Prokon, die Bundesregierung und warum Risiko gut ist !

Heute muss ich in der Frühe mal wieder einen persönlichen Kommentar zu einem finanzpolitischen Thema los werden. Denn was ich heute in den Medien lese und laut Medien wohl vom neuerdings SPD geführten Justizministerium ausgehen soll, lässt meine Zornesader schwellen:

Jetzt riecht das natürlich auch wieder nach so einer typisch politischen Reaktion, wie sie nach medialer Aufmerksamkeit heischend, auch oft nach publikumswirksamen Gewalttaten kommt. Dann wird gerne von erhöhten Strafen schwadroniert und sobald das Thema von den Schlagzeilen verschwunden ist, kümmert sich keiner mehr so richtig darum.

Hier lese ich persönlich aber aus der politischen Absicht auch eine Geisteshaltung heraus, die ungefähr so lautet: Risiko ist schlecht und muss verboten werden ! Der Bürger muss vor sich selber geschützt werden ! Der liebe Staat weiss schon, was gut für Dich Bürger ist !

Die Gängelung und Bevormundung des Bürgers, tritt für mich damit in eine völlig neue Dimension. Eine Dimension, die wir mündige Bürger nach meiner Ansicht zum Wohle unseres Gemeinwesens nicht mehr so einfach hinnehmen dürfen.

Denn die Wahrheit ist: Risiko ist gut ! Unser Fortschritt, unsere Wirtschaft und damit auch die von Steuereinnahmen finanzierten Gehälter, die diese Damen und Herren in den Ministerien jeden Monat auf ihrem Konto haben, sind das Resultat davon, dass Menschen in der Vergangenheit ins Risiko gegangen sind und geforscht, gegründet und investiert haben !

Alle grossen Erfindungen, jedes neues Medikament, jeder Fortschritt, musste erst einmal finanziert werden. Denn vorher ist es ja noch nicht da. Und um etwas zu finanzieren, braucht es Geldgeber, die ins Risiko gehen. Und die dann - wenn es ein Erfolg wird - zu Recht grosse Gewinne einstreichen können. Und wenn es scheitert, ihre Investition abschreiben müssen. Das nennt man Wirtschaft und Fortschritt !

Wenn Elon Musk vor dem Börsengang von Tesla Motors, im Rahmen einer Beteiligungsgesellschaft mit "Genussrechten" um private Geldgeber geworben hätte, wäre das ohne jede Frage ein hoch riskantes Investment gewesen, das auch hätte schief gehen können. Denn erst hinterher ist man klüger !

Nach der Logik, nach der riskante Finanzprodukte für private Anleger zu verbieten sind, hätte dann aber keine deutsche Privatperson bei Tesla Motors investieren dürfen. Weil das liebe Justizministerium und/oder die Bafin "weiss" ja, dass das riskant ist. Ich lache mich tot ! Mit Verlaub, der ganze Gedankengang ist absurd. Und wenn er wirklich ernst gemeint sein sollte und nicht nur von der Süddeutschen verdreht oder übertrieben dargestellt wurde, müsste man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man im Angesicht solcher Verantwortlichen, nicht schnellstens aus diesem Land auswandern sollte.

Richtig ist am Finanzmarkt etwas ganz anderes. Die Verbraucher sind nicht vor Risiko zu schützen, sie sind vor Betrug zu schützen ! Denn Risiko hat seinen Preis und das ist gut so. Wer ein sehr riskantes Investment anbietet, muss für den Erfolgsfall eine viel höhere Rendite anbieten, als jemand mit einer vergleichsweise sicheren Anlageform.

Andernfalls wird er keine Geldgeber finden, ausser die "Dummen", denen man sowieso alles andrehen kann, wenn man es nur lecker genug mit einer Schleife verpackt. Will das Justizministerium jetzt auch Dummheit und mangelnde Bildung verbieten ? Ich meine, ich fände es ja toll, wenn beides vom Erdboden verschwinden würde, aber mit einem Verbot erreicht man das nicht, sondern nur mit dem, worin der Staat aktuell versagt: den jungen Bürgern schon in der Schule wirtschaftliche und finanzielle Grundbildung zu vermitteln !

Die entscheidende Frage ist also nicht, wie riskant eine Anlage ist, sondern ob diese Risiken angemessen und vollständig dargestellt wurden. Und wenn das mit Vorsatz nicht passiert, dann darf man das Wort "Betrug" in den Mund nehmen und davor ist der Bürger tatsächlich zu schützen, nicht aber vor Risiko !

Nur blöderweise gibt es die Gesetze alle schon, die Betrug bei Finanzanlagen unter Strafe stellen und es gibt mehr als genügend Formulare und Regularien, daran mangelt es Deutschland nicht. Darauf zu verweisen, würde aber natürlich keine schöne Schlagzeile in der Süddeutschen generieren. Sicher gibt es in Details Verbesserungsbedarf bei den regulatorischen Anforderungen an solche Beteiligungen, das ist aber immer so und keine Schlagzeile wert.

Woran es aber im Lande in Finanzdingen wirklich strukturell mangelt, ist finanzielle Eigenverantwortung und finanzielle Bildung ! Da steht der Staat in einer Verantwortung in Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen. Denn wer glaubt, man bekäme im aktuellen Finanzumfeld irgendwo ohne jedes Risiko 6, 7 oder sogar 8% Rendite, die sich dann auch noch "gut" und "nachhaltig" anfühlt, ist mit Verlaub ziemlich naiv. Aber das ist ja kein Problem - unser liebes, uns an seine erstickende Mutterbrust drückende Justizministerium - verbietet dann auch Naivität. Wer hier Sarkasmus findet, ist auf dem richtigen Dampfer !

