Kurztipp – 06.12.12 – Doppelboden bei Apple ?

Apple (WKN 865985) legte heute eine dynamische Wende hin. Zur Handelseröffnung um 15.30 Uhr tauchte die Aktie bei hohem Volumen erneut über 3% ins Minus und erreichte bei 518,63 USD das Minus des Tages. Dann setzten starke Käufe ein, die Apple schon um 16:00 Uhr wieder an die Nulllinie brachten. Aber damit nicht genug, am Ende schloss der Titel mit Plus 1,5%, einer relativen Bewegung Intraday von fast 5% Plus !

Wenn diese Stärke Morgen bestätigt wir - und diese Bestätigung ist wichtig - dann haben wir ein SwingLow gebildet. Und wenn Sie mal einen Blick auf den Tageschart werfen, sehen Sie einen potentiellen Doppelboden, der aufgrund des höheren zweiten Bodens bullischen Charakter hätte. Auch der RSI sendet Signale relativer Stärke.

Es besteht nun also nach meiner Ansicht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass Apple erneut zur 200-Tage-Linie bei derzeit ca. 600USD läuft, die auch ungefähr dem 50er Fibo Retracement des Absturzes entspricht. Und es ist immer noch gut möglich, dass diese beim zweiten Versuch durchschlagen wird, mit folgendem Kursziel 640-650 USD. Eine Sicherung falls dieses Szenario doch nicht eintrifft - was jederzeit möglich ist, weil es Garantien an der Börse nicht gibt - wäre ganz trivial ein Stop unter dem Doppelboden.

Wenn Sie mich fragen, was ich nun grundsätzlich von der Apple-Story halte, kann ich wie alle anderen nur ohne jeden Edge raten. Wenn Sie meinen "Daumen im Wind" ohne besondere Qualifikation trotzdem noch wissen wollen, vermute ich eher, dass der immerwährende Anstieg von Apple endgültig gebrochen ist. Ich gehe von einem langsamen Bröseln der Margen - auf hohem Niveau - aus. Damit ist Apple immer noch ein tolles Unternehmen mit gigantischem Cashflow. Aber die derzeitige Bewertung an der Börse ist nur aufgrund der sensationellen Margen denkbar.

Neue absolute Hochs dürften sich dann aber mit fallenden Margen nicht mehr so schnell einstellen. Dazu bräuchte es einen neuen innovativen Kracher der wieder Margen von 60% ermöglicht. Apple TV wird das nach meiner Ansicht nicht sein, weil es durch die weltweit verschiedenen Normen, Standards und Sehgewohnheiten nicht beliebig in der ganzen Welt multiplizierbar und skalierbar ist. Etwas anderes ist aber nicht auf dem Radar. Was ja nicht ausschliesst, dass dergleichen doch überraschend kommt, nur das wäre blindes Raten. Je länger aber eine echte Innovation nicht kommt, desto stärker werden die Stimmen werden, die möglicherweise zu Recht die Einzigartigkeit von Steve Jobs Innovationskraft in den Vordergrund stellen. Dem Kurs dürfte das nicht helfen.

Kurzfristig könnte Apple aber im 4. Quartal so gute Umsätze produzieren, dass die oben skizzierten 640-650 USD Ende des Jahres auch fundamental unterstützt wären. In Anbetracht der vorhandenen Produkte kann man mit Fug und Recht ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft erwarten. Danach würde ich persönlich einen Long-Trade bei Apple nach heutigem Wissensstand aber erst einmal verlassen und mir das Spektakel von der Seitenlinie anschauen.

Und übrigens, falls Apple bis in die Zone 640-650 USD läuft und dem Anstieg dann die Luft ausgeht, dann hätten wir eine riesige und üble Schulter-Kopf-Schulter Topformation gebildet, die Sie auf dem Chart schon ahnen können. Das ist nun aber sehr (zu) viel Konjunktiv im Sinne "wenn" und "würde". Allerdings ist eines schon jetzt klar: der Markt wird sich massiv über diese Möglichkeit den Kopf zerbrechen, sollte Apple nun tatsächlich in diese Region laufen.

