Gastkommentar – DAX Betrachtung: Langfristig hui – kurzfristig pfui

DAX Betrachtung: Langfristig hui – kurzfristig pfui - Ein Gastartikel von Tokay

In den vergangenen Handelstagen ist Bewegung in den DAX gekommen - nur leider nicht in die Richtung, in die es sich die meisten gewünscht hätten. Die zahlreichen Gewinnrevisionen deutscher Unternehmen haben ihre Spuren hinterlassen, neue Großtaten der EZB stehen nicht in Aussicht. Auch in Deutschland läuft die Konjunktur schlechter – die Einschläge kommen näher. Und die für Europa und Deutschland richtungweisenden Märkte in den USA zeigen deutlich nach unten. Wie könnte es weitergehen? Dies wollen wir uns auf drei Zeitebenen anschauen.

DAX kurzfristig

a) kurzfristig

Der Trend der Sommerrally (Strecke ABD) wurde im September gebrochen, und wir tasteten uns seither durch den Herbstnebel(Strecke CEF). Man muss klar sehen, dass die Parallellinie zur Strecke CEF in den vergangenen Handelstagen nach unten durchkreuzt wurde, was als klar negatives Signal zu werten ist. Für eine Jahresendrally sieht es also nicht gut aus.

DAX mittelfristig

b) mittelfristig

Das Jahr 2011 war bislang gekennzeichnet durch drei Phasen: Nämlich durch die Rally zu Jahresanfang, die bis gegen Ende März lief(Strecke AB), dann die Konsolidierung bis Ende Juni (Strecke BC); sie war geprägt von der nicht enden wollenden Staatsschuldenkrise, und schließlich durch eine Sommerrally (Strecke CD), die entscheidend durch monetäre Impulse der EZB(„Draghi-Put“) induziert wurde. Noch während dieser monetären Expansion begannen sich langsam, aber stetig die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen zu verschlechtern, die zuletzt in deutlich zurückgenommenen Jahresausblicken ihren Niederschlag fanden mit entsprechender Reaktion der Märkte; zuletzt und besonders spektakulär zu beobachten bei Eon. Wir befinden uns daher günstigenfalls in einer neuerlichen Phase der Konsolidierung, die sich bei weiterer Zunahme der Dynamik zu einer Baisse auswachsen kann.

DAX langfristig

c) langfristig

Die Anfang 2009 begonnene Hausse ist nach wie vor intakt(Strecke ACE), erst ein merkliches Unterschreiten der Marke 6.000(Bereich EF) würde wahrscheinlich ein Ende dieser Aufwärtsbewegung signalisieren. Auf der anderen Seite stieß diese Hausse bereits einige Male an eine Obergrenze; über die Marke 7.500 ging es allerdings kaum einmal nennenswert hinaus(Strecke BD). Auf lange Sicht gesehen ist noch gar nichts passiert; sollte der Aufwärtstrend im DAX demnächst wieder aufgenommen werden - dann ist das Erreichen der 8.000er Marke keinesfalls unrealistisch. Da die monetäre Expansion sich früher oder später auf den Vermögensmärkten auswirken wird – bei Immobilien ist dies heute schon der Fall – ist sogar das Erreichen noch höherer Marken im Bereich des Möglichen.

Doch es ist es noch lange nicht soweit. Die Gewinnaussichten der Unternehmen sind derzeit ausgesprochen ernüchternd und dies wird derzeit in den Kursen verarbeitet. Zunächst einmal befinden wir uns in einer unruhigen Marktphase, die durchstanden sein will, bevor irgendwann einmal wieder der Blick nach oben gerichtet werden kann.

Tokay

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Apple am Scheideweg – 07.11.12 – Ein hoch spannendes Chartbild.

Schauen Sie mit mir mal nach Handelsschluss auf dieses sehr eindrucksvolle Tages-Chart von Apple seit 2009:

Ich könnte Ihnen jetzt nacherzählen, was Sie bei der meistbeobachteten Aktie der Welt an tausend anderen Stellen auch lesen können:

  • Das Apple zuletzt beim Ausblick enttäuscht hat.
  • Das das Debakel mit dem Kartendienst zu Zeiten des ebenso seeligen wie detailversessenen Steve Jobs nie passiert wäre.
  • Ob Apple ohne Jobs noch die Innovationskraft hat, wo nun wahrscheinlich die letzten Produkte an denen er mitwirkte den Markt erreicht haben.
  • Das der Wettbewerb aufschliesst und die Margen sinken.
  • usw usw ...

