Marktupdate – 13.08.12 – DAX trotz „Grexit“ bald mit neuen Höchstständen ?

12:00 Uhr

Der Montag beginnt wie die letzte Woche endete - mit einem Markt der knapp unter DAX 7000 konsolidiert. Diese Seitwärtskonsolidierung ist ganz typisch für starke Bullenmärkte.

Aus den historischen Daten vergleichbarer Situationen ergibt sich eine gute statistische Wahrscheinlichkeit, dass die Konsolidierung den Boden für eine weitere, starke Bewegung nach oben bereitet, die den DAX und den S&P500 dann zu neuen Jahreshöchstständen und darüber hinaus führen sollte. Technisch hatten wir letzte Woche einen Ausbruch aus einem grossen zulaufenden Dreieck, das sich seit April im S&P500 gebildet hat und nun nach dem Ausbruch rein rechnerisch ein Kursziel von über 1540 ergibt ! Auch das spricht für steigende Kurse und neue Jahreshöchststände.

Die schon bekannten Faktoren der Hoffnung auf die Notenbanken und die relative Ruhe des Sommers, sollten auch diese Woche unverändert erhalten bleiben und den Markt weiter stützen.

Spannend wird sicher spätestens ab September das Thema Griechenland. Der "Grexit" ist nach meiner Ansicht nahezu sicher und wird diesen Herbst wohl definitiv stattfinden. Während aber die Medien noch die bekannten Weltuntergangsszenarien malen, halte ich das Thema mittlerweile für einen latent positiven Faktor für die Börsen. Dafür sind mehrere Gründe ausschlaggebend:

(1)

Banken und Versicherungen hatten mehr als genug Zeit sich vorzubereiten oder um es mit einem Sprichwort zu sagen: "Was uns umbringt, sind nicht die Dinge vor denen wir uns sorgen, es sind die Dinge die wir nicht auf der Rechnung haben !"

(2)

Ein guter Teil der Katastrophenrhetorik der vergangenen Monate und Jahre von Banken und Staaten zum "Grexit" war auch bewusste Überspitzung, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Die Banken brauchten diese Lyrik der "Alternativlosigkeit", um die Politik dazu zu bringen in ihrem Sinne die "Scheckbücher" zu öffnen. Letztlich ist der Finanzsektor mit Steuergeldern gestützt und gerettet worden. Ohne Weltuntergangslyrik wäre das wohl kaum möglich gewesen. Die Regierungen brauchten die gleiche Lyrik dann aber um ihre nationalen Parlamente zu disziplinieren. So haben beide Seiten ins gleiche Horn getrötet und so für Disziplinierung der Öffentlichkeit gesorgt.

Sicher wäre ein ungeordneter "Grexit" vor einem Jahr ein Problem für das Finanzsystem gewesen, insofern sind die Sorgen ja nicht ohne Fundierung und es war sinnvoll, sich von Seiten der Politik Zeit zu kaufen, auch wenn es viel Steuergeld verbrannte. Aber es ist eben nur das ziemlich irrelevante Griechenland über das wir hier reden, die (Finanz-)Welt wäre daran nicht zugrunde gegangen. Entscheidend war und ist nicht Griechenland, sondern die Frage, ob es Kaskadeneffekte und Ansteckungen in die grossen Länder der Eurozone wie Spanien und Italien hinein geben wird. Dieses Thema dürfte aber nun aufgrund des klaren Commitments der EZB, verbunden mit dem (vorbehaltlich des BVG) im September verfügbaren ESM weitgehend vom Tisch sein.

(3)

Sobald der "Grexit" vollzogen ist und die Welt doch nicht untergegangen ist, dürfte das die Börsen in Euroland weiter befeuern, da dem Markt doch eine Last von den Schulter genommen wurde. Die Beherrschbarkeit des "Grexit" dürfte auch psychologisch zu einer etwas entspannteren Sicht auf mögliche ähnliche Szenarien in Ländern wie Portugal führen und den Markt entlasten.

(4)

Das Zudrehen des Geldhahns dürfte einen positiven, disziplinierenden Effekt auf die andere "PIGS" haben, damit dürfte klar sein, dass es keinen Freifahrtschein zu den europäischen Töpfen gibt. Dieser disziplinierende Effekt wird die Regierungen in ihren Bemühungen stützen, weil damit in der Bevölkerung der PIGS höhere Akzeptanz für die harten Schnitte existieren dürfte.

