industrie das Leben nicht leichter, zumal nun durch den einbrechenden Ölpreis auch Sorgen um die Fracking-Industrie hinzu kommen.

Und der Fracking-Boom hat natürlich in der Vergangenheit massive Investitionen ausgelöst, von denen viele Industrieunternehmen wie General Electric (851144, GE) profitiert haben. Der absehbare Zusammenbruch dieser Industrie, hinterlässt nun eine Schleifspur bei den Zulieferern und Dienstleistern, auch die schwache Kursentwicklung von GE hat genau mit dieser Erwartung des Marktes zu tun.

Gleichzeitig sollte der schwache Euro die europäische Exportwirtschaft zunehmend stützen. Das ist sicher nur ein kurzfristiger Effekt, Währungsabwertungen haben noch nie zu einer starken Wirtschaft geführt und die US Industrie wird langfristig unter dem Druck des Dollar nur noch stärker und wettbewerbsfähiger werden. Mittelfristig, mit der Sicht auf Monate, ist das aber ein positiver Faktor für die europäischen Unternehmen und die Sicht auf die kommenden Monate ist ja die, die uns beim Handel an den Märkten besonders interessiert. Langfristig sind wir sowieso alle tot. 😉

Auf jeden Fall haben die europäischen Aktienmärkte sowieso eine Menge nachzuholen, die Erwartungen an eine positive Überraschung sind gering und gleichzeitig deuten aber makroökonomische Entwicklungen und die Politik der Notenbanken dahin, dass Europa die Chance hat zu überraschen.

Nun ist Mr. Market ja der beste Frühindikator den man sich vorstellen kann und deshalb ist es besonders interessant zu sehen, wo nun die stärksten Gewinne im "Buy the Rumor" Trade in die EZB hinein sind.

Da fällt mir einerseits der spanische Aktienindex IBEX35 ein, was kein Wunder ist, denn hier treffen die positiven Effekte eines möglichen Anleihenkaufprogramms auf schon vollzogene Strukturreformen, die im Gegensatz zum erstarrten Italien schon für sich alleine leichte Hoffnung für das Land machen.

Auffällig ist aber auch, dass der MDAX nun seit kurzer Zeit noch viel besser als der DAX aussieht und schon den Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen hat. Schauen wir auf das Chart und vergleichen wir das mit S&P500 und DAX oben, der Unterschied ist augenfällig!

MDAX 15.01.15

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Der MDAX ist industrielastiger als der DAX, Maschinenbau ist hier ein wichtiger Faktor. Damit schlägt hier der schwache Euro besonders stark zu und auch die niedrigen Ölpreise sind ein positiver Katalysator.

Es könnte für die kommenden Monate also Sinn machen, auf Europas Exportindustrie zu setzen. Und wenn man das tut, führt kein Weg am MDAX und seinen Unternehmen vorbei.

Damit das Wirklichkeit wird, muss die EZB aber nächsten Donnerstag erst einmal liefern. Ich glaube übrigens kein bisschen daran, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die prinzipiellen Erstarrungen in Europa überwinden kann. Das könnte nur eine andere Politik, als wir sie haben und langfristig macht es daher jede Menge Sinn, weiter auf die US Industrie zu setzen, die ungleich bessere Voraussetzungen hat.

Aber für eine ein paar Monate andauernde Hoffnungsrally an den europäischen Märkten, ist die aktuelle Ausgangslage auf jeden Fall gut und wenn die EZB liefert, wird es der Markt wie ein Drogensüchtiger erst einmal goutieren. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte.

Achja .... und dann war da ja noch Griechenland. Aber "Who cares"? Die Schulden liegen mittlerweile bei der öffentlichen Hand, also uns, den Steuerzahlern. Und wir werden dafür blechen, das war schon immer klar, allen Beteuerungen unserer politischen "Elite" zum Trotz. Den Markt interessiert das aber nur noch am Rande, wenn es nicht zu völlig unkontrolliertem Chaos, bei einem möglichen "Grexit" kommen sollte.

Aber selbst der "Grexit" wird wohl ein schöner Traum bleiben, die absurde Logik des "Zusammenhaltens um jeden Preis" feiert in der Eurozone immer noch Urstände. Und solange die, die das bezahlen müssen, nicht die sind, die die Entscheidungen treffen, wird das auch so bleiben. Mit dem Geld Dritter lässt sich immer besonders freigebig um sich werfen.

Vielleicht sollte die Eurozone sich aber mal an der Medizin orientieren, in der sogar wichtige Körperteile wie Finger und sogar ein Bein bei einer unkontrollierbaren Infektion amputiert werden, um den Hauptkörper zu retten. Und auch der Körper ist ein komplexes System, dessen Reaktionen nur schwer vorher zu sehen und bestenfalls mit Wahrscheinlichkeiten zu fassen sind. Man macht es aber trotzdem, zum Wohl des grossen Ganzen.