Spannend würde auf jeden Fall zu beobachten sein, welche Finanzprodukte, die in dem Fall nicht zu beneidende Bafin, dann als "zu riskant" für normale Bürger vom Markt nehmen müsste. Fangen wir - mit leichtem Augenzwinkern - doch mal mit drei Kandidaten an:

- Aktien der Commerzbank ? Ich meine "riskant" waren sie, oder ? 😉

- Oder vielleicht eine Beteiligung an Solarworld. Auch die war offensichtlich riskant, oder ? 😉

- Staatsanleihen ? Insbesondere für Mittelmeer-Anrainerstaaten der Eurozone ? Nein, das kann nicht sein, die sind ja total sicher. Oder doch nicht ? Nach welchem Kriterium eigentlich ? 😉

Soll ich weitermachen ? Was glauben Sie, was bei der Prüfung der obigen Anlagen vor Jahren heraus gekommen wäre, wenn die arme Bafin hier hätte prüfen müssen, ob das Finanzprodukt zu riskant ist ?

Ich denke, ich habe meinen Punkt gemacht. Erstaunlich ist nur, dass man so etwas überhaupt schreiben muss und das nicht selbstverständlich ist.

Abschliessen will ich meine Wutrede daher versöhnlich. Denn glücklicherweise gibt es da draussen auch noch Verantwortliche mit Verstand. Und deshalb zitiere ich hier aus dem oben verlinkten Artikel der Süddeutschen, stellvertretend die Präsidentin der Bafin Elke König:

"Jeder Anleger müsse bedenken, dass es einen Zusammenhang zwischen der versprochenen Rendite und dem Ausfallrisiko eines Wertpapiers gebe und dass die Anbieter auf den Finanzmärkten keine Wohltäter seien. Man sollte nur in Produkte investieren, die man versteht, und eine gesunde Skepsis an den Tag legen"

Danke ! Da habe ich überhaupt keinen Widerspruch. So ist es.

Risiko ist gut ! Es muss nur gegenüber dem Anleger angemessen, vollständig und wahrheitsgerecht dargestellt werden, damit dieser eine mündige Entscheidung treffen kann.

Das war aber schon immer so und ist nichts Neues und schon lange gesetzlich verankert.

Und um zum konkreten Fall Prokon zu kommen, hat es an Warnungen und kritischen Kommentaren zum Geschäftsmodell ja nun wirklich nicht gemangelt. Wer sich über diese hinweg gesetzt hat, hat eine eigenverantwortliche Entscheidung getroffen und ist ins Risiko gegangen. Nun muss dieser Anleger die Konsequenzen tragen. Hätte die Anlage zu riesigen Gewinnen geführt, hätte der Anleger diese ja auch alleine vereinnahmen wollen.

Ihr Hari

PS: Sehr passend zum dem Themenkomplex, will ich auch an meinen älteren Artikel -> Die Legende von der bösen Spekulation <- erinnern.

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DAX & S&P500 – Das grosse Bild der Märkte – Börsenjahr 2014 mit erhöhten Risiken

Seit dem Start des neuen Börsenjahres sind nun ca. 3 Wochen vergangen und man kann schon heute erste Indikatoren feststellen, die auf einen anderen Verlauf in 2014 als im Vorjahr hindeuten.

So scheint zum Beispiel alles wo "Mine" darauf steht, seit Jahresanfang neue Liebhaber zu finden. Deutlich zu sehen natürlich bei den Gold- und Silberminen, die nun klare Geldzuflüsse verzeichnen und zumindest kurzfristig eine positive Price-Action verzeichnen. Die gestrige Stärke von GDX, GDXJ, SIL und Co. in Anbetracht fallender Preise bei den Metallen selber, war schon beeindruckend und verfolgen wir hier im Premium-Bereich genau.

Aber auch in anderen Bereichen, von Kupfer bis Uran, sind klare Lebenszeichen zu verzeichen. Schauen Sie zum Beispiel mal, was die Kursentwicklung beim Uran Weltmarktführer Cameco (WKN: 882017, CCJ) gerade macht ... beeindruckend! Aber darüber will ich heute nicht schreiben, das tun wir in der Community täglich im Premium-Bereich.

Ich führe diese Fälle nur an, um zu zeigen, dass sich mit dem Jahreswechsel etwas an den Märkten zu verändert haben scheint und die Liquiditätsströme scheinbar neue Flussbette suchen. Gleichzeitig sind die alten Trends und Reflexe aber noch da und keineswegs ausser Kraft gesetzt.

Wunderschön kann man das im Chart mit Stundenkerzen des weltweiten Leitindex S&P500 sehen, der seit Jahresanfang 2014 nicht vom Fleck gekommen ist:

S&P500 22.01.14

Jetzt ist es durchaus möglich, dass das nur eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub ist und ich habe eine angedeutete iSKS Wendeformation eingezeichnet, die man mit etwas Phantasie dort erkennen kann. Aber trotzdem ist das eine Veränderung der Situation gegenüber 2013. Trotz guter Gelegenheiten, fehlt den Bullen 3 Wochen lang die Kraft zum Ausbruch - das sollten wir uns in unseren Notizbüchern deutlich markieren.

Im grösseren Bild bis 2012 zurück zeigt uns der S&P500 dann, dass bisher nichts passiert ist. Insofern hat der Aufwärtstrend weiter unser Vertrauen verdient und es wäre töricht, sich dem nun einfach so entgegen zu stellen. Aber klar ist auch, dass wir unbedingt genau definierte Ausstiegspunkte brauchen, um uns schnell mit dem Fallschirm vom Geschehen abzusetzen. Denn wenn der Markt dann mal beliebt nach unten zu laufen, kann das nach so einer Bewegung sehr schnell sehr übel werden.

S&P500 22.01.14 Tag

Besondere Bedeutung räume ich dabei dem Stop 2 im Chart ein, der mit den Tiefpunkten des Kampfes kurz vor Weihnachten 2013 korreliert, bevor der S&P500 dann zur Jahresendrally ansetzte. Wenn diese Zone fallen sollte, werde ich sehr vorsichtig werden !

