Commerzbank, SAP und IBEX35 – von Rebounds, entspannten Trades und der Honigfalle

Es gibt eine gewisse Sorte von Rebound Spekulationen , die auf den ersten Blick unglaublich attraktiv aussehen. Vor allem Privatanleger lieben diese Aktien voller vermeintlicher Verheissung, wie die Commerzbank.

Das sind diese Aktien, die ungewöhnlich verprügelt wurden und auf langjährigen Tiefs notieren. Aktien bei denen man denkt, die "können doch nur noch steigen". Aktien die weit unter Buchwert notieren und vermeintlich sehr billig erscheinen.

Und dann geht man als Anleger her und vergleicht den aktuellen Kurs mit dem Höchstkurs von vor ein paar Jahren. Und sieht ein Potential für Vervielfachung. Und schon läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Dieser Vergleich zu alten Höchstständen wirkt psychologisch auf uns Menschen wie eine Honigfalle, weil der hohe Kurs von vor ein paar Jahren macht das Vervielfachungspotential in unseren Hirnen greifbar und glaubwürdig. Da springen die Belohnungssysteme in unseren Hirnen an und schreien stumm in unserem Bewusstsein: "der muss da wieder hin steigen, greif zu, schnell ! Kauf ... mich ... jetzt !".

Umgedreht erscheint eine Aktie mit starkem Wachstum, die schon auf absoluten Höchstständen notiert, weit weniger verheissungsvoll. Der Vergleich mit der Vergangenheit impliziert sofort Gefahr: "wer so hoch steigt, muss auch wieder fallen, Gefahr !".

Kennen Sie diese gedanklichen Reflexe ? Ìch denke ja, wenn Sie mal alte Verluste reflektieren. Diese Reflexe sind aber fatal. Denn so landen in den Depots der normalen Anleger zu oft die "Gefallenen Engel" mit Problemen im Geschäftsmodell, statt dessen zu wenig die starken Wachstums-Werte, die sich in einem intakten Aufwärtstrend befinden. Zu viel Commerzbank und zu wenig SAP halt.

Und wenn der menschliche Geist dann durch die optische Honigfalle der alten Kurse schon gepolt ist, reicht es, wenn einen dann noch ein sogenannter "Guru" mit Photoshop Lächeln von einem Magazin anstrahlt und im Magazin was von "saubillig" redet und schon schlägt man zu. Kann ja auch nur hoch gehen ..... zumindest meint man das. 😉

Nun beginnt das Warten. Und aus Warten wird Nägelkauen. Diese verflixte Aktie will einfach nicht steigen. Sie mäandert statt dessen um den Einstandskurs herum. Aber kein Problem, die kann ja nur noch steigen und war ja "saubillig". Und man ist ja ein "Value-Investor", wie der gute Warren. Soweit die typische Selbstvergewisserung.

Dann aber, irgendwann ein paar Monate später, in denen mit der Aktie nichts zu gewinnen war, beginnt sie erneut zu fallen. Ja, zu fallen ! Unglaublich, toll, "jetzt verdoppele ich, so etwas saubilliges finde ich so schnell nicht wieder" denkt da der Anleger. Und legt seine Hand endgültig unter den Prellbock des fiesen Mr. Market.

Die Aktie aber fällt weiter und weiter. Und aus Begeisterung für "saubillig" wird Kopfkratzen. Und dann Zweifel. Und dann Sorge. Und dann - an einem Tag an dem sich die Aktie um 5% nach unten bewegt - Panik und der Druck auf den Verkaufsknopf. Ufff, immerhin hat ja man noch 50% dafür bekommen, man muss die Dinge halt positiv sehen. 😉

An diesem Tag erreicht die Aktie ihr historisches Tief und dreht zu einem neuen Aufwärtstrend nach oben. Aber das ist eine andere Geschichte. 😉

Ich denke wir kennen alle dieses endlose, quälende Bröseln. Und ja, es gibt natürlich auch die Fälle, in denen es sich tatsächlich lohnte das Bröseln zu ertragen, weil so Aktien dann einen gewaltigen Rebound hinlegten. Wie zuletzt bei Wacker Chemie. Aber dann auch nur, wenn man erst nahe am Tiefpunkt in das fallende Messer hinein griff.

Nur, selbst bei Wacker Chemie gilt doch: wäre es nicht besser gewesen erst einmal abzuwarten bis der Abwärtstrend ausläuft, selbst auf die Gefahr hin die ersten Prozent des Anstiegs zu verpassen ? Hätte man nicht im Saldo weit besser abgeschnitten und wäre dabei noch dazu viel entspannter gewesen ? Welchen Wert hatte es dann also, den endlosen Absturz mit geschlossenen Augen stur mitzugehen ?

Ein Musterbeispiel für die fatale Obsession normaler, privater Anleger für solche "gefallenen Engel" - ich nenne es eher Gurkenaktien - ist auf jeden Fall die Commerzbank. Was wird nicht über diese Aktie geschrieben und spekuliert. Ich vermute es gibt kaum eine Aktie, die von den Privatanlegern mehr beobachtet und gehandelt werden. Zuverlässig bekommen Artikel zur Commerzbank in den Nachrichtenportalen die höchsten Klickzahlen. Und die institutionellen Anleger ? Die sagen eher "Igitt" und haben Besseres mit ihrem Geld zu tun.

Woher kommt diese Obsession der Privatanleger für eine Aktie, deren Chef Blessing seinen Aktionären alle paar Monate eine neue Kapitalerhöhung beschert hat und ansonsten das profitable Geschäftsmodell nach Jahren der Umstrukturierung immer noch sucht ? Einer Aktie die ihren Aktionären über Jahre nur Leid, Tränen und Verluste bescherte ?

Ich habe eine starke Vermutung. Es ist schlicht die Optik der alten Kurse von 20€ und mehr. Es ist diese Honigfalle ! Nur handelt es sich dabei um eine Illusion, eine Fata Morgana sozusagen. Denn die Commerzbank hat mit den diversen Kapitalerhöhungen die Aktienzahl vervielfacht ! Ich habe aufgehört mitzuzählen ob der Faktor nun 2, 3, 4 oder 5 ist. Aber Faktum ist: das ist nicht mehr die Aktie die mal 20€ und mehr kostete ! Diese "alte" Aktie wurde um Faktoren verwässert und ein aktueller Kurs von 1,6€ entspricht in der alten Aktie eher einem um Faktoren höheren Kurs.

Diese "neue" Commerzbank Aktie wird also nach meiner festen Überzeugung kaum mehr diese Regionen um 20€ sehen ! Ja ich weiss, man soll nie nie sagen, aber auf die nächsten 5 Jahre erscheint mir das höchst unwahrscheinlich. Und wenn die Commerzbank je wieder 3 oder 4€ erreicht, entspricht das defacto, die Verwässerung eingerechnet, den alten Kursenregionen und wäre in Anbetracht der aktuellen Verfassung des Kerngeschäftes für mich schon ein kleines Wunder.