(5)

Letztlich signalisiert der Markt mit seinem aktuell bullischen Verhalten auch eindeutig, das er keine Angst vor einem "Grexit" mehr hat. Denn es wäre naiv anzunehmen, dass die Vielzahl der professionellen Marktteilnehmer signifikant dümmer als wir ist und nicht ebenso den "Grexit" für diesen Herbst fest erwartet. Nein, der Markt steigt im Lichte dieser klaren Erwartung, das ist ein eindeutiges Signal.

Summa Summarum mache ich mir um den "Grexit" keine grossen Sorgen mehr, obwohl mir bewusst ist, dass es die Börsen trotzdem kurzfristig durchschütteln dürfte. Denn kurzfristige Unsicherheit ist an der Börse immer ein Faktor, der die Kurse bewegt. Diese Korrektur sollte dann aber eher mittelfristige Kaufgelegenheit sein.

Auch das BVG macht mir im September keine zu grossen Sorgen, ich halte die Mitglieder für weitgehend loyal zur "Pro-Euro" Linie der Bundesregierung stehend. Deshalb wird das BVG den ESM nach meiner Erwartung wohl einerseits durchwinken, andererseits aber eine "nun ist es gut" Haltung einnehmen und der Politik aufgeben, nun endlich eine verfassungsrechtliche Legitimierung ihrer Politik in Form einer Volksabstimmung zu erreichen. Die aktuellen Aussagen der Politik lassen dabei tief in diese Richtung blicken, denn ich halte es für realitätsfremd anzunehmen, dass es zwischen den vielen politiknahen Verfassungsrichtern und der Regierung keine "Vorab-Kommunikation" über die Richtung geben würde, die der Regierung frühzeitig indiziert, wie sich das Urteil entwickelt.

Bedenken Sie aber, dass meine positive Sicht nach wie vor nur auf die kommenden Wochen des August begrenzt ist und ich definitiv keine Prognose über den weiteren Verlauf des Jahres ab September wage. Das obwohl mir mein Instinkt (Bauch) eher eine für alle überraschende massive Rally zum Jahresende nahe legt, denn genau die hat niemand auf der Rechnung und ich "wittere" derzeit die psychologische Zeitenwende im Markt. Aber das ist wie gesagt nur Instinkt und ich handele nicht nach meinem Bauch.

Wenn der Markt im Herbst wieder zusammen brechen sollte, dann wird es also nach meiner Ansicht bestimmt nicht wegen Griechenland sein, sondern eher wegen eines Themas, das wir heute noch nicht kennen bzw nicht ernst genug nehmen. Ob der "Fiscal Cliff" der US dafür das Potential hat, vermag ich im Moment noch nicht abschliessend einzuschätzen, unterschätzt ist das Thema aber von den Märkten definitiv nicht !

Soweit zum Thema "Grexit", schauen wir mal, was uns sonst noch so bevor steht:

  • Statistisch ist diese Woche des August eine positive Woche.
  • Wir haben POMO Buy Operationen am Montag, Dienstag und Donnerstag und eine Sell-Operation am Mittwoch. In Summe sollte das den Markt stützen.
  • Wir haben weiterhin niedriges Volumen und relative Ruhe im Markt.
  • Die Sentimentindikatoren indizieren weiterhin erhebliche Skepsis und sind weit von Ständen entfernt, die eine unmittelbare Top-Bildung implizieren würden.

In Summe also nicht viel Neues, was eine "Follow the Trend" Taktik wohl weiterhin zur sinnvollsten Vorgehensweise macht.

Ich bin daher weiterhin "Long and Strong" im Markt, setze auf Jahreshöchststände noch im August und habe meine Stops im DAX nun auf knapp unter 6700 nachgezogen, im S&P500 auf knapp unter 1360.

Ich wünsche Ihnne diese Woche viel Erfolg und ein gutes Händchen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 10.08.12 – Endlich eine Korrektur ?

09:20 Uhr

Ein paar kurze Zeilen zur Lage. Wie gestern beschrieben, bewegen wir uns aktuell in einer Seitwärtskonsolidierung. Diese löst sich in der Regel in der Trendrichtung - also nach oben - auf.

Ganz typisch in so einer Konsolidierung ist aber auch, dass es einen Moment gibt, in dem der Markt den Eindruck macht doch in die Gegenrichtung abzustürzen. Dieser "Fakeout" kommt oft kurz bevor der Markt dann mit Macht die eigentliche Richtung wieder aufnimmt.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn in so einem "Fakeout" verlassen schwachen Hände den Markt und die sowieso schon bärisch gestimmten Marktteilnehmer sehen sich bestätigt und legen nach. Das ist dann der Treibsatz für einen Short-Squeeze, wenn dann die Bullen die Korrektur wieder mit Macht kaufen.

