Hari´s Märkte am Abend – 02.04.12 – Von Algos und Mustern

22 Uhr - Handelsschluss

Da war er, der am Freitag antizipierte "Jumper" am ersten Tag des Monats bzw Quartals.

Sehr merkwürdig war aber, was heute Vormittag passiert ist. Nachdem der DAX sich bis 7020 hoch gerobbt hatte und der "First of Month Jumper" voll im Gange war, wurde der Index urplötzlich und ohne Nachricht um 100 Punkte nach unten gedrückt. Hinterher gab es dann allerlei hilflose Erklärungsversuche, von Spanien war zum Beispiel die Rede. Mich überzeugt das aber alles nicht, denn während des Absturzes waren Euro und Gold stabil und bei neuen Nachrichten rund um die Euro-Zone hätte man dort einen Ausschlag gesehen. Ich halte also nicht viel von der Spanien Theorie.

Ich bin eher überzeugt, dass hier grosse Adressen auf den Verkaufsknopf gedrückt haben und die Kurse über 7000 genutzt haben, um Positionen abzubauen, was dann zu sofortigen Anschlussverkäufen führte. Alles in allem ist das aber kein gutes Zeichen für den DAX, derartiges Marktverhalten mit so merkwürdigen Einschlägen hatten wir mehrfach letzten Herbst, in 2012 aber bisher noch nicht.

Was dann am Nachmittag an der Wallstreet begann, dürfte aber denen nicht gefallen haben, die am Vormittag abgegeben haben. Mir aber um so mehr. Ich möchte Ihnen daher im folgenden den aktuellen Kursverlauf des S&P500 aus 3 Perspektiven zeigen und hoffe Ihnen damit ein klareres Gefühl für die Lage zu verschaffen und nebenbei auch noch hilfreiches Wissen zum Thema Chartmuster weiter zu geben.

Der US Markt schob also hoch und zwar ganz präzise bis zum Ziel bei 1420 einer Cup&Handle Formation. Wirklich faszinierend, wie im S&P500 die Algos immer exakt auf die technischen Zielmarken laufen. Deshalb habe ich das Muster für Sie auch mal in einem Chart eingezeichnet.

Bei Cup&Handle wie bei Head&Shoulder Formationen, liegt die technische Zielmarke immer beim Doppelten der Entfernung des Hoch/Tiefs von der Nackenlinie. Das der Markt genau diese Marken abarbeitet und dann in eine Seitwärtsbewegung (Stand 21 Uhr) übergeht, liegt nicht daran, dass die Kurse geheimnisvollen Kräften unterworfen sind, sondern ist schlicht selbsterfüllende Prophezeihung. Die von Menschen auf diese Muster programmierten Algos erkennen das Muster, berechnen das Ziel und traden bis dahin. Sehen Sie selbst im 10 Minuten Chart:

Faszinierend oder ? Und das passiert im S&P500 öfter genau so berechenbar. Eigentlich ist das ein Treppenwitz der Geschichte. Diese Chartmuster wie Cup&Handle sind aus typischen, wiederholbaren, massenpsychologischen Mustern des Verhaltens von Menschen hervorgegangen. Und nun sorgen gerade die eigentlich völlig unemotionalen und rationalen Maschinen in Form der Algos dafür, dass diese Muster umso stärker und zuverlässiger werden - eben weil die Algorithmen von Menschen programmiert wurden.

Übrigens möchte ich die Gelegenheit nutzen, um an dieser Stelle mit einem Missverständnis aufräumen. Algos und HFT (High Frequency Trading) sind zwei verschiedene Dinge. Es gibt Schnittmengen und natürlich geht HFT ohne Algorithmen gar nicht, aber wir reden da von unterschiedlichen Schwerpunkten. Als Algos bezeichne ich algorithmische Programme, die letztlich auch nichts anderes machen, als ein menschlicher Trader vor dem Schirm. Sie kaufen und verkaufen nach programmierten Mustern, nur halt ohne Menschen. HFT dagegen bezeichnet automatisierte Transaktionen, bei denen in Sekunden Millionen Trades über die Leitung geschickt werden, eben nicht um gezielt etwas zu kaufen und vielleicht in 2 Stunden wieder mit Gewinn zu verkaufen, sondern weil sozusagen die Frequenz selber ihren Wert hat, zum Beispiel um millionenfach winzigste Spreads zu schliessen.

Ich weiss, dass ist eine sehr oberflächliche Charakterisierung und in Wirklichkeit gibt es noch nicht einmal zwei Kategorien, sondern es ist ein fliessender Übergang vom einen ins andere mit diversen Zwischenstufen. Ich will jetzt aber hier keinen theoretischen Exkurs in HFT machen, zumal ich da auch vieles nicht weiss und auch für mich vieles noch eine "BlackBox" ist. Ich will Ihnen nur klar machen, wenn hier von Algos die Rede ist, dann sind damit automatisierte Handels-Programme gemeint, die letztlich nichts anderes machen, was ein menschlicher Trader theoretisch auch machen könnte. HFT ist dagegen für einen Menschen unmöglich und eine ganz andere Geschichte, darüber rede ich hier nicht. HFT ist für mich eher ein Grundrauschen im Markt, dessen Effekte ich als Mensch nur dann bemerken kann, wenn der Markt mal wieder in Crash-Modus geht.

Zurück zum S&P500. Das Schöne am heutigen Geschehen und an dieser abgearbeiteten Cup&Handle Formation ist, dass damit die potentielle bärische Schulter-Kopf-Schulter Formation völlig negiert wurde und nicht mehr relevant ist. Ich habe Ihnen hier im 30 Minuten-Chart des S&P500 mitgebracht, was hätte passieren können, wenn sich heute die rechte Schulter geformt hätte.

