Sektorenstrategie mit ETFs – eine sinnvoller Weg für normale Anleger

Der folgende Artikel erschien am Freitag 25.07.14 16:00 in Hari Live

Das Wichtigste gleich vorne weg. Ich glaube, dass eine mittelfristige, ETF basierte Sektorenstrategie, für einen durchschnittlich erfahrenen Anleger mit durchschnittlichem Depotvolumen, in diesem Markt des Jahres 2014 die sinnvollste aktive Strategie ist.

Genau deshalb, biete ich Ihnen hier auch immer wieder und immer mehr die Sicht auf ganze Sektoren an, wie gerade heute wieder "Basic Resources" oder gestern "China". Oder meine klaren Aussagen zur Unterperformance des DAX, gegenüber anderen Indizes.

Sektorenstrategie bedeutet dabei, dass man sich als Anleger gar nicht um Einzelaktien kümmert, sondern in seinem Depot nur eine überschaubare Zahl von Sektoren via ETFs spielt. Sektoren können dabei Branchen, aber auch Länder oder Regionen sein.

Ein Anleger-Depot besteht dabei also aus vielleicht 3-10 ETFs, die dedizierte Sektoren repräsentieren und "thats it!"

Bevor ich die Vorteile dieser Strategie für einen normalen Anleger mit seiner beschränkten Zeit erkläre, will ich aber mal einen Blick darauf richten, wie denn Anfänger typischerweise zum Aktienmarkt stossen.

Denn das geschieht dummerweise fast immer über Einzelaktien. Man hat halt mal was gelesen, bekommt einen vermeintlich "heissen" Tip oder findet ein Produkt oder eine Firma ganz toll. Das sind alles ganz konkrete - und nicht abstrakte - Informationen, die uns auch emotional ansprechen. Schnell ist dann die Hoffnung da, aufgrund des eigenen "unermesslichen Ratschlusses" 😉 schnelle Gewinne zu erzielen und man ist Aktionär und eine lange Geschichte beginnt, die den Anleger dann nach einigen Bauchlandungen, hoffentlich irgendwann zu sumerdigital.de führt. 😉

Das Dumme ist nur, Einzelaktien sind gerade für Anfänger eigentlich am wenigsten geeignet. Denn da sind die Risiken viel höher, man muss Quartalszahlen beachten, wissen wie sich Dividenden auswirken, man muss Gerüchte werten können und wissen, was eine hohe Short-Quote bewirkt. Und jederzeit kann bei einer Einzelaktie eine Nachricht kommen, die alles verändert und den Titel mal eben um 10% bewegt, selbst bei grossen Konzernen ist das möglich, siehe heute Amazon.

Einzelaktien zu handeln ist also die "ganz harte Tour" und erfordert eine Menge Wissen und Können. Und zu allem Überfluss hat man als privater Anleger hier fast immer ein Informationsdefizit zu den Profis, die direkt mit dem Management und dem Umfeld reden können und in den Calls der CFOs hängen und diese aushorchen. Natürlich sind bei Einzelaktien für die höheren Risiken auch höhere Chancen geboten, aber der Anfänger am Aktienmarkt sieht typischerweise nur die Chancen und überschätzt sein vermeintliches Wissen massiv.

Viele dieser Nachteile sind aber bei Sektoren ETFs nicht vorhanden. Einzelne Quartalszahlen oder Nachrichten zu einzelnen Aktien kann man zwar zur Kenntnis nehmen, sie zu ignorieren ist aber auch nicht schlimm. Auch der Informationsvorsprung der Profis bei ganzen Sektoren ist bestenfalls minimal. Denn ganze Sektoren werden typischerweise durch Makrotrends und die weltweiten Geldströme bewegt. Und die grossen Geldströme setzen sich einfach nicht um 15:43 Uhr in Bewegung, um dann um 16:14 Uhr abzureissen, nein die bauen sich über Wochen auf und bleiben dann von der Tendenz her oft über Monate - und manchmal Jahre - erhalten.

Wer eine reine Sektorenstrategie fährt, muss sich also vor allem um die Geldströme und die grossen weltweiten Makrotrends kümmern und anhand von Vergleichen relativer Performance verschiedener Sektoren heraus bringen, welche Sektoren gerade Zuflüsse haben und welche Abflüsse. Und wenn man das aktuell tun würde, würde man wohl bemerken, dass der DAX gerade nicht angesagt ist, China und Basic Resources aber viel eher.

Diese Sektorenstrategie kann für hartgesottene Seelen mit klarer Strategie sogar einen weiteren Vorteil haben. Man kann unter gewissen Umständen auf Stops verzichten. Statt einer Stop-Strategie braucht man dann eine Umschichtungs-Strategie, was am Ende das Gleiche ist. Aber der Unterschied ist, man ist mit dem Kapital immer im Markt, was sich aber ändert ist in welchen Sektoren.

Wer wie oben darauf verzichtet Cash aufzubauen und immer im Markt ist, muss natürlich bereit sein, ein Ereignis wie 2008, wo alles fällt, dann auch durchzustehen. Aber selbst 2008 konnte man in Sektoren sein, die stark geschlachtet wurden und in Sektoren, die sich bei allen Verlusten noch brauchbar hielten. Ich empfehle so eine "immer voll investiert" Strategie nicht und mache das selber nicht. Aber wer Schwierigkeiten damit hat, mit Stops aus dem Markt zu gehen, fährt mit sinnvollen Umschichtungen zwischen den Sektoren immer noch besser, als mit sturem "Buy and Hold".

Aufgrund dieser Vorteile, erwähne ich hier oft Sektoren ETFs, die gerade "in" sind und gut laufen. Es macht einfach jede Menge Sinn, seine Aktivitäten in den Sektoren zu konzentrieren, in denen die Märkte Liquiditäts-Zuflüsse haben. Denn wie heisst es so schön: die Flut hebt alle Boote. 😉 Und diese Zuflüsse kann man über ETFs auch sehr schön tracken, es gibt Webseiten und Services, die genau diese Kapitalbewegungen rein und raus aus ETFs messen und daraus direktionale Aussagen zu Trends ableiten.

Welchen echten Nachteil hat diese Strategie für normale Anleger? In meinen Augen eigentlich keinen. Nur dass eine solche Strategie natürlich viel langweiliger ist, als die Aufregung und Spannung, einzelne Aktien zu handeln. Und das man mit einer Sektorenstrategie nicht die schnellen Gewinne machen kann, wie wenn man das richtige Biotech-Unternehmen erwischt, das mal eben um 300% steigt. 😉 Man hat aber eben umgedreht auch nicht die schnellen Verluste, die bei so "Hot Stocks" möglich sind.

Auf jeden Fall ist der normale Anleger bei einer Sektorenstrategie viel eher in der Lage, mit den Profis mitzuhalten. Denn was in der Welt los ist, liest man in den Medien und welche Sektoren ans Laufen kommen, kann man recht gut anhand der Charts sehen.

