Drama – Liebe – Wahnsinn

Ich weiss nicht, ob Sie noch zu der Generation gehören, die sich noch an die alten "Väter der Klamotte" Folgen erinnert - damals als man als moderner Mensch noch vor dem Fernseher sass. Heute wird das mehr und mehr zum Medium derer, die das Internet als "Neuland" betrachten oder sich wie zuletzt Uli Hoeness, damit zu profilieren glauben, dass sie .

Diese "Väter der Klamotte" Folgen hatten am Anfang einen Vorspann, der unter dem Motto "Drama - Liebe - Wahnsinn" stand, wer sich nicht erinnert, kann das zum Beispiel bei Youtube tun.

Wenn Sie den Bildern folgen, sehen Sie schnell, dass es eine wunderbare Beschreibung des abgelaufenen Börsen-August ist, viel Drama, am Ende aber wenig Ergebnis:

In meinen Worten hier im freien Bereich vor den Ferien, hatte ich ja genau so eine volatile, richtungslose Seitwärtsbewegung über den August erwartet. Allerdings hat der größte Präsident aller Zeiten mit seiner völlig überraschenden Eskalation der Handelsgespräche Anfang August dafür gesorgt, dass diese etwas tiefer und volatiler ausgefallen ist, als erwartet.

Den Höhepunkt erreichte das Geschehen dann am Freitag 23.08., als Trump für einen Moment überzogen hat und der Markt ihn mit massiven Abgaben bestraft hat, als er glaubte im Sinne "I hereby order" einfach alle Firmen auffordern zu können, sich aus China zurück zu ziehen.

Erlebt haben wir in dem Moment aber auch, wer Trump wirklich im Griff hat und das sind die US-Indizes, wenn die fallen, dann reagiert er, denn er will eine Wahl gewinnen. Und so hat er über das Wochenende den Hebel umgelegt, den Fehler korrigiert und die Geschichte von den anrufenden Chinesen kreiert. Und da die Chinesen letztlich mitgespielt haben, hat es den Markt gedreht.

Für die Frage, wie das nun in den Indizes weiter geht, ist das alles eher ohne Belang, denn der Übergang vom Sommer in den Herbst, börsentechnisch markiert durch den US Feiertag "Labor Day", ist aus Sicht der Marktlage ein wenig so wie ein Neuanfang zu sehen.

Selten haben die Kursbewegungen des Sommers dann noch Bedeutung und Aussagekraft für die kommenden Wochen, dieser Tag ist wie ein Schnitt, an dem ein neuer Abschnitt beginnt, der Abschnitt der zum Jahresende hinführt.

Unterstützt wird dieser Effekt dadurch, dass nach dem heutigen "Labor Day" die "A-Teams" wieder an die Handelstische zurückkehren, das Volumen steigt deutlich gegenüber dem August und der Markt wird wieder mehr von grundlegenden Richtungen getrieben, während er im Hochsommer gerne in der Hand technischer Spielereien ist.

Wenn ich nun hier im freien Bereich ganz oberflächlich in die kommenden Wochen schauen soll, sind die folgenden Ausssagen zur Einordnung wichtig, die ich Ihnen nun einfach so zur Verfügung stelle und Sie auf Ihre Bedürfnisse übersetzen müssen. Tiefere Diskussionen und Einblicke gibt es nur in der Community, der Blog geht nun wieder in den Normalmodus über - mit in der Regel 2 Artikeln pro Tag.

(1) Wichtig für uns als Anleger ist nun, was bis zum Jahresende passiert und nicht, was 2021 passieren "könnte".

(2) Das ganze Gerede um "Inverted Yield Curve" und mögliche Rezessionen ist nun auch irrelevant, selbst wenn in den US in 2020 eine kommt, können die Kurse trotzdem zum Jahresende steigen. Oder mit anderen Worten "zu früh ist nur ein anderes Wort für falsch".

(3) Von der typischen Saisonalität her, kommen mit September und Oktober nun riskante und schwierige Monate, bevor dann im November typischerweise die Jahresendrally einsetzt. Nachdem das Jahr 2018 mit seinem Einbruch bis Heiligabend völlig aus diesem Muster gefallen ist, spricht viel dafür, dass dieses Jahr wieder typischer wird.

(4) Die Erwartungen der Anleger und deren Stimmung, wechseln aktuell zwischen skeptisch bis bärisch. Praktisch alle Indikatoren, die das Sentiment messen, zeigen einen hohen Anteil Skepsis und kaum jemanden, der schlícht bullisch zum Jahresende ist. Das ist eher ein Kontraindikator.

(5) Medial wurden alle bärischen "Säue" endlos durch das Dorf getrieben. Eine kommende Rezession wurde aus allen Blickwinkeln immer und immer wieder beleuchtet. Starke Kursbewegungen beruhen aber auf Überraschungen, weil anderes schon teilweise in den Kursen ist.

(6) "The Powers that be", die Notenbanken und die hohe Politik, haben alle ein Interesse daran, diesen Markt am Laufen zu halten. Selbst für die Chinesen und Xi gilt das wohl, die am Ende rational immer noch sicherer damit fahren würden, jetzt mit einem Schwäche zeigenden Trump einen Deal zu machen, als das Risiko zu gehen, nach der US Wahl einem von Wiederwahl-Erwägungen befreiten Trump gegenüber zu stehen, der dann noch viel aggressiver agieren kann und wird.

(7) EZB (nächste Woche) und FED (übernächste Woche) werden nach aller Wahrscheinlichkeit den Markt stimulierende Beschlüsse fällen. Schaden wird es ihm nicht, wobei die Frage immer ist, wie weit das von den schon eingepreisten Erwartungen abweicht.

(8) Ein echtes Risiko wäre eine Eskalation in Hongkong, Hongkong ist ein wesentlicher Handelsplatz mit erheblichen Auswirkungen auf die Märkte.

(9) Technisch gesehen, hat die volatile Range des August den Boden für eine direktionale Ausbruchsbewegung nach oben oder unten gelegt, wobei diese Range durchaus im September noch etwas andauern könnte.

In Summe sind das keine so schlechten Voraussetzungen für ein positives Jahresende mit neuen Hochs, vorher bleibt es aber wohl volatil. Ein Einbruch und eine Rezession kann in 2021 trotzdem kommen, das Geld wird aber nun mit dem verdient, was in den kommenden Wochen und Monaten passiert und nicht mit medialen Spekulationen und Hirngespinsten.

Diese medialen Spekulationen dienen nun einmal primär dazu Klicks zu generieren, wer gerade am Finanzmarkt das nicht auseinander halten kann, wird immer wieder wie die Sau zur Tränke geführt, nur um dann abgeschlachtet zu werden.

Ich wünsche einen erfolgreichen Start in den Lauf zum Jahresende, die Weihnachtsmänner kommen schon bald in die Regale der Einzelhändler! 😛

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Nix mit Hamptons – Wer schickt Trump mal zum Golfen?

So geht es manchmal, immer wieder habe ich auch hier betont, was für ein wunderbares Werkzeug die Markttechnik ist, um den Zustand des Marktes im Hier und Jetzt zu erkennen, während diese gleichzeitig - ganz entgegen anders lautender Unterstellungen - rein gar nichts über die Zukunft weiss und auch nicht behauptet, darüber etwas zu wissen.