Aber hätte, würde, könnte, das ist Schnee von gestern, oder genauer gesagt von vor ein paar Stunden 😉

Bleibt die Frage, was dieser Tag heute für den weiteren Kursverlauf im Monat April bedeutet. Für den amerikanischen Markt bedeutet das, dass der bullishe Trend (der letzten November begann) ganz eindeutig völlig intakt ist. Das folgende 8 Stunden Chart des S&P500 zeigt den Trend eindrucksvoll ! Und dieser Trend ist weiter unser "Friend".

Wie immer ist die Bestätigung der heutigen Bewegung wichtig, um zu beweisen, dass wir uns wirklich von den alten Hochs weg bewegen. Die kleine Schwäche zum Handelsschluss wirft da ja für Morgen ein kleines Fragezeichen in den Ring. Aber wenn wir Morgen weiter hochschieben, kann man im S&P wohl schon über Kursziele im Bereich 1440-1450 nachdenken. Im DAX sollte das dann auch zu Höchstständen für 2012 - oberhalb 7200 - führen. Allerdings irritieren mich solche Bewegungen wie heute Morgen im DAX schon. In Europa ist möglicherweise wieder irgend etwas Unerfreuliches im Gange und ich fühle mich im Moment mal wieder in den US Indizes wohler - zumindest agieren diese berechenbarer als aktuell der DAX.

Mein 30% Szenario letzter Woche - die Annahme, dass wir in der ersten April-Hälfte bis zur Quartalssaison in einem letzten Schub noch einmal richtig hochlaufen - hat mit dem heutigen Tag eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit bekommen. Schön wärs, wenn es so käme, dann könnte ich mal endlich guten Gewissens und mit schönen Gewinnen weitgehend aus dem Markt gehen.

Aufällig war heute auch, dass die Rohstoffaktien endlich mal anzogen. Nicht nur Gold erreichte wieder 1680 USD, sondern auch alles von Barrick Gold (WKN 870450), über Freeport McMoran (WKN 896476), bis Rio Tinto (WKN 852147), war deutlich im Plus. Hier wirkten sich sicher die brauchbaren Daten aus China aus. Und auch für Gold gab es aus Indien gute Nachrichten, wo ja eine Steuererhöhung zuletzt für Verunsicherung bei einem der grössten Absatzmärkte sorgte. Darüber hinaus könnte es sein, dass im Bereich Rohstoffe auch eine Neupositionierung zum neuen Quartal eine Rolle spielte. Sollte sich diese Stärke in den kommenden Tagen bestätigen, könnten hier also etwas deutlich in Bewegung geraten, nachzuholen hat der Sektor ja jede Menge gegenüber den Industrieaktien.

Noch ein wichtiger Hinweis für die nächsten Tage: Diese Ostern bekommen wir ein besonders spannendes Setup, das für grosse Volatilität am Mittwoch, Donnerstag und Ostermontag gut ist. Denn gerade am Karfreitag, am dem alle wichtigen Börsen geschlossen haben, erscheint mit den US Arbeitsmarktdaten der wichtigste Indikator des Monats.

Da am Mittwoch um 14.15 Uhr mit den "ADP Non-Farm Arbeitsplätzen" und am Donnerstag um 14.30 Uhr mit den "Anträgen auf Arbeitslosenhilfe" jeweils US Daten erscheinen, die einen Rückschluss auf die Arbeitsmarktdaten von Freitag erlauben, werden diese Daten sicher von Big Money zur Positionierung über das lange Oster-Wochenende genutzt - heftige Swings sind da an beiden Tagen fast garantiert !

Bitte vergessen Sie auch nicht, das am Ostermontag zwar die meisten europäischen Börsen geschlossen sind, nicht aber die asiatischen und auch nicht die Wallstreet ! Wer also keinen direkten Zugang zur Wallstreet hat, könnte bei überraschenden Arbeitsmarktdaten am Freitag dann eine grosse Bewegung Ostermontag verpassen und müsste sich dann am Dienstag Morgen - wenn hier die Börsen wieder aufmachen - mit den vollendeten Tatsachen abfinden.

Es ist also sicher eine gute Idee, sein Depot mit obigem Wissen im Hinterkopf für Ostern vorzubereiten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 21.03.12 – Tag 2 der Konsolidierung – Siemens und die Macht des Gerhard Cromme

21 Uhr - Handelsschluss

Erneut agiert der Markt heute wie erwartet. Im S&P500 haben wir heute die 1400 von oben getestet und im DAX waren wir nur minimal von der 7000er Marke entfernt. Aber erneut kam dann Kaufinteresse in den Markt, weswegen für mich der in den letzten Tagen beschriebene Setup immer wahrscheinlicher wird. Mit jedem Tag den wir auf diese Weise konsolidieren, ohne wirklich nach unten wegzubrechen, steigen für mich die Chancen, dass sich dann eine starke Bewegung nach oben zum Quartalsende anschliesst. Diese Bewegung werde ich dann aber zum temporären Ausstieg nutzen, denn der Markt ist nun zu schnell zu weit gelaufen, eine scharfe Korrektur in den nächsten Monaten ist in meinen Augen unvermeidlich. Die Frage ist nur, ob diese Korrektur eher bei DAX 7200 oder DAX 7500 startet.

Ich lasse mich bisher von der aktuellen Schwäche nicht nervös machen, sondern nutze diese um mich zu repositionieren und vorzubereiten. Nachdem wir heute aber nicht weit von den Marken 1400 und 7000 weg gekommen sind, könnte es Morgen einen erneuten Test der Marken geben. Noch nicht einmal ein kurzer Taucher unter DAX 7000 würde mich aber nervös machen, wenn er im Laufe des Handelstages wieder über 7000 gekauft würde. Erst eine Bewegung unter DAX 7000, die ohne grosse Gegenwehr der Bullen dann auch unter 7000 schliesst, würde mich doch zu mehr Defensive veranlassen. Denn dann dürfte man die Frage stellen, ob wir vielleicht doch schon den kurzfristigen Top gesehen haben.

