Wacker Chemie – Der Turnaround Kandidat, der Solarworld nicht ist ?

Es gibt einen typischen Verlauf bei sogenannten Turnaround Aktien und Wacker Chemie (WKN WCH888) ist ein klassisches Beispiel.

Zunächst einmal sind die idealen Turnaround Kandidaten Unternehmen mit grosser Substanz und einem etablierten, profitablen Geschäftsmodell. Das ist wichtig, weil das garantiert, dass der Turnaround wirklich irgendwann kommt, er also nur eine Frage der Zeit ist. Alleine darauf kompromisslos zu achten, verschafft einem schon einen erheblichen Vorteil, denn es gibt wohl nichts Schlimmeres, als auf den Turnaround einer Aktie zu setzen, die dann langsam und schmerzhaft Richtung Null fällt - so wie gerade bei Solarworld zu beobachten.

Wirklich verwunderlich ist das Geschehen bei Solarworld für mich persönlich aber nicht, denn Solarworlds temporärer Erfolg beruht nach meiner persönlichen Ansicht indirekt auf durch das EEG erzwungenen Subventionsgeldern, die bei Ihnen und mir über Jahre via Stromrechnung einkassiert wurden und letztlich die Taschen von Unternehmern wie Herrn Asbeck füllten. Laut Wirtschaftswoche übrigens die Herr Asbeck verdient hat. Wenn Sie so wollen für mich also eine staatliche organisierte Umverteilung "von unten nach oben" aus den Brieftaschen Otto Normalverbrauchers in die Taschen der Solarindustrie. Mittlerweile ist ja auch in der Politik angekommen, dass das zu dramatischen Entwicklungen beim Strompreis führt und das Schwarze-Peter-Spiel hat schon begonnen.

Herr Asbeck von Solarworld dürfte diese meine persönliche Einschätzung wahrscheinlich nicht teilen, zumindest nicht wenn man seinen letzten Einlassungen folgt, nach denen am Niedergang von Solarworld & Co. ja vor allem die bösen Chinesen mit ihren Dumpingpreisen schuld sind. Jetzt ist es auch unbestreitbar, dass der Wettbewerbsdruck hoch ist und die Chinesen mit weit geringeren Kosten operieren können und sich auch nicht schämen, Wissen und Technologie auf nach westlichen Massstäben rechtlich fragwürdige Art und Weise an sich zu bringen. Insofern hat Herr Asbeck ja auch nicht völlig unrecht.

Nur würde ich gerne mal wissen, in welcher Branche das anders ist ? Überall konkurrieren deutsche Mittelständler mit China und überall haben sie mit Kostennachteilen, Industriespionage und Dumpingangeboten zu kämpfen. Und trotzdem halten diese Mittelständler die Nase oben und behaupten sich aus eigener Kraft durch Innovationskraft. Nur die Solarindustrie kann das nicht, warum wohl ?

Meine ebenso harte wie persönliche Meinung ist: weil es diese aufgeblähte Industrie ohne die Subventionen des EEG nie gegeben hätte und Unternehmer wie Herr Asbeck nun nicht Multimillionäre wären. Wir hätten heute eine andere Solarindustrie, kleiner, härter, innovativer, besser organisiert. Eine Solarindustrie die wie andere Branchen aus eigener Kraft gegen China bestehen könnnte. Denn Subventionen machen fett und lahm, sich dem harten Wettbewerb stellen zu müssen macht dagegen fit und innovativ, wie weite Teile des deutschen Mittelstands immer wieder aufs Neue beweisen.

Aber wie auch immer, zurück zum Thema Turnaround Aktien. Was ich mit dem Ausflug zu Solarworld sagen will ist, dass es sehr wichtig ist nur bei solchen Aktien auf einen Turnaround zu setzen, die ein etabliertes, eigenständiges und profitables Geschäftsmodell haben und nur temporär unter exogenen Faktoren leiden.

So ein Unternehmen ist für mich Wacker Chemie (WKN WCH888) - Ein Unternehmen der Spezialchemie, das im Bereich Polysilizium auch unter dem "Solardesaster" leidet, dadurch aber nicht in der Existenz in Frage gestellt wird.

Aber selbst wenn man so ein Unternehmen identifiziert hat, ist der typische Ablauf bei derartigen Situationen immer ähnlich. Der Kurs fängt schon zu einem Zeitpunkt an zu fallen, wo die Mehrheit die grundlegenden Probleme noch nicht sehen kann. Dann notiert der Kurs 20% unter Höchstkurs und die ersten "Schnäppchenjäger" kaufen wieder. Der Kurs fällt aber weiter. Bald notiert er 40% tiefer und jetzt ist die Aktie wirklich "saubillig" - nur der Kurs fällt trotzdem weiter. 😉

Und so geht es schmerzhaft weiter. Der Kurs fällt und fällt und immer wieder verbrennen sich Anleger die Finger, weil sie die Aktie nach den alten Massstäben für billig halten. Der Fehler den die Anleger machen, ist die Aktie immer noch aus der alten Brille zu betrachten und zu übersehen, dass es schon längst ein "New Normal" gibt. Und so geht es schmerzhaft weiter, über Monate und Jahre, bis irgendwann niemand mehr ein Pfennig darauf setzen will, dass diese Aktie je wieder dreht.

