Von Opportunismus und Handelssetups

Heute teile ich mit Ihnen im freien Bereich einen Artikel, den ich am 09.02.17 für den Premium Bereich geschrieben habe.

Es geht darin um etwas sehr Grundsätzliches und sehr Wichtiges, die Trennung opportunistischen Handelns von langfristigen Investmentgedanken.

Und darum, wie absolut entscheidend gnadenloser, chancenorientierte Opportunismus für die ist, die als Trader mit Markttiming einen Gewinn erzielen wollen.

Was wir glauben und wünschen ist dabei völlig egal, alleine was der Preis uns sagt zählt. Die Wahrheit des Traders liegt eben auf dem Platz (im Chart).

Ich bin sicher, die Mehrheit von Ihnen, die Sie das hier nun lesen, verstösst gegen diese klare Trennung von Investment und opportunistischem Handeln. Um so wichtiger ist, sich das bewusst zu machen!

Ich wünsche gute Erkenntnisse!

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Wir haben in den letzten Wochen im Premium Bereich einiges über Investments besprochen. Heute möchte ich den Blick mal wieder auf den kurz- und mittelfristigen, opportunistischen Handel richten.

Voraus schicken möchte ich aber erneut eine Warnung, diese beiden Dinge nicht miteinander zu vermischen!

Ich weiss, diese Warnung wird trotzdem teilweise unverstanden verhallen, denn wenn ich die Argumentation vieler Anleger "da draussen" in Foren lese, warum sie gerade jetzt eine Aktie kaufen oder verkaufen wollen, ist es zu oft eine wirre und intellektuell gruselige Mischung von langfristigem, fundamentalen "Hopium", verbunden mit dem kurzfristigen aber fehlgeleiteten Versuch, den Markt durch Herumraten zu Timen.

Das Irre dabei ist, diese Anleger fühlen sich dabei subjektiv auch noch als "Investoren", während sie in Gedanken permanent herum rätseln, ob der Kurs nun Morgen hoch oder runter geht. "Trader", die opportunistisch einen Edge identifizieren, sind sie aber auch nicht, eher Schafe, die von Angst und Gier getrieben dem Markt hinterher laufen. "Investoren", sind sie aber auch nicht, denn das bedeutet fachlich weit mehr, als sich von Hopium erfüllt eine schöne Zukunft auszumalen oder ein paar Indikatoren der Vergangenheit wie KGV und KBV abzulesen. Letzteres war ja in den letzten Wochen klar Thema hier.

Faktisch ist es so, dass eine Aktie problemlos ein gutes langfristiges Investment sein kann und trotzdem kurzfristig ein klarer, taktischer Short. Oder eine Aktie kann gute Chancen auf schnelle 20% Gewinn bieten, gleichzeitig sich aber auf einem endlosen "tiefer geht immer" Pfad in den Orkus befinden, der zuverlässig mit der Insolvenz enden wird. Werfen wir kurz- und mittelfristige Handelserwägungen also auf keinen Fall gedanklich mit Investmentfragen in einen Topf. Die beiden Dinge haben *nichts* miteinander zu tun. Nichts! Punkt!

Wer einen klaren Kopf hat, dem sollte klar sein, dass mit diesem gedanklichen Wirrwarr kein Blumentopf abseits von Zufallserfolgen zu gewinnen ist. Und ich kenne auch keinen der so agierenden Anleger, der wirklich am Markt Erfolg hat, weder als Trader noch als Investor.

Nein, wenn wir handeln, müssen wir wissen *warum* wir handeln, auf welcher *Zeitebene* wir agieren und *wo* unser Vorteil (Edge) konkret gegenüber dem Markt liegt. Denn der Markt ist klug und hat alles was man auf einfache Art und Weise wissen kann, sowieso schon in den Kursen eingebacken, so dass sich kein leichter Edge ergeben kann.

Was es bedeutet wirklich Investor zu sein, darüber habe ich zuletzt geschrieben. Heute geht es darum, was es bedeutet ein Trader zu sein, der auf einen Differenzgewinn aus ist.

Und dabei steht ein Wort im Mittelpunkt: Opportunismus. Purer, gnadenloser Opportunismus, der die harte Wahrheit der Kurse, nicht mit Hoffnungen und Überzeugungen vermischt.

Und in diesem Stil will ich Ihnen heute beispielhaft zwei typische Situationen zeigen, die taktisch oft aussichtsreich sind. Nicht weil uns die Unternehmen interessieren und auch nicht, weil wir zu deren fundamentaler Entwicklung eine Meinung haben, sondern alleine aus der Price-Action abgeleitet, die durch bestimmte Muster mit Tendenz in eine bestimmte Richtung weist:

Flaggenstruktur am Beispiel Tesla (TSLA):

Der Klassiker ist die gegenläufige Flagge im bestehenden Trend. Damit diese ideal ist, muss das Abwärtsvolumen in der Flagge abflauen und dann mit dem Ausbruch nach oben wieder ansteigen. Gerne gibt es am Ende von Flaggen auch einen Fakeout in die Gegenrichtung, trotzdem generiert eine lange genug gelaufene Flagge oft einen guten Einstiegspunkt - wie hier bei Tesla:

Wie weit jetzt der aktuelle Schub geht, kann ich Ihnen nicht sagen, wenn man drin ist, kann man mit "Trailing Stops" arbeiten. Und man kann mit dem "Prinzip des measured Moves" ein grobes Gefühl für das Bewegungspotential entwickeln. Diese Themen wurden alle ausführlich hier im Premium Bereich behandelt.