Ihnen müsste doch in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass ich bei Einzelaktien natürlich genau so von plötzlichen Wendungen überrascht werden kann, wie jeder Mensch ohne Glaskugel auch. Bei den Sektoren ETFs dagegen, habe ich ein sichtbar gutes Händchen, immer die Sektoren zu identifizieren, in denen gerade etwas geht.

Auch vom Zeithorizont her, passt eine reine, ETF-basierte Sektorenstrategie, sehr gut zu Anlegern, die weniger Zeit haben. Denn solche Sektorentrends drehen sich vielleicht alle paar Monate und manchmal sogar erst nach mehr als einem Jahr. Und im Jahr einen Trade 1-4 mal umschlagen und umschichten, ist eine ideale Frequenz für durchschnittliche Privatanleger, um synchron mit dem Weltgeschehen, ihr Depot aktiv zu verwalten.

Also, denken Sie mal über so eine Strategie nach: konsequent keine einzelnen Aktien und immer eine Hand voll Sektoren, die Sie aktiv nach Verlauf im mittelfristigen Chart und nach den Geldströmen in den ETFs umschichten.

Wie gesagt, in meinen Augen ist das für viele normale Anleger, beim aktuellen Marktverhalten im Jahr 2014, die am besten passende Anlagemethodik, die ich kenne. Und welche Sektoren gerade en Vogue sind und gut laufen, erfahren Sie ja hier auf sumerdigital.

Ihr Hari

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S&P500 – Vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle

Der Crash kommt ? Irgendwann bestimmt. 😉

Mit dieser sarkastischen Feststellung, will ich meinen ersten Beitrag nach meinem Urlaub einleiten und mit Ihnen einen Blick auf den Leitindex S&P500 werfen.

Denn leider nützt es uns nichts zu wissen, dass der Crash irgendwann kommt, da der Zeitpunkt die entscheidende Frage ist. Und den Zeitpunkt kennt eben niemand, gerade nicht all die Crash-Gurus, die mit diversen Prognosen um Aufmerksamkeit heischen.

Deren System ist ebenso schlicht wie effektiv. Sie bedienen das ebenso menschliche, wie naive Bedürfnis, jemanden zu finden, der einem die Zukunft weissagt. Das System der Wahrsagerei hat schon vor hunderten Jahren auf den Rummelplätzen funktioniert, warum soll es nicht in der Gegenwart funktionieren ? Und wenn man die Bedürfnisse der Menschen bedient, kann man damit Aufmerksamkeit erreichen und so Umsatz machen - so funktioniert das.

Und so sagen all die selbsternannten Gurus im Kampf um Aufmerksamkeit allerlei voraus, was sie ebenso wenig wissen, wie der Rest der Menschheit. Für uns ist die einzig sinnvolle und depotschonende Art und Weise damit umzugehen aber, dieses mediale Rauschen auszuschalten und zu ignorieren. Wenn Sie eine Sache aus diesem Blog mitnehmen sollten, dann die Tatsache, dass konkrete Zukunfts-Prognosen an den Märkten Unfug sind. Das man aber trotzdem aktiv von den Märkten profitieren kann - das aber nur, in dem man konsequent den Signalen des Marktes folgt und nicht, in dem man klüger als der Markt sein will. Denn das sind wir in 99% der Fälle nicht. Markterfolg hat also damit zu tun, das wahrzunehmen was real passiert und seine Entscheidungen darauf zu basieren. Was man dagegen glaubt, was passieren wird oder sollte, ist eher wertlos.

Es gibt wohl kaum ein besseres Chart, um das klar zu machen, als das langfristige Chart des Aktien-Leitindex S&P500 seit 2011. Bestaunen Sie mit mir "die Mutter aller Trendkanäle" seit dem Doppelboden im Herbst 2011, der durch die Eurokrise geformt wurde:

S&P500 07.07.14

Und, waren Sie die ganze Zeit dabei ? Wenn man dieses Chart anschaut, sollte man ja meinen, es war leicht diese Bewegung mitzunehmen, die nicht weit von einer Verdoppelung! des weltweit grössten Aktienindex entfernt ist.

Leicht war es aber nicht, im Gegenteil! Es war sauschwer, denn andauernd wurde man mit Sorgen bombardiert und kamen berechtigte Zweifel auf, ob die Bewegung nachhaltig ist. Der Markt kletterte eine "Wall of Worry" und wir waren mittendrin. Hinterher ist immer gut "klugschnacken", mittendrin war es aber gar nicht einfach, immer voll mitzugehen und auch ich hatte Phasen, in denen ich vorsichtig wurde. Ich war aber immer mehr oder weniger stark dabei, gleichzeitig aber oft nach unten gut abgesichert.

"Dabei mit Reissleine" war sozusagen das Motto, mit dem ich die sumerdigital Mitglieder in den letzten 2 Jahren hier durch diese Bewegung begleitet habe. Und das ist auch für die Zukunft das richtige Motto - "kontrollierte Offensive" würde man das wohl im Fussball nennen. 🙂

Diese Vorsicht und die offenen Augen und Ohren für Gefahren sind auch richtig und sehr wichtig. Falsch ist es aber, sein Handeln am Markt direkt und unmittelbar nach diesen Ahnungen zu richten. Unser Handeln sollten wir nur nach dem richten, was real in der Price-Action sichtbar ist und nicht nach dem, was wir uns für die Zukunft einbilden.

Ich weiss es ist schwer, aber eine der Schlüsselfähigkeiten für Börsenerfolg ist, sich mit dem Unwissen über die Zukunft gelassen abzufinden und statt dessen alle Energie auf die richtige Interpretation der sichtbaren Signale der Gegenwart zu richten.

Wer das geschafft hat, hat diese eindrucksvolle Bewegung weitgehend mitgenommen, denn der Trend wurde nie gebrochen. Wer aber auf all die Einflüsterungen gehört hat und permanent den Markt in die Zukunft prognostizieren wollte, hat diese Bewegung garantiert weitgehend verpasst und noch schlimmer, sich teilweise dagegen gestellt. Und einige davon, haben daraus nichts gelernt und erfreuen sich auch heute noch an allerlei Weissagungen über den bald kommenden "grossen Crash". Irgendwann wird er ja auch mal kommen und dann kann man mit grossem Ego "siehste" sagen. Dumm nur, dass man vorher eine Verdoppelung des Depots verpasst hat, aber das sind ja Petitessen im Anblick der grossen Prognose. 😉

Was sagt uns dieses Chart also für die Gegenwart und die kommenden Sommermonate, wenn man die obigen Prinzipien konsequent anlegt ?

