Die Marktlage in einem Chart

Ich weiss, wir wünschen uns ja so intensiv, dass es nur ein einziges Mal völlige Klarheit und totale Sicherheit am Markt gäbe, damit wir mal "so richtig" und ohne Sorgen im Nacken Gewinne scheffeln könnten.

Leider ist das eine Illusion und wer wirklich das Konzept der -> Reflexivität <- verinnerlicht hat, hat das auch akzeptiert.

Denn stellen wir uns mal vor, es gäbe diesen Moment der absoluten Sicherheit, dann würden ja alle das Gleiche machen wollen wie wir, denn "die anderen" da draussen sind ja auch nicht blöd. Und wer würde dann die Gegenposition zu unseren Käufen nehmen und uns die Aktien verkaufen? Eben. 😉

Der Markt ist also nie völlig klar und es gibt immer Unsicherheiten und das muss so sein. Nun kann man diese Unsicherheiten mit Ignoranz und Bias einfach beiseite schieben und sich "sicher fühlen". Das fühlt sich auch eine Zeit lang sehr schön an, die perfekte Kontrollillusion sozusagen, aber dann kommt zwangsläufig die Realität und bringt das dicke Ende.

Aber auch wenn der Markt immer in Unsicherheit ist, gibt es doch Momente, an denen die Lage und die Chancen und Risiken sehr deutlich verteilt sind und uns eine rationale Entscheidung mit klarer Tendenz ermöglichen. Witzigerweise sind es gerade die grossen Wendepunkte, an denen die Lage am Klarsten ist und trotzdem eine grosse Mehrheit der Anleger vor Angst erstarrt zu sein scheint und sich schwer tut, gedanklich die Richtung zu wechseln.

So war das in den letzten Wochen am Paniktief des 24.08. und ebenso am markanten Intradayreversal vor 10 Tagen am Freitag 02.10. In beiden Fällen haben wir das hier auf sumerdigital antizipiert, erkannt und konnten damit schöne Gewinne in einer Aufwärtsbewegung mitnehmen, die eine Zeit lang relativ risikoarm war, weil eben alles noch in die Gegenrichtung schaute.

Nun aber, nachdem der DAX seit diesem Freitag ca. 900 Punkte gut gemacht hat, ist die Lage wieder komplizierter und Chance und Risiko existieren in ähnlichem Umfang auf beiden Seiten.

Das könnte man nun in vielen Worten beschreiben und diverse Szenarien thematisieren. Ich will Ihnen statt dessen die Lage in einem Chart darstellen, denn das genügt.

Es ist das Chart des Leitindex S&P500 und auch wer sich nur im DAX bewegt, tut gut daran darauf zu achten, wie die US institutionellen Anleger denken. Denn die bestimmen mit ihren Erwartungen eben auch den DAX, der zu über 50% von ausländischem Geld - und eben nicht von deutschem Geld - bewegt wird.

Wenn sie dieser Tage wieder viel über das optimistische Sentiment deutscher Anleger in den Medien lesen, warne ich daher auch davor, daraus zu einfache, direkte Schlüsse auf den DAX abzuleiten. Ohne zu verstehen, wie die US Anleger die Welt sehen, kann man den DAX eben nicht vollständig antizipieren.

Der DAX ist nun einmal kein "deutscher" Index, dafür trägt die völlig fehlende Aktienkultur in Deutschland Verantwortung. Und wer den DAX verstehen will, muss verstehen, wie die denken, die in ihm handeln. Und das sind eben nur zum Teil deutsche Anleger.

Schauen wir also auf *den* Leitindex schlechthin, den S&P500. Alles was man zur aktuellen Lage mit ihren Chancen und Risiken wissen muss, ist in diesem Chart. Und wenn dieses Chart nicht zu Ihnen sprechen sollte und Sie daraus keine eigenen Schlüsse ableiten können, lade ich Sie ein, zur sumerdigital Community dazu zu stossen. Hier werden Sie geholfen. 😉

S&P500 13.10.15

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Die Lage im DAX – Von Mass und Mitte

Mittwoch 23.09.15 Morgens vor Handelseröffnung.

Sie kennen sicher auch Marktkommentatoren, die je nach momentaner Stimmung des Marktes von "Himmel-hoch-jauchzend auf "Zu-Tode-betrübt" wechseln - und zwar immer schön brav prozyklisch. 😉

Als der DAX vom Paniktief am 24.08.15 bei 9.338 in den Tagen danach nach oben drehte, wurde sofort "der Boden" und die neue Rally hoch Richtung 12.000 und darüber hinaus beschworen.

Und nun, wo der DAX sehr angeschlagen und die Stimmung im Zuge des VW Desasters mies ist, dürfen wir uns von diesen Leuten dann die Angst machenden Katastrophencharts anschauen, wie tief der DAX und S&P500 nun fallen *könnte*.

Vom Standpunkt der medialen Vermarktung her, ist das auch die richtige Vorgehensweise. Denn es ist erwiesen, dass die Menschen am liebsten die Dinge lesen, die sie in einer vorgefassten Meinung bestärken. Wenn also Gier vorherrscht, werden die Artikel mit den Kurszielen goutiert, die das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Und wenn man selber Angst verspürt, suhlt man sich gerne im allgemeinen Gruseln, in der Herde stirbt es sich halt angenehmer. 😉

Sie merken ja den Sarkasmus in meinen Worten, denn es ist wohl offensichtlich, dass mit solcher Art von "Marktanalyse" zwar die Klickzahlen gefördert werden, der Börsenerfolg aber weniger.

Deswegen sind Fondsmanager, die komplett versagt haben, auch immer sehr motiviert in die "Herde" zurück zu kehren und darauf hinzuweisen, "dass man ja den Absturz nicht ahnen konnte". Stimmt, ist aber eine Nullaussage. Denn wenn das ganze Risikomanagement nur darauf beruhte, die Zukunft erahnen zu wollen, muss man sich über gar nichts wundern, denn das geht sowieso nicht, niemand hat eine Kristallkugel. Niemand. Bei gutem Risikomanagement geht es ja gerade darum, das Unerwartete trotzdem zu überleben.

Nein, was wirklich nötig ist, ist dagegen "Mass und Mitte" bei der Betrachtung des Marktes. Und die Bereitschaft, sich auf verschiedene Szenarien einzustellen, ohne vorher zu wissen, welches eintritt.

