Charts des Sommers – Zeitenwende am Bondmarkt ?

Von privaten Anlegern wird dem Bondmarkt viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl ja eine direkte Beziehung zu den Aktienmärkten existiert, denn ein Investitions-Euro oder Dollar kann ja nur einmal ausgegeben werden.

Jahrelang musste man auch nicht besonders auf den Bondmarkt schauen, denn der hatte nur eine Richtung: Dank der Notenbanken fielen die Renditen und die Kurse stiegen.

Nun aber könnte seit Anfang 2013 eine bedeutende Zeitenwende am Bondmarkt im Gange zu sein. Und das trotz der Notenbanken, die nach wie vor dagegen halten. Man kann dazu diverse Charts zeigen, ich möchte Sie hier aber überhaupt einmal auf die Geschehnisse aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.

Mit dem heutigen Tag beginnt damit hier auf sumerdigital.de auch eine Serie der "Charts des Sommers", in denen ich Sie ohne viele Worte auf bestimmte, wichtige Entwicklungen aufmerksam machen möchte. Entwicklungen die unter der Dauerberieselung mit Spekulationen zu Commerzbank, Solarworld und Co. leider medial viel zu kurz kommen, obwohl sie eine viele höhere Bedeutung für uns alle haben.

Der erste Chart zeigt in Tagessicht den ETF iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C8QT) seit 2010. Darin sind Unternehmensanleihen von Unternehmen unterhalb des "Investmentgrade" enthalten, also von so "Erfolgsunternehmen" wie Commerzbank, Thyssenkrupp, RBS oder Fiat. Siehe .

Der Chart spricht für sich selbst:

EUNW A1C8QT 15.07.13

Und nun das umgedrehte Bild. Sie sehen einen der wenigen in Deutschland verfügbaren Short-ETFs auf Staatsanleihen, hier den ETF db X-Trackers Short Sovereigns Eurozone (WKN: DBX0AW) seit 2011. Darin sind europäische Staatsanleihen enthalten, primär also aus Italien, Frankreich, Deutschland. Siehe .

Auch dieser Chart spricht für sich selbst:

DBX0AW 15.07.13

Im Premium-Bereich besprechen wir diese Entwicklungen und ihre Bedeutungen auch im Detail und betrachten, welche Konsequenzen daraus erwachsen und wie man diese Entwicklungen traden kann.

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Das Ungeheuer Devisenmarkt – Die wilden Swings des US Dollar

Viel wird über Aktien und Indizes geschrieben und wie oft wundern wir uns, wenn die Kurse plötzlich den Rückwärtsgang einlegen und in die Gegenrichtung laufen.

Manchmal verhalten wir uns dabei wie naive Urlauber, die am Strand sitzen und auf eine vermeintlich ruhige See schauen. Wir sehen die Möwen, die da geruhsam vor sich hin dümpeln, ahnen die Fische die unter der Oberfläche ihre Kreise ziehen und beobachten die friedliche Szene. Dann plötzlich kräuselt sich das Wasser und die Möwen fliegen auf. Ein Gurgeln ist hörbar und Wellen entstehen. Einen der Fische hat es scheinbar erwischt. Oder war es doch ein Taucher ? 😉 In jedem Fall war da etwas sehr Grosses, das aus den dunkleren Bereichen unter der Wasseroberfläche kam und offensichtlich auf Jagd ging. Wir Urlauber wollen lieber nicht darüber nachdenken, was das gewesen sein könnte, es könnte unseren ruhigen Schlaf stören ....

In den Märkten gibt es definitiv zwei so Ungeheuer, die weit grösser und mächtiger als der Aktienmarkt sind. Aber wie es sich für dunkle Ungeheuer gehört, sind diese in den populären Postillen eher weniger bekannt. Das eine Ungeheuer ist der Anleihenmarkt und das dieser Anzeichen grossen Stresses zeigt, haben wir hier ja schon anhand des ETFs der langlaufenden US Treasuries (TLT) im Detail besprochen. Die Implikationen dieses Stresses sind auf jeden Fall gewaltig und gehen bis in Existenzfragen von Währungen und Staaten hinein.

Das andere Ungeheuer ist aber noch grösser und noch mächtiger. Es ist grösser als alle anderen Märkte, auch grösser als der Anleihenmarkt und es bewegt am Tag 4 Billionen! USD - am Tag ! Es ist der grösste Finanzmarkt der Welt und dieses Ungeheuer hat mehrere Dompteure, mit denen es symbiotisch interagiert.

Das Ungeheuer ist der Devisenmarkt, der mit seinen Bewegungen weit mehr in den Aktienmärkten bewegt, als man ahnt, wenn man als Tourist am Strand sitzt und sich die Bewegungen der Möwen (= Kurse der Aktien) betrachtet. Und diese Dompteure sind die Notenbanken, wobei böse Zungen ja behaupten, dass diese neuerdings den gar nicht so gefährlichen Devisenmarkt erst zu einem richtigen Ungeheuer machen.

