Gewinn-Illusion und Euro Währungscrash!

Aufgrund der Dramatik der Entwicklung, will ich auch mit wenigen Sätzen im freien Bereich auf einen wichtigen Umstand hinweisen, der im Moment viel zu kurz kommt. Im Premium-Bereich sprechen wir intensiv über das Thema und die Konsequenzen für unsere Anlagen.

Im Moment sind alle davon geblendet, wie "toll" der DAX nun gerade 10.700 touchiert hat und in Ihren Depots, die Sie in Euro führen, sehen Sie ein Meer an Grün. Und Sie denken, Sie hätten "Gewinne" gemacht.

Haben Sie aber in weiten Teilen nicht! Statt dessen ist etwas ganz anderes passiert. Der Euro hat in den letzten 24 Stunden gegenüber den meisten Weltwährungen crashartig ca. 4% abgewertet. So auch zum Dollar, das Chart zeige ich Ihnen hier nun:

EURUSD 23.01.15

Die Bewegung des DAX im selben Zeitraum um 400 Punkte nach oben - was kaum überraschend ca. 4% entspricht - ist also bezogen auf eine hypothetische "Weltwährung" keinerlei Gewinn, sondern einfach nur die andere Seite der Währungsabwertung!

Sie sind damit auch nicht wirklich "reicher" geworden, können als Aktienbesitzer aber wenigstens feststellen, dass die Kaufkraft Ihres Vermögens durch den Besitz von Sachwerten objektiv erhalten wurde.

Alle Ihre Rentenversicherungs-Ansprüche, Ihre Lebensversicherungen und Ihr Cash auf dem Konto, wurde aber in den letzten 24 Stunden aus Sicht eines weltweiten Währungskorbes um sage und schreibe 4% entwertet! Sobald Sie also die Eurozone verlassen oder Waren aus der Welt beziehen, können Sie sich für Ihr Vermögen 4% weniger kaufen.

Vergessen Sie das nie, wenn Ihnen die vielen grünen Prozentzahlen im Depot nun Gewinne vorgaukeln, wo in dieser Form gar kein sind. Mario Draghi hat uns hier nicht reicher gemacht, sondern ärmer!

Übrigens noch etwas. Wenn Sie nun Charts in Euro anschauen, die sich auf Assets ausserhalb der Eurozone beziehen, können Sie kurzfristig auch das vergessen. Denn diese Charts sind nun völlig verzerrt. Da gucken uns Ausbrüche und Reversals an, die in der Realität nicht existieren.

Denn denken Sie unbedingt daran: Selbst wenn es jetzt in den letzten 24 Stunden gar keinen Handel in den US gegeben hätte, wenn also die objektiven Kurse der US Aktien völlig unverändert wären, würde es bei Betrachtung aus der Sicht des Euros so aussehen, als ob die Aktien 4% gewonnen hätten. Chartstrukturen aber, die nicht auf realem Handel mit Angebot und Nachfrage beruhen, sind einfach nur nette, bunte Linien!

Fazit:

Die Zeiten stabiler Währungen sind wohl vorbei. Und es hat in der Geschichte meines Wissens noch keinen Fall gegeben, in dem eine Weichwährung zum Wohlstand der Bevölkerung geführt hätte.

Richten wir also unseren "Dank" an Mario Draghi und seine Unterstützer, die das möglich machen. Und insbesondere an unsere naiven Politiker, die Stimmengewichte im EZB Rat zugelassen haben, die in jeder Hinsicht eine Frechheit sind und das gestrige Geschehen erst ermöglichen. Ich verweise auf meinen Post von gestern, in dem das Thema addressiert ist.

Wir müssen nun lernen, in den Kategorien einer Weichwährung zu denken. Die Schere im Kopf, dass vermeintliche Gewinne im Depot in Wirklichkeit keine sind, ist dabei nur der erste Schritt in eine Welt hinein, die ich nie betreten wollte.

Taktisch gesehen, hat diese Bewegung alle Ingredienzien einer kurzfristigen Übertreibung und ein böser "Snapper" kann nun jeden Moment um die Ecke kommen und den Euro heben und den DAX damit wieder zurück fallen lassen.

Mittelfristig gesehen, ist der "Race to the Bottom" weltweit im vollen Gange und ich wäre nicht überrascht, wenn jetzt bald auch die FED wieder zuckt, die einen zu starken Dollar auch nicht zulassen kann. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie dieses Spiel endet ....

Ihr Hari

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Die EZB Rally oder: Der beste DAX heisst MDAX

In den letzten beiden Jahren gab es eine feste Grösse, auf die wir uns bei einer strategischen Asset Allokation zuverlässig verlassen konnten. Und das war die Tatsache, dass die US Indizes besser laufen, als die europäischen.