Heute haben wir ein Szenario, das vielleicht nach diesem Muster ablaufen könnte. Die Chance dafür ist auf jeden Fall da. Denn noch nie in den letzten Tagen war die Chance für eine Korrektur im DAX bis 6800 so gut wie heute. Wir sind mehrfach an 7000 gescheitert und haben damit eine kurzzeitige Erschöpfung der Bullen. Und wir hatten nun auch durchwachsene Daten aus China. Jetzt genügt eine negative Nachricht als Auslöser, um den ersten echten Korrekturversuch seit Tagen zu starten. Spannend wird es ab 10 Uhr und richtig spannend dann ab ca. 16.30 Uhr an der Wallstreet.

Ich bin aber weiterhin tendentiell bullisch und werde diese Korrektur aggressiv kaufen, wenn sich nicht an der Nachrichtenlage etwas Substantielles ändern sollte. Sollte die Korrektur kommen, rechne ich mit einer Bewegung bis maximal 6700 im DAX nach unten. Eine derartige Korrektur wäre dann nur gesund und positiv zu werten. Sollten wir mit Schlusskurs noch tiefer fallen, müsste ich mein bullisches Szenario in Frage stellen. Davon sind wir aber noch weit entfernt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 08.08.12 – War es das schon wieder mit der Korrektur ?

15:00 Uhr

Ein kurzes Update vor der Wallstreet.

Heute hatten wir die erwartete leichte Schwäche im DAX. Allerdings war bisher schon wieder bei 6910 Schluss, die 6800 wurden bis 15 Uhr auch nicht im Entferntesten erreicht.

Da stellt sich doch die Frage, ob es das schon wieder war mit der Korrektur. Und auch wenn es sich unglaublich anhört in Anbetracht der Gewinne der letzten Tage, es kann durchaus so sein. Denn jeder erwartet nun wohl eine Korrektur und jeder will sie nutzen noch auf den Zug aufzuspringen. So ist das nun einmal in so bullischen Aufwärtsbewegungen, die Stärke generiert neue Stärke.

Und weil nun jeder die Korrektur nutzen will, fällt sie nur sehr schwach aus. Wir müssen jetzt natürlich abwarten, was die Wallstreet macht. Vor 17 Uhr kann man da kein endgültiges Urteil fällen. Wenn sich diese Sicht aber bewahrheitet, tut man wohl gut daran schnell wieder einzusteigen, da man sonst Gefahr läuft an der Bahnsteigkante vom abfahrenden Zug zurück gelassen zu werden.

Wenn Sie mich fragen was ich erwarte, denke ich schon, dass die Wallstreet heute auch einen signifikanten Korrekturversuch startet. Insofern rechne ich durchaus noch mit einem DAX der sich unter 6900 bewegt. Ich werde dann aber wohl auch nicht mehr lange warten um die Korrektur zu kaufen, spätestens bei DAX 6800 wie schon gestern erwähnt.

Grundsätzlich sollten wir uns noch einmal in Erinnerung bringen, welche drei Parameter diese Rally treiben. Es sind:

(1) Die Hoffnung in Aktionen der Notenbanken, die als "Game Changer" wirken und eine höhere Risikoposition rechtfertigen.

(2) Das massiv negative Sentiment, alle die verkaufen wollten hatten schon verkauft und selbst heute, nach Tagen der Rally, ist das Sentiment noch im neutralen Bereich und weit von einer euphorischen Übertreibung entfernt.

(3) Die Ruhe des Sommers, in dem gerade auch die Politik in Urlaub ist und uns daher die täglichen Katastrophenmeldungen erspart bleiben. Nicht weil die Wirklichkeit anders wäre, sondern weil die Wahrnehmung der Wirklichkeit nun nicht mehr so alarmistisch ist. Der Mensch vergisst halt.

Wir sollten uns klar machen: Alle drei Faktoren bleiben voraussichtlich den ganzen August aktiv. Zumindest gibt es nichts am Horizont, das eine Änderung dieser Faktoren nahelegen würde.

Und wenn das so ist und die Faktoren aktiv bleiben, dann dürfte diese Rally noch Potential haben und Jahreshöchststände erreichen - und vielleicht mehr. Ich erinnere erneut daran, das Gummiband der Übertreibung kann auch nach oben weiter gedehnt werden, als man selber erwartet.