Wenn das Ungeheuer Devisenmarkt sich bewegt, werden sofort die Gewinne der Unternehmen massiv beeinflusst. Rohstoffe werden für den einen teurer und für die anderen weniger profitabel zu verkaufen. Gewinnmargen schrumpfen oder wachsen, Staatsschulden werden relativ grösser oder leichter abzubauen. Kaufkraft der Bürger steigt oder wächst. Wenn sich das Ungeheuer Devisenmarkt bewegt, schüttelt es die Welt durch.

Und das bedeutendste Körperteil des Ungeheuers ist die Weltleitwährung US Dollar. Und was der Dollar zuletzt für wahnsinnige Swings vollzogen hat, will ich Ihnen nun am Tageschart des US Dollar Index zeigen, der den Dollar im Verhältnis zu einem Korb anderer Währungen darstellt:

USD 10.07.13

Sie sehen den gigantischen "Megaphone Pattern" mit allerlei wichtigen Implikationen. Und Sie sehen, dass der US Dollar Index nun überkauft ist und bald (wahrscheinlich heute Abend zu den FOMC Minutes) die obere Begrenzung der Struktur erreichen wird.

Und falls Sie immer noch am Strand sitzen und glauben, dass das ja alles keine Bedeutung hätte, dann habe ich Ihnen unten mit einem dicken blauen Pfeil den Tag und Abend eingezeichnet, an dem Ben Bernanke seine "Tapering" Gedanken in den Markt gab. Es war der 19.06. und ich war zu dem Zeitpunkt im Urlaub.

Noch Fragen ? 😉

Achja, heute Abend nach US Börsenschluss redet der gute Ben wieder - siehe der kleine blaue Pfeil oben. 🙂 Noch jemand der Meinung, das sei eher unwichtig ? 😉

Ich hoffe ich konnte per "Schockeffekt" klar machen, welche Bedeutung die Bewegungen am Devisenmarkt auch für die Aktienmärkte haben. Und wie wenig man begreift, wenn man nur die Wasseroberfläche des Aktienmarktes betrachtet.

Im Detail gibt es dazu natürlich viel zu sagen und viel zu verstehen und lernen, das würde aber so einen Blogpost weit übersteigen. Diesen Zusammenhängen widmen wir uns aber immer wieder im Premium-Bereich von sumerdigital, neben vielen anderen aktuellen Themen auch, jeden Tag mit vielfachen Tips, Tricks, Links und Meinungen.

Wenn Sie verstehen wollen, wie die Märkte wirklich funktionieren, sollten Sie sich mal mit diesem Blog und seinen Angeboten befassen. Wenn Sie dagegen weiter "heisse Tips" zu Möwen an der Wasseroberfläche suchen, die sie ohne intellektuelle Energie einfach konsumieren können, sind sie hier aber an der falschen Stelle.

Glauben Sie bitte nur nicht, dass man reich werden kann, wenn man nur die Oberfläche wahrnimmt ..... 😉

Ihr Hari

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Die kaum vorhandene Aktienkultur in Deutschland in Daten und Grafiken

Wir haben hier schon oft über die kaum vorhandene Aktienkultur in Deutschland gesprochen. Und dieser Blog ist ja auch ein Versuch, daran etwas zu ändern.

Wer aufmerksam die Gespräche in seiner Umgebung verfolgt, weiss wie sehr die Deutschen bei der Geldanlage auf der Suche nach Sicherheit sind. Und Sicherheit verbindet sich für die Mehrheit der Deutschen mit Zinszahlungen. Unternehmerisches Risiko ist dagegen eher Teufelszeug. Durch die neuen Bundesländer wurden diese sowieso schon vorhandene Prägung dann noch einmal verstärkt, was man auch an den Aktienquoten in den Bundesländern gut nachvollziehen kann.

Nur aus dieser Prägung heraus ist zu verstehen, warum brave Familienväter sich darum reissen, irgendwelche mehr oder weniger dubiosen "Mittelstandsanleihen" zu zeichnen, weil diese einen Zins von 7% oder mehr bieten. Zins ist ja vermeintlich gut und sicher und nicht so eine "Zockerei" wie beim Aktienbesitz. 😉

Die naheliegende Frage aber, warum so ein Unternehmen denn trotz Niedrigstzinsen der Notenbanken kein Darlehen für 5-7% von der Bank bekommt und warum so ein Unternehmen dann an Privatanleger heran gehen muss um sich zu finanzieren, diese naheliegende Frage schafft es noch nicht einmal ins Vorderhirn. Die Grundregel der Finanzmärkte, das Zins immer ein Abbild des Risikos ist und das es "no free lunch" an den Märkten gibt, diese Grundregel ist weitgehend unbekannt.