Übertragen auf den DAX, sieht das Bild natürlich ähnlich aus. Da der DAX in der Mehrzahl von angelsächsischen Investoren dominiert wird, ist er im grossen Bild ein Abbild seines Herrchens, des S&P500. Allerdings läuft er mal etwas vor und bleibt manchmal etwas zurück. Und zuletzt ist der DAX vorgelaufen, wie man eindrucksvoll am langfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht:

DAX 22.01.14 Woche

Wir sehen zwei! Trendbeschleunigungen im Anstieg seit 2011 und auch wenn auch hier der Trend unser Freund ist, ist doch auch klar, dass es mit dieser Beschleunigung nicht ewig so weiter gehen kann und die Risiken langsam steigen.

Insofern sollte man auch im DAX dabei bleiben und den Aufwärtstrend respektieren, aber auch hier müssen klare Ausstiegs-Marken her, an die man sich dann auch hält. Das Chart mit Tageskerzen zeigt dabei, wo es ernst werden könnte.

DAX 22.01.14 Tag

Als erstes leichtes Warnsignal betrachte ich, falls die 9700 kurzfristig unterschritten werden. Richtig ernst wird es aber erst in der Zone bei Stop 1 und die bullische Aufwärtsbewegung kommt erst in der Zone bei Stop 2 ernsthaft in Gefahr.

In diesem Sinne bedeuten die Charts nun nicht, dass man nun einfach blind aussteigen muss, nur weil die Märkte schon weit gelaufen sind. Machen Sie sich klar, dass der DAX problemlos über 10.000 und selbst etwas darüber hinaus steigen kann. Und das Trends gerne länger laufen, als wir uns vorstellen können. Oder konnten Sie sich im Herbst 2011 - als diese Bewegung bei 5000 Punkten begann - den Verlauf bis heute im DAX vorstellen ?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Laufe von 2014 aber die scharfe Korrektur erleben, die in 2013 fehlte, ist verdammt hoch. So hoch, dass man damit rechnen sollte und dafür immer klar wissen sollte, an welchen Stellen man konsequent seinen Fallschirm auspackt und mit einem Lächeln, das dann trudelnde Flugzeug seinem Schicksal überlässt.

Und das muss gar nicht mal bedeuten, dass der übergeordnete Bullenmarkt schon am Ende ist, so eine Korrektur kann einfach nur mal wieder der frische Wind sein, der nötig ist, um die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Aber auch ein Minus von 20% fühlt sich ziemlich übel an, wenn man ungeschützt mitten drin steckt und das können und sollten wir uns ersparen, wenn wir einfach nur schauen, was uns der Markt mit seinen Bewegungen sagt.

Mitnehmen was der Markt hergibt und dabei trotzdem aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, ist kein Widerspruch. Es zeichnet vielmehr den erfolgreichen Anleger und Trader aus !

Ihr Hari

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Warum das Denken in Strukturen und Setups, für den Börsenerfolg so wichtig ist !

Bedingt durch viele neue Leser, muss ich auch unbedingt noch einmal das Prinzip der "Setups" in den Vordergrund rücken. Es wurde hier dazu schon viel geschrieben und im Premium-Bereich sind individuelle Setups jeden Tag Thema der Community.

Eigentlich sind Setups ja eine Trivialität. Denn es ist nur ein Name für den Umstand, dass man bei einer Position im Markt einen Plan hat, das man also weiss, wohin man will, warum man eingestiegen ist und wann man die Reissleine zieht.

Eigentlich trivial. Wir alle aber wissen, wie wenig trivial das ist, denn wie oft haben wir schon nicht so agiert ? Im Gegenteil, ich behaupte, bei der Mehrzahl der privaten Anleger sind genau diese Basics nicht vorhanden.

Eine Anlage am Aktienmarkt sieht da eher so aus, dass man irgend einen Artikel liest, der einem total gefällt. Typischerweise ist das dann ein Artikel, der den sowieso schon bei einem vorhandenen Bias bestätigt, sonst würde der Artikel nicht so gefallen.

Nun fühlt man sich "überzeugt", wenn man böse sein will, wurde man nun "gläubig". Von dem Moment an, verspürt man den Drang einzusteigen, weil wenn sich der Kurs sowieso in diese Richtung bewegen "muss", denn dann könnte man ja was verpassen, wenn man jetzt nicht schnell ist ....

Also kauft man kurz danach. Man atmet durch und fühlt sich einen Tag wie "Warren Buffet". Alles ist gut, das war ja "Value". Und dann beginnt das Drama ..... 😉

Sie werden lachen, das ist aber zu oft die Realität. Engagements im Markt werden eingegangen ohne Plan, ohne objektiven Anlass es gerade jetzt zu tun, ohne klare Zielvorstellung, ohne Exit-Szenario.

In dem Sie sich zwingen, alle Ihre Handlungen nur noch nach dem Prinzip "Setup" durchzuführen, erzeugen Sie für sich selber ein Korsett, das Sie zu rationalem und kontrolliertem Handeln zwingt.

Zwingen Sie sich also zu den folgenden Schritten:

(1) Begründung im Chart !

Wenn Sie eine Position eingehen, sollten Sie anhand des Charts begründen können, warum Sie es gerade jetzt tun. Das Chart bildet die gesamte Historie ab, das gesamte Wissen aller Marktteilnehmer um diese Aktie. Wenn Sie Ihren Einstieg also nicht anhand des Charts begründen können, woran denn dann ? Sind Sie der einzige auf der Welt mit einer Glaskugel oder bilden sich das ein ?

Und betrügen Sie sich nicht selber mit vermeintlich fundamentalen Parametern. Diese sind ja bekannt und auch im Kurs. Sie sind nicht der einzige, der diese Parameter sieht und weil diese sind wie sie sind, ist der Kurs da wo er ist. Und auch die Erwartung, die Sie an die Zukunft haben, haben Sie - ausser wenn Sie echter Insider sind - nicht als Einziger im Markt. Sie haben das doch in einem Artikel gelesen oder ? Also ist das schon im Kurs.

Zwingen Sie sich also dazu, Ihren Einstieg im Chart begründen zu können. Und den Beweis können Sie dann am Besten antreten, wenn Sie das aufschreiben und ideal anderen erklären können, so wie viele Leser und ich das hier in der sumerdigital Community machen. Denn der Zwang aufzuschreiben, fokussiert die Gedanken. Es war schon immer so, wenn man gezwungen ist anderen zu erklären, merkt man schnell, wo die Schwächen der eigenen Argumentation sind.