Insofern bleibt es bei meiner Positionierung. Ich bin Long und Strong im Markt und geniesse den Ritt nach oben. Im Moment orientieren sich meine Stops noch an den Tiefs vom letzten Donnerstag. Sollte heute oder morgen eine Korrektur durchlaufen und der Markt wieder nach oben drehen, werde ich die Tiefs dieser Korrektur nutzen um die Stops entsprechend nachzuziehen.

Wenn Sie sich jetzt fragen womit ich im Markt bin: Viele Aktien und Positionen kennen Sie, weil ich sie hier besprochen oder in den Tips erwähnt habe. "Nachlegen" bedeutet also, das ich bei den vorhandenen Positionen den Einsatz erhöhe, als noch zusätzlich nachkaufe. Zusätzlich dazu fange ich nun aber an mich auch für einige bisher extrem verprügelte Sektoren wie Stahl und Kohle zu interessieren. Denn die Lebenszeichen sind nun offensichtlich. Trotzdem gilt dort wie immer, erst ein etablierter Aufwärtstrend wird mich in diesen Bereichen zu signifikantem Einsatz bewegen können.

Ihr Hari

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Marktupdate – 07.08.12 – Der Bulle rennt schnaubend

16:30 Uhr

Heute nur ein paar kurze Zeilen. Denn der Blick auf die Kurstafel zeigt Ihnen schnell, das es zu meinem Artikel gestern und denen in den letzten Tagen wenig hinzu zu fügen gibt. Alles was zur aktuellen Situation zu sagen ist, habe ich schon mehrfach gesagt.

Deshalb nur ein Hinweis. Jetzt, da wir im S&P500 1403 erreicht haben und der DAX kurz vor der 7000 steht, nehme ich etwas Risiko aus dem Markt um eine Korrektur zu spielen, die bald eintreffen sollte.

Sollte sich nichts Grundlegendes ändern und nichts Überraschendes passieren, werde ich diese Korrektur aber schon spätestens bei DAX 6800 wieder kaufen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg - Enjoy the Ride 😉

Ihr Hari

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Marktupdate – 06.08.12 – Ist etwas Grosses auf dem Wege ?

15:00 Uhr

Heute ein kurzes Update vor Eröffnung der Wallstreet. Ich tue mich im Moment schwer hier viel Neues zu schreiben, weil es keine neuen Entwicklungen gibt.

Vor uns liegt eine von den Nachrichten und Terminen her relativ ruhige Woche. Die Rally läuft mit Macht, auch heute sehen wir wieder Stärke, von Korrektur ist selbst nach dem beeindruckenden Wochenausklang keine Spur. Wer die aussergewöhnliche Stärke nun immer noch nicht wahrhaben will, leidet unter einer Wahrnehmungsstörung.

Ich wiederhole wie hier schon letzte Woche gesagt, für mich hat diese Rally Substanz, das sind nicht mehr die kurzen Rallys des 2. Quartals, die dann sofort wieder abverkauft wurden. Hier fliesst echtes Geld mit "Conviction" in den Markt und auf die unterinvestierte Mehrheit entsteht Performance-Druck. So sieht das Verhalten eines Bullenmarktes aus, ein Verhalten das wir im ganzen 2. Quartal nicht hatten.

Auch Jim O’Neill, Chairman von Goldman Sachs giesst Öl in dieses Feuer, wie Sie nachlesen können und ich muss gestehen, auch mir drängt sich der Eindruck eines "Game Changers" auf, der im Raum steht. Wie Sie wissen, habe ich diese Einschätzung einer konzertierten Aktion schon vor Tagen in den Tips vertreten.

Ich unterschätze aus Erfahrung auch keineswegs die Fähigkeit von Mr. Market, solche Entwicklungen und grundlegende Trendwenden frühzeitig zu riechen und wie Mr. Market denkt, zeigt er uns gerade mit Macht. Vor diesem Hintergrund ist es gefährlich, seinen eigenen Überzeugungen und Einschätzungen nachzuhängen. Profitabler ist es in der Regel, einfach dem Markt auf seinem Weg nach oben zu folgen und die Absicherung brav mitzuziehen.