Kommen wir also gleich zu den Einzelaktien, denn an der grundlegenden Strategie zum Markt gibt es keinen Änderungsbedarf.

Ein Quentchen Glück war natürlich dabei, gestern im Anstieg nach der Pressekonferenz bei der Metro (WKN 725750) Gewinne mitzunehmen. Denn heute war Metro mit zeitweise Minus 4% der schwächste Wert im DAX. Scheinbar hat der Markt ein bischen länger gebraucht, um zum Schluss zu kommen, dass die Aussagen des neuen Managements wenig inspirierend waren. Immerhin hat der neue CEO Olaf Koch aber heute laut "Directors Dealings" Mitteilung 20.000 Metro Aktien zu knapp unter 30€ gekauft. In Summe also ein Investment von fast 600.000€, das man durchaus als positives Signal werten darf.

Dagegen hat ein Analyst der Citigroup heute mit seinem Sell-Rating für Metro und einem herab gesetzten Kursziel auf 22,5€, für mich so etwas wie das maximale Risiko der Metro definiert, sollte es dieses Jahr weiterhin keinerlei positive Nachrichten geben. Ich halte es aber eher mit dem Management als mit den Analysten und werde darüber nachdenken wieder einzusteigen, sobald die aktuelle Bewegung nach unten ausgelaufen ist. Denn bei der Metro dürfte nach meiner Ansicht schon eine einzige positive Nachricht - zum Beispiel zum Thema Kaufhof - ausreichen, um den Kurs deutlich nach oben zu bewegen.

Weniger perfekt war dagegen mein gestriger - Herrn Francioni geschuldeter - Ausstieg bei der Deutschen Börse (WKN 581005) bei etwas über 50€, denn der Titel war heute ohne grosse Nachricht bis auf über 51€ im Plus. Mitgeholfen hat dabei wohl ein positiver Kommentar der Commerzbank, der gegen 15 Uhr den Markt erreichte. Allerdings lautet das Kursziel der Commerzbank nur 54€, was sich ja weitgehend mit meinem -> hier am 10.02 <- genannten maximalen Kursziel von 55€ deckt. Ich sehe meinen leicht verfrühten Ausstieg daher erst einmal gelassen.

In der FTD gab es einen Artikel zur Personalpolitik von Gerhard Cromme in Sachen Aufsichtsrat bei Siemens (WKN 723610). Damit wird das Bild einer möglichen Annäherung von ThyssenKrupp (WKN 750000) und Siemens deutlicher, auch in der Capital soll Morgen dazu ja ein Artikel erscheinen. Sie als Leser dieses Blogs konnten davon aber -> hier <- schon am 14.02.12 lesen, in einem Artikel, in dem ich mich sehr kritisch mit dem Thema aus der Sicht von ThyssenKrupp auseinander gesetzt habe. Auf die Dementis aus den Unternehmen gebe ich dabei eher wenig, denn die Vorstände dürften auch nicht wissen, was Herr Cromme im stillen Kämmerlein alles so plant - wie sollen sie auch. Nur ein hartes Dementi von Herrn Cromme selber wäre für mich überzeugend, genau das habe ich aber bisher nicht feststellen können.

Mich macht die Machtpolitik des Herrn Cromme auch weiterhin nachdenklich, denn unabhängig von der Person Cromme - zu der ich mir mangels persönlicher Bekanntschaft kein Urteil erlauben kann - ist mir da nun zu viel Macht in einer Person vereinigt. Weswegen für mich weder Siemens noch ThyssenKrupp zu den Aktien gehören, in denen ich langfristig investiert sein möchte. Denn dieser Drang zu immer grösseren Fusionen schafft in meinen Augen keine Werte für die Aktionäre und keinen Vorteil für die Volkswirtschaft, weder bei der Deutschen Börse noch bei ThyssenKrupp oder Siemens.

Bei diesen Grossfusionen spielt für mich zu oft das Ego der Handelnden eine gewichtige Rolle, leider auch immer wieder zum Nachteil der Unternehmen - wer erinnert sich in Sachen Daimler noch an die "Hochzeit im Himmel" ? Und als "grosser Vereiniger" der beiden ruhmvollen Konzerne ThyssenKrupp und Siemens wäre ein Platz in den Geschichtsbüchern wohl ebenso sicher, wie Ruhm zur Lebenszeit. Unklar ist aber leider, ob eine solche Vereinigung nicht am Ende dann Deutschland ganz von derartiger Industrie entkernen würde. Denn auch die von Herrn Cromme 1999 massgeblich mit beförderte Fusion von Thyssen und Krupp hat am Ende im Sinne 1+1 leider nicht wie erhofft 2,5, sondern eher 1,5 ergeben, wie wir ja an ThyssenKrupp und seinen Problemen heute unschwer erkennen können.

Ich bedauere immer noch, dass der engagierte Klaus Kleinfeld unter Aufsichtsratchef Cromme als CEO von Siemens abtreten musste, obwohl ihm nie auch nur eine Kleinigkeit im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal angehängt werden konnte. Sein Nachfolger Peter Löscher konnte dann vieles von dem ernten, was Kleinfeld bei Siemens angestossen hatte und Kleinfeld ist heute als CEO von Alcoa (WKN 850206) einer der ganz wenigen Deutschen, die einen der grossen amerikanischen Konzerne im Kernbereich führen und mit den grossen Namen von Obama bis Buffet verkehren.

