Gold ein Jahr später – die Monstranz der Sicherheit

Vor einem Jahr, im Juli 2014 habe ich hier einen grundlegenden Artikel zu Gold und den Goldminen geschrieben, den ich nun zwölf Monate später genau so wieder schreiben könnte.

Bitte lesen Sie den unbedingt noch einmal, er ist immer noch hoch aktuell und die Aussagen sind immer noch sehr richtig und wichtig und ich werde darauf Bezug nehmen. Und selbst das Chart ist im Kern noch gültig, es dauert offensichtlich nur länger, bis die 1000 USD mal touchiert werden:

-> Gold und Goldminen, zwischen Mythen, Crash, Eurokrise und Propaganda <-

Ich weiss, ich mache mir bei echten "Gold-Bugs" mit den folgenden Worten keine Freunde, aber falls Sie zu den Gold-Liebhabern gehören, fragen Sie sich bitte mal, *warum* Sie von Gold so angezogen werden und vielleicht auch diese vielen Seiten so attraktiv finden, auf denen es permanent nur um "Crashs", Verschwörungen und den nahenden Weltuntergang oder zumindest Währungscrash geht.

Ich gebe Ihnen die Antwort: weil Sie (zu) sehr an Sicherheit interessiert sind! Daran ist ja erst einmal auch nichts Schlimmes und die Vermeidung unnötiger Risiken, macht jede Menge Sinn. Man muss aber wie bei allem im Leben das richtige Mass finden und darf es nicht übertreiben mit der Sicherheit und dabei das Leben nicht vergessen. Das gilt auch und gerade für die Geldanlage!

In den US gibt es beispielsweise Menschen, die so vom Untergang der Welt überzeugt sind, dass sie sich tief in der Provinz schon in ihren eigenen Bunker zurück gezogen haben, das Gewehr neben sich stehend und die Regale voller Konserven, um lange auszuhalten.

Und so sitzen die da und warten. Und warten. Jahre, Jahrzehnte. Sie sitzen ganz "sicher" und geschützt. Dummerweise haben die dabei vergessen zu leben, denn auch sie werden älter. Und irgendwann sterben sie, ohne vieles getan und erlebt zu haben, was das Leben lebenswert macht. Sie waren dabei aber immer sicher. 😉

Nun sind das Extremfälle, aber ich denke Sie wissen, worauf ich hinaus will. Das Leben ist halt nicht sicher, es ist bunt und lebenswert, voller Risiken aber auch Chancen. Nur eines ist wirklich sicher, dass wir am Ende bildlich gesprochen in der Holzkiste landen! Vielleicht sollten wir uns das auch mal so klar machen, wie das Risiko des nächsten Crashs.

Und wenn wir uns die jahrelange Rally am Aktienmarkt anschauen, die hinter uns liegt, dann ist es doch vielen zu sicherheitsbewussten Anlegern auch ganz ähnlich gegangen:

Sie waren unsicher und ihnen wurde 2010 erklärt, dass der Crash kommt. Also warteten sie. Dann wurde Ihnen 2011 erzählt, dass der Crash kommt. Also warteten sie. Und warteten. Bis heute. Und kommt heute der Crash? Vielleicht, aber schauen Sie mal, wie Gold auf das Thema Griechenland reagiert hat. Gar nicht, oder? Kommt nun also der Crash? Vielleicht. 😉

Manipuliert! werden jetzt einige zum Goldpreis sagen. Kann sein, kann auch nicht sein, ist aber völlig "wurscht". Denn der Preis der da steht, ist der zu dem Sie nun und auch in Zukunft beim Händler Ihrer Wahl kaufen oder verkaufen können. Zu keinem anderen. Und wenn einige Goldhändler ihre eigenen werbenden Worte ernst nehmen würden, müssten sie ja ihren Kunden aktuell mehr für den Ankauf von Gold zahlen, weil der Gold-Preis ja so manipuliert ist. 😉

Komischerweise orientieren aber auch die Händler sich am "manipulierten" Preis. Selbst wenn er "manipuliert" sein sollte, was ist es also wert, das zu wissen? Nichts! Um aus meinem obigen Artikel von vor einem Jahr zu zitieren:

Und nehmen wir doch mal theoretisch an, es gäbe diese konzertierte Manipulation, an der Staaten, Notenbanken und Grossbanken mitwirken. Was verleitet jemanden dann zu der völlig naiven Vorstellung, dass dieses Kartell dann in Kürze aufbrechen würde? Im Gegenteil, wenn das Kartell Realität wäre, könnte es auch noch Jahre und vielleicht Jahrzehnte weiter machen.

Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass es klüger war in 2010 Aktien zu kaufen, als jetzt in 2015 noch in den Aktienmarkt einzusteigen. Das ist ja offensichtlich, vielleicht sollten Sie im Moment also tatsächlich warten. Diese Unsicherheit gibt es aber *immer*, wenn Sie auf Sicherheit beim Einstieg warten, werden Sie bis zu Ihrem Tode warten.

Und woran erkennen Sie eigentlich, dass Sie aufhören sollten zu warten? Und glauben Sie eigentlich, dass Sie nach dem nächsten Crash dann kaufen werden? Und wenn ja, warum konnten Sie es 2009 dann nicht?

Fragen über Fragen, die Sie sich mal unbedingt selber stellen sollten, wenn Ihnen Sicherheit bei der Geldanlage so wichtig ist, dass es Sie bei sinnvollen Entscheidungen blockiert und Sie den massiven Anstieg der letzten Jahre daher verpasst haben.

Denken Sie an den Mann, der im Bunker auf den kommenden Weltuntergang wartet. Hat der ein schönes Leben? Und was ist zu viel Sicherheit überhaupt wert, wenn unser Leben sowieso endlich ist?

Ich kann auch eine Metapher aus dem Fussball benutzen. Defensive und Angriff sind kein Gegensatz, man braucht immer beides, um ein Fussballspiel zu gewinnen. Wer sich nur im eigenen Strafraum verkriecht, kann vielleicht ein 0:0 halten, kann aber nicht gewinnen. Und wer ohne Rücksicht auf die Abwehr stürmt, schiesst vielleicht 3 Tore, bekommt aber auch vielleicht 5 hinten rein!

Beide Extreme sind eindeutig ungeeignet, beim Fussball zum Erfolg zu führen und das versteht jeder. Bei der Geldanlage ist es nicht anders, warum verstehen es dann so viele nicht? Warum also, denken Sie permanent über den nächsten Crash nach und nicht mal über das nächste Tor, das Sie schiessen wollen?

Faktum ist:

Auch ich halte Gold für einen sinnvollen Teil einer durchdachten Vermögens-Diversifizierung. Ich weiss, dass Gold das älteste und bewährteste Geld der Welt ist und vor allem nicht beliebig vermehrt werden kann. Und ich bin überzeugt davon, dass es Sinn macht, ein derartiges "Ersatzgeld" für den "Fall des Falles" vorrätig zu haben.