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Stärke gebiert Stärke



Ich habe eine Frage an Sie: Wann ist ein Markt anfälliger für einen Crash?

a) Wenn er sehr stark gestiegen und massiv nach oben überdehnt ist?
b) Wenn er schon zu fallen begonnen hat und die Fallgeschwindigkeit zunimmt?

Hmm? Ich sage Ihnen, wie die Mehrheit der normalen Anleger instinktiv agiert.

Im Fall a) trauen sie dem Markt nicht, sind entweder nicht dabei oder wollen sogar klüger sein und den Markt shorten.
Im Fall b) sehen sie dass Ihre Lieblingsaktien nun 20% billiger sind und denken daran nun zu kaufen.

Soweit das instinktive Verhalten des normalen Anlegers. Und wann ist ein Markt nun objektiv anfälliger für einen Crash?

Ganz eindeutig im Fall b), wir nennen das das "Brösel, Brösel, Brösel" Szenario, dem bald der Schritt über die Klippe folgen könnte. Grosse Topbildungen haben gerne solche Strukturen, bevor es richtig "über die Klippe" abwärts geht, auch 2008 gehörte dazu.

Ganz starke Märkte dagegen, die wie im Fall a) neue Hochs generieren, sind vielleicht mal für eine kleine Korrektur gut, aber nicht für einen Crash. Topbildungen brauchen einfach Zeit und passieren nicht "mir nichts dir nichts" aus dem Nichts!

So weit das Grundsätzliche. Nun schauen wir auf das Spezielle.

Hier haben wir den von gestern Abend nach Schluss der Wallstreet, der den internen Zustand des US Marktes basierend auf vielen technischen Parametern in einer einfachen Anzeige zusammen fast:

Wir haben also aktuell "Extreme Greed" - extreme Gier - sozusagen.

Der Markt ist also klar überdehnt und für eine Korrektur oder Konsolidierung überreif, die heute schon einsetzen könnte. Aber einen Crash und eine grundlegende Trendwende? Nein.

Stärke gebiert Stärke und damit ein Markt überhaupt so eine "Gier" entwickeln kann, muss er massive Treiber besitzen, die nicht einfach über Nacht weggehen. Damit so ein Baby nachhaltig dreht, braucht es Zeit und eine sich langsam ändernde Wahrnehmung der Marktteilnehmer. Alleine eine überraschende globale Katastrophe wie zum Beispiel ein Atomkrieg, könnte diesen zeitintensiven Prozess einfach so über Nacht ablaufen lassen und uns am nächsten Morgen mit einem Crash aufwachen lassen.

Stärke führt also in 9 Fällen zu weiterer Stärke und Stärke ist kein Grund sich dagegen zu stellen. Dass es auch einen Fall 10 gibt, in dem es dann völlig überraschend doch anders kommt, müssen wir einfach akzeptieren.

Lieber 9 mal richtig liegen und einmal falsch, sollte jeder vernünftige Mensch denken oder? Der Anleger, der klüger als der Markt sein will, neigt aber leider dazu, sich 9 mal dagegen zu stellen und wenn dann der Fall 10 eintritt, hat er die Nerven verloren und ist nicht mehr dabei, weil er statt die eigenen Fehler den "irrationalen Markt" zum Schuldigen erhoben hat.

Machen wir diesen Fehler nicht. Dieser aktuelle Markt ist extrem stark und gleichzeitig für eine Korrektur oder zumindest Konsolidierungsphase nun überreif. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Korrektur aber mit Blick auf das Jahresende zum Jahresende wieder zu kaufen ist, ist auch sehr hoch. Topbildungen brauchen Zeit, wie haben derzeit nicht einmal den Ansatz einer Solchen!

Ihr Hari

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Wie die richtige Positionsgrösse unseren Erfolg beeinflusst



Dieser Beitrag wurde aus Teilen eines Artikels des Premium-Bereiches neu zusammengestellt und aktualisiert, der in anderer Form schon vor Monaten veröffentlicht wurde. Für Premium-Mitglieder hat er also keine Neuigkeiten, für die Leser des freien Bereiches beinhaltet er aber eine wichtige Erkennntis.

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Ich will heute das Thema der Positionsgrössen in den Fokus rücken, denn das ist eine der absoluten zentralen Erkenntnisse, die wir haben müssen, wenn wir Erfolg haben wollen.

Und da Erfahrungen aus dem realen Leben immer bessere Wirkung entfalten, als theoretische Ermahnung, will ich Sie an einer erneuten Erfahrung teilhaben lassen, die ich im ersten Halbjahr selber gemacht habe.

Aufgrund inakzeptabler Probleme bei einer meiner Depotverbindungen, war ich auf der Suche nach einer neuen, zuverlässige CFD Plattform, da ich über CFDs immer mal wieder Hedging-Aktivität entfalte.