Ihr Hari

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Wie geht es weiter mit DAX & Co. – 26.09.12 – Über die Bedeutung der USD Entwicklung

09:00 Uhr

Gestern setzten im späten Handel der Wallstreet Gewinnmitnahmen ein, die den S&P500 bis fast 1340 herunter brachten. Damit stellt sich die Frage, ob das Quartalsende bis Freitag nun von weiteren Gewinnmitnahmen geprägt ist und wie es darüber hinaus weitergeht.

Was die kommenden Tage bis Freitag angeht, bin ich relativ leidenschaftslos. Ich denke es wird auf der einen Seite weitere Gewinnmitnahmen geben und deswegen ist heute weitere Schwäche gut möglich. Auf der anderen Seite werden aber unterinvestierte Marktteilnehmer diese Gelegenheit nutzen um einzusteigen bzw "Window-Dressing" zu betreiben.

So hatten wir am Montag und Dienstag in der Schwäche schon wieder "Buying on Weakness" Prints, die Sie nachlesen können.

Insofern rechne ich persönlich eher nicht mit gewaltigen Abwärtsbewegungen. DAX 7200 und S&P500 1420 sind aber gut drin, ohne irgend einen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, es wäre sogar sehr gesund für den Markt !

Schauen wir darüber hinaus ins 4. Quartal, ist meine bullische Grundannahme weiterhin intakt. Zwei wesentliche Argumente kennen Sie schon:

  • Das insbesondere in Europa noch sehr negative Sentiment stützt die Kurse, weil es zeigt wie unterinvestiert Teile des Marktes sind.
  • Die Geldflut der Notenbanken weltweit wird im 4. Quartal ihre Wirkung zeigen, wenn die Programme scharf geschaltet sind. Alles andere wäre historisch der "diesmal ist es anders" Fall. Auch der kann eintreffen, darauf wetten würde ich aber fuglich nicht !

Es gibt aber noch ein weiteres, signifikantes technisches Argument und das kommt aus dem Dollarindex. Denn die Assetklassen, insbesondere im Bereich Industrie, Rohstoffe und Edelmetalle sind massiv von den Bewegungen in den Währungspaaren zum Dollar abhängig. Ein schwacher Dollar führt fast zwangsläufig zu einer weltweiten "Risk-On" Rally, die dann selbst währungsbereinigt in EUR noch Gewinne übrig lässt.

Nun schauen Sie mit mir mal auf das langfristige Wochenchart des EURUSD Währungspaars seit 2008:

Man sieht sofort, dass der Chart uns eine massive und langfristige Umkehrformation im Sinne einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation zeigt. Ebenso wichtig ist aber die aktuelle Bullenflagge, die sich auszubilden scheint. Deutlicher kann man die im Tageschart von EURUSD erkennen:

Das sieht ganz klar nach einer Bullenflagge aus und wir sind darüber hinaus kurz davor die 200-Tage-Linie zu touchieren.

Noch einmal zum Verständnis, solche Chartformation sind erst dann bestätigt, wenn Sie vollzogen sind - hier also wenn sich die Bullenflagge nach oben auflöst. Im Vorfeld wie heute ergeben diese sich abzeichnenden Strukturen nur eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, nicht mehr. Aber das ist doch auch schon was. 😉

Wenn Sie übrigens eine Parallelität zur Anschauung einer Bullenflagge in EURUSD wollen, schauen Sie einfach im Wochenchart, wie EURUSD Mitte 2010 aus dem Tief kam. Die Bullenflagge und was danach passiert ist deutlich zu sehen. Wie dagegen eine weit ernster zu betrachtende Umkehrformation aussieht, können Sie Ende 2008 beobachten. Eine derartige bärische Fahne haben wir aber weder heute noch hatten wir sie 2010.

Insofern würde ich dieser Tage nun ganz genau auf EURUSD schauen. Sollte sich die Bullenflagge bewahrheiten, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in den "Risk-On" Assets weiter hochlaufen. Insbesondere die aktuelle Konsolidierung bei den Edelmetallen und Minen dürfte dann eine Kaufgelegenheit sein, die man nicht verpassen sollte.