Erstens zeigt uns das Chart, dass der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten bisher ungebrochen ist und bis heute 07.07.14 nichts zwingend indiziert, dass wir hier und heute nun das Top sehen. Jetzt werden das einige wieder als Prognose lesen, weil sie diesen Reflex in Prognosen zu denken, so gewohnt sind. Aber nein, ich prognostiziere gar nichts, ist stelle nur den Zustand des Marktes am 07.07.14 fest. Es ist also durchaus möglich, dass der S&P500 bei ca. 2000 ein Top ausformt. Es ist gar nicht mal unwahrscheinlich.

Objektiv ernst nehmen können wir dieses Szenario aber erst dann, wenn der Index diesen Trendkanal nach unten verlässt. Und darauf blind spekulieren sollte man nicht, Sie sehen doch selbst, wie oft diese Spekulation in den letzten drei Jahren in die Hose gegangen ist, oder ? Aber schon klar, dieses Mal wird alles anders und dieses Mal sind wir klüger als der Markt. Wirklich ? 😉

Zweitens zeigt uns das Chart, dass sich der Index an der oberen Begrenzung des Trendkanals befindet und auch schon länger am oberen Rand des Bollinger Bandes. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr lange tragbar und eine Korrektur im Rahmen des Trendkanals - also bis ca. 1900 im S&P500 - hat in den kommenden Wochen gute Chancen.

Im ganz grossen Bild ist die Lage der Gegenwart also recht einfach: Nichts indiziert am 07.07.14 zwingend ein direkt bevorstehendes Ende der Rally an den Aktienmärkten. Gleichzeitig spricht viel dafür, dass man im S&P500 in den kommenden Wochen nun nach oben nicht mehr viel erwarten darf und eine Korrektur im bestehenden Aufwärtstrend gut denkbar ist. So schlicht und so klar ist die Lage.

Übrigens gilt die Aussage so nur für den S&P500, dem über 2000 temporär mal die Luft ausgehen sollte. Der DAX sieht für mich diesen Sommer interessanter aus, dazu aber im Premium-Bereich.

Und noch ein übrigens, denkbar ist auch ein Szenario, in dem es nun diesen Sommer trotzdem zu einer massiven Rally kommt. Der Liquiditätsdruck dafür ist da. Das sollten wir uns aber nicht wünschen, denn das hätte dann den Charakter einer Übertreibungsphase und die würde die Lage in den Herbst hinein wirklich explosiv machen. Wer also ein Interesse daran hat, dass dieser Trendkanal noch viele Monate weiter ruhig hochschiebt, dem ist nun mit einer Konsolidierung bzw kleinen Korrektur im S&P500 gut gedient.

So weit die aktuelle Lage. Wenn jetzt aber jemand denkt, um einem bösen Einbruch aus dem Weg gehen zu können, müsse man doch in die Zukunft schauen, kann ich nur widersprechen. Erinnern Sie sich doch bitte als Beispiel an den Sommer 2011, als die Eurokrise begann. Der DAX mäanderte lange zwischen 7000 und 7500 und dann kam diese eine Woche, in der der S&P500 im Zuge der Debt Limit Thematik einzubrechen begann. Der Einbruch war massiv und deutlich und zerschlug die damaligen technischen Unterstützungen. Es gab ein klares Exit-Signal, das man nur hätte beachten müssen, dann wäre man 80-90% der folgenden Abwärtsbewegung aus dem Weg gegangen.

Wenn man von einem harten Flash-Crash absieht - der als Restrisiko einfach ebenso stoisch ertragen werden muss, wie das Risiko, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt - dann wird auch der zukünftige "Crash" sich wieder durch klare technische Brüche ankündigen. Und wer diese respektiert, wird wieder dem grössten Teil der Abwärtsbewegung aus dem Weg gehen können. Wer aber permanent vorher klüger als der Markt sein will, wird auf dem Weg dahin viele Chancen verpassen.

Respektieren wir also diesen eindrucksvollen Trendkanal im S&P500 - solange er da ist. Solange ist der Trend unser Freund !

Ihr Hari

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Dark Pools und schädliche Marktfragmentierung

Ich verfolge die zunehmende Fragmentierung des Marktes durch das Aufkommen der Dark Pools ja schon länger mit Unbehagen und habe das zuletzt Ende 2013 in meiner Kolumne in der Wirtschaftswoche unter dem Titel thematisiert.

Nun geraten die Dinge aber bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC in Bewegung, woran auch Michael Lewis mit seinem Bestseller "Flash Boys" seinen Anteil haben dürfte, denn dadurch ist auch die US-Politik auf das Thema aufmerksam geworden. Ohne medialen Druck geht in Demokratien halt selten etwas.

Und ich habe gestern bei der schweizer "Finanz und Wirtschaft" ein interessantes Chart gesehen, das sofort Assoziationen zum Thema aufkommen lässt:

Denn was hier nicht gesagt wird, bestimmt aber auch seinen Teil zum Gesamtbild beiträgt, ist die Tatsache, dass der Markt immer mehr zwischen verschiedenen Handelsplätzen (Dark Pools) fragmentiert. Und hier im Chart sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die offiziellen Börsen gelistet. Denn genau diese Volumendaten sind ja von Dark Pools nicht zugänglich.

Gut aufbereitet wird das Thema im aktuellen Artikel . Allerdings nur lesbar für Abonennten der FuW. Denn die SEC scheint mal wieder schneller ernst zu machen, als die Regulierer in Europa.

Hier als Ergänzung noch ein ein paar Tage alter, aber guter Hintergrundartikel des WSJ: . Die in US eingeschlagene Richtung halte ich für genau richtig, auch wenn man über Details ohne Frage diskutieren kann. Und es wäre wichtig, dass auch hier in Europa mal etwas in diese Richtung passiert.

Um das noch einmal klar zu stellen, der Begriff "Dark Pool" impliziert zwar durch seine Wortwahl "dunkle, böse Absichten", aber das ist keinesfalls so zu sehen, sondern einfach eine ziemlich ungeschickte Begrifflichkeit. Im Nachhinein ist es schon ein Stück aus Absurdistan, dass sich die Finanzindustrie mit so einer Wortwahl selber zum leichten Ziel macht, wo man ansonsten doch so genau auf Euphemismen achtet.

Nein, Dark Pools sind einfach ganz profan intransparente (dark) Handelsplätze (Pools) abseits der regulierten Börsen. Viele der Broker, die zum Beispiel mit "Binary Options" und ähnlichen Konstrukten auf Kundenfang gehen, sind auch sozusagen "Dark Pools für den kleinen Mann". Selbst die neue Plattform IEX, die sich in den US als Gegenmodell des Hochfrequenzhandels positioniert, gilt offiziell noch als "Dark Pool", weil die Zulassung als offizielle Börse noch fehlt - aber nachgeholt werden soll.