Die Logik ist dagegen zu oft sehr schlicht: Zins ist gut und Aktie ist schlecht. 😉 Jetzt wird es am Markt für Mittelstandsanleihen mit Sicherheit noch das eine oder andere böse Erwachen geben, durch das die Beteiligten merken, dass "Sicherheit" doch etwas komplizierter zu finden ist, als durch den Kauf von Schuldverschreibungen von Unternehmen die man gar nicht kennt. Ich bezweifele aber, ob damit bei den meisten auch der Erkenntniseffekt verbunden ist, dass das eigentliche Problem bei der Geldanlage einen gerade im Spiegel anschaut. 😉

Diese Fixierung auf Zins setzt sich ja sogar bei den wenigen eigentlich lobenswerten Aktionären dann fort, von denen viele einen Hang hin zu "Zinsersatz-Aktien" haben und gerne die Dividende zum alles entscheidenden Faktor erheben. Auch das führt natürlich keineswegs immer dazu, die richtigen Aktien im Depot zu haben. Es füttert dagegen einen grossen Arm der Finanzindustrie, der mit wohl klingenden und "Wohlfühlatmosphäre" verbreitenden Phrasen wie "Garantie" oder "Value" dieses emotionale Bedürfnis zum eigenen Erfolg abschöpft.

Am Ende bleibt bei den privaten Anlegern nur eine verschwindend kleine Minderheit übrig, die Aktien als das verstehen was sie sind: direkte unternehmerische Beteiligungen. Und die verstehen, dass es absolute Sicherheit am Finanzmarkt gar nicht gibt, auch nicht bei Zinsen und Anleihen, sondern nur angemessen oder nicht angemessen bezahltes Risiko. Und das die grösste relative Sicherheit von einem breit aufgestellten, diversifizierten und dauerhaft erfolgreichem Unternehmen ausgeht, das Produkte anbietet, auf die die Menschen nicht verzichten können.

Eigentlich war "Ekel" Alfred Tetzlaff () da schon weiter, als er nach Kauf einer Volkswagen Aktie seiner Else eindrücklich erklärte, das ihm jetzt VW gehört. Genau genommen hatte der Mann auch Recht, VW gehörte ihm nur nicht alleine. 😉

Aber bisher konnten wir diesen Eindruck über die kaum vorhandene Aktienkultur kaum in konkrete Zahlen und Fakten kleiden, man wusste zwar, dass es so ist, es fehlte aber am statistischen Beweis.

In diese Bresche ist nun dankenswerterweise die gesprungen, die ja auch den Finanzblog Award ausgerichtet hat und sich insofern tatsächlich auch um die Aktienkultur bemüht. Natürlich auch zur Ankurbelung des eigenen Geschäftes, aber das macht das Engagement nicht weniger wertvoll, zumal von einer gesteigerten Erkenntnis ja alle Anbieter von Wertpapierdienstleistungen profitieren. Eher muss man sich umgedreht fragen, warum sich viele der anderen Banken eben nicht deutlicher in diese Richtung engagieren wie die Comdirect.

Mir liegt ein "Factbook Aktie" der Comdirect vor, das in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt Research Institute entstanden ist. Darin sind eine grosse Menge von bemerkenswerten Daten und Grafiken, von denen ich Ihnen hier einige zeigen will.

Mein Dank gilt der Presseabteilung der Comdirect, die mir ermöglicht, die Grafiken hier im Blog zu verwenden. Bevor wir aber zu den Grafiken übergehen, will ich einen Absatz aus dem "Factbook Aktie" zitieren, der es sehr gut trifft:

Den Anlegern fehlt Wissen – und Risikobereitschaft
55,1 % der Deutschen entsprechen dem Anlegertyp „Chancen-Verpasser“. Dieser Typ hat zwei weit verbreitete Merkmale: geringes Wissen über Aktien gepaart mit einer geringen Risikobereitschaft. Wer dieser Gruppe angehört, unterschätzt die finanziellen Chancen, die eine langfristige Geldanlage in Aktien bietet, beispielsweise für die eigene Altersvorsorge. Die kleinste Gruppe unter den Bundesbürgern ist die der „Chancen-Nutzer“: 9,9 Prozent haben vergleichsweise viel Börsenwissen und sind auch bereit, ein gewisses finanzielles Risiko einzugehen. In Sachen Grundlagenwissen sind die Deutschen entsprechend selbstkritisch: 64 Prozent finden, dass ein verbindliches Schulfach „Geld und Finanzen“ eingeführt werden sollte. Die Wissenslücken haben auch damit zu tun, dass Geldanlage hierzulande kein Thema für Small-Talk ist: Nur eine Minderheit von 37 Prozent tauscht sich mit Familie und Freunden darüber aus.
Fazit: Es gibt heute keine Ausrede mehr für Unwissenheit über Kapitalanlagethemen. Wer mit Freunden nicht darüber sprechen mag, findet in den Medien, in Fachbüchern oder im Internet genügend Informationen.

Und nun zu einer kleinen Auswahl der Grafiken und Daten im "Factbook Aktie", die für sich selber sprechen. Ich wünsche viel Spass damit:

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Glosse: Mein Programm als Kanzler des Neuen Deutschland !

[Vorsicht Glosse]

Aktuell wird ja in Deutschland mal wieder kleinkrämerisch über finanzielle Repression gejammert. Und über zinsloses Risiko bei Staatsanleihen, obwohl das eigentlich risikoloser Zins sein sollte. Und über Unterfinanzierung der öffentlichen Infrastruktur in Deutschland. Und und und ...