Und da wir hier alle dicke Gewinne im Depot haben wollen, sollten wir ein Eigeninteresse daran haben, unsere Schwächen aufzudecken. Unser Ego sollten wir woanders pflegen, nicht aber an der Börse.

(2) Ziel und Ausstieg !

Wer einen Gipfel erreichen will, muss wissen in welche Richtung der Weg geht und auf welcher Höhe der Gipfel liegt. Und er muss auch den Ab- bzw Ausstieg kennen. Insbesondere wenn auf dem Weg zum Gipfel ein überraschendes Unwetter aufkommt, sollte man nicht stur weiter aufwärts steigen, sondern wissen, wie man schnell wieder ins Tal kommt.

Und so müssen Sie bei jeder neuen Position unbedingt wissen, wann Sie die Gewinne mitnehmen wollen und wann Sie die Not-Reissleine ziehen. Das nicht vorher zu definieren - und aufzuschreiben - ist grob fahrlässig. Und an der Börse gleichbedeutend mit dem Hang zum Masochismus.

(3) Execution !

Der schönste Plan nützt aber nichts, wenn Sie sich nicht daran halten ! Verfolgen Sie also Ihre Positionen und halten Sie sich an Ihre Parameter. Und da man dann am diszipliniertesten einem Plan folgt, wenn er einem vor Augen steht, sollten Sie Ihren Plan unbedingt aufschreiben.

(4) Nachbearbeitung

Das Schöne daran seine Setups zu dokumentieren ist, dass man hinterher noch einmal schauen kann, was man richtig und falsch gemacht hat. Und daraus lernen kann. Denn Lernen ist ein iterativer Prozess und welchen besseren Input wollen Sie dazu finden, als die Dokumentation Ihrer eigenen Erfolge und Misserfolge ? Nur wer aus Fehlern lernt, kann sich weiter entwickeln. Wer sich dem verweigert, ist dazu verdammt, die gleichen Qualen immer wieder zu erleiden. Wir hier auf sumerdigital, sollten dazu eigentlich zu intelligent sein.

Genau das also, diese vier Schritte, sind ein "Setup". Sie haben eine Situation im Markt identifiziert, die Ihnen potentiell profitabel erscheint. Sie definieren Ziel, Exit und Zeithorizont und dann legen Sie diszipliniert los und ziehen den Plan durch. Eigentlich trivial oder ? Warum tun es dann so viele nicht ? 😉

Und dieses Prinzip ist universell und gilt für kurzfristige Intraday-Trades, ebenso wie für langjährige Investments. Wenn es eine langfristige Position ist, kontrollieren Sie die Situation halt nicht jede Stunde, sondern vielleicht einmal die Woche. Und haben wesentlich weiter definierte Exit-Punkte. Das Prinzip ist aber das Gleiche.

Ich kann es nur immer wie eine Gebetsmühle wiederholen: sich selber in so ein Korsett zu zwingen, ist immens wichtig für Ihren Erfolg. Sie drängen damit nämlich das "Affengehirn" zurück, das Teil von uns allen ist. Ich habe es schon oft gesagt, ich kenne keinen - ich wiederhole keinen! - Trader oder Anleger, der langfristigen Erfolg ohne einen systematischen Ansatz erreichen konnte. Bauchentscheidungen erzeugen Glückstreffer, aber keinen dauerhaften Erfolg !

Und dieses Prinzip versuche ich Ihnen hier im Blog daher immer wieder nahe zu bringen. Und ich freue mich sehr über die Erfolge, die viele Mitglieder der Community mittlerweile erzielen, nachdem sie sich von Adhoc Entscheidungen aus dem Bauch heraus verabschiedet haben und einen systematischeren Ansatz verfolgen.

Ihr Hari

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Klöckner (WKN: KC0100) und der Stahlsektor vor der Wende ?

Dass der europäische Stahlsektor Lebenszeichen sendet und an einer potentiellen Wende aus einem jahrelangen Jammertal arbeitet, ist offensichtlich und will ich hier nicht erneut darstellen.

Allerdings darf man dabei nicht übersehen, dass der Abbau der Überkapazitäten immer noch sehr langsam von statten geht, was die Geschwindigkeit einer möglichen Wende begrenzt. Nur eine überraschend starke Konjunktur- und damit Nachfrage-Entwicklung in Europa, könnte dieses Problem sehr schnell und ohne weitere Schmerzen beseitigen. Davon ist aber in Europa, bei allen positiven Zeichen, noch nichts zu sehen.

Aufgrund dieses Fragezeichens scheint aus dem Sektor aber gerade der Stahlhändler Klöckner nun wieder interessant, der sich nicht mit unprofitablen Produktionsstätten herum schlagen muss.

Besonders helfen dabei Klöckner seine grossen Aktivitäten in den USA, denn der wirtschaftliche Aufschwung der Schwerindustrie ist in den USA schon weit deutlicher zu bemerken, als hier in Europa. Die Kursentwicklung einer AKSteel (WKN: 890363, AKS) ist dafür Indiz.

Was aber bei Klöckner vor allem ins Auge springt, ist der Aufbau einer sehr grossen, jahrelangen inversen Schulter-Kopf-Schulter Umkehrformation, die ich Ihnen hier im Chart mit Wochenkerzen nahe bringen will.

Klöckner 15.01.14

Beachten Sie bitte dabei, dass diese Formation erstens nicht idealtypisch ist und die Bestätigung durch das Volumen noch fehlt. Zweitens ist die gezeichnete Nackenlinie nur eine Annäherung, endgültig und im Detail präzise, ist die Nackenlinie immer erst dann zu benennen, wenn die Formation ausgelöst wurde. Und drittens vergessen Sie bitte nicht, dass eine SKS oder iSKS Formation erst dann gute statistische Wahrscheinlichkeiten für eine Fortsetzung generiert, wenn die Formation auch ausgelöst wurde. Und das ist hier noch nicht geschehen, weil der Kurs noch nicht über die Nackenlinie hinweg gestiegen ist. Im Moment ist das nur eine "mögliche" iSKS und damit noch ohne Prognosekraft !