Wir schauen statt dessen mal gemeinsam auf den obigen Chart. Der eindeutig sagt, dass Apple nun langsam drehen sollte. Spätestens in der Zone 520-530 USD auf Höhe des Tiefs vom Mai diesen Jahres. Und eigentlich technisch auch müsste, weil die Aktie nun ziemlich überverkauft ist, insbesondere nach dem heutigen Minus von fast 4%, das den Charakter eines kleinen Ausverkaufs hatte.

Aber was wenn nicht ? Die Fallhöhe ist eindrucksvoll. Und wir hatten heute zwar einen fast 300M grossen "Buying on Weakness" Print im SPY, der Hoffnung auf bessere Tage in den Indizes macht, aber trotz dieses Absturzes nichts bei Apple ! Big Money scheint weiter die Füsse still zu halten und nicht einzusteigen. Auch nicht nach 20% Fall von den Höchstständen !

Was ist, wenn Apple das Tief vom 18.05.12 bei 522 USD wirklich unterbietet ? Fällt Apple also wirklich durch ? Das sieht nun nach einem hoch spannenden Trade aus, der den ganzen Markt beeinflussen wird. Was denken Sie ? Was sagt Ihnen dieses Chart ?

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Gastkommentar: Technisches Trading mit „The Trend is your friend“

Technisches Trading mit "The Trend is your friend" - Ein Gastkommentar von "Jacky"

Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Börsenregel "the trend is your friend" helfen kann Verluste einzugrenzen oder einen eventuell höheren Gewinn mitzunehmen, als man durch subjektives Trading erreichen kann (hier betrachteter Zeithorizont beträgt Tage bis einige Monate).

Bei der Beobachtung von Aktien überkommt viele Privatanlegern das Gefühl, dass einige Aktien, in die man investieren möchte, bereits seit einiger Zeit fallen und es gar nicht mehr tiefer gehen kann. Also investiert man. Und aller subjektiver Beurteilung zum trotz fällt sie weiter. Das gleiche gilt für Aktien in die man investiert ist: soll man sie verkaufen, da sie seit ein oder zwei Wochen fallen oder ununterbrochen angestiegen sind?

Es zeigt sich jedoch, dass Aufwärts- und Abwärtstrends viel länger anhalten können, als man dies antizipiert. Zu der Definition eines Trendanfangs/-ende: Als positive Trendwende bezeichne ich zwei aufeinanderfolgende Hochs, wobei das letztere Hoch höher ist UND zwei aufeinander folgende Tiefs wobei wiederum der letzte höher ist. Ein positiver Trend hält solange an, bis sowohl das neueste Hoch als auch das neueste Tief tiefer liegt, als die jeweils früheren, d.h. es entsteht eine negative Trendwende.

Mit dieser Definition kann man historische Daten analysieren. Der unten gezeigte Graph zeigt exemplarisch den S&P500 (Tageschart) seit 2011 wobei der farbliche Balken am unteren Bildende, den zu dem Zeitpunkt vorhandenen Trend darstellt (grün: Aufwärtstrend; rot: Abwärtstrend). Den Trend kann man einfach erhalten, in dem man die einzelnen aufeinander folgenden Hochs und Tiefs analysiert (hier via Matlab)

Die interessante Frage ist jetzt natürlich: wie lange hält ein Trend an? Dazu habe ich die Trends des S&P 500 seit 1990 analysiert und sehe, dass die durchschnittliche Trendlänge für einen positiven Trend 37 Börsentage ist (ca 7 Wochen) und für einen negativen Trend 22 Börsentage (ca 4 Wochen) ist. Der jetzige Trend läuft meiner Analyse zu Folge übrigens seit dem 15.Juni 2012 und der S&P500 Index hat seit dem 6.7% zugelegt. Man sieht ebenfalls, dass der S&P 500 sich gerade (wieder einmal) an einem aus Trendsicht wichtigem Punkt befindet: steigt er in der nahen Zukunft, ist der Trend intakt, ansonsten wird es ein neues Tief geben, was tiefer liegt als das letzte - was eine eventuelle Trendwende ankündigt.