In diesem Zusammenhang passt es auch ins Bild, das zur Eurokrise plötzlich immer mehr Berichte auftauen, die von ersten Erfolgen der Spar- und Reformpolitik berichten, so zb oder . Auch das ist ganz typisch für solche Situationen, an denen sich am Horizont eine andere Wahrnehmung der Wirklichkeit zeigt.

Damit es keine Missverständnisse gibt, ich rufe hier nicht das Ende der Krise aus, ich glaube vielmehr, wir werden noch einige Eskalationen erleben, an deren Ende ein anderes Europa und ein anderer Euro steht, wenn es denn überhaupt noch der Euro ist. Ich rede hier nur über die nächsten Wochen, konkret den Monat August. Und da bleibt mein tendentieller Eindruck, dass der Markt noch mehr Luft nach oben hat, als die meisten im Moment ahnen. Klar ist aber auch, dass der Höhepunkt der aktuellen Bewegung, wann immer er kommt, wahrscheinlich eine hervorragende Short-Gelegenheit sein wird. Denn vorbei ist die Krise mit Sicherheit nicht !

Konkret kann es gut sein, dass der Markt nun erst einmal die runden Marken 1400 im S&P500 und 7000 im DAX sehen will, bevor die nächste ernst zu nehmende Runde der Gewinnmitnahmen einsetzt. Zumindest im S&P500 könnte die 1400 schon heute Realität werden. Nach der dann anstehenden Korrektur besteht aber durchaus die Chance für neue Jahreshöchststände.

Denn die Kombination von massiver Hoffnung in die Notenbanken, verbunden mit der Ruhe des Sommers und einem verbreiteten negativen Sentiment, das von Markt nichts erwartet, hat das Potential uns höher zu treiben, als in Anbetracht der realen Lage in der westlichen Welt wohl gerechtfertigt ist. Denken Sie daran, Börsen übertreiben in beide Richtungen und nicht nur nach unten !

Übrigens, noch ein für Sie vielleicht überraschender Hinweis. Ich bin der Meinung dass viele konservative Aktien im Bereich Nahrung/Konsum nun zu weit gelaufen sind. Gemeint sind Titel wie Nestle, Kraft Foods, Johnson & Johnson etc. Das sind hervorragende Aktien, die man dauerhaft halten kann, keine Frage. Aber das schnelle Geld ist damit nun gemacht und die Risikoprämie aus der Eurokrise vereinnahmt. Ich würde in dem Segment nun nicht mehr von grossen Zugewinnen in der überschaubaren Zukunft ausgehen. Übrigens habe ich gerade heute gesehen - und das ist auch der Grund das ich das hier erwähne - das auch das "Orakel von Omaha" in diese Richtung denkt, wie Sie nachlesen können.

Alles in allem stehe ich wirklich unter dem Eindruck, das der Markt gerade dabei ist einen Paradigma-Wechsel zu vollziehen - man könnte das auch einen "Leap of Faith" nennen, der erneut diejenigen am Strassenrand zurück lassen wird, die nicht schnell genug gedanklich umschalten können und den alten, eingeübten Reflexen nachhängen.

Ich kann daher gerade in dieser Phase nur zu allergrösster gedanklicher Flexibilität und Offenheit raten. Nehmen Sie die Wirklichkeit, wie sie sich Ihnen in Form der Kurse offenbart. Und nicht so, wie Sie glauben das sie sein sollte, dafür interessiert sich Mr. Market nämlich gar nicht !

Und bei alledem - und trotz des "Geruchs" einer Trendwende in der Luft - sollten wir die hervorragenden Stopniveaus nicht vergessen, die uns die Bärenfalle von Donnerstag nun verschafft hat. Den "Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste" und gut abgesichert, lässt sich auch mal aggressiver spielen, ohne gleich Haus und Hof zu verlieren, wenn Mr. Market doch wieder eine überraschende Volte schlagen sollte !

In diesem Sinne viel Erfolg !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Ein heißer August in DAX & Co steht bevor

Ein Gastartikel von Tokay

Mutmaßungen über den möglichen Kurs der EZB beherrschen die derzeitigen Entwicklungen. Vor zwei Wochen hatten wir danach gefragt, ob es zu einer Sommerrally kommen könne. Sie begann, aber wenige Tage später stand sie bereits wieder auf der Kippe. Doch der „Draghi-Put“ brachte den DAX wieder zum Stehen. Die Sommerrally war vorerst gerettet. Wie geht es weiter?