Und es ist ganz normal, dass der Markt Phasen hat, in denen er selber nicht weiss, wohin die Reise geht, weil er eben keinen klaren Trend mehr hat. Und dann hilft es nicht, Extremszenarien je nach Stimmung zu verkünden, denn wenn der Markt nicht weiss wohin er will, kann es ein objektiver Beobachter auch nicht wissen. Zum Raten könnten wir auch zur Lotto-Annahmestelle gehen, Erfolg an den Börsen entsteht so eher nicht.

Aktuell ist wieder so eine Phase der Unsicherheit, denn die FED hat mit ihrer "Hasenfuss-Politik" nun grosse Unsicherheit gestreut und es war absehbar, dass der Markt so verstört reagieren wird, falls die FED keine Sicherheit schafft. Nicht was die FED gemacht hat war absehbar, sondern wie der Markt darauf reagieren wird. Ich verweise auf Punkt 5 meines Artikels -> Das grosse Warten auf die FED <-, der genau das präzise thematisiert hat.

Letztlich befinden wir uns im DAX im reinen Kursverlauf (nicht in den wirtschaftlich/politischen Rahmenbedingungen) aber immer noch nur in einer groben Analogie zu 1998 oder 2011, wie ich das im Artikel -> Welches Börsenjahr reimt sich auf 2015? <- dargestellt habe. In beiden Jahren, gab es im Verlauf den Retest des ersten Tiefs, das wir dieses Jahr am 24.08. hatten. Und wie wahrscheinlich dieser Retest immer war, habe ich dann erneut im Artikel -> Retest des Tiefs oder erneuter Rebound? <- erst vor knapp 2 Wochen heraus gestellt, als viele dachten, nun ginge es nach oben raus.

Was will ich Ihnen mit diesen diversen Verweisen sagen?

Dass der Markt sich bisher keineswegs ungewöhnlich verhält. Und auch nicht unberechenbar, lesen Sie einfach die drei Artikel oben noch einmal. Und trotz der Belastung durch das VW Desaster, das auf die ganze Autoindustrie ausstrahlt, bewegt sich der DAX immer noch in einem zu erwarteten Rahmen, wie schon oft nach so massiven Einschlägen.

Nein, die Entwicklung könnte zwar nun, muss aber auch keineswegs zwingend in ein negatives Extrem abgleiten, sondern das Szenario von "Mass und Mitte" hat immer noch hohe Relevanz. Und dieses Szenario geht eben schon seit Wochen von einem erneuten Retest des Tiefs aus, der dann aber in Form einer Art Doppelbodens eine belastbare Grundlage schafft, von der der Markt zum Jahresende durchaus wieder steigen kann:

DAX 22.09.15

Sicher springt die bärische Struktur des DAX im Sinne (2) nun geradezu ins Auge und auch dass der Bounce exakt am 38er Fibonacci Retracement mit Hoch am 09.09. wieder drehte, wirkt nicht gerade vertrauensfördernd.

Auch fundamental hat das Desaster um VW durchaus das Potential, auf die ganze deutsche Autoindustrie mit allen Zulieferern abzustrahlen und das wird dann alle deutschen Indizes massiv belasten. Und heute Nacht kam dann noch ein sehr schwacher Caixin PMI aus China herein, der nicht nur die asiatischen Märkte, sondern auch den DAX belasten wird.

Es gibt also viele gute Gründe nun bärisch zu sein und das Risko eines massiven Einbruches Richtung 8.500 ist real da. Aber diese bärische Struktur ist nun so offensichtlich und die Stimmung auch im Zuge des VW Desasters so schlecht und angeschlagen, dass die Frage berechtigt ist, ob etwas so Offensichtliches noch so einfach eintreten kann.

Im Moment wird in der allgemeinen "Düsternis" aber eher übersehen, dass schon kurz nach einem zweiten Tief, sich die bärische Struktur in einen aussichtsreichen Doppelboden wandeln könnte. Und so schnell, wie die auf solche Strukturen getrimmten Algos dann diesen potentiellen Doppelboden handeln werden, können wir als Menschen gar nicht "Papp" sagen.

Akzeptieren wir doch einfach, dass der Markt derzeit selber massiv unsicher ist und wir deswegen auch nicht sagen können, ob der Einbruch noch in eine zweite Phase tritt oder nun einen Doppelboden findet. Es ist vielmehr ein Zeichen der Reife, zu wissen, was man nicht weiss.

Wir brauchen es auch gar nicht wissen, weil diese Struktur macht es uns doch recht einfach. Wir müssen jetzt vor allem hinschauen, wie sich der DAX im Bereich der Tiefs verhält. Und dann handeln wir "einfach" das, was wir sehen.

Ich weiss, ich weiss, "einfach" ist das nicht wirklich, wir Menschen tun uns damit schwer und wollen immer schon vorher wissen, was passieren wird. Wenn wir aber die Bewegung handeln könnten, die sich real ergibt, könnten wir in beiden Fällen, bei (1) wie bei (2) etwas profitieren. Und eigentlich wünschen wir uns doch genau das, oder?

Wenn ja, warum schränken wir dann unsere Wahrnehmung mit Extremszenarien ein, die in unseren Köpfen nur einen hinderlichen Bias erzeugen? Bleiben wir doch einfach bei Mass und Mitte und dabei, dass die Zukunft erst noch geschrieben wird.

Dieser Markt ist nun wackelig und unsicher. Das ist Faktum. Und weil das so ist, ist er auch sehr gefährlich. Auch das ist Faktum.

Risiko generiert aber auch immer Chancen und heute um 15 Uhr redet mal wieder Mario Draghi, vielleicht genau dann, wenn der DAX sein Tief vom 24.08. testet - eine wahrlich interessante Ausgangslage.

Eine hohe Cashquote macht also seit letzten Mai jede Menge Sinn und tut es immer noch. Und wer nun diese hohe Cashquote hat, muss nun auch nicht raten und schwanken, sondern kann ruhig abwarten was passiert.

Denn "Hopium" und "Panik" sind nie gute Ratgeber, in der Ruhe liegt die Kraft.

Ihr Hari

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DAX Marktlage – Retest des Tiefs oder direkter Rebound?