Das war ja auch kein Wunder, denn während die Konjunktur in den USA wieder Tritt fasste, woran billiges Gas seinen Anteil hatte, dümpelte Europa anämisch vor sich hin.

Verstärkt wurde der Effekt durch die Stärke des US Dollar, die die grossen Kapitalströme in die US Märkte zog. Denn wenn ich ein weltweit agierender Asset-Manager bin, dann wähle ich doch bevorzugt Märkte, bei denen schon alleine die Währungsentwicklung für Gewinne sorgen wird, völlig unabhängig von einer Kursentwicklung.

Wobei der Dollar und die Stärke der US Märkte ja ein bisschen wie das "Henne und Ei" Problem ist. Einerseits spielt die Zinserwartung an die Notenbank natürlich auch eine Rolle und die FED signalisiert ja, dass sie in 2015 die Zinsen wieder erhöhen will. Anderseits sorgt aber gerade eine starke Wirtschaft für eine harte Währung, Deutschland hat das ja in den Zeiten der Bundesbank (sie ruhe in Frieden - ich trauere ihr nach) immer wieder vorgemacht.

Insofern ist der starke Dollar nicht nur Auslöser für Kapitalströme, sondern er ist auch Folge der starken US Wirtschaft und letztlich haben wir es hier mit einer sich gegenseitig verstärkenden Wirkung wie in kommunizierenden Röhren zu tun.

Nun aber, mit dem Beginn von 2015, scheint sich eine Änderung dieser Überperformance der US Märkte anzudeuten. Zumindest ist das in den Charts klar zu sehen, die ich Ihnen nun zeigen will.

Schauen wir erst einmal auf den S&P500, der in 2015 wild schwingt und relativ richtungslos ist, mit der Gefahr eine Topbildung zu vollziehen:

S&P500 15.01.15 2

Zum Vergleich schauen wir auf den DAX, der das Dreieck schon nach oben verlassen hat und eine klar bullische Grundstruktur besitzt:

DAX 15.01.15 2

Wir sehen deutlich, wie viel besser der S&P500 in ganz 2014 gelaufen ist. Dort war ein klarer Aufwärtstrend, während der DAX richtungslos vor sich hin eierte.

Deutlich wird aber auch, ab wann sich ein Unterschied zu dieser Entwicklung andeutete: eigentlich erst ab Anfang 2015, nachdem klar wurde, dass die EZB tatsächlich ein Anleihenkaufprogramm starten wird.

Damit wird die EZB Sitzung am kommenden Donnerstag 22.01.15 zum extrem wichtigen Faktor für die Märkte. Denn der Markt hat offensichtlich schon einen "Buy the Rumor" Trade aufgelegt, der derzeit im vollen Gange ist.

Abhängig davon, was die EZB real macht, wird dieser Trade wieder in sich zusammen fallen oder, wir erleben den Start einer grundlegenden Änderung der Kapitalströme, dieses mal aus den US Indizes in die europäischen Märkte.

Die Chancen für Letzteres sind gar nicht schlecht, denn der starke Dollar entfaltet zunehmend seine Wirkung und macht der US Industrie das Leben nicht leichter, zumal nun durch den einbrechenden Ölpreis auch Sorgen um die Fracking-Industrie hinzu kommen.

Und der Fracking-Boom hat natürlich in der Vergangenheit massive Investitionen ausgelöst, von denen viele Industrieunternehmen wie General Electric (851144, GE) profitiert haben. Der absehbare Zusammenbruch dieser Industrie, hinterlässt nun eine Schleifspur bei den Zulieferern und Dienstleistern, auch die schwache Kursentwicklung von GE hat genau mit dieser Erwartung des Marktes zu tun.

Gleichzeitig sollte der schwache Euro die europäische Exportwirtschaft zunehmend stützen. Das ist sicher nur ein kurzfristiger Effekt, Währungsabwertungen haben noch nie zu einer starken Wirtschaft geführt und die US Industrie wird langfristig unter dem Druck des Dollar nur noch stärker und wettbewerbsfähiger werden. Mittelfristig, mit der Sicht auf Monate, ist das aber ein positiver Faktor für die europäischen Unternehmen und die Sicht auf die kommenden Monate ist ja die, die uns beim Handel an den Märkten besonders interessiert. Langfristig sind wir sowieso alle tot. 😉

Auf jeden Fall haben die europäischen Aktienmärkte sowieso eine Menge nachzuholen, die Erwartungen an eine positive Überraschung sind gering und gleichzeitig deuten aber makroökonomische Entwicklungen und die Politik der Notenbanken dahin, dass Europa die Chance hat zu überraschen.

Nun ist Mr. Market ja der beste Frühindikator den man sich vorstellen kann und deshalb ist es besonders interessant zu sehen, wo nun die stärksten Gewinne im "Buy the Rumor" Trade in die EZB hinein sind.