Warum also sollte man als normaler Anleger (und nicht Daytrader) seine Zeit, seine Energie, seine Nerven und sein sauer erarbeitetes Kapital mit so einer Aktie vergeuden ? Warum kauft man nicht zum Beispiel einfach SAP und legt sich beruhigt schlafen ? Eine Aktie die zwar nahe an Höchstständen notiert, dafür aber jedes Jahr zweistellig wächst, hervorragend geführt ist, gerade China aufrollt und deren Geschäftsmodell fest wie eine Burg steht ?

Ich glaube ich weiss warum. Weil SAPs Chart schon so weit oben ist und die Commerzbank gegenüber den alten Kursen so billig aussieht. Darum ! Ich finde das persönlich tragisch.

Wen die obigen Zeilen jetzt an eigene Erlebnisse erinnern und wer das Übel dieser endlosen Hoffnung auf Besserung sieht ... wem aber SAP trotzdem schon zu weit gelaufen ist, für den habe ich nun eine Idee. Eine Idee, die grosses Potential nach oben mit einem klaren Aufwärtstrend verbindet. Einen Trade, den man vielleicht mit guter Wahrscheinlichkeit einfach laufen lassen kann - und zwar ohne sich um Kapitalerhöhungen zu sorgen.

Es ist der spanische Aktienmarkt in Form des Index IBEX 35, den ich Ihnen am 15.11.12 mit seiner -> Bullenflagge <- schon nahe gebracht habe und der seitdem nach Plan gelaufen ist und schöne Gewinne produziert hat.

Schauen Sie mit mir auf das Wochenchart seit 2006, um das grosse Potential zu erkennen:

IBEX 11.01.13 Bullenflagge

Sie sehen den perfekten Doppelboden. Sie sehen die Bullenflagge, aus der der Index nun ausgebrochen ist. Sie sehen die einem Cup&Handle ähnelnde, perfekte Umkehrformation. Sie sehen wie der Index auf den Punkt zum 23er Fibo Retracement gelaufen ist, dort konsolidierte und nun zum 38er Retracement läuft. Und Sie sehen das gewaltige Potential bis zur Normalisierung.

Hier haben wir also einen ganzen Index, der auf alte Kursniveaus zusteuert. Der sich in einem klaren Aufwärtstrend befindet und gerade aus einer technischen Struktur ausgebrochen ist. Der aus Aktien besteht, von denen viele international agieren und nur in Sippenhaftung genommen wurden, weil Spanien auf dem Kurszettel stand. Aktien die auch vom Buchwert her sehr attraktiv ausschauen. Ein Index, in dem sich auch eine Bank, die Banco Santander befindet, die aber im Gegensatz zur Commerzbank ein sehr profitables Kerngeschäft besitzt.

Warum ist der IBEX35 nicht eine sinnvollere Investition, als das endlose Warten auf das Wunder bei der Commerzbank ?

Natürlich, nichts ist sicher und theoretisch kann die Euro-Krise wieder aufflammen. Und auch ein technischer Ausbruch wie beim IBEX35 kann wieder wegkippen. Das ist aber nicht das wahrscheinlichste Szenario, sondern einfach eine Möglichkeit. Für dieses Risiko setzt man einen Stop unter den tiefsten Punkt der Bullenflagge. Und dann geniesst man das Leben und lacht über die nächste Kapitalerhöhung der Commerzbank - wenn denn dann noch eine kommen sollte. 😉

Denn wenn die Eurokrise wieder aufflammen sollte und der IBEX35 wieder wegkippt, sollte keiner glauben, dass die Commerzbank davon unbetroffen wäre. Und umgedreht, wenn der Bankensektor der Eurozone sich weiter normalisiert und damit auch die Commerzbank nun Kursgewinne produziert, dürfte auch der IBEX35 aus den gleichen Gründen weiter steigen. Welchen Vorteil hat diese Aktie dann eigentlich, der diese grosse Aufmerksamkeit der Anleger rechtfertigt ?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

[Nachtrag: Ein Leser dieses Blogs hat mal nachgerechnet und nach seiner unverbindlichen Berechnung (ohne Gewähr) hätte die Verwässerung bei der Commerzbank fast den Faktor 9 erreicht und 4.30€ würden damit dem alten Höchstkurs von ca. 38€ aus dem Jahr 2007 entsprechen]

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Klöckner mit Momentum im Aufwärtstrend ! 08.01.13

Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner (WKN KC0100) befindet sich unter grossem Momentum in einem steilen Aufwärtstrend.

Auch an schwachen Tagen wie gestern fliesst frisches Geld in den Titel. Vielleicht erinnern Sie sich ja an die Artikel -> Klöckner vor dem zweiten Schub nach oben <- vom 20.12.12 und -> Stahlsektor vor dem Rebound <- vom 05.12.12, in denen ich Sie nachdrücklich auf diese bevorstehende Entwicklung aufmerksam gemacht habe.

Grund genug heute mal zu schauen, wo die Klöckner Aktie heute in der Entwicklung steht und wie man damit umgehen sollte. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart:

Klöckner (WKN KC0100) im Aufwärtstrrend

Sie sehen den beeindruckenden und steilen Aufwärtstrend, in dem Klöckner sich nun befindet. Und Sie sehen auch, dass die Aktie exakt das getan hat, was ich im Beitrag vom 20.12.12 ankündigte. Die Aktie hat ganz klassisch das Ausbruchsniveau bei 8,85€ (die schmale horizontale Linie) getestet und ist dann nach oben weggedreht.

Das Zwischenziel - bevor sich der Blick noch weiter nach oben richten kann - ist für mich nun nach wie vor die Zone ab 10,5€ bis knapp unter 11€, dort wo ich den grünen Stern hingemalt habe und wo sich das 23er Fibonacci Retracement des grossen Absturzes befindet.

Bis dahin beachte ich strikt den nun etablierten Aufwärtstrend und werde auf jeden Fall weiter laufen lassen und in keinem Fall verfrüht Gewinne mitnehmen.

Meine Absicherungsstrategie ist dabei zweiteilig. 50% der Position werde ich mit Gewinn auflösen, wenn der eingemalte Trend mit Tageschlusskurs gebrochen wurde. Sollte sich dieser Durchbruch als Fake heraus stellen und die Aktie wieder schnell in den steilen Trendkanal drehen, werde ich auch nicht zögern die 50% sofort wieder zurück zu kaufen.

Die weiteren 50% und damit die ganze Position, löse ich dagegen erst dann auf, wenn das Ausbruchsniveau bei 8,85€ auch durchschlagen wird. Denn erst dann ist der neue Aufwärtstrend wirklich gebrochen !

Denken Sie also auch bei Klöckner daran: "The Trend is your Friend" und alles was zählt ist der Price-Action zu folgen ! Die Spekulationen und Prognosen darum, ob die Stahlkonjunktur dank China nun wirklich dreht oder nicht, können Sie für diesen Trade ignorieren und denen überlassen, die mit Prognosen ihr Geld verdienen. Wer solchen fundamentalen Prognosen folgt, wäre nicht im November eingestiegen und wäre jetzt immer noch an der Seitenlinie.