Erstaunlich, das dieser Klaus Kleinfeld in Deutschland kaum bekannt ist, denn in den USA ist er ausserordentlich angesehen und hat damit geschafft, was nur den allerwenigsten Deutschen gelingt. Ich habe ein gut geschriebenes Portrait des Comebacks von Klaus Kleinfeld in der Capital von 2010 gefunden, das ich Ihnen wirklich ans Herz legen möchte - es lohnt sich zu lesen. Denn dieser Artikel geht über Kleinfeld hinaus und erhellt gut geschrieben wesentliche Unterschiede der deutschen und amerikanischen Geschäftswelt. Vielleicht, das ist meine höchst subjektive Vermutung, war Klaus Kleinfeld einfach zu unabhängig, selbstständig und gut vernetzt - und damit zu gefährlich - um als Siemens CEO weiter gewünscht zu sein.

Ob die grosse politische Korrektheit, mit der Siemens aus meiner Sicht heute sein sehr fokussiertes Geschäft definiert, wirklich ein langfristig erfolgreicher Weg ist, muss sich erst noch zeigen - ich persönlich betrachte diese Verengung des Geschäfts auf weniger Felder in Anbetracht der permanenten Umbrüche in der Welt mit Sorge. Das es Siemens schon seit über 150 Jahren gibt, war immer das Ergebnis einer sehr breiten Aufstellung, wie sie eine GE oder eine Toshiba heute noch haben, kein Geschäftsfeld war je dauerhaft erfolgreich - auch nicht bei Siemens. Diese Breite hat zwar mal kurzfristig Rendite gekostet, den Konzern aber durch unzählige schwere Umbrüche gelotst. Das bedeutet nicht das man alles mitschleppen muss, Breite hat aber einen Wert und der lautet: Stabilität.

Aktuell ist die Siemens-Aktie in meinen Augen durchaus attraktiv bewertet, da Siemens auf die derzeit politisch "angesagten" Themen im Bereich Cleantech und Energie setzt, weswegen ich eine kurzfristige Investition bei Kursen unter 80€ gut nachvollziehen kann. Langfristig sind für mich die strategischen Fragezeichen unter der Ägide Löscher/Cromme aber eher grösser als kleiner geworden.

Einen riesen Sprung von über 4% nach oben machte heute Mittag der spanische Ölkonzern Repsol (876845), nachdem die Verstaatlichung der Beteiligung an YPF seitens des argentinischen Staates vom Tisch sein soll. Sollte sich das bestätigen - der Markt ist in Anbetracht der unberechenbaren politischen Volten da zu Recht noch skeptisch - dürfte Repsol noch weiteres Potential nach oben haben, da der Kurs schon länger unter dem Thema leidet.

Schon gestern war auffällig, wie die Goldminen trotz schwachem Goldpreis nach oben drehten und auch heute bleibt der Kurs vieler Goldminen-Aktien stabil. Die dazugehörigen ETFs wie der GDX verzeichnen deutliche Mittelzuflüsse - siehe . Ich bin gestern zum Kurs von 32,6€ bei Barrick Gold (WKN 870450) wieder eingestiegen, um diese Bewegung zu spielen. Ob das eine dauerhafte Trendwende bei den Goldminen ist, betrachte ich aber als keineswegs sicher, ich persönlich rechne noch nicht damit. Denn solange die normalen Aktienmärkte so gut laufen, wird weiter Geld aus den "Risk Off" Anlagen im Bond- oder Edelmetall-Bereich abgezogen. Erst wenn es wieder Angst machende Einschläge oder deutliche steigende Inflationszahlen gibt, wird sich das Blatt wenden. Dann haben die Minen allerdings nach der langen Schwächeperiode einen grossen Aufholbedarf, der voller Chancen steckt.

Ich persönlich schleppe mich seit Wochen, wie meine ganze Familie, mit einer nicht enden wollenden Kette von Infektionen der Atemwege durch die Gegend, weswegen ich jetzt auch aufhöre, mich aufs Sofa lege und Ihnen einen schönen Abend wünsche !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 21.02.12 – Veolia, Corning, Hecla Mining

22 Uhr Handelsschluss.

Nach der "Rettung" ist vor der "Rettung".

Der Markt verhält sich heute nahezu so, wie gestern antizipiert. Bis 6970 hatte der DAX heute vormittag noch Kraft - zur 7000er Marke reichte es nicht mehr ganz - dann setzten Gewinnmitnahmen in einer typischen "Sell the News" Reaktion ein. Und die Presse konnte die schon vorher geschriebenen Artikel raus holen, die mit einem dicken Fragezeichen die ungeheuer "kreative" Frage stellen, ob Griechenland denn jetzt wirklich "gerettet" ist oder vielleicht doch nicht.

Wir kennen die Antwort schon lange und sie lautet natürlich NEIN - das Thema wird uns definitiv weiter verfolgen und in ein paar Monaten wird man - Überraschung 😉 - feststellen, dass kaum eines der Versprechen eingehalten wurde. Wie denn auch, mit einer Bevölkerung die das nicht mitträgt und einer korrupten "Verwaltung" die sich quer legt, damit sie auch in Zukunft fröhlich ihre "Fakelaki" in die Tasche stecken kann. Jeder vernünftige Mensch weiss, dass wir in wenigen Monaten wieder an der gleichen Stelle stehen wie heute.