Dieses alles einschränkend voraus geschickt, legt diese Formation aber trotzdem beredtes Zeugnis von einer Wendeformation und damit einer Kursentwicklung ab, in der mit etwas Geduld erhebliche Chancen nach oben liegen. Ein harter Stop sollte dabei unter die rechte Schulter, die nicht mehr unterschritten werden darf. Danach sieht es aber im Moment wirklich nicht aus.

Wer den möglichen Rebound des Stahlsektors spielen will, finden nach Jahren des Trauerspiels nun bei Klöckner vielleicht ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis vor.

Übrigens noch ein Hinweis in eigener Sache: Falls Sie sowieso bald Mitglied im Premium-Bereich werden wollten und es sich nur noch um die Frage "wann" dreht, sollten Sie wissen, dass es ab dem 01. Februar auf sumerdigital.de eine -> veränderte Preisstruktur für Neumitglieder <- gibt !

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JPYUSD oder was der japanische Yen mit der aktuellen Korrektur zu tun hat

Nachdem der Markt seit Jahresanfang nach einer Richtung suchte, haben wir gestern Abend in den US Indizes zum ersten Mal seit langer Zeit echten Abgabedruck erlebt.

Ein Abgabedruck, der auf mich wie ein frischer Regen nach einer zu langen Trockenperiode wirkte. Denn so sehr wir doch alle Sonne mögen, zu viel Sonne ist dann auch nicht gut. 😉

Diese gestrige Schwäche wurde dabei wieder einmal durch den japanischen Yen indiziert, den man sich am besten im Währungspaar JPYUSD zum Dollar anschaut.

Denn der Yen ist seit 2012 in einer strukturellen Schwächephase, die durch die "Abenomics" des japanischen Premierministers Shinzō Abe ausgelöst wurde. Eine Schwächephase die gewollt ist, weil so die japanische Exportwirtschaft gefördert und die Zinsen niedrig gehalten werden sollen.

Auch das Chart mit Tageskerzen zeigt eindrucksvoll den massiven Abwärtstrend in JPYUSD seit 2012. Das massive, monatelang zulaufende Dreieck, hat diesen Trend deutlich untermauert und der Kurs ist dann auch, wie aus dem Lehrbuch, nach unten aus dem Dreieck ausgebrochen und hat neue Tiefststände generiert.

Yen 14.01.14

Allerdings liegt hier auch das Problem. Die Bewegung ist so eindeutig, dass die Yen Schwäche grosser Konsens bei den institutionalen Anlegern ist. Die Herde setzt also auf einen weiteren Verfall des japanischen Yen.

Und damit ist der Yen auch wieder zum Vehikel massiver "Carry Trades" geworden, mit denen Kapital generiert wurde, das dann in andere Märkte - insbesondere in den US Aktienmarkt - investiert wurde.

Ein "Carry Trade" funktioniert dabei so, dass man sich Geld im japanischen Yen zu Minizinsen leiht, um dieses Kapital dann in anderen - höher rentierlichen - Märkten zu investieren. Wenn man Recht hat und der Yen weiter abwertet, generiert man einen zusätzlichen Gewinn, wenn man das geliehene Geld später im dann abgewerteten Yen zurück zahlt.

Solange der Abwärtstrend im Yen andauert, ist so also leichtes Geld zu machen und gleichzeitig wird so die weltweite Anlageliquidität erhöht. Der Carry Trade wirkt also wie ein Boom-Programm für die Finanzmärkte und erzeugt damit mittelbar weitere Kursgewinne in den grossen Indizes

Umgedreht, wenn dieser Carry Trade aufgelöst werden muss weil der Yen anzieht, wird das den Märkten massiv Anlagekapital entziehen. Die Folge sind dann mit hoher Wahrscheinlichkeit fallende Kurse. Denn nach wie vor gilt: Liquidity rules !

So war die vorangegangene Stärke im Yen schon vorgestern ein erstes Warnsignal. Und als gestern der Yen auch die wichtige Zone erreichte und temporär durchschlug, die durch das alte Tief des Dreiecks von Mai 2013 gekennzeichnet ist, setzen dann auch die Abgaben im Aktienmarkt ein. Und heute in der Frühe war auch der japanische Markt logischerweise sehr schwach. Im grösser aufgelösten, obigen Chart wird das Geschehen noch deutlicher:

JPYUSD 14.01.14

Der starke Yen der letzten Tage hat diese Korrektur also indiziert. Und deshalb haben wir hier im Premium-Bereich auch ein Auge auf die weitere Entwicklung. Denn wenn der Yen nun nicht an dieser Widerstandszone dreht, sondern weiter nach oben läuft, dürfte der Carry Trade in Gefahr geraten und ein Schwächeanfall der Weltaktienmärkte ist dann höchst wahrscheinlich.

Umgedreht, wenn der Yen nun doch weiter fällt und den Widerstand nicht überwinden kann, besteht zumindest von dieser Seite weiter grünes Licht für die aktuelle Rally.

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ThyssenKrupp (WKN: 75000) springt mit neuer Erholungsphantasie an

Mitglieder im Premium-Bereich wissen, dass ich seit der Kapitalerhöhung im alten Jahr, die Aktie von ThyssenKrupp (WKN: 750000) für einen möglichen Rebound im Auge habe.
Aber auch im freien Bereich habe ich das zuletzt im Oktober unter dem Titel -> Das Interregnum vor dem Neuanfang <- thematisiert.
Machen Sie sich mal den Spass und vergleichen das Chart, das ich Ihnen im Oktober gezeigt habe, mit dem späteren Ablauf. 😉

Warum schien mir ein Rebound denkbar ? Ganz einfach, weil die Nachrichtenlage nicht schlechter sein könnte und niemand mehr einen Pfifferling auf das Unternehmen gab. Gleichzeitig aber kamen unter dem Druck der Umstände die strukturellen Änderungen in Gang, die viel zu lange haben auf sich warten lassen.