Es gibt einfach keine besseren Zukunftsprognosen, als die die Mr. Market himself uns zeigt ! Denn Mr. Market saugt jedes fundamentale Detail sofort auf und diskontiert es. Das einzige Problem das der Prognostiker Mr. Market hat ist, dass er zu emotionalen Übertreibungen neigt !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Aktientipp – 03.01.12 – Grammer (WKN 589540) bricht aus !

Ein Gastkommentar von Johann

Nachfolgend möchte ich die nicht nur aus charttechnischer Sicht interessante Aktie der mittelständischen Firma Grammer (WKN 589540) aus Bayern vorstellen.

Die GRAMMER AG ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Nutzfahrzeuge, Lkw, Busse und Bahnen. Weltweit mehr als 8.000 Mitarbeiter befinden sich in ausländischen Niederlassungen wie China, Spanien, Slowenien, Japan, Großbritannien, Brasilien und den USA.

Am 17.12.2012 meldet Grammer die Gründung eines Joint Venture für Lkw-Sitze in China mit der Firma Yuhua. Bei einem Umsatz von 1,09 Mrd Euro weist die Firma eine Marktkapitalisierung von nur 189 Mio Euro auf. Das KGV liegt bei ca. 6,4 und die Dividendenrendite wird mit etwa 4,6% erwartet.

Nachstehend das Chartbild auf Wochenbasis mit den gleitenden Durchschnitten von 10 und 50 Wochen. Zur weiteren Information ist das Fibonacci Retracement zwischen Hoch und Tief im Jahr 2011 eingetragen. Die beiden eingezeichneten Linien stellen die Begrenzung für Aufwärts-bzw. Abwärtstrend dar.

Deutlich lässt sich erkennen, wie sie dabei ein spitz zulaufendes Dreieck bildet, was meist auf einen bevorstehende Ausbruch hindeutet, wobei es schwierig ist abzuschätzen, für welche Richtung sich Mr. Market entscheiden wird.

Sehr interessant finde ich außerdem, dass sich die Gerade des Abwärtstrends Anfang Dezember 2012 mit dem 50% FiboRT schneidet und genau zu diesem Zeitpunkt der Kurs scheinbar mühelos nach oben geht.

Wenige Tage danach wird das chinesische Joint Venture veröffentlicht. Es scheint fast so, als hätte sich Mr. Market für den aus seiner Sicht leichteren Weg nach oben entschieden. 😉

chart grammer 2

Liebe Grüße
Johann

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Börsenjahr 2013 – 02.01.2013 – Beobachtungen zum Jahresanfang – Teil 1

Ein neues Börsenjahr hat begonnen und was in den ersten Tagen und Wochen eines neuen Börsenjahres passiert, hat oft Bedeutung für das ganze folgende Jahr. Denn mit dem Jahreswechsel findet oft genug auch ein Favoritenwechsel statt.

Grund genug mit Ihnen um 11:00 Uhr mal einige Beobachtungen und Gedanken zu teilen, die mir am heutigen ersten Handelstag des Jahres bisher aufgefallen, bzw. durch den Kopf gegangen sind:

US Debt Limit und der schwierige Februar 2013

Die schlimmsten Auswirkungen der "Fiscal Cliff" sind nun aus dem Weg geräumt, aber nur um den Preis eines noch viel grösseren Problems in wenigen Wochen. Denn spätestens März wird die USA wieder gegen das Schuldenlimit fahren, ein Problem das schon im Spätsommer 2011 zur Herabstufung der USA und den folgenden Irrungen und Wirrungen an den Börsen beigetragen hat.

Leider hat die aktuelle Einigung keine der grundlegenden Fragen addressiert, sondern diese nur auf den Zeitpunkt in 2 Monaten verscboben. Und noch schlimmer, Obamas vermeintlicher Triumph an einer Stelle, wo die Republikaner nicht wirklich Nein sagen konnten - wer will schon als der Verantwortlicher für massive Steuererhöhungen der Mittelklasse dastehen - macht eine frühzeitige, konstruktive Einigung nun noch unwahrscheinlicher. Denn im Februar/März werden dann die Rechnungen präsentiert und die frisch geschlagenen Wunden gerächt werden und zu diesem Zeitpunkt existiert der öffentlichkeitswirksame Hebel Obamas nicht mehr.

Das sind keine guten Aussichten für eine einfache, konstruktive und dauerhaft für das Land tragfähige Lösung. Vor dieser Lösung stehen wohl Schweiss, Tränen, Drama und Verwirrung und die Börsen werden das überhaupt nicht lieben. Berücksichtigt man dann noch, dass im Februar auch Italien wählen soll, gehört wenig dazu sich vorzustellen, dass die Märkte nach einer Jahresanfangsrally schon ab Mitte/Ende Januar wieder schwierig werden.

Unklar ist bei diesem Bild nur, wie lange Mr. Market braucht um mit seinem Radar auf diese Hürden zu reagieren. Normalerweise reagiert Mr. Market extrem schnell, was der aktuellen Rally nur eine sehr kurze Halbwertzeit geben würde. Aber manchmal kann Mr. Market auch temporär vergessen. Die Price-Action Anfang kommender Woche, also ab dem 07.01.13, wird uns wohl zeigen welches Bild zutrifft. Kurzfristig, in den ersten Tagen des Jahres, wird nun frisches Geld wieder in den Markt strömen und ihn stützen.

China und Rohstoffe

Chinas Konjunktur kommt wieder und mit ihr der Bedarf nach Rohstoffen, der Anlageklasse die 2012 recht schwach war. Das scheint eindeutig der Trade des Jahresanfangs zu sein, der Bergbauriese Rio Tinto (WKN 852147) heute zum Beispiel mit 5% Plus.

Mit dem Anziehen der chinesischen Konjunktur kommt dann auch Bewegung in den in 2012 anämischen Stahlmarkt, die hier mehrfach besprochenen Salzgitter (WKN 620200) und Klöckner (WKN KC0100) haben wohl noch eine Menge Potential.

Ob diese Entwicklung das ganze Jahr trägt wird man sehen, denn China ist unter der Decke weit fragiler als es ausschaut. Und die kommunistische Partei kommt immer mehr in das Dilemma einerseits mehr Öffnung und Freiheit ermöglichen zu müssen - und damit auch der eigenen Korruption ins Auge zu sehen - oder die wirtschaftliche Entwicklung so nicht mehr weiter führen zu können, mit ebenso fatalen Konsequenzen bei den breiten Massen.

China ist ein Riese, der schnellen Schrittes voran schreiten muss, wenn er nicht den Zusammenbruch und schwere innere Verwerfungen riskieren will. Aber ob das Problem schon in 2013 eskaliert, wage ich nicht zu prognostizieren, mein Gefühl sagt mir eher nicht, das dauert noch etwas. Wichtig wird nun zu sehen sein, wie sich die neue Führung präsentiert und positioniert.