Woher soll die Markttechnik auch wissen, was sich die Mächtigen der Welt gerade im stillen Kämmerlein ausdenken? Die Markttechnik weiss "nur", was der Markt in Gänze weiss. Unter der Voraussetzung, dass es keine grundlegenden Überraschungen gibt, liefert die Markttechnik also ein getreues Abbild der Erwartungen der Marktteilnehmer und erlaubt uns daher, uns weit besser aufzustellen, als das mit reinem Herumraten möglich wäre.

Gleichzeitig kann aber eine völlig neue Information, eine Überraschung, diese Gleichung immer wieder verändern und zu einem neuen Gleichgewicht führen, weil sich die Erwartungen - und damit die Kurse - anpassen.

Genau das können wir gerade beobachten. In -> Auf in die Hamptons <- hatte ich am Donnerstag nicht nur meinen Urlaubsbeginn beschrieben, sondern auch, dass viele der Trader und Investoren der Wallstreet, sich nun in einen Urlaub verabschieden ..... wollten, muss man nun wohl sagen.

Am Donnerstag schien auch alles für einen ruhigen Sommerhandel bereit, die FED hatte geliefert, eine milde "Sell the News" Reaktion hatte eingesetzt und alles war bereit für ein müdes Geschiebe in einem trägen August, in dem die meisten Politiker und Notenbanker auch Urlaub machen und keinen Schaden anrichten können.

Klar war zu dem Zeitpunkt auch, dass der Markt durchaus korrekturreif war, ich hatte Ihnen ca. 5% als vorstellbaren Umfang für den August genannt. Und beim Thema Handel schien erst einmal Ruhe zu sein und neue Verhandlungen sich bis in den Spätherbst zu ziehen.

Auf jeden Fall hat *niemand* und wahrscheinlich wirklich niemand - scheinbar nicht einmal die Chinesen - damit gerechnet, dass das Handelsthema plötzlich - gerade jetzt im August - in eine heisse Phase eintritt.

Und dann kam Trump.

Auch in seiner eigenen Administration war seine Eskalation dem Vernehmen nach umstritten, er scheint sich aber nach Berichten über die Bedenken des Umfeldes hinweg gesetzt zu haben. Und noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag letzte Woche, hat Trump neue Zölle in den Raum gestellt und damit ganz klar alle überrascht und China mehr oder weniger aggressiv mitgeteilt: "Don´t bullshit me!"

Das hat eine Menge verändert und generiert eine neue Lage für den August. Ich bin sicher, viele professionelle Investoren, die sich gerade in den Urlaub - in die Hamptons - aufmachen wollten, haben Donald Trump da verflucht und verfluchen ihn heute erneut.

Für Trader und für "Proprietary Trading Firms", also große Eigenhändler, ist das kein Problem. Man schliesst im Urlaub halt alle seine Positionen und gut ist es. Im September geht es dann wieder los.

Für Investoren aber, für kleine Investoren wie uns und große Investoren zum Beispiel in "Family Offices", gibt es nun aber dank Donald Nachdenkbedarf - man kann das Geschehen nicht einfach ignorieren.

Nicht ignorieren umsomehr, als China heute mit einer bewussten Abwertung des Yuan gekontert hat und damit eine aggressivere Tonlage als bisher anschlägt.

Auch China ruft Trump also "don´t bullshit us!" zu und so haben wir hier nun zwei Fahrzeuge, die im Chicken-Game aufeinander zurasen und wir werden gespannt beobachten, wer als erster die Nerven verliert und ausweicht.

China scheint nun auf Zeit spielen zu wollen und glaubt scheinbar ernsthaft, nach der Wahl in einer besseren Position zu sein, weil Trump dann weg ist. Ich halte das für ein gefährliches Spiel, kann aber aktuelle Verärgerung über die Art verstehen, wie Trump hier einseitig mit Erpressungsversuchen agiert, nur weil der andere Verhandlungspartner sich nicht so bewegt, wie er gerne möchte.

Zu Verhandlungen gehören halt zwei, die beide ihre Interessen wahren müssen. Ob man so Verhandlungen führen kann, ob am "Art of the Deal" etwas dran ist oder es nur Geblubber war, werden wir im Kino der Geopolitik bald erleben.

Aber wie auch immer, für die Märkte ist das eine *Neue Lage*, plötzlich ist im eigentlich volumenarmen August ein heisser Handelskonflikt mit aggressiven Währungsmanipulationen im Gange - gerade in dem Moment, in dem man sich in den Urlaub verabschieden wollte.

Das erfordert eine Neubewertung und die Risiken sind damit eindeutig höher, als sie es mit den 5% Korrekturpotential im trägen August-Handel gewesen wären.

Trotzdem hat sich in meinen Augen nichts Grundlegendes geändert, vorbehaltlich der Annahme, dass diese Eskalation auf politischer Seite begrenzt bleibt und nicht weiter hocheskaliert wird.

Der Markt war schon korrekturbereit, nur erhöht die neue Lage das Risiko weiter. In einem ausgedehnten, heissen Handelskonflikt, in dem theoretisch nun die US mit aggressiven Maßnahmen gegenhalten und protektionistischer PingPong einsetzt, sind und waren immer eher 10-20% Korrektur auf der theoretischen Agenda, wie auch letzten Herbst. Nur war damit bisher diesen August überhaupt nicht zu rechnen.

Donald Trump hat das in seinem unermesslichen Ratschluss nun einfach mit einem Fingerschnippen verändert. Ich denke viele Profi-Investoren, die nun einen ruhigen Urlaub beginnen wollten und nun stattdessen Anrufe Ihrer Kunden beantworten müssen, wünschen Donald Trump nun sehnsüchtig auf den Goldplatz und weg aus Washington. 😉

Die Lage bleibt also die Alte, nur dass sich das Korrekturpotential im August erhöht hat. Die 5% die ich nannte, wurden nun mit der unteren Begrenzung der "August-Box" schon heute 05.08. Stand 17:15 MEZ erreicht.

Ein typischer Verlauf wäre nun von hier ein Rebound und dann wird die Frage beantwortet, ob es diese 5% schon waren oder sich die Korrektur wie eingezeichnet nach einem Rebound noch im August zu den Tiefs von März und Mai ausdehnt:

Ich kann Ihnen nicht sagen, ob es bei 5% bleibt oder 10% werden, ich werde jetzt auch wirklich mal Ferien machen und lasse Trump nun herumwüten, so viel er will.

Natürlich wird viel vom weiteren politischen Verlauf abhängen, aber früher oder später kommt nach so einem mehrtägigen Ausverkauf ein scharfer Rebound nach oben - wahrscheinlich ausgelöst durch Spekulationen, dass die FED nun doch aggressiver zu Werke geht - Trump hat heute ja schon

China dropped the price of their currency to an almost a historic low. It’s called “currency manipulation.” Are you listening Federal Reserve? This is a major violation which will greatly weaken China over time!

Fazit:

Trumps für alle überraschende Eskalation genau Anfang August, hat die Lage verändert und die Risiken diesen August erhöht. Am prinzipiellen und schon vorher vorhandenen Bíld einer notwendigen und mittelfristig kaufbaren Sommer-Korrektur, ändert das aber nach meiner Einschätzung erst einmal nicht viel.