Sie wollen wissen, wie die Lage im DAX einzuschätzen ist? Nun, hinterher kann man ja immer gut "schwätzen".

Insofern ist es vielleicht interessant zu sehen, was ich den Mitgliedern gestern (Mittwoch) früh geschrieben habe, als der DAX in Euphorie nach oben zog.

Diese Sicht ist auch heute noch gültig und muss im Kontext zum Chart des S&P500 gesehen werden, das ich Ihnen vor zwei Tagen im Artikel -> FED fixiert <- gezeigt habe.

Objektiv ist die Unfähigkeit des Marktes festzuhalten, trotz massivem Stimulus eine Rally länger als ein bis zwei Tage zu halten. Wir hatten eine China Rally, die wieder abverkauft wurde, eine EZB Rally, die wieder abverkauft wurde und gestern eine Japan-Rally, die wieder abverkauft wurde.

Das spricht auch dafür, dass der Markt noch nicht durch ist mit seiner Korrektur. Und das spricht für einen Verlauf wie in den 2011er und 1998er Szenarien, die ich Ihnen im Artikel -> Welches Börsenjahr reimt sich auf 2015? <- gezeigt habe.

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Mittwoch 09.09.15 09:00

Guten Morgen!

Eine Welle der Erleichterung läuft durch die Märkte, nachdem die US Indizes im gestrigen späten Handel dann doch langsam nach oben gedreht haben und sich die Lage in China weiter zu stabilisieren scheint.

Mit grosser Begeisterung wurde dabei gesehen, dass der Renminbi (Yuan) wieder nach oben dreht und das ist neben der Steuersenkung in Japan wohl einer der Gründe für das mit 7% sensationelle Kursfeuerwerk in Tokio.

Dem DAX bleibt da sozusagen gar nichts anderes übrig, als mit einem grossen Gap nach oben zu drehen und das steigende Dreieck, das ich Ihnen gestern gezeigt habe, eindrucksvoll zu bestätigen, inklusive des angekündigten *Woosch*. 😉

Trotzdem müssen wir uns klar machen, dass wir es hier nun primär erst einmal mit einem Short Squeeze zu tun haben. Absicherungen werden nun aufgelöst und treiben den DAX massiv.

Sie treiben ihn aber genau dahin, wo ich ihn schon immer verortet hatte, unter den dicken Widerstand bei 10.6xx. Dort sind sind die Shorts dann aber aufgelöst, was erstmals auch wieder eine Abwärtsbewegung denkbar macht. Und die Widerstandszone ist massiv und reicht bis 10.800 hoch:

DAX 09.09.15

Damit der DAX da einfach durchziehen kann, reicht der Short-Squeeze nicht mehr, sondern da müsste nun echtes Kaufinteresse in den Markt kommen. Nun kann es sein, dass das nun im Sinne des Szenarios (3) kommt und der DAX einfach durch den Widerstand durchschneidet. Zu zuversichtlich darauf wetten würde ich aber nicht.

Wahrscheinlicher erscheint mir, dass das heute gerissene Gap im Sinne Szenario (1) nach einem Abpraller bei 10.6xx erst noch geschlossen wird. Und wenn mittelfristige Nachfolgekäufe nun ganz ausbleiben, ist auch nach wie vor ein Retest der Tiefs im Sinne Szenario (2) denkbar.

In Summe aber, war der Fahrplan, den ich am Sonntag vor 2,5 Wochen gezeichnet habe, völlig zutreffend. Wir hatten allerlei Gezappel auf dem Weg, aber das Panik-Tief vom 24.08. war mal wieder eine attraktive Kaufgelegenheit und hat erst einmal den Boden für eine Gegenbewegung bereitet, die uns nun bis zu den markanten Widerständen führt, die vor dem Absturz Unterstützung waren.

Jetzt wird sich das Sentiment auch wieder deutlich heben und die Absicherungen werden schmelzen, so dass der Markt nun auch wirklich wieder nach unten könnte. Gegen Marktteilnehmer, die das Schlimmste erwarten und sich massiv abgesichert haben, kann der Markt dagegen nur steigen.

Wir sehen hier wieder wunderbar die reflexive Natur des Marktes am Werk und die sagt, dass der grosse Retest der Tiefs keineswegs endgültig abgeblasen ist. Im Gegenteil, der aktuelle Short-Squeeze schafft die Grundlage, dass dieser Retest überhaupt kommen könnte.

Aber auch hier sei warnend gesagt: kommen *kann*, nicht kommen *muss*. Die entscheidende Frage ist, ob nun strategischer Kaufdruck einsetzt. Das ist im Moment nicht zu antizipieren und da die FED noch vor uns liegt, habe ich meine Zweifel ob die Markt-Elefanten sich nun wirklich massiv festlegen werden.

Wenn der Kaufdruck kommt, geht der DAX durch den Widerstand und der Retest ist abgeblasen. Kommt er aber nicht, was man nach dem heutigen Schub an zögerndem Gezappel unter dem Widerstand erkennen könnte, dann ist das Risiko einer erneuten Abwärtsbewegung nicht zu unterschätzen.

Ihr Hari

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Was tun zwischen Crashpropheten und Gesundbetern?

Montag 24.08.15 08:30 Uhr vor Handelseröffnung.

Die Märkte haben ausgelöst durch Sorgen um China, zur stärksten Korrektur seit 2011 angesetzt. Und das mediale Crescendo schwillt wie immer an.

Mittendrin der verunsicherte "normale" Anleger, der doch eigentlich nur ein klein wenig Rendite für sein hart erarbeitetes Kapital erzielen will. Und dann liest dieser Anleger das Eine und das Andere und ist am Ende noch verunsicherter als zuvor.

Mit diesem Beitrag will ich versuchen, diesen Anlegern ein klein wenig Orientierung im Chaos zu bieten. Wer mehr Orientierung und Sicherheit will, muss Mitglied der sumerdigital Community werden.

Wenn Sie nun aber von mir erwarten, dass ich Ihnen hier - natürlich kostenlos - exakt sagen kann, was die Zukunft bringt und was Sie konkret nun machen sollen, dann jagen Sie in Naivität immer noch einer Illusion hinter her.

Denn das kann niemand. N.I.E.M.A.N.D!

Aber es gibt genügend, die es behaupten.