Japan und Yen Trade

Der Trade läuft und läuft und dürfte noch einiges Potential haben. Mittelfristig ist aber mit dieser Art Währungsmedizin nichts zu gewinnen, denn schon bald dürften die anderen Notenbanken nachziehen und schon war es das wieder mit der relativen Abwertung des Yen. Das grundlegende Problem der Japan AG, das auf Überalterung der Gesellschaft, vor allem aber starker Verkrustung der Wirtschaftsstrukturen beruht, wird aber so in keinster Weise addressiert.

Japan ist kein dynamisches Land mehr, dort gibt es eine "eine Hand wäscht die andere" Mentalität der Wirtschaftseliten, die zu massiv fehlender Durchlässigkeit und damit nachlassender Innovationskraft führt. Mit dieser neuen (alten) Regierung, die das Problem mit den Rezepten der Vergangenheit angeht, sehe ich auch nicht wie Japan strukturell in Bewegung gerät.

Man sollte also diesen Trade nach meiner Einschätzung geniessen solange er läuft, und das kann durchaus noch Monate sein, mittelfristig werde ich persönlich aber nicht auf Japan setzen. Im Gegenteil, dass Land ist was seine Schulden angeht eigentlich strukturell Pleite und wenn es an den Bondmärkten mal zu katastrophalen Verwerfungen kommen sollte, hat Japan alle Chancen der Auslöser eines solchen "Anleihen-Armageddons" zu sein.

Gold und Silber

Ich habe ja im alten Jahr zum Ausdruck gebracht, dass ich die Bewegungen der Edelmetalle im 4. Quartal nicht mehr verstanden habe. Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese Bewegungen im wesentlichen der Comex entstammen, wo keineswegs sicher gestellt ist, dass die gehandelten Volumina auch durch physische Edelmetalle unterlegt sind. Insofern kann es schon gut sein, dass hier taktische Kräfte am Werk waren.

Rein vom grossen fundamentalen Bild her, ist die Story von Gold und Silber nach meiner Einschätzung nur stärker geworden. Der Abwertungs-Währungskrieg aller grossen Weltwährungen ist in vollem Gange und das bedeutet zwangsläufig eine relative Entwertung aller Papiergeldwährungen. Davon sollten und dürften die Edelmetalle als einzige nicht beliebig "druckbare" Währungen früher oder später selbst an der Comex profitieren, der physikalische Bedarf ist ja sowieso stark.

Seit nun 1,5 Jahren hat Gold eine gewaltige Konsolidierung hingelegt und dabei aber zu keinem Zeitpunkt die Strukturen eines Bullenmarktes verlassen. Auf grosse Konsolidierungen folgen in der Regel grosse Anstiege und das Gold nicht mehr im Bullenmarkt ist, wäre erst dann indiziert, wenn der Goldpreis die mehrfach getestete Zone von 1520 USD nach unten verlassen würde. Davon sind wir aber weit entfernt.

Schauen Sie mit mir im Wochenchart mal auf das grosse Bild von Gold in Form von XAUUSD seit 2003, damit Sie zum Thema die richtige Perspektive behalten:

Gold 02.01.13

Teil 2 dieser Betrachtungen folgt am Abend, während des Wallstreet-Handels oder morgen (03.01.12) früh.

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sumerdigital Tops und Flops 2012

Liebe sumerdigital Community,

ich will mich nun zu einem Jahresrückblick auf die Tops und Flops dieses Blogs im Jahr 2012 hinreissen lassen. Es gehört ja zu den eher fragwürdigen Gepflogenheiten vieler die wirtschaftlich von Aktienempfehlungen leben, sich am Ende des Jahres selber zu loben ob der vermeintlich so perfekten Voraussagen. Ist ja auch verständlich, der Anschein guter Prognosen ist Grundlage des Geschäftsmodells.

Das funktioniert auch ganz gut, weil man dabei auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann, denn wer macht sich die Mühe mal das Vergangene zu lesen und zu überprüfen, ob da die Welt mit dem Marketingpinsel nicht arg zu rosa gepinselt wurde ? Was ich grundsätzlich von der Prognoseindustrie halte, habe ich ja schon in meiner -> Anlagephilosophie <- deutlich gemacht.

Auch empririsch dürfte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einer rosa gefärbten Marketing-Veranstaltung zu tun haben. Denn wir haben ja auf der einen Seite die öffentlichen Fonds, deren Performance für jederman eindeutig nachzulesen ist. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Fonds - durchweg geführt von Profis, denen weit bessere Daten- und Nachrichtenquellen zur Verfügung stehen als uns - schafft es nicht das relevante Marktsegment zu schlagen. Auf der anderen Seite haben wir die "Prognoseindustrie", die nach eigenen Angaben im Nachhinein natürlich immer ganz tolle Performance mit ihren "Empfehlungen" erzielt. Kann man ja auch leicht behaupten, weil es sowieso niemand überprüfen kann.

Beides könnte nur dann zusammen passen, wenn in den öffentlichen Fonds alle Idioten versammelt sind und in der "Prognoseindustrie" dagegen die ganz grossen Marktempathiker. Entscheiden Sie selber, ob das eine realistische Annahme ist. 😉

Ich möchte mich daher so weit das geht mal an einen einigermassen objektiven Jahresrückblick heran wagen. Ich bin durch die Titel aller meiner Artikel des Jahres 2012 durchgegangen und habe die heraus gepickt, in denen ich mich im Titel zu einer Aktie oder dem Markt mit deutlicher Tendenz geäussert habe. Um diesen Jahresrückblick nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf die Themen die mir einen eigenen, vollen Artikel wert waren und gehe über Teilanalysen innerhalb grösserer Artikel oder über die Livetips hinweg. Eine Berücksichtigung dieser Menge an Detail-Informationen würde den Rahmen sprengen.

Aber auch alleine mit dieser Selektion bekommt man ein ganz gutes Bild darüber, was im Nachhinein auf sumerdigital treffend war und was nicht. Ich habe daher jeden Fall in die Kategorie TOP oder FLOP eingeordnet, je nachdem ob die Aussagen des Artikels im nachhinein treffend waren oder nicht. Die Fälle im Graubereich die weder eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlugen, habe ich der Übersichtlichkeit wegen weggelassen. Und anhand der von mir genannten Daten, können Sie die alten Artikel aus dem Archiv ziehen und selber überprüfen, ob Sie meine Einschätzung teilen oder nicht. Insofern ist der folgende Rückblick wenigstens halbwegs objektiv.