Da fällt mir einerseits der spanische Aktienindex IBEX35 ein, was kein Wunder ist, denn hier treffen die positiven Effekte eines möglichen Anleihenkaufprogramms auf schon vollzogene Strukturreformen, die im Gegensatz zum erstarrten Italien schon für sich alleine leichte Hoffnung für das Land machen.

Auffällig ist aber auch, dass der MDAX nun seit kurzer Zeit noch viel besser als der DAX aussieht und schon den Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen hat. Schauen wir auf das Chart und vergleichen wir das mit S&P500 und DAX oben, der Unterschied ist augenfällig!

MDAX 15.01.15

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Der MDAX ist industrielastiger als der DAX, Maschinenbau ist hier ein wichtiger Faktor. Damit schlägt hier der schwache Euro besonders stark zu und auch die niedrigen Ölpreise sind ein positiver Katalysator.

Es könnte für die kommenden Monate also Sinn machen, auf Europas Exportindustrie zu setzen. Und wenn man das tut, führt kein Weg am MDAX und seinen Unternehmen vorbei.

Damit das Wirklichkeit wird, muss die EZB aber nächsten Donnerstag erst einmal liefern. Ich glaube übrigens kein bisschen daran, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die prinzipiellen Erstarrungen in Europa überwinden kann. Das könnte nur eine andere Politik, als wir sie haben und langfristig macht es daher jede Menge Sinn, weiter auf die US Industrie zu setzen, die ungleich bessere Voraussetzungen hat.

Aber für eine ein paar Monate andauernde Hoffnungsrally an den europäischen Märkten, ist die aktuelle Ausgangslage auf jeden Fall gut und wenn die EZB liefert, wird es der Markt wie ein Drogensüchtiger erst einmal goutieren. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte.

Achja .... und dann war da ja noch Griechenland. Aber "Who cares"? Die Schulden liegen mittlerweile bei der öffentlichen Hand, also uns, den Steuerzahlern. Und wir werden dafür blechen, das war schon immer klar, allen Beteuerungen unserer politischen "Elite" zum Trotz. Den Markt interessiert das aber nur noch am Rande, wenn es nicht zu völlig unkontrolliertem Chaos, bei einem möglichen "Grexit" kommen sollte.

Aber selbst der "Grexit" wird wohl ein schöner Traum bleiben, die absurde Logik des "Zusammenhaltens um jeden Preis" feiert in der Eurozone immer noch Urstände. Und solange die, die das bezahlen müssen, nicht die sind, die die Entscheidungen treffen, wird das auch so bleiben. Mit dem Geld Dritter lässt sich immer besonders freigebig um sich werfen.

Vielleicht sollte die Eurozone sich aber mal an der Medizin orientieren, in der sogar wichtige Körperteile wie Finger und sogar ein Bein bei einer unkontrollierbaren Infektion amputiert werden, um den Hauptkörper zu retten. Und auch der Körper ist ein komplexes System, dessen Reaktionen nur schwer vorher zu sehen und bestenfalls mit Wahrscheinlichkeiten zu fassen sind. Man macht es aber trotzdem, zum Wohl des grossen Ganzen.

Ihr Hari

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JPYUSD – Der Yen Carry Trade gibt den Weg vor

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 12.11.14 09:40 in Hari Live

Treue Leser wissen von meinen diversen Beiträgen, welche zentrale Bedeutung der Carry Trade im japanischen Yen für die weltweiten Aktienmärkte hat. Denn dort wird die additive Liquidität geboren, die dann in die diversen "Risk On" Assets fliesst.

Diesen Mechanismus kann ich Ihnen nun besonders eindrucksvoll zeigen. Gleichzeitig wirft das Chart des Yen in USD aber Fragen auf, ob wir vor einer erneuten Korrekturphase an den Märkten stehen:

JPYUSD 12.11.14

Sie sehen im Chart, wie der Yen durch die Geldflutungspolitik der japanischen Notenbank nach unten geprügelt wurde. Sie sehen aber auch, wie die massive Oktober-Korrektur der Aktienmärkte punktgenau mit einer Phase des starken Yens zusammen fiel. Das ist definitiv *kein* Zufall!

Sie sehen auch, wie der 15.10. nicht nur den Wendepunkt bei JPYUSD, sondern auch in den breiten Aktienmärkten bedeutete.

Und Sie sehen, wie der folgende unwirkliche Anstieg an den Aktienmärkten, eins zu eins mit einem brutalen Abverkauf im Yen korrelierte. Auch das ist kein Zufall, sondern Ergebnis des Carry Trades.

Nun scheint dieser Abwärtsschub aber erst einmal vorbei zu sein und in Japan stehen Neuwahlen an, die zumindest bis zur Wahl, im Markt ein paar Fragezeichen aufwerfen könnten.