Da finden Sie auf der einen Seite die "Crashpropheten". Die kommen jetzt natürlich mit der Bugwelle des "habe ich es nicht immer schon gesagt?" aus ihren Löchern und haben mal wieder die volle mediale Aufmerksamkeit.

Dabei sind diese Leute völlig diskreditiert und kaum jemand hat mehr Schaden in den Depots normaler Anleger angerichtet. Wenn Anleger seit Jahren diesen geradezu historischen Bullenmarkt verpasst haben, dann liegt das zu einem guten Teil an diesen "Crashpropheten", die seit Jahren vom bald bevor stehenden Untergang schwafeln.

Aber Crashprognosen funktionieren halt medial und das primäre Interesse der Medien ist ja letztlich nicht, das "Richtige" den Lesern zu schreiben, sondern eine möglichst hohe Aufmerksamkeit zu erzielen.

Eine abgewogene, differenzierte Betrachtung kann sowieso nur eine Minderheit aufnehmen. Die Mehrheit will einfache Aussagen und nicht mehr als ein paar Sätze lesen, alles andere ist zu anstrengend. Und wenn dann die "Prognosen" dem eigenen Bias entsprechen, werden sie besonders gerne aufgenommen und mit "Likes" versehen, wir Menschen suhlen uns halt am liebsten im eigenen Sumpf.

Auf der anderen Seiten haben wir aber die "Gesundbeter". Die erzählen die Geschichte davon, dass man ja einfach dabei bleiben muss, dass man ja nicht in Panik verfallen sollte und glauben schon jetzt wieder zu wissen, dass dieser Einbruch eine "Kaufgelegenheit" sei.

Mit Verlaub, auch das ist viel zu dünn. Diese Stimmen kommen besonders gerne von Vertretern der Finanzindustrie, so zum Beispiel von Fundmanagern. Normale Anleger müssen sich einfach klar machen, dass auch diese Eigeninteressen haben. Denn basierend auf den aktuellen Vergütungsstrukturen mit festen Verwaltungsgebühren von 1-2%, haben Fundmanager vor allem ein Interesse: Dass möglichst viel Kapital im Fund bleibt.

Sie werden von jemandem der sein Gehalt mit Anlegergeld verdient - ausser den Besten - also in der Regel nie lesen, dass die Anleger nun schnell verkaufen sollten, damit würde er sich ja ins eigene Fleisch schneiden. Das wäre erst dann anders, wenn es andere Vergütungsstrukturen gäbe, die weniger auf festen Gebühren, sondern mehr auf Performance basieren. Davon sind wir aber weit entfernt.

Nun will ich nicht die Branche über einen Kamm scheren, es gibt auch lobenswerte Ausnahmen, die zu ihren Anlegern Klartext reden. Trotzdem macht es Sinn sehr skeptisch zu sein, wenn die Finanzindustrie anfängt, mitten im Absturz die Anleger "zu beruhigen". Eigeninteressen zu vermuten, ist hier dann sehr naheliegend.

Und so stürzt auf den normalen, nach Orientierung suchenden Anleger, in solchen Phasen ein medialer Schwall ein, der ihn am Ende noch verunsicherter macht, als er vorher schon war.

Wenn man so will, behaupten alle zu wissen was los ist, aber alle reden etwas Unterschiedliches. 😉

Was also tun?

Sie sehen daran, dass kein Weg daran vorbei führt, eine eigene, fundierte Sicht zu entwickeln. Und das kann man nur dann erreichen, wenn man genügend Zeit investiert hat, um die Märkte zu verstehen. Und man kann es auch nur dann erreichen, wenn man sich -> seriöse und belastbare Informationsquellen <- aufgebaut hat. Glaubt man darauf verzichten zu können und hat man keine eigene Orientierung, ist man in so Phasen "Freiwild" und macht garantiert im falschen Moment das Falsche.

Dieses Wissen und diese Sicherheit kommt aber nicht umsonst und nicht alleine. Dafür muss man etwas tun. Warum soll es auch beim Wissen um Finanzthemen anders sein, als bei allen anderen komplexen Wissensgebieten?

Ich will Ihnen an dieser Stelle daher ein paar wichtige Regeln und Fakten in Erinnerung rufen, vielleicht helfen Sie ja ein wenig. Und ich benutze dafür nur eher kurze Sätze, ohne diese zu begründen. Die Begründung würde den Artikel zu lang machen, die findet sich im Premium-Bereich.

Am Ende kenne aber auch ich die Zukunft nicht, denn die ist noch nicht geschrieben. Und natürlich macht es zum Beispiel einen Unterschied, ob die FED nun auf ihrem Kurs bleibt oder nun auch in Panik verfällt und ein neues QE auflegt.

Und da diese Zukunft noch nicht geschrieben ist, kann es auch keine Sicherheit bei den Erwartungen geben. Aber es gibt Muster und Wahrscheinlichkeiten und die zu kennen, kann immens helfen.

Und ich will deshalb nun zehn Muster und Wahrscheinlichkeiten in Erinnerung rufen.

(1)

Die US Indizes hatten durch den Einfluss der Notenbank seit Jahren keine Korrektur von 10% und mehr. Das ist höchst ungewöhnlich, überfällig und eine Verzerrung der Normalität. Wenn sie jetzt kommt, ist es das Normalste der Welt.

(2)

Runter geht es immer viel schneller und heftiger, als aufwärts, weil alle gleichzeitig raus wollen. Ob und wann der aktuelle Einbruch kommen würde, war im Vorfeld nicht exakt vorher zu sehen. Die Heftigkeit aber schon und war in der Community mehrfach Thema.

(3)

Da die natürlichen Zyklen durch die Notenbanken gestreckt wurden, muss man damit rechnen, dass auch die Gegenbewegung nach unten besonders "gestreckt", sprich aggressiv ausfällt. Vorsicht ist also angeraten, denn "tiefer geht immer!"!

(4)

Die Crashgefahr an Märkten ist nicht dann am Höchsten, wenn diese nach oben ausbrechen. Dann ist sie fast Null. Sie ist dann am Höchsten, wenn die Märkte schon angeschlagen sind - wie jetzt. Wenn dann noch eine böse Überraschung dazu kommt, mit der niemand gerechnet hat, kann sich eine Panik entwickeln, weil alle gleichzeitig zum Ausgang rennen, aber nicht gleichzeitig durch passen. Ein Crash ist immer noch unwahrscheinlich, aber nun zumindest theoretisch möglich. Jahrelang war er nur medialer Blödsinn, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

(5)

Bärenmärkte laufen nicht gleichmässig abwärts, sondern sind permanent von starken Erleichterungsrallys unterbrochen. Und in der Gegenbewegung weiss man nie sicher, ob das nun "der" Boden ist oder nur eine weitere nutzlose Gegenbewegung, bevor es weiter runter geht.