Der folgende Graph zeigt seit 1990 alle Trends, die mein Programm im SP500 gefunden hat. Das schwarze Kreuz ist der Punkt, an dem wir uns gerade befinden (28.09.2012). Das dritte Subpanel beschreibt zudem den durchschnittlichen prozentualen Gewinn bei positiven Trends (grün) und den durchschnittlichen Verlust bei negativen Trends (rot) als Funktion der Trendlänge.

Hierbei erkennt man deutlich, dass Trends sehr kurz sein können (Bären/Bullenfallen), aber auch sehr lange andauern können (z.B. das gesamte zweite Halbjahr 2006). Um die Wichtigkeit der Börsenregel weiter zu verdeutlichen: hätte man am 01.01.2007 eine bestimmte Summe in den SP500 Index investiert, würde das Depot heute immer noch den gleichen Betrag besitzen (zwischenzeitlich weitaus weniger). Folgt man dem Trend und wäre nur während eines positiven Trends in dem SP500 investiert, hätte man heute mindestens 50% Gewinn (Annahme bei jedem Kauf und Verkauf je 0.2% Orderkosten).

Der Gewinn hängt davon ab wie gut man die Trends erkennt - vor allem wann ein Trend beginnt oder endet. Oft ist ein Tief plötzlich tiefer ist als das letzte und danach etabliert ein höheres Hoch den Trend wieder etc. Wie lange Trends anhalten hängt auch von den Aktien ab: sind sie volatil oder eher nicht? Der untere Graph zeigt für einen sehr passiven Trendanalysator die prozentuale Depotgrösse über die Zeit seit 2007 im Vergleich zu der Buy and hold Strategie für den SP500. Hätte man alle Trends richtig erkannt (was bei historischen Daten nachträglich natürlich möglich ist), würde man heute trotz Orderkosten ca 250% des Einstiegswert besitzen.

Noch eine technische Anmerkung: Es wurden keine Dividendenausschüttungen berücksichtigt, die Analyse erfolgt auf Basis der Tagesschlusskurse, in dem Tradingbeispiel seit 2007 ging ich von einem vollen Reinvest der zu handelnden Positionsgrösse aus (was natürlich nicht immer 100% möglich ist) und zudem konnte ich keine Buy/Sell spreads in die Analyse einfliessen lassen.

"The trend is your friend" sollte man also im Hinterkopf behalten. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch die viel diskutierte Commerzbank Aktie zeigen und die Interpretation des Graphes Ihnen überlassen. Seit 1990 ist die durchschnittliche positive Trendlänge übrigens ca 4 Wochen, die durchschnittliche negative Trendlänge jedoch mit ca. 6 Wochen deutlich länger.

Viele Grüße,
Jacky

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Marktupdate – 17.08.12 – DAX & Co. – Ausbruch zu neuen Höchstständen ?

11:30 Uhr

Heute riecht es nach dem von mir hier mehrfach thematisierten Ausbruch, die seit fast zwei Wochen andauernde Seitwärtsbewegung könnte nun Geschichte sein Der DAX steht über 7000 und es ist bedeutend zu beobachten, dass nun die 7000er Marke Intraday Unterstützung darstellt und sich der Markt oberhalb dieser Marke hält.

Nun gilt es abzuwarten was die Wallstreet macht, die gestern mit 1417 im S&P500 nicht mehr weit von den Jahreshöchstständen entfernt war. Ein Test dieser Jahreshöchststände ist nun sehr wahrscheinlich und ich persönlich rechne durchaus damit, das es noch weiter hoch geht. Denken Sie in diesem Zusammenhang an das Kursziel aus dem zulaufenden Dreieck, das ich am 13.08. thematisierte und den S&P500 bis 1540 bringen würde. Das dürfte im DAX dann wohl 7500 bedeuten !

Den Eindruck, dass hier nun Dinge mit Macht in Bewegung geraten, bestätigt auch der Blick auf eine Reihe einzelner Aktien. So kommt in eine der "Gurken-Aktien" der letzten Monate, den Stahlhändler Klöckner (KC0100) nun richtig Leben. Kurzfristig hat sich seit dem 02. August nun ein klarer Aufwärtstrend etabliert, der heute eine neues Verlaufshoch generierte. Entscheidend dürfte für die Aktie mittelfristig sein, ob sie das Hoch vom 21. Juni bei 8,519 nachhaltig hinter sich lassen kann. Das würde dann Raum für eine Bewegung bis über 10€ geben. So weit ist es noch nicht, aber technisch sieht Klöckner für mich nun nach Monaten des Leids wieder interessant aus.