Wichtige Infos die ich herausfinden wollte, bevor ich bei einer neuen Bank grössere Summen platziere, war die Stabilität der Plattform und das kann man nur über einen längeren Zeitraum betrachten. Dann natürlich wie abgerechnet wird, wie sich Transaktionen händisch "anfühlen", wie die Spreads sind, wie die Kutellung ist, wie das Reporting ist usw und so fort.

Deshalb habe ich ein neues CFD-Depot zum Test eröffnet und dort 10.000€ "Spielgeld" platziert und über einen Test-Zeitraum dort immer wieder "gedaddelt". Ich sage gedaddelt, weil ich dort in Abständen immer mal wieder Mini-Trades gemacht habe, um das Handling zu testen.

"Mini-Trade" heisst dann zB 1 DAX Kontrakt, also sozusagen 12.000€ im Feuer oder 10.000 EURUSD Kontrakte. Und "gedaddelt" heisst, dass ich kein echtes Trading gemacht habe, also keine Strategie verfolgt, sondern einfach Intraday mal aus der Hüfte auf den Knopf gedrückt wenn es opportun erschien und kurz danach wieder auf den Knopf gedrückt um Gewinne mitzunehmen oder per Stop Verluste zu begrenzen.

Sinn war also nicht Gewinne zu erzielen oder besonders gute Trades zu machen, sondern einfach ohne jeden Anspruch die Plattform zu testen. Es war also weit überwiegend Intraday und ich habe in der Regel bewusst innerhalb weniger als einer Stunde die Position wieder geschlossen, egal welche Chancen da noch waren. Und nun schauen Sie mal, was beim "Daddeln" heraus gekommen ist:

In Summe habe ich damit bei 26 Mini-Trades 337€ oder 3,7% "verdient". Cool, ich bin reich! 😉 Aber erneut, darum geht es nicht, ich habe nicht versucht die Gewinne laufen zu lassen, ich habe gedaddelt und getestet.

Worum es aber geht ist die Erfolgsquote "aus der Hüfte" ohne gross nachzudenken. Auf 3 negative Trades kame 23 gute Trades und das in der klassischen Mischung von engem Stopmanagement und einem guten Auge beim Einstieg!

Nun ist die Rechnung nicht ganz fair, denn die 0,x€ "Gewinne" sind neutrale Fälle, in denen der Trade sofort wieder ausgestoppt wurde. Rechnen wir die also mal aus den erfolgreichen Fällen heraus und betrachten die als neutral. Dann haben wir 3 negative Trades, 10 neutrale Trades und 13 positive Trades.

13:3 - auch das ist sehr positiv, ein Affe mit dem Dartpfeil ist das nicht. 😉

Und ich bin sicher, dass ich auch in Zukunft gute Quoten erzielen kann, auch wenn es nicht immer so extrem gut sein wird. Aber 2:1 sollten beim "Daddeln" immer drin sein.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Ganz einfach, weil man ja jetzt sagen könnte: Booahh, jetzt setze einfach den Faktor 1.000 beim Kapital ein und Du hast 337.000€ locker beim "Daddeln" nebenher verdient. Theoretisch wäre das mit Margin sogar denkbar, für einen DAX Einsatz von 12 Millionen bräuchte es bei vielen Plattformen nur eine fünfstellige Margin. Aber trotzdem, schön wärs. 😉

Der Punkt ist, wenn ich meine Erfahrung, meinen Instinkt und meine geistigen Fähigkeiten hätte, *OHNE* dass mir die Höhe des eingesetzten Kapitals etwas bedeuten würde, würde das vielleicht auch gehen. Und ich würde aus Spass immer noch diesen Blog schreiben, aber das aus meiner 747 auf dem Weg zur eigenen Pazifik-Insel. 😉

Mein Problem ist, ich bin ein Mensch. Die Zahl bedeutet mir etwas und mit ihr ist auch Risiko verbunden, dessen ich mir voll bewusst bin. Und weil sie mir etwas bedeutet, wird die Bedeutung irgendwann Last und ich kann *nicht* mehr so locker und flockig daddeln. Der wichtige Punkt ist:

Auch ich kann diese Erfolgsquote nicht halten, wenn es um etwas geht!

Auch ich nicht, der ich mir des Problems so bewusst bin wie kaum jemand und der ich auch ganz gute Techniken habe, um mit diesen Ängsten und Gefühlen ganz sinnvoll umzugehen.

Ich kann diesen Satz und diese Erfahrung nicht dick genug unterstreichen.

Denn es unterstreicht, dass die richtige Technik beim Börsenhandel bestenfalls 50% der Gleichung ist, wenn überhaupt. Die anderen Hälfte sind wir selber, ist das Ringen mit uns selber, mit unserem "Affenhirn", welches dann wenn Bedeutung ins Spiel kommt, nicht mehr rein rational agieren kann.