Und überhaupt, nach Studien der EU sind deutsche Bürger sowieso weit ärmer als Italiener und Spanier. Das ist nicht nur unerhört, das gehört geändert. Sofort ! Dafür habe ich die neue Partei des "sozialistischen Staatskapitalismus" (STUSS) gegründet, deren Führer, Kanzlerkandidat und erster Bannerträger meine Wenigkeit ist.

Und da ich das "finanzielle Perpetuum Mobile" (Patents pending) erfunden habe, brauche ich mir um das Wahlergebnis auch keine Sorgen zu machen. Schnell werden die Bürger die bestechende Logik meines Programms erkennen.

Denn am Ende werden die Deutschen unermesslich reich sein. Reicher als jede andere Nation auf diesem Planeten. Jeder - auch Hans Hosenträger aus Büllerbeck - wird Besitzer von Länderreien in der Welt sein und sich an all den dienstbaren Geistern erfreuen, die er auf seinen Latifundien aus aller Herren Länder beschäftigt.

Und hier - exklusiv für die Leser von sumerdigital.de - ist mein geheimer Plan, der gar nicht fehlschlagen kann:

Deutschland tritt aus dem Euro aus und hat damit wieder eine eigene Notenbank, die der KfW als Unterabteilung angegliedert wird. Denn nun machen wir mal richtig, was Bernanke und Draghi typisch angelsächsisch nur pragmatisch/halbherzig angefangen haben. Wir Deutschen sind doch mehr für die grundsätzlichen end(gültigen) Lösungen zu haben.

Unterabteilung der KfW deshalb, weil diese neue Notenbank der direkten politischen Weisung unterliegt, die Unabhängigkeit der Notenbank war schon immer eine sinnlose Fehlentwicklung, die das Volk nur in die Zinsknechtschaft gezwungen hat.

Nachdem diese organisatorischen Vorbereitungen getroffen wurden und ich als Kanzler des "Neuen Deutschland" mit historischem Wahlergebnis gewählt wurde, kann endlich die Vision Realität werden, die mein unermesslicher Ratschluss hervor gebracht hat und in meinem Buch "Mein Kapitalismus" (9,98€ bei Amazon) nachzulesen ist:

Deutschland gibt Staatsanleihen im Billionen-Umfang heraus, bis das kreditfinanzierte Geld aus jedem Ministerium durch die Ritzen heraus quillt. Diese Anleihen erhalten einen Coupon von 0,1%, um den Angelsachsen mal zu zeigen, wie man zinsloses Risiko wirklich konsequent angeht.

Nun werden sicher wieder einige verwirrte Ökonomen mit ihrem professoralen Geschwätz behaupten, dass zu einem Kreditgeschäft immer zwei gehören und dem deutschen Staat daher niemand diese Staatsanleihen abnehmen wird. Aber das zeigt wieder nur mal, wie beschränkt der Horizont all dieser Ökonomen ist, die dem Fetisch einer sogenannten soliden Haushaltsführung huldigen.

Denn diese Multi-Billionen an neu ausgegeben Kreditverpflichtungen, kauft einfach die neue Notenbank auf - sie wissen schon, diese neue Unterabteilung der KfW. Wer braucht schon reale Käufer für Staatsanleihen - baaahhh ... phantasielose Ökonomen. Und auch das Geschwätz von Geldmengen ist einfach nur unnötig !

Um die nötige Liquidität auf Seiten der Notenbank sicher zu stellen, wurde der Hauptrechner in Serverraum der Unterabteilung mit neuen Prozessoren und mehr Arbeitsspeicher ausgestattet, damit es nie Mangel an frisch geschöpftem Notenbankgeld gibt. Und für den Fall, dass der Finger des Sachbearbeiters erlahmt, mit dem er immer auf ENTER drücken muss um erneut eine frische Milliarde Liquidität zu schöpfen, habe ich sogar eine weitere Planstelle in der KfW genehmigt. Sie sehen, es ist an alles gedacht !

Nun aber zu dem wahren Schachzug meines genialen Plans.

Mit diesen Multi-Billionen werden wir die Massnahmen umsetzen, die Deutschland endlich zu Weltgeltung verhelfen.

1. Jeder deutsche Staatsbürger erhält einen Scheck über 10 Millionen zur persönlichen Wunscherfüllung. Das ist das Mindeste, was ich für meine Volksgenossen tun kann. Auch wird das die alten "linken" Parteien und Gewerkschaften beruhigen, denn endlich wird mal richtig was für die Binnenkonjunktur und Kaufkraft des "kleinen Mannes" getan. Keynes wäre glücklich. Klotzen, nicht kleckern ! Und überhaupt, all den Schwaflern mit ihrem Deflations-Gerede werden die Worte im Rachen stecken bleiben. Es gibt keine Deflation, wenn ich es nicht will !