Im JPYUSD gibt es zwar noch keine belastbare Wendeformation und in sofern ist es noch zu früh, eine Wende auszurufen. Aber zumindest hat das aktuelle Geschehen grosse Ähnlichkeit mit dem Auslaufen des Abwärtsmomentums im September.

Sicher kann es von hier weiter runter gehen, noch ist JPYUSD ein fallendes Messer. Die Chancen für eine temporäre Wende sind aber da und was das für die Märkte bedeutet, können wir im Oktober bewundern.

Wir tun also gut daran, JPYUSD genau im Auge zu behalten. Wenn sich hier eine Wendeformation formt, ist das ein klares Signal für die Aktienmärkte Risiko heraus zu nehmen und sich auf unruhiges Fahrwasser einzurichten.

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Euro und Dollar EURUSD – Race to the Bottom

Der folgende Artikel erschien schon Freitag 24.10.14 12:00 in Hari Live

Ein Blick auf das EURUSD Währungspaar, das ja für uns massive Implikationen bei allen Asset-Klassen hat, offenbart im Tageschart eine Struktur, die für mich eher für eine bärische Konsolidierung im fortlaufenden Abwärtstrend spricht:

EURUSD t 14.10.14

Wenn das so passiert, wird von dem Moment an, wo EURUSD aus dem Dreieck heraus fällt, auch der Druck auf den Goldpreis wieder steigen, womit das hier zuletzt gezeigte Szenario eines Tauchers unter 1180 USD schnell auf den Radar kommt.

Damit eine echte Wendeformation entsteht und man einen weiter fallenden Euro erst einmal von der Agenda nehmen kann, müsste EURUSD nun schnell über 1,30 steigen. Das würde das Gesamtbild deutlich ändern, davon gehe ich aber eher nicht aus.

Wenn es aber weiter runter geht, könnte EURUSD erst oberhalb 1,20 dann wieder eine Unterstützung finden, deren Bedeutung im Wochenchart schnell deutlich wird:

EURUSD 24.10.14

Sollte diese aber auch nicht halten und aufgrund Disparitäten in der Notenbank-Politik (EZB expansiv, FED bremsend) auch die 1,20 fallen, eröffnet sich ein bedeutender, freier Raum, in dem EURUSD schnell auf Parität zum Dollar fallen könnte, wie man im Monatschart sieht, das bis in die 80er Jahre zurück geht:

EURUSD m 24.10.14

Ob das so kommt ist für mich allerdings zweifelhaft, da wir ja schon jetzt gesehen haben, dass die FED eine zu starke Aufwertung des Dollars nicht zulassen will, weil das Ihrer Strategie des Anschubs des Wachstum in den US zuwider läuft.

Der "Race to the Bottom" der weltweiten Währungen ist also im vollen Gange und das spricht dafür, dass EURUSD dann um 1,20 erst einmal einen längerfristig validen Boden finde.

Für die europäischen Aktien ist das insofern wichtig, als wir solange von einer fortdauernden Unterperformance der europäischen Aktienmärkte ausgehen müssen, wie sich keine Stabilisierung bei EURUSD abzeichnet. Denn solange gibt es keinen guten Grund für Asset-Manager an der Wallstreet, das Kapital in Assets zu schieben, bei denen eine Entwertung durch Währungsverfall zu erwarten ist.

Sobald diese Stabilisierung aber da ist, wird sich die Wahrnehmung des Marktes ins Gegenteil kehren und man wird den kurzfristig positiven Effekt auf die europäische Wirtschaft, durch erhöhte preisliche Wettbewerbsfähigkeit in den Fokus rücken. Insofern ist die Zeit für die europäischen Märkte vielleicht dann gekommen, wenn diese Stabilisierung eintritt.

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Gold und der Weg des maximalen Schmerzes

Der folgende Artikel erschien schon gestern Montag 06.10.14 09:40 in Hari Live

Gold hat in USD nun heute Nacht endlich das getan, was schon länger absehbar war: die Tiefs bei 1180 USD wurden erneut getestet:

Gold 06.10.14

Damit ist ein temporärer Bounce nun höchst wahrscheinlich geworden. In Summe erleben wir nun seit Monaten, wie Gold sich exakt so bewegt, wie wir das schon seit Anfang des Jahres hier als grossen "Gameplan" mehrfach skizziert haben.

Zu klar war einfach die zu positive Erwartung der Gold-Bugs, die aus reiner Hoffnung heraus, auf einen Rebound gesetzt haben und unbedingt eine Umkehrformation sehen wollten, wo in Wirklichkeit ein grosses fallendes Dreieck war, das nach Auflösung nach unten schrie.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Artikel -> Gold zwischen Mythen und Propaganda <-, der auch Links zu den anderen Artikeln zum Thema hat.