Dabei muss man aber zu Ehrenrettung des "Affenhirns" sagen, das vieles was mich zum idealen Einstieg ermächtigt, wohl auch mit ihm und seinen Fähigkeiten zu tun hat, insbesondere der Mustererkennung. Aber ein Aspekt des Affenhirns, die Verlustangst, ist einfach ein schwerer Rucksack, den wir alle mit uns herum tragen. Diese Verlustangst war absolut notwendig, um uns vor Gefahren in der Wildnis zu schützen. An der Börse ist sie kontraproduktiv, aber nur wenn man ein funktionierendes Risikomanagement besitzt, das uns von alleine schützt.

Für uns bedeutet das, dass eine unserer zentralen Aufgaben ist und bleibt, für uns selber eine Strategie zu entwickeln, mit der wir uns wohl fühlen und in der diese Verlustangst im Griff bleibt. Sobald wir uns über den Punkt hinaus exponieren, den unsere ängstliche Affenseele noch ertragen kann, werden wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Knie schiessen!

Und da jeder eine andere Psychologie hat und die Art der Ängste auch immer individuell ist, kann auch Ihre ideale Strategie immer nur individuell sein. Die "universelle Strategie" die man einfach nachhandelt, gibt es eben nicht.

Dass diese Begrenzung auch bedeutet, die theoretischen Gewinnchancen irgendwo zu deckeln, ist völlig klar. Aber lieber jedes Jahr beständig 10-20% Gewinn, als irgendwann sein Depot zu schrotten. 😉

An dieser Stelle möchte ich Ihnen noch einmal in Erinnerung rufen, diesen Faktor auch zu berücksichtigen, wenn Sie sich "da draussen" andere mediale Trading-Dienste oder Börsenkommentare anschauen, insbesondere solche für die Sie Geld zahlen sollen. Denn wer alleine auf technischen Methoden herum reitet und die psychologischen Aspekte dabei völlig ausblendet und dazu kein Wort findet, unterschlägt einen alles entscheidenden Faktor.

Jeder - wirklich jeder - der handelt und auch der "investiert" - muss sich diesen eigenen Geistern stellen. Jeder! Und wer wirklich lange mit relevantem Geld im Markt unterwegs war, weiss das auch. Lassen Sie sich nichts anderes einreden. Sie sind also nicht allein mit ihren Schwierigkeiten!

Amen!

Ihr Hari

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Das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten



Es gibt Dinge, die kann man nicht genug wiederholen, auch weil wir ja jeden lieben Tag von dem immer gleichen Schwachsinn zum Finanzmarkt zugetextet werden.

Dazu gehört das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten, das nach einem immer gleichen Muster funktioniert und auf die Vergesslichkeit der Leser setzt.

Denn wenn man zufällig mal Recht hatte, was selbst einem Affen mit Dartpfeil mal gelingt, kann man sich die nächsten 10 Jahr als "Crashprophet" durch die Talkshows führen lassen. In allen anderen Fällen ist das Geschwätz von gestern schnell vergessen.

Weil das so ist, hole ich aber dieses Geschwätz gerne immer wieder nachträglich an die Oberfläche. Lesen Sie daher, was ich am 25.02.15 den Premium-Mitgliedern zu einer 2015er Crash-Prognose in äusserst deutlichen Worten geschrieben habe. Was danach bis heute passiert ist, können Sie ja in den Kursen sehen.

Mir bleibt da nur Sie mit den Worten von "Obi-Wan Kenobi" zu fragen:

"Wer ist der grössere Tor? Der Tor oder der Tor, der ihm folgt?"

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Mittwoch 25.02.15 21:50 - Weltuntergangspropheten

Sie wollen mal im Brennglas sehen, wie einfach das Geschäft der Weltuntergangspropheten funktioniert?
Dann lesen Sie hier: .

Den Inhalt kann man kurz und knapp so zusammen fassen: "Blah Blub Blah" - substanzloses Gebrabbel. Opium für das Volk.

Dieser Artikel ist völlig risikolos und Win-Win-Win.

Win, weil er die Vorurteile derer bedient, die nun abseits stehen und nicht mitverdienen. Wenn man schon nicht mitverdient, kann man sich so wenigstens als Teil einer "eingeweihten Kaste" verstehen, das wärmt wenigstens die Seele, wenn das Depot schon rot ist.

Win, weil wenn der Crash in 2016 nicht kommt, sich niemand mehr an diesen Artikel erinnern wird. Es ist immer klug, Weissagungen weit in die Zukunft zu verlegen, das mindert das Risiko, mit runtergelassenen Hosen erwischt zu werden.

Win, weil wenn in 2016 tatsächlich ein Crash kommt, dann kann und wird man sich mit medialer Bugwelle feiern lassen. Ein neuer Crash-Guru wurde geboren, der Mann der XYZ vorher gesagt hat!

Wahr ist dagegen, dass das alles Common Sense und Mainstream ist, was da im Artikel steht.

Wahr ist, dass jeder halbwegs intelligente Marktteilnehmer weiss, dass dieser Markt schon sehr weit gelaufen ist und nicht ewig so weiter gehen kann. Es schreit uns ja geradezu an.

Wahr ist, dass wir uns in einem historischen Experiment der Notenbanken und Politik befinden, das mit immens hohen Risiken versehen ist, schief zu gehen. Und damit eine schwere Struktur-Krise herauf beschworen werden könnte, gegen die 2008 ein laues Lüftchen war.