So ist mit Cevian nun ein kompetenter Finanzinvestor engagiert, der massiv auf eine Bereinigung der ganzen Altlasten drängen wird. Weiter wurde durch die Kapitalerhöhung nicht nur dringend notwendige Frischluft bei der Kapitalausstattung verschafft, sondern es wurde auch die Sperrminorität der Krupp-Stiftung gebrochen, die nach meiner Ansicht deutlichen Anteil am Niedergang des Unternehmens hatte. Und zuletzt wurde durch den Abgang von Gerhard Cromme als Aufsichtsratchef der Vorstand gestärkt, Cromme als erwarteter Nachfolger von Berthold Beitz, hatte einfach eine zu starke Stellung im Machtgefüge.

Mit der vollzogenen Kapitalerhöhung kulminierten alle diese Entwicklungen, während gleichzeitig der Kurs nicht mehr deutlich unter 17€ fallen wollte. Erfahrene Börsianer wissen genau was es bedeutet, wenn ein Kurs im Lichte schlechter Nachrichten nicht mehr fallen will. Die Wahrscheinlichkeit einer Wende ist dann deutlich erhöht, weil alle möglichen Katastrophen schon eingepreist sind.

Heute nun schiesst ThyssenKrupp um über 3% nach oben. Unter anderem, weil eine unscheinbare Nachricht über den Ticker geht. ThyssenKrupp hat die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen des Konzerns . Aber auch die Aussagen von Konzernchef Hiesinger, der will, haben sicher massiv geholfen.

Der Markt reagiert nach meiner Einschätzung deshalb darauf so begeistert, weil dadurch die Zerschlagungsphantasie befeuert wird. Denn ThyssenKrupp hat einen grossen Vorteil gegenüber beispielsweise einer Salzgitter. ThyssenKrupp hat einige "Perlen" im Bereich Anlagenbau als Einzelteile in seinem Konzernverbund, die unter Wert gehandelt werden, weil sie durch das Elend des Stahls in ihrem Wert überdeckt werden. Ich vermute, dass diese Sicht auf die "Perlen", auch den Finanzinvestor Cevian zum Einstieg motiviert hat.

Mit der heutigen Aktion kommt Phantasie in die Aktie, die Phantasie einer Abspaltung, ja selbst eines Börsengangs der Anlagenbauer. Und all das treibt den Kurs und wird ihn mit guter Wahrscheinlichkeit weiter treiben. Diesen Freitag findet dann in Bochum die Hauptversammlung statt. Und wenn dort die richtigen Worte gefunden werden und sich ein Lösung der existenziellen Probleme andeutet, hat die Aktie noch einiges Potential nach oben.

Man sieht am Geschehen wunderschön, wie sinnlos es ist, sich über Nachrichten zu sorgen, die der Markt schon lange kennt. Und wie wertlos das ganze prozyklische Gerede um die Probleme von ThyssenKrupp war, das zuletzt immer wieder das Internet füllte. Welchen Wert hat es auch, wenn der hunderste Schreiber noch einmal nacherzählt, was der Markt schon längst weiss ? Vor 1 Jahr waren die Probleme um die Werke in Amerika noch kursrelevante Nachrichten. Nun ist das alles schon verarbeitet.

Und um das zu erkennen, hätte man einfach nur auf das Chart schauen müssen, denn das zeigt bei ThyssenKrupp schon seit Monaten ganz rational und unemotional einen neuen Aufwärtstrend. Und zeigte zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung, wie hier neues Kapital in die Aktie floss. Und solange das Tief im Zuge der Kapitalerhöhung bei 16,575€ nun nicht mehr unterschritten wird - das damit auch einen logischen Stop markiert - ist der Trend intakt. So einfach ist Börse manchmal. 🙂

ThyssenKrupp 13.01.14

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Sind Industrieaktien – am Beispiel General Electric – nun billig oder teuer ?

Ich möchte heute mal ein Gedankenexperiment mit Ihnen machen und die plakative Frage stellen, ist General Electric (WKN 851144, GE) nun billig oder schon zu teuer ?

GE wähle ich aus zwei Gründen. Erstens weil es nur wenige Aktien gibt, bei denen man so schöne Vergleichsdaten in die Vergangenheit hinein bekommen kann. Und zweitens, weil GE immer noch, der Benchmark für die US, aber auch für die weltweite Industrie ist.

Und wenn die US Industrie nun auf die Beine kommen sollte - wonach es ja aussieht - wird die breit aufgestellte GE profitieren. Insofern ist die Frage doch spannend, ob GE heute schon überbewertet ist.

Jetzt könnte man diese Frage natürlich anhand der populären Parametern wie KGV und KBV beantworten wollen, aber das führt für langfristige Betrachtungen nicht wirklich weiter. Denn das KGV ist ein Wert, der sich an den Gewinnerwartungen orientiert, dummerweise ändern diese sich im Laufe der Zeit massiv.

Und das KGV ist entgegen der landläufigen Annahme auch ein ziemlich mieser Indikator, um Unter- oder Überbewertungen aufzuspüren, bei Zyklikern ist das KGV an den Wendepunkten sogar ein Kontraindikator. Ich habe diese Problematik ausführlich im Artikel -> Warum billige Zykliker teuer sind und umgekehrt <- ausgeführt und kann jedem, der diesen Zusammenhang nicht kennt, nur wärmstens empfehlen, den Artikel noch einmal zu lesen.

Aber auch das vermeintlich so objektive KBV ist in Zeiten des IFRS auch nicht mehr das , was es mal war, weil auch der Buchwert zyklischen Schwankungen unterliegt, von Verzerrungen durch Goodwill ganz zu schweigen. Denken Sie alleine mal an die Bewertung von Lagerstätten bei Rohstoffen, die natürlich auch vom langfristigen Rohstoffpreis abhängt. Auch diese Problematik habe ich in dem Artikel -> Vom Irrsinn des IFRS oder warum einfache Kennziffern wie das KBV kaum Aussagekraft haben <- ausgearbeitet.