Nun ändert sich der mediale Konsens am Markt aber merkbar, die diversen Börsenbriefe der „Gold-Bugs“ schwenken um und selbst die härtesten Gold-Bullen, nehmen nun einen Absturz bis 1000 USD ins Visier - zu deutlich ist einfach die aktuelle Schwäche, als dass man da noch gegen an schreiben kann. Natürlich wird der Absturz auf 1000 USD mit dem „Twist“ versehen, dass das dann der finale Absturz sei, aber der Konsens richtet seinen Blick nun klar nach unten und das Sentiment ist sauer wie selten.

Und damit kommt nun wieder die Reflexivität zum Tragen und wir, die wir diese Mechanismen verstehen, tun nun gut daran, uns auch andere Alternativ-Szenarien zu durchdenken, als den Absturz auf 1000 USD, den wir schon so lange auf dem Radar haben.

Sie wissen in diesem Zusammenhang, dass ich ein Freund der Theorie vom „Weg des maximalen Schmerzes“ bin, dem Weg, den der Markt systemimmanent gerne nimmt. Man könnte es auch schlichter den Weg des geringsten Widerstandes nennen, weil das der Weg ist, auf dem niemand positioniert ist und damit Widerstand leisten kann. Ein Weg, den niemand auf der Rechnung hat, ist aber auch ein Weg voller Schmerz für die Marktteilnehmer.

Gerade bei Gold, ist die Tendenz diesen Weg zu nehmen besonders ausgeprägt, weil bedingt durch die Struktur der COMEX und die Möglichkeit dort ohne physische Hinterlegung gehebelt zu handeln, der Goldpreis von den ganz grossen Jungs beliebig hin und her geschickt werden kann. Da bietet es sich doch geradezu an, die normalen Anleger mal wieder abzufischen und erneut auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Und wie würde so ein mögliches Szenario des maximalen Schmerzes nun aussehen?

Nun, es würde nach einem anämischen Bounce, der sich nun anschliessen könnte, einen Einbruch unter 1180 erfordern. Dieser Einbruch würde dann die letzten Gold-Bullen demoralisieren und der ganze Markt würde auf die 1000 USD starren. Wenn dann, irgendwo zwischen 1100 und 1150 USD, ein Rebound orchestriert wird, dürfte das den gesamten Markt auf dem falschen Fuss erwischen und zu einem brutalen Short-Squeeze führen:

Gold 06.10.14 2

Bedenken Sie aber bitte, das ist nur ein Szenario unter vielen. Aber eines das ebenso Sinn macht, wie der Einbruch bis 1000 USD. Und bedenken Sie bitte, dass Gold in diesem Szenario unbedingt einen schwächeren Dollar für den Rebound braucht. Aber auch aus dieser Sicht könnte das Szenario vom Timing her Sinn machen, denn wenn nach einer kurzen Gegenbewegung im Dollar, in den kommenden Wochen noch eine weitere Phase der Dollarstärke kommen sollte, könnte sich diese Bewegung dann auch in ein paar Monaten erschöpft haben. Das wäre wohl notwendige Voraussetzung, um eine Stabilisierung beim Goldpreis zu bekommen.

Gehen wir nun also kurzfristig von einem schwachen, bis bestenfalls durchwachsenen Bounce bei Gold aus, der im Maximum vielleicht bis 1250-1260 USD tragen könnte. Und gehen wir davon aus, dass die 1180 USD dann in den kommenden Monaten trotzdem nach unten gebrochen werden.

Dann aber wird es richtig interessant und wenn die ganze Herde auf der einen (Short-) Seite des Bootes hängt, müssen wir uns nicht auch noch auf diese Seite begeben. Eine Veränderung der Positionierung der Commercials im COT-Report, wird uns wohl den Weg weisen.

Ihr Hari

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US Staatsanleihen – Wenn überhaupt Bonds, dann aktuell diese!

Der folgende Artikel erschien Freitag 05.09.14 09:50 in Hari Live

Der grosse neue Konsens, der sich an den Märkten gerade bildet, ist ein gegenüber dem USD fallender Euro. Und ist eine EZB, die gerade in ein QE einsteigt, während die FED versucht, ganz langsam den Ausstieg zu orchestrieren. Ich bezweifele zwar stark, dass die FED es real tun kann, weil der Druck des weltweiten "Race to the Bottom" selbst der mächtigen FED nicht erlaubt, sich zu weit gegen den Rest der Welt zu stellen, aber das ist eine andere Geschichte. Die Grundtendenz ist wie oben beschrieben und könnte noch Monate so andauern.

Nun ist dieses Wissen aber mittlerweile Mainstream, weswegen die Zeit reif für eine böse Gegenbewegung ist, die das zu hohe Vertrauen in diese Richtung mal wieder erschüttert und insbesondere die EURUSD Shorties mal so richtig durchschüttelt.