Trotz meiner mittelfristig klar bullischen Orientierung, dürfen wir aber nie die Demut verlieren zu wissen, dass Mr. Market auch komplett andere Pläne haben kann. Alles was ich hier zu bieten habe sind Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Dafür gibt es aber Stops, die man ideal unter die aktuelle Konsolidierungszone legen kann. Im DAX wären das aktuell ca. 7270. Wem das zu nahe an den aktuellen Kursen ist und wer nicht dumm ausgestoppt werden will, kann auch das letzte signifikante Tief von Ende August bei 6869 als Stopmarke nehmen. Das sind gute 6% maximaler Verlust nach unten, lässt dem Trade aber Raum um zu atmen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Spanische und italienische Aktien auf dem Weg nach oben

Ein Gastartikel von Tokay

Die Rettungspolitik der EZB unter Mario Draghi hat deutliche Wirkungen gezeigt. Besonders die Aktienmärkte der krisengeschüttelten Länder Spanien und Italien haben von den Ankündigungen der EZB profitieren können. Dies wird in den Kursverläufen des spanischen IBEX-35 und des italienischen MIB FTSE deutlich sichtbar. Es zeigen sich Gemeinsamkeiten mit dem DAX in Deutschland, aber auch Unterschiede.

Anders als bei uns war von einer Belebung in Spanien am Jahresanfang nichts zu spüren, vielmehr ging es ab März noch einmal deutlich abwärts (Strecke AB). Ähnlich wie bei uns kam es aber ab Anfang Juni zu einer deutlichen Belebung (Strecke BCD). Diese Belebung geriet im Juli ins Wanken (Strecke EFG). Der Befreiungsschlag kam Ende Juli mit dem „Bernanke-Draghi-Put“ sowie mit der Ankündigung von „Outright Monetary Transactions“ (OMT) am 06. September.

Kurz danach durchschritt der IBEX die 21-Tage- und kurz danach die 55-Tage-Linie der gleitenden Durchschnitte. Nahezu zeitgleich mit der OMT-Ankündigung wurde die 200-Tage-Linie nach oben überschritten, was im allgemeinen als starkes technisches Signal gilt. Der kurzfristige Trend (Strecke GHI) ist somit intakt und solange die Begrenzung von ca. 7.700 Punkten nicht nennenswert unterschritten wird, ist mit weiteren Anstiegen zu rechnen.

Eine ähnliche Entwicklung hatten wir in Italien zu verzeichnen. Zu Jahresbeginn war die Entwicklung noch sehr verhalten. Ab März gab einen Rückgang, der im Juni zum Stillstand kam (Strecke ABC). Anschließend lieferten sich bis Ende Juli Bullen und Bären erbitterte Gefechte (gestrichelte Zone). Die Bullen gewannen dank der EZB die Oberhand (Strecke DEF). Kurz darauf drehten außerdem die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte (21/55) nach oben; der italienische Markt befindet sich seither in einer dynamischen Aufwärtsbewegung. Wie geht es in Italien weiter? Die untere Begrenzung des kurzfristigen Trends liegt bei etwa 15.800 Punkten. Wird diese nicht nennenswert unterschritten, dann setzt sich die Aufwärtsbewegung (DEF) fort.

Sowohl in Spanien und in Italien stellen wir deutliche Anzeichen einer Umkehr an den Aktienmärkten fest. Die Wirtschaft befindet sich in beiden Ländern in einer schweren Rezession. Die Stimmung ist tief pessimistisch, der Konsum liegt am Boden. Die Geldpolitik ist aber sehr expansiv, so dass gute Chancen für eine klassische Liquiditätshausse bestehen. Kurzfristige Rückschläge sind in diesem Umfeld vermutlich gute Einstiegsgelegenheiten.

Tokay

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Kurzupdate – 19.09.12 – Silber Mine Hecla Mining (WKN 854693)

Seit ich vor drei Wochen am 28.08.12, den Silver-Miner Hecla Mining (WKN 854693) -> hier <- bei einem damaligen Kurs von 5,34 USD als "Chart der Woche" vorgestellt habe, ist der Titel um 24% auf 6,6 USD gestiegen.