Soweit der Vorrede, hier kommen die wesentlichen Tops und Flops dieses Blogs in 2012:

FLOP 16.01.12 "Cameco Weltmarktführer in Uran": Ich hatte Ihnen Cameco vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, dass sich der Uranpreis in 2012 nachhaltig erholt. Auch wenn der Trade kurzfristig für ein paar Wochen gut funktioniert hat, hat sich die generelle Annahme als unzutreffend heraus gestellt. Der Kurs von Cameco war das ganze Jahr in einer Seitwärtsrange und dümpelt heute auf ähnlichem Niveau wie vor fast einem Jahr herum.

TOP 17.01.12 ff "Zur Taktik in Bullenmärkten": Einer der bedeutendsten Treffer diesen Jahres war es, die Tendenz der ersten drei Quartale frühzeitig und eindeutig zu erkennen, lange bevor die Mehrheit auf den Zug aufgesprungen ist. Nur mit dem 4. Quartal konnte ich nie so richtig "warm" werden, hier fehlte mir zuletzt die klare Tendenz. So habe ich schon am 17.01.12, mitten in der anhaltenden Depression nach dem 2011er Absturz, von einem Bullenmarkt gesprochen und Sie erinnern sich sicher an die zahllosen Artikel im ersten Quartal zum laufenden "Runaway Move", eine Sicht die in der breiten Presse erst sickerte, als die Bewegung im März schon wieder dem Ende zu ging.

TOP und FLOP 24.01.12 "Temenos - Chancen mit Bankensoftware": TOP war das insofern, als die Aktie kurz nach der Besprechung durch die Übernahmegespräche mit Misys zu einem gewaltigen Höhenflug ansetzte. Wer drin war und mit Stop absicherte, konnte schnelle und schöne Gewinne mitnehmen. FLOP insofern, als es danach nicht weiterging und die Aktie nach Scheitern der Fusion für den Rest des Jahres nicht mehr richtig ans Laufen kam.

TOP 26.01.12 "Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht"und 01.02.02 "Zur Technik eines "Runaway Move": Weitere Beispiele für die klar erkannte Richtung des ersten Quartals. Weitere Zitate der zahllosen Artikel zum Thema übergehe ich im folgenden.

TOP 30.01.12 "Hecla Mining - Seriosität in Silber": Das ist ein Top mit Einschränkung. Das Timing war nicht ganz perfekt und es ging nach dem Artikel noch etwas weiter runter. Aber die Tendenz und grundlegende Sicht war richtig und ist es heute fast ein Jahr später immer noch.

TOP 02.02.12 "Vom Elend der Charttechnik und der Börsenkultur - Eine Wutrede": Hier habe ich mich mit spitzer Zunge über die vier Chartisten mokiert, die zum Frankfurter Gespräch beim Handelsblatt zusammen kamen. Meine Erwartung, dass die Aussagen der Herren eher Kontraindikatoren sein werden, hat sich in den folgenden 2 Monaten perfekt bewahrheitet. Auch 2013 freue ich mich schon wieder auf diesen recht zuverlässigen Kontraindikator. 😉

06.02.12 "Das Beste für Griechenland - ein Kommentar aus tiefstem Herzen": Tja, Top oder Flop ? Eigentlich bin ich immer noch dieser Ansicht und die seitdem vergangenen 10 Monate haben die Sicht auf Griechenland ja wiederholt bestätigt. Da die Politik den von mir gewünschten Weg aber nicht eingeschlagen hat, ist es müssig zu spekulieren ob das wirklich der bessere Weg gewesen wäre. Ich glaube es noch immer.

TOP 13.02.12 "Tesla Motors - die Zukunft des Automobils": Ein Top mit Einschränkung. Tesla setzte nach dem Artikel zu einer gewaltigen Rally an, die schnell 20% Plus brachte. Der Rest des Jahres war dann aber eher volatile Seitwärtsbewegung und aktuell steht Tesla einige Prozent höher als Anfang diesen Jahres.

TOP 14.02.12 "ThyssenKrupp - Vom Donnerhall zum Anlagenbauer": Die deutlich artikulierte sehr negative Sicht auf die Aktie und insbesondere auf die verantwortlichen Organe rund um Gerhard Cromme war mehr als treffend, wie der weitere Verlauf des Jahres ja nachhaltig bewiesen hat.

TOP 01.03.12 "Aixtron - ein Management im Blindflug": Während die diversen Medien noch der Hoffnung bei Aixtron das Wort redeten, habe ich mich in deutlichen Worten über ein Management mokiert, das öffentlich über Hoffnung für die zweite Jahreshälfte daherredet, gleichzeitig aber mit dem eigenen Geld nicht bereit ist auf das eigene Unternehmen zu setzen. Die weitere Entwicklung des Jahres hat dieser negativen Sicht mehr als Recht gegeben. Nun redet keiner mehr über Aixtron. Sollten jetzt Insiderkäufe kommen, dürfte das ein Einstiegssignal sein.

"05.03.12 "Salzgitter – Kaufgelegenheit ?": Auch wenn die grundlegende Erwartung bei Salzgitter sehr treffend war und eher unter die Kategorie "Top" fallen würde, war das folgende Kurs-Loch, obwohl prinzipiell antizipiert, dann doch tiefer als erwartet. Kurse unter 30€ konnte ich mir damals nicht vorstellen. Insofern keine eindeutige Bewertung für diesen Punkt.

FLOP 05.03.12 "China und die Rohstoffe": Auch wenn vieles in dem Artikel treffend war, hat sich die grundlegende Annahme, dass die Rohstoffnachfrage aus China wieder ans Laufen kommt doch als unzutreffend heraus gestellt. Mit den im Artikel genannten Aktien liess sich in 2012 kaum Geld verdienen und Rio Tinto notiert zum Beispiel aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang März. Es spricht zwar viel dafür, dass sich das in den kommenden Monaten ändert, weil China endlich in Bewegung gerät. Für das letzte Jahr war das aber eindeutig ein Flop.

TOP 08.03.12 "Deutsche Bank - zerschlagt sie endlich !": Das Thema ist ja wohl aktueller denn je. Ich kann es nur wiederholen: zerschlagt sie endlich !!

TOP 27.03.12 "Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist ...": Mit diesem Artikel habe ich mit perfektem Timing die Korrektur des zweiten Quartals ins Auge genommen, genau zu dem Zeitpunkt, als die bekannten Verdächtigen anfingen über DAX 8000 zu schwadronieren. Und hatte auch schon die Sommerrally im Auge. Lesen Sie doch einfach noch einmal. 🙂 Eine derartige Marktsicht war zu dem Zeitpunkt für mich woanders weit und breit nicht zu sehen. Erinnern Sie sich auch an die Umfrage am 28.03. ? Die Hälfte der Leser von sumerdigital wollte dieser Sicht auf das 2. Quartal auch nicht folgen, ein Quartal, in dem der DAX dann über 1000 Punkte gegenüber Ende März verlor.