Das Problem sind also nicht perse "dunkle, böse Geschäfte", die meisten Dark Pools dürften ebenso seriös, wie professionell agieren. Das Problem ist einfach die Intransparenz und Fragmentierung des Marktes, die aus dem Aufkommen all dieser ausserbörslichen Handelsplätze resultiert.

Denn diese Fragmentierung behindert immer mehr das, wofür Börsen da sind: volkswirtschaftlich wichtige Preisfindungsorgane für Unternehmensbeteiligungen und Finanzinstrumente zu sein. Durch die Fragmentierung wird diese Preisfindung schlechter, das Volumen an den regulierten Börsen sinkt und die Spreads werden höher. Gleichzeitig steigen die Risiken, dass Fehlentwicklungen an den Märkten unerkannt bleiben und es wird eine Mehrklassengesellschaft an den Märkten zementiert, die auch dem Grund-Gedanken jeden freien Marktes, des "Level Playing Fields", völlig entgegen läuft.

All das schadet am Ende freien Märkten und ich sehe keinen sinnvollen volkswirtschaftlichen Grund, das zuzulassen. Klar möchten grosse Adressen ihre Transaktionen vor den Augen der Welt verstecken und Auswirkungen ihrer grossen Orders auf die Preisfindung vermeiden, ich verstehe das gut. Nur ist damit nicht die Frage beantwortet, warum man das volkswirtschaftlich zulassen sollte. Bis ins letzte Jahrzehnt hat die Börsen-Welt auch gut ohne diese Fragmentierung gelebt.

Insofern begrüsse ich die Richtung sehr, in die sich die SEC nun bewegt. Jetzt müssen wir nur noch die europäischen Aufsichtsbehörden zum Jagen tragen....

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Warum in exotischen Märkten ETFs den Einzeltiteln vorzuziehen sind

Sie bemerken ja, dass ich für Sie oft mit ETFs operiere, die ganze Sektoren beinhalten.

Das hat einen Grund. Denn ich halte liquide Sektoren-ETFs für Privatanleger für die sinnvollste aller Möglichkeiten, aktiv am Markt zu handeln. Denn mit diesen schaltet man das Einzelaktienrisiko aus und kann trotzdem gezielt aktuelle “Stories” wie zum Beispiel Solar spielen.

Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, warum völlig unbedarfte Marktteilnehmer sich in den bekannten bunten Medien halbseitige Pseudoanalysen von zum Beispiel chinesischen Aktien reinziehen und dann damit zocken. Wenn Sie wenigstens die technischen Marktstrukturen zur Grundlage nehmen würden, wäre das ja OK – mit Markttechnik kann man auch Kühlschränke am Nordpol traden. Aber auch diese Fähigkeit oder Bereitschaft haben viele dieser Anleger nicht, glauben nun aber unbedingt irgend eine chinesische "Bude" als Einzelwert in ihren Depots haben zu müssen, weil die ja laut einem bunten Artikel fundamental "so billig" sei.

Entschuldigung, das ist völlig absurd. Man spricht die Sprache nicht, kann keine Unternehmensnachricht selber nachlesen, wenn sie nicht gnädig übersetzt wird, hat keine Ahnung ob die Bilanzierung auch nur halbwegs in Ordnung usw. usw. Man hat einfach keinen Schimmer vom Umfeld, dem Unternehmen, dem Management etc und ist auch vom kulturellen Verständnis her, ganz weit weg. Wer glaubt mit so Einzelaktien einen persönlichen Egde zu generieren, ist mit Verlaub ziemlich naiv und zurecht in der Regel “Fischfutter” an den Märkten. Das Einzelaktienrisiko, das man sich so ins Depot holt, bekommt man nicht honoriert, man ist eher das letzte Glied der Nahrungskette.

Ganz anders ist es aber mit einem Sektorenthema wie Solar generell. Da hat man als privater Anleger sehr wohl die Chance, wie andere auch, einen Trend zu erkennen und Chancen zu identifizieren. Und ein grosses Unternehmen und Marktführer wie First Solar, dass sich im eigenem Kulturkreis bewegt und man sprachlich auch direkt verfolgen kann, kann ja auch noch als Einzelaktie für einen Privatanleger Sinn machen. Aber nicht all die Exoten, bei denen man sich permanent fragen muss, ob der Bambus nun wirklich existiert. 😉

Und deshalb fahren private Anleger in exotischen Märkten in meinen Augen mit Branchen-ETFs sehr gut. Sie können so Marktstories spielen und ganze Sektoren kaufen. Und haben trotzdem nicht das Problem, jeden Geschäftsbericht eines Unternehmens zitternd im Auge haben zu müssen und nur ja keine Kapitalmaßnahme zu verpassen.

Und deshalb basiere ich viele Setups für Sie auf Sektoren-ETFs, weil es nach meiner Erfahrung für Sie das beste Vehikel ist. Leider gibt es viele interessante Sektoren-ETFs nur an den US Märkten. Das Problem kann man nur lösen, wenn man sich über einen leistungsfähigen Broker den direkten Zugang zur Wallstreet verschafft.

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Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing

Der folgende Artikel entstand aus der Kombination eines am 29.01.14 in Hari Live erschienenen Artikels, sowie eines Forenkommentar zum Thema "Value Investing" vom 13.04.14.

Womit beginnt man denn eigentlich den langfristigen Vermögensaufbau ?

Dazu kann man Bücher schreiben, ich will deshalb nur einen kleinen Teilaspekt heraus greifen. Wer hier im Blog ist, hat dann bestimmt auch erkannt, dass zu einem langfristigen Vermögensaufbau die Beteiligung an Produktivkapital gehört und der nicht nur mit Tagesgeld erreicht werden kann. Denn sonst wären Sie wohl nicht hier. 😉

Ich betone auch ausdrücklich, es macht für jeden Anleger jede Menge Sinn, ein Basisdepot zu haben, dass er unter langfristigen Aspekten verwaltet und damit bei geringen Risiken einen langfristigen Aufbau erzielen kann. Wenn man dieses Depot hat, dann kann man sich auch mal mit einem kleineren Teil an eigene Anlagen wagen und dabei auch mal höhere Risiken eingehen.

Aber diese ruhige, stabile Basis ist für jeden privaten Anleger ganz wichtig, davon bin ich überzeugt. Wer als junger Mensch versucht, diesen Schritt zu überspringen und sozusagen mit den ersten 10.000€ im Sparstrumpf versucht, gleich durch Trading "reich" zu werden, wird zu 99,99% scheitern. Und die 0,01% sind dann halt echte Genies. Die soll es geben. 😉

Auch ich lebe diese Zweiteilung. Ich besitze ein ruhiges, langfristig orientiertes Investmentdepot und ein weit aggressiver verwaltetes Trading-Depot, mit dem ich eine Überrendite erziele.