Noch einmal der Reihe nach: Der Abwärtstrend ABE wurde Ende Juni gestoppt und es entwickelte sich ein Aufwärtstrend CEF, den „Sommerrally“ zu nennen inzwischen keine Übertreibung mehr ist. Der Tag des „Draghi-Puts“ nun war ein bedeutender Tag: Er markierte den Schnittpunkt F zwischen der Aufwärtslinie der Sommerrally sowie der seit Frühjahr 2009 wirksamen Trendlinie DF. Hätte Mario Draghi an jenem Tag nicht ein entschiedenes Eingreifen der EZB bezüglich der Eurorettung angekündigt, wäre möglicherweise eine Abwärtsdynamik in Gang gekommen. Doch so prallte der DAX sozusagen wie ein Punchingball vom Punkt F ab und nahm erneut an Fahrt auf.

Das Problem besteht allerdings nun darin, dass Draghi „liefern“ muss. Gemäß der Regel „Don't fight the fed“ ist aufgrund der Erwartung möglicher Käufe von Staatsanleihen durch die EZB Kapital in den Markt geflossen bei allerdings abwartend-nervöser Grundhaltung. Auch wenn der DAX am Donnerstag abgab, so ist doch am Freitag die Nachfrage nach DAX-Titeln wieder durchweg gestiegen. Allerdings verschlechtern sich die Nachrichten von der euroländischen Konjunkturfront weiter, auch aus Deutschland kommen zunehmend schlechtere Nachrichten. Die momentane Sommerrally wird also getragen durch die Aussicht auf weitere Liquidität sowie die hierdurch sinkende Risikoneigung. Ein erneutes Aufflammen der Eurokrise ist allerdings stets möglich.

Die Projektion für den August könnte daher wie folgt lauten: Solange weder die Linien CE noch DF(Zone 6.450 bis 6.500 Punkte) klar nach unten durchschnitten werden, bleibt die Sommerrally weiterhin intakt. Die Luft wird jetzt allerdings zunehmend dünner, die Schwankungen größer. Sie reflektieren die Unsicherheit über die Entwicklung der nächsten Wochen und Monate. Sollten also diese Linien zügig durchbrochen werden, so ist eine Abwärtsdynamik wahrscheinlich, ein heißer August möglicherweise, dem im Anschluss frühzeitig einsetzende Herbststürme folgen könnten. Wie gesagt könnten, denn es muss nicht so kommen. Vorsicht bleibt aber weiterhin dringend geboten. Es geht in die nächste kritische Phase.

Tokay

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Marktupdate – 03.08.12 – Kaufgelegenheit DAX 6600 ?

09:45 Uhr

Guten Morgen,

eine ganz kurzes Update bzw Ergänzung zum gestrigen Artikel von 16 Uhr.

Nachdem ich den Artikel gestern erstellt hatte, haben die Bären dann tatsächlich einen weiteren Versuch gestartet, sich doch noch Respekt zu verschaffen. Der DAX wurde zeitweise im Handel unter 6600 gedrückt und der S&P500 unter 1360. Aber schon im gestrigen späten Handel kam dann wieder die Gegenbewegung, was uns im DAX Future bei knapp 6600 schliessen liess.

Heute Morgen setzt sich die Stärke fort und es sieht aktuell so aus, als ob wir schon bald wieder die 6700 testen. Offensichtlich wird der Rücksetzer als Kaufgelegenheit betrachtet.

In Summe bleibe ich daher bei meiner mehrfach geäusserten grundlegend bullischen Einschätzung zur kurzfristigen Entwicklung. Was die Bären gestern zeigten, war zwar bemüht, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen.

Fundamental denke ich im Übrigen, dass Draghi gestern tatsächlich geliefert hat und die Ankündigungen der EZB - die defacto einem Quantitative Easing im Euroraum entsprechen - sehr substantiell sind. Der Rückgang gestern beruhte nach meiner Einschätzung nur darauf, dass der Markt übertriebene Erwartungen im Sinne "sofort und gleich" hatte. Ich erwarte aber, dass sich diese Erkenntnis einer substantiellen Änderung der EZB Politik am Markt durchsetzt und für höhere Kurse sorgt.

Insofern sehe ich die Bullen immer noch im Vorteil und gebe einer Fortdauer der Rally im August eine höhere Wahrscheinlichkeit, als einem weiteren Absturz von DAX 6600 ausgehend. Sollte ich mit dieser Einschätzung richtig liegen, wären 6600 im DAX vielleicht eine Kaufgelegenheit mit Blick auf den weiteren Verlauf im August.