(6)

Das Marktsentiment der Anleger ist nun so angeschlagen und negativ und die Absicherungsquote der Profis so hoch, dass in dieser Woche - nach initialer Schwäche am Montag - eine Gegenbewegung nach oben nun hoch wahrscheinlich ist.

(7)

Falls wir nun den Beginn eines Bärenmarktes erleben sollten - ich betone den Konjunktiv - dann wird sich das daran zeigen, wie der Markt mit dem Rebound umgeht, der nun wahrscheinlich ist.

Wenn der schnell wieder verkauft wird, wird es sehr gefährlich! Wenn wir aber ein Marktgeschehen wie im Oktober 2014 erleben, haben wir gerade eine geniale Kaufgelegenheit. Vorher kann man das nicht wissen, erst die Beobachtung des Rebounds gibt uns die Signale!

(8)

Betrachte ich aber die Konjunkturentwicklung in den US, ist eine "gesunde" Korrektur wahrscheinlicher, als dass wir den Beginn eines grossen Bärenmarktes erleben. Aber auch eine "gesunde" Korrektur kann sehr schmerzhaft sein, wenn sie Wochen andauert und 20% nach unten geht.

(9)

Es gibt in meinen Augen einen einzigen Sachverhalt, der tatsächlich einen massiven Crash/Meltdown der Aktienmärkte hervor rufen kann.

Das ist nicht China, auch das Thema wird eingepreist und sich beruhigen. Es ist schon gar nicht Griechenland. Es ist auch nicht die FED Zinserhöhung, die wird sowieso nur marginal, wenn sie überhaupt kommt. Und es sind auch nicht die Emerging Markets, die sind im "Crash" schon mittendrin und auch das wird sich wieder ausschwingen, zumal der Dollar gerade wieder fällt und damit etwas Druck nimmt.

Die wirklich grosse Gefahr ist, dass die Märkte das Vertrauen in die vermeintliche Allmacht der Notenbanken verlieren. Denn ohne die Notenbanken, wären die Kurse nicht so weit oben, wie sie nun sind. Und es gibt Anzeichen, gerade in China aber auch in Japan und in den US, dass dieses Vertrauen bröckelt. Das ist die wahre Gefahr und wenn die Notenbanken als "lender of last resort" in Frage gestellt werden, *dann* haben wir eine echte Krise.

(10)

Langfristig werden die Märkte wieder steigen und der DAX wird 20.000 erreichen. Das stimmt und passiert ganz sicher. Aber auch das ist eine Nullaussage, denn langfristig sind wir alle tot. Historisch haben die Märkte aber auch schon mal über 20 Jahre gebraucht, bis sie nach einem schweren Einbruch wieder die alten Höchststände erreicht haben.

Was nützt also die Erkenntnis von "DAX 20.000 irgendwann" dem Pensionär, der seinen Lebensabend zu einem guten Teil aus seinem Depot aufhübschen will? Und das heute? Für den macht es einen riesigen Unterschied, ob die Märkte nun 60% fallen oder gleich wieder steigen.

So weit die zehn Punkte, die ich in Erinnerung rufen wollte.

Da Bilder aber mehr sagen als tausend Worte, zeige ich Ihnen nun als Orientierung, wie eine klassische Topbildung in S&P500 und DAX aussehen könnte.

Ich betone den Konjunktiv, das ist nur eines der möglichen Szenarien, die Zukunft ist unbestimmt und niemand kennt sie - N.I.E.M.A.N.D!

Wenn jetzt zum Beispiel die FED kalte Füsse bekommt und nun ein neues QE indiziert und damit den "Race to the Bottom" in eine neue Runde treibt, dann sind wir in einem völlig anderen Spiel und dann werden wir ausgehend von den aktuellen Niveaus wieder so ein "V"-Reversal wie im Oktober 2014 erleben. Das kann man vorher nicht wissen und darüber zu spekulieren macht keinen Sinn.

Aber trotz dieser prinzipiellen Unsicherheit der Zukunft, ist es trotzdem hilfreich sich klar zu machen, wie so ein Ablauf einer Korrektur und/oder Topbildung klassischerweise aussehen könnte. Denn es zeigt zum Beispiel, dass heute eher nicht der Tag ist, um nun auch noch als Letzter in Panik zu vefallen. Wenn man in Panik verfallen will, dann war letzten Mittwoch ein guter Tag dafür. Oder dann eher in der Zukunft, wenn der Rebound wieder verkauft werden sollte oder noch schlimmer - diese Woche gar nicht kommt.

Hier nun wie eine klassische Topbildung im Leitindex S&P500 aussehen könnte, wenn sie denn so kommt. Das ist nur ein Szenario unter vielen und keine Prognose und soll einfach nur typische Abläufe deutlich machen.

S&P500 23.08.15

Und das hier wäre das Bild des DAX, wenn sich die US Indizes wie oben verhalten sollten. Letztlich kann man den DAX als Hebel auf die US Indizes betrachten. Ein echtes, dauerhaftes Eigenleben hat er nicht, sprich wenn es in den US runter geht, kann sich dem auch der DAX nicht entziehen:

DAX 23.08.15

So ..... das war schon wieder ein umfangreicher Artikel, obwohl ich ihn ganz bewusst einfach gehalten habe.

Geht es noch einfacher?

Wenn Sie seriös über die Märkte schreiben wollen kaum. Wenn Ihnen das wieder zu lang war, wünsche ich viel Erfolg bei den Überbringern der einfachen Weisheiten und Lösungen, von denen gibt es ja genug.

Ich hoffe es war trotzdem hilfreich an dieser wichtigen Wegscheide.

Ihr Hari

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DAX, S&P500 und Gold: Das grosse Bild der Lage

Sie kennen das ja, wenn Sie hier einen Beitrag im freien Bereich von sumerdigital lesen, dann erwartet Sie da oft eine "Wall of Text". 😉

Das ist ja aber auch in Ordnung, wäre der Markt so einfach, dass man seine Essenz in drei kurze Sätze pressen könnte, wäre jeder bei der Geldanlage erfolgreich.