Wahr ist, dass irgendwann wieder ein Crash kommen wird - so sicher wie das Amen in der Kirche.

Insofern ist der Artikel gar nicht mal per se falsch, er beschreibt eigentlich den Common Sense und deswegen sind so Pamphlete auch so erfolgreich, jeder kann wissend dazu nicken.

Der entscheidende Punkt ist aber, wir wissen nicht wann dieser Crash kommt und wie tief er geht. 2016? Vielleicht. Vielleicht aber auch schon ab nächster Woche. Oder erst 2019 oder nicht mehr dieses Jahrzehnt. Niemand weiss das.

Es ist auch nicht nötig es zu wissen, weil ich werde ihn "live" erkennen, den beginnenden Zusammenbruch des Marktes, wie ich auch 2008 und 2000 mittendrin erkennen konnte, weil es mir die Markttechnik entgegen geschrien hat.

Ich werde vielleicht die ersten 10%-20% des Einbruchs fressen müssen, das wird aber kein Vergleich sein zu dem, was danach kommt. Und ich werde vor dem Crash ein paar Mal zu früh raus gehen und so auch ein paar Prozent verpassen, weil der Markt doch wieder dreht. Einfach weil ich lieber *zu* vorsichtig bin, als *zu* selbstgefällig.

Aber als aktiver Anleger der sein Depot verwaltet, habe ich vor dem Crash keine Angst - im Gegenteil, er wird riesige Chancen generieren. Mein bisher bestes Anlagejahr in prozentualem Gewinn war 2009, mit hohem, zweistelligen Ertrag über ein ganzes, breites Depot hinweg und weit, weit über der Marktperformance. Warum das in 2009 möglich war, ist leicht zu erkennen. Es war das Jahr, in dem man mit beiden Händen, wie ein Kind im Süsswarenladen, zugreifen konnte.

Als Bürger, Vater und Ehemann aber, der dann mit Währungskrisen, politischen Unruhen, Infragestellung unseres Wirtschaftssystems und Radikalisierung der Massen leben muss, fürchte ich mich dagegen vor diesem Crash sehr.

Aber dabei hilft mir nicht, solche dünnen, inhaltsleeren Weissagungen zu lesen. Da hilft nur, seine Stimme in der demokratischen Meinungsbildung so einzubringen, dass es nicht dazu kommt. Oder dass man zumindest seinem Sohn später ehrlich sagen kann, ich habe meine Stimme laut und deutlich erhoben. Mein Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung ist dieser Blog.

Gute Nacht!

Ihr Hari

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Jens Rabe trifft Michael Schulte



Jens Rabe von - der auch hier bei sumerdigital Mitglied ist - hat mit mir Ende Juli in Zwickau ein Interview geführt.

2 Teile davon konnten Sie schon in seinem sehen.

Nun ist hier das komplette Video am Stück, inklusive neuer Teile, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Darin unter anderem eine Darstellung, wie ich 2008 den Lehman-Crash erlebt habe, ein Gespräch über unsere Emotionen und unser "Affenhirn", sowie eine ausführliche Sicht auf Tesla und warum ich denke, dass die Bullen und Bären da aneinander vorbei reden.

Wichtig ist noch der Hinweis, dass wir das Video ohne jegliche inhaltliche Vorbereitung einfach adhoc abgedreht haben. Nichts war abgesprochen und ich wusste nicht, was Jens Rabe mich konkret fragen würden. Sie hören hier also "O-Ton frei Schnauze", so wie ich halt rede, wenn man mich fragt. 😉

Ich danke Dir Jens für einen schönen Tag in Zwickau und Ihnen wünsche ich viel Spass beim Anschauen!

Ihr Hari

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Doch! Du wirst Angst haben!




Der folgende Artikel ist in leicht abgewandelter Form schon im Februar 2017 im Premium-Bereich erschienen.

Gerade für unerfahrene Anleger mit kurzer Anlagehistorie, ist er aber von hoher Bedeutung!

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Wer schon länger hier mitliest weiss, das ich das Gerede vom jahrzentelangen, ruhigen Buy- and Hold-Akkumulieren, für das Gerede von Theoretikern halte, die noch nie selber einen echten Crash mit Verlusten bis zu 60-70% erlebt haben.

Ein gefährliches, unverantwortliches Gerede, das sich am Ende verheerend für die grosse Mehrheit aller Anleger auswirken wird. Diese Leute führen viele ihre Anhänger früher oder später in den Untergang. Und das gar nicht mal mit Absicht, die glauben ja selber daran, sondern rein aus Ignoranz, Selbstüberschätzung und Unwissenheit.

Dabei haben sie ja theoretisch recht. Wenn wir keine Menschen sondern Roboter wären, wenn wir keine Ängste kennen würden und auch kein Umfeld hätten, das auf uns Druck macht und keine Verantwortung für unsere Familie spüren würden, dann wäre Buy-and-Hold ohne jede Absicherungskomponente völlig richtig, solange man noch genügend Restlebenszeit hat um jedwede Baisse auszusitzen. Theoretisch ist das richtig.