Heute sollte Sie übrigens um 14.30 Uhr aufmerksam sein, wenn die US Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden.

Ich wünsche Ihnen heute viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 02.08.12 – FED & EZB: ausser Reden nichts gewesen

16:00 Uhr

Wie treffend meine zuletzt mehrfach geäusserte Sicht auf die bullische Struktur des Marktes war, können wir heute wieder beobachten.

Wir standen mit DAX 6800 und S&P 500 1380 eigentlich nicht mehr sehr weit von den Jahreshöchstständen entfernt und hatten eine tagelange Rally hinter uns.

Und dann enttäuschen die Notenbanken auch noch übertriebene Erwartungen. FED mit QE3 - Fehlanzeige. Erneute Zinssenkung EZB - Fehlanzeige. Konkrete Massnahmen der EZB ausser Absichtserklärungen - Fehlanzeige. Immerhin hat Draghi nun konkrete Aktionen in den nächsten Wochen angekündigt und damit bleibt die Hoffnung am Leben. Aber trotzdem, normalerweise hätte diese Summe an Enttäuschungen reichen müssen, um den Markt massiv nach unten zu schicken.

Und was macht Mr. Market ? Er gibt bei den Enttäuschungen gestern und heute früh kaum ab. Dann spricht Draghi von konkreten Aktionen in den nächsten Wochen und der DAX Future steigt - Pling - sofort bis 6850 ! Erst als der Markt während der Pressekonferenz realisiert, das Draghi heute mehr als Ankündigungen noch nicht zu bieten hat, lässt das den DAX Future in einer Korrektur temporär bis 6604 abstürzen. Aber jetzt um 16 Uhr kommen die Kaufprogramme wieder und kaufen den Rücksetzer und 6700 sind schon wieder in Schlagweite.

Ich kann es nur deutlich sagen: wenn die Bären auch die heutige Enttäuschung nicht nutzen können um den Markt abzuschiessen, wenn wir uns im weiteren Handelsverlauf wieder über 6700 im DAX hoch robben, dann ist damit der Beweis erbracht, dass von den Bären aktuell keine Gefahr droht.

Aber noch haben die Bären ja ein paar Stunden Zeit das Blatt doch noch zu wenden. Eine bessere Definition für einen starken Markt gibt es auf jeden Fall nicht und ich kann nur dazu raten, das dann zu respektieren und sich dieser Dampfwalze nicht mit einem bärischen Bias entgegen zu stellen.

Insofern werde ich ganz aufmerksam den weiteren Verlauf des heutigen Tages abwarten, denn der sagt uns eine Menge darüber, wie die innere Konstitution des Marktes wirklich ist und wieviel Saft diese Rally noch hat. Damit die Bären meinen Respekt erwerben, müssen sie nun die "Nach-Draghi" Tiefs erneut durchschlagen und den DAX auch nachhaltig unter 6600 tauchen. Dann bin ich bereit die Bären wieder ernst zu nehmen.

Wie lange diese bullische Phase noch andauert kann Ihnen niemand sagen, vielleicht ist sie ja schon heute Abend vorbei. Aber was ich hier sehe, hat für mich eher den Charakter über ein kurzes Sommerwunder hinaus zu gehen und bis in den Herbst Wirkung zu zeigen. Denn wenn man es genau betrachtet, hat Draghi durchaus geliefert. Wer halbwegs kompetent die Mehrheitsmechanismen in der EZB verfolgt, konnte doch nicht ernsthaft erwarten, dass heute schon ein konkreter Beschluss erfolgt. Im Kern hat Draghi aber massive Staatsanleihenkäufe - also die europäische Version des Quantitative Easing - in den Raum gestellt. Ein Staat der also unter den ESM schlüpft, wird durch die Geschütze der EZB damit defacto vom Markt abgeschirmt.

Das ist schon eine sehr wesentlich und starke Aussage, die über das eigentliche Mandat der EZB hinaus geht. Insofern hat Draghi geliefert und ich vermute, der Markt wird das im Laufe des heutigen Handels auch so sehen. Um so wichtiger wird damit das Bundesverfassungsgericht am 12.09.12 werden, den Termin können Sie sich schon heute markieren, denn er wird für grosse Nervosität an den Märkten sorgen.

Und was den sich abzeichnenden Grexit angeht, wird der den Markt gar nicht interessieren, wenn die EZB mit klarer und aggressiver Sprache "alle notwendigen Massnahmen" garantiert und der ESM aktiv ist. Der Markt interessiert sich doch gar nicht für Griechenland und sorgt sich auch nicht darum. Was ist schon Griechenland für die Welt - eigentlich völlig irrelevant.

