Der schwache DAX

Die Schwäche der deutschen Börsen gegenüber den anderen Indizes, insbesondere gegenüber den US Indizes, ist augenfällig. Das geht eigentlich schon seit 2 Wochen so und hat sich auch gestern im Anstieg nicht geändert.

Das sagt uns, dass die (überwiegend ausländischen) Marktteilnehmer von einem Ende der exportgetriebenen Sonderkonjunktur in D ausgehen und daher die Luft aus diesen Werten lassen. Da eine derartig grundlegende Neupositionierung nie von heute auf morgen geschieht – immerhin haben genau diese Marktteilnehmer dem DAX über mehr als ein Jahr eine deutliche Überperformance beschert – wäre es unklug zu glauben, dass sich
diese Sicht schnell wieder ändert.

Um den Bounce zu spielen, der in den US gerade mustergültig läuft und den S&P wieder bis 1200 gebracht hat, sind also die deutschen Indizes der letzte Platz der Börsenwelt an dem man sein sollte. Denn bei S&P500 1200 müsste der DAX analog schon bei 6300-6500 sein.

Das ist ein sehr schlechtes Umfeld für Volkswagen und Co. Ich kann das auch in meinem Investmentdepot beobachten – während der DAX aktuell um 2,3% korrigiert, ist dieses Depot in dem ich alle konjunktur-sensiblen Werte seit Wochen konsequent vermeide heute nur 0,6% im Minus. Diese Divergenz ist augenfällig !

Für das Verhalten des DAX wenn dieser Bounce irgendwann ausläuft sind das schlechte Aussichten – DAX 5000 here we come .....

Der Intraday – Crash

Was für ein Tag, das war mal wieder Börsengeschichte ! Ich habe schon viel erlebt, aber dass wir heute im DAX Intraday über 8% verloren haben ! (6250-5710 X-DAX 22 Uhr) hat selbst meine Vorstellungskraft überstiegen.

8% Intraday, das ist ein Crash. Zumal nachdem in der Woche vorher schon weit über 10% verloren wurden und wir schon am Freitag brutal überverkauft waren.

Auf jeden Fall wurde mein erst letzte Woche als möglich genanntes Kursziel von DAX 5700 schon heute Abend nahezu erreicht. Unglaublich.

Was mich am meisten überrascht hat ist dieses Abrutschen Intraday. Eigentlich gab es ja keine Neuigkeiten, um 9 Uhr lag alles auf dem Tisch was man wissen musste und nach mässigen Verlusten in Asien eröffnete der DAX eben sehr stabil. Und dann ging es nur noch abwärts. Das ist nur dadurch zu erklären, dass nun Stop nach Stop gezogen wurde und erste Marktteilnehmer in Panik alles rauswarfen. Ein Dominoeffekt eben. Der Verkaufsdruck war den ganzen Tag brutal.

Morgen wird alles auf die FED starren. Wehe wenn die FED nicht liefert, was der kokainsüchtige Markt jetzt braucht. Dann war der heutige Tag noch ein laues Lüftchen und die Circuit Braker die erst ab 10% greifen werden zum Einsatz kommen.

Das ist auch das perverse an der jetzigen Situation. Eigentlich, in einem normalen Markt ohne externe Intervention, könnte man nun mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit massiv long gehen. Wir sind so überkauft, dass hat schon historische Dimensionen. Mit der politischen Intervention auf der Agenda ist aber alles möglich, denn wenn sie nicht so kommt wie jetzt gewünscht, dann wird das Morgen ein Black Tuesday. Denn ein wirklicher Crash kommt nie aus dem nichts, er kommt immer aus einer extrem überkaufen Situation – wie heute.

Dieses Restrisiko lässt einen schaudern und vorsichtig sein, auch wenn eigentlich alles nun für eine Relief-Rally spricht. Gleichzeitig ist es Harakiri diesen Markt nun noch zu shorten. Eine sehr schwierige Situation, die einem Pokerspiel auf einer Rasierklinge gleicht. Ich hoffe die Leser haben ihre Stops wirklich respektiert, sind nicht aus Angst einen Bounce zu verpassen wieder eingestiegen und sind nun entspannt an der Seitenlinie.

Mich hat es heute auch erwischt. Da ich ab Freitag in Erwartung des Bounce selektiv in den Markt gegangen bin, war ich heute auch mit 2.5% Minus dabei. Es gibt schönere Tage.

Jetzt tief durchatmen und Kraft für Morgen sammeln ….