Was uns also sinnvoll bleibt um das Bewertungspotential, der GE Aktie zu vergleichen, ist der Kursverlauf im sehr langfristigen Chart, den man - wenn man es ganz genau machen wollte - um die Inflation diskontieren müsste. Letzteres ist schwierig und habe ich hier nicht vollzogen, aber auch ohne die Anpassung bekommt man ein Gefühl dafür, welche Bewertungen bei einer Aktie wie GE im Maximum wie Minimum möglich sind, wenn die Gewinnsituation und Konjunktur die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.

Schauen wir also auf das GE-Chart mit Wochenkerzen, das bis 1996 zurück reicht. Und was sehen wir ?

GE 09.01.14

Wir sehen eine phantastische Chance Ende 2008, diese Ikone zu Ausverkaufspreisen auf dem "Grabbeltisch" ins Depot zu legen und sich dann bis heute schlafen zu legen - genau da, wo auch Warren Buffet zugeschlagen hat.

Und wir sehen auch, dass sich für GE bald die Frage stellt, ob die Aktie aus der jahrzehntelangen Konsolidierung ausbrechen kann. Diese Konsolidierung ist gleichbedeutend mit dem säkularen Bärenmarkt an den Aktienmärkten, der 2000 begann.

Das es sich nur um eine Konsolidierung handelt wird klarer, wenn wir das Bild bis 1984 expandieren:

GE 09.01.14 842

Ich betrachte GE als das Musterbeispiel für die übergeordnete Lage der weltweiten Industrie-Märkte. Wir sehen anhand GE, dass die Industriesektoren immer noch in einem säkularen Bärenmarkt gefangen sind, der 2000 begann.

Aber wir sehen auch, dass GE im langfristigen Massstab aktuell zwar nicht mehr billig, aber auch keineswegs zwingend zu teuer ist. Wenn die US Industrie wirklich anziehen sollte, gibt es keinen Grund, warum GE nicht auch doppelt so hoch notieren könnte wie heute. Und damit würde das Ende dieses säkularen Bärenmarktes eingeleitet.

Das sagt jetzt nichts darüber aus, ob wir in 2014 eine 20% Korrektur erleben oder nicht. Das ist sehr gut möglich. Es eröffnet aber den Blick für die sehr langfristige Perspektive. Denn irgendwann wird dieser Bärenmarkt enden und eigentlich ist die Zeit bald reif dafür. Und dann beginnt der Spass an den Aktienmärkten erst so richtig.

Lassen wir uns also von den Zahlen der hohen Indexstände nicht blenden. Es gibt noch Bluechips mit Potential. Und diese dürften unter anderem im Industriebereich zu finden sein.

Ziehen Sie aus diesen Aussagen aber keine Schlussfolgerungen für die Kursentwicklung morgen oder nächste Woche. Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Ich will mit dem Beispiel GE eigentlich nur erneut klarmachen, dass die hohen Zahlen der Indizes genau nichts bedeuten. Die langfristige Frage ist eher, ob die Weltwirtschaft wieder Katalysatoren oder innovative, technologische Durchbrüche erlebt, die den nächsten grossen Bullenmarkt einleiten. Denn bei aller Begeisterung über die aktuelle Kursentwicklung, im ganz grossen Bild befinden wir uns immer noch in einem säkularen Bärenmarkt. Vielleicht am Ende desselben, aber immer noch nicht endgültig raus.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal an den Artikel
-> Aktienmärkte von 1896 bis heute – Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor ? <- erinnern.
Ein Artikel, der aus einer anderen Warte, zu einer sehr ähnlichen Schlussfolgerung kommt.

Bleiben wir also offen für die Möglichkeiten. Alle hacken auf den Notenbanken herum und ich gehöre da ja auch dazu, weil ich weiss auf welcher Rasierklinge wir da gerade balancieren. Und die Vernunft gebietet, nun von einer baldigen, scharfen Korrektur an den Märkten auszugehen.

Aber kurzfristige Korrektur hin oder her, stellen wir uns nur mal theoretisch vor, es gelänge den Notenbanken doch das Kamel durchs Nadelöhr zu bugsieren und einen selbst tragenden, weltweiten Aufschwung zu initiieren, der dann durch neue Technologien wie 3D Druck oder Biotech massiv befeuert wird.

Wo stehen wir denn 2020 dann an den Aktienmärkten ? Hat sich 1981, bei einem Stand des Dow Jones Index von 1000, als der letzte grosse säkulare Bärenmarkt zu Ende ging, jemand ernsthaft vorstellen oder glauben können, dass der gleiche Index 1999 bei rund 11.000 notieren würde ?

Lassen Sie uns einfach offen für die Möglichkeiten bleiben. Die Zukunft ist und bleibt unbestimmt und hat jede Menge Überraschungen für uns parat. Und lassen Sie uns auf den menschlichen Erfindergeist setzen. Auch wenn in Deutschland gerade "bewahren" und das Festhalten am Status Quo en vogue ist, Deutschland ist nicht die Welt ! Und der Wandel ist gut, unsere ganze menschliche Existenz beruht auf dem evolutionären Erfolgsmodell Wandel. Früher nannte man das auch hier im positiven Sinne "Fortschritt" !

Ihr Hari

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Wird es Zeit, die Goldminen, den GDX oder Barrick Gold in den Blick zu nehmen ?

Werfen wir heute, zum Beginn des neuen Jahres, mal einen Blick auf einen der meist verprügelten Sektoren des vergangenen Jahres - die Goldminen. Hier beispielhaft am grossen US ETF "GDX", in dem sich auch "Big Money" tummelt.

Aus reiner Reversal-Logik könnte man nun argumentieren, dass das, was letztes Jahr so schlecht lief, alleine deswegen nun in 2014 gute Chancen hat. Dergleichen Argumente liest man auch verschiedentlich.