2. Jeder deutsche Staatsbürger hat nach Genehmigung des Gemeinderates und Identitätsfeststellung im Postident-Verfahren, Zugriff auf bis zu 20 Milliarden pro Jahr, um Unternehmen und Wirtschaftsgüter der Welt aufzukaufen und zu übernehmen. Das wird wiederum die alten "rechten" Parteien und ihre Anhänger in Wirtschaft und Bürgertum beruhigen, denn so bekommt Deutschland Zugriff auf die realen Produktivmittel der Welt. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf den Aufkauf aller weltweit greifbaren Rohstoffquellen gelegt werden, man weiss ja nie !

3. Die deutsche Infrastruktur wird komplett erneuert, nur mit den feinsten und teuersten Materialien und Technologien versteht sich ! Das wird alle erfreuen, ein neues Autobahnwunder steht bevor !

Am Ende wird die Welt deutschen Bürgern gehören. Jeder Deutsche wird unermesslich reich sein. Und falls doch die Mittel dafür nicht ganz reichen, muss ich wohl in den sauren Apfel beissen, und einen zweiten Computer zur Geldschöpfung in der Unterabteilung der KfW genehmigen.

Jetzt hören ich natürlich schon wieder diese verbohrten Ökonomen, die mir erzählen wollen, dass wir diese Billionen-Schulden doch nie werden zurück zahlen können.

Quatsch kann ich da nur sagen ! Bornierte, einfallslose Theoretiker sind das ! Die Lösung ist doch ganz einfach. Die Unterabteilung der KfW geht Pleite und wird dicht gemacht. Und eine andere Währung wird erfunden, die von einer anderen Unterabteilung betreut wird.

Na, was sagen Sie jetzt ? So entledigt sich das Neue Deutschland elegant all seiner Schulden. Sie werden einfach im Computer der Unterabteilung gestrichen ! Die Unternehmen, Ländereien und Technologien gehören den Deutschen weltweit aber immer noch, denn die wurden ja mit Papierschnipseln erworben, die damals ganz legal und echtes Geld waren !

Genial oder ? Von wegen zinsloses Risiko. Nein, wir von STUSS bieten den Deutschen "anstrengungslosen Reichtum" ! Wer kann da schon nein sagen !

Und wenn jemand an diesem genialen Plan einen Haken erkennt, dann soll er jetzt aufstehen, oder für immer schweigen ! Ich höre !

Wählt STUSS !

Ihr geliebter, zukünftiger Kanzler des Neuen Deutschland

PS:

Wie bitte, was sagen Sie ? Was wäre wenn die anderen das genau so machen ?

Unfug, dafür sind die doch zu doof ! Die sparen lieber ..... (lacht laut)

...........

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Hewlett Packard (WKN: 851301) mit relativer Stärke im schwachen Markt

Gerade in Marktphasen wie aktuell, wo nach oben nicht so viel zu gewinnen ist, macht es Sinn sich nach Aktien umzuschauen, die relative Stärke zeigen und von aktueller Marktschwäche kaum betroffen sind.

Nun, mit dem IT Riesen Hewlett-Packard (WKN: 851301, HPQ) haben wir so eine Aktie. Inhaltlich muss ich zu HP wohl nichts sagen, jeder dürfte das Unternehmen zu Genüge kennen und auch das strategische Durcheinander unter ex CEO Leo Apotheker, das wesentlich zum Absturz beigetragen hat, dürften die meisten mitbekommen haben.

Wir haben den Rebound bei HP hier mehrfach besprochen, so am -> 06.02.13 <- und am -> 23.04.13 <-. Ich habe mir erlaubt im Tageschart seit Herbst 2012 die beiden Zeitpunkte mit einem Pfeil zu markieren. Wer seit dem 06.02.13 dabei war, ist nun 47% im Plus und das in 5 Monaten, ich habe schon schlechtere Trades gesehen.

Tageschart seit Herbst 2012:

HP Tag 03.07.13

Das aber die Reise zur Normalisierung der Bewertung keineswegs zu Ende sein muss, zeigt Ihnen der langfristigere Blick auf das Wochenchart seit 2009. Natürlich sind die einfachen Gewinne nun gemacht, aber die Aktie hat immer noch grossen Potential, wenn es gelingt dem Unternehmen wieder eine klare strategische Aufstellung zu geben. Und nun stellen Sie sich mal theoretisch vor, dass HP - nachdem die Aufräumarbeiten der vergangenen Verwirrungen vorbei sind - auch wieder ein Thema finden würde, das die Börse mit Phantasie honoriert. Wäre HP nicht zum Beispiel prädestiniert dafür, das Thema 3D Drucker in das Massengeschäft zu tragen ?

Wochenchart seit 2009:

HP Woche 03.07.13

Aber alles Spekulation, am Ende liegt die Wahrheit auf dem Platz und es zählt nur der Chart, in dem sich das reale Handeln aller Marktteilnehmer widerspiegelt. Reden ist demgegenüber billig, erst das investierte Geld zeigt die wahren Absichten. Und dieser Chart ist in einem klaren Aufwärtstrend und solange er andauert, ist der Trend unser Freund. Eine Freundschaft, die bei der HP Aktie das Potential hat, auch länger anzudauern.