Dann, genau an diesem Tag, hat der Kurs seinen Tiefpunkt erreicht und setzt aus dem "Nichts" und ohne Nachricht zu einer Rally an. Alle Anleger, die vorher immer wieder ins fallende Messer griffen, sind nicht mehr dabei und haben die Aktie frustriert beiseite gelegt.

Nun haussiert der Kurs, ausgehend von den tiefen Niveaus im hohen zweistelligen Prozentbereich, obwohl diese Bewegung aus langfristiger Sicht nicht mehr als ein "Zacken" im langfristigen Abwärtstrend ist. Nachdem die Aktie über Tage und Wochen hochgelaufen ist, werden nun auch die ersten der alten Anleger wieder aufmerksam und trauen sich - angeregt durch die gute Stimmung in den Medien - einen ersten Fuss in die Aktie zu stellen.

Genau das ist der Tag, an dem die Aufwärtsbewegung ausläuft und die Aktie zu einer bösen Korrektur ansetzt. Eine Korrektur, die typischerweise ca. die Hälfte des ursprünglichen Anstiegs wieder auslöscht und die Anleger endgültig aus der Aktie vertreibt.

Dann erst ist die Situation so bereinigt, dass die Aktie bereit für eine dauerhafte Aufwärtsbewegung ist - der nächste mehrjährige Anstieg kann kommen. 🙂

Schauen wir auf Wacker Chemie, könnte es gut sein, dass sich die Aktie im Moment genau an diesem Punkt der auslaufenden ersten 50% Korrektur befindet. Schauen Sie selbst auf die Charts und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Erstens das 4-Stunden-Chart seit Oktober 2012 mit dem zulaufenden Dreieck, dass sich mit statistisch höherer Wahrscheinlichkeit nach oben auflöst:

Wacker Chemie Turnaround 04.02.13

Zweitens das Wochenchart seit 2007, das die Korrektur und Gegenbewegung in eine grössere Perspektive stellt. Sie sehen, die potentielle Cup&Handle Umkehrformation und Sie sehen auch, wie der Abgabedruck ausläuft und Raum für eine potentielle grosse Wendeformation bietet:

Wacker Chemie Umkehrformation 04.02.13

Wie immer kann alles ganz anders kommen und ein Stop dürfte auch hier sinnvoll sein. Aber selbst wenn Wacker Chemie doch wieder nach unten dreht und neue Tiefs generiert: ich sehe im Moment nichts, was gegen ein dauerhaftes Überleben von Wacker Chemie sprechen würde und dann dürfte aus langfristiger Perspektive der Tiefpunkt nicht mehr allzu weit entfernt sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Hari´s Live Tips – Archiv der Woche vom 27.01.13

Hier das Archiv der Live Tips aus der Woche vom 27.01.13

Eine weitere Sicht auf den Runaway Move und warum der Markt kurzfristig zunehmend riskant wird: http://bit.ly/W8c2qq
27.01.13 10:35

Und hier die Sicht, warum wir noch mehr Potential nach oben haben könnten, als sich die meisten vorstellen können: http://bit.ly/WcmVqf Ich sehe den Markt ähnlich und das ist kein Widerspruch zur kurzfristigen Rückschlagsgefahr.
27.01.13 10:45

Impressionen und Statements aus Davos: http://bit.ly/WJEsnE
27.01.13 10:50

Ist es diesmal wirklich anders ? http://bit.ly/14cEzOo
27.01.13 10:55

Die Put/Call Ratio an der Eurex signalisiert immer noch bärische Erwartung für März: http://bit.ly/10rcSSP - - -
27.01.13 10:58

Es könnte sein, dass die Abwärtsbewegung bei Salzgitter nun - oberhalb des 38er Fibo RT - ausläuft. Wer auf eine Trendfortsetzung wetten will, hat heute also vielleicht ein gutes CRV ! Stop unter das 38er FiboRT oder unter die untere Trendlinie beim 23er FiboRT. Bedenken Sie aber, ein weiterer Rückgang bis 32€ ist sehr wohl möglich, ohne den Trend zu negieren !
28.01.13 09:30

Wie erwartet korrigiert 3D Systems nun massiv. Auch das ein Beispiel, wie ein Runaway Move endet und das deutete sich schon letzten Freitag an.
28.01.13 16:10

Wenn bei Salzgitter auch die jetzt erreichten 35,2€ nicht halten, was mehr oder weniger dem 38er Fibo-RT entspricht, sollte man mit weiter fallenden Kursen bis runter zu 32€ rechnen.
28.01.13 16:10

Der Markt verdaut gerade schlechte "Pending Home Sales". Bisher erneut sehr konstruktiv und ohne Anzeichen echter Brüche im bullischen Grundtenor.
28.01.13 16:14

Apple hat bei 436 USD massiv gedreht und das gegen den schwachen Markt.
28.01.13 16:18

Salzgitter scheint - wie gestern antizipiert - beim 38er FiboRT zu drehen. Die 35,2€ haben gehalten. Damit ist ein Stopniveau für einen Trendfolge-Trade klar definiert.
29.01.13 10:28