Anlass, einen erneuten Blick auf den aktuellen Chart zu werfen. Sie sehen unten das Tageschart seit Anfang 2010:

Die Schlussfolgerungen die ich daraus ziehe, lassen sich leicht aus dem Chart ableiten:

  1. Dieser dynamische Anstieg dürfte nicht ohne scharfe Korrektur einfach so weiter gehen. Wie scharf eine Korrektur in der Aufwärtsbewegung sein kann, können Sie im Chart an der Bewegung im November 2010 bewundern.
  2. Mit Erreichen des 38er Fibo Retracements bei ca. 6,70 USD, steht eine "logische" Marke für eine derartige Korrektur kurz bevor.
  3. In Anbetracht des gewaltigen Momentums ist aber nicht auszuschliessen, dass wir erst noch zum 50er Fibo Retracement weiter laufen, bevor eine Korrektur einsetzt. Stops sind nun also angesagt, zu früher Ausstieg eher nicht.
  4. Auch an 2010 zu bewundern ist aber, dass bei einem Anstieg mit derartigem Momentum, die erste Phase - die vielleicht bald abgeschlossen wird - in der Regel nicht das Ende der Fahnenstange bedeutet. Nach einer Korrektur folgt oft eine mindestens ebenso dynamische zweite Phase, bevor die Chance auf eine Erschöpfung der Aufwärtsbewegung besteht.
  5. Nicht nur aus Chartsicht, sondern auch aus fundamentalen Erwägungen für diese spezielle Aktie - Stichwort Wiederanlaufen von "Lucky Friday" - rechne ich persönlich mit Wahrscheinlichkeit zum Jahresende bzw. Anfang nächsten Jahres mit weit höheren Kursen, als den aktuellen 6,6 USD. Eine Korrektur werde ich also zum Wiedereinstieg nutzen, wenn ich vorher durch meine Stops heraus geworfen werden sollte.

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Goldminen – 08.08.12 – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold

Heute zeigen die Goldminen in Form des ETFs GDX erneut relative Stärke und stehen im Plus, während der Goldpreis leicht korrigiert. Grund genug, sich nun einmal das Tages-Chart des GDX anzuschauen:

GDX Tages-Chart

Wir sehen den Tiefststand von Mitte Mai mit der typischen extremen Überdehnung der Oszillatoren nach unten. Auch das Sentiment war damals historisch am Boden. Ich hatte das hier in verschiedenen Artikeln thematisiert, zB -> hier <-.

Wir sehen weiterhin den erneuten Test der Tiefstände mit mehrfachen lokalen Tiefs Mitte und Ende Juli, den ich im Mai schon antizipiert hatte. Dieser konnte die Tiefststände von Mai aber nicht mehr erreichen und auch die relative Stärke gab deutliche Signale, dass kein Durchbruch nach unten bevorstand.

Wir sehen darüber hinaus, wie der GDX nun ein höheres lokales Hoch und vor allem auch ein höheres Tief produziert hat, das am 01. August in Form einer "Fahne" massiv gekauft wurde. In diesem Zusammenhang weise ich auf das eindrucksvolle Volumen hin, dass am 01. August in den GDX eingestiegen ist !

Und wir sehen die 200-Tage-Line. Ich rechne mit Wahrscheinlichkeit damit, das wir diese Linie im Laufe der kommenden Wochen testen, die dann im Bereich 48-50 USD notieren sollte. Diesen Bereich habe ich mit einem grünen Stern markiert.

Fazit: In meinen Augen ist die Wahrscheinlichkeit weiter steigender Kurse im GDX höher, als ein erneuter Test und Bruch der Tiefststände von Mitte Mai. Insofern bot sich mir ein Long-Trade mit Laufzeit mehrere Wochen an, den ich am 01.08. im späten Handel eingegangen bin und der einen Stop etwas unter das Tief vom 31.07./01.08. bei ca. 41 USD setzt.

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Marktupdate – 02.07.12 – Wie gehts weiter im DAX ?