Wer ein Investment nicht an der Trendlinie absichern will und der Aktie mehr Raum für Swings geben will, sollte das Korrekturtief vom 19.04.13 im Auge behalten. Wenn das nach unten durchschlagen werden sollte, stimmt mit der Geschichte des Wideraufstiegs von HP etwas nicht mehr und man sollte auf die Seite treten. Ansonsten aber haben wir hier eine Aktie, die auch in der derzeit schwierigen Marktphase relative Stärke zeigt und durch eine keineswegs übertriebene Bewertung abgesichert ist. Es gibt nach meiner Ansicht schlechtere Anlagen, die bei deutschen, privaten Anlegern merkwürdiger Weise beliebter sind. Mit fällt da zum Beispiel eine Aktie ein, die mit "C" beginnt. 😉

Vom Timing her kann man vielleicht noch ein bisschen warten, ich selber halte einen Test des Trends nun für möglich (wenn auch nicht sicher) und würde erst dann wieder aufsteigen, wenn dieser hält. Aber auch ein Schub zu neuen Hochs, würde von mir persönlich voraussichtlich als erneutes Kaufsignal betrachtet. Eine intensive Beobachtung ist die Aktie von HP aber alle mal wert !

Ihr Hari

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Wacker Chemie (WKN: WCH888) – Setzt der Ausbruch über 60€ ein ?

Heute früh, vor Eröffnung des Handels in Frankfurt, möchte ich Ihr Augenmerk auf die Aktie von Wacker Chemie (WKN: WCH888) richten.

Die Aktie hat nun eine Chartformation ausgebildet, die man am besten als "mit den Hufen scharren" beschreiben könnte und die wirklich als mustergültig zu bezeichnen ist.

Sie sehen im Tageschart ein deutliches "W" mit einem Doppelboden, perfekt unterstützt durch einen seit Anfang Mai ansteigenden Trend mit höheren Tiefs. Auch in der Korrektur der letzten Tage zeigte die Aktie relative Stärke, was das bullische Setup unterstreicht.

Wacker Chemie 01.07.13

Der entscheidende Bereich ist dabei die Nackenlinie, die ziemlich genau auf der runden 60€ Marke liegt und grob mit dem 38er Fibonacci-Retracement der grossen Aufwärtsbewegung von Anfang des Jahres korreliert. Ein nachhaltiger Bruch dieser Nackenlinie nach oben, sollte eine Reihe von Folgekäufen und damit eine dynamische Bewegung nach oben auslösen.

Wie so oft passt dabei das Chartbild überhaupt nicht zu dem, was die Analysten sagen, die überwiegend eher verhalten bis negativ sind. Merryl Lynch hat Wacker auf Neutral mit 59€, JP Morgan sogar auf Underweight mit 44€. Leser von sumerdigital wissen aber, dass eine sich zu einige Analystenzunft keineswegs zwingend als negativ zu interpretieren ist, im Gegenteil.

Denn was aus dem europäischen Blickwinkel auf den Solarsektor im Moment übersehen wird ist, dass der US amerikanische Solarmarkt in einen neuen Bullenmarkt einzutreten scheint, Aktien wie Solar City (WKN: A1J6UM) sind dafür das deutliche Signal. Und die stark ansteigenden Installationszahlen im amerikanischen Markt, werden natürlich mittelfristig auch die weltweiten Polysilizium Preise stützen und heben auch schon heute die Kurse der chinesischen Solarunternehmen. Das in Deutschland noch das grosse "Solar-Elend" herrscht, hat dagegen nach meiner Ansicht eher mit selbst verschuldeten Faktoren wie den negativen Effekten des EEG auf die Innovationsstärke und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Solarindustrie zu tun. Wer einmal sehen will, was im Solarmarkt ausserhalb Deutschlands so passiert, dem empfehle ich einen Blick auf den an der Wallstreet gehandelten Branchen-ETF TAN, um einen Eindruck vom bullischen Momentum im Sektor zu bekommen.

Nun besteht das Geschäft von Wacker Chemie ja nicht nur aus Polysilizium, sondern es ist ein breit aufgestelltes Chemieunternehmen mit Kunden in diversen zyklischen Bereichen, auch der Textil- oder der Auto-Industrie. Und insofern ist Wacker Chemie vor allem von der Konjunktur in Europa abhängig. Hier haben wir gestern ja aber auch positive Signale bekommen, die darauf hin deuten, dass sich in Südeuropa eine Wende abzeichnet. So ist zum Beispiel der PMI in Spanien zum ersten Mal seit 2001 mit über 50 im expansiven Bereich angekommen. Auch von dieser Front ist also eine positive Entwicklung möglich.