In diesem Stil kann man nun eine Reihe lange verprügelter Aktien identifizieren, die endlich Lebenszeichen senden. All das ist für mich eher Signal einer beginnenden Bewegung mit mehr Potential, als Ausdruck einer Topbildung. Ich habe aktuell in einem US Blog einen Artikel gelesen, der darauf abhebt, dass der Ausbruch aus solchen Konsolidierungen oft zunächst ein Fakeout ist, bevor der Markt dann die wahre Richtung einschlägt - hier nach unten. Das stimmt statistisch durchaus, nur glaube ich derzeit eher nicht daran.

Denn es gibt mir zu viele derartige Logiken nach dem Motto (früher oder später muss der Markt kippen) im Markt. Das ist doch "Common-Sense" diese Sicht und die Mehrheitsmeinung trifft aus guten Gründen an der Börsen selten ein. Auch die Kapitulation der Bären, die ich Ihnen in den Tips mit einem Link nahe gebracht habe, hat gerade erst begonnen und die kann durchaus noch Wochen andauern, bevor es richtig gefährlich wird, wenn die Bären dann ausgestorben sind. Ich sehe die Menge derartiger Kommentare weiter eher als Indiz, dass die Skepsis noch nicht gewichen ist und die Rally daher durchaus noch Luft nach oben hat.

In diesem Zusammenhang kann ich erneut nur wärmstens empfehlen, die aktuelle Analyse von Cognitrend zum Marktsentiment genau zu lesen. Machen Sie sich also klar, wer hier derzeit sehr skeptisch ist und nicht an die Rally glaubt ist Teil der Herde ! Und an der Börse ist es nun einmal so, dass die Herde in der Regel gefressen wird.

Auch das Ende der Urlaubssaison spielt eher ins Feld der Bullen. Denn wenn die Pros der Wallstreet Anfang September an ihre Desks zurück kehren, finden sie einen Markt vor, der weit höher steht als an dem Tag, an dem sie Richtung "Hamptons" verschunden sind. Das führt fast immer zu "Chasing". Es gibt klare statistische Strukturen, dass die Bewegung eines Sommers im September zunächst weiterläuft, weil die "zu spät" auf die Party gekommenen noch einmal nachlegen. Kritisch wird in so einem Szenario dann nach statistischen Daten der Oktober.

Und ein letzter Hinweis was die Dauer solcher Bewegungen angeht. Diese Sommerrally läuft nun einen guten Monat. Denken Sie an das erste Quartal, dann wissen Sie wie lange eine Rally laufen kann ohne zurück zu schauen.

Sie merken, dass ich eine klare Tendenz nach oben in meiner Marktbewertung haben. Lassen Sie sich aber davon nicht täuschen, ich bin mir der Möglichkeit böser Überraschungen wohl bewusst und weiss, dass meine Sicht nur mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat, auch wenn sich meine Sicht in den letzten Wochen immer wieder perfekt bestätigt hat. Denn wer mir seit Mitte Juli in der positiven Sicht auf den Markt gefolgt ist, dürfte nun mit Freude auf viel Grün in seinem Depot schauen. Trotzdem oder gerade deswegen, bin ich nach unten gut abgesichert. Die fast zweiwöchige Tradingrange erlaubt mir nun meine Stops unter das Tief vom 06. August bei 6846 im DAX und 1388 im S&P500 nachzuziehen. Damit habe ich sauber definierte Stops "nah dran", die mir helfen, frühzeitig meine Gewinne vom Tisch zu nehmen, wenn der Markt sich doch dafür entscheidet zusammen zu klappen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Ein heißer August in DAX & Co steht bevor

Ein Gastartikel von Tokay

Mutmaßungen über den möglichen Kurs der EZB beherrschen die derzeitigen Entwicklungen. Vor zwei Wochen hatten wir danach gefragt, ob es zu einer Sommerrally kommen könne. Sie begann, aber wenige Tage später stand sie bereits wieder auf der Kippe. Doch der „Draghi-Put“ brachte den DAX wieder zum Stehen. Die Sommerrally war vorerst gerettet. Wie geht es weiter?