14:00 Uhr

Ich erlaube mir heute mal ein spekulatives Marktupdate. Sinn davon ist es, Ihnen aufzuzeigen wo der DAX nun aus technischer Hinsicht hinlaufen könnte.

Spekulativ deshalb, weil die Reaktion der Wallstreet noch aussteht und wir vor 17 Uhr nicht sicher wissen werden, ob der Ausbrauch oberhalb S&P500 1362 wirklich dauerhaft ist. Denn nur wenn ja, kann sich der Blick nun weiter nach oben richten !

Und ich bin ehrlich nicht sicher, ob wir diese Bestätigung heute wirklich bekommen. Ich bin da neutral und warte ab, rechne aber damit, dass wir heute einen harten Test bekommen, bei dem wir zeitweise unter die 1362 schauen. Überrascht wäre ich, wenn dieser erneute Test ausfallen würde.

Nehmen wir aber mal rein spekulativ an, der Ausbruch nach oben würde heute an der Wallstreet bestätigt und wir erleben gerade, wie sich ein neuer Aufwärtstrend etabliert. Dann schauen Sie mal auf das folgende Tageschart des DAX Futures.

Sie erkennen, dass der Chart etwas unübersichtlicher ist als sonst, weil ich die Fibonacci Retracements (Fibo-RT) nun eingezeichnet habe. Grund ist, dass wir dieses Thema hier im Blog ja ausführlich diskutiert haben. Als Grundlage der Fibo-RTs habe ich die gesamte Abwärtsbewegung vom Hoch im März bis zum Tief im Juni genommen.

Weiterhin habe ich einen gedachten neuen Trendkanal eingezeichnet, betone aber nochmals, dass das eine Spekulation auf weiter stabile Kurse an der Wallstreet ist. Denn objektiv bestätigt ist dieser neue Trend noch nicht.

Was sehen wir nun also im Chart:

1. Die Zone um 6550 könnte kurzfristig eine markante Marke sein, da es sich nicht nur um das 50% Fibo-RT handelt, sondern auch um die obere Begrenzung des gedachten Trendkanals. Und auch die alte Unterstützungszone von 6600, die nun Widerstand ist, liegt oberhalb dieser Marke.

2. Auch ein erneuter Test der 200-Tage-Linie von oben, bei knapp unter 6300, würde den neuen Trendkanal aber nicht invalidieren, wenn er einmal zuverlässig etabliert sein sollte !

3. Ein sinnvolles mittelfristiges Ziel einer dynamischen Bewegung könnte irgendwo im Bereich der Zwischenhochs von Ende April liegen, also in der Zone DAX 6700-6850.

4. Was wir auf dem Chart nicht sehen, im S&P500 würde eine DAX-Bewegung wie unter 3. mit Erreichen der 1400er Marke, möglicherweise sogar mit neuen Jahreshöchstständen oberhalb 1420 korrelieren.

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„Greife nicht ins fallende Messer“: DAX nach der Woche der Richtungsentscheidungen

Ein Gastartikel von Tokay

Update aus aktuellem Anlaß zu Börsenregeln reloaded III

Wir sind nun am Ende einer Woche der Richtungsentscheidungen, und so stellt sich die Frage: Sind die Würfel jetzt gefallen? Dies ist das Thema der folgenden Zeilen.

Der langfristige Trend des DAX, gemessen am gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, war bis Anfang Juni negativ und hat seither ins positive gedreht (Strecke AE). Der mittelfristige Trend ist seit Ende März negativ (Strecke BCG), wurde aber gesamthaft in den vergangenen Handelstagen nach oben durchbrochen (Strecke mit den Auflagepunkten FGH); dies offensichtlich als Folge des „glimpflichen“ Wahlausgangs in Griechenland sowie einer positiven Erwartungshaltung der Märkte in Bezug auf eine geldpolitische Expansion insbesondere seitens der FED. Es hat sich damit ein kurzfristig positiver Trend herausgebildet, der allerdings Ende der Woche bereits wieder touchiert wurde. Gleichzeitig sehen wir auch eine Begrenzung der Erholung nach oben, markiert durch die Strecke CI.