Abgesehen davon handele ich den Goldpreis oder Goldminen auch manchmal und schreibe hier im Blog darüber. Handeln kann man aber alles. Das ist aber eine ganz andere Thematik, als die prinzipielle Anlagesystematik, die ich in diesem Beitrag adressiere. Und wenn man die Edelmetalle gewinnorientiert handeln will, hat das Gerede um Manipulation erst recht keinen Sinn, dann zählt sowieso nur der Preis, der an der Börse aufgerufen wird und sonst nichts!

Ich bin also bestimmt kein Gegner der Edelmetalle. Aber ich mache aus Ihnen auch nicht, was sie nicht sind.

Gold ist kein Investment, sondern einfach nur ein langfristiges Wertaufbewahrungsmittel, Geld eben. Und weil es kein Investment ist, kann man mit ihm von kurzfristigen Kuchwankungen abgesehen, auch keinen langfristigen Ertrag erzielen, sondern nur langfristigen Vermögenserhalt.

Goldbarren sind totes Metall, sie werfen nichts ab und erfinden auch nichts. Sie haben keine Wertschöpfung und generieren keinen Ertrag. Sie sind einfach Geld, ein langfristig stabiles Wertaufbewahrungsmittel. Das ist ja auch schon was und hat seine Bedeutung, gerade in einer Welt, in der die Notenbanken wie wahnsinnig die Geldmenge aufblähen. Aber mehr als das ist es auch nicht.

Und die Edelmetalle bieten auch keine universelle Sicherheit. Sie bieten einen Sicherheitsschirm für nur einen einzigen Risikobereich des Lebens, die Entwertung der Papierwährungen und eine Währungskrise. Und deshalb haben sie eine Berechtigung. Aber man kann Edelmetalle weder essen noch trinken und ob man sie im Falle des Falles überhaupt verkaufen und tauschen kann und das dann nicht unter Strafe steht, ist auch noch fraglich.

Beste Sicherheit bietet bei der Geldanlage nur ein diversifiziertes, weltweit aufgestelltes Portfolio! Zu dem können und sollten Edelmetalle im angemessenen Rahmen gehören, aber zwingend gehören dort vor allem Beteiligungen hinein, die dauerhaften Ertrag abwerfen, wie Aktien zum Beispiel!

Gehen Sie also nicht immer wieder all den Seiten auf den Leim, die Sie mit Crash-Szenarien zum Kauf der Edelmetalle treiben wollen. Machen Sie sich klar, wie stark Ihr Sicherheitsbedürfnis ist.

Legen Sie sich eine angemessene Menge Edelmetalle zur Diversifizierung physisch ins Depot und dann vergessen Sie das Thema und leben Sie mit positiven Gedanken!

Und konzentrieren Sie sich auf die Themen, bei denen man wirklich Rendite und Vermögensaufbau erreichen kann und nicht nur das Kapital erhalten.

Abwehr und Angriff! Anders kann man ein Spiel nicht gewinnen!

Ihr Hari

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DAX: Sell in May und der Supervulkan

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 14.04.15 09:00 in Hari Live

Neben der eher taktisch - kurzfristigen Sicht, will ich heute in Sachen DAX auch einmal den Blick auf das ganze Jahr weiten.

Das ist zwangsläufig mit etwas Spekulation und der Benutzung der Glaskugel verbunden und Sie wissen daher, dass wir die folgenden Worte nur als bedenkenswerte Szenarien betrachten sollten. Und auf keinen Fall blind darauf wetten, denn feste Prognosen sind Unfug.

Solche gedanklichen Szenarien helfen aber, das taktische Geschehen in ein grösseres Bild einzuordnen und insofern haben sie Wert - wir dürfen sie nur nicht zur Monstranz erheben und unser Ego damit verknüpfen, denn wir kennen die Zukunft nicht und haben eben *keine* Glaskugel.

Nun mein Blick in die nicht vorhandene DAX Glaskugel, produziert dieses Bild für 2015:

DAX 2015

Womit sich die Frage stellt, warum?

Nun, erstens einmal, denke ich dass die Gründe die den DAX so nach oben katapultieren, von grundlegender Natur sind und durchaus das ganze Jahr tragen können. Denn wir haben einerseits das massive QE der EZB, das den Euro drückt und die Asset-Preise treibt. Und wir haben andererseits einen sowieso vorhandenen Nachholbedarf der europäischen Märkte, der nun zum Tragen kommt, wo die US Märkte ausgereizt erscheinen und das grosse, institutionelle Geld der US Anlager auf Performance-Jagd rund um den Globus geht.

Es ist also sinnvoll, als Arbeitshypothese davon auszugehen, dass diese Auftriebskräfte über das ganze Jahr andauern könnten.

Zweitens ist es aber offensichtlich, dass kein Markt - egal wie stark er ist - einfach ohne Pause immer so weiter laufen kann. Im Moment befindet sich der DAX in einem erneuten Schub, aber danach dürfte eine Verschnaufpause fast zwangsläufig sein.

Nun kommen wir ja wieder der "Sell in May" Bauernregel näher, die aber zuletzt nahezu wertlos war, weil sie in den letzten Jahren kaum funktioniert hat. Und wer die Reflexivität des Marktes versteht, ist darüber auch nicht überrascht, denn was alle erwarten, kann nur schwer Realität werden. Zuletzt wurde jedes Jahr wieder Ende April darüber medial fabuliert und dann kam oft ein vergleichsweise starker Sommer. Und der einzige echte, harte Einbruch der letzten Jahre seit 2009 war dann im August 2011, aber eben nicht ab Mai. Es kann also gut sein, dass die "Sell in May" Rhetorik nun etwas ermüdet ist, für Mr. Market ein guter Zeitpunkt, es dieses mal so ablaufen zu lassen. 😉

Aus dieser Kombination - prinzipiell das ganze Jahr andauernden Triebkräften, verbunden mit einer temporären Erschöpfung nach dem brutalen Anstieg seit Januar - ergibt sich das obige Bild für 2015, das meine Glaskugel ausspuckt. Und das zeigt höhere Kurse zum Jahresende als heute am 14.04.15.

Stellt sich nur die Frage, ob nicht doch eine grosse Topbildung und ein Crash möglich sind.

Natürlich sind sie möglich. Möglich ist immer fast alles. Und gestern habe ich ja am Beispiel gezeigt, dass wir sowieso dazu neigen, uns die Zukunft zu linear und ruhig vorzustellen und einer Kontrollillusion aufsitzen, die sich auch in klimatischen Dogmen zeigt, nach denen der Mensch immer und für alles die Ursache ist - schön wärs ja. 😉

Nein, da werden auch in 2015 Überraschungen kommen und da wir die nicht kennen, macht es auch keinen Sinn über deren Auswirkungen zu spekulieren. Dann kann man gleich das Gekröse von Fröschen befragen.