Diese Logik ist auch nicht völlig falsch, als Timing-Instrument aber eher ungeeignet. Sicher wird auch bei den Goldminen irgendwann eine "Mean Reversion" einsetzen und der Sektor wird wieder signifikant anziehen. Und dann sind schnell grosse Gewinne drin. Das Konzept der "Mean Reversion" ist universell und funktioniert an den Märkten immer wieder. Nur muss dieser Zeitpunkt nicht jetzt sein, nur weil das Jahr gewechselt hat. Vielleicht erlebt der Sektor auch erst erneut neue Tiefststände, bevor dann in der zweiten Jahreshälfte die Wende einsetzt. Wie gesagt, als Timing-Instrument ist die "Mean Reversion" eher ungeeignet, ein Gummiband kann sich in der Regel weiter dehnen, als wir alle ahnen.

Fundamental ist diese Wende durchaus "in Arbeit", weil praktisch alle Minen nun ihren Fokus auf Kosten und Profitabilität legen, unrentable Projekte zurück schneiden und so den Goldpreis deutlich senken, ab dem die Minen-Operationen profitabel sind. Wenn also irgendwann der Goldpreis auch mitspielt, wird das zu schnell steigenden Gewinnen im Sektor führen und die Kurse werden eine Rally durchlaufen.

Nur ist der Zeitpunkt ungewiss und nur weil der Sektor in 2013 verprügelt wurde, muss dieser Zeitpunkt nicht jetzt sein - er kann es aber durchaus. Gold hat ja nun auch die Chance einen Doppelboden auszubilden, aber auch beim Goldpreis steht der Beweis noch aus und ein erneuter Abtaucher bis 1000 USD ist noch nicht vom Tisch.

Insofern macht es mal wieder viel mehr Sinn - als Spekulationen nachzuhängen, die sowieso zu nichts führen - einfach auf die Price-Action im "Hier und Jetzt" zu schauen und zu hören, was uns der Markt gerade sagen will.

Schauen wir dabei auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen des GDX, sehen wir den brutalen Abwärtstrend, den man auf zweifache Art und Weise zeichnen kann. Dieser Abwärtstrend ist nicht gebrochen, was klar indiziert, das es zu früh ist, eine Wende im Sektor auszurufen.

GDX 08.01.14

Allerdings zeigt der Verlauf auch, dass wir gute Chancen haben nun bald einen Boden auszubilden. Der Volumenanstieg spricht eine deutliche Sprache, hier liefert sich grosses Geld nun ein Duell. Und während in den frühen Phasen des Absturzes niemand dagegen gehalten hat -das war eher wie ein langsames Ausbluten - tobt nun ein massiver Kampf der Bullen und Bären unter der Decke und es findet scheinbar eine Distribution statt, mit guter Wahrscheinlichkeit von den schwachen zu starken Händen, die nun akkumulieren.

Insofern ist das eine potentiell interessante Entwicklung, mit grossem Potential, aber noch ist es zu früh, die Signale auf Grün zu setzen. Noch hat der Abwärtstrend den Sektor im Griff.

Schauen wir dagegen auf das mittelfristige Chart mit Tageskerzen, sehen wir deutlich, was wir zuletzt auch bei den Kursen der Einzelaktien wie Barrick Gold (WKN: 870450) fühlen konnten. Es scheint seit Anfang Dezember eine Stabilisierung statt zu finden, die das Potential zur Bodenbildung hat - aber erneut: dieser Beweis ist noch nicht angetreten !

GDX 08.01.14 Tag

Vielmehr sehen wir auch hier den mittelfristigen Abwärtstrend, sehen aber auch, wie kurz der GDX davor ist, diesen das erste Mal hinter sich zu lassen. Und wir sehen da noch ein Gap vom Jahresanfang 2014 lauern, das noch nicht geschlossen ist und vielleicht noch wird, bevor die Entscheidung so oder so eintreten kann.

Wenn der GDX aber diesen Abwärtstrend nimmt, bestehen gute Chancen für eine schnelle Bewegung bis in den Bereich von 25 USD - womit sich dann auch die Frage des langfristigen Abwärtstrends stellen würde.

Fazit aus meiner Sicht:

Wer mit einem Zeithorizont von Jahren operiert und ebenso tiefe Taschen wie dicke Nerven hat, kann auf diesen Niveaus vielleicht anfangen, die Goldminen langsam zu akkumulieren. Man sollte sich dann aber im Klaren darüber sein, das der Sektor schnell noch einmal eine weitere Abwärtsstufe von 20% generieren kann, bevor dann wirklich eine Wende ansteht.

Wer - wie die meisten Anleger - eher im Zeithorizont Monate unterwegs ist, weil er Jahre in der Regel sowieso nicht durchhält, hat in der aktuellen Lage (noch) keinen zwingenden Grund in den Sektor einzusteigen. Denn noch zeigt der Trend klar abwärts. Allerdings könnte der Grund schnell geliefert werden, weswegen es schon heute Sinn macht, auf den Sektor ein aufmerksames Auge zu werfen.

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte erneut, dass die Fixierung auf die ersten Prozent eines neues Trend und der Versuch den Boden exakt zu treffen, bei längerfristigen Anlagen sowieso vergeudete Energie ist. Die ersten paar Prozent zu verpassen, weil man ruhig abwartet bis die Signale wirklich auf Grün stehen, sind gar kein Problem. Viel wichtiger für den Erfolg ist dann, wenn der Trend etabliert ist, auch wirklich ruhig und dauerhaft dabei zu bleiben. Und die gleichen Mechanismen, die manche Anleger hektisch veranlassen, den vermeintlich "perfekten Tiefpunkt" treffen zu wollen, treiben diese Anleger dann wieder viel zu früh aus einer Position heraus, die gerade erst den grossen Schwung nach oben aufnimmt.

Wenn Sie kein kurzfristiger Trader sind, bleiben Sie also gelassen, die Goldminen laufen Ihnen nicht weg. Wenn dieser Wurm irgendwann wirklich dreht, wird auch der neue Trend eher wieder Monate und Jahre andauern, es gibt keinen Grund für Hektik oder Torschlusspanik. Lassen Sie statt dessen den Sektor selber beweisen, dass er nun wirklich zur Wende ansetzen will, dann ist es immer noch früh genug einen Zeh ins Wasser zu stellen.

Ihr Hari

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