Jahreswechsel und Preiserhöhung

Der Jahreswechsel rückt näher und die Besitzer von Glaskugeln sind mit ihren Jahresprognosen für 2018 wieder im Markt. Was diese vor einem Jahr zum DAX geschrieben haben, habe ich schon einmal dargestellt, wir sehen wie wertlos diese Konsensprognosen sind, die jedes Risiko zu vermeiden suchen und sich immer in der Herde verstecken wollen.

Vor allem, was sagt es über die Qualität der versammelten Aussagen aus, wenn keine einzige Prognose von vor einem Jahr auch nur annähernd mit der Realität des Jahres 2017 zu tun hatte? Und es erkläre mir keiner, dass das ja so überraschend war was passiert ist, der Trumpsche Schub war schon 2016 deutlich sichtbar und eine bullische Fortführung immer eine sehr realistische Variante der Zukunft. Zwar nur eine Variante unter anderen, aber es ist doch bezeichnend, dass sich keiner getraut hat diese bullische Variante richtig zum Thema zu machen.

Das Fazit ist simpel, vergessen Sie einfach diese Prognosiritis, sie ist völlig wertlos. Wir können auch eine Bank darauf bauen, dass bei den 2018er Prognosen wieder der bestehende Trend gemässigt fortgeschrieben wird. In den US ist das schon passiert, von aktuell 2.650 im S&P500 ausgehende Prognosen reichen von 2.700 bis 3.000 für 2018 - wie überraschend, wie spannend, wie relevant! Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Der einzige Weg sich dem Markt zu nähern und seinen Atem zu antizipieren ist ihn Schritt für Schritt zu nehmen, so wie wir das bei sumerdigital tun. Was Ende 2018 passiert, wissen wir nicht und vergeuden auch nicht unsere wertvolle Zeit, darüber zu fabulieren. Was aber zum Jahreswechsel 2017/2018 passiert, ist heute schon viel eher zu antizipieren, weil der Markt entsprechende Signale gibt. Und auch welche Sektoren und Aktien im Rahmen einer Sektorrotation in 2018 eher Chancen zum Rebound haben, ist ein Thema das man nun seriös diskutieren kann, den DAX Stand Ende 2018 dagegen nicht. Mit unserem aktuellen "Mean Reversion 2018 Projekt" bilden wir übrigens wieder ein kleines 10er Depot an soliden Aktien mit Nachholbedarf ab, die Depots sind 2016 und 2017 jeweils sehr gut gelaufen.

Damit komme ich auch zum eigentlichen Thema. Seit 5 Jahren besteht der Premium-Bereich nun und die Community ist gewachsen und gewachsen. Sie als freie Leser können zwar die Vielfalt der Artikel nicht sehen die existieren, diese sind nur für Mitglieder sichtbar.

Sie können aber auf der rechten Seite des Blogs eine Ahnung von der Vielfalt der Themen entwickeln, die aktuell in der Community im Forum diskutiert werden. Und Sie können bei Twitter unter @HariMrMarket jedes Mal sehen, wenn wieder ein neuer Artikel im Premium-Bereich Online geht.

In diesen 5 Jahren ist die Mitgliedschaftsgebühr auch im Wesentlichen unverändert geblieben, sie betrug für Verlängerungen 240€ und für Neuanmeldungen 290€. Diese ungewöhnliche Preispolitik ist Ausdruck davon, dass mir an langfristigen, treuen Mitgliedern gelegen ist, die dauerhaft Teil der Community werden. Mit Rabatten und "Kauf mich jetzt" Effekten wird hier nicht gearbeitet und so mache ich den Ersteinstieg bewusst etwas teuerer und damit schwerer, auf diese Art und Weise selektiere ich aber auch die Mitglieder, die wirklich Interesse am Marktgeschehen und an der seriösen, troll-freien Beschäftigung damit unter Gleichgesinnten haben.

Das Ergebnis ist eine sehr erwachsene, akademisch geprägte Community, in der bis auf seltenste Ausnahmen ein freundlicher, sachorientierter Ton herrscht und Trolle, Rechthaber und Selbstdarsteller völlig abwesend sind.

Trotzdem sind einige Neumitglieder verständlicherweise geprägt von schlechten Erfahrungen mit anderen, lautstark beworbenen Börsendiensten, die hinter der Fassade dann eher dünnen Mehrwert liefern und sind zunächst zögerlich die Hürde der Mitgliedschaft zu überwinden. Diese Entscheidung kann und will ich Ihnen aber nicht abnehmen, mit Rabatten und sonstigem Vertriebs-Firlefanz schon gar nicht, denn damit würde ich mir die falschen Mitglieder holen, die auf so etwas reagieren.