Möglich ist aber nicht wahrscheinlich. Damit ein starker Einbruch folgt, muss es entweder diese böse Riesenüberraschung geben, oder die oben beschriebenen Auftriebskräfte müssten nun ganz schnell ihre Wirkung verlieren.

Beides ist denkbar, aber nicht wahrscheinlich. Und deshalb lohnt es sich auch im grossen Bild, weiter auf den Trend zu setzen. Und der ist aufwärts!

Ach ja und noch etwas.

Im Forum wird nun zunehmend diskutiert, dass in Deutschland nun auch "die Milchmädchen" an die Börse strömen. Uns wurden interessante Berichte übermittelt von risikoaversen Anlegern ohne Aktien, die nun langsam keine andere Chance mehr sehen, als ihr Geld doch in den Aktienmarkt zu packen. Und uns wurde von Schlagzeilen in der Bild-Zeitung berichtet, die nun auch "die Milchmädchen" aktivieren.

Beides ist interessant und ein Faktor. Daraus aber unmittelbare Aussagen für den DAX abzuleiten, ist nach meiner Ansicht eher verfehlt und eine viel zu enge Betrachtungsweise.

Weder kann man daraus ableiten, dass die Rally nun zwingend nur deshalb weitergeht, nur weil deutsche Anleger nun ihren Cash in den Markt kippen. Das wird den DAX zwar stützen, es dominiert ihn aber nicht.

Noch kann man aus den ersten Anzeichen eines breiteren Interesses der Bevölkerung am Aktienmarkt schon ein Top ableiten. Wenn überhaupt, stehen wir da am Anfang einer Entwicklung, die vielleicht dann in 1 oder 2 Jahren eine neue Aktieneuphorie erzeugen könnte. Heute daraus Schlüsse zu ziehen, ist viel zu früh.

Beide Faktoren sind interessant und haben aber nur begrenzten Einfluss. Sie dominieren DAX und Co. aber nicht. Denn wir dürfen *NIE* vergessen, dass der DAX in der Hand ausländischer Investoren ist und dabei in Mehrzahl in der Hand von US Investoren. Und die US Anleger - auch "Mom and Dad" - haben schon eine sehr hohe Aktienquote, die nur schwer zu erhöhen ist.

Sollten die US Anleger - aus welchem Grund auch immer - dem DAX wieder ihr Vertrauen entziehen, wird das Geld deutscher Anleger vielleicht die Fallhöhe begrenzen, aber am Ende doch verpuffen.

Das dürfen wir nie vergessen. Die Kurse in Frankfurt werden bestenfalls teilweise durch das gemacht, was deutsche Anleger denken und fürchten. Sie werden vor allem aber durch die Attraktivität von Anlagen in Deutschland aus der Sicht der Welt und vor allem aus Sicht der Wallstreet gemacht.

Und was das angeht, markiert der Anfang von 2015 eine Wegscheide, ab der sich die Aufmerksamkeit der US Investoren weg vom Heimatmarkt bewegt. Und ich sehe keinen zwingenden Grund, warum sich das schon wieder schnell ändern sollte. Und vor allem deshalb steigt der DAX. Und hat gute Chancen, nach einer Sommerpause und einer Korrektur weiter zu steigen.

Ausser der Supervulkan bricht aus oder die Eurozone stolpert beim Versuch, einen Sirtaki mit einem eingebetteten doppelten Rittberger zu tanzen - natürlich. 😉

Ihr Hari

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Der „Schland-DAX“ im Sommer

Guten Morgen !

Das war das sechste WM-Endspiel einer deutschen Fussball-Nationalmannschaft, das ich in meinem Leben vor dem Fernseher verfolgt habe. Und der dritte Titel. Und es war zusammen mit 1990 der für mich verdienteste Titel, denn 1974 wurde zwar auch eine ausgezeichnete Mannschaft Weltmeister, die aber ihren spielerischen Zenit schon in der Europameisterschaft 1972 vorher erreichte (Netzer kam aus der Tiefe des Raumes ;-)) und im Finale sich nur mit Glück und dem Heimvorteil, gegen die Niederländer rund um Johann Cruyff durchsetzen konnte.

Sind "wir" jetzt Weltmeister ? Nein, bestimmt nicht, wir waren nicht auf dem Platz, ausserdem sind wir hier im Blog nicht alle Deutsche. 😉 Und Deutschland wurde auch nicht Weltmeister, nur seine besten Fussballer.

Und trotzdem steckt eine gewisse Wahrheit in dem "Deutschland ist Weltmeister", denn wenn eine Marketingagentur das perfekte Imageprogramm für ein Land erzeugen müsste, dann wäre es so ein Sieg, beziehungsweise die positive Fussball-Geschichte, die 2006 mit dem "Sommermärchen" ihren Anfang nahm.

Die Welt ist gross und andere Länder erlebt die Menschheit halt vor allem über Symbolik. Was wissen denn die durchnittlichen Deutschen zum Beispiel über Argentinien? Nicht viel wahrscheinlich.

Und so sind es Stereotypen der Vergangenheit wie der "Blitzkrieg" und die deutschen "Panzer", die das weltweite Bild eines Landes prägen. Und dieses Bild wird durch den Fussball nun zum Positiven beeinflusst und hinterlässt Spuren bei jungen Menschen in der ganzen Welt, die mit Deutschland nun ein starkes Team identifizieren, das schönen Fussball spielt.

Das schadet dem Land und auch seiner Wirtschaft sicher nicht, im Gegenteil. Und insofern ist Deutschland tatsächlich gestern auch irgendwie "Weltmeister" geworden.

Insofern stellt sich auch die Frage, ob der Titelgewinn gestern nun dem DAX nützt ? Ich würde sagen minimal ja, aber bestenfalls Zehntelpunkte in den kommenden Tagen. Börse ist zwar im hohen Masse Psychologie und auch von Stimmungen geprägt. Und wenn der DAX nun ausschliesslich von deutschen Privatanlegern bewegt würde, würde man wohl einen deutlicheren positiven Effekt verspüren. Denn Anlageentscheidungen von Individuen sind zu oft reine Stimmungsentscheidungen und bei guter Stimmung drückt man halt schneller auf den Kauf-Knopf.

Der DAX gehört aber in Mehrheit "Ausländern" und dabei primär der Wallstreet. Und die deutschen Marktteilnehmer, die DAX-Aktien halten, sind wiederum in der Mehrheit institutionelle Anleger, wie zB die Versicherungen. Und bei denen werden Anlageentscheidungen nicht von einzelnen Menschen getroffen, sondern von Anlage-Teams.