Heute läuft die FED Sitzung schon, die morgen um 20.15 Uhr MEZ mit dem FOMC Statement ihren Abschluss findet. Ausserdem sind morgen um 14.15 Uhr erste Arbeitsmarktdaten und um 14.30 Uhr das BIP der USA. Der morgige Tag dürfte also volatiler werden als heute.
29.01.13 18:30

3D Systems ist einfach gnadenlos. Endlich gestern mal ein sehr schwacher Tag und schon dreht die Aktie mit einer grossen Fahne bei Handelseröffnung oberhalb 56USD und steht schon wieder 5% im Plus. Ich muss gestehen, ich wollte DDD wieder etwas tiefer bei 53,5 USD beim Gapfill einsammeln, mal schauen ob die Aktie noch zu mir kommt.
29.01.13 18:40

Peabody Energy meldet einen Quartalsverlust und liefert einen Ausblick unterhalb der Erwartungen ... und die Aktie steigt trotzdem um mehr als 5%. Da war wohl noch Schlimmeres schon eingepreist.
29.01.13 19:00

Der Nikkei steigt und steigt: http://bit.ly/VU0WmJ Hier etabliert sich möglicherweise gerade ein Trend, der über kurzfristige Zuckungen hinaus zu gehen scheint.
30.01.13 08:25

Aubrey McClendon verlässt Chesapeake Energy (WKN 885725) und der Kurs steigt nachbörslich 10%: http://bloom.bg/11c59CO Jetzt kann Chesapeake wieder in meine Watchlist
30.01.13 08:33

S&P500 gestern bei fast 1510. Genau so sieht ein Runaway Move aus. Jeder Mini-Dip wird gekauft und es gibt nur eine Richtung: nach oben. Bis die Bewegung schmerzhaft zusammen bricht ....
30.01.13 08:37

Rekordverkäufe bei US Silber- und Goldmünzen: http://bit.ly/XfNNUA
30.01.13 08:45

Die aktuelle kleine Marktschwäche ist ganz typisch vor einem Termin wie der FED heute Abend 20:15 Uhr. Die wirkliche Entscheidung fällt heute Abend. Wenn Mr. Market nun endlich korrigieren will, wird er die FED als Trigger benutzen, egal was heraus kommt.
30.01.13 16:55

Steht die grosse Rotation von Bonds in Aktien bevor ? http://bit.ly/YiyVG9 Wenn ja, wäre DAX 10.000 nicht weit.
30.01.13 18:09

Keine Überraschungen bei der FED. Gold scheint in den ersten Minuten zu den Gewinnern zu gehören.
30.01.13 20:18

Cognitrend sieht nach wie vor keine Überhitzung der Hausse: http://bit.ly/129wxWQ
31.01.13 08:45

Nach der gestrigen leichten Schwäche nach der FED, dürfte heute ein Versuch der Bären laufen, endlich mal eine Korrektur zu erzwingen. Wir werden am Nachmittag sehen, ob das funktioniert. Die 1500er Marke dürfte die Kampflinie sein.
31.01.13 10:02

Schauen Sie mal auf Beiersdorf (WKN 520000). Finden Sie nicht auch, dass der Titel überwertet, zu weit hoch gelaufen und nun für eine Korrektur reif ist ?
31.01.13 10:15

3D Systems hat mir den Gefallen getan und 54USD touchiert.
31.01.13 16:02

Schauen Sie sich mal den Chart von ST Micro (WKN 893438) zwischen dem 16.11.12 und heute an. 50% Gewinn direkt vor unserer Nase. 😉
31.01.13 17:35

Heute im frühen Handel typisches "First of Month" Verhalten. Man merkt, dass in einige Titel die zuletzt bröselten nun frisches Geld fliesst.
01.02.13 09:45

Gratulation Johann, sehr schöner Call mit diesem Artikel zu Grammer: http://bit.ly/TkBLeA Und ein klassischer Ausbruch aus einem zulaufenden Dreieck.
01.02.13 13:08

Schauen Sie mal auf EURJPY, also Euro gegen den Yen. Die Bewegung ist einfach brutal und geht parabolisch nach oben. Das Risiko steigt damit aber auch jeden Tag.
01.02.13 20:12

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KPN Umkehrformation – baut sich die rechte Schulter auf ? – 01.02.13

Sie erinnern sich vielleicht an den niederländischen Telekomriesen KPN, den ich unter der Überschrift -> Interessante Setups <- vor zwei Wochen besprochen hatte und dort die Bildung einer rechten Schulter einer potentiellen inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation antizipierte.

Nun scheint der Prozess weiter fortgeschritten und sich die rechte Schulter möglicherweise zu formen, schauen Sie selbst:

KPN rechte Schulter 01.02.13

Vollendet ist die Umkehrformation, wenn die Nackenlinie bei ca. 4,7€ durchschlagen ist. Rechnerisch aus der Umkehrformation wäre das Kursziel dann ca. 5,8€. Das Aufwärtspotential des Titels ist aber auch darüber hinaus ganz erheblich, schauen Sie noch einmal auf den Wochenchart, den ich hier vor 2 Wochen eingestellt habe.