Revidieren müssten man diese immer noch positive Sicht, wenn sich China und US nun wirklich aggressiv ineinander verhaken sollten, denn die aktuellen Kutände passen nicht zu einer massiven weltweiten Rezession, die aus einem heissen Handelskrieg resultierten könnte. Insofern preisen die Märkte gerade Teile dieses Risikos ein, weil es nun von "undenkbar" auf "schlimmstenfalls möglich" nach oben geschnellt ist - dank Trump.

Die Frage ist halt, wie wahrscheinlich das ist?

Das kann und muss jeder für sich selber beantworten, wir haben alle keine Glaskugel. Ich halte dieses extrem negative Szenario aber immer noch für unwahrscheinlich, weil damit niemand etwas gewinnt und insbesondere Trump immer noch eine Wahl gewinnen will und eine Rezession dabei ungefähr so gebrauchen kann wie Syphilis oder Tripper.

So ... jetzt bin ich wirklich weg. Halten Sie die Ohren steif und lassen Sie sich nicht Bange machen! Korrekturen gehören zum Markt dazu und ohne Korrekturen, würde es nie attraktive Kaufkurse geben.

Wer kurzfristig tradet, mag eine Korrektur ebenso wie eine Hausse, weil er in beide Richtungen profitieren kann.

Wer langfristig anlegt, kann sich über Korrekturen freuen, weil er bei seinen Qualitätswerten zu besseren Kursen nachlegen kann.

Nur wer gerne Investor wäre, bei jeder Schwankung aber sofort ganz kalte Füsse bekommt, für den ist jede derartige Korrektur eine Qual. Wenn das so ist, liegt die Lösung darin sich klar zu werden, was man sein will - Trader oder Investor - und sich diszipliniert einer Strategie zu verschreiben, die dann regelbasiert zu sinnvollen Handlungen führt.

Viel Erfolg und schöne Ferien!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Auf in die Hamptons!

Als ich das letzte Mal hier im freien Bereich das ganz große Bild des Marktes betrachtet habe, war das im Artikel -> Sommer-Tango <- am 01.07. - also vor genau einem Monat.

Meine Worte waren da:

Nun richten sich die Augen des Marktes auf die FED Ende Juli, von einer Zinssenkung um einen Viertelpunkt kann aus Sicht des heutigen Wissensstands ausgegangen werden. Die EZB kommt eine Woche vorher und wird wohl auch Maßnahmen ankündigen, um im "Race to the Bottom" der Währungen nicht den Kürzeren zu spielen.

Man kann das finden wie man will und man kann berechtigterweise der Ansicht sein, dass diese Notenbankpolitik Wahnsinn ist, es ändert aber nichts daran, dass damit bis auf weiteres die Marktsignale auf Grün bleiben und man zum Jahresende 2019 weiter latent optimistisch sein kann.

Unvorsichtig sollte man nicht werden, das ist aber eine Platitüde, weil das darf man nie, niemand kennt die Zukunft und Überraschungen sind immer möglich.

Wenn man sich nun aber Marker unter den heutigen Kursen zurechtlegt, die dann im Falle des Falles ein Signal setzen, dann kann man solange diese Marker nicht in Gefahr geraten, als Anleger weiter den Sommer-Tango tanzen!

Und wissen Sie was? Viel geändert hat sich nicht, wir können noch immer den Sommer-Tango tanzen, sollten aber nun durchaus mit einer kleinen Schwächephase rechnen, die vielleicht 5% Minus ausmachen könnte, können danach zum Jahresende aber weiter optimistisch sein.

Es wäre also kein Wunder, wenn sich der S&P500 diesen August irgendwie im Bereich dieser Box bewegen würde. Würde der S&P500 den unteren Rand ereichen, wären das rechnerisch 4,3% Minus von heute. Im September sehen wir dann weiter:

Die EZB hat zwar letzte Woche vordergründig noch nichts getan, einen weiteren Schub in die Negativzinsen oder sogar eine Neuaufnahme des Asset-Aufkaufprogrammes, für den Herbst aber sprachlich vorbereitet.

Und die FED hat gestern die allseits erwartete erste Zinssenkung mit einem Viertelpunkt in Gang gesetzt und damit einen ausgewogenen Spagat zwischen dem Druck Trumps und der eigentlich immer noch gut laufenden Konjunktur versucht.

So ein Spagat geht aber fast immer schief, Trump dürfte unzufrieden sein und der Markt, der zumindest teilweise noch still und heimlich auf einen halben Punkt gehofft hatte, dürfte auch nicht ganz happy sein.

Das ist auch ein psychologisches Problem, denn der Markt hoffte auf den Einstieg in eine längere Zinssenkungsphase, weiss aber auch, dass die FED solche Phasen fast immer kraftvoll mit einem halben Punkt Erstsenkung eingeleitet hat. Und auch in der Pressekonferenz hat Jerome Powell mal wieder Erwartungen enttäuscht, davon kann man bei ihm fast zuverlässig ausgehen - die Eloquenz ist ihm offensichtlich nicht in die Wiege gelegt.

Insofern ist das Gestern, gemessen an den Erwartungen, wohl für alle Seiten zu wenig gewesen. Die Einen halten diese Senkung schon für übertrieben, weil es keinen klar sichtbaren Anlaß dafür gibt, die Anderen halten die Senkung für zu wenig. Die Chance, dass nach diesem FED-Entscheid die oben genannte Sommer-Korrektur als klassische "Sell-the-News" Reaktion in Gang kommt, ist also nun vorhanden!

Aber wie auch immer, das sind einfach die typischen Anpassungen der Erwartungen nach der FED und die sollte man gelassen betrachten, wichtig ist, dass der "Race to the Bottom" einfach in die nächste Runde geht. Die Anpassung der Kurse wird sich wohl heute und am morgigen Freitag noch ausschaukeln, dann wird auch hier mehr Ruhe einkehren und der echte Sommerhandel beginnen. Eine kleine Korrektur wäre aber nun nicht nur fällig, sondern auch äusserst gesund und sollte von allen begrüsst werden, die nach dem Urlaub zum Jahresende Chancen suchen wollen.

In diesem Sommerhandel haben sich die "A-Teams" der Wallstreet nun bald in ihre diversen Villen und Resorts verabschiedet, wie zum Beispiel die berühmten auf Long Island, nicht so weit von New York entfernt und mit dem Hubschrauber vom Südende Manhattans schnell erreichbar. 😉

An den Handelstischen sitzen im August nur die "B-Teams", das sind die gegeelten Jünglinge, die gerne einen Hubschrauber hätten. 😛 Und das Volumen ist deutlich geringer als sonst.

Dieser Sommerhandel kennt selten eine echte Richtung, kann durch das geringere Volumen aber sehr volatil werden, ich erinnere nur an den berühmten ETF-Flash-Crash vom 24.08.15.

Auch ich verabschiede mich nun in den Sommerurlaub, da ich keinen Hubschrauber habe, ganz normal in die Ferien, wie das bürgerliche Mitteleuropäer halt so tun. 🙂

Der Blog läuft weiter, es gibt auch neue Beiträge, aber im August nur spärlicher als normal. Ab Anfang September geht es dann wieder mit Vollgas in Richtung 2020.