Insofern könnte heute ein kleiner, positiver Effekt im DAX vorhanden sein, das war es dann aber auch. Eher könnte die Binnenkonjunktur Deutschlands und vor allem der Handel etwas länger von der guten Stimmung profitieren. Und im Ausland profitieren eben deutsche Firmen, die sich leichter tun, gute Mitarbeiter zu bekommen und deren Produkte beliebter werden, wenn sich mit Deutschland nicht das Stereotyp der Panzer, sondern das eines kreativen, engagierten und vor allem sympathischen Teams verbindet.

Schaue ich in diese Börsenwoche hinein, dürfte diese primär von dem Beginn der Quartalssaison geprägt sein. Und der Verlauf der Berichtssaison wird wohl auch darüber entscheiden, ob die Aktienmärkte sich noch einmal zu Hochs aufraffen können, oder wir die Hochs für diesen Sommer schon gesehen haben.

Die europäischen Märkte haben nach der Schwäche der letzten Woche nun die Chance zur Stabilisierung und Verarbeitung der Ereignisse der letzten Woche. Das Beste was DAX & Co. nun machen könnte, wäre den Einbruch der letzten Woche schnell zu negieren und neutralisieren.

Im grossen Bild wirken die europäischen Aktienmärkte und der DAX aber für mich weiter nicht wie der Ort, an dem man im Vergleich zu anderen Märkten nun unbedingt sein muss. Gerade im DAX ist die Unfähigkeit der letzten Woche von den Tiefs wegzukommen - und das trotz einer Ende letzter Woche positiven Wallstreet im Rebound - eher ein Zeichen relativer Schwäche.

Und schaut man auf das Chart, sieht man ganz klar, dass der DAX nun einen Bruch nach unten vollzogen hat und er schnell die 9750 zurück erobern sollte, wenn er nicht Gefahr laufen will, noch weiter abzusacken. Und das am besten gleich heute, die Chance dafür ist heute da:

DAX 14.07.14

Die relative Schwäche des DAX bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass wir nun unbedingt vor einem grossen "Crash" stehen. Nein, das weltweite Umfeld für Aktien bleibt bis auf weiteres positiv. Aber zwischen permanent steigen und einbrechen, gibt es halt noch einen dritten Markt-Zustand. Und das ist ein Seitwärtsbewegung, die Bullen wie Bären gleichermassen frustriert und in keine der beiden Richtungen eine Entscheidung herbei führen kann. Und das könnte für den DAX der Zustand des Sommers 2014 werden. Wenn das so kommt, wäre es also eine gute Gelegenheit für Anleger, den Markt mal in Frieden zu lassen und sich der Sonne zuzuwenden. 😉

Es gibt also diesen Sommer sicher interessantere Aktienmärkte mit mehr Potential, als den DAX. Wo diese liegen und wo heute konkrete Chancen existieren, besprechen wir wie immer im Premium-Bereich.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche !

Ihr Hari

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S&P500 – Vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle

Der Crash kommt ? Irgendwann bestimmt. 😉

Mit dieser sarkastischen Feststellung, will ich meinen ersten Beitrag nach meinem Urlaub einleiten und mit Ihnen einen Blick auf den Leitindex S&P500 werfen.

Denn leider nützt es uns nichts zu wissen, dass der Crash irgendwann kommt, da der Zeitpunkt die entscheidende Frage ist. Und den Zeitpunkt kennt eben niemand, gerade nicht all die Crash-Gurus, die mit diversen Prognosen um Aufmerksamkeit heischen.

Deren System ist ebenso schlicht wie effektiv. Sie bedienen das ebenso menschliche, wie naive Bedürfnis, jemanden zu finden, der einem die Zukunft weissagt. Das System der Wahrsagerei hat schon vor hunderten Jahren auf den Rummelplätzen funktioniert, warum soll es nicht in der Gegenwart funktionieren ? Und wenn man die Bedürfnisse der Menschen bedient, kann man damit Aufmerksamkeit erreichen und so Umsatz machen - so funktioniert das.

Und so sagen all die selbsternannten Gurus im Kampf um Aufmerksamkeit allerlei voraus, was sie ebenso wenig wissen, wie der Rest der Menschheit. Für uns ist die einzig sinnvolle und depotschonende Art und Weise damit umzugehen aber, dieses mediale Rauschen auszuschalten und zu ignorieren. Wenn Sie eine Sache aus diesem Blog mitnehmen sollten, dann die Tatsache, dass konkrete Zukunfts-Prognosen an den Märkten Unfug sind. Das man aber trotzdem aktiv von den Märkten profitieren kann - das aber nur, in dem man konsequent den Signalen des Marktes folgt und nicht, in dem man klüger als der Markt sein will. Denn das sind wir in 99% der Fälle nicht. Markterfolg hat also damit zu tun, das wahrzunehmen was real passiert und seine Entscheidungen darauf zu basieren. Was man dagegen glaubt, was passieren wird oder sollte, ist eher wertlos.

Es gibt wohl kaum ein besseres Chart, um das klar zu machen, als das langfristige Chart des Aktien-Leitindex S&P500 seit 2011. Bestaunen Sie mit mir "die Mutter aller Trendkanäle" seit dem Doppelboden im Herbst 2011, der durch die Eurokrise geformt wurde:

S&P500 07.07.14

Und, waren Sie die ganze Zeit dabei ? Wenn man dieses Chart anschaut, sollte man ja meinen, es war leicht diese Bewegung mitzunehmen, die nicht weit von einer Verdoppelung! des weltweit grössten Aktienindex entfernt ist.

Leicht war es aber nicht, im Gegenteil! Es war sauschwer, denn andauernd wurde man mit Sorgen bombardiert und kamen berechtigte Zweifel auf, ob die Bewegung nachhaltig ist. Der Markt kletterte eine "Wall of Worry" und wir waren mittendrin. Hinterher ist immer gut "klugschnacken", mittendrin war es aber gar nicht einfach, immer voll mitzugehen und auch ich hatte Phasen, in denen ich vorsichtig wurde. Ich war aber immer mehr oder weniger stark dabei, gleichzeitig aber oft nach unten gut abgesichert.

"Dabei mit Reissleine" war sozusagen das Motto, mit dem ich die sumerdigital Mitglieder in den letzten 2 Jahren hier durch diese Bewegung begleitet habe. Und das ist auch für die Zukunft das richtige Motto - "kontrollierte Offensive" würde man das wohl im Fussball nennen. 🙂

Diese Vorsicht und die offenen Augen und Ohren für Gefahren sind auch richtig und sehr wichtig. Falsch ist es aber, sein Handeln am Markt direkt und unmittelbar nach diesen Ahnungen zu richten. Unser Handeln sollten wir nur nach dem richten, was real in der Price-Action sichtbar ist und nicht nach dem, was wir uns für die Zukunft einbilden.