Noch einmal der Reihe nach: Der Abwärtstrend ABE wurde Ende Juni gestoppt und es entwickelte sich ein Aufwärtstrend CEF, den „Sommerrally“ zu nennen inzwischen keine Übertreibung mehr ist. Der Tag des „Draghi-Puts“ nun war ein bedeutender Tag: Er markierte den Schnittpunkt F zwischen der Aufwärtslinie der Sommerrally sowie der seit Frühjahr 2009 wirksamen Trendlinie DF. Hätte Mario Draghi an jenem Tag nicht ein entschiedenes Eingreifen der EZB bezüglich der Eurorettung angekündigt, wäre möglicherweise eine Abwärtsdynamik in Gang gekommen. Doch so prallte der DAX sozusagen wie ein Punchingball vom Punkt F ab und nahm erneut an Fahrt auf.

Das Problem besteht allerdings nun darin, dass Draghi „liefern“ muss. Gemäß der Regel „Don't fight the fed“ ist aufgrund der Erwartung möglicher Käufe von Staatsanleihen durch die EZB Kapital in den Markt geflossen bei allerdings abwartend-nervöser Grundhaltung. Auch wenn der DAX am Donnerstag abgab, so ist doch am Freitag die Nachfrage nach DAX-Titeln wieder durchweg gestiegen. Allerdings verschlechtern sich die Nachrichten von der euroländischen Konjunkturfront weiter, auch aus Deutschland kommen zunehmend schlechtere Nachrichten. Die momentane Sommerrally wird also getragen durch die Aussicht auf weitere Liquidität sowie die hierdurch sinkende Risikoneigung. Ein erneutes Aufflammen der Eurokrise ist allerdings stets möglich.

Die Projektion für den August könnte daher wie folgt lauten: Solange weder die Linien CE noch DF(Zone 6.450 bis 6.500 Punkte) klar nach unten durchschnitten werden, bleibt die Sommerrally weiterhin intakt. Die Luft wird jetzt allerdings zunehmend dünner, die Schwankungen größer. Sie reflektieren die Unsicherheit über die Entwicklung der nächsten Wochen und Monate. Sollten also diese Linien zügig durchbrochen werden, so ist eine Abwärtsdynamik wahrscheinlich, ein heißer August möglicherweise, dem im Anschluss frühzeitig einsetzende Herbststürme folgen könnten. Wie gesagt könnten, denn es muss nicht so kommen. Vorsicht bleibt aber weiterhin dringend geboten. Es geht in die nächste kritische Phase.

Tokay

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DAX Betrachtung – Doch eine Sommerrallye ?

Ein Gastartikel von Tokay

Dax Betrachtung - Doch eine Sommerrallye ?

Die Eurokrise, die Schuldenkrise und die Bankenkrise dauern an, und so könnte man meinen, dass sich die Märkte in einem Zustand hochgradiger Nervosität befinden. Das tun sie auch. Dennoch kristallisieren sich unübersehbar einige Grundtendenzen heraus:

Die seit März 2012 bestehende Abwärtsbewegung ABD wurde Ende Juni durchbrochen. Dieser Durchbruch fiel zusammen mit dem Bekanntwerden der Brüsseler Gipfelergebnisse, welche von den Märkten „gefeiert“ wurden.

Seither hat sich eine kurzfristige Aufwärtstrendlinie CD entwickelt. Die obere Begrenzungslinie BEF wurde zudem heute Abend überzeugend nach oben durchbrochen.

In Summe sieht dies nach einer positiven Entwicklung aus, die sich zu einer Sommerrallye entwickeln könnte. Dieses Szenario würde nur dann entkräftet, wenn der Bereich 6.350 bis 6.400 Punkte deutlich unterschritten würde bzw. die Kurse unterhalb der Fortsetzung der Linie CD zum Liegen kämen. Es spricht für eine positive Grundstimmung, daß sich die Kurse dieser Linie noch nicht wieder angenähert haben. Offenbar wurde die Großwetterlage(Geldpolitik der EZB US-Konjunktur) allgemein überwiegend positiv eingeschätzt.

Gestützt wird diese Erwartung außerdem durch eine langfristige Beobachtung:

Wir sehen hier, dass seit dem Beginn der Erholung 2009 sich ein Aufwärtstrend entwickelt hat, der durch die Strecke ABCDE charakterisiert ist. Wir befinden uns momentan noch unterhalb dieser Linie. Es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse sich in den kommenden Wochen diesem Entwicklungspfad annähern, wenn nicht ihn sogar übertreffen werden.

Tokay

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