Im Gegenteil, ich lege Wert darauf, dass diese Entscheidung für sumerdigital nicht zu einfach ist und Sie sich im Vorfeld mit den Artikeln des freien Bereichs beschäftigen, bevor Sie Mitglied werden. Die grosse Mehrheit der Neumitglieder - gerade haben wir wieder eine ganze Reihe - sind dann aber eher "erschlagen" von der Vielfalt der Artikel und Themen und dem riesigen Archiv, das in gut 5 Jahren zusammen gekommen ist. Sie müssen diese Hürde also selber überwinden, einen vertrieblichen roten Teppich lege ich Ihnen nicht aus, das würde auch nicht zur gnadenlosen Ehrlichkeit und Unabhängigkeit passen, die sumerdigital auszeichnet.

Die bisherige Einstandshürde von 290€ ist gemessen am Inhalt sowieso viel zu niedrig, denn wo bekommt man schon eine Art moderierten Kurs zu Börsenthemen, in dem man mit den Autoren dann auch diskutieren und Fragen stellen kann? Derartige Kurse kosten eher vierstellig und das dann für kurze Zeit, hier sind Sie dagegen ein ganzes Jahr dabei, erleben den Markt mit mir und nehmen dabei ganz nebenher eine grosse Menge Wissen auf. So berichten es viele Mitglieder auch in den -> Testimonials <- und so ist es.

Aber "zu niedrig" oder "zu hoch" sind relative Kategorien, die Einstiegsgebühr soll "gerade richtig" sein um die zu selektieren, die wirklich Interesse haben und bewusst alle "Schnellklicker" und "Kostenlos-Fetischisten" abschrecken. Wer weiter glaubt, er bekäme gerade am Finanzmarkt unabhängigen und trotzdem hochwertigen Content "kostenlos" und doch ohne wirtschaftliche Interessen, dem wünsche ich mit einem Augenzwinkern weiter viel Glück beim Suchen. 😉

Nach 5 Jahren ist es daher Zeit, die Gebührentabelle anzupassen. Ab 01.01.18 kosten die Verlängerungen bestehender Mitgliedschaften 50€ mehr, also nun auch 290€, das wissen die Mitglieder aber schon und ist für Sie im freien Bereich auch erst einmal irrelevant.

Relevant für Sie im freien Bereich ist aber, dass ab 01.01.18 die Neumitgliedschaft im ersten Jahr auf 340€ pro Jahr hoch geht. Wer dagegen bis einschliesslich 31.12.17 noch Mitglied wird, kann das noch zu den alten Konditionen von 290€ im ersten Jahr vollziehen.

Rabatte gibt es dabei weiter nicht und wird es hier nie geben, auch eine "Schnupperaktion" wie in den letzten Jahren wird es in diesem Jahreswechsel nicht geben.

Ab Januar werde ich aber voraussichtlich eine einmonatige "Testmitgliedschaft" für ca. 100€ einführen, die den Zweck erfüllen soll denen einen Einblick in die Community zu ermöglichen, die bei 340€ pa zu lange zögern, weil sie an anderer Stelle schlechte Erfahrungen mit so Diensten gemacht haben.

Wirtschaftlich gesehen ist die Testmitgliedschaft natürlich unsinnig, 100€ für einen Monat macht keinen Sinn, wenn man das ganze Jahr für 340€ haben kann. Das ist aber so gewollt, ich will diese kurzfristigen Mitgliedschaften eigentlich nicht und sie daher auch nicht fördern, sie soll nur denen einen Einblick mit weniger Kapitaleinsatz ermöglichen, die sich anders gar nicht entscheiden können.

Aber das wird wie gesagt voraussichtlich erst im Januar eingeführt und ist nun noch nicht spruchreif. Spruchreif ist aber definitiv die Erhöhung auf 340€ zum 01.01.18 für Neumitglieder.

Ich denke Sie erkennen an meinen Worten, dass ich diese aus einer Position des Selbstbewusstseins heraus tätige. sumerdigital war nie und ist nicht der Versuch "jeden" zu erreichen. Es ist der Versuch eine starke, gebildete und miteinander vertrauensvoll und hilfsbereit umgehende Börsencommunity zu entwickeln und nebenbei noch jede Menge meines Börsenwissens weiterzugeben. Das ist bisher gelungen.

Wer sich dafür interessiert, ist schon durch den Filter der langen Texte im freien Bereich des Blogs gegangen, denn wer Schwierigkeiten hat sich auf mehr als drei Sätze zu konzentieren, fällt damit schon mal raus. Die Einstiegsgebühr ist dabei die bewusst gesetzte nächste Hürde, ob Sie diese nehmen wollen, ist alleine Ihre Entscheidung.