Ihr Hari

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Der DAX am Jahresende 2014: Ein schwieriges Jahr ist (fast) überstanden

Ein Gastkommentar von Tokay

Das Börsenjahr 2014 neigt sich dem Ende zu und so mancher „Normalanleger“ dürfte froh darüber sein, denn es war insgesamt ein schwieriges Anlagejahr, was nicht zuletzt den exogenen Schocks geschuldet ist(vor allem Krim/Ostukraine, Syrien/Irak). Gingen die Kurse einmal nach oben oder nach unten, so machten sie bald auf dem Absatz kehrt und tendierten wieder in die jeweilige Gegenrichtung. Ein günstiges Szenario für Range-Trader, aber ein ungünstiges Szenario für Trendfolger. Die Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer“ fällt einem da ein.

Das Jahresende stimmt nun aber etwas versöhnlicher. Wir haben hier die günstige Konstellation Wintersaison expansive Geldpolitik. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass eine solche Konstellation sich in den allermeisten Fällen positiv ausgewirkt hat, und dies zeigt sich erneut in diesem Jahr. „Don't fight the Year-End Rally“ könnte man dazu sagen. Denn seit Ende Oktober kennt der DAX praktisch nur noch eine Richtung: Nach oben. Die Banken haben am Jahresende 2013 im Durchschnitt einen DAX von etwas über 10.000 Punkten für Ende 2014 prognostiziert, und noch ist das Jahr ja nicht ganz vorbei. Aber komplett daneben scheinen sie diesmal nicht gelegen zu haben.

Das nahende Jahresende ist auch ein guter Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen, wie denn so die allgemeine Lage ist, und dafür bieten sich drei Betrachtungsebenen an: Die sehr langfristige, die etwas längerfristige und die mittel- bis kurzfristigere. Die ganz kurzfristige Betrachtung lassen wir hier außen vor, da sich dieser Artikel nicht explizit an Day Trader wendet.

Zuerst die sehr langfristige Betrachtung. Schauen wir uns dazu das folgende Chart an, es zeigt die DAX-Wochendaten seit Oktober 1959:

Diagramm 1

Der DAX ist seither im Jahresdurchschnitt um etwa 6 ½ Prozent angestiegen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Jahresgewinne um etwa zwei bis drei Prozent langfristig ansteigen – zumindest war das in der Vergangenheit so – wenn wir davon ausgehen, dass die Preise im Durchschnitt um etwa zwei Prozent ansteigen, wenn wir ferner von einer Dividendenrendite zwischen zwei und drei Prozent ausgehen, dann liegen wir ungefähr im Bereich dessen, was erwartet werden kann. Man kann sich natürlich mit Recht fragen, ob diese Prämissen längerfristig haltbar sind, aber das würde den Rahmen der heutigen Betrachtung sprengen.

Der exponentielle Trend gibt die genannte Entwicklung wieder und schreibt ihn fort. Vergleichen wir damit die tatsächliche Entwicklung des DAX, so erkennen wir, dass zahlreiche längerfristigen Bewegungen vom Gleichgewicht weg- und auch wieder hingeführt haben. Die mit Pfeilen markierten Bewegungen haben zum Gleichgewicht hingeführt. So die Stagnation in den sechziger Jahren, so die Hausse in der längsten Zeit der achtziger Jahre, so die scharfen Rückgänge wie auch die Anstiege seit Anfang 2000.

Gegenwärtig bewegen wir uns etwas vom Gleichgewicht nach oben weg, was aber im Moment nicht besorgniserregend ist. Denn solche Bewegungen können durchaus länger andauern und vor allem, das Ende einer solchen Aufwärtsbewegung geht oftmals einher mit einer allgemeinen Aktieneuphorie. Die haben wir zurzeit nicht. Viele Vermögensbesitzer sind, was Aktien anlangt, völlig unterinvestiert. Das Kapital liegt auf Sparkonten oder steckt in Immobilien. Schlussfolgerung also: Die jetzige Entwicklung dürfte langfristig gesehen wahrscheinlich noch geraume Zeit weitergehen.

Kommen wir zur etwas längerfristigen Entwicklung, auch hierzu haben wir ein Chart:

Diagramm 2

Wir erkennen, dass die seit Herbst 2011 andauernde Aufwärtsbewegung ABC im Juli 2014 gebrochen wurde. Seither gab es eine volatile Korrekturbewegung EF. Diese Bewegung wurde in diesem November(mehr dazu später) bei Punkt F gebrochen. Die Korrektur kann damit als abgeschlossen betrachtet werden, dies umso mehr, als die Einflussfaktoren Wintersaison und monetäre Expansion sich günstig auf den Markt auswirken.