Beginnen Sie also - gerade als junger Mensch - mit einer guten, langfristigen Basis in Ihrem Depot. Und dann, wenn Sie diese haben, beginnen Sie selber mehr zu wagen und Ihre Fähigkeiten zu testen. Und dazu will ich Ihnen heute einen vielleicht überraschenden Rat geben.

Denn wenn wir über diese Basis reden, stellt sich ja gleich die Frage: welche Aktien sollten Sie für so ein Basis-Depot wählen ?

Die Antwort ist offensichtlich und dazu gibt es unzählige sinnvolle Darstellungen. Es sind natürlich die grossen Bluechips mit positivem Cashflow, die auch Generationen überdauern, weil sie ein Geschäftsmodell haben, das immer trägt. Es sind Namen wie Nestle, Unilever, Roche, Novartis, General Electric, Siemens und so weiter und so fort.

Sie können jetzt längliche Diskussionen darüber führen, ob als Industrietitel im Moment ABB, Siemens oder GE die bessere Wahl wäre. Oder als Pharmatitel Roche, Novartis oder doch Sanofi. Sie werden dazu viele Meinungen lesen und wenn Sie zu viel Zeit haben, können Sie auch anfangen, die gigantischen Geschäftsberichte dieser Unternehmen zu lesen, im Irrglauben, daraus einen Vorteil für Ihre Anlage ziehen zu können.

Für den Trader sind diese Unterschiede auch sehr wichtig, weil der richtige Moment und die richtige Aktie mit der richtigen Markttechnik macht auf der mittleren Zeitebene schnell mal 10% Gewinn aus, die die andere Aktie dann nicht hat.

Für Sie, der Sie mit diesen Aktien einen langfristigen Vermögensaufbau betreiben wollen, sind diese Unterschiede aber nicht ganz so wichtig. In 2 Jahren hat vielleicht das Management gewechselt und dann ist sowieso alles anders. Als Lesestoff sind diese Geschäftsberichte ja interessant und es schadet nicht, wenn ein Aktionär weiss, was in seinem Unternehmen los ist. Als Entscheidungsgrundlage für die langfristige Auswahl können Sie das aber eher vergessen. Zumal die Qualität der Bilanzzahlen in den Zeiten des IFRS sowieso teilweise fragwürdig ist.

Und an dieser Stelle greift deshalb auch mein Rat. Ich kann nicht sehen, dass Sie für Ihr langfristiges Depot einen grossen Vorteil damit erzielen, dass Sie sich nun um die Aktienselektion dieser Bluechips für Ihren langfristigen Vermögensaufbau intensiv bemühen. Wie gesagt, es schadet auch nicht, aber es wird bei der Performance keinen grossen Unterschied machen.

Warum ? Ganz einfach, weil hunderte, ja tausende - in der Regel besser als Sie qualifizierte Vermögensberater und Fondmanager - sich genau diese Gedanken für ihre Fonds machen. Denn diese Titel sind in hunderten und tausenden Fonds und ETFs enthalten. Glauben Sie wirklich, dass Sie diese Selektion besser als diese Profis vornehmen können ? Was bringt es Ihnen, den Geschäftsbericht auch noch zu lesen, wenn die Profis es alle schon getan haben und deren Reaktion darauf, schon im Kursverlauf verarbeitet ist ?

Ich kann das Dilemma perfekt am Grossmeister der Geldanlage Warren Buffett festmachen. Den kennen Sie ja bestimmt und bewundern oder schätzen ihn. Nun wäre es für Sie ja ein Leichtes, Ihr kleines Vermögen von "Warren himself" verwalten zu lassen. Sie müssen dafür nur seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YjQ2) an der Börse kaufen. Und schon wird Ihr Geld vom grossen Warren verwaltet und Sie haben indirekt Wells Fargo, Coca Cola und Co. im Depot.

Warum also glauben Sie, bei der Auswahl von Aktien im Bereich dieser Bluechips auch noch Warren Buffett schlagen zu können ? Klar ich weiss, man ist als privater Anleger agiler, Buffett wird ja durch die Grösse des Riesentankers Berkshire sehr eingeschränkt und da ist ja auch noch das Fragezeichen, wie es mit Berkshire weiter geht, wenn er mal nicht mehr ist.

Ich will mit Berkshire ja auch nur einen Punkt machen. Es gibt auch in Deutschland richtig gute Fonds und Vermögensverwalter, die wissen was sie tun. Und denen Sie ihr Geld anvertrauen können und wissen, dass es dort professionell verwaltet wird. Und sich in Ihrem Depot genau die Art von Aktien finden, die ich oben beispielhaft erwähnt habe. Und Sie haben auch als Kleinanleger Zugang zu diesen Vermögensverwaltern, weil die in der Regel an der Börse notierte Fonds haben. Ich will hier keine konkrete Werbung machen, aber einige der guten Adressen wurden hier im Forum schon besprochen. Oder eben Sie gehen zu dem grossen Buffett selber, um Ihr Geld verwalten zu lassen.

Mein Punkt und Rat ist:

Geben Sie den langfristigen Vermögensaufbau in gute Hände. Wählen Sie eine Handvoll guter Fonds von seriösen Top-Leuten aus, die genau in die Aktien investieren, die für einen langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind.

Oder - wenn Sie in Ihrer Börsen-Erfahrung etwas weiter sind - wählen Sie selber gezielt grosse ETFs aus, die voll replizierend die oben genannten Aktien kaufen. Und mischen Sie vielleicht noch Warren Buffet direkt bei. 😉 Und dann sparen Sie da an und lassen diese Positionen langsam akkumulieren.

Das ist dann Ihre ruhige Basis im Depot und die brauchen Sie, wenn Sie einen langfristigen Vermögensaufbau erreichen wollen. Und investieren Sie darüber hinaus in Ihr Wissen und Können rund um die Märkte. Und genau dafür, hat diese Community für Sie ein attraktives Angebot.

Konzentrieren Sie aber Ihre eigene Energie nicht darauf, besser als Warren Buffett sein zu wollen. Lassen Sie sich nicht von einem trivialisierten Zerrbild des "Value-Investing" blenden, das gerade in Deutschland allenthalben herum gereicht wird, weil es sich für die Anleger so gut anfühlt. Die Unmöglichkeit für Sie, mit Buffett zu konkurrieren, liegt gar nicht mal daran, dass Buffett so "einmalig" ist. Das man ihn heute nicht mehr 1zu1 kopieren kann, liegt auch daran, dass er seine grossen Erfolge in einer ganz anderen Zeit mit anderen Voraussetzungen hatte. Er würde heute selber grösste Probleme haben, sich selbst zu kopieren, weil viele seiner Aktionen damals (wie die Übernahme der Textilfabrik Berkshire) heute viel stärker beobachtet würden. Damals lief er damit noch weitgehend unter dem Radar, von der Lokalpresse mal abgesehen.