TOP 30.03.12 "Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne": Volltreffer. Der Artikel ist auch 9 Monate später unverändert gültig und auch das war eine Sicht, die man damals kaum irgendwo hören konnte. Seitdem ist Microsoft um 16% gefallen (32,4 -> 27) und die Verkäufe von Windows 8 sind genau so wie erwartet: schlecht. An so Themen sieht man dann doch, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in einem Segment sehr gut auskennt, was im Bereich Software bei mir durch berufliche Historie der Fall ist.

FLOP 17.04.12 "Daimler im Visier der Investmentbanken": Die von mir gesehenen Kaufoptionen bei den Investmentbanken hatten im Nachhinein keine Auswirkung. Keine Ahnung was damit passiert ist und wofür sie letztlich da waren. Die antizipierte Bewegung durch einen Einstieg eines Investors hat sich auf jeden Fall nicht realisiert, insofern klarer Flop.

TOP 09.05.12 "Bedeutende Wende bei den Goldminen": Am 16.05. - 5 Handelstage nach dem Artikel - markierte der GDX sein absolutes Tief bei 39,08 USD. Am 18.05. habe ich das unter der Überschrift "Gold und Goldminen bestätigen Wende !" noch einmal deutlich gemacht. Danach setzte der GDX langsam aber gewaltig zu einer Sommerrally an, die den GDX bis zum 21.09. auf 55,25 USD brachte, ein Anstieg von 41% in 4 Monaten, das darf man wohl Top nennen. 😉

TOP 12.06.12 "Kursziel 1400 im S&P500 ?": Mit einer technischen Betrachtung habe ich meine positive Sicht auf das dritte Quartal und die Sommerrally eingeläutet und am 15.06. mit "Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung" verstärkt. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass der S&P500 sein absolutes Tief am 04.06. erreicht hatte. Diese Betrachtung, die auch schon DAX 7000 erwähnte während der DAX bei 6100 stand, war also sehr treffend.

29.06.12 "Ein historischer Tag - Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.": Top oder Flop ? Ich überlasse das Ihnen. Ich befürchte aber nach wie vor, dass ich völlig Recht hatte.

TOP 02.07.12 "US Kohlesektor - Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?": Eher Top, aber nicht so eindeutig. Der Sektor definierte seinen absoluten Tiefpunkt am 26.07., insofern war die Annahme des Artikels grundlegend richtig. Seitdem ist der Sektor im Aufwärtstrend. Allerdings verläuft der Gegenanstieg bisher nicht so richtig überzeugend. Insofern ein verhaltenes Top.

FLOP 05.07.12 "Warum man die Porsche Aktie nun nicht mehr haben muss": Nach dem Artikel setzte der Kurs von Porsche zu einer massiven Rally an, insofern klarer Flop. Andererseits bin ich weiter von der inhaltlichen Sicht überzeugt, dass man in VW sein muss und nicht in Porsche, weil die Entwicklung des Porsche Kurses ein reines Lotteriespiel ist, auf das nur Herr Piech wirklich Einfluss hat. Als Aktionär sitzt man da sozusagen an einem gezinkten Kartentisch. Ich gebe mich nicht der Illusion hin zu durchdringen, was in der Porsche Bilanz alles passiert und nicht passiert. Und mit VW konnte man ja dann auch gutes Geld verdienen. Trotzdem, rein vom Kursverlauf her klarer Flop.

TOP 10.07.12 "Linde, SAP, ABB - drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde": Volltreffer. SAP seitdem 36% Plus. Linde 20% Plus. ABB 21% Plus. Und das alles in einem halben Jahr und ohne grosses Risiko bei sehr geringer Volatilität. Besser gehts kaum. Und ich halte alle drei Aktien auch für 2013 weiter für aussichtsreich.

TOP 18.07.12 "Wohin uns die Sommerrally führen könnte" und 19.07.12 "Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !": Eine im Nachhinein sehr treffende Sicht auf das 3. Quartal, inklusive der schon formulierten Erwartung der Herbststürme, die dann auch ab Ende September einsetzten.

TOP 31.07.12 "Aufbau eines Trades – Am Beispiel Silber": Zwischen dem Artikel und dem Hoch Ende September legte Silber eine 25% Rally hin.

TOP 08.08.12 "Goldminen – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold": Nach dem Artikel legte der GDX innerhalb 6 Wochen eine 24% Rally hin.

TOP 28.08.12 "Chart der Woche – Hecla Mining": Nach dem Artikel legte HL innerhalb von nur 4 Wochen eine Rally von knapp 30% hin !

TOP 29.08.12 "Kurztipp – Kinross Gold": Nach dem Artikel legte Kinross innerhalb von nur 5 Wochen eine Rally von über 30% hin !

10.09.12 "Bijou Brigitte (522950) - Modeschmuck im Strudel der Eurokrise": Der mittelfristig angelegte Trade scheint zu funktionieren die Aktie steht nun über 10% höher als beim Artikel. Ein endgültiges Urteil will ich mir aber noch nicht erlauben.

FLOP 18.09.12 "Gold – Das für mich wahrscheinlichste Szenario der nächsten Wochen": Meine Leiden an Gold im 4. Quartal wurden hiermit eingeläutet. Und bis heute ist es so, dass ich auch im Nachhinein - auf Basis der damals vorhandenen Daten - an meiner Einschätzung keinen grundlegenden Fehler erkennen kann. Es ist trotzdem völlig anders gekommen und was mich am meisten irritiert ist, dass ich bis heute nicht verstehe warum. Insofern ist mein Edelmetall Trade des 4. Quartals für mich nach wie vor mein "Flop des Jahres !" Zwar habe ich dank gutem Risikomanagement da nur minimal Geld verloren, frustrierend waren die letzten 2 Monate aber schon.

21.09.12 "Marktanalyse - Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?": In dieser Marktanalyse scheinen die Schwierigkeiten des kommenden Quartals schon auf. Der Artikel ist auch Indikator dafür, dass ich mich im 4. Quartal nun schwerer tue den Markt "zu greifen".

FLOP 11.10.12 "Silber – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !": Auch hier setzt sich mein schlechter Edelmetall-Trade fort, der Kommentar zum 18.09.12 gilt auch hier. Da hat mich Mr. Market einmal kräftig an der Nase herum geführt.

TOP 14.10.12 "Marktupdate - DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes": Das war schon sehr prophetisch und die ersten zwei Phasen, inklusive des Tauchers unter 7000 im DAX, traten auch perfekt ein. Nur die ganz grosse Rally am Schluss über 8000 wurde uns verwehrt, ich bin aber recht sicher, ohne die Fiscal Cliff Verwirrung wäre die drin gewesen.

Mit Mitte Oktober will ich meinen Rückblick auch schliessen. Die weiteren Artikel sind in der Regel zu nahe an der Gegenwart um schon ein Urteil fällen zu können.

Abgesehen davon verschafft diese Liste auch so schon einen ganz treffenden Eindruck über das, was im Jahr 2012 auf sumerdigital.de gelaufen ist. Sicher musste ich vieles weglassen, insbesondere wichtige kleine Kommentare und Tips, um diesen Artikel nicht endgültig zu lang werden zu lassen. Trotzdem kann man nachvollziehbar sagen, dass das Jahr 2012 von vielen sehr guten Treffern geprägt war, die erhebliche Gewinne ermöglichten.