Der Markt sorgt sich um die Folgeeffekte eines Grexit in den grossen Volkswirtschaften der Eurozone wie Italien und Spanien. Wenn die EZB den Markt aber durch aggressive Sprache überzeugt, dass es sich nicht lohnt gegen die schweren Waffen der EZB auf eine Eskalation der Krise zu setzen, dann wird es schlicht keine Eskalation geben. Vertrauen ist halt das entscheidende Gut an den Finanzmärkten. Dann wird die Finanzwelt den sowieso unvermeidlichen Grexit nur noch mit einem desinteressierten Schulterzucken zur Kenntnis nehmen und letztlich wird es den Euro stärken.

Auffällig ist auch erneut die immense Stärke der grossen, defensiven Bluechips, hier fliesst eindeutig institutionelles Geld zu und diese Titel geben einfach kein bischen ihrer bisherigen Gewinne ab. Bei den kleinen und mittelgrossen Aktien ist das Bild lange nicht so positiv, was man auch leicht an der deutlichen Divergenz zwischen S&P500 und Russell2000 Index (RUT) erkennen kann.

Fazit: Wenn der heutige Tag bis Handelsschluss stark bleiben sollte und wir uns von den Tiefstständen nach Draghis Pressekonferenz weiter entfernen, sind ein DAX über 7000 und ein S&P500 über 1400 für mich durchaus wahrscheinlich geworden. Erst wenn wir unter DAX 6600 schliessen, wird sich mein Blick auch wieder nach unten richten. Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an meine im 2. Quartal mehrfach getätigte "Weissagung" einer Sommerrally, die sich vor einem Monat auch viele hier nicht so richtig vorstellen konnten. Es ist und bleibt halt einfach so, dass der Weg den sich die wenigsten vorstellen können, an der Börse mit der höchsten Wahrscheinlichkeit eintritt. Für Laien mag sich das komisch anhören, denkt man darüber nach wird es aber ganz logisch. Denn auf dem Weg den alle schon erwarten, sind alle auch positioniert und dieses Geld ist damit schon ausgegeben und in den Kursen verarbeitet.

Was ist heute sonst noch auffällig ?

Veolia (WKN 501451) wird heute mit zeitweise Minus 10% geschlachtet. Meine Warnung vom 05.07.12 war also offensichtlich gerechtfertigt. Auslöser waren die Zahlen, die ich aber gar nicht als so schlecht empfand, immerhin war Veolia wieder zu einem Quartalsgewinn in der Lage. Insofern bin ich mir nicht völlig darüber im Klaren, was zu diesem massiven Absturz heute geführt hat. Mit Sicherheit hatte der Markt bessere Zahlen erwartet. Ich habe aber schon seit dem 05.07.12 den Eindruck, dass es hier von Seiten der Politik Probleme gibt, die zu einer Verschlechterung der Stimmung im Sektor führen. Denn die Märkte in denen sich Veolia bewegt sind in hohem Masse politisch beeinflusst, bei einem sozialistischen Präsidenten erst recht. Wer aufgrund französischer Sprachkenntnisse mehr zum Geschehen bei Veolia beitragen kann, ist mit einem Kommentar herzlich willkommen.

Itron (WKN 888379) schiesst nach ausgezeichneten Zahlen um 10% nach oben.

Die Goldminen (ETF GDX) zeigen in Anbetracht des Goldpreise mit über 1% Plus um 16 Uhr Stärke und Überperformance. Wie übrigens Gold und Silber diese Enttäuschungen bisher auch ausgezeichnet verarbeitet haben. Sollte Gold heute trotz der Enttäuschung über 1600 USD schliessen, wäre das ein starkes Signal.

US National Gas (ETF UNG) setzt zu einer scharfen technischen Korrektur nach Test der 200-Tage-Linie an, weil die Lagerbestände überraschend hoch sind. Wenn der Aufwärtstrend dabei nicht gebrochen wird, könnte das eine Kaufgelegenheit sein. Dabei muss man auch ein wenig aufs Klima schauen, die Hitzewelle hat in den US diesen Sommer den Gasverbrauch in die Höhe getrieben und zur Wende bei US National Gas beigetragen. Sollte diese Hitzewelle nun auslaufen, dürfte der Kurs weiter korrigieren.

Ich wünsche viel Erfolg !

Ihr Hari

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