Nun wünsche ich allen, die wie ich jetzt erst in die Ferien starten, schöne Sommerferien! Und allen anderen wünsche ich bald einen beschwingten Start hinein in den Wettlauf bis Weihnachten. Die Schokoladen-Weihnachtsmänner sind schon längst produziert, wenigstens das bleibt, wie es schon immer war. 😛

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Der Knoten im Kopf


Den folgenden Artikel, der sich um unsere psychologischen Probleme bei der Geldanlage dreht, habe ich für die Mitglieder am 28. Januar diesen Jahres geschrieben.

Sie wissen, wie es danach an den Märkten weiter gegangen ist, eine gewaltige Rally geriet in Bewegung, die in den US Indizes bis zu Allzeithochs geführt hat. Als ich das damals geschrieben habe, war das aber noch eine unbekannte Zukunft.

Insofern ist es nun aber ein halbes Jahr später besonders spannend und lehrreich, sich diesen Artikel und die Prinzipien darin vor Augen zu führen. Und sich klar zu machen, was passiert wäre, wenn man so agiert hätte.

Ich wünsche viel Spaß und gute Erkenntnisse!

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Wir erleben gerade wieder ein fieses "V" des Marktes und mir ist völlig klar, dass auch einige zu spät ausgestiegen sein dürften und nun im Anstieg wieder zu lange gezögert haben.

Das ist bei Menschen fast garantiert, weil unsere Gehirne eben sind wie sie sind. Und trotzdem oder gerade deswegen, rede ich so oft darüber, weil ich Sie darüber hinweg bringen will. Die Lösung hat aber nur sekundär mit Techniken zu tun, sondern vor allem mit Selbsterkenntnis.

Und weil wir Menschen uns ungern der Wahrheit stellen, dass unser wahres Problem uns im Spiegel anstarrt, kommen dann gerne Sätze wie dass "Timing ja nicht funktioniert" oder "Hin und Her macht Taschen leer". Sorry - Bullshit!

Das was nun kommt, habe ich schon x-fach geschrieben, es ist aber immer wieder nötig. Ich bin sicher, auch jetzt wieder nach diesem Artikel, wird es bei der nächsten Korrektur wieder bei einigen schiefgehen - hoffentlich aber bei weniger Lesern. 🙂

Der Klassiker, den einige von Ihnen sicher in den letzten Monaten erlebt haben, ist doch, dass man seit Anfang Oktober trotz meiner klaren Aussagen lange gezögert hat, ob man nun verkaufen soll. Irgendwann - potentiell zu spät - hat man es dann getan.

Dann hat man seit dem bullischen Aufschlag des 26.12.18 aber wieder lange gezögert, ob man nun wieder einsteigen soll. Irgendwann - potentiell zu spät - hat man es dann getan.

Und der Saldo beider Aktionen ist negativ. Uff! Timing ist Scheiße. 😉

Nein, ist es nicht. Wer diesen Ablauf hatte, hat sich ganz klassisch selber auf dem Fuß gestanden. Überlegen Sie doch bitte mal, *was genau* Sie in beide Richtungen hat zu lange zögern lassen! Was war es?

Hmm? Kommen Sie darauf? Das ist nun ganz, ganz wichtig!

Die Antwort ist glasklar: Es war der Gedanke was morgen passiert. Es war die Angst, jetzt etwas zu machen, was sich morgen schon wieder umdreht. Es war die Unsicherheit, ob die Bewegung (erst Absturz, dann Rally) noch lange weiter geht. Es war die Angst, etwas Falsches zu machen.

Unser Kopf war also schon wieder als Glaskugel unterwegs und hat sich um ungelegte Eier gesorgt!

Reflexartig und instinktiv, haben wir unser Handeln von dem abhängig gemacht, was vielleicht in der Zukunft passiert! Nicht vom "Hier und Jetzt", von der Angst um die Zukunft! Und genau das ist unser Affenhirn, so ist es gepolt, es erfordert immense Energie das zu erkennen und noch mehr um es abzustellen.

Was aber passiert, wenn man es abstellt, kann man leicht sehen, wenn man einer klaren Strategie mit definierten Triggern folgt. Eine sehr einfache Strategie, habe ich heute schon mit der 50-Tage-Linie als Trigger gezeigt:

Ausstieg und Einstieg sind markiert, in der Mitte war einmal ein "Fakeout", bei dem man ein- und gleich wieder ausgestiegen ist.

In Summe hat diese sehr simple Strategie aber einen Vorteil generiert, ein Alpha zum Markt also!

Wenn wir uns diese Strategie nun mal als realen Mensch vorstellen, frage ich Sie:

Weiterlesen ...Der Knoten im Kopf

Positionsgrößenstrategie am Beispiel Johnson&Johnson (JNJ)



Konkrete Aussagen zu Trades und Investments sind im freien Bereich für mich schwierig, weil um diese verständlich zu machen, erst eine Menge Kontext nötig ist. Kontext der erst vermittelt werden muss. Im Premium-Bereich sind diese dagegen Alltag.

Denn das, was in den populären Börsenmedien wie selbstverständlich unter die Leute gebracht wird, ist manchmal konzeptioneller Unfug, urbane Legenden der Geldanlage sozusagen, mit dem Ziel Klicks zu generieren. Zum verfehlten Gebrauch von Bewertungsindikatoren wie KGV, KBV usw. als Timing-Indikator, habe ich mich ja beispielsweise schon ausführlich ausgelassen, auch im freien Bereich.

Falsch ist auch, dass man manchmal den Eindruck gewinnen kann, als ob Geldanlage entweder nur aus blinden Buy&Hold oder wildem Herumzocken bestehen würde, dazwischen scheint es wenig zu geben.

In Realität liegen für normale Anleger gerade da aber die Königswege, ein ruhiges Handling der eigenen Positionen nach klar definierten Regeln, die einem erlauben den Markt mitzunehmen, in den großen Krisen aber abseits zu stehen. Diese Techniken generieren nicht immer eine Überrendite, aber im ruhigen Schlaf liegt ja auch ein Wert.

Wenn man zwei Methoden zur Auswahl hat, in der einen bleibt man einfach drin, muss dann aber die Magenschmerzen nach 70% Buchverlusten in einem neuen Lehman-Crash ertragen, in der anderen kommt langfristig etwas Ähnliches heraus, dafür ist man während der Krise draussen, um den Preis dass man im Boom nicht voll investiert ist, dann werden wohl viele zurecht die zweite Variante wählen.

Denn seelischer Frieden hat insofern bei der Geldanlage schon großen, monetären Wert, als dieser den Meisten überhaupt erst ermöglicht, wirklich dabei zu bleiben. Die Straßen der Börsen sind gepflastert mit Anlegern, die sich fest vorgenommen hatten einfach durch eine Krise hindurch Buy&Hold zu machen, dann aber unter dem Druck der Katastrophenmeldungen und der Bilder von Schlangen vor Bankschaltern doch verkauft haben, zumal der Ehefrieden auch schon am seidenen Faden hing.

Wir können uns in der Regel gar nicht vorstellen, was für ein immenser, emotionaler Druck und Herdentrieb in so Phasen entsteht, wer das nicht mit großen Depots erlebt hat, die wirklich etwas bedeuten - kleine Depots die man verschmerzen könnte, sind emotional nicht das Gleiche - redet wie ein Eunuch vom Akt, ohne ihn wirklich zu verstehen.

