Marktupdate – 03.11.12 – Gold und Silber im Zeichen der US Wahl

Guten Morgen allerseits, wie Sie sehen bin ich auch Samstags früh aktiv und möchte mich zu Gold und Silber äussern. 😉

Ja das war wirklich ein komischer und denkwürdiger Börsen-Tag gestern. Der Abverkauf der frühen Gewinne der Indizes aus den Arbeitsmarktdaten und der damit verbundene Gapfill war ja noch normal. Der brutale Abverkauf im Bereich Energie und Edelmetalle, kam in seinem Umfang dann aber sehr überraschend. Auch für mich.

Aber solche Tage gibt es und jeder - wirklich jeder, egal wie erfahren - kann von Mr. Market auf dem falschen Fuss erwischt werden. Der Unterschied ist eher, wie man damit umgeht, ob man als letzter auch noch in Panik verkauft oder das grosse Bild nicht vergisst. Und ob man die Chancen sehen kann, die in so einem "Wash-Out" liegen.

Was gestern im Markt im Bereich Energie und Edelmetalle passiert ist, kam auf jeden Fall auch für viele Pros der Wallstreet überraschend. Das war tatsächlich zunächst merkwürdig. Ich habe die Diskussionen in den amerikanischen Boards nach Handelsschluss noch intensiv verfolgt.

Die einen sagen, das war schlicht Vorsicht und "Risk Off" vor der Wahl am Dienstag und der Employment-Report war dafür die Entschuldigung. Mir ist das etwas zu einfach. Interessanter finde ich das andere Erklärungsmuster:

Nach der Theorie war der Employment-Report schon der Auslöser, aber vor allem deshalb, weil er von der Obama-Administration "aufgehübscht" wurde, um bei der Wahl gut auszusehen. Dieser (zu) gute Report hat den Dollar überraschend aufwerten lassen und was wir dann bei Energie und den Edelmetallen erlebt haben, war dann die logische Konsequenz auf die unerwartete Dollar-Stärke. Insbesondere verbunden mit den neuen Aussagen von FED-Mitgliedern, die ich im letzten Artikel ja schon thematisiert hatte, erzeugte dieser Report massiven Druck auf die Edelmetalle.

Nun kam bei den Edelmetallen die Sondersituation dazu, dass wir nach jeder mir bekannten technischen Betrachtung den Boden (den SwingLow) schon drin hatten. Was dazu führte, das in dem Bereich (bei den Tiefstständen vom 24.10.) jede Menge Stops lagen. Als Gold dann plötzlich doch die 1700 erneut testete, passierte bei fast allen Marktteilnehmern das, was auch wir hier gestern am eigenen Leib erlebt haben. Alle versuchten hektisch mit der Situation umzugehen, Stops wurden gezogen etc. Am Ende ist das Gleiche bei den Minen passiert, der GDX hat ja am Ende auch noch ein neues Tief generiert und jede Menge Stops wurden gezogen.

Wenn diese Theorie des starken Dollars richtig ist, dann ist der Markt nun aber bereinigt und der Verkaufsdruck bei den PMs sollte nun abebben. Ich habe dazu einen sehr von sich selbst überzeugten Artikel unter der Überschrift "Time to buy, buy, buy" gefunden, den ich Ihnen zum Lesen empfehle und dessen Kernaussagen sich mit meiner Marktsicht auf Energie und die Edelmetalle decken, auch wenn ich mir nicht so einseitig 100% sicher bin, wie es der Artikel vermittelt. Mir fehlt im Artikel die "Romney-Wildcard".

Womit wir wieder beim Unterschied zwischen einem Anfänger und einem erfahrenen Marktteilnehmer sind, der sich gerade im Verhalten in Unsicherheit zeigt. Der Anfänger gerät nun in Panik und verkauft - wahrscheinlich genau auf dem Tief. Der Pro sieht die grosse Chance, die in so einem überraschenden "Wash-Out" wie gestern liegt.

Die Chance zu sehen, darf man aber nicht mit mangelnder Vorsicht und Demut vor den Volten Mr. Markets verwechseln. Auch ich bin nun wieder mit Stops drin. Und die Stops die ich nun habe, werde ich definitiv nicht mehr verschieben, sondern hart respektieren. Ich werde die konkreten Marken jetzt hier nicht nennen, aber wer meinen Kommentaren gefolgt ist, weiss nun wie ich die Lage sehe:

(1) Ich halte es immer noch für weit wahrscheinlicher, dass eine grosse Long-Chance vor uns liegt, die ich nicht verpassen will. Meine Überzeugung ist nach diesem "Wash-Out" sogar noch grösser geworden.

(2) Ich gebe dem Trade nun etwas zum atmen, um bei weiterer Schwäche am Montag nicht gleich rauszufliegen. Ich nehme damit bewusst in Kauf, mit ein paar Prozent Verlust aussteigen zu müssen.

(3) Mir ist bewusst, dass ein überraschender Sieg von Romney am Dienstag/Mittwoch die berühmte Wildcard ist, die alle obigen Überlegungen invalidiert. Denn ein Sieg Romneys dürfte aufgrund der damit verbundenen Spekulationen um eine (wieder) straffere Geldpolitik die Edelmetalle massiv treffen. Weitere 10% Minus sind dann locker drin, wenn Helikopter-Ben seinen Job verliert.

(4) Schwäche über die Wahl hinaus, werde ich daher bei den PMs nicht mehr tolerieren. Die jetzt gesetzten Stops werde ich also hart respektieren.

(5) Sollten wir aber nun nach diesem "Wash-Out" und nach der Wahl dynamisch nach oben drehen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der Start einer sehr starken Bewegung, die mindestens bis Jahresende andauern dürfte. Und aus der ich auf keinen Fall zu früh aussteigen werde, sondern die Gewinne dann laufen lasse.

So weit meine Strategie für nächste Woche in Sachen Edelmetalle. Es wird sehr spannend !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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