Am Ende sind aber all diese Spekulationen um fundamentale Entwicklungen für uns letztlich irrelevant und machen das Depot nicht fett, der Markt preist diese schneller ein, als wir "Piep" sagen können. Ich füge diese hier im freien Bereich nur zum Verständnis an, weil nicht jeder der freien Leser mit der sumerdigital Methode vertraut ist und versteht, dass das Handeln nach öffentlichen Nachrichten keinen Edge am Markt generieren kann. Am Ende wird uns der Chart viel schneller signalisieren, wie es mit Wacker Chemie weitergeht, als wir fundamentale Daten überhaupt werten können. Und dieser Chart riecht eher nach Ausbruch.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass ein Ausbruch erst dann real ist, wenn die Nackenlinie auch wirklich gebrochen wurde. Wer sich schon vorher exponieren will, sollte sich daher unbedingt einen Stop unter der rechten Trendlinie zurecht legen. Denn die Aktie ist sehr volatil und eine überraschende Nachricht kann das Bild schnell auf den Kopf stellen. Alleine eine Nachricht, nach der es doch zu einem Handelskrieg rund um Solar zwischen der EU und China kommt, dürfte dieses Setup negieren und den Kurs von Wacker nach unten weg kippen lassen, darüber sollte sich jeder bewusst sein. Und wenn der Ausbruch erfolgreich in Gang gekommen sein sollte, gehört deshalb ein Stop unter die Nackenlinie. Handeln Sie also getreu dem Motto "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen".

Wenn Wacker also über 60€ ausbricht, kann man dem Kurs Raum zur Bewegung geben, 70€ sind dann schnell drin und auch mein mittelfristiges Kursziel von 90€ ist nicht aus der Welt. Wenn der Kurs diese Bewegung aber nicht vollziehen will, die Trendlinie bricht und am Ende ein tieferes Tief ausbildet, dann muss man erst einmal konsequent und zügig raus. Die letzte Verteidigungslinie sollte dabei das 50er Fibonacci-Retracement bei ca. 55,8 sein, das exakt dem Korrekturtief vom 25.06. entspricht und daher besondere Bedeutung hat. Darunter ist dieses hier besprochene Setup erst einmal negiert. Das bedeutet dann ja nicht, dass Wacker nicht später erneut und dann erfolgreich nach oben in Bewegung gerät, es bedeutet dann nur, dass dieses konkrete Setup nicht funktioniert und man zur Sicherheit erst einmal auf die Seitenlinie tritt.

Niemand kennt die Zukunft und auch ob Wacker Chemie den Ausbruch so vollzieht ist keineswegs sicher. Sicher ist am Markt gar nichts. Aber die Wahrscheinlichkeiten sehen für mich positiv aus und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir im Markt sowieso nicht. Weswegen man auch konsequent wieder aussteigen muss, wenn eine Position gegen einen läuft. Nur Anfänger definieren eine Verlustposition dann in ein "Investment" um. Dieses Verhalten ist klares Zeichen einer fehlenden Strategie und ohne klare Strategie sollte sich niemand dem schizoiden Mr. Market aussetzen, das kostet am Ende nur Geld.

Ihr Hari

For the Record: Ich selber "lauere" exakt nach der oben beschriebenen Logik auch auf diesen Ausbruch. Ich weiss aber auch, dass es bei diesen Mustern "Fakeouts" gibt und verzichte daher lieber auf die ersten 1 oder 2 Prozent der Bewegung bzw. warte einen Tag, um dadurch sicher zu gehen, dass der Ausbruch auch real wird und vor allem hält. In allen starken Trends wird das sichere Geld eher in der Mitte der Bewegung gemacht und die Zahl der Fakeouts hat gegenüber früher durch den Einfluss der Algos deutlich zugenommen.

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Märkte am Quartalsbeginn – S&P500, DAX, Gold, Clean Energy

Nachdem ich zuletzt einige ruhigere - und vor allem sonnigere - Tage in Istrien genossen habe, geht heute der Börsen- und Blog-Alltag wieder los. Grund genug mit Ihnen in einem groben Überblick durch Märkte und einzelne Segmente zu gehen und so den Boden für die darauf aufbauenden Kommentare der nahen Zukunft zu bereiten.

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Ben Bernanke – der vermeintliche Nabel der Welt

Update 20:10 Uhr:

Keine Änderung, kein aktuelles "Tapering", alles wie gehabt. Aufregung umsonst. Leser dieses Blogs dürften nicht überrascht sein, siehe unten. 😉

Spannend ist nun, was der Markt daraus macht, gerade während und nach der Pressekonferenz um 20.30 Uhr.

Wer die Live sehen will, bemüht bitte den FED Link in meinen hilfreichen Links. Dort ist auch eine Präsentation der FED, aus der hervor geht, dass es selbst für 2014 keine absehbare Mehrheit für ein Ende der "Nahe Null" Zinspolitik gibt.

Update 20:39 Uhr Pressekonferenz: Tapering (Reduktion der Asset Käufe von derzeit 85 Milliarden USD pro Monat) unter der Voraussetzung positiver ökonomischen Bedingungen vielleicht ab Ende 2013 bis Mitte 2014. Auch das war erwartet. Der Markt wird es trotzdem nicht so recht mögen. Entzug ist immer schwierig, auch nur angedeuteter möglicher Entzug.

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Guten Morgen. An diesem letzten grossen "FED-Tag" vor der Sommerpause, möchte ich mich kurz aus dem Urlaub zur Lage an den Märkten melden.