Verkauft wurde von diesen Anlegern dann natürlich entnervt am Tiefpunkt, denn wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist auch der emotionale Druck am höchsten - und der Morgen oft nicht mehr weit. Das zu vermeiden, hätte also großen Wert.

Ich selber nutze für meine Anlagen im Investmentdepot - nicht beim Trading, das ist eine andere Baustelle - daher eine Technik, die ich Positionsgrößenstrategie nenne. Diese habe ich mir aus Versatzstücken selber zusammengebaut und im Laufe der Zeit für meine Zwecke verfeinert.

Nichts daran ist geheimnisvoll oder prinzipiell neu, es ist das Zusammenspiel das den Unterschied macht, das auf meine Bedürfnisse angepasst ist und mit dem ich mittlerweile viel Übung und Erfahrung habe.

Diese Technik habe ich im Premium-Bereich ausführlich immer wieder erklärt, auch Videos gibt es dazu. Hier will ich nur sagen, dass es dabei darum geht, bestimmte Qualitätsaktien dauerhaft zu halten - ich verkaufe also nie in Gänze - die Positionsgröße aber abhängig vom Marktenvironment zu fluktuieren und damit im Idealfall noch eine Überrendite zu erzielen, zumindest aber den schweren Einbrüchen aus dem Wege zu gehen.

Ich bin also immer investiert und immer im Markt mit meinen Investments und fokussiere mich dabei auf Qualitätsaktien, fluktuiere mein Exposure aber mit dem Marktenvironment und bewege mich in Krisenszenarien daher weitgehend auf die Seite - wäre aber selbst in einem Lehman-Szenario nie ganz raus, sondern immer noch mit einer kleinen Basisposition investiert, so dass ich den Kontakt zu den Qualitätsaktien nicht verliere.

Diese Prinzipien zu erklären, übersteigt aber wie gesagt das, was ich hier im freien Bereich anbieten möchte, in der Community ist die Positionsgrößenstrategie aber immer wieder Thema. Und natürlich auch viele andere Techniken mit ihren Vor- und Nachteilen, es gibt ja wahrlich nicht nur diese.

Was aber für Sie im freien Bereich vielleicht interessant ist, ist ein Artikel des Premium Bereich von vor einem Jahr, vom Juni 2018, in dem ich mal am Beispiel der Qualitätsaktie Johnson&Johnson (JNJ) dargestellt hatte, was denn diese Strategie über 10 Jahre hinweg tatsächlich real bedeutet hat.

Die ganze Information ist daher in dem ausführlich kommentierten Chart, das Sie bitte Anklicken und Vergrößern müssen, um die Kommentierung lesen zu können.

Hier ist der Artikel und weiter unten das zentrale Chart, ich wünsche gute Erkenntnisse!

Weiterlesen ...Positionsgrößenstrategie am Beispiel Johnson&Johnson (JNJ)

Der große Knall

Vom nächsten Crash zu schreiben, ist ein faszinierendes Geschäftsmodell, das hervorragend funktioniert. Es funktioniert, weil es Ängste der Anleger bedient und es funktioniert auch wegen der Vergesslichkeit der Menschen.

Denn wenn die Voraussagen 10x falsch lagen, sind sie schnell im medialen Rauschen vergessen und niemand ordnet die Fehlaussagen dann Jahre später dem Autor noch zu. Wenn man aber wie der Blinde auch mal ein Korn gefunden hat - rein statistisch gesehen muss das ja irgendwann mal sein - kann man sich als "Guru" und "der der den 20xx Crash vorhergesagt hat" über Jahre feiern lassen und die Auflagezahlen treiben. Alles schon passiert.

Das wäre ja auch nicht schlimm, es wird auch woanders viel geschrieben und gelesen, wenn der Tag lang ist. Das Fatale ist, dass diese Vorhersagen immer wieder die Anleger vom Anlegen abhalten, weil die Ängste dominieren. Insofern sind diese Propheten die größten Feinde der Depots der Anleger, obwohl doch die Anleger das witzigerweise gerade deshalb lesen, weil sie ihre Depots schützen wollen.

Den Widerspruch kann man vielleicht am Einfachsten am normalen Leben und dem Tod erklären. Die typischen Leser von Crashpropheten, sind nach meinem Eindruck Menschen im Alter ab ca. 40 aufwärts, die durchaus gebildet sind und etwas zu verlieren haben. Aber sie sind eben typischerweise schon älter, man hat etwas zu verlieren und der Tod ist schon mehr als eine abstrakte Größe.

Und während zum Beispiel der Zusammenbruch des Euros fraglos irgendwann wahrscheinlich, aber eben nicht sicher ist, ist der Tod eine 100%ige Sicherheit für uns Sterbliche. Oder anders recht hart gesagt, wer in den fortgeschrittenen 60ern ist, muss realistisch davon ausgehen, dass ihn der Tod vielleicht vor dem nächsten Finanzcrash ereilt, über den er gerade liest.

Das wollen wir als Menschen aber alle nicht hören, weswegen wir es erfolgreich verdrängen. Oder mit anderen Worten, obwohl wir *sicher* wissen, dass der Tod gar nicht mehr so weit weg ist, hält uns das nicht davon ab, das Leben zu geniessen. Im Gegenteil, es wird umso wertvoller, je zerbrechlicher es wird.

Und nun frage ich Sie: Warum hören wir dann auf anzulegen, nur weil vielleicht irgendwann ein Crash kommen wird? So wie der Tod in der Regel nicht ohne Vorwarnung und Vorlauf kommt, kommt der Crash schon gar nicht ohne Vorentwicklung und langsam steigende Spannung im System daher.

Warum also, warten wir nicht ab, bis diese Spannungen sichtbar werden und fangen dann erst an, unsere Anlagen in Sicherheit zu bringen?

Warum glauben wir stattdessen immer wieder, dass uns irgendein "Guru" eine Jahreszahl zum nächsten Crash sagen kann oder den Ablauf vorhersagen kann?

Das hat schon etwas Merkwürdiges.

Gerade beim Thema des Zusammenbruchs des Euros, bin ich doch jemand, der das Problem genau sieht und auch von einem *RESET* ausgeht, der uns irgendwann ereilen wird. Ich habe oft darüber geschrieben, so zuletzt auch in
-> Europa, der Euro und die Trauerarbeit < -. Daraus ein Zitat:

Klar ist aber, dass der real existierende Euro mit seiner inneren Fehlkonstruktion, Europa nicht mehr eint, sondern auseinander treibt.

Klar ist auch, dass eine Währungsunion immer am Ende eines politischen Einigungsprozesses stehen muss und nicht am Anfang. .....

Die Chance der einigenden Wirkung, wurde aber wohl im ersten Jahrzehnt des neues Jahrtausends vertan. Damals als die positiven Effekte der Währungsunion noch überwogen und Südeuropa einen Boom durch stark fallende Kreditzinsen bescherte, war der ideale Zeitpunkt. Jetzt sind die Scherkräfte und ihre politischen Profiteure schon da.

Diese Chance wird also wohl nicht wieder kommen, da bleibt in meinen Augen nur Illusion und Trauerarbeit. Je früher wir diese Illusion beenden und der Wahrheit ins Auge schauen, desto besser.