Insbesondere die in x Artikeln immer wieder konsistent thematisierte Marktsicht auf die grossen Entwicklungen der drei Quartale (Q1 bullisch, Q2 bärisch, Q3 bullisch), hat denen schöne Gewinne ermöglicht, die das verstanden haben. Dazwischen tummelten sich aber auch ein paar Flops, nobody is perfect. Würde mir jemand einen fehlerlosen Trackrecord präsentieren, würde ich es auch nicht glauben. Wir alle haben Fehleinschätzungen und niemand hat eine Kristallkugel. Der Unterschied ist, ob man daraus lernt und ob man in der Lage ist, die Risiken zu begrenzen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und uns weiter so viele Treffer in 2013 !

Ihr Hari

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Ideen zur Jahresendrally – Vivendi, Agco, China – 26.11.12

Statt den Markt zu analysieren, will ich heute einfach mal drei Anlage-Ideen mit Ihnen teilen. Und zwar Vivendi, Agco und China.

Nehmen wir also einfach mal theoretisch an, wir bekommen jetzt eine Jahresendrally und vielleicht sogar einen guten Jahresanfang. Wo liegen dann Gelegenheiten, die eine interessante Investition darstellen könnten, ohne mit zu grossen Risiken behaftet zu sein.

Ich werde dabei bewusst die Themen, die ich hier schon in eigenen Artikeln thematisiert habe, wie zb die Edelmetalle und entsprechenden Minen, oder Spanien, SAP, Linde, ABB, Nokia oder Salzgitter, nicht erneut thematisieren. Das bedeutet aber nicht, dass diese Themen nicht mehr aktiv wären. Die drei Ideen die nun folgen, habe ich bestenfalls mal in einem Kommentar oder Live-Tip erwähnt, den nicht zwingend jeder gesehen hat.

Viel Spass, schauen Sie sich die drei Ideen mal selber an, die ich hier nur sehr kurz anreisse. Und lassen Sie uns an Ihren Gedanken dazu teilhaben.

Vivendi (WKN 591068)

Der französische Medienkonzern war lange durch hohe Überschuldung gelähmt. Insbesondere da das alte Management nicht bereit war, dass Konglomerat aufzulösen und so den Konglomeratsabschlag vom Tisch zu schaffen. Ende Juni wurde dann der ehemalige CEO Levy abgelöst, auch durch das Betreiben der Grossaktionäre im Hintergrund. Nun steht scheinbar die Aufspaltung des Konzerns auf der Agenda.

Damit kann endlich der innere Wert des Konglomerats gehoben werden. Die Börse honoriert es schon jetzt, die Fundamentaldaten sehen attraktiv aus und der Chart hat eine nahezu perfekte Cup & Handle Formation gebildet. Sehen Sie selbst. Kursziel 20€.

Agco (WKN 888282)

Der Traktoren und Landmaschinen Hersteller Agco (unter anderem Markt Fendt) hat eine attraktive Bewertung, ein langjähriges, eingespieltes Management, zuletzt einige Insiderkäufe, bewegt sich in einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld und sitzt auf einem klaren Aufwärtstrend. Alles Parameter eines sehr sauberen Trades mit klarem Stopniveau und damit definiertem Risiko. Werfen Sie mal einen intensiveren Blick auf diesen Titel, ich habe ihn schon mehrfach kurz erwähnt.

China

China, wie bitte ? Ja ganz einfach China. 🙂 Denn China hat nun nach längerem Interregnum eine neue Führung. Und es ist ganz typisch, dass in einem Führungsvakuum auch die Infrastruktur-Investitionen auf Hold gesetzt werden. Besonders in einem zentralistischen System. Zumal in einem Land, das so von den Interessen der Parteifunktionäre durchzogen ist. Das lähmt den ganzen Apparat über alle Ebenen, nicht sicher zu wissen, wer in Zukunft die Hand ist die straft - oder eben füttert. Und vor allem nach welchen Regeln gefüttert wird. 😉

Diese Unsicherheit ist nun verschwunden. Gleichzeitig geben Wirtschaftsdaten und Inflationsrate Raum für staatliche, expansive Massnahmen. Es gehört also nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass nun eine Phase der staatlichen Ausgabenprogramme vor uns liegt. Und nach Jahren der Seitwärtsbewegung, haben auch die Aktienmärkte Exzesse der Vergangenheit teilweise verarbeitet.

In China muss man natürlich immer mit dem Risiko plötzlicher Verwerfungen leben, denn das politische System ist weit weniger stabil, als es aus der Ferne scheint oder uns die Führung glauben machen will. Zu gross sind die Gegensätze im Land und ohne entsprechendes Wachstum, das letztlich vielen Wohlstand verschafft, dürfte es schnell zu Unruhen kommen. Das weiss aber die Führung und hat deswegen gar keine andere Wahl als zu stimulieren und investieren.

Sicher nicht der schlechteste Zeitpunkt, um China wieder auf den Radar der Anlage zu nehmen. Wer sich nicht dem Risiko einzelner Aktien aussetzen will, die aus der Ferne nur schwer zu verfolgen sind, kann zu diversen ETFs greifen. Zum Beipiel zum iShares China Offshore 50 (WKN A0F5UE) der 50 grössten in Hongkong notierten Werte.

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Black Friday, ein Tag der wenig zählt – 23.11.12

Am heutigen Black Friday und halben Handelstag der Wallstreet, möchte ich Sie nur darauf aufmerksam machen, dem Tag bei aller positiven Marktstärke nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Das ist halt so mit halben Handelstagen und geringem Volumen.

Ja, wir hatten überraschend positive PMI Daten aus China. Ja, wir haben in China eine neue Führung, auf die typischerweise mit Infrastruktur-Investitionen gewartet wird, die jetzt wieder los gehen sollten. Ja wir hatten einen überraschend, positiven IFO in Deutschland und ja, die Eurokrise verliert an den Märkten ihren Schrecken, wie man unschwer am Schulterzucken der Märkte über die Brüsseler Verwirrungen zum Haushalt oder Griechenland bemerkt.

Und ja, die Jahresendrally steht an, Liquidität ist genügend im Markt und rational betrachtet, führt an Aktien kein Weg vorbei - oder wollen Sie wirklich noch Bonds mit garantierter Geldentwertung kaufen, die die in den Staaten inhärenten Risiken in keiner Weise mehr einpreisen ?

Mehr als genug Argumente für steigende Kurse also und auch ich sehe das alles und bin grundlegend optimistisch, was die Aktienmärkte angeht.