Nach so einer - für starke Trends ganz typischen - scharfen Gegenbewegung, spricht aber viel dafür, dass sich der Trend USD hoch und EUR runter weiter fortsetzt. Die Gründe liegen (siehe oben) in der divergenten Politik der Notenbanken begründet.

Um zu erkennen, wie verzerrt und irreal die Lage dabei aktuell schon ist, muss man sich nur mal auf der Zunge zergehen lassen, dass Sie derzeit für die klassischen 10-jährigen Staatsanleihen in den US über 2% Rendite bekommen (was ja noch eine ganz respekttable Rendite ist) für die gleichen Anleihen Frankreichs aber ein Prozent weniger, also etwas über 1%. Das hat mit Marktpreisen, die sich an den wirtschaftlichen Realitäten orientieren, schlicht gar nichts mehr zu tun und ist das Ergebnis der Notenbank-Interventionen. Selbstverständlich ist das objektive Risiko einer zehnjährigen französischen Anleihe weit höher, als das einer US Anleihe, die in der Weltleitwährung notiert. Und Risiko müsste ohne den Eingriff der Notenbanken auch bezahlt werden.

In diesem Ungleichgewicht liegt nun aber auch Chance. Denn dass die US Renditen schnell gegen 3 oder 4% klettern, ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich, weil auch die US bei 4% wohl ein Problem mit der Schuldentragfähigkeit bekommen würden - siehe oben, das sind genau die Begrenzungsfaktoren, die mich zweifeln lassen, ob die FED überhaupt die Zinsen ernsthaft erhöhen kann.

Damit haben die US Treasury Bonds aber sogar wieder ein Kurspotential, wenn die Renditen doch wieder fallen sollten. Weiterhin macht eine Anlage in US Treasury Bonds vom Euro aus dann doppelt Sinn, wenn der Dollar weiter steigt und der Euro sich weiter abschwächt.

Deshalb schauen wir nun doch mal auf einen ETF für 10-jährige US Treasury Bonds, hier den . Ich zeige ihn hier mit Kursen in Mailand, weil ich so die Darstellung in Euro bekomme:

IBTM 05.09.14

Und war wir sehen ist durchaus faszinierend. Die Chartstruktur lässt nun die Gegenbewegung zu, die die Entsprechung eines Short-Squeeze bei den überdehnten EURUSD Short Wetten ist. Dann aber könnte sich die Bewegung fortsetzen, was den IBTM aus Sicht einer Notierung in EUR weiter nach oben bringen sollte.

Für ein diversifiziertes Investmentdepot, könnte eine kleine Position in US Treasuries also gar nicht mal die schlechteste aller Ideen sein.

Im grossen Bild sind Staatsanleihen derzeit sicher weit weniger attraktiv als Aktien und grosse Bestände an derartigen Anleihen sind im Depot eher zu reduzieren, als weiter aufzubauen. Wer aber nur zu einem kleinen Teil Anleihen dem Depot beimischen will, findet in den US Treasury Bonds mittlerer Laufzeit derzeit noch ein halbwegs akzeptables Angebot. Von Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, kann man das in meinen Augen dagegen derzeit eher nicht sagen. Die beinhalten nur renditeloses Risiko. 😉

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Der Euro, der Dollar, der DAX und die Wettbewerbsfähigkeit

Ich weiss, ich weiss, Sie wollen heute lieber etwas von mir zum Marktgeschehen lesen. 😉 Diese Aktualität und Guidance ist aber den Mitgliedern vorbehalten. Ich habe für Sie hier aber einen Artikel zum EURUSD Währungspaar, den ich gestern Vormittag um 10:30 in Hari Live Online gestellt habe. Und der ist ja vielleicht auch nicht uninteressant:

Witzig, ich wollte heute etwas Grundsätzliches zu der Frage schreiben, ob bei einem fallenden Eurokurs nun die Abflüsse ausländischen Geldes überwiegen, oder die kurzfristig gewonnene Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie, da hat Jochen Steffens genau das zum Thema gemacht. Ich gebe ihm von der Grundaussage her recht, möchte den Sachverhalt aber trotzdem vielleicht noch etwas prägnanter erklären - wie von mir sowieso geplant.

Zunächst einmal die Grundlagen:

1. Es ist bekannt und Faktum, dass der DAX in Mehrheit von ausländischen Investoren dominiert wird und darunter wiederum in Mehrheit von US Investoren der Wallstreet.

2. Es ist bekannt und Faktum, dass ein fallender Euro zu Währungsverlusten bei diesen Anlegern führt, was ihre Motivation dämpft, ausserhalb des Dollarraumes anzulegen.