Ich denke lieber nicht darüber nach, was wir alles an Steuern zahlen und vor allem zahlen werden, damit dieses Geld dort sinnlos in den endlosen Ritzen eines kaputten Systems versickern kann. Nur um dann letztlich von der Nomenklatura des Systems auf Auslandskonten in Singapur transferiert zu werden. Aber immerhin sind wir ja mal wieder "ganz solidarisch", weil wir ja gerade als Deutsche immer so gute Menschen sein wollen - der Dank der "Beschenkten" ist uns ja schon heute sicher, wie sich das gehört. Wer hier bitteren Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Mr. Market ist jetzt aber in der ganz typischen gedanklichen Leere, die immer nach solchen Momenten einsetzt, an denen ein Thema temporär abgeräumt wurde das einen lange beschäftigt hat. Und Mr. Market fragt sich nun etwas desorientiert, worin er sich als nächstes nun so richtig verbeissen soll. Bis Mr. Market da eine Idee entwickelt hat, sollten die Kurse eine Zeit lang richtungslos hin- und her schwingen, ein Zustand den wir schon heute beobachten konnten. Im DAX kann ich mir gut vorstellen, dass diese Seitwärtsbewegung im wesentlichen unterhalb der 7000er Marke statt findet. Auch ein Absacken bis 6800 oder sogar noch etwas darunter, wäre alles andere als unerwartet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach dieser Konsolidierung dann aber wieder nach oben durchstarten, ist nach wie vor wesentlich höher als ein grundlegender Absturz - solange die Notenbanken die Welt mit Liquidität fluten. Warten wir also nun ab und wenden uns den einzelnen Aktien zu:

Schaut man sich die Schwäche bei den einzelnen Titeln in Deutschland heute an, korrelierte diese bis auf wenige Ausnahmen mit dem entgegen gesetzten Anstieg in den Tagen zuvor. Was also vorher gut gelaufen war, wurde heute auch besonders abverkauft. Insofern gibt es heute aus Deutschland keine Aktie, bei der sich mir ein Kommentar aufdrängt.

Bei Veolia (WKN 501451) ist nun Vorsicht angebracht. Gerade in dem Moment, in dem der Restrukturierungskurs des CEOs Antoine Frerot erste Effekte zu haben scheint, könnte es zu einem Machtkampf mit seinem Vorgänger Henri Proglio kommen, der als Chef des Staatskonzerns EDF nicht nur mit dem französischen Staatspräsidenten Nikolas Sarkozy gut bekannt sein soll, sondern dem man in der Presse auch Gelüste nachsagt, eine Ehe aus EDF und Veolia herbei führen zu wollen. Zumindest laufen heute entsprechende Gerüchte durch die Presse, die sich auf den ersten Blick als durchaus vorstellbar anhören.

Ich persönlich halte von diesen politisch induzierten und riesigen Staatskonzernen gar nichts und ich denke der Kapitalmarkt sieht das ähnlich. Nach längerem Überlegen bin ich heute Abend zum Ergebnis gekommen, dass ich den Gerüchten eine hohe Wahrscheinlichkeit zubillige und habe am Abend Veolia zu ca. 9,2€ verkauft und einen kleinen Gewinn mitgenommen, da ich deutlich unter 9€ eingestiegen war. Derartig politisch begleitete Machtkämpfe sind mir einfach zu unberechenbar, als das ich mein Kapital an dieser Stelle binden möchte.

Mir ist die Entscheidung heute aber schwer gefallen, denn die Restrukturierungsgeschichte und der Turnaround von Veolia sind für mich weiterhin attraktiv, man muss das Management daran aber auch arbeiten lassen und das ist mit dem heutigen Tag fraglich geworden. Sollte sich der Nebel verziehen und der Machtkampf ausfallen, schliesse ich daher auch einen kurzfristigen Wiedereinstieg nicht aus. Ein entscheidendes Datum, an dem wir vielleicht Klarheit bekommen, sollte nun das Boardmeeting am 29.02.12 sein.

Eine Wende nach oben halte ich nun auch bei Corning (WKN 850808) für möglich. Corning ist für mich ein "Trüffel" und sehr unterschätzter Technologiekonzern und litt zuletzt unter geringen Abnahmemengen im TV Geschäft, dass Corning mit seinem bekannten und hoch robusten "Gorilla-Glas" beliefert. Corning kontrolliert zusammen mit seiner 50% Tochter "Samsung Corning Precision" mehr als die Hälfte des weltweiten Glass-Panel Marktes. Aber nicht nur mit Glas-Panels ist Corning an der technologischen Front vertreten, sondern auch im Bereich OLED, optische Kabel oder Life Science hat Corning aussichtsreiche Produkte und Technologien, auch wenn diese vom Umsatz her noch deutlich abfallen.

Falls Sie sich unter Glas so richtig nichts Innovatives vorstellen können, dann sollten Sie sich mal diese Videos anschauen. Sicher sind das Werbe/Marketing-Videos und insofern inhaltlich mit Vorsicht zu geniessen und diese Produkte gibt es noch nicht, es sind einfach Visionen der Zukunft. Aber es vermittelt Ihnen vielleicht eine Vorstellung davon, was Innovation im Bereich Glas bedeutet. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass "intelligentem" Glas die Zukunft gehört, so wie wir es in Filmen wie "Minority Report" schon vor 10 Jahren eindrucksvoll vorgeführt bekommen haben. Und Corning hat für mich alle Chancen, in diesen Zukunftsmärkten Marktführer zu sein.

Wenn Sie dann noch sehen, dass Corning derzeit zum Buchwert und mit einem KGV von 8-9 zu haben ist und im Chart sich nun die Chance auf eine Wende abzeichnet, dann verstehen Sie sicher, warum ich bei Corning schon seit Herbst letzten Jahres investiert bin und das für mich einer meiner "Buy and Hold" Werte ist, bei denen ich auf langfristig erhebliche Wertsteigerungen setze. Schauen Sie sich Corning einfach mal selber ganz unbefangen an.

Übrigens, da Corning nicht nur (über das Joint Venture) in Samsung Geräten steckt, sondern auch Apple beliefert, haben Sie mit ziemlicher Sicherheit schon einmal ein Glas von Corning in der Hand gehabt oder vor einem als TV gesessen. Sie haben es bisher nur nicht gewusst. Corning ist für mich das, was man einen "hidden Champion" nennt.