Aber trotzdem sollte man dem heutigen halben Handelstag nach meiner Erfahrung nicht zu viel Bedeutung beimessen. Ob wir nun im S&P500 bei 1390 oder 1398 schliessen hat keine Bedeutung und präjudiziert nicht, was am Montag passiert. Und erst Anfang kommender Woche sitzt Big Money wirklich wieder vollzählig vor den Handelssystemen und die Politik beginnt die ernsthaften Gespäche zum Fiscal Cliff. Egal wie wir heute schliessen, es ist keineswegs ausgeschlossen, dass wir am Montag unter 1390 eröffnen und dann konsequent weiter fallen. Und in einer grausamen und deprimierenden Woche dann doch noch in 5 Tagen herab bis in die Zielzone der Schulter-Kopf-Schulter Formation bei 1300-1320 laufen.

All die positiven Argumente ganz oben stehen nämlich in keinem Widerspruch dazu, dass die bärischen technischen Ziele vorher noch abgearbeitet werden. Und wenn der Markt jetzt wieder wegkippt, nachdem die Bullen erste Witterung aufgenommen haben, würde das perfekt alle schwachen Hände auswaschen und den Boden für die echte Jahresendrally legen. Eine Volte, zu der Mr. Market hervorragend befähigt ist und die er geradezu liebt.

Und wenn Sie jetzt denken, ich prognostiziere das - nein, ich prognostiziere gar nichts. Wahrscheinlicher finde ich sogar, dass die Jahresendrally schon begonnen hat und läuft. Und das die Kurse nun nicht mehr zurück schauen werden. Deshalb bin ich ja auch aktuell Long im Markt. Ich sage nur, dass ich keinen Grund sehe, mich über das Wochenende zu stark zu exponieren, weil ich nicht glaube, dass man zwischen heute Abend und Montag viel verpasst.

Denn bisher haben die Bullen objektiv den technischen Schaden nicht beheben können, das könnte nur eine starke dynamische Bewegung zur alten rechten Schulter bei 1434 und darüber hinaus. Und deshalb wird mich der heutige Tag auch nur dann positiv beeindrucken, wenn wir nun in einem positiven Trendtag über 1400 im S&P500 steigen und nicht mehr zurück schauen. Was aber zwischen 1390 und 1399 im S&P500 passiert, ist eher nebensächlich. Also nochmal, nur ein starker, positiver Trendtag heute bis 19:00 Uhr beinhaltet für mich eine positive Aussage in Richtung kommender Woche und darüber hinaus.

Insofern macht es für mich Sinn, heute den steigenden Kursen zu folgen und so viel von der Stärke mitzunehmen wir möglich. Mich übermässig über das Wochenende exponieren, werde ich aber nicht. Vielmehr werde ich mich durch mitlaufende enge Trailing Stops heute im späteren Handel bewusst nahe der heutigen Höchstände ausstoppen lassen. Montag ist auch noch ein Tag um dann wieder einzusteigen, wenn dann nötig.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen.

Ihr Hari

Nachtrag 19:00 Uhr

Schlusskurs 1409 im S&P500 ! Und ein starker Trend-Tag, der nur eine Richtung kannte. Das beeindruckt mich jetzt schon und ist Zeichen der Stärke der Bullen. Chapeau ! Eine weitere Bewegung bis oberhalb 1430 ist nun gut wahrscheinlich geworden. Trotz alle dem warne ich davor, den heutigen Tag überzubewerten. Die Wahrheit kommt nächste Woche. Wenn diese Rally dann aber weitergeht, dann spricht viel für positives Fahrwasser bis Jahresende. Ich bin bis kurz vor Schluss den Tages-Trend mitgelaufen und dann auf die Seite getreten. Am Montag werde ich im Laufe des Tages entscheiden ob ich wieder Long einsteige.

Ich wünsche ein schönes Wochenende !

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Gastkommentar – DAX im Herbstnebel

Ein Gastartikel von Tokay

DAX im Herbstnebel – Richtung...ja, wohin eigentlich?

Seit unserer letzten Betrachtung nach der Sommerpause hat sich im DAX unterm Strich nicht sehr viel getan. Die Kurse bewegen sich im Nebel, im Herbstnebel sozusagen; sie wissen nicht so richtig, wo sie eigentlich hin sollen. Dies könnte an einer Ausgangssituation liegen, die durch gegensätzliche Bedingungen geprägt ist.

  • Zum einen haben wir einen Newsflow in Bezug auf eine langsam, aber sicher schlechter werdende Geschäftslage der Unternehmen. Haben wir Tage, die geprägt sind durch solche Meldungen, dann bewegen sich die Kurse nach unten. Im Zuge der Eurokrise hat sich das inländische Geschäftsklima deutlich abgekühlt. Leider geht es der Außenwelt ebenfalls nicht besser; mal kommen trübe Meldungen aus den USA, mal aus dem Euroraum, mal aus China. Das kommt mit dazu. Und die Gewinne zumal der Exportindustrie leiden nun mal, wenn die Nachfrage in den großen Wirtschaftsräumen schwächelt.
  • Auf der anderen Seite stößt man in immer mehr Anlagereports auf die Empfehlung, sein Kapital doch auch in Aktien anzulegen, zum Beispiel in dividendenstarken bzw. in günstig bewerteten Titeln. Dahinter steht die Überlegung, dass aufgrund der tiefen Zinsen bzw. der hohen Kurse am Zinsmarkt bei Schuldtiteln nicht viel zu holen ist und aufgrund der höheren Inflation der Kapitalerhalt nicht gesichert ist. Das macht Aktien vergleichsweise attraktiv. Außerdem hat die EZB angekündigt, im Falle eines Falles Staatsanleihen im Rahmen der OMT-Transaktionen aufzukaufen . Wenn auch sehr umstritten, dürfte dies doch die Befürchtungen reduziert haben, dass es zu einem Crash kommt.

Schauen wir uns dazu das Chart an:

Wir befinden uns seit Ende Juni in einem Aufwärtstrend, er wird von unten begrenzt durch die Linie ABC und von oben durch die Linie DEF. Anfang September lief der DAX in Richtung der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends. Die OMT-Ankündigung von Mario Draghi verhinderte, dass er zum Erliegen kam. Der Anstieg fand seine Begrenzung etwa bei Punkt G; er läuft seitdem an den an der Spitze eines Dreiecks liegenden Punkt H heran und stößt dort heute, Freitag Abend, auf Punkt I, eine weitere untere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrends.

Wie wird sich diese Divergenz auflösen? Wird sie sich überhaupt auflösen? Die Kursausschläge waren zuletzt nicht besonders stark, sie wurden allerdings nach oben hin geringer, so dass die Schwäche nicht mehr so aggressiv gekauft wurde wie im zeitlichen Umfeld der EZB-Ankündigungen. Es ist gut möglich, dass erst dann wieder Bewegung in den Markt kommt, wenn etwa die spanische Regierung sich dazu entschließt, unter den Schirm des ESM zu schlüpfen. Dies dürfte vor den bevorstehenden spanischen Regionalwahlen allerdings kaum passieren. Solange ein starkes Signal ausbleibt, dürfte der Markt labil bleiben.

Tokay

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