Dummerweise sind wir aber Menschen. Dummerweise haben wir Familien, für die wir Verantwortung tragen. Und dummerweise ist unsere Lebens- und damit Wartezeit beschränkt.

Machen wir es mal konkret.

Nehmen wir mal an, wir waren klug, wir haben mit 25 Jahren schon angefangen im Aktienmarkt anzusparen. Wir haben jeden Monat jeden freien Euro in Qualitätsaktien angespart. Und da wir gut verdient haben und sich die Märkte im Schnitt gut entwickelt haben, ist daraus eine hohe sechsstellige Summe geworden. Fast unser ganzes freies Vermögen steckt darin.

Und wir haben in den 15 Jahren auch einige Korrekturen erlebt, die zwar schmerzhaft waren, aber wir haben das durchgestanden. Und immer sind die Märkte und unsere Aktien danach weiter gestiegen. Wir sind sehr selbstsicher und glauben an unsere Fähigkeit. Wir haben keine Angst. Wir doch nicht.

Und dann sind wir fast 40, haben eine junge Familie und planen mit unserem Partner den Kauf eines Hauses, das wir zum grossen Teil finanzieren wollen, um unser Geld im Markt weiter arbeiten zu lassen. Auch die Alteicherung wird ganz langsam zum Thema, die Mitte des Lebens ist da.

Immer noch ist unser Vermögen aber im Markt, wir haben das ja im Griff und mit knapp 40 hat man ja auch noch über 20 Jahre um jedwede Baisse auszusitzen. Wir haben das im Griff. Wir haben keine Angst.

  • Dann fängt der Markt an zu fallen. Eine schwere Krise ala Lehman braucht sich zusammen, das wissen wir aber zum dem Zeitpunkt noch nicht.
  • Der Markt fällt 20% und wir sind sicher und selbstbewusst.
  • Der Markt fällt 30% und wir spüren leichte Nervosität, aber wir haben ja keine Angst.
  • Der Markt fällt 40% und unser Partner fängt an kritische Fragen zu stellen und Druck auf uns zu machen. Wollen wir das neue Haus aufs Spiel setzen? Und unsere Altersicherung? Wir reden wortreich mit unserem Partner, aber wenn wir ehrlich sind, reden wir vor allem mit uns selber, um uns selber zu beruhigen. Wir fangen aber an, jeden Tag mehrmals auf die Kurse zu schauen, so als ob wir sie hochbeten könnten.
  • Der Markt ist 50% gefallen. Unser Partner macht uns Vorwürfe, wir sollten mal an unsere Kinder denken. Wir schlafen schlecht. Wenn wir aufwachen, gilt der erste Gedanke dem Markt. Der fällt aber.
  • Der Markt ist 60% gefallen. In den Medien ist Weltuntergang. Banken wackeln. Regierungschefs treten mit beruhigenden Worten vor die Kameras. Die Stimmung zu Hause ist mies, Vorwürfe liegen in der Luft, das Gefühl ein Versager zu sein kriecht in uns hoch.

In dem Moment, bricht unser Widerstand zusammen, wir machen einen innerlichen Sprung, befreien uns von dem Druck und verkaufen.

Und weil das so an uns nagt, weil es so schmerzt, wollen wir das verdrängen. Und schauen aus reinem Selbstschutz über Jahre nicht mehr auf die Börse. Und sind nicht mehr dabei, als der Markt bei 65% Minus dreht und im Folgejahr um 30% steigt.

Wir hatten eben doch Angst. Wir hätten besser auf die Filme unserer Jugend gehört. Erinnern Sie sich noch, wie in Star Wars - Das Imperium schlägt zurück der junge Luke auf Dagobah bei Yoda in der Hütte hockt? Wie er ihm in jugendlicher Selbstüberschätzung bezogen auf die bevorstehenden Herausforderungen sagt:

Ich habe keine Angst!

Und Yoda antwortet mit bedrohlicher Stimme:

Doch! Du wirst Angst haben! Du wirst Angst haben!

So wird es auch bei Ihnen als Anleger sein, wenn Sie mit viel Geld in so eine Situation geraten. Ich garantiere Ihnen das!

Sicher, es gibt ein paar Ausnahmen, die das vielleicht trotzdem durchhalten. Die können dann tatsächlich stures Buy-and-Hold über Jahrzehnte machen. Ausnahmen gibt es aber immer und die bestätigen nur die Regel.

Der obige Verlauf ist aber die wahre Geschichte der allermeisten Anleger, die ohne jedwede Strategie ein Vermögen am Aktienmarkt mit Buy and Hold ansparen wollen. Erklärt wird das auch von Michael Batnick, der hier in den Punkt sehr treffend macht.

Denken wir also an Yoda: Du wirst Angst haben! Du wirst Angst haben!

Es ist richtig, schon als junger Mensch langfristig am Aktienmarkt anzusparen.
Es ist richtig, das im Wesentlichen mit einem ruhigen Investmentansatz zu tun, mit dem man Qualitätswerte langsam akkumuliert.
Es ist richtig, erst einmal Ruhe zu bewahren und davon auszugehen, dass Korrekturen nur temporär sind.