Source:

Auffällig war heute die Stärke in Gold und Silber in einem ansonsten wenig berauschenden Markt. Ich gewinne nun zunehmend den Eindruck, dass hier etwas im Gange ist und uns höhere Kurse bevorstehen, ohne dass ich das nun ursächlich argumentativ festnageln könnte. Der Anstieg über das Hoch von Anfang Februar bei ca. 1750 USD, ist für Gold und Silber auf jeden Fall ein Zeichen von Stärke. Denn schon letzten Donnerstag hatte ich ja -> hier <- an dieser Stelle auf die auffällige Wende nach oben bei den Minenaktien hingewiesen und dazu geraten, das nun genau zu beobachten. Ich habe es getan und seitdem verdichten sich die Signale. Heute, ein paar Tage später scheint die Wende vom 16.02. auch beim Preis der Edelmetalle selber eine markante Untergrenze definiert zu haben.

Insofern, mit dem 16.02. als Untergrenze im Rücken, habe ich hier mal einen Bündel an Trades gewagt, bei denen ich nur meiner "Nase" folge, denn die nimmt nun Witterung auf. Deshalb bin ich in Antizipation einer positiven Bewegung in den letzten Tagen einige Long-Positionen eingegangen. Mit den 1705 USD vom letzten Donnerstag, habe ich ja nun eine exzellente Stopmarke, mit der ich das Risiko dieses Trades "auf Verdacht" in ganz engem Rahmen halten kann. Und im Falle eines Krieges um Irans Atomprogramm, wäre Gold sicher auch nicht die schlechteste aller Anlagen.

Was die Gold- und Silber-Minen angeht, bin ich nun also Long bei Barrick Gold (WKN 870450), Iamgold (WKN 899657), Freeport McMoran (auch Kupfer) (WKN 896476), Hecla Mining (WKN 854693) und Coeur dAlene (WKN A0RNL2).

Hecla Mining hatte ich ja vor kurzem -> hier <- ausführlich vorgestellt und die Aktie zauberte mir heute aufgrund "überraschend" guter Quartalszahlen mit zeitweise 12% Plus ein breites Lächeln ins Gesicht 😉

Und auch die schon mehrfach besprochene Cameco (WKN 882017) hat mich heute erneut erfreut und legte noch einmal über 4% auf die aufgelaufenen Gewinne oben drauf. Der Preis von Uran hat aber in Anbetracht der Renaissance der Kernenergie in den USA noch jede Menge Luft nach oben, weswegen die Bewegung bei Cameco noch lange nicht beendet sein muss.

Ich wünsche einen schönen Abend !

Serie Rohstoffaktien – Hecla Mining – Seriosität in Silber

In der Serie Rohstoffaktien, möchte ich Ihnen heute meinen aktuellen Favoriten bei den Silberminen vorstellen: Hecla Mining (WKN 854693)

Wenn man sich in das Universum der Gold- und Silberminen hinein bewegt, hat man ebenso mit weltweit operierenden Riesen wie Barrick Gold (WKN 870450), wie auch mit unzähligen kleinen Explorern zu tun, die zwar öffentlich über ihre gewaltigen Chancen schwadronieren, aber noch keine Unze Edelmetall zu Tage gefördert haben. Das Problem bei den Explorern ist aber, dass eine einzige Nachricht ausreicht, um den Kurs mal eben zu halbieren. Und wie schnell das gehen kann, konnten wir auch bei Hecla Mining vor kurzem beobachten, als die wichtige Mine "Lucky Friday" durch Steinschlag ausser Gefecht gesetzt wurde und nun wahrscheinlich für das ganze Jahr 2012 ausfällt. Hecla hat dadurch bis zu 25% Börsenwert verloren, für ein kleineres Unternehmen wäre so ein Ereignis wohl der Exitus.

Für mich persönlich vereinen die "idealen" Minenaktien daher folgende Parameter:

(1) Mehrere Minen in Produktion mit kontinuierlichem Cashflow. Die Abhängigkeit von nur einer produzieren Mine ist mir zu riskant.

(2) Minen in politisch sicheren Regionen, die Verstaatlichungspolitik eines Hugo Chavez ist nun einmal nicht planbar.

(3) Marktkapitalisierung im einstelligen Milliardenbereich. Damit gross genug um einen Einschlag auszuhalten und noch klein genug um flexibel zu agieren und als Übernahmeziel für die ganz Grossen interessant zu sein.

(4) Erfahrenes Management mit einem guten Trackrecord. Gerade im Minensektor bei den kleineren Explorern zieht der Bullenmarkt in Gold und Silber leider auch einige dubiose Gestalten an, die sich mehr auf Marketing verstehen, als darauf reales Edelmetall real an die Oberfläche zu bringen.

(5) Geringe Produktionskosten und erwiesene gute Kostenkontrolle in der Vergangenheit. Was passiert, wenn das Management das nicht im Griff hat, konnte man ja vor kurzem bei Kinross Gold (WKN A0DM94) schmerzhaft beobachten.

Schauen wir uns vor dem Hintergund dieser fünf Kriterien mal Hecla Mining an.

Hecla wurde schon 1892 in Idaho, US gegründet und gehört damit zu den "Urgesteinen" der weltweiten Minenindustrie. Heclas erfahrenes Management betreibt eine gute Investor Relations, die man auch auf der interessanten und informationsreichen Homepage nachvollziehen kann. Schauen Sie sich mal die detaillierte Darstellung der Unternehmensgeschichte von Hecla an und vergleichen Sie das mit so manch anderer Mine, die vor 10 Jahren noch gar nicht existent war.

Hecla hat zwei Minen in Operation: "Green Creeks" in Alaska und "Lucky Friday" in Idaho. Darüber hinaus hat Hecla noch weitere aussichtsreiche Explorationsprojekte in Nordamerika bzw Mexiko. Die bei vielen Silberminen massiv vorhandenen politische Risiken in Ländern wie Bolivien oder Argentinien hat Hecla also mit seiner Operation nicht.