Vor dem Jahreswechsel, melde ich mich nächste Woche hier im freien Bereich noch einmal zum Markt, dann startet auch schon bald 2018. Ich sage Ihnen schon heute ganz "kostenlos" wie das Jahr 2018 werden wird: spannend und profitabel. Denn irgendwo ist immer ein Bullenmarkt, man muss ihn nur finden. 😉

Ihr Hari

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Die Weisheit der Advance / Decline (AD) Line



Im Frühsommer 2016, als der Markt so richtig aus der grossen Konsolidierung seit Anfang 2015 abzuheben begann, habe ich im Premium-Bereich mit den Mitgliedern einen Indikator geteilt, den ich immer mal wieder bemühe um zu schauen, ob der Markt langfristig noch "gesund" ausschaut oder sich in eine Richtung eine Divergenz ergibt.

Damals im Juni war eine klare bullische Divergenz im Indikator vorhanden, der Markt signalisierte grosse innere Stärke und was daraus geworden ist, wissen wir nun im Nachhinein, eine der längsten und gnadenlosesten Aufwärtsbewegungen der Börsengeschichte.

Nun ist ein Indikator nur ein Indikator, Sie wissen auch hier im freien Bereich aus mehreren meiner letzten Artikel, dass ich im Sommer 2016 auch aufgrund anderer Parameter recht bullisch war. Aber ein brauchbarer Indikator ist besser als keiner und deshalb möchte ich auch Sie hier im freien Bereich mal an diesem Indikator schnuppern lassen und bitte Sie, diesen folgenden Artikel vom 09. Juni 2016 mal mit den Augen des Rückblicks zu betrachten.

Im Anschluss daran, zeige ich Ihnen dann was der Indikator für die Gegenwart sagt und das wollen Sie doch ganz besonders wissen, oder?

Alle Charts übrigens mit Dank von

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Artikel Premium-Bereich vom 09.06.16

In den "Hari Notizen" im freien Bereich, hatte ich heute auf die hingewiesen, eine Liste die Aktien zeigt, die ein neues 52-Wochen-Hoch geschafft haben.

Gestern waren das 47 Aktien, oder fast 10% des S&P500. Das ist klarer Ausdruck guter Marktbreite und im bullischen Sinne auf der mittelfristigen Ebene bestätigend. Über das, was der S&P500 heute oder morgen macht, sagt das aber nichts aus.

Auf einen weiteren "Breadth-Indikator" will ich heute auch kurz eingehen, der manchmal auch gute Dienste leistet, in die gleiche Richtung wie die "52-Week-Highs" zeigt und unter anderem darauf hingewiesen hat, dass wir nun gute Chancen für neue Allzeithochs haben.

Das ist der Advance/Decline (AD) Indikator, der ganz simpel die Anzahl der steigenden Aktien, der Anzahl der fallenden Aktien gegenüber stellt. Lesen Sie eine genaue Erklärung hier:

Manchmal sind es die einfachsten Indikatoren, die die besten Signale liefern, man muss sie nur wahrnehmen und zu werten wissen. Schauen Sie mal hier, wir haben oben die kumulative A/D Linie und darunter den S&P500 zur Referenz, beide seit 2014:

AD 09.06.16

SPX 09.06.16

Jetzt ist mein Vergleich zum S&P500 nicht ganz fair, weil um ganz präzise zu sein, müsste man die AD Line mit dem vergleichen, worauf diese hier im Chart berechnet wird und das ist der NYSE Composite Index (NYA), der etwas umfangreicher, als der S&P500 ist. Da der aber hier kaum bekannt ist und kaum andere Ergebnisse produziert als der S&P500, habe ich Letzteren zum Vergleich genommen. Die Aussagen ist in beiden Fällen identisch.

Wie sehen die klare, positive Divergenz, die die AD-Line seit Februar diesen Jahres hat. Ich habe bewusst mit einer blauen Linie die jeweils obere Begrenzung heraus gearbeitet, um auf einen Blick zu zeigen, dass die kumulative AD Linie und der S&P500, eigentlich ein hohe Parallelität haben.

Das ist ja auch nicht so verwunderlich, denn wenn der Index steigt, steigen auch die enthaltenen Aktien. Die Frage ist immer nur, wie stark der Index die Einzelbewegungen optisch dämpft.