Ich weiss es ist schwer, aber eine der Schlüsselfähigkeiten für Börsenerfolg ist, sich mit dem Unwissen über die Zukunft gelassen abzufinden und statt dessen alle Energie auf die richtige Interpretation der sichtbaren Signale der Gegenwart zu richten.

Wer das geschafft hat, hat diese eindrucksvolle Bewegung weitgehend mitgenommen, denn der Trend wurde nie gebrochen. Wer aber auf all die Einflüsterungen gehört hat und permanent den Markt in die Zukunft prognostizieren wollte, hat diese Bewegung garantiert weitgehend verpasst und noch schlimmer, sich teilweise dagegen gestellt. Und einige davon, haben daraus nichts gelernt und erfreuen sich auch heute noch an allerlei Weissagungen über den bald kommenden "grossen Crash". Irgendwann wird er ja auch mal kommen und dann kann man mit grossem Ego "siehste" sagen. Dumm nur, dass man vorher eine Verdoppelung des Depots verpasst hat, aber das sind ja Petitessen im Anblick der grossen Prognose. 😉

Was sagt uns dieses Chart also für die Gegenwart und die kommenden Sommermonate, wenn man die obigen Prinzipien konsequent anlegt ?

Erstens zeigt uns das Chart, dass der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten bisher ungebrochen ist und bis heute 07.07.14 nichts zwingend indiziert, dass wir hier und heute nun das Top sehen. Jetzt werden das einige wieder als Prognose lesen, weil sie diesen Reflex in Prognosen zu denken, so gewohnt sind. Aber nein, ich prognostiziere gar nichts, ist stelle nur den Zustand des Marktes am 07.07.14 fest. Es ist also durchaus möglich, dass der S&P500 bei ca. 2000 ein Top ausformt. Es ist gar nicht mal unwahrscheinlich.

Objektiv ernst nehmen können wir dieses Szenario aber erst dann, wenn der Index diesen Trendkanal nach unten verlässt. Und darauf blind spekulieren sollte man nicht, Sie sehen doch selbst, wie oft diese Spekulation in den letzten drei Jahren in die Hose gegangen ist, oder ? Aber schon klar, dieses Mal wird alles anders und dieses Mal sind wir klüger als der Markt. Wirklich ? 😉

Zweitens zeigt uns das Chart, dass sich der Index an der oberen Begrenzung des Trendkanals befindet und auch schon länger am oberen Rand des Bollinger Bandes. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr lange tragbar und eine Korrektur im Rahmen des Trendkanals - also bis ca. 1900 im S&P500 - hat in den kommenden Wochen gute Chancen.

Im ganz grossen Bild ist die Lage der Gegenwart also recht einfach: Nichts indiziert am 07.07.14 zwingend ein direkt bevorstehendes Ende der Rally an den Aktienmärkten. Gleichzeitig spricht viel dafür, dass man im S&P500 in den kommenden Wochen nun nach oben nicht mehr viel erwarten darf und eine Korrektur im bestehenden Aufwärtstrend gut denkbar ist. So schlicht und so klar ist die Lage.

Übrigens gilt die Aussage so nur für den S&P500, dem über 2000 temporär mal die Luft ausgehen sollte. Der DAX sieht für mich diesen Sommer interessanter aus, dazu aber im Premium-Bereich.

Und noch ein übrigens, denkbar ist auch ein Szenario, in dem es nun diesen Sommer trotzdem zu einer massiven Rally kommt. Der Liquiditätsdruck dafür ist da. Das sollten wir uns aber nicht wünschen, denn das hätte dann den Charakter einer Übertreibungsphase und die würde die Lage in den Herbst hinein wirklich explosiv machen. Wer also ein Interesse daran hat, dass dieser Trendkanal noch viele Monate weiter ruhig hochschiebt, dem ist nun mit einer Konsolidierung bzw kleinen Korrektur im S&P500 gut gedient.

So weit die aktuelle Lage. Wenn jetzt aber jemand denkt, um einem bösen Einbruch aus dem Weg gehen zu können, müsse man doch in die Zukunft schauen, kann ich nur widersprechen. Erinnern Sie sich doch bitte als Beispiel an den Sommer 2011, als die Eurokrise begann. Der DAX mäanderte lange zwischen 7000 und 7500 und dann kam diese eine Woche, in der der S&P500 im Zuge der Debt Limit Thematik einzubrechen begann. Der Einbruch war massiv und deutlich und zerschlug die damaligen technischen Unterstützungen. Es gab ein klares Exit-Signal, das man nur hätte beachten müssen, dann wäre man 80-90% der folgenden Abwärtsbewegung aus dem Weg gegangen.

Wenn man von einem harten Flash-Crash absieht - der als Restrisiko einfach ebenso stoisch ertragen werden muss, wie das Risiko, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt - dann wird auch der zukünftige "Crash" sich wieder durch klare technische Brüche ankündigen. Und wer diese respektiert, wird wieder dem grössten Teil der Abwärtsbewegung aus dem Weg gehen können. Wer aber permanent vorher klüger als der Markt sein will, wird auf dem Weg dahin viele Chancen verpassen.

Respektieren wir also diesen eindrucksvollen Trendkanal im S&P500 - solange er da ist. Solange ist der Trend unser Freund !

Ihr Hari

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Marktlage im DAX – Was sollen Anleger tun ?

Der DAX wackelt und zeigt eine klare Unter-Performance gegenüber anderen Indizes, insbesondere gegenüber dem Leitindex S&P500.

Natürlich spielt dabei auch die Unsicherheit um die Ukraine eine Rolle, die nur einige hundert Kilometer von Deutschlands Ostgrenze entfernt ist. Und auch die deutsche Wirtschaft hat viele Geschäfte mit Russland, was den DAX und MDAX besonders anfällig für die Auswirkungen von Eskalation und Wirtschaftssanktionen macht.

Die Ukraine alleine, reicht aber nicht aus als Erklärung für eine relative Schwäche des DAX, die schon seit März andauert. Da der DAX in der Mehrheit von angelsächsischen Investoren gehalten wird, braucht es auch deren Abflüsse, um dem DAX ein deutliche Unterperformance zu bescheren. Und das scheint zuletzt immer wieder der Fall gewesen zu sein.

Ich bleibe daher bei meiner schon vor Wochen geäusserten Ansicht, dass der DAX derzeit nicht einer der präferierten Indizes der Welt ist und man sein Kapital erfolgsträchtiger in anderen Teilen der Welt in Bewegung setzt. Wenn Sie wissen wollen in welchen, stossen Sie zur sumerdigital Community dazu.