Schaut man weiter Richtung 2015, dann ist eine Bewegung im Intervall zwischen 8750 und 11750 DAX-Punkten auszumachen. Das vergangene Jahr mit seinen zahlreichen exogenen Schocks hat gezeigt, wie schwer die tatsächliche Entwicklung vorherzusehen ist, nämlich praktisch gar nicht. Relativ an wahrscheinlichsten erscheint eine Bewegung hin zum oberen Rand des genannten Bereichs. Das hieße: Weiterhin positive Entwicklung zumindest in den kommenden Monaten. Man wird abwarten müssen, wie die in Aussicht stehenden Maßnahmen der EZB bezüglich der Staatsanleihekäufe sich auswirken werden. Diese Maßnahmen stimulieren den Aktienmarkt per se zweifelsohne, aber die Frage ist natürlich schon, ob dies auf Dauer so sein wird oder die Wirkung dieser Maßnahmen nicht irgendwann abstumpft. Professor Sinn sagte vergangene Woche in einem Interview zur EZB-Politik sinngemäß, die EZB dürfe nicht nur Schmerzmittel verabreichen, auch die notwendigen Operationen müssten von Seiten der Staaten des Eurosystems angegangen werden.

Kommen wir abschließend zur mittel- bzw. kürzerfristigen Betrachtung:

Diagramm 3

Hier genügen eigentlich zwei Linien, um die Lage zu charakterisieren:

Der Abwärtstrend ABC wurde am 21. November unter sehr hohem Volumen gebrochen. Zugleich hat der DAX die 200-Tage-Linie unter hoher Dynamik nach oben durchschnitten. Der 21. November markiert damit die Wasserscheide zwischen Korrektur und Wiederaufnahme des Bullenmarktes.

Zugleich wurde gestern Abend die 10.000er Marke nach oben durchbrochen(Punkt D). Wir werden in den kommenden Handelstagen sehen, ob das Durchbrechen dieser Marke Bestand hat oder der DAX erst einmal eine kleine Pause einlegt. In „Hari Live“ werden wir dies in großer Ausführlichkeit verfolgen können.

Tokay

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Tokay’s DAX-Betrachtung: Wochen der Entscheidung stehen bevor

Ein Gastkommentar von Tokay

In den letzten Tagen herrscht wieder einmal Unruhe an den Aktienmärkten und so fragt man sich, ob die in den USA seit 2009 währende Hausse und ob die am deutschen Markt erneut seit September 2011 zu beobachtende Hausse nunmehr zu Ende geht.

Befassen wir uns heute wieder einmal mit dem DAX als dem deutschen Leitindex. Hier sehen wir in der nachfolgenden Abbildung zwei(eigentlich vier) Linien, die die Entwicklung charakterisieren:

  • Linie ABC kennzeichnet die Untergrenze der Aufwärtsentwicklung, welche Anfang August bei Punkt C fürs erste gebrochen wurde;
  • Die Aufwärtsentwicklung war nach oben durch die Linie DE begrenzt, sie prallte bei Punkt E ab und wir haben seither eine Konsolidierungsbewegung Richtung DAX 9500. Dort befindet sich zugleich auch der Jahresendpunkt der exponentiellen Regression.

Grafik 01.10.14

Hier sind zwei denkbare bzw. wahrscheinliche Verläufe:

  • Der DAX durchbricht die Marke 9750 nachhaltig nach oben; dann wäre das ursprünglich anvisierte Jahresendziel von einem DAX 10500 doch noch erreichbar. Dazu müsste sich allerdings die derzeitige negative Grundstimmung verflüchtigen, was zumindest derzeit noch nicht zu sehen ist. Es müsste also die EZB mit ihrem Chefdirigenten Mario Draghi wieder einmal ran, Stichwort Anleihekäufe.
  • Andererseits befinden wir uns sehr knapp nach wie vor unter der 200-Tage-Linie, welche nach herkömmlicher Lesart die Wasserscheide zwischen Bullen- und Bärenmarkt darstellt. Noch hält die exponentielle Trendfunktion bei etwa 9250 Punkten, Würde diese nachhaltig unterschritten,dann stünden die Zeichen auf Baisse, und dann könnte man ziemlich dynamisch nach unten Richtung 7000 Punkte rauschen.

Wir sehen also, die kritischen Marken liegen recht nahe beieinander. Die Entwicklung steht somit buchstäblich auf des Messers Schneide.

Dennoch bin ich letztlich positiv gestimmt für den restlichen Verlauf des Jahres. Die makroökonomischen Indikatoren geben letztlich grünes Licht. Der ominöse St. Leger's Day ist ebenfalls überstanden. Die Ereignisse im Nahen Osten, so furchtbar sie auch sind, haben keinen Anstieg der Ölpreise bewirkt. Ganz im Gegenteil herrscht dort zurzeit Überangebot. Allerdings kann es durch die dortige Entwicklung dazu kommen, dass der Risk-Off-Modus das dominierende Szenario wird bzw. bleibt. Dies würde die Konsumenten und Investoren in den westlichen Ländern nachhaltig verunsichern. Ein Erreichen der ursprünglich anvisierten 10500er Marke ist aber nach wie vor möglich, wenn nicht sogar noch mehr. Anleihen sind jedoch sündhaft teuer, der US-Dollar auch – da könnte für Aktien noch etwas gehen. In ein paar Wochen werden wir es wissen.

Tokay

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