Seit Februar diesen Jahres aber, läuft die AD Linie in einer deutlichen Divergenz nach oben weg. Das können wir so übersetzen, dass der Index an der Oberfläche ruhig und träge erscheint, unter der Decke aber viel mehr Aktien steigen, als fallen.

Und das ist wiederum nur möglich, wenn wenige grosse Titel bremsen, viele mittlere Aktien aber schon im neuen Bullenmarkt sind.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass der Russel 2000 Small Cap Index (RUT), gegenüber dem S&P500 hinterher hinkt. Man kann also nicht einfach sagen, dass kleine Aktien besser laufen als grosse. Ausserdem sind im S&P500 ja gar keine so richtig kleinen Aktien.

Nein, die starke AD Linie sagt eindeutig, dass auch mehr mittlere steigen, als der S&P500 auf den ersten Blick sichtbar macht. Das genau ist gute Marktbreite!

Nun sind so Indikatoren immer interpretationsfähig und man kann solche Daten leicht unterschiedlich interpretieren, aber dieses Bild weist recht eindeutig auf einen starken Markt, der im Inneren gesund erscheint. Genau genommen, ist die positive Divergenz zum NYA oder zum RUT, in denen mehr kleine Aktien sind, sogar noch grösser. Den S&P500 mit Divergenz zu schlagen, ist im Moment also die härteste Nuss und auch das schafft aktuell die AD Linie.

So richtig "gemerkt", habe ich das aber auch erst vor ein paar Wochen, als sich auch meine Stimmung aufhellte. Denn es braucht Zeit, bis die Divergenz des Indikators so richtig sichtbar wird und das ist auch kein Indikator, auf den ich täglich schaue.

Aber trotzdem ist es doch faszinierend, wie hier eine augenscheinlich wichtige Information auf einfachster Datenbasis vor unserer Nase war. Und die lautet:

Die US Märkte sind unter der Decke stärker, als sie oberflächlich erscheinen. Dabei wirkt der S&P500 ja auch an der Oberfläche keineswegs schwach.

Faszinierend. Sie sehen, es lohnt sich, immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen.

Ihr Hari

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So, das war damals im Frühsommer 2016, ein klares Indiz, dass der Markt grosse innere Stärke hatte. Sollten wir nun nahe einer Topbildung sein, müsste dieser Indikator in die Gegenrichtung deuten.

Die kumulative AD-Line sollte dann schwächer sein, als der Index selber. Das würde darauf hindeuten, dass der Markt innerlich schwächer ist als es scheint, weil er dann nur noch von wenigen grossen Werten zusammen gehalten würde - ein Umstand den man oft (nicht immer aber oft) bei Tops finden kann.

Nun schauen Sie mal, was die aktuellen Daten im Vergleich zeigen:

Man braucht keine Lupe um zu erkennen, dass die AD-Linie immer noch mindestens so gleichmässig, eher stärker als der breite Markt selber nach oben strebt.

Das heisst eindeutig, dass aus Sicht der Marktbreite die aktuelle Bewegung keine Erschöpfungszeichen zeigt und auch keine Topbildung zu erkennen ist, ein Umstand den auch andere technische Parameter zeigen und auf dem ich ja immer herumreite, um wenigstens ein paar von Ihnen aus den Klauen der permanenten Weltuntergangspropheten zu erretten, die seit nun 8 Jahren die Depots ihrer Jünger zerstören.

So ein Indikator ist wie gesagt keine Garantie, es gibt Szenarien, in denen er eine Wende nicht rechtzeitig erkennen könnte. Und eine 5-10% Korrektur steht im Übrigen in keinem Widerspruch zu diesem Indikator, die wäre in dieser Dimension so irrelvant das kaum zu erkennen und im Übrigen völlig normal, dieser Indikator ist sehr träge und zeigt das ganz grosse Bild.

Aber es ist eben ein weiterer Baustein in einer ganzen Reihe technischer Indikatoren, die noch keine grundlegende Wende im Bullenmarkt andeuten. Das mag sich in ein paar Wochen oder Monaten ändern, heute ist es aber noch so!

Ihr Hari

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Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt



Vor 4 Jahren, am 11.11.2013, habe ich Ihnen hier im freien Bereich einen Artikel geschrieben. Er hiess:

-> Aktienmärkte von 1896 bis heute - Steht ein neuer säkularer Bullenmarkt bevor? <-

In diesem Artikel habe ich Ihnen dieses aus alten Kursdaten selbst erzeugte Chart des Dow Jones Index seit 1896 gezeigt:

Dow Historisch

Und ich habe unter anderem wie folgt argumentiert:

Wir sorgen uns zu Recht um 10% Gewinn oder Verlust. Wir reden vom "Crash" und verfallen in