Folgende Szenarien sind damit im Bereich des Möglichen:

  • Optimistische Sicht : Die Strecke FGH etabliert sich als untere Begrenzung eines neuen mittelfristigen Trends. Falls also der heutige Schlusskurs in der nächsten Woche nicht nennenswert unterboten und zugleich die Linie CI überquert wird (DAX bei ca. 6.400), spräche dies für den Auftakt zu einer Sommerrallye.
  • Pessimistische Sicht: Die Linien FGH und ebenso die Fortsetzung der Linie ACG werden unterschritten (DAX spürbar unter 6.000), dies würde wahrscheinlich einen Abschwung Richtung 5.500 Punkte bewirken.

Es ist im Augenblick schwer zu beurteilen, welche Sichtweise die Oberhand gewinnen wird, da die Einflussfaktoren überwiegend politisch geprägt sind. In jedem Fall wird es interessant sein zu sehen, ob die jetzige Konsolidierung in der nächsten Woche rasch zum Stillstand kommt. Die optimistische Sichtweise könnte durch positive Nachrichten von der „Euro-Front“ unterfüttert werden (Bankenunion, Spekulation auf weitere Zinssenkungen durch die EZB), während die pessimistische Sichtweise durch das Ausbleiben solcher Nachrichten an Nahrung gewönne. Wie wir in den letzten Tagen gesehen haben, beginnt sich nunmehr auch die Wirtschaftslage beim Zugpferd Deutschland zu verschlechtern (ZEW, Ifo-Index, Einkaufsmanager-Index). Vorsicht ist somit das Gebot der Stunde.

Tokay

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„Greife nicht ins fallende Messer“: Der DAX am Vorabend von Richtungsentscheidungen

Ein Gastartikel von Tokay

Update aus aktuellem Anlaß zu Börsenregeln reloaded III

Wir nähern uns einer entscheidenden Woche und nehmen daher noch einmal den DAX in Augenschein. Wir erinnern uns: Die Aufwärtsentwicklung seit Jahresanfang (Strecke AB) wurde Ende März gebrochen. Der seither bestehende Abwärtstrend (Strecke BEF) bleibt weiterhin intakt.

Die Abwärtstrendlinien BEF bzw..DF wurden zu Anfang Juni unterschritten. Somit wurde die 200-Tage-Linie unterschritten sowie der kurzfristige Abwärtstrend bestätigt; die Hochpunkte der Abwärtsbewegung wurden immer kleiner. Auch der Pufferbereich der 200-Tage-Linie wurde unterschritten, was ebenfalls negativ zu werten war, doch wurde diese wieder überschritten(Bewegung GH). Die Bären konnten somit vorerst noch nicht weiter ins Lager der Bullen eindringen. Freitag Abend wurde mit dem DAX-Schlusskurs von 6229,41 sogar die Abwärtstrendlinie BEF touchiert.

Möglicherweise kommt es nächste Woche zu einer monetär induzierten Überschreitung dieser Abwärtstrendlinie, wenn sich die heutige Entwicklung fortsetzt. Die Notenbanken der Welt scheinen entschlossen, das „fallende Messer“ nicht Realität werden zu lassen. Am wahrscheinlichsten aus heutiger Sicht ist es, dass diese Erholung sich verflüchtigt und eine Rückkehr in den Bärenmarktmodus entlang des Bereichs 6000 bis 6100 erfolgt. Es müssten Anschlusskäufe stattfinden, die den DAX in den Bereich 6400 bis 6500(etwa auf der Höhe der Strecke CE) tragen, um eine Trendumkehr bzw. sogar eine Sommerrally zu bewirken, die allerdings nach jetzigem Stand recht unerwartet käme, was dafür spräche. Eine ebenfalls geringere Wahrscheinlichkeit hat das Unterschreiten des kurzfristigen Tiefs von 5950, doch könnte hierdurch eine Bewegung Richtung 5500 Punkte ausgelöst werden. Dies könnte dann passieren, wenn sich aus den „Grexit“-Szenarien etwa aufgrund einer Regierungsübernahme in Griechenland durch die Syriza-Partei eine Eigendynamik entwickelt.

Tokay

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