3. Es ist bekannt und Faktum, dass eine schwächer werdende Währung, kurzfristig der Exportindustrie des Landes hilft, weil die Industrie bei den Preisen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger wird - auch wenn nach meiner festen Überzeugung langfristig eine schwache Währung genau das Gegenteil bewirkt, weil sie den Druck zur internen Optimierung und Innovation nimmt.

4. Es ist bekannt und Faktum, dass der DAX und die europäischen Märkte seit einiger Zeit eine klare Unterperformance zum S&P500 zeigen.

Dieses alles voraus geschickt, stellt sich nun also die Frage, was bei der Kursentwicklung des DAX dominiert, die Abflüsse der US Gelder wegen der Währungsverluste, oder die höhere preisliche Wettbewerbsfähigkeit.

Meine persönliche Antwort darauf ist ganz klar und ohne Konjunktiv: Beides! Der Zeitfaktor macht den Unterschied. Ich will Ihnen das an einem theoretischen Szenario des EURUSD Währungspaares verdeutlichen.

EURUSD 31.07.14

Sie sehen die Entwicklung von EURUSD bis heute und Sie sehen einen angedachten weiteren Verlauf, den ich hier als Szenario eingezeichnet habe. Damit ist keinerlei Prognose für EURUSD verbunden, dieses theoretische Szenario dient ausnahmslos nur dazu, den Punkt hier an einem fiktiven Beispiel zu verdeutlichen.

Während EURUSD bei 1,40 toppte und die FED begann, über eine Zinserhöhung zu grübeln, stellte die EZB eher erhöhten Stimulus in den Raum. Das hat in weiten Teilen die Erwartung geprägt, dass der Euro aus fundamentalen Gründen bald zu fallen beginnen sollte und so ist es ja dann auch gekommen.

Diese Erwartung aber bewegt die Märkte, wie wir hier ja wissen und deswegen haben institutionelle Investoren schon damals begonnen, aus Sorge vor Währungsverlusten den Euro-Raum unterzugewichten. Unter anderem deshalb, dürften wir diese aktuelle Unterperformance des DAX erleben - es fehlt an ausländischen Zuflüssen.

Anders herum brauchen die realen Vorteile bei der Wettbewerbsfähigkeit aber Zeit, diese müssen sich erst durch das System fressen. Denn Märkte sind nicht so schnell preisreagibel, wie die Erwartungen der Menschen, oft spielen ja auch langlaufende Kontrakte eine Rolle bei den Preisen. Und auch die Quartalszahlen, die dann aufgrund von Währungsgewinnen gut aussehen, werden ja erst in ein paar Monaten veröffentlicht.

Wir haben hier also mit hoher Wahrscheinlichkeit eine zeitliche Disparität zwischen ganz real anstehenden Währungsverlusten für US Investoren, auf die diese sehr schnell und sogar vorausschauend reagieren. Und vielleicht später eintretenden erhöhten Gewinnen der Unternehmen durch Währungsgewinne.

Wenn dieses Bild zutrifft - und davon bin ich überzeugt - wird sich die Erwartung des Marktes also bei weiter fallendem Euro, der sich einem Boden nähert, umkehren. Dann haben die US Investoren ihre DAX Bestände ausreichend abgebaut und sie werden sich Gedanken darüber machen, ob dieser schwache Euro nicht die Gewinne der DAX Unternehmen treiben wird.

Und so überwiegt am Anfang der Bewegung für den DAX der negative Effekt des fallenden Euros, am Ende dürfte aber der positive Effekt überwiegen. Was in Summe die europäischen Märkte und den DAX durchaus zu Kandidaten für eine relative Überperformance macht, aber eben nicht heute, sondern in den kommenden Monaten.

Jetzt ist EURUSD natürlich nur ein Faktor an den Märkten, der wiederum durch andere Faktoren überlagert wird. Die Märkte sind weit komplexer als eine simple, eindimensionale wenn->dann Beziehung. Insofern muss der DAX nicht steigen, nur weil sich EURUSD irgendwann langsam dem Ende der Abwärtsbewegung nähert. Und eine relative Überperformance kann auch nur bedeuten, dass der DAX dann weniger fällt, als andere Märkte. Aber es ist ein wichtiger Faktor im Spiel, den man einfach kennen sollte.

Dieser Zusammenhang ist übrigens auch ein schönes Beispiel, den man bei einer Sektorenstrategie per ETF, die ich ja in dem letzten Artikel thematisiert habe, zum eigenen Vorteil ausnutzen kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihren Blick auf das EURUSD Währungspaar und seine Auswirkungen etwas erhellen.

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Starker Dollar, schwacher Euro – Gold mit Blick zur 1000 USD Marke

Wie erwartet, haben die gestrigen FOMC Minutes - die Protokolle der letzten FED Sitzung von Ende Oktober - als Katalysator gewirkt und Bewegungen in Gang gesetzt, die das Potential haben, über den Tag hinaus Trends zu begründen.