Trotz dieser berechtigten Fragezeichen über dem DAX, sollte man aber doch die "Kirche im Dorf" lassen. Kaum geben die Märkte mal nach, poppen überall wieder diese unvermeidlichen Crash-Propheten hervor. Deren Geschäft ist einfach. Es wird jedes Mal, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, ein Crash vorher gesagt. Das hatten wir auch schon 2013, 2012 und 2011. In den 9 von 10 Fällen, in denen aus dem "Crash" nichts wird, haben die Leser das schnell vergessen, man redet dann halt nicht mehr darüber. Der eine Fall aber, sorgt dann dafür, dass man ausgesorgt hat und sich auf Jahre als "Crash-Guru" für teures Geld herum reichen lassen kann - oder noch besser, seine eigenen Fonds mit dieser "Expertise" unters Volk bringen kann.

Dieses System ist so durchschaubar, dass wir als erfahrene Anleger über diesem medialen Rauschen stehen sollten. Denn ein Blick auf das Wochenchart im DAX zeigt schnell, dass es zwar Grund zur Aufmerksamkeit und Vorsicht gibt, von einem Crash aber bisher in keinster Weise die Rede sein kann:

DAX W 16.04.14

Sie sehen in dem Chart ganz schnell, dass der DAX nun bestenfalls etwas mit dieser langfristigen Aufwärtstrendlinie flirtet. Ansonsten ist der Aufwärtstrend völlig intakt und das was wir gerade erleben, sieht eher wie eine Seitwärtskonsolidierung aus, die durchaus nach oben aufgelöst werden kann.

Erst wenn die wichtige Unterstützung unterhalb 9000 im DAX nachgeben sollte, dann wird dort, wo ich den blauen Stern hingezeichnet habe, der Trend langsam in Frage gestellt. Solange der DAX aber über 9000 bleibt, ist im grösseren Bild gar nichts passiert.

Das heisst nicht, dass man nun sorglos werden darf. Eine grosse Topbildung ist möglich, auch wenn sie im Chart noch nicht vollzogen ist. Wir haben in der sumerdigital Community daher schon seit Anfang letzter Woche die Cash-Quoten deutlich erhöht und sind nun weit defensiver aufgestellt.

Auch sind wir nun deutlich weniger aktiv im Markt unterwegs, als im letzten Jahr. In solch unsicheren Phasen, darf man sich einfach nicht hektisch in jedem Swing zerreiben lassen - ausser man hat sich als Daytrader auf diese Swings spezialisiert, was aber ein "hartes Brot" ist.

Zu Vorsicht und einer defensiven, neutralen Aufstellung, besteht also rationaler Anlass und das haben wir vollzogen. Darüber hinaus, gibt es aber bisher keinen Anlass für Katastrophen-Szenarien - wir müssen nun einfach ruhig und gelassen abwarten.

Der Markt wird uns schon zeigen, in welche Richtung er letztlich will. Und wenn der Markt dieses Zeichen gibt, werden sich auch wieder attraktive Chancen auftun, in welche Richtung auch immer.

Hier und Heute kann man die Frage "Was tun ?" also sehr leicht beantworten:

Wenn Sie rechtzeitig Ihre Aufstellung den erhöhten Risiken angepasst haben, gibt es aktuell nichts zu tun !

Und wenn Sie es bei dieser Korrektur wieder nicht geschafft haben, rechtzeitig mal mit einem Teil Ihrer Gewinne auf die Seitenlinie zu kommen, dann sollten Sie das unbedingt und zügig lernen !

Ihr Hari

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DAX Marktlage – Kaufen oder Verkaufen ?

Der EZB Entscheid steht heute Nachmittag bevor und der DAX klebt gleichzeitig an einer entscheidenden Stelle, die den Unterschied zwischen einem Ausbruch Richtung 10.000 und einer Topbildung ausmacht.

Wir wird das ausgehen ? Diese Frage ist irrelevant, wir wissen es sowieso frühestens erst heute ab 13:45 bzw 14:30 Uhr. Und so richtig wahrscheinlich erst, nachdem die US Arbeitsmarktdaten am Freitag durchgelaufen sind.

Kluge Anleger raten nicht über die Zukunft herum, sondern positionieren sich mit klug gewähltem Risikomanagement entsprechend der Wahrscheinlichkeiten der Gegenwart. Und warten dann demütig die Zukunft ab, die kommt sowieso von alleine.

Wie sollte man sich nun also im DAX positionieren ?

Da können wir es uns nun ganz schwierig machen und tausend Parameter analysieren und Alternativen wälzen. Am Ende schwirrt uns der Kopf, wirklich viel weiter, werden wir aber wahrscheinlich nicht sein.

Oder wir konzentrieren uns auf einfach auf das Wesentliche. Und werfen einen Blick auf die Marktstrukturen. Zunächst im Chart mit Tageskerzen:

DAX 03.04.14 2

Wir sehen eine mögliche Topbildung - man übersehe dabei den Konjunktiv nicht ! Denn wenn der DAX heute im Zuge der EZB dreht, hätten wir das dritte niedrigere Hoch. Dann fehlt nur noch ein tieferes Tief und wird hätten die Definition eines neuen Abwärtstrend erfüllt.

Gleichzeitig ist aber ein Ausbruch zu neuen Hochs ebenso schnell möglich und dann wird der DAX in kürzester Zeit die 10.000er Marke erreichen.

Statt nun herum zu raten, wie das ausgeht, schauen wir also lieber, wo wir uns nach unten absichern sollten. Und da ist natürlich die Zone unter 9.000 entscheidend, wenn diese gebrochen wird, muss zwingend das Risikomanagement greifen. Wer aber schon früher seine Positionsgrössen reduzieren will, kann das im Bereich unter 9400 tun, dort wo der DAX zuletzt zum Gap und Ausbruch nach oben ansetzte.

Schauen wir dann auf das langfristige Chart des DAX mit Wochenkerzen, bekommen wir eine noch einfachere Botschaft:

DAX 03.04.14 Wochen

Der Trend ist klar intakt und wenn der DAX heute weiter nach oben dreht, erneut klar bestätigt. Gegen so einen Trend stellt man sich nicht !

Gleichzeitig hat der Leitindex S&P500 gestern neue Allzeithochs bestätigt und wenn der Leitindex steigt, läuft der DAX nicht völlig konträr.

In Summe ist Börse im Moment also einfach, wenn man sich auf das Wesentliche beschränkt. Wir wissen nicht, was die EZB macht und wie der Markt darauf reagiert. Und wir wissen nicht, wie die US Arbeitsmarktdaten am Freitag aussehen werden und wie der Markt darauf reagiert.

Wir wissen aber, dass selbst der relativ unterperformende DAX, sich in einem intakten, langfristigen Aufwärtstrend befindet. Und wir haben bisher keinen wirklich nachhaltigen Abgabedruck gesehen, selbst das Kriegsrisiko in Osteuropa hat der DAX bisher vergleichsweise gut verdaut. Erste Warnzeichen waren in den letzten Wochen sichtbar, zu mehr ist es aber nicht gekommen.