Und über Benjamin Grahams Ansatz ist sowieso die Zeit hinweg gegangen, weil viele Daten mit deren Ermittlung er sich noch einen Edge erarbeiten konnte, heute in der Welt des Internets als "Common Sense" mit einem Klick ablesbar sind. Von der Verbiegung ehedem verlässlicher Bilanzkennzahlen durch das IFRS mal ganz abgesehen. Die Welt ist halt anders geworden. Grahams Grundideen vom "Intelligent Investor" sind zeitlos und immer noch gültig. Und es ist deshalb immer noch eines der wichtigsten Bücher zum Investieren überhaupt. Aber so wie er damals, kann man das heute einfach nicht mehr 1zu1 umsetzen. Und Graham wäre mit seiner Intelligenz der Erste, der das begreifen würde.

Aber es gibt auch heute - unter anderen Rahmenbedingungen - richtig gute Value-Investoren, die durchaus in einer Liga mit dem früheren Buffett spielen, nur halt mit etwas anderer Methodik. Und insofern ist Buffett so einmalig nicht.

Mein Punkt dreht sich also nicht um Value-Investing an sich, das funktioniert durchaus, sondern um die Illusion vieler Privatanleger, es mit geringem Aufwand selbst tun zu können. Denn dieser Investmentansatz ist von allen, der mit den höchsten Anforderungen an fachliche Fähigkeiten, zeitlichen Einsatz und Kapitalkraft.

Nehmen wir mich selber als Rohmodell. Ich war Vorstandschef einer AG und auch im M&A Bereich tätig. Und war im M&A Umfeld mittendrin, wo börsennotierte Unternehmen zerlegt und veräussert wurden. Ich verstehe also, wie Investoren eine Firmenbewertung vornehmen und bin dazu selber in der Lage. Ich habe also die fachlichen und erfahrungstechnischen Voraussetzungen, um eine Safety Margin überhaupt kompetent identifizieren zu können.

Weiterhin arbeite ich Fulltime an den Märkten, habe also auch theoretisch die Zeit dazu, diese anspruchsvollen Bewertungsfragen vorzunehmen und mich inhaltlich mit den Geschäftsmodellen auseinander zu setzen. Ich habe also wahrscheinlich eher als 99,9% der privaten Anleger, die fachlichen und zeitlichen Voraussetzungen dafür, Value-Investing zu betreiben.

Und trotzdem versuche ich es nicht, weil mir bewusst ist, dass mir ein entscheidender Baustein fehlt, um es erfolgreich umsetzen zu können. Mir fehlt die Kapitalkraft hinter mir, damit ich direkten Zugang zu den Unternehmen und zum Management bekomme.

Und ohne diesen Zugang geht es nicht. Eine seriöse Firmenbewertung ohne Kenntnis des Managements vorzunehmen, ist fast unmöglich. Buffett hat es meines Wissens nie in seinem Leben ohne diesen Zugang getan. Und kein einziger Finanzinvestor der Welt, wird einen Cent in ein Unternehmen stecken, wenn er nicht vorher einen Eindruck vom Management hat. Nur einem direkten Mitbewerber kann das egal sein, weil die wirft er einfach raus. Aber selbst in dem Fall, ist das hoch riskant und wird von den übernehmenden Unternehmen vermieden.

Ich könnte also trotz meiner fachlichen Qualifikation nur dann einen Value-Investing Ansatz verfolgen, wenn ich zumindest Fonds-Manager wäre oder einem grossen Family-Office vorstehe, so dass mich die Firmen als Gesprächspartner empfangen und ernst nehmen. Ich habe diese Voraussetzung nicht. Und "Max Müller" auf der Strasse schon gar nicht. Value-Investing alleine vom Bürostuhl aus mit dem passiven Studieren von Bilanzkennziffern auszuüben, ist ein Zerrbild - Buffett ist so definitiv nicht reich geworden.

Wenn man sich das klar macht, wie jemand mit meinem Background das Thema sieht, kann man wirklich nur schmunzeln, wenn private Anleger mit normalem Beruf, am Feierabend dann ihre in der Grundschule erworbene Fähigkeit des Lesens von Zahlen einsetzen, um Werte wie KBV abzulesen, nach dem Motto "kleiner 1 ist gut" einzuordnen und sich dann als Value-Investor zu fühlen. Das ist schlicht absurd. Statt dieser Illusion aufzusitzen, wären sie besser beraten, ihr Kapital in einen Fonds eines echten Value-Investors zu stecken. Oder eben das Vermögen auf passive, voll replizierende ETFs zu verteilen. Man muss halt erst einmal von einer Sache etwas verstehen, um dann überhaupt zu wissen, was man nicht weiss. 😉

Value-Investing funktioniert also. Aber nur für Profis mit Kapital im Rücken, Fleiss, Zeit und fachlichen Fähigkeiten bei der Firmenbewertung. Die übergrosse Mehrheit der Anleger hat diese Voraussetzungen nicht.

Und deshalb sollten Sie sich - wenn Sie über Ihre Basisanlagen hinaus einen eigenen Mehrwert erzielen wollen - auf die Stellen konzentrieren, an denen Sie als Privatanleger tatsächlich in der Lage sind, sich mit vertretbarem Zeitaufwand und Wissen einen kleinen Edge zu erarbeiten.

Und das sind die Techniken der Markttechnik und insbesondere Trendfolge, die wir hier im Blog immer wieder thematisieren.

Durchaus auch bei den gleichen Titeln wie oben, aber eben aus einem ganz anderen Blickwinkel, dem Markttiming mit den Mitteln der Markttechnik. Und dabei das zu lernen, will Ihnen dieser Blog und seine Community helfen.

Schaffen Sie sich also eine Basis in Ihrem Vermögen, über die Sie sich keine Gedanken machen brauchen, weil das Vermögen in guten Händen ist. Und konzentrieren Sie sich dann als Ergänzung mit Ihrer Energie auf die Bereiche, in denen Sie eine realistische Chance haben, überdurchschnittliche Erfolge zu erzielen. Als 2 millionster Leser des Geschäftsberichts von Nestle ist das eher unwahrscheinlich. Lassen Sie den Geschäftsbericht von Ihren Fondsmanagern lesen. 😉

Ihr Hari

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US Transportation Sektor als Wirtschaftsindikator

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 28.05. auf Hari Live

Wissen Sie, was ein starker Indikator dafür ist, dass wir es in den US mit einem echten Aufschwung zu tun haben und nicht nur mit einer FED induzierten Rally ? Und wissen Sie, dass dieser Indikator in den letzten Wochen des Seitwärtsmarktes beständig nach oben gezogen ist und damit eigentlich den jetzigen Ausbruch vorweg nahm ?