Optimistisch ist das definitiv nicht, was den Euro angeht. Aber der Zeitpunkt ist eben völlig unklar, wann diese inneren Scherkräfte sich in einer nicht mehr beherrschbaren Krise entladen und da finde ich es schon "putzig", wenn dann eine höchst legalistische Argumentation gefahren wird, die den Crash aus konkreten Verpflichtungen und Bilanzierungsregeln herleitet.

Frei nach dem Motto: "Die Welt wie wir sie kennen geht unter, aber alle halten sich im Untergang an die Regeln". Eher putzig, diese Vorstellung.

Das könnte aber nur Realität sein, wenn in der "großen Krise" diese Regeln noch etwas wert wären, das wird aber nicht der Fall sein.

Wir müssen uns klar machen, dass die EZB nun die Bankenaufsicht hat. Die EZB kann technisch gesehen jederzeit Geld aus dem Nichts in beliebiger Höhe schöpfen, sie kann technisch gesehen Banken unter Zwangsverwaltung nehmen, von denen riesige Anleihen ausgeben lassen und die dann selber aufkaufen und die Banken damit faktisch kapitalisieren.

Wir müssen uns weiter klar machen, dass Politik und Notenbank schon in der weit weniger kritischen Eurokrise 2011/2012 bewiesen haben, dass Regeln und Gesetze wenig interessieren und kreativ gedehnt bis übergangen werden, wenn es mal wirklich eng wird.

Und wir müssen uns klar machen, welcher Druck entsteht, wenn der "große Knall" wirklich bevor steht und alle Mächtigen ausnahmslos - von Notenbanken, über Politik bis zur Großfinanz und Großindustrie - *gleichgerichtete Interessen* haben werden, diesen Knall um jeden Fall zu verhindern.

In so einer Situation werden Dinge passieren, die heute weder legal, noch vorstellbar sind. Die politische Dimension ist um Faktoren grösser, als irgendwelche bilanztheoretischen Überlegungen.

Oder mit anderen Worten, bevor dieses System untergeht, wird es noch um sich schlagen und gerade der IWF unter der neuen EZB-Chefin Lagarde, hat sich da schon einige Dinge ausgedacht, die bisher undenkbar waren.

Wir müssen einfach akzeptieren, dass dieser Ablauf so einer schweren Krise *völlig unvorhersehbar* ist und der Zeitpunkt, zudem alle kreativen Maßnahmen erschöpft sind erst recht. Das kann 2020 sein oder auch erst 2034 und keine Jahreszahl ist besser als eine andere.

Und auf einen völlig unvorhersehbaren Ablauf kann man sich eben nicht gezielt vorbereiten und Empfehlungen von Einzelmaßnahmen sind eher unseriös, wenn es mehr als reine Beispiele unter vielen sind.

Alles was in dieser prinzipiellen Unsicherheit bleibt - und das haben wir im Premium-Bereich in der "Armageddon-Reihe" schon vor Jahren intensiv thematisiert - ist eine gesunde Diversifizierung mit deutlichen Anlage-Schwerpunkten jenseits des Euros und jenseits von Schuldverschreibungen (Zinspapieren) und Bargeld, sowie ein wacher Geist, der mit gesunder Skepsis die Augen offen hält.

Wenn wir das aber haben, sollten wir lieber die Sonne und unser Leben geniessen und die aktuelle Rally mitnehmen, statt über einen Crash zu grübeln. Zumal die reale Gefahr hier und heute eher ein bullischer "Melt-Up" ist, also eine massive Rally, die dann einen Panikcharakter bekommt.

Die aktuelle "Gefahr" ist also der Crack-Up Boom, über den ich bei Tichy schon im Sommer 2016 geschrieben habe: .

Weiterlesen ...Der große Knall

Sommer-Tango

Vor gut 2 Monaten, um Ostern herum, hatte ich Ihnen im Artikel -> Hochschmelzen - Melt-Up! <- ein gut denkbares Szenario für den weiteren, langfristigen Verlauf des S&P500 gezeigt.

Es waren diese Worte und dieses Chart, achten Sie auf den Dip, den ich da für die kommenden Monate eingezeichnet hatte:

Also, die Ingredienzien sind durchaus da, dass Finks [Larry Fink Blackrock] Prophezeihung wahr werden könnte. "Könnte", ob sie es wirklich wird, werden wir sehen, wir sollten das aber ernst nehmen.

Kurzfristig können solche Äußerungen durchaus ein kleines Top markieren, der Markt ist durchaus reif für eine Pause und einen Rücksetzer, spätestens bei den Allzeithochs des S&P500.

Aber nach einem notwendigen Luftholen, gibt es derzeit wenig was dagegen spricht, dass der Markt in 2019 so eine Entwicklung wie unten im Chart nimmt und in einem angedeuteten Trendkanal, der seit 2011 Bestand hat, weiter nach oben schmilzt:

Nun war der Dip punktgenau im Mai da und wir sind dank eines starken Juni mit Macht wieder bei den Allzeithochs, alle Notenbanken sind im "Race to the Bottom" und das Chart sieht so aus:

Und wissen Sie was?

Wie uns zeigt, sind die Institutionellen Anleger eher skeptisch und unterinvestiert, als zu euphorisch. Und schaffen damit genau die Grundlage für eine Aufwärtsbewegung, denn wer nicht investiert ist, muss bei steigenden Kursen nachhechten, wer schon drin ist, fällt dagegen als Käufer aus.

Ansonsten hat sich gegenüber der Lage im April im großen Bild wenig geändert, natürlich muss das nicht so kommen, der Ablauf hängt auch von diversen Unwägbarkeiten ab. Aber zumindest hat der Markt die Grundlagen geschaffen, dass der Melt-Up ein realistisches Eintrittsszenario hat und wer das ernst nimmt, sollte zu bärische Gefühle vielleicht mal überdenken. Zu 2/3 der Zeit steigt der Markt, deutliche Korrekturen hatten wir seit Februar 2018 nun drei. Die Korrektur von Mai, ging immerhin 8% nach unten und war gut zu antizipieren.

Am Wochenende, wurde dann eine weitere Erleichterung geschaffen, in dem die Handelsgespräche zwischen US und China wieder aufgenommen wurden. Es ist davon auszugehen, dass Trump nun auf eine Einigung zuläuft, auch wenn diese die wirklich schwierigen Themen ausklammert. Denn die Wahl nächstes Jahr wirft ihren Schatten voraus und das Letzte was jeder Präsident vor einer Wahl gebrauchen kann, ist eine Rezession.

Nun richten sich die Augen des Marktes auf die FED Ende Juli, von einer Zinssenkung um einen Viertelpunkt kann aus Sicht des heutigen Wissensstands ausgegangen werden. Die EZB kommt eine Woche vorher und wird wohl auch Maßnahmen anknündigen, um im "Race to the Bottom" der Währungen nicht den Kürzeren zu spielen.

Man kann das finden wie man will und man kann berechtigterweise der Ansicht sein, dass diese Notenbankpolitik Wahnsinn ist, es ändert aber nichts daran, dass damit bis auf weiteres die Marktsignale auf Grün bleiben und man zum Jahresende 2019 weiter latent optimistisch sein kann.

Unvorsichtig sollte man nicht werden, das ist aber eine Platitüde, weil das darf man nie, niemand kennt die Zukunft und Überraschungen sind immer möglich.