Genau das, ist aber die Mehrheit der Anleger nicht und einer der Gründe dafür, liegt in der Komplexität und -> Reflexivität <- des Marktes begründet.

Wer also von längeren Erklärungen abgeschreckt wird und lieber kurze, "knackige" Weisheiten, "heisse" Tips und "mutige" Prognosen sucht, dem kann ich nur mit einem Schmunzeln hinterher winken und zurufen: "Viel Erfolg!". Wenigstens hier werden wir zur ansteckenden Krankheit der -> Prognosiritis <- nicht auch noch beitragen.

Aber trotz der Notwendigkeit, sich mit dem Markt ernsthaft auseinander zu setzen, macht es aber immer wieder Sinn, einen Schritt zurück zu gehen und sich das grössere Bild zu betrachten. Das gilt insbesondere in so indifferenten Phasen wie aktuell, in denen der DAX abwärts bröselt und die US Indizes sich in einer endlos erscheinenden Seitwärtsbewegung befinden.

Denn wenn man sich die aktuelle Lage so Tag für Tag in diesem Börsensommer anschaut, könnten sich einem ja schon die Nackenhaare aufstellen und genau diese Wahrnehmung findet sich nun in einem immer negativeren Sentiment der Anleger auf beiden Seiten des Atlantiks wieder, über das ich hier im Premium-Bereich zuletzt oft geschrieben habe.

Insofern bekommen Sie heute von mir mal keine "Wall of Text" im freien Bereich, sondern einfach nur drei langfristige Charts für das grössere Bild und dazu jeweils gerade einen spärlichen Satz. 😉 Aber ich denke die Charts selber haben jeweils eine klare Aussage, die einem ins Auge springt.

Und wenn Sie all die Hintergründe und Erklärungen dazu auch haben wollen und vor allem auch wissen wollen, wie wir daraus die weitere Entwicklung zum Jahresende einschätzen, müssen Sie zur sumerdigital Community dazu stossen, wie so viele vor Ihnen.

Und los gehts, die interessanten Bereiche habe ich jeweils blau markiert.

Der DAX korrigiert und dass dieses bisher in Art und Umfang nach dem vorherigen Anstieg im grossen Bild nur normal ist, sehen Sie hier:

DAX 20.08.15

Der S&P500 verliert Momentum, das Risiko einer grossen Topbildung ist gegeben. Ein Risiko ist aber nur ein Risiko und keine Gewissheit:

S&P500 20.08.15

Gold hat eine Gegenbewegung, aber ob das mehr als eine unbedeutende Zuckung im Abwärtstrend wird, ist völlig unklar und für vorschnelle Blütenräume gibt es noch keinerlei Anlass:

Gold 20.08.15

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Der Crash kommt! Oder doch nicht? Und was ist eigentlich eine „Wall of Worry“?

Betrachten wir doch mal "fundamental" und "objektiv" die Welt- und Marktlage:

  • Die Krise in der Ukraine ist kein bisschen gelöst. Check!
  • Der IS ist kein bisschen besiegt. Check!
  • Im chinesischen Meer kann jederzeit ein offener Konflikt auftreten. Check!
  • Früher oder später werden Atomwaffen in den Händen von Selbstmordattentätern sein. Check!
  • Wenn man der Hydra des Terrorismus einen Kopf abschlägt, wachsen sofort drei Neue nach. Check!
  • Der Westen hat seinen inneren Kompass verloren und verliert sich und die Werte der Freiheit, in kulturellem Relativismus. Check!
  • Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und wird zwangsläufig scheitern. Check!
  • Das Brüsseler Europa der Beliebigkeit und des Konsens um jeden Preis, hat sich überdehnt und scheitert gerade. Check!
  • Amerika hat sich als unfähig heraus gestellt, mit seiner Dominanz die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Check!
  • Deutschlands Wohlstand ist auf Sand gebaut, die Altersarmut weiter Bevölkerungsteile kommt. Check!
  • Die Notenbanken der Welt überheben sich gerade. Check!
  • Der "Race to the Bottom" der Währungen wird nicht gut ausgehen. Check!
  • Das Finanzsystem ist kein bisschen stabiler als 2008, die Beteiligten haben nichts oder zu wenig gelernt. Check!
  • Die aktuellen Verzerrungen der Preisfindung an den Märkten, basieren primär auf zu starken dirigistischen Eingriffen von Staaten und Notenbanken im Sinne "Planwirtschaft Light". Check!
  • Mit dem nächsten Finanzcrash, wird nicht nur von Radikalen das Gesellschaftssystem in Frage gestellt werden. Check!
  • Und an allem wird für die medialen Lautsprecher sowieso nur "der Kapitalismus" schuld sein - was immer das ist. Check! 😉
  • Die Märkte sind zu schnell zu weit gelaufen und für eine Korrektur überreif. Check!
  • Die Anleihenmärkte befinden sich in einer gigantischen, von den Notenbanken und Staaten aufgepumpten Blase. Check!
  • Die US Märkte sind voller negativer Divergenzen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Check!
  • Ein langfristiges Top im S&P500 ist denkbar und nicht mal unwahrscheinlich. Check!
  • Wenn dieser Markt abwärts zu rollen beginnt, wird es sehr schnell, sehr übel werden, weil der Margin Call sich durch das System frisst. Check!
  • Die Dominanz der trendfolgenden Algorithmen, wird den nächsten Crash noch schneller, tiefer und brutaler machen, als alle vorher. Check!

Habe ich etwas vergessen? Bestimmt! Da fällt Ihnen doch mit Sicherheit noch ein wichtiger Punkt ein. Oder?

Ach ja, ich habe noch Einen mit einem Augenzwinkern: 😉

  • Gold ist neben einem Bunker, einem Colt und einem Rübenbeet, die einzige Rettung in der kommenden Katastrophe. Check? LOL!

Moment, ich habe noch Einen, dieses Mal Kategorie "Kalauer":

  • Auf steht immer nur die reine Wahrheit und es wird alles genau so kommen, wie da gesagt wird. Check? LOL!