Während in den breiten Indizes das Urteil noch aussteht und es gut vorstellbar ist, dass die Märkte auch die erneuten Sorgen um ein Tapering verdauen und Anfang Dezember noch einmal zur Jahresendrally antreten, ist die Lage bei der Weltleitwährung Dollar, sowie damit in Korrelation stehenden Assets wie Gold und Öl, viel klarer.

Der Dollar scheint eine Phase neuer Stärke einzuläuten, die man in diversen Charts schon vorher antizipieren konnte und wir haben diese Entwicklung im Premium-Bereich auch schon gestern vorweg genommen. Zum Beispiel im Verhältnis Euro zu Dollar sieht man schön, wie der Euro aus einer deutlich sichtbaren Bärenflagge nun nach unten weggebrochen ist:

EURUSD 21.11.13

Diese Bewegung hat das Potential, den Ton der Märkte bis zum Jahresende zu bestimmen. Das ist ja auch kein Wunder, während die FED über ein Tapering - also eine Rückführung des Stimulus - zumindest nachdenkt, hat die EZB eine Verschärfung der geldpolitischen Massnahmen im Blick, wie zum Beispiel Negativzinsen. Ich sehe die Disparität zwischen einer EZB mit geldpolitischem Nachholbedarf und einer FED, die zumindest über eine Abbremsung diskutiert, eher nicht kurzfristig verschwinden. Weswegen eine Short-Position auf EURUSD, über den Tag hinaus Chancen beinhalten könnte. Gleiches gilt für eine Shortposition auf JPYUSD, also den japanischen Yen versus den Dollar.

Wichtiges passierte in Folge der FOMC Minutes gestern auch bei Gold. Auch diese Entwicklung haben wir schon gestern im Premium-Bereich vorweg genommen, denn die anämische Schwäche von Gold war offensichtlich. Und auch gestern gab es wieder einen , weil eine zu grosse Position auf einen Schlag abgeladen wurde. Die Versuche grosser Marktteilnehmer, den Kurs nach unten zu pressen, dauern also eindeutig an.

In dem Gold gestern das Tief vom 15.10. bei 1251 USD hinter sich gelassen hat, weist die Tendenz nun unzweideutig nach unten. Eine Chance besteht noch, dass das bedeutende Tief vom 28.06. bei 1180 USD hält, allerdings muss man mehr und mehr den Eindruck bekommen, dass Gold noch "unfinished Business" nach unten hat.

Gold 21.11.13

So lange der spekulative Druck an der Comex von grossen Marktteilnehmern erhalten bleibt, sind alle Gegenbewegungen im Sinne Trendfolge zu verkaufen, der übergeordnete Abwärtstrend ist voll intakt. Und genau hier kommt die runde Marke 1000 USD ins Spiel. Es wird zunehmend wahrscheinlich, dass der Markt diese Marke einfach sehen will, die wahrscheinlich auch für die Shorties dann Katalysator wäre zu covern, und den aggressiven Druck auf den Goldpreis einzustellen.

Ich kann auch an dieser Stelle wieder nur gebetsmühlenartig wiederholen: was Sie persönlich glauben oder für fundamental richtig halten, ist ohne Belang für den Markt. Vergessen Sie das nie ! Alles was zählt sind die Kurse die aufgerufen werden, nur die bewegen Ihr Depot.

Vielleicht haben die Gold-Bugs sogar Recht und irgendwann - wenn die Gross-Banken anfangen, die aufgestaute Liquidität in die Realwirtschaft als Kredite auszugeben - wird nicht nur die Asset-Inflation (die schon da ist), sondern auch die Inflation der Warenkörbe massiv anziehen. Die Renditen am Anleihenmarkt werden dann trotz Interventionen der Notenbanken weiter steigen. Als Folge können die Staaten ihre aufgeblasenen Schuldenberge nicht mehr bedienen und der grosse Knall mit dem grossen Reset des Währungssystems kommt, mit Goldpreisen oberhalb 3000 USD - falls ein freie Kutellung bei Gold dann überhaupt noch zugelassen wird, denn auch den Verbot des privaten Besitzes von Gold hatten wir historisch schon.

Vielleicht ist das irgendwann mal so. Vielleicht auch nicht. Aber Gold kann trotzdem vorher noch unter 1000 USD fallen. Es wäre sogar typisch für den fiesen Mr. Market, genau das zu tun und alle noch abzuschütteln, bevor die grosse Rally kommt. Denken Sie also unbedingt an das "Hier und Jetzt", nur das ist real, nicht die Spekulationen, Wünsche und Prognosen. Und im "Hier und Jetzt" zeigt der Trend bei Gold unzweideutig nach unten. Und das sollte man im Depot respektieren. Der Rest sind feuchte Träume.

Ihr Hari

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