Es ist der US Transportation Sektor, hier dargestellt anhand des , in dem sich FedEx und Co. tummeln. Dieser ETF bildet den nach, der 1884! kreiert wurde und damit sogar noch älter als der "Dow Jones Industrial Average" (DOW) ist.

Dieser Transportation Index ist deshalb ein guter Indikator, weil man von der Menge der transportierten Güter, sinnvolle Schlüsse auf die wirtschaftliche Aktivität ziehen kann.

Jetzt wird dieser Index in seiner absoluten Höhe, natürlich auch vom generellen Trend hin zu mehr Versand und Paketen bestimmt, von dem auch eine Deutsche Post profitiert. Insofern braucht man aus dem gegenüber 2007 deutlich höheren IYT nicht zu schliessen, dass die wirtschaftliche Aktivität aktuell viel höher als 2007 sei.

Aber abseits von absoluten Werten, lässt sich relativ eine klare Aussage ableiten. Der ETF hat klar signalisiert, dass die Wirtschaft in den US keine wirkliche Delle erfahren hat und das hat Crash-Szenarien noch unwahrscheinlicher gemacht, als sie sowieso schon waren.

Schauen Sie auf die Stabilität und bullische Struktur des IYT im Tageschart, während die Indizes ihr Zick-Zack der letzten Wochen vollzogen:

IYT 28.05.14

Und auf den beeindruckenden Langfrist-Trend im Wochenchart:

IYT 28.05.14 w

Die Botschaft ist klar, die US Wirtschaft befindet sich auf einem positiven Weg.

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Über Trendfolge: Indus Holding (620010) mit bullischem Momentum

Das folgende Chart der Indus Holding (620010) mit ihrem mittelständischen Beteiligungsportfolio, wurde schon gestern in Hari Live veröffentlicht, nach dem die Aktie mit 4% Plus erneut nach oben ausbrach.

Ich will es aber auch hier im freien Bereich zeigen, weil es sich auf den Artikel hier vom 31.03.14 -> Der echte Mittelstand in einer Aktie <- bezieht.

Und weil das Chart einfach perfektes Anschauungsmaterial ist, um im Sinne der Trendfolge zu lernen:

Indus 26.05.14 2

Sie sehen seit Ende letzten Jahres eine beständige Abfolge klarer, bullischer Konsolidierungen. Ein positives Chart in Perfektion, bei dem man nach dem Ausbruch aus dem zulaufenden Dreieck immer wieder - in Sinne der Trendfolge - den Stop erfolgreich unter das letzte Tief ziehen konnte !

Sie wollen jetzt wissen, ob es weiter hoch geht ? Dann stellen Sie genau die falsche Frage, mit der Sie nie auf einen grünen Zweig kommen werden. Und wenn Sie nach Artikeln suchen, die Ihnen diese Frage mit einem "heissen Tip" beantworten, dann wünsche ich viel Glück in Alice Wunderland ! Denn die Zukunft ist unbestimmt und niemand kann Ihnen sagen, was die Indus-Aktie morgen machen wird. Niemand!

Aber etwas Anderes ist wahr und das ist die entscheidende Botschaft. Wenn eine Aktie so eine klar bullische Struktur hat und zu so einer flaggenartigen Konsolidierung ansetzt, wie hier mehrfach geschehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Struktur erneut nach oben aufgelöst wird. Auf jeden Fall höher als das Gegenteil. Und zwar solange, bis auch dieser Trend irgendwann mal endet.

Und in dem man im Sinne der Trendfolge seinen Stop immer wieder unter das letzte Tief nachzieht, kann man so eine Bewegung mitgehen, ohne zu wissen, wann genau die Aktie den Höhepunkt erreicht. Vergessen Sie also das Rätselraten darum, was die Börse morgen macht. Das führt zu nichts. Konzentrieren Sie sich statt dessen darauf, im Hier und Jetzt nur solche Positionen einzugehen oder zu halten, die ein positives Chance-Risiko-Verhältnis haben. Und kappen Sie alle Verluste konsequent und ohne zu zögern.

Wenn Sie das schaffen, kommt der Erfolg durch das Wunder der Statistik im Laufe der Zeit von ganz alleine. Aber das zu schaffen und nicht mehr in die Zukunft zu starren und die Glaskugel zu bemühen, das ist die psychologisch wirklich schwierige Aufgabe, der Sie sich stellen müssen !

Ihr Hari

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Warum Sie „Gurus“ nicht hinterher laufen sollten und Ihre eigene Strategie brauchen

Der folgende Beitrag erschien gestern in Hari Live:

Heute habe ich etwas Besonderes für Sie. Sie wissen, dass ich viel von Charles Kirk und seinem halte.

Charles hat vorgestern einen längeren Text geschrieben, der mir sehr gefallen hat. Und er war so freundlich mir zu erlauben, diesen Text hier her zu kopieren und mit Ihnen zu teilen.

Es geht Charles Kirk darum, wie wichtig es für den Erfolg ist, seine eigene Strategie zu entwickeln und nicht permanent anderen "Gurus" (Heros) hinterher zu laufen.

Das gilt ausdrücklich auch für mich. Wer mich hier auf sumerdigital als "Guru" betrachtet und nur versucht, meinen Ideen hinterher zu laufen, wird ebenso nicht dauerhaft erfolgreich sein können. Denn das Problem ist, Sie sind nicht ich und haben nicht die gleichen Voraussetzungen:

  • Sie haben andere zeitliche Voraussetzungen bzw Verfügbarkeit wie ich
  • Sie haben nicht das gleiche Kapital wie ich im Einsatz
  • Sie haben nicht die gleiche Lebensplanung wie ich
  • Sie haben eine andere Psychologie wie ich
  • Sie haben eine andere Ausbildung als ich
  • Sie haben anderes Wissen als ich
  • Sie haben andere Stärken und Schwächen als ich

Das bitte ich nicht so misszuverstehen, als ob ich Ihnen damit sagen will, dass ich über Ihnen stehe. Nein, wir sind alle Individuen und Sie sind weder besser noch schlechter als ich, Sie sind anders !

Und weil Sie anders sind und weil die Psychologie beim Erfolg an den Märkten den ganz entscheidenden Faktor ausmacht, können Sie auch nicht 1zu1 mit meiner Methodik erfolgreich sein. Denn Sie sind nicht ich. Und ich bin weder David Eichhorn, noch Warren Buffet. Ich heisse Michael Schulte und der bin ich - niemand sonst.

Dauerhafter Erfolg wird sich nur mit Ihrer eigenen Methodik einstellen, die zu Ihrer Psyche und zu Ihren zeitlichen und monetären Rahmenbedingungen passt. Wenn Sie mir sehr ähnlich sind, kann Ihre Strategie sehr nahe an meiner sein. Es ist aber immer noch Ihre Strategie.