So, das sollte genügen. Und da die Lage so erfrischend und erfreulich ist, wie sie ist, schauen wir nun auf den DAX im langfristigen Bild, der dieser traurigen Lage sicher Rechnung tragen wird, denn der Markt hat ja immer Recht:

DAX 05.08.15 Long

Uppps! Das sieht ja ziemlich bullisch aus! Ja spinnen die denn alle, die Römer? Ähhh die Börsianer?

Hari hier - mit einer Erklärung:

Nein, die spinnen nicht alle. Denn "die Börsianer", das sind nicht unbekannte "Idioten", sondern das sind Sie - ja Sie! - und ich und tausende andere, ziemlich kluge, vernunftbegabte und kompetente Marktteilnehmer. Und die wissen das alles, was ich oben geschrieben habe.

Die kennen die obige Liste ganz genau und können selber noch ein paar Punkte hinzu fügen, an die ich nun auf die Schnelle nicht gedacht habe. Und trotzdem haben diese Marktteilnehmer - wir - beim DAX genau diesen Kursverlauf erzeugt.

Was sagt uns das?

Das ist die alles entscheidende Frage, wenn man an der Börse Geld verdienen will. Denn am permanenten Crash-Gerede verdienen nur die, die ihnen dafür ihre Bücher oder Börsenbriefe verkaufen. Klar irgendwann werden auch die Crash-Propheten mal Recht haben, das liegt in der Natur der Sache. Nur wann, das ist die Frage, die über Gewinn oder Verlust entscheidet!

Wenn Sie die Antwort auf obige Frage nicht kennen, sollten Sie diese unbedingt kennen lernen. Denn genau so eine Liste der Sorgen, zeichnet eine "Wall of Worry" - eine "Mauer der Sorgen" oder auch "Wand der Angst" aus.

Und wissen Sie auch, was Märkte gewöhnlich an so einer Wall of Worry machen? Sie steigen. 😉

Und wissen Sie auch, wann sie nicht mehr steigen können? Wenn es diese Ängste nicht mehr gibt und alle Zeichen auf Grün stehen.

Ich wollte das nur mal gesagt haben, Parallelitäten zur Aktualität sind natürlich rein zufällig. 😉

Und keine Frage, auch ich mache mir diese Sorgen, siehe auch -> Mr. Gnadenlos und das wahre Risiko <-, oder endlose Artikel zum Desaster des fehl konstruierten Euros. Es ist ja nicht so, dass ich die meisten Punkte oben nicht auch genau so sehen würde.

Aber wir sollten eben nicht den "Crash" schon handeln wollen, wenn in der Price-Action noch keiner zu sehen ist. Und nicht in die Honigfallen derer gehen, die mit der Angst vor dem Crash ihr Geld verdienen. Denn was wir derzeit in den Indizes sehen, ist bestenfalls eine Seitwärtskonsolidierung mit offenem Ausgang. Was daraus wird, ist noch offen.

Ja, das kann durchaus ein bedeutendes Top werden, was wir da gerade im S&P500 sehen. Muss es das? Nein, es ist nur eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit, gegen die man sich absichert, auf die man aber nicht blind wettet.

Wir sollten immer für alle Möglichkeiten offen sein. Und wir sollten erst handeln, wenn es etwas zu handeln gibt. Denn als kluge Marktteilnehmer handeln wir, was wir tatsächlich sehen und nicht, was wir zu sehen erhoffen oder befürchten.

Und wissen Sie was? Ich könnte eine ebenso lange und eindrucksvolle Liste zu den Dingen machen, die in der Welt besser geworden sind und zur Hoffnung Anlass geben. Den Unterschied macht die Perspektive - und die Erwartung.

Und um Ihnen endgültig den "Gnadenschuss" zu geben: Seien Sie mal ehrlich, hat diese Liste von oben, vor vier Jahren im Jahr 2011 so viel anders ausgesehen? Da war der DAX kurz unter 5.000, wie sie dem Chart oben leicht entnehmen. 😉

Was sagt uns das nun?

Ihr Hari

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Problemfall Volkswagen

Der folgende Artikel erschien gestern, Montag 13.07.15 17:10 Uhr in Hari Live

Wenn ich eine Aktie auswählen sollte, für die ich im DAX derzeit am skeptischten bin, würde mir Volkswagen, konkret hier die im DAX notierenden Vorzüge, einfallen.

Warum?

Erstens wissen Sie, wie sehr ich Ferdinand Piëchs Kritik inhaltlich geteilt habe. Zu gross, zu komplex, zu zentralistisch unter Winterkorn, zu selbstgefällig unter Winterkorn, zu stark von Gewerkschaften und Politik dominiert. So sehe ich persönlich Volkswagen.

Zweitens gibt es kaum ein Unternehmen, dass so stark vom chinesischen Markt abhängt. Wenn die Autoverkäufe in China kippen, hat VW schnell ein ernstes Problem. Das auch, weil man unfähig erscheint, das US Geschäft richtig zum Laufen zu bringen.

Drittens zeigt das Chart nicht nur weiter einen klaren Abwärtstrend und auch heute wieder relative Schwäche zum DAX. Auch eine deutliche negative Divergenz im On-Balance-Volumen zeigt sich, sprich das grosse Geld scheint so skeptisch wie ich zu sein:

VW VZ 13.07.15

Nun kann man sich darüber streiten, ob VW wirklich die Aktie im DAX mit dem zweifelhaftesten Ausblick ist, um solche Superlative geht es mir aber auch nicht.

Klar ist aber, dass das keine Aussichten und keine Rahmenbedingungen sind, die mich derzeit dazu veranlassen, bei VW nun Long zu sein. Wenn schon unbedingt deutsche Autos, dann immer noch besser BMW oder Daimler. Wobei auch bei denen das Upside langsam begrenzt sein sollte.

Sicher, man versucht bei VW nun mit einer Umorganisation etwas gegenzusteuern und auch der neue VW Marken-Chef Herbert Diess, könnte frischen Wind bringen. Auch wenn das keiner zugeben will, hat Ferdinand Piëchs harsche Kritik doch etwas in Bewegung gesetzt.