Aber schreiben wir uns Eines hinter die Ohren:

Wir brauchen im Vorfeld eine klare und einfache Strategie, die uns *vor* den ganz schlimmen Einbrüchen aus dem Markt holt und *danach* wieder rein bringt. Oder eine Strategie, die uns zumindest in diesen schlimmen Phasen neutralisiert und den Druck auf uns verringert. Und wenn wir uns diese Strategie nicht im Vorfeld überlegt, genau definiert und auch mit unserem Partner besprochen haben, wird sie mitten im Gefecht nicht funktionieren.

Ob diese Strategie mit gleitenden Durchschnitten operiert, wie ich das hier in Artikeln als sehr einfache Lösung vorgeschlagen habe oder mit anderen Methoden ist sekundär, solange sie auch wirklich umgesetzt wird. Und erneut, es geht dabei nicht darum den Markt zu schlagen, es ist sogar hinzunehmen, dass man durch so eine Strategie ganz leicht schlechter als der Markt abschneidet.

Es geht darum, dauerhaft dabeizubleiben, in dem man temporär aussteigt.

Denn wer nicht gelernt hat temporär auszusteigen, wird nicht dauerhaft dabei bleiben können, wenn das Geld im Markt so viel geworden ist, dass es wirklich etwas bedeutet.

Ihr Hari

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Gold und die Gummibandtheorie

Eines der zentralen Konzepte beim Betrachten des selbstreferentiellen Marktgeschehens, auf das man sich auch im Zeitalter der Algos immer noch verlassen kann, ist die sogenannte , die ich im Deutschen gerne die "Gummibandtheorie" nenne.

Denn das Gummiband macht bildlich sehr klar, worum es geht. Wenn ein Markt sich in eine Richtung bewegt, wird das Gummiband aus seiner entspannten Mittelstellung in eine Richtung gedehnt. Dann bewegt sich der Markt weiter, und das Gummiband dehnt sich weiter. Das geht so lange, bis das Gummiband zum Zerreissen gespannt ist. Und dann wird es spannend.

Die Markttechniker nennen diesen Zustand "stark überkauft" oder "stark überverkauft" und meinen damit genau das Gleiche, das Gummiband. Der Markt ist also in eine Richtung so stark gedehnt, dass er nun fast sicher zurückschnappen muss.

Das "fast sicher" kann man auch gut mit einem Gummiband erklären. Ein stark gedehntes Gummiband schnappt auch fast immer zurück. Aber es gibt eine Ausnahme, wenn man es trotz Überdehnung noch weiter dehnt, dann kann es auch mit einem lauten Knall reissen. Die Entsprechung am Markt ist der Crash, wenn zum Beispiel eine sowieso schon überdehnte Abwärtsbewegung in einen freien Fall über die Klippe übergeht. 2008 hatten wir zum Beispiel so einen Fall.

Aber ein Crash ist glücklicherweise die ganz seltene Ausnahme, wie auch dass ein Gummiband reisst. Die Regel, auf die man setzen sollte, ist dass das Gummiband zurück schnappt. Und dabei gibt es eine weitere Eigenschaft eines Gummibandes, es schnappt ja nicht exakt auf die entspannte Mittelposition zurück, sondern durch die Dynamik des "Schnappens" überschiesst es gerne in die Gegenrichtung, um sich erst danach dann in der entspannten Mittelposition einzuschwingen.

Nun sind so Metaphern ja nie perfekt und das Marktgeschehen ist in Realität noch etwas anders. Aber das Bild des Gummibandes verdeutlicht doch sehr eingängig, was wir zu erwarten haben, wenn eine starke Bewegung überdehnt ist und auszulaufen droht.

Der praktische Nutzen dieser Erkenntnis ist leicht zu erkennen. Dieses Wissen kann helfen, Gegenbewegungen im Trend schon frühzeitig zu erkennen. So haben wir hier im Premium Bereich die aktuelle DAX-Stärke schon Anfang letzter Woche auf dem Radar gehabt. Und gerade auch bei Gold kann man das nun wunderbar beobachten.

Denn Gold ist - heute muss man schon sagen war - Ende letzter Woche wohl nach oben überdehnt und für ein Rückschnappen des Gummibandes überfällig. Man konnte das auch wunderbar daran erkennen, dass schon wieder die Untergangs-Propheten aus ihren Löchern gekrochen sind und den bevorstehenden Crash des Aktienmarktes und Gold mit Kursen von weit über 2.000 an die Wand gemalt haben. Das machen die ja zuverlässig seit 8 Jahren immer wieder, sobald Gold mal stark ist. Seit 8 Jahren steht der Markt kurz vor dem Kollaps und Gold vor dem Abflug zum kurstechnischen Mond, Ziel 5.000 USD. Sehr hilfreich für die Depots der gläubigen Adepten war dieser Schmarrn zwar nicht, aber immerhin hat es Klicks und Abos verkauft, das ist ja auch schon was. 😉

Nein Gold war letzte Woche überdehnt, das Sentiment viel zu optimistisch, da war eine Gegenbewegung - ein Zurückschnappen des Gummibandes - zu erwarten. Und deshalb habe ich letzte Woche - nicht heute - den Mitgliedern das Chart als Szenario gezeigt:

Denn auch wenn das Gummiband zurück schnappt, muss das keineswegs das Ende der Ausbruchsbewegung bedeuten. Es kann gut sein, dass wir hier nur die notwendige Bereinigung eines zu optimistischen Sentiments erleben, bevor es dann nach oben weitergeht.