Am 11. Januar diesen Jahres musste Hecla bekannt geben, dass die "Lucky Friday" Mine nun auf Anordnung der Mine Safety and Health Administration (MSHA) für Wartungs- und Aufräumarbeiten ungefähr ein Jahr geschlossen werden muss, da es dort immer wieder zu Steinschlag bzw Bergstürzen kam. Der Markt hat das gar nicht goutiert und Hecla in der Spitze um 25% nach unten geschickt. Das ist auch auf den ersten Blick nachvollziehbar, denn der kurzfristige Jahresertrag wurde damit von 10 Millionen Unzen Silber auf 7 Millionen Unzen reduziert.

Es gibt aber gute Argumente, die dafür sprechen, dass der Markt nun übertrieben hat. Denn auch wennn "Lucky Friday" nun für ein Jahr schliesst, ist dadurch das Silber in der Erde ja nicht weg. Die Reduktion des kurzfristigen Ausstosses also eins-zu-eins auf den Aktienkurs durchschlagen zu lassen, lässt Raum für positive Überraschungen. Und Auszeiten bei Minen und Wartungsarbeiten sind halt etwas ganz Normales in der Industrie, Steinschlag ebenso. Nun hat Hecla also die Chance, die Mine in Ruhe so auf Vordermann zu bringen, dass diese danach auf Jahre hinaus ohne Unterbrechung hohe Erträge erwirtschaften kann. Die in 2012 ausgefallene Silberproduktion, kann dann in den Folgejahren um so schneller nachgeholt werden.

Gleichzeitig kam dieser Absturz zu einem Zeitpunkt, an dem der Kurs von Hecla sowieso schon über das ganze Jahr 2011 durch die zunehmenden Probleme in "Lucky Friday" belastet war. Diese Stilllegung könnte also den finalen Abverkauf markieren, auch das hohe Volumen während des Ausverkaufs spricht dafür.

Dabei ist Hecla in meinen Augen schon heute fundamental unterbewertet. Denn Hecla hat im Branchenvergleich sehr geringe Abbaukosten und das bei geringeren politischen Risiken als die meisten seiner Mittbewerber. Das liegt unter anderem daran, dass die Hauptmine "Green Creeks" einen überdurchschnittlich hohen Silbergehalt besitzt, was bedeutet man kann viel Silber mit relativ wenig Aufwand aus dem Boden holen. Auch die Explorationsprojekte in den USA und Mexiko sehen attraktiv aus. Hecla notiert nun nahe am Buchwert bei 1,5 Milliarden USD Marktkapitalisierung und schüttet sogar eine kleine Dividende aus, die in 2012 erhalten bleiben soll.

Dividende, gute Kostenkontrolle, offene Investors Relations, lange erfolgreiche Historie - all das sind Indizien für ein kompetentes, seriöses Management - ein Kriterium das man nicht jedem Minenunternehmen uneinschränkt zugestehen kann.

Auf dem Chart sieht man, wie weit Hecla nun innerhalb eines Jahres von seinen Höchstständen zurück gekommen ist. Die Aktie befindet sich immer noch in einem etablierten Abwärtstend, insforn ist es charttechnisch derzeit nicht zwingend in Hecla Mining zu investieren. Gleichzeitig hat Hecla aber im Bereich von 4 USD gut Unterstützung und positiv ist auch zu sehen, wie gut Hecla sich schon von dem "Lucky Friday" Einschlag erholt hat. Auch RSI und MACD könnten kurz vor eine Wende ins Positive zu stehen und deuten zumindest eine Stabilisierung an. Die charttechnische Entscheidung scheint also nicht mehr all zu fern in der Zukunft zu liegen. Alleine letzten Freitag ist Hecla schon um 7% gestiegen. Möglicherweise positioniert sich hier schon Kapital für die Wende.

Hecla Mining ist für mich persönlich im Moment die attraktivste Wette im Universum der Silber-Minen. Denn hier vereint sich erhebliches theoretisches Upside mit einem seriösen, langjährig erfolgreichen Unternehmen in politischen sicheren Weltregionen.

Letztlich hängt aber alles vom Silberpreis ab und nur wenn dieser weiter stark bleibt, wird man wohl auch mit Hecla schöne Gewinne einfahren können. In Anbetracht der klaren Aussagen der FED und parallel der Liquiditätsschwemme, die die EZB nun über die Banken ausgiesst, sind Gold und Silber in meinen Augen gut unterstützt und für den weiteren Verlauf des Jahres 2012 sehr aussichtsreich. Sollte noch dazu die Weltkonjunktur wieder anziehen, würde Silber als Industriemetall doppelt profitieren.

Genügend Gründe also für mich nun in Hecla Mining investiert zu sein. Ich sehe bei der Aktie durchaus eine Verdoppelungspotential innerhalb 24 Monaten und habe vor, diese Bewegung voll mitzunehmen.

Ob Hecla Mining auch in Ihr Depot passt, kann ich Ihnen nicht beantworten, das können nur Sie selber. Bedenken Sie neben all den Chancen daher auch die Risiken von Silberminen, denn trotz aller positiven Aussichten kann sich ein "Lucky Friday" Ereignis in jeder Mine der Welt jederzeit wiederholen und eine Hecla notierte im Tief Ende 2008 auch mal nahe bei 1 USD, also bei einem Fünftel des heutigen Wertes ! Das sollten Sie bei allen positiven Aussichten nicht vergessen. Sie sehen, neben grossen Chancen lauern also auch erhebliche Risiken, weswegen ich persönlich ein Engagement nur entsprechend abgesichert eingehen würde. Der Bereich um 4 USD könnte dafür eine sinnvolle Marke sein, um im Falle des Falles die Notbremse zu ziehen.