Aber auch ein Herbert Diess muss sich erst einmal gegen die in meinen Augen wahren Mehrheitsgesellschafter - die Gewerkschaften - durchsetzen. Denn bei aller Liebe und aller Berechtigung einer starken Mitarbeitervertretung, im Zusammenspiel mit der Politik scheinen die Gewerkschaften mir bei VW zu mächtig zu sein. Und davon abgesehen, was ist wenn der Fisch wirklich vom Kopf stinkt, wie es Piëchs Kritik für mich persönlich implizierte?

Nein, VW macht mir als Aktie den Mund gerade nicht wässrig.

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Apple und die US Indizes an der Klippe

Vor einer guten Woche, hatte ich im Artikel -> Mr. Gnadenlos und das wahre Risiko <- schon darauf hingewiesen, dass die mittelfristigen Risiken in den US Indizes und im Speziellen im Leitindex S&P500 steigen.

Nun hatten wir gestern sogar noch ein fieses "Reversal des Reversals", denn der Dienstag brachte im Sinne "Turnaround Tuesday" eigentlich alle Parameter eines beginnenden Rebounds, wurde aber am gestrigen Mittwoch unter dem Druck von Grexit, China und einer über Stunden geschlossenen New York Stock Exchange, vollständig wieder abgegeben.

Die Price-Action im S&P500 wird daher immer fragwürdiger, das Chart zeigt deutlich, wie riskant die Lage nun ist:

S&P500 09.07.15 3

Wer jetzt also nur auf Griechenland starrt und eine Auflösung des Dramas für Käufe nutzen will, könnte damit auf mittelfristige Sicht deutlich zu kurz springen. Denn damit befindet man sich im massiven Konsens im deutschen Markt, alle warten darauf, den Grexit dann wieder als Kaufgelegenheit nutzen zu wollen. Und was alle erwarten, kann am Markt nur schwer eintreffen.

Ein denkbares und für den fiesen Mr. Market sehr typisches Szenario, wäre daher eine kurze Erleichterungsrally im DAX, die dann aber schnell von den wichtigeren Problemen im Rest der Welt aufgefressen wird. Stellen Sie sich nur mal vor, in China würde der Absturz weiter gehen und das Vertrauen der Bevölkerung erschüttern. Unsere Autobauer würden es wohl in den Absatzzahlen als Erste merken und der DAX in Folge auch.

Und mit den hektischen, dirigistischen Maßnahmen zur "Stützung" des Marktes, machen die chinesischen - nur dem Namen nach noch "kommunistischen" - Kader alles nur schlimmer, weil sie das Vertrauen untergraben und sich dem Risiko aussetzen, die eigene Machtlosigkeit deutlich zu machen. Und wenn Vertrauen bricht, dann geht es schnell und massiv nach unten. Eine Herde von Marktteilnehmern, die von Panik in eine Abwärts-Stampede getrieben wird, hält wirklich in ihrem Lauf, "weder Ochs noch Esel auf". Das müssen die Chinesen wohl noch lernen - Vertrauen ist das Zauberwort, nicht operative Hektik!

Deshalb ist es für uns nun so wichtig, auf die US Indizes zu schauen, denn wenn die nun zur ersten harten Korrektur seit über drei Jahren ansetzen sollten, wird sich der DAX dem nicht entziehen können!

Kurzfristig ist das Sentiment in den US nun aber so sauer geworden, dass eine positive Gegenbewegung in den nächsten Tagen, vielleicht auch im Zuge einer Auflösung des griechischen Dramas, ganz gute Chancen hat. Was danach kommt ist die Frage und da sieht die Marktmechanik im mittelfristigen Blick wirklich nicht mehr gut aus.

Will man den Zustand eines Marktes einschätzen, lohnt es sich dabei auch, einen Blick auf die führenden Aktien und deren Strukturen zu werfen und wer wäre da besser geeignet, als *der* Bluechip schlechthin: Apple.

Wir sehen im Chart schnell, dass bis zum 28.04. (dem blauen Pfeil) alles nach einer positiven Fortsetzung des Aufwärtstrends wie aus dem Lehrbuch aussah. Das böse Reversal am 28.04., hat dann aber alles verändert und seit dem ist der Wurm drin:

AAPL 09.07.15

Wir sehen auch, dass Apple nun im wahrsten Sinne des Wortes "an der Klippe" steht und die nun deutlich sichtbare Divergenz im On-Balance-Volumen, macht keine guten Gefühle. Eine diffuse Nachrichtenlage mit negativen Nachrichten zur Apple Watch, macht die Lage nicht einfacher. Diese Nachrichten sind nicht wegen der absoluten Zahlen bedeutend, dafür ist der Umsatz der Apple Watch zu gering. Sie haben aber Bedeutung, weil sie am Nimbus der Unbesiegbarkeit von Apple kratzen.

Trotzdem gehe ich auch bei Apple eher davon aus, dass wir hier nicht direkt durchfallen, sondern es nun kurzfristig erst einmal eher nach oben geht. Danach wird es aber wirklich riskant und wenn eine solche Gegenbewegung wieder verkauft werden sollte, muss man bei Apple, wie bei den US Indizes, von einer echten Korrektur ausgehen, die dann auch am DAX nicht vorüber gehen wird.

Fazit:

Die mittelfristige Lage in den US Indizes sieht zunehmend wackelig aus. Noch ist nichts entschieden und auch eine erneute Auflösung nach oben ist denkbar. Wir dürfen durch das griechische Gezappel aber auf keinen Fall blind für diese Entwicklungen werden, denn die sind für DAX und Co. am Ende wichtiger als die Frage, auf welche Art und Weise nun weitere Steuermilliarden in Griechenland verbrannt werden. Denn dass es dazu kommt, ist völlig klar. Die Frage ist nur, ob für ein Programm, das sowieso nicht eingehalten wird oder für humanitäre Rettungsmassnahmen, die von Teilen der Gesellschaft gar nicht gewollt werden, weil man ja "so stolz" ist.

Wir dagegen sollten als rationale und professionell agierende Marktteilnehmer "stolz" sein, wenn wir diese schwierige Marktphase weiter unbeschadet überstehen, denn die ist nicht ohne und voller versteckter Risiken. Wer dabei Hilfe braucht, sollte sich der sumerdigital Community anschliessen.

Ihr Hari

PS: Übrigens, wir haben einen weiteren Kolumnisten an Bord, schauen Sie -> hier <-. "Nun sind wir fünf!" kann ich also dankbar im Stile von "Chris", dem Anführer der sagen. 😉

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