Vielleicht liegt es daran, dass ich im Urlaub etwas Abstand habe, aber ich beobachte mit Faszination und leichtem Schmunzeln, wie die Medien den grossen Spannungsbogen vor der FED Entscheidung heute Abend um 20 Uhr und der Bernanke Pressekonferenz kurz danach, herbei zu reden versuchen. Da wird getitelt, dass Bernanke "die Märkte in Atem halte" und ähnliches.

Diese mediale Welle generiert für das "Hot Money" grossartige Gelegenheiten, mal schnell ein paar Milliarden in ihre Taschen zu lenken. Wunderbar zu beobachten am Montag, als ein Autor der FT mit einer rein spekulativen Sicht auf den heutigen Tag den Markt mal eben mächtig drückte, nur um ihn dann zurück schnappen zu lassen, als bekannt wurde, dass hinter der Spekulation keinerlei konkrete Kontakte zu FED Offiziellen stehen. Alles nur Schall und Rauch sozusagen. "Well done", kann ich da nur sagen. 😉

Ich persönlich halte das, was Bernanke heute sagt, für wenig spannend. Es ist relativ wahrscheinlich, dass das inoffizielle FED Sprachrohr Hilsenrath uns den Inhalt schon angekündigt hat und es wird wohl wieder auf ein Statement ala "wir reduzieren den Stimulus, wenn es die ökonomischen Bedingungen zulassen, der Tag ist aber nicht heute" hinaus laufen.

Dieses Statement deckt sich mit der bisherigen Linie der FED, es deckt sich mit dem was Hilsenrath vorab verlauten lässt und es passt auch logisch zur wirtschaftlichen Lage. Hinzu kommt, dass nun Obama höchst offiziell bekannt gegeben hat, dass Bernanke wohl keine weitere Amtszeit an der Spitze der FED verbleiben wird. Und Bernanke wird den Teufel tun, und auf seine letzten Monate im Amt seine bisherige jahrelange Politik mal eben auf den Kopf zu stellen.

Etwas Anderes als sinngemäß der oben genannte Satz, wäre seitens Bernanke heute Abend also eine riesige, faustdicke Überraschung. Eine derart riesige Überraschung, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sehr klein ist und man nicht sinnvoll darauf wetten kann.

Spannend ist imho etwas anderes. Spannend ist, wie der Markt auf diese absehbaren Aussagen reagiert. Und auch hier ist es wieder klar, dass kurzfristig für den Rest der Woche die Algos den Trend vorgeben werden, dem man einfach folgen sollte. Hier fundamentale Logik anzuwenden ist verfehlt, wir haben keine Wahl als dem demütig zu folgen, was "Big Money" uns vorgibt.

Insofern ist eine "Sell the News" Reaktion ebenso möglich, wie eine starke Rally Richtung 1700 im S&P500. Es macht in meinen Augen wenig Sinn, diese Richtung antizipieren zu wollen. Richtig ist aber, dass je stärker der Markt vor der FED schon ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer "Sell the News" Reaktion wird.

Schaut man über diese Woche hinaus, ist aber klar, dass damit die Sommerphase beginnt, in der die "Pros" eher in den "Hamptons" weilen und an der Wallstreet die 2. und 3. Reihe die Stellung hält.

In dieser Phase wird wohl nicht all zu viel passieren (exogene "graue und schwarze Schwäne" natürlich vorbehalten) und die Sicht auf eine Tradingrange von ca. 1600-1700 im S&P500, bzw ca. 8000-8500 im DAX respektive hat eine gute Wahrscheinlichkeit. So eine Range kann man entweder ignorieren und mal Pause machen, oder man kann sie stoisch und ohne grosses emotionales Engagement spielen und die Swings des Sommers mitnehmen, in dem man an der oberen Grenze verkauft und an der unteren Grenze kauft.

Insofern meine Sicht aus dem Urlaub: Wir sollten heute Abend und Morgen so wenig wie möglich auf die Schlagzeilen rund um die FED hören. Die treiben uns als Teil der Herde nur in eine Ecke, wie zuletzt am Montag zu beobachten. Folgen wir statt dessen lieber dem Markt und schauen genau, was er wirklich tut. Denn reden kann man viel, wenn sich "Big Money" aber wirklich positionieren will, muss es Geld in Bewegung setzen und das kann man dann in den Kursen und den bekannten Indikatoren zumindest erahnen. Oder betrachten wir das Spektakel heute Abend einfach von der Seitenlinie. Die Wahrheit liegt in jedem Fall auf dem Platz und nicht in dem, was medial dazu geschrieben wird !

Ich persönlich würde mir auch eine andere Börsenwelt wünschen, in der Wirtschaftsdaten wieder Relevanz haben und nicht alles von den Worten einer kleinen Gruppe von Politikern und Notenbankern abhängt, die irgendwo, irgendwas auskungeln. Aber darüber zu lamentieren ist nicht nur unprofessionell, sondern auch unproduktiv. Denn wir haben den Markt den wir haben. Und wenn wir darin Geld verdienen wollen, müssen wir uns anpassen oder aus dem Markt gehen. Im Markt zu sein und sich gegen die Wirklichkeit der massiv manipulierten und verzerrten Märkte zu stellen, ist aber das Dümmste was man machen kann.

Ihr Hari

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