Wenn man sich nun aber Marker unter den heutigen Kursen zurechtlegt, die dann im Falle des Falles ein Signal setzen, dann kann man solange diese Marker nicht in Gefahr geraten, als Anleger weiter den Sommer-Tango tanzen!

Übrigens, in den US ist diese Woche am Donnerstag Börsenfeiertag "Independence Day" und am Mittwoch vorher verkürzter Handel. Da wird die Wallstreet schon am Mittwoch in das verlängerte Wochenende entschwinden.

Das Geschehen dieser Woche, wird sich also am Wochenanfang ballen, denn die europäischen Märkte sind ohne die Gelder der Wallstreet in der Regel orientierungslos. Ab Mittwoch Abend MEZ sollte der Markt also für den Rest der Woche in ein Dümpeln übergehen, wenn es keine geopolitische Überraschung geben sollte. Kommende Woche startet dann die neue Saison der Quartalszahlen.

Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Für Aktienskeptiker



Dieser Beitrag, ist für den seltenen Fall, dass sich mal jemand auf sumerdigital verirren sollte, die oder der Aktien nicht mag, weil sie ja "zu riskant" seien.

Von dieser Denkstruktur gibt es ja ganz viele, es ist leider die Mehrheit der Bevölkerung, die sich so freiwillig selbst verzwergt, was die Geldanlage angeht. Was schon für sich ziemlich traurig und absurd ist, weil Beteiligungen am Produktivvermögen langfristig eine der sichersten und definitiv ertragreichsten Anlageformen ist. Man muss sie nur verstehen.

Nun gibt es viele gute Artikel, die das alles erklären und versuchen, Aktien einer breiteren Bevölkerung schmackhaft zu machen. Nur Ratio nützt in der Regel herzlich wenig, weil hier die Effekte unseres evolutionären "Affenhirns" wirken.

Ich will die zwei wesentlichen Fehlkonzeptionen - die Angst vor den Schwankungen und der Glaube, die Börse sei "zu weit gelaufen" und werde bald zusammenbrechen - daher mal auf andere, hoffentlich eingängige Art und Weise adressieren.

Und ich mache das bewusst auch argumentativ nicht ganz so auschweifend, weil wer Aktien aus Angst ablehnt, wird sowieso keine langen Erklärungen lesen, da muss man schneller ein Nachdenken in Gang setzen.

(1) Die Angst vor den Schwankungen

Die sichtbaren Schwankungen der Märkte verschrecken und überfordern viele. Was aber leider nur darauf beruht, dass nicht verstanden wird, dass die meisten anderen Anlageklassen genauso schwanken, nur gibt es in der Regel nirgendwo Kurse, die einem das jeden Tag zeigen.

Stellen Sie sich doch mal vor, Ihre vermietete Wohnung in Berlin würde an einem Markt gehandelt, so dass Sie jeden Tag deren Marktwert schwarz auf weiss im Depot sehen könnten, wie bei einer Aktie. Was glauben Sie wohl, was in den letzten Wochen im Zuge der Enteignungs- und Mietdeckel-Diskussionen damit passiert wäre?

Ich sage es Ihnen, Ihre Wohnung wäre im Kurs um locker 10-20% nach unten geknallt! Und 2008, im Zuge der Finanzkrise, wäre Ihre Immobilie ebenso wie Aktien um 40% und mehr entwertet worden, das kann ich Ihnen garantieren. Faktisch waren Immobilien zu dem Zeitpunkt für ein paar Monate weitgehend unverkäuflich, was den Marktwert ins Bodenlose getrieben hätte - so ihn jemand gemessen hätte.

Man braucht für Schwankungen des "Kurses" einer Immobilie auch keine Enteignungsphantasien, wäre Ihre Immobilie täglich an einer Börse gehandelt, würde jede Umgehungsstrasse, jeder Mord in der Nachbarschaft, jede Änderung der Dämmungsverordnung in Berlin und jede Ansiedlung eines Betriebs der Arbeitsplätze bietet, sich auf den Kurs Ihrer Immobilie auswirken. Genau diese tägliche Anzeige gibt es aber nicht!

Sie haben diese Schwankungen einfach nicht bemerkt, weil Ihnen nirgendwo der Kurs Ihrer Wohnung entgegen blinkte. Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss - diese simple Regel hat Ihr evolutionäres Affenhirn davor bewahrt, hier auch Angst zu bekommen.

Heute argumentieren Sie vielleicht, dass es ja auch keinen Grund gibt sich Sorgen zu machen, weil "Betongold" halt werterhaltend sei und einen Schwankungen da nicht interessieren sollten. Stimmt.

Nur glauben Sie ernsthaft, dass die Existenz von Konsumgüterriesen wie Nestle oder Johnson&Johnson irgendwie in Frage stand oder steht? Nein, im Zweifel dann noch eher die Wohnung, die kann nämlich enteignet oder in einem Elementarschaden zerstört werden, ein internationaler Konzern mit Dependancen in der ganzen Welt, dagegen viel schwieriger.

Konzerne dieser Qualität haben teilweise 2 Weltkriege überdauert, von Wohnungen kann man das nicht immer sagen, die wurden entweder zerstört, oder enteignet oder 2x - 1924 und 1948 - mit Zwangshypotheken teilenteignet.

Damit Sie mich nicht missverstehen, ich argumentiere hier nicht gegen Immobilien, ich habe selber eine selbstbewohnte Immobilie und ein paar Konzerne sind historisch auch untergegangen, Stichwort Enron, nichts ist also 100% sicher. Ich will nur klar machen, dass Sie einer Illusion aufsitzen, wenn Sie Aktien wegen der sichtbaren Schwankungen für grundlegend "riskanter" halten. Die Wahrheit ist viel einfacher, es kommt bei Aktien wie bei Immobilien, langfristig auf die Qualität an. Schrottimmobilien machen ebensowenig Spaß, wie Schrottaktien.

Also, in einer schweren Finanzkrise fällt zeitweise alles. Selbst Gold ist im Herbst 2008 im Zuge des Margin-Calls deutlich gefallen. In den meisten Fällen wie bei Immobilien merken Sie es mangels Kursen nur nicht.

Die Frage der Sicherheit in einer Krise ist also nicht was fällt, sondern was danach immer noch da ist und wieder steigen wird. Das macht Sicherheit aus und da sind diese obigen Konzerne ganz vorne dabei!

(2) Zu weit gelaufen

Die zweite Fehlkonzeption, ist der Glaube, dass Börse - gerade wenn Sie wie jetzt der US Leitindex S&P500 Allzeithochs generiert - zu weit gelaufen sei und daher sicher wieder zusammenbrechen müsse. Auch das beruht auf unserem evolutionären Affenhirn, nur ist es auf die Börse angewandt leider völlig falsch.

Dummerweise wird diese Fehlkonzeption dann noch durch Heerscharen medialer Perma-Bären und Untergangs-Propheten bestärkt, denn Artikel zum nächsten Crash generieren immer mehr schnelle Klicks, als mühselige Argumentationen wie diese.