Silberminen sind also definitiv nicht für einen langfristigen "Buy and Hold" Ansatz geeignet. Aber für mich persönlich überwiegen bei Hecla Mining aktuell deutlich die Chancen und wenn ich schon in eine Silbermine investieren will, dann ist Hecla Mining mein persönlicher Favorit.

Haris Märkte am Abend – 25.01.12 – Déjà-vu

21 Uhr, 1 Stunde vor Handelsschluss.

Déjà-vu, der Markt macht heute wieder das gleiche wie gestern - Intraday Schwäche, die aber wieder bei ca. DAX 6360 gekauft wird. In Anbetracht von über 20 Tagen Anstieg ist das eine bemerkenswerte Stärke.

Nachdem es den Bären auch mit dem heutigen Tag nicht gelungen ist den Markt zu drehen, steigt für mich nun langsam die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste grosse Sprung demnächst wieder nach oben geht. Denn wie ich schon vor ein paar Tagen schrieb, eine überkaufte Markttechnik kann ein Bullenmarkt durch ein kurze, scharfe Korrektur oder eben durch eine etwas längere Seitwärtsbewegung abbauen. Die Wahrscheinlichkeit steigt nun in meinen Augen, dass wir letzteres gerade erleben.

Trotzdem gibt es keinen Grund die Strategie der "vorsichtigen Offensive" zu ändern, denn ich rede hier über eine langsame Verschiebung von Wahrscheinlichkeiten um einige Prozentpunkte, nicht mehr aber auch nicht weniger. Die weitergehende Korrektur bleibt weiter möglich, die Wahrscheinlichkeit sinkt aber nun mit jedem Tag der Konsolidierung.

Mein in die Zukunft gerichteter Blick orientiert sich nun deshalb wieder stärker nach oben. Denn mit etwas Phantasie kann man sogar eine inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation im DAX der letzten Tage ausmachen. Und mit ca. DAX 6330 haben wir eine wunderbare Stopmarke, die nicht durchschlagen werden sollte, falls die Theorie der Seitwärtskonsolidierung richtig ist. Umgedreht kann man den Chart natürlich auch als multiplen Top interpretieren, ich neige aufgrund der beeindruckende Stärke des Marktes aber eher zur bullishen Interpretation des Preisverhaltens. Und wenn sich das bestätigt, definiert die inverse SKS Formation ein Kursziel von ca. DAX 6580. Der Chart des DAX ist von ca. 20.30 Uhr.

Die nächsten Tage werden es zeigen wohin die Reise geht, einen Stop für seine Long-Positionen nun aber in den Bereich um DAX 6330 zu legen und somit nur noch geringe Abwärtsrisiken zu haben, hat in meinen Augen viel Logik. Sollte der Ausbruch nach oben in den nächsten Tagen kommen, werde ich aber nicht zu schnell abspringen, sondern den Markt zumindest bis in den Bereich um DAX 6600 laufen lassen.

Nur ein Thema muss ich heute noch explizit erwähnen - Gold ! Sie erinnern sich an die Abwärtstrendlinie, die ich vor zwei Wochen -> hier <- gezogen hatte ? Die hat Gold nun überraschend mit einer gewaltigen Bewegung innerhalb Minuten nach oben durchbrochen ! Und wenn sich das Morgen bestätigt - diese Bestätigung ist extrem wichtig um Fehlsignale auszuschliessen - dann könnte das ein signifikanter Ausbruch sein !

Denn Auslöser der plötzlichen Stärke ist heute wohl mal wieder die FED, die heute bekannt gibt, dass die Zinsen bis mindestens Ende 2014 niedrig bleiben, weil das Wachstum der US Wirtschaft wohl auf Sicht schwach bleibt. Der Markt interpretiert das als Signal der FED, dass ein erneutes "Quantitatives Easing" (= Gelddrucken) kurz bevor steht. Deshalb geht der Goldpreis durch die Decke, denn Gelddrucken bedeutet Abwertung des Papiergeldes und damit Vorteil für die ultimative Währung : Gold. Schauen Sie sich diesen beeindruckenden Gold Chart von 20.55 Uhr an, dann wissen Sie was heute Sache war.

Es muss sich keiner einbilden, dass man so etwas vorhersagen kann, denn diese Bewegung hängt alleine an den Lippenbewegungen von Ben Bernanke. Aber man muss das auch nicht vorhersehen, man muss es aber ganz schnell ernst nehmen und sich adaptieren. Und mit diesem Blog Eintrag haben Sie die Chance dazu. Denn wenn sich das Morgen bestätigt - die Bestätigung ist wichtig - dann ist das für mich ein Signal das über Gold hinaus geht. Das bedeutet für mich erweiterte Liquiditätsschwemme und damit Bullenmarkt für harte Assets. Und alle harten Assetklassen, besonders die Rohstoffe, werden dann nach oben getrieben. Schauen Sie alleine, was heute mit der Barrick Gold (WKN 870450) passiert, die ist aktuell für so einen Bluechip gewaltige 5,5% im Plus ! Damit bekommen Sie eine Ahnung, was da möglich ist, sollte sich die Geldschwemme durch ein QE3 bewahrheiten.

Auf den ganzen Rohstoff-Sektor würde ich jetzt also ganz genau schauen !

Fazit: Ich bleibe zwar vorsichtig und nach unten abgesichert, aber das Blatt der Bären wird nun schwächer. Die Bären hatten ihre Chance und vielleicht haben Sie Morgen im Sinne "Sell the News" noch eine. Spätestens dann sehe ich ihre Zeit aber wohl fürs erste abgelaufen und der Markt könnte dann nach meiner Einschätzung wieder nach oben drehen !

Gute Nacht allerseits !