Vorsicht ist also geboten und Absicherung Pflicht. Aber der dominante Trend zeigt weiter nach oben und wir tun gut daran, uns diesem Trend zumindest nicht in den Weg zu stellen.

So einfach ist Börse manchmal. Wenn wir nun unbedingt im DAX unser Kapital binden wollen, scheint nach unten zu sichern und nach oben zu schauen, das Gebot der Stunde zu sein. Und wenn nun doch - gerade heute - der *Crash* beginnt, über den gewisse Bauernfänger ja nun seit 2009 fabulieren, dann fliegen wir mit unseren Stops halt schon bald raus. Das ist dann zwar ärgerlich, aber das Leben geht weiter. Das Nägelkauen überlassen wir dann denen, die Stops für überflüssig halten.

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DAX-Betrachtung: Bleibt alles anders

DAX-Betrachtung: Bleibt alles anders

Ein Gastkommentar von Tokay

Der seit der Doppelkrise vom Sommer 2011(Eurokrise, Fiscal Cliff in den USA) laufende Bullenmarkt besteht weiterhin fort. Naturgemäß wird nun vermehrt die Frage gestellt, wie lange die Sache noch gut gehen könne. Einerseits steht das Thema „DAX 10000“ einmal mehr auf der Agenda, auf der anderen Seite machen diverse Crash-Szenarien die Runde, was dann mit der Höhe der Börsenkredite oder den Aktivitäten der einschlägigen Gurus(George Soros, Warren Buffett) begründet wird.

Schauen wir uns dazu das nachfolgende Langfristchart an. Der Bullenmarkt wird nach wie vor durch zwei große Linien geprägt:

  • einmal durch die Linie DE, die die obere Begrenzung des seit 2009 gültigen Aufwärtstrends markiert;
  • dann durch die Linie ABC, die die untere Begrenzung des seit 2011 gültigen Aufwärtstrends bezeichnet;
  • relevant ist außerdem die „innere Linie“(fein gestrichelt), die ein Maximum an Hoch- und Tiefpunkten seit 2009 miteinander verbindet und daher den mittleren Trend seit 2009 am besten wiedergibt.

DAX 21.02.14

Wir erkennen, dass der DAX momentan ziemlich deutlich nach oben gelaufen ist, ohne dass man aber von einem „überhitzten“ Zustand sprechen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder der DAX setzt seinen Anstieg entlang der oberen langfristigen Begrenzungslinie DE fort mit dem Ziel 10700 Punkte oder er sinkt weiter ab bis zur Untergrenze des 2011er Trends, der ABC-Linie. Diese liegt derzeit bei ca. 9100 Punkten.

Bei letzterer wiederum gibt es zwei Alternativen: Anstieg entlang der Linie ABC(Ziel wären auch hier wieder die 10700 Punkte) oder weiteres Absinken bis zur „inneren Linie“, welche derzeit bei ca. 8750 Punkten markiert. Bis hierhin könnten die Kurse fallen, ohne dass man von einem Ende des Bullenmarktes sprechen müsste. Wird diese Grenze allerdings unterschritten, wird es kritisch. Wichtig jedoch ist vor allem, dass Rückgänge vom heutigen Niveau aus vorerst nur als Korrekturen zu betrachten sind.

Tritt keine dieser Möglichkeiten ein, sollten die Kurse weiter nach oben laufen. Die gezeigten Linien hätten dann bis spät ins Jahr 2014 hinein Bestand, sollten sie nicht vorher invalide werden. Erst bei Punkt F bzw. bei 10500 Punkten, würde eine Entscheidung darüber fallen, ob die Kurse weiter entlang der ABC-Linie steigen oder ob sie sich dann endgültig Richtung „innere Linie“ oder Richtung untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends zurückentwickeln. Jedoch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Die Kursanstiege seit 2011, das wissen wir, beruhen vor allem auf der expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Der Markt agiert nicht gegen die Notenbank. Da die Unternehmensgewinne weniger stark gestiegen sind, sind vor allem die Bewertungen der Unternehmen gestiegen. Das war auch möglich aufgrund deren verbesserter Perspektiven. Somit müsste es zu weiteren Kursanstiegen kommen, sofern die oben genannten Gründe auch in diesem Jahr überwiegend fortbestehen.

Da Zinsen und Gewinne sich nicht sehr stark ändern dürften, gibt es wenig Anhaltspunkte für eine massive Überbewertung, um das mindeste zu sagen. Auch liegen die Bewertungen kaum über denen früherer Jahre, so dass wenig Anlass für eine „Mean Reversion“ besteht. Unter Druck dürften die Kurse allerdings dann kommen, wenn das Fed früher oder entschiedener als erwartet zu einer Politik der Zinserhöhungen überginge oder wenn die Gewinndynamik der Unternehmen entschieden nachließe. Dann kämen nicht nur die Kurse an den US-Börsen unter Druck, sondern auch bei uns. Aber solange die Rahmenbedingungen so bleiben wie bislang, sollten die Kurse weiterhin ansteigen. Der Markt antizipiert im Moment noch dieses positive Szenario. Wir wissen allerdings, wie schnell sich die Meinung des Marktes ändern kann.

Tokay

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Börsenweisheiten reloaded VI – Zum Einstieg wird nicht geklingelt !

Börsenweisheiten reloaded VI – Zum Einstieg wird nicht geklingelt (Zum Ausstieg auch nicht)

Ein Gastkommentar von Tokay

Die letzten Börsentage verliefen turbulent und die allgemeine Nervosität am Aktienmarkt hat allenthalben deutlich zugenommen. Viele fragen sich, ob eine Trendwende nun unmittelbar bevorstehe.

Man kann die Börse mit einem Zug vergleichen, der ein bestimmtes Ziel ansteuert und nach Erreichen des Ziels wieder in die Gegenrichtung fährt. Der Unterschied zum tatsächlichen Zug ist dummerweise, dass es keinen Fahrplan oder auch keine Glocke gibt, die genau dann klingelt, wenn der Zug sich in Bewegung setzt. Man muss also selbst versuchen, das herauszufinden.

Gibt es an der Börse denn irgendwelche regelmäßigen Bewegungen? Gibt es einen Zyklus, der uns sagt, wo wir uns nun gerade befinden? Da gibt es unterschiedliche Theorien. Zum Beispiel gibt es einen Präsidentschaftszyklus, der besagt, dass in Jahren während und vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl die Börse nach oben geht und danach wieder herunter, dann hätte man einen Vierjahreszyklus. Es gibt auch die Theorie des Jahrzehntzyklus, wonach beispielsweise die Jahre, die mit 2 und 3 enden, besonders gut ausfielen, was wir für das vergangene Jahr durchaus bestätigen können. Sicher gibt es noch mehr solche Theorien.