Aber was auch immer da passiert, das intuitive Verständnis der Gummibandtheorie, kann verhindern dass man als Letzter einer schon überdehnten Bewegung hinterher rennt. Entscheidend ist dann aber natürlich auch die Frage, wie man eine überdehnte Bewegung überhaupt erkennt. Dazu verweise ich aber auf die Inhalte des Premium-Bereiches. Sie wissen ja, was ich von -> "kostenlos" <- halte. 😉

Ihr Hari

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Vom Fischen gehen

Vom berühmten Trader soll der Sinnspruch stammen:

There is time to go long, time to go short and time to go fishing.

Auf Deutsch: "Es gibt eine Zeit Aktien zu kaufen, eine Zeit Aktien zu verkaufen und eine Zeit Fischen zu gehen".

Dabei ist "Fischen" gehen natürlich nur eine Metapher dafür, den Markt mal einen guten Mann sein zu lassen und sich von ihm abzuwenden und anderes zu tun, als jeder Kurs-Zuckung hinterherjagen zu wollen.

In diesem Satz steckt viel Weisheit, denn es ist tatsächlich so, dass über das Jahr gesehen die Mehrheit der Marktphasen "zum Fischen gehen" ist, sprich in diesen Phasen geht es ziellos hin und her und es gibt im Saldo nicht viel zu gewinnen.

Die grosse Kunst des Markttiming ist, genau dann hellwach zu sein, wenn der Markt wirklich zu einer echten Bewegung ansetzt und man entweder "Long" oder "Short" sein muss. Im Rest des Jahres kann man sozusagen vor sich hindämmern, muss aber immer bereit sein aufzuspringen, weil der Markt seine Bewegungen ja nicht mit einem Klingeln im Vorfeld ankündigt.

Wer das nicht kann, wer sich also nicht auch mal Auszeiten nehmen kann, wird genau dann wenn die Aufmerksamkeit dringend nötig ist, zum eigenen Nachteil erschöpft oder genervt oder beides sein.

Die Fähigkeit mal "Fischen zu gehen" zeichnet also alle Positions- oder Swing-Trader aus, die mit Zeithorizonten im Bereich Tage, Wochen oder Monaten operieren. Daytrader und ganz langfristige Investoren haben dagegen andere Herausforderungen.

Wir hier bei sumerdigital sind über diesen Sommer wieder erfolgreich "Fischen gegangen". Eine rumpelige Sommerphase, in der zwar kein starker Einbruch komnmt, aber doch eine verhaltene 5-10% Korrektur möglich ist und in der es aber auch nach oben nicht weiter geht, war genau unser Modell und hat uns ermöglicht, etwas Abstand zu gewinnen und das war gut so. Aber selbst hier im freien Bereich habe ich dieses Modell Ende Juni in -> Korrekturgedanken <- angedeutet.

Nun nähert sich der September und mit ihm die volatilste Börsenphase, die durchaus noch für eine weitere Korrekturphase gut ist. Ich habe hier für Sie mal das Chart des letzten Jahres, mit den diversen Korrekturen, bevor es dann im November mit Trumps Wahl nach oben weg ging:

In meinem derzeitigen Modell, kann ich mir einen ähnlichen Verlauf für 2017 gut vorstellen. Wobei der Zyklus letztes Jahr durch die Wahl etwas nach hinten gedrückt wurde. Dieses Jahr könnte also das finale Tief vor der Jahresendrally durchaus schon im Oktober und vielleicht sogar schon im September aufschlagen. Es macht aber Sinn davon auszugehen, dass wir erst noch weiter rumpeliges Fahrwasser vor uns haben, bevor der Markt zum Jahresende doch neue Höhen erklimmt. Eine echte Wende, eine echte Topbildung, ist aus den Marktdaten aber aktuell nicht herzuleiten. Vielleicht wird das ja in 2018 passieren, darüber nun aber zu spekulieren ist sinnlos.

Im freien Bereich muss ich an so einer Stelle immer wieder daran erinnern, dass am Markt nichts in Stein gemeisselt ist. Vielleicht kommt es im Herbst 2017 ja alles ganz anders, wenn es zum Beispiel einen Krieg in Korea gäbe, würde es auch ganz anders kommen, denn Südkorea ist die IT-Werkbank der Welt und die Folgen auf die Lieferketten wären fatal.

Wir als Anleger tun aber gut daran, uns an dem zu orientieren, was wahrscheinlich erscheint, mit den Überraschungen müssen wir einfach leben. Und wahrscheinlich erscheint, dass dieser Markt noch ein paar Wochen rumpelig bleibt und noch etwas braucht, bis das Ende dieser Konsolidierung-Phase kommt. Dann aber sind die Chancen für weiter steigende Kurse gut. 2017 wird wahrscheinlich ein gutes Börsenjahr werden, vorbehaltlich Kim und Co. natürlich. Bei Asterix nannte man das das Risiko, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. 😉

Ihr Hari

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