Ich will und wollte daher auch nie Ihr „Guru“ sein. Ich will dafür hier auf sumerdigital Ihr Mentor und Coach sein.

Ich will der erfahrene Mentor sein, der Ihnen hilft Ihre eigene Strategie zu finden, der Ihnen Tips gibt, wie Sie sich verbessern können und der Sie mit der Nase auf Opportunitäten stösst. Und der Ihnen mit freundlicher Strenge immer wieder den Spiegel vorhält.

Und ich will Ihnen hier eine Heimat bieten, auf der Sie sich ehrlich, reflektiv, ohne Scheu und mit offenem Visier, mit anderen Anlegern und Tradern austauschen können, die auch auf dem richtigen Weg sind. Ohne die Angst haben zu müssen, wie in vielen offenen Foren, dem Hass und dem Ego diverser Trolle und Selbstdarsteller ausgeliefert zu sein. Denn ohne ehrlichen Austausch und Inspiration, ist Geldanlage und Trading eine ziemlich einsame Angelegenheit.

Mentor, Coach, Ideengeber, Prediger, Lehrer, Organisator einer Community, all das will ich für Sie sein und bin ich hier hoffentlich auch für Sie geworden. Und es ist auch dringend nötig, denn ohne einen Mentor ist es an den Märkten sehr, sehr schwierig auf einen grünen Zweig zu kommen. Da braucht man schon eine sehr starke Psyche und Durchhaltevermögen. Ein guter Mentor kann dagegen Lernprozesse beschleunigen und helfen, die typischen Klippen zu umschiffen. Und das ist das, was ich hier für Sie sein will.

Am Ende gebe ich Ihnen aber nichts vor, sondern gebe Ihnen Hilfe zur Selbsthilfe. Denn Sie müssen sich selbst helfen und Ihre eigene Strategie entwickeln. Anders ist dauerhafter Erfolg an den Märkten nicht möglich.

Zu diesem Thema habe ich hier auch schon diverse Artikel geschrieben, gerade auch für normale Anleger mit Beruf. Ein paar dieser Artikel will ich noch einmal in Erinnerung rufen:

-> Der Weg des Traders - Vom Markt, dem Surfer und dem Meer <-

-> Ohne Fleiss kein Preis, ein Börsentag im Leben des Hari <-

-> Ist die deutsche Seele inkompatibel zur Börse ? <-

-> Warum das Denken in Strukturen und Setups, für den Börsenerfolg so wichtig ist <-

-> Vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <-

-> Die ultimative Anlagemethode - über den heiligen Gral der Geldanlage <-

Und um die obigen Worte zu unterstreichen, lesen Sie nun bitte, was der in über 20 Jahren erfahrene Trader Charles Kirk Ihnen zu sagen hat, der sich von nahezu Null zu einem Millionen-Vermögen an den Märkten hoch gearbeitet hat. Es ist lesenswert:

Charles Kirks Meditation: Eliminate All Hero Worship

“If your actions inspire others to dream more, learn more, do more and become more, you are a leader."
- John Quincy Adams

As my father once told me – you have a very important decision to make in your life. You can decide to become a leader or just be a follower like everyone else. This choice will determine the rest of your life.

My father was right and the same is so very true with investing and trading. You can choose to be a follower or you can lead and go your own way. My life and career reflect that I am a tremendous believer in the importance of doing your own thing concerning the markets.
There is a lot of hero worship by the financial media and among investors and traders. As we do with our athletes, we want people to inspire us, and who we can look up to. In terms of the financial media, we also want to know what these guys, who seem to know what they are doing, are thinking and trading so we can play along and ride their coattails to success. While we can all learn something from those who have been successful in the markets, ultimately the path toward greater success in the markets has nothing to do with hero worship. Just the exact opposite is true. At the end of the day, it will always require us to be brave and go out and do our own thing.

There are NO exceptions to that rule. You may think of the great Warren Buffett, David Tepper, Tom DeMark, Peter Lynch, Carl Icahn, Paul Tudor Jones, James Grant, David Einhorn, William Ackman, and so on. I don't care about their backgrounds, what they've done in the past, how hot a hand they've had or how consistent their track record has been in the past. At some point, all of these folks will get it wrong just like you and me. And, more importantly, none of their strategies are going to match our personalities, objectives and skill sets. We are all different and there are many ways to win in the markets - the important thing is to develop your own best method and at the same time resist the urge to use heroes as short-cuts or substitutes for doing our own work.

As my father also liked to say, everyone in this world puts their pants on the same way in the morning. That was his unique way of reminding me that no matter how rich or successful another person has been, they are just like all of us when it comes right down to it. In that same regard, these heroes of the market suffer from the same insecure, emotional, ego-driven trading and investing as the rest of us. The more you watch and track them, you will find this to be true.

By serving as a mentor to a number of professional money managers as well as knowing others who have as well, I can tell you that the only difference between these heroes and the rest of us is that they are just better at hiding their insecurities because their job requires it. No one will give you money to invest unless you show both strong conviction and confidence to others. These heroes all do this well because their livelihood depends upon it. But if you sat down with them, you would find that is more of a dog and pony show than reality. Anyone who has been involved in the markets has been humbled and respects the fact that this is not an easy game no matter how successful we have already been or how much experience we have. We are all wrong a lot of the time. The key to success is in risk management more than anything else. But, risk management doesn't excite people or bring in the big money – only bold predictions and confidence do, especially if they have been right at some point in the past about something.

Unfortunately, we are all naturally drawn to people who have been successful, who hold very strong and bold convictions in the market, and who display confidence that all of us wish we had. There's something about the nature of markets and uncertainty that we all want to believe that others have figured it out better than we have. When the heat is on and we are feeling scared or threatened and our money is at risk, it is a natural instinct to "run home to Momma" and many investors and traders do that through hero worship. Because they don't have enough confidence, time, or energy to do their own thing, they seek help by following others. In my view, that's not the right path to take and it will only delay your progress if not hinder it completely. No one else will have your best interest as top and only priority.
If there is any lesson you can learn from these so-called heroes it is this. Each and every one of these folks succeeded in the markets because they decided to go their own way and do their own thing. They follow no one and we shouldn't either.

Through lots of hard work, experience and perseverance at some point each hero figured out an approach that worked best for them and that best matched their time frame and objectives. They didn't follow others - they carved their own path instead, and that is why each of them is great in their own respective way. After learning the basics from their own mentors and peers for a number of years, they decided to take their own path, investing and trading in their own way. That is the reason why they have been successful.

In this life, I must tell you that you will never be another David Tepper, Warren Buffett, or other hero you may respect. Nor do you really want to be. Instead, your goal is to find your own way that best fits you. For this reason, I recommend that you eliminate all hero worship from your process. That will save you a great deal of time and money on your path to greater success. It will also force you to do something that all of us must do: focus on developing your own system that best matches your objectives, personality and skill sets.

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