Eine gute Möglichkeit für die Untersuchung des Phänomens der Börsenzyklen bietet eine Excel-Zeitreihe des Standard&Poor's 500 Index (sie findet sich auf der -> Homepage von Professor Robert Shiller <- ). Sie liefert die Kutände des S&P 500 zum jeweiligen Monatsanfang. Diese Zeitreihe geht zurück bis Anfang 1871, also auf einen Startpunkt nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs. Die Frage stellte sich für mich, wie lange dauert ein Bullenmarkt bzw. eine Hausse und wie lange ein Bärenmarkt bzw, eine Baisse, und wie lange dauert somit ein Börsenzyklus insgesamt?

Dazu habe ich die Festlegung getroffen, dass

  • ein Bullenmarkt vorliegt, wenn der Markt um mindestens 15 Prozent steigt;
  • ein Bärenmarkt vorliegt, wenn der Markt in einem Zeitraum von mindestens sechs Monaten um mindestens 15 Prozent oder in einem Zeitraum von höchstens sechs Monaten um mindestens 10 Prozent fällt. Maßgeblich waren die Monatsanfangswerte;
  • in Abweichung dazu habe ich den Zeitraum von April bis Oktober 1923 als Bärenmarkt klassifiziert, da beide Kriterien zusammen nur sehr knapp verfehlt wurden.
  • Der Beginn eines Bullenmarktes bzw. das Ende eines Bärenmarktes ist in der nachfolgenden Grafik mit „T“ markiert, sein Ende bzw, der Beginn des folgenden Bärenmarktes mit „H“.

Schauen wir uns die Grafik an - zum genauen Betrachten bitte anklicken:

Grafik Standard&Poors Januar 1871 bis Januar 2014

Kurz nach Beginn der Aufzeichnungen begann eine Baisse, die in Deutschland als „Gründerkrach“ in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen ist, was darauf hindeutet, dass es bereits damals eine globale Ökonomie und damit eine Verbundenheit der Finanzmärkte gab. Diese Krise dauerte über sechs Jahre. Danach sehen wir einen Wechsel von Bullenmärkten und Bärenmärkten bis 1923. Nun begannen die „Roaring Twenties“, die in den Crash vom Oktober 1929 und anschließend in die Große Depression mündeten. Die Große Depression war 1942 zu Ende, und der Aktienmarkt nahm das Wechselspiel von Bullenmarkt und Bärenmarkt wieder auf. Dieses Wechselspiel wiederum war von sehr unterschiedlicher Dynamik geprägt und es dauert bis heute an.

In der Mitte der Fünfziger Jahre, also zur Zeit des „Wirtschaftswunders“ in Westdeutschland, gab es eine Wachstumspause, aber keine Baisse, ebenso in der Mitte der Neunziger Jahre, als der Aktienmarkt kurzzeitig stagnierte und zum Jahrtausendwechsel hin wieder Fahrt aufnahm. Ein Zäsur ereignete sich dann Anfang 2000 mit dem Platzen der IT-Blase. Die sich anschließende Baisse dauerte drei Jahre. Schließlich die Finanzkrise 2008 sowie die Doppelkrise 2011(US-Haushaltsstreit und Eurokrise), welch letztere sich jedoch nur als vorübergehendes Intermezzo erwies. Fassen wir diese Zyklen in einer Tabelle zusammen:

Tabelle Börsenzyklen Standard&Poors 500 - 1871 bis 2014

Diese Zahlen sind sehr beeindruckend. Danach errechnet sich eine mittlere Zykluslänge von 54 Monaten, also von 4 ½ Jahren. Und man kann noch mehr sagen:

  • Ein Bullenmarkt dauerte durchschnittlich 37 Monate, ein Bärenmarkt im Mittel 16 Monate. Ein Bullenmarkt dauerte also wesentlich länger;
  • Der mittlere Gewinn im Bullenmarkt betrug 88 Prozent, der mittlere Verlust im Bärenmarkt lag bei etwa 28 Prozent. Auf drei Prozent Gewinn im Bullenmarkt kommen damit ein Prozent Verlust im Bärenmarkt;
  • Eine auch nur annähernd regelmäßige Zykluslänge gab es nicht. Die Zyklen waren sehr unterschiedlich lang. Ebenso die Bullen- und Bärenmärkte. Beeindruckend ist aber dennoch, dass die Zyklizität des Börsengeschehens über den gesamten Zeitraum zu beobachten ist. Der Aktienmarkt scheint also tatsächlich bestimmten Regelmäßigkeiten zu gehorchen.

Es gibt verschiedene Schlussfolgerungen, die man aus diesen Beobachtungen ziehen kann. Erstens, Übergänge vom Bullen- zum Bärenmarkt und umgekehrt vollziehen sich sehr rasch („Die Hausse stirbt in der Euphorie“, “Kaufen, wenn die Kanonen donnern“). Es kann daher einiges am Börsenerfolg ausmachen, diese Wendepunkte zu verpassen. Zweitens, das Über- oder Unterschreiten von Trendlinien wie dem 200-Tage-Durchschnitt ist von sehr großer Bedeutung. Drittens, je länger eine Hausse oder Baisse andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie jeweils mit einer scharfen Umkehrbewegung zu Ende geht. Weil das so ist, lohnt es sich, einen Trendwechsel frühzeitig zu erkennen, um dem neuen Markttrend umso länger folgen zu können („The trend is your friend“). Viertens, die Zyklizität des Aktienmarktes folgt im wesentlichen dem Gewinn- und dem Zinszyklus, welche wiederum beide voneinander anhängen. Aus dieser wechselseitigen Abhängigkeit entsteht sozusagen eine Schwingungsbewegung, eben der Börsenzyklus.

Diese Schwingungen sind von erstaunlicher Regelmäßigkeit, sie werden aber exogen gestört, nämlich durch die staatliche Fiskal-, Geld- und Währungspolitik oder durch exogene Schocks wie etwa Ölkrisen, Ereignisse wie Pearl Harbor oder 11. September 2001. Solche exogenen Ursachen verlängern oder verkürzen eine Hausse oder Baisse, diese gewinnen an Intensität oder flachen ab. Dauert eine Hausse oder eine Baisse lange genug an, dann bekommt sie eine Eigendynamik. Die Marktteilnehmer werden dann euphorisch oder panisch, und genau das schafft die Grundlage für einen Übergang in die nächste Marktphase. Deshalb ist in solchen Phasen auch mit einer deutlich erhöhten Volatilität zu rechnen.

Kommen wir zurück in die Jetztzeit. Der jetzige, der einunddreißigste Zyklus seit 1872, begann im September 2011. Unterstellt man eine mittlere Länge des Bullenmarktes, dann würde dieser in drei Monaten enden. Das ist aber nur eine sehr grobe Orientierung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die gegenwärtige Hausse zu Ende geht, wird allerdings mit jedem Monat größer, und so ist es gut möglich, dass das Klingeln der Glocke dieses Jahr noch ertönt.

Tokay

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