Es ist ja auch so eingängig, die Börse ist gestiegen und gestiegen, die Notenbanken helfen kräftig mit Fiat-Geld mit, das kann doch nicht gut gehen! Wird es wohl auch nicht, deswegen werden die Kurse aber trotzdem nicht mehr auf die Stände vor 50 Jahren zurückfallen und wahrscheinlich nicht mal mehr auf die von 2009. Und sollte wirklich so eine schwere, historisch einmalige Krise kommen die alles zerstört, glauben Sie ernsthaft, dass diese dann andere Anlageformen nicht träfe? Ich bitte Sie!

Ich will Ihnen das mal eindrücklich zeigen. Das ist der Kursverlauf des Leitindex S&P500 über die letzten 50 Jahre. Das ich vor 50 Jahren aufhöre, hat nur damit zu tun, dass ich keine älteren Daten im Tool habe. Ich verspreche Ihnen aber, würde ich so eine Steigungslinie über 120 Jahre zeichnen, würde sie auch nicht viel anders aussehen, -> dieser 6 Jahre alte Artikel zum DOW <- vermittelt dazu einen Eindruck.

Auch die Steigungslinie kann man natürlich leicht anders zeichnen, man kann den Start und Endpunkt woanders anlegen und so dafür sorgen, dass die aktuellen Kurse über oder unter der Linie liegen. Das ist aber nicht der Punkt, weil auch die veränderten Linien werden nicht so groß abweichen.

Diese Steigungslinie der logarithmischen Darstellung steigt im Mittel um ca. 7% pro Jahr, was auch dieser Artikel anders herleitet:

Streiten wie uns also nicht um Kommazahlen und vielleicht ein Prozent, sondern akzeptieren wir, dass die US Aktienmärkte im Mittel um ca. 7% pro Jahr steigen. Trotz Kriegen, trotz Crashs, trotz Finanzkrisen, trotz Notenbanken. Und wären es am Ende "nur" 5 oder 6%, würde das an der Kernaussage nichts ändern.

Nun müssen wir von dieser Steigung aber die Inflation abziehen, gleichzeitig sind im S&P500 aber keine Dividenden im Index mitberechnet, die kommen noch oben darauf. Am Ende kann man Pi-mal-Daumen davon ausgehen, dass sich beide Seiten - Inflation und Dividenden - ausgleichen und neutralisieren.

Womit wir immer noch 7% pro Jahr echten Wertgewinn am US Aktienmarkt haben und wie gesagt, wenn jemand anders "nur" 5% errechnet, soll es auch Recht sein. Andere, schwächere Indizes wie der DAX, bewegen sich auch eher in den niedrigeren Regionen, sind aber im Mittel auch klar positiv.

Das Chart so zu betrachten, hinterlässt aber in unseren Hirnen falsche Ängste, weil wir uns einbilden, das müsste nun wieder auf die alten Kurse von 1969 fallen. Es ist die vermeintliche "Fallhöhe" rechts, die instinktive Ängste macht.

Was aber kompletter Unfug ist, der S&P wird definitiv *nie wieder* die Kurse von 1969 erreichen. So ein Chart ist kein Abbild der Erdoberfläche und es gibt hier keine Gravitation, die etwas nach unten zerrt.

Um diese Falle unseres "Affenhirns" zu vermeiden, müsste man das Chart kippen, so dass man diese Steigungslinie als X-Achse bekommt, leider ist mir das mit meinen Tools technisch nicht möglich. Dann würde man sehen, dass wir 2000 tatsächlich eine Bewertungsblase hatten und 2009 historische Kaufkurse, wie sie in den 50 Jahren nur einmal da waren. Und man sieht auch, dass wir aktuell eigentlich im Bereich der normalen Steigung sind - mehr oder weniger, je nachdem wie man die Linie zeichnen will.

Wie ist das möglich? Wie kann es sein, dass eine Assetklasse über 50 Jahre 5-7% pro Jahr Ertrag nach Inflation generiert und die Mehrheit der Bürger störrisch der Meinung ist, diese sei "zu riskant" und "nur was für Zocker"?

Die Antwort zu dieser "Blindheit" ist einfach, diese beruht auf den oben beschriebenen Wahrnehmungsmängeln, mit denen die (fraglos vorhandenen) Risiken masslos überschätzt und die großen Chancen ebenso masslos unterschätzt werden.

Ich kann es auch flapsiger sagen. Ein wirklicher "Zocker" ist jemand, der Lotto spielt oder in die Spielbank geht, wo man statistisch im Mittel nur verlieren kann, weil nur Teile der Wettgelder wieder ausgeschüttet werden. Wer aber hier langfristig mitmacht und dabei bleibt, ist einfach vernünftig.

Dass so eine Steigerung aber überhaupt möglich ist, ist der Verdienst der einzigen Wirtschaftsform, die wirklich Wohlstand für alle schaffen kann: der (sozialen) Marktwirtschaft. Um so absurder, wenn dirigistisch-planwirtschaftliche Ansätze wieder viele Anhänger fnden. Den Mietern wird am Ende so bestimmt nicht geholfen, das kann ich jetzt schon garantieren.

Denn diese Steigung ist letztlich das Ergebnis von Fortschritt, von Innovation und auch von Disruption. Sie ist das Ergebnis von Apples, die aufgestiegen sind und anderen, die untergegangen sind. Disruption wird nicht immer geliebt, weil sie alt Gewordenes zerstört, Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit fordert und damit auch kurfristige Schmerzen macht - sie ist aber nötig, um am Ende den Wohlstand aller zu heben. Und das "soziale" der "Sozialen Marktwirtschaft" ist dazu da, genau diese Schmerzen abzufedern, nicht aber die Disruption generell zu verhindern.

Und wissen Sie was? Da wir gerade bei dem "Sozialen" sind, was wäre sozialer, als wenn alle Arbeiter und Angestellten an diesen Wertsteigerungen Teil haben würden, die der Marktwirtschaft und dem Fortschritt inne sind?

Dazu müssten diese aber Aktionäre werden und Aktien ebenso wie Immobilien betrachten. Man kauft in beiden Fällen besser nur Qualitätsware und wenn man diese hat, bleibt man in Krisen gelassen, weil man weiss, dass es nicht auf die Schwankungen ankommt, sondern darauf, was nach der Krise noch da ist und wieder steigt.

Und da viele Bürger damit wohl trotzdem ein Problem haben, weil diese oben beschriebene Gelassenheit in der Krise weit schwieriger zu halten ist, als man in der Regel denkt, wäre auch ein Staatsfonds ala Norwegen für alle keine dumme Idee.

Aber wie auch immer man das umsetzt, ich kann nicht sehen, warum jemand der Geld zur Anlage hat, pauschal an diesen statistisch 5-7% pro Jahr nicht teilhaben sollte.

Und natürlich, was Ihre Ängste angeht, ich verspreche Ihnen, nachdem Sie eingestiegen sind, wird der Markt erst einmal um 20% fallen. Und dann wird er jahrelang dahin dümpeln, einfach weil der gerne so fies ist und an ihren Nerven zerren möchte. 😉

Jetzt gehen Sie aber mal an das Chart und ziehen vom Einstiegspunkt 1969 bei damals 69,29USD eine 20% Korrektur ab und stellen sich die Frage, welche Relevanz das langfristig hat. Kleiner Hinweis, heute ist der Kurs des S&P500 bei 2.964 - nach einer 20% Korrektur wäre er bei 2.371.

Punkt angekommen, lieber Aktienskeptiker?

Ihr Michael Schulte (Hari)

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