Fundamental befindet sich KPN gerade in einem massiven Transformationsprozess und es spricht einiges dafür, dass der Tiefpunkt nun hinter uns liegt. Nachdem der wahrscheinlich reichste Mann der Welt Carlos Slim im letzten Sommer bei KPN eingestiegen ist, hat es intern eine Menge an Bewegung, Strategieänderungen und Ähnlichem gegeben. Das werte ich positiv, denn KPN war mit seiner alten Strategie schlicht "an die Wand" gefahren und hatte zu hohe Schulden aufgehäuft.

Was man zu KPN noch wissen muss ist, dass eine Kapitalerhöhung durchaus vorstellbar ist, um den Schuldenabbau zu forcieren. Mit Derivaten auf KPN muss man also vorsichtig sein. In Anbetracht des stark verprügelten Kurses, könnte der Verwässerungseffekt einer Kapitalerhöhung aber möglicherweise schon eingepreist sein. Und wenn eine Kapitalerhöhung tatsächlich rein zum Schuldenabbau verwendet würde, sollte sich der Kurseffekt in engen Grenzen halten, denn der Schuldenabbau vergrössert den Wert des Unternehmens natürlich um den gleichen Betrag, um den die Aktionäre verwässert würden.

Von Seiten der Analysten gibt es grosse Uneinigkeit, von Zielkurs 3,5€ bis 7€ scheint alles dabei zu sein. Ich bin bescheiden und setze auf einen Test der Abwärtstrendlinie im Wochenchart bei ca. 5€. Das wären von heute aus immer noch 20% Plus. Ein sinnvoller Stop liegt unter dem Tief vom 20.12.12.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Marktupdate – S&P500, DAX, 3D Systems – 31.01.13

Heute nur ein paar kurze und lose Gedanken zum Markt, dem S&P500, DAX und der Momentum-Aktie 3D Systems.

(1) Wer geglaubt hatte, dass die Bären die gestrige leichte Schwäche nach der FED nützen könnten, wurde (bis 17:00 Uhr) wieder getäuscht. Die Kraftlosigkeit der Bären ist schon augenfällig und typisch für solche Bewegungen. In Anbetracht der offensichtlichen technischen Überdehnung der Märkte, sollte man trotzdem auf keinen Fall unvorsichtig oder unaufmerksam werden. Denn den ersten Einschlag werden wahrscheinlich viele als Signal verstehen auf die Seitenlinie zu treten und dieser Herdentrieb kann dann eine dynamische Abwärtsbewegung auslösen.

(2) Der DAX hat in der drei Wochen andauernden Seitwärtsbewegung zwischen dem 02.01.13 und dem 24.01.13 unzählige Hochs in der Zone 7750 - 7790 gebildet. Diese stellen nun eine starke und natürliche Unterstützung dar. Wirklich Sorgen muss man sich um den DAX also erst machen, wenn die 7750 dynamisch nach unten verlassen werden.

(3) Der S&P500 hat dagegen viele Zeichen einer Topbildung und eine Korrektur ist mehr als überfällig ! Wenn da der potentielle Runaway-Move nicht wäre. Invalidiert würde der Runaway-Move bei einer nachhaltigen Bewegung (Tagesschluss) unter 1495. Wenn das passiert, gehen im S&P500 kurzfristig alle Ampeln auf Rot und der DAX dürfte sich dem nicht entziehen können.

(4) Hinter den Kulissen ist auch im DAX die Korrektur/Konsolidierung im vollen Gange. Wir haben wieder die Situation, dass der Index besser aussieht, als die meisten Einzelwerte.

(5) Unzählige attraktive Titel der zweiten Reihe im deutschen Markt beteiligen sich an der Konsolidierung und formen damit potentiell attraktive Grundlagen für die nächste dynamische Aufwärtsbewegung. Ich richte meine Augen im deutschen Markt der mittelgrossen Werte nun auf Wacker Chemie (WKN WCH888), Klöckner (WKN KC0100), SGL Carbon (WKN 723530), Leoni (WKN 540888), Nokia (WKN 870737) und (sie glauben es kaum ;-)) auch wieder Aixtron (WKN A0WMPJ). Einige dieser Aktien werden schon bald attraktive Setups generieren, zumindest sieht es bisher danach aus.

(6) Die perfekte Momentum Aktie 3D Systems (WKN 888346) hat heute den 50er Moving Average bei 54USD getestet, ein altes Gap geschlossen und ist von dort massiv abgeprallt. Ich habe diese Gegen-Bewegung mit einem hinterlegten Abfischlimit mitgenommen und bin nun aber schon wieder draussen. Denn es ist noch nicht völlig klar, ob 3D Systems nicht noch bis in den Bereich von 40-45 USD abtaucht, wo dann aber deutliches Kaufinteresse aufkommen sollte. Eine derartige Bewegung bis unter 45 USD müsste man wahrscheinlich als Geschenk betrachten. Denn auch wenn das Thema etwas overhyped ist, besteht kein Zweifel am gewaltigen Potential und 3D Systems scheint sich als Marktführer heraus zu kristallieren.

Sehen Sie selbst im Tageschart:

3D Systems 31.01.13

(7) Morgen haben wir dann um 14.30 Uhr die US Arbeitsmarktdaten und um 16 Uhr den US ISM bzw PMI, die am Nachmittag wieder für Volatilität sorgen werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Ihr Hari

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Amazon – Die Mutter aller Trends und was wir davon lernen – 30.01.13

Ich kenne da ein Unternehmen mit dem Namen "Amazon"......

Die Aktie des Unternehmens (WKN 906866) notiert aktuell bei einem 2013er KGV von ..... halten Sie sich fest ..... 164 und das Kursbuchwert - Verhältnis (KBV) bei 15,6 ! Viel zu teuer ? Gleich shorten ? HALT !

Denn das Unternehmen wächst und wächst und die Aktie steigt und steigt und zeigt seit 2008 die Mutter aller Trends. Auch 2008 war das Unternehmen schon so hoch bewertet und hat sich seitdem mehr als versiebenfacht ! Kennen Sie einen anderen Bluechip, der das zu bieten hat ? Selbst Apple kann da nicht ganz mithalten.

Schauen Sie auf den Wochenchart seit 2008 und staunen Sie über die Mutter aller Trends :

Amazon Mutter aller Trends 30.01.13

Gestern nach Handelsschluss lieferte das Unternehmen Quartalszahlen und nachbörslich stieg der Kurs um mehr als 8% ! Da fällt die Kinnlade runter und der Mund öffnet sich, oder ? 😉

Und nun frage ich Sie, waren Sie dabei ? Haben Sie von dieser unglaublichen Erfolgsgeschichte profitiert ? Wohl kaum, denn Amazon war ja nach KGV und KBV schon immer so "teuer". Wir sollten den Fall Amazon daher exemplarisch nutzen, um uns ein paar schmerzhafte Wahrheiten ins Gedächtnis zu rufen, die so gar nicht den vermeintlichen "Weisheiten" entsprechen, mit denen private Anleger in diversen Publikationen gerne penetriert werden:

(1)
Die wirklich grossen Gewinne werden nicht mit vermeintlich "saubilligen" Aktien gemacht, sondern mit Aktie deren Geschäft wächst und wächst und wächst ! "Growth" ist immer noch die Selektion der Wahl, wenn man wirklich hohe Gewinne an der Börse erzielen will.

(2)
Es ist gar nicht so schwierig diese Aktien zu identifizieren, wenn man nur mit offenen Augen durchs Leben geht. Wie Amazon weltweit den Einzelhandel aufrollt, ist doch offensichtlich.

(3)
Die viel zitierten KGV und KBV haben bei der Beurteilung solcher Aktien keinen Wert und führen einen eher auf die falsche Fährte. Das sind Erfolgsverhinderer und keine Erfolgsgaranten. Am Thema -> Zykliker <- habe ich ja schon einmal deutlich gemacht, wie einen das KGV in die Irre führt.

(4)
Trends sind sehr mächtig und es lohnt sich ihnen einfach zu folgen !

(5)
Der Markt hat immer Recht. Wenn er einer Aktie über lange Zeit ein KGV von 80 und mehr zubilligt, gibt es Gründe dafür. Und wenn Sie die Bewertung für überzogen halten, liegt das viel wahrscheinlicher daran, dass Sie nicht verstehen was Mr. Market versteht, als dass Sie klüger als der Markt wären.

Ich kenne keine Aktie, die das Prinzip "The Trend is your friend" deutlicher machen könnte als Amazon. Und jetzt können wir uns alle eine Kerze anzünden und darüber nachdenken, warum wir eine solche Erfolgsgeschichte und die Versiebenfachung unseres Kapitals verpasst haben, obwohl diese Erfolgsgeschichte direkt vor unserer Nase stattfand.

Und wenn wir das verstanden haben, haben wir viel über unsere Denkstrukturen und unsere Fehler gelernt, die wir im Angesicht von Mr. Market immer wieder machen.

Ihr Hari

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E.ON – Warum ich jetzt langfristig eingestiegen bin – 30.01.13

Eigentlich mag ich ja E.ON überhaupt nicht.

Ein fett gewordener Versorger, der sich über Jahre in Quasi-Monopol Gewinnen sonnen konnte. Ein Energieunternehmen, das massiv unter der Energiewende leidet und zukünftig unter dem Trend zur dezentralen Energieerzeugung leiden wird. Ein Konzern, der sein Geschäftsmodell und seine Strategie neu erfinden muss. Ein Unternehmen, das ich als Endkunde als teuer, unflexibel und ohne klare Strategie wahrnehme. Ein Grosskonzern, dem der Wind der "Political Correctness" heftig ins Gesicht weht und wohl weiter wehen wird.

All das und mehr sind gute Gründe, warum E.ON vom Kurs her nun bei gut 13 € notiert und nicht mehr bei über 50€ wie Anfang 2008. All das scheint aber nun im Kurs verarbeitet. Man könnte meinen, dass jeder Hohn- und Mistkübel den man über so ein Unternehmen ausschütten kann, nun ausgeschüttet wurde.

Aber auch technisch hatte der Verlauf der letzten Wochen einiges zu bieten, wie ja auch Lars Röhrig in seinem schönen Beitrag zum dargestellt hat.

Schauen wir doch mal auf das Tageschart von E.ON seit 2011 und rekapitulieren wir, wie ich die Aktie hier erlebt habe:

E.ON 30.01.13

Sie erinnern sich vielleicht: am 13.11.12, dem Tag des massiven Absturzes, habe ich einen rein taktischen Reboundtrade gewagt, da eine Aktie nach einem derart massiven zweistelligen Absturz in der Regel am Folgetag ein gutes Stück zurück kommt.

Als dieser Rebound nicht statt fand, bin ich sofort wieder raus und habe mich auf die Seitenlinie begeben. In dieser Phase wurde ich mehrfach gefragt, ob jetzt nicht die Zeit wäre E.ON zu kaufen und meine Antwort war eigentlich immer NEIN. Denn wenn eine Aktie nach so einem Absturz nicht bouncen kann, bedeutet das, dass eben KEINE Übertreibung vorhanden ist, sondern die Neubewertung noch nicht abgeschlossen ist.

So wartete ich bis in den Dezember hinein und als E.ON bei 13,6€ einen temporären Boden gefunden hatte, war die Zeit gekommen, sehr vorsichtig und mit engen Stops, die sich abzeichnende Stabilisierung zu spielen. Diese Stabilisierung stellte sich dann - durchaus nicht untypisch - ab Mitte Januar als Bärenflagge heraus. Durch enge Stops im Sinne der Trendfolge konnte der taktische Trade aber trotzdem mit leichten Gewinnen abgeschlossen werden und ich war wieder an der Seitenlinie. Es folgte der unvermeidliche, erneute Rutsch bis zeitweise knapp unter 13€.

Nun ist damit endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem ich E.ON nicht mehr nur rein taktisch als kurz- oder mittelfristigen Trade, sondern als langfristiges Investment betrachte. Denn auch wenn alle obigen Argumente wahr sind, haben wir es doch mit einem Unternehmen voller Substanz und mit grossem, positivem Cashflow zu tun. Und ohne grosse Versorger wird es auf absehbare Zeit auch in Deutschland nicht gehen. Darüber hinaus befindet sich E.ON nun auf dem Weg der geographischen Diversifizierung und erschliesst sich neue Geschäfte ausserhalb der Grenzen der "Energiewende".

Vom Sentiment her sind nun genug Mistkübel ausgegossen worden und es fällt mir schwer mir vorzustellen, wie die Wahrnehmung einer E.ON noch schlechter werden könnte. Und auch der Kurs ist nun bis auf die massive Unterstützung aus dem Jahr 2011 zurück gekommen.

Ich glaube daher, dass eine E.ON nun an dem berühmten Punkt sein könnte, wo alles Negative eingepreist wäre. Sollte diese Sicht richtig sein, wird die erste positive Nachricht - die irgendwann kommt, vielleicht Morgen oder in 3 Monaten - zu einer Neubewertung führen, weil Mr. Market plötzlich merkt, dass das Unternehmen doch nicht nur aus Problemen, sondern auch aus Chancen besteht.

Damit hat E.ON für mich nun den Punkt erreicht, der ein langfristig orientiertes Investment rechtfertigt. Ich bin nun also wieder Long E.ON und habe einen Stop, den ich ein Stück weit unter das Tief vom 12.09.11 gesetzt habe. Damit hat dieses Investment nun auch ausreichend Raum zu atmen.

Denn wenn man ein langfristiges Investment eingehen will, schaden zu enge Stops nur. Abgesehen davon, habe ich solche langfristigen Stops auch nicht im System eingegeben, sondern einfach zusammen mit dem Investment notiert. Es handelt sich also um einen gedanklichen Stop. Bei kurzfristigen Trades führt dagegen nach meiner Erfahrung kein Weg an im System hinterlegten Stops vorbei.

Und nun heisst es für mich einfach Geduld zu haben und zu warten, bis Mr. Market für E.ON eine andere Wahrnehmung entwickelt. Ich bin zuversichtlich, dass das in den kommenden Monaten passieren wird. Nur den Zeitpunkt kenne ich mangels Glaskugel ebenso wenig, wie jeder andere Marktteilnehmer.

Ihr Hari

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Holz und Wald wird immer teurer – Ein langfristiger Aufwärtstrend

Heute möchte ich Ihren Blick auf den Rohstoff Holz und die Assetklasse Wald richten, die sich nach meiner Einschätzung in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet und damit eine sinnvolle Beimischung in einem langfristig aufgestellten Depot sein könnte.

Holz war schon immer weltweit die Wärmequelle Nummer 1, ein "Bollerofen" ist ja auch schnell aufgestellt. Und Holz ist es in weiten Teilen der dritten Welt, insbesondere in China, auch immer noch. Erst mit steigendem Wohlstand wird dann auf andere Energieträger wie Kohle, Öl und Gas umgestellt, die eine höhere Energieausbeute erlauben.

Interessant ist, dass Holz im Zuge des "Ökobooms" in den postindustriellen Kulturkreisen - zum Beispiel hier in Mitteleuropa - eine Renaissance erlebt. Holz gilt als "Bio" und "Öko" und damit perse als gut - unter anderem auch weil es unbestreitbar ein nachwachsender Rohstoff ist.

Trotzdem erscheint mir diese Einteilung in "gut" und "böse" eher romantischer als rationaler Natur zu sein, denn Öl, Gas und Kohle sind genau so "natürlich" wie Holz. Mehr "Bio" und "Öko" als Öl und Gas geht eigentlich gar nicht, denn Sie wissen ja sicher woraus Öl im Erdinneren gepresst wird und dass das ein völlig natürlicher Vorgang ist. Alle diese Energiearten "wachsen" also auf oder in Mutter Erde aufgrund natürlicher Mechanismen und selbst Öl, Gas und Kohle sind nachwachsende Rohstoffe, nur kann es ein Mensch in seiner kurzen Lebensspanne nicht erleben, da wir hier über geologische Zeiträume reden.

Wenn überhaupt können nur die Energieausbeute, die Emissionen und systembedingte Risiken rationale Argumente für oder gegen eine Energieart sein. Bei der Energieausbeute liegt Holz sowieso hoffnungslos hinter den anderen Energiequellen zurück und ist deshalb auch für industrielle Zwecke eher ungeeignet. Auch ein Grund warum nur vorindustrielle Kulturen diesen Rohstoff zu Energiegewinnung nutzen und erst postindustrielle Kulturen wieder zu ihm zurück kehren.

Und was die Emissionen angeht, erleben wir aufgrund zunehmender Holzheizungen in unserer Umgebung nun wieder den beissenden November-Smog, der sich bei Inversionslagen einstellt und Menschen mit angegriffenen Atemwegen sehr zu schaffen macht. So kehren wir wieder zu einer Luft wie weiland im Ruhrpott zurück, aber weil ja gut sein muss was sich "Öko" nennt, sollten wir dafür dankbar sein. 😉

Sie bemerken sicher meinen beissenden Spot auf eine gewissen Typus von Öko-Romantik, der die Welt mit ideologischen Scheuklappen in "gut" und "böse" einteilt. Der Slogan "Heizen mit Holz schont die Umwelt" ist zwar scheinbar zum nicht mehr hinterfragten Glaubensmantra geworden, das auch durch Teile der Politik verbreitet wird, wahrer wird es für mich durch penetrante Wiederholung aber nicht. Der Slogan dient aber den Interessen der damit verbundenen Industrie und lässt die Menschen sich in einem emotionalen Ablasshandel gut weil "nachhaltig" fühlen.

Aber wie auch immer, mein Sarkasmus hält mich nicht davon ab, die wirtschaftlichen Chancen im Thema Wald und Holz zu sehen. Insbesondere die folgenden Meldung macht mich aufmerksam, die absehbar steigende Holzpreise in Mitteleuropa in der nahen Zukunft induziert:

Erstens einmal gefällt es mir natürlich zu sehen, dass auch "Öko" von den Realitäten von Angebot und Nachfrage eingeholt wird. So wird das Thema irgendwann am eigenen Erfolg zu Grunde gehen, weil als Energiequelle zu teuer. Bis dahin können die Preis aber noch lange steigen, was für Waldbesitzer schöne Gewinne produziert.

Und ich halte diese Preisanstiege für einen langfristigen Trend, denn der Wald ist nicht beliebig vermehrbar und Transport aus fernen Weltregionen (wie aus Sibirien) ist eher unwirtschaftlich, weil das Energievolumen pro qbm Laderaum geringer als bei Öl und Gas ist und damit der Transport viel teurer wird. Abgesehen davon, tut der Run der Vermögenden auf "Assets" aller Art sein Übriges, denn nur so kann man Barvermögen vor Entwertung schützen. Wälder sind zu einer begehrten Anlageklasse geworden.

An den absehbar steigenden Holzpreisen in Mitteleuropa über die Börse zu profitieren, stellt sich allerdings schwierig bis unmöglich dar, da Wald in Mitteleuropa weitgehend im Privatbesitz ist und nur selten von grösseren Unternehmen bewirtschaftet wird. Eine der wenigen Möglichkeiten wäre die schwedische Papierfabrik Holmen (WKN 856389), die riesige Ländereien voller Wald besitzt, deren Wert sich derzeit nicht ausreichend im Kurs niederschlägt.

Holz wird aber nicht nur als Wärmequelle verheizt, sondern weit sinnvoller und für mich auch rational nachvollziehbar als natürlicher Baustoff benutzt. Gerade in den USA und Kanada sind auch hochwertige Häuser fast durchweg aus Holz, es besteht also eine direkte Beziehung zwischen US Häusermarkt und dem Holzpreis. Und auch dieser zeigt nach oben, weil der US Häusermarkt wieder anzieht.

Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist es aber weit einfacher, an der Börse von der wieder anziehenden Häuserkonjunktur in den USA zu profitieren. Der in Deutschland zugelassene ETF iShares S&P Global Timber & Forestry (WKN A0NA0H) beinhaltet die weltweit grössten Wald- und Holz-Unternehmen der Welt, von denen viele in den USA oder Kanada sitzen und vom US Häusermarkt profitieren.

Schauen Sie mit mir auf den Wochenchart des iShares S&P Global Timber & Forestry seit 2009:

iShares Timber Wald Holz 29.01.13

Sie sehen den langfristigen Aufwärtstrend und es spricht viel dafür, dass wir bald auch die Höchststände aus Anfang 2011 wieder sehen. Kurzfristig riecht es allerdings nach einer Korrektur, weswegen ich keine Not sehe in den ETF sofort hinein zu springen. Sobald sich das nächste Tief ausgebildet hat, könnte das aber eine interessante Gelegenheit für ein langfristiges Investment in eine attraktive Assetklasse sein.

Und übrigens, falls es jemanden interessiert, wir heizen mit einer Wärmepumpe mit Erdsonde. Mutter Erde versorgt uns also völlig emissionsfrei und ohne jeden Rohstoffverbrauch mit Wärme. Das finden wir ziemlich "Öko" und "Bio". 😉 Und steigende Rohstoffpreise - egal ob Holz, Öl, Gas oder Kohle - interessieren uns Privat nun nicht mehr. Alleine der Strompreis bleibt eine Abhängigkeit.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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DAX & S&P500 – Das Röhren der Bullen – 28.01.13

Heute nur ein kurzer Kommentar zum Markt und zum deutlich hörbaren Röhren der Bullen.

Ich habe am Freitag anhand des -> Indecision Doji <- den Punkt gemacht, dass der S&P500 nun entweder endlich korrigiert oder in einen "Runaway-Move" übergeht.

Nun haben wir den Salat ;-), es scheint als ob sich Mr. Market für den Runaway Move entschieden hat. Der Liquiditätsdruck ist scheinbar einfach zu gross, um eine Korrektur zuzulassen.

Faktum ist, wir haben keinerlei bärische Setups in den Indizes, nur bullische Setups, die uns bis zu historischen Höchstständen und darüber hinaus führen könnten. Wir haben jede Menge Einzelaktien, die in massiven Breakouts sind und endlich die Tiefen der Eurokrise nachhaltig verlassen. Wir haben zwar eine überkaufte Markttechnik die nach einer Korrektur schreit, Oszillatoren spielen aber in einem Runaway Move keine Rolle. Und wir haben ein gewaltiges Momentum im Markt, jeder Dip wird gekauft.

Nach meiner Erfahrung wäre es ein Fehler dem Markt in so einer Situation mit zu grosser Skepsis zu begegnen. Natürlich kann jederzeit ein Einschlag kommen, vielleicht schon in einer Stunde, niemand weiss das ! Aber solange der Markt so massiv nach oben drängt, spielt man lieber mit der Bullenherde mit, statt sich dagegen zu stellen und zu versuchen klüger als der Markt zu sein.

Für uns Trader und Anleger bedeutet das nun wie folgt :

(1)
Der Markt ist so bullisch wie schon lange nicht mehr und man sollte mitnehmen was man kriegen kann ! Zu grosse Skepsis halte ich in solchen Momenten nicht für angesagt. Bedenken Sie, es spricht nun viel dafür, dass wir in S&P500 und DAX bald historische Höststände sehen. Unterschätzen Sie nie das Momentum, wenn die Herde der Bullen mal richtig in Bewegung gerät. Und Kraft-Futter haben die Bullen dank der Notenbanken mehr als genug.

(2)
Seien wir uns gleichzeitig bewusst, dass das Ende von derartigen Runaway Moves schnell und ohne Vorwarnung kommen kann. Und wenn es kommt, geht es dramatisch nach unten. Ich erinnere erneut an meinen Artikel zur -> Technik eines Runaway Moves <- !

(3)
Keiner, kein Mensch und kein Tool kann uns sagen, wann der Markt diesen Einschlag bekommt, der ihn aus seiner bullischen Euphorie heraus holt. Das kann schon übermorgen bei DAX 7900 sein oder erst Ende Februar bei vielleicht DAX 8500 ! Mein Gefühl spricht eher für das 8500er Szenario, aber das ist nur ein Gefühl und nichts wert !

Das Beste was wir nun also nach meiner Erfahrung tun können, ist mutig und aggressiv die bullischen Setups zu spielen, die uns der Markt bietet. Und gleichzeitig kompromisslos mit gedanklichen "Trailing Stops" zu operieren, die wir immer unter jeden kleinen Rücksetzer ziehen, sobald er hinter uns liegt.

Gedankliche Trailingstops meine ich, weil ich in solchen Situation von den automatischen Trailing Stops nichts halte, die mit festem Abstand mitlaufen. Da wird man nur dumm ausgestoppt. Besser ist mit normalen Stops zu operieren und die jeden Tag "per Hand" nachzuziehen, so dass defacto ein Trailing Stop entsteht. Denn so kann man die immer unter die letzte Mini-Korrektur nachziehen. Denn es kommt einfach darauf an, erst dann per Stop aus dem Markt geworfen zu werden, wenn der Runaway Move sich seinem Ende nähert. Und per Definitionem lässt ein Runaway Move niemanden von der Seitenlinie mehr einsteigen. Wenn also das erste Mal ältere Tiefs wieder unterboten werden, ist der Zeitpunkt gekommen auf die Seite zu treten.

In Summe werde ich also eher aggressiv agieren und gleichzeit kompromisslos absichern. So habe ich die Chance, so viel wie möglich von dieser Bullen-Stampede mitzunehmen. Und zwar so lange sie andauert, egal ob noch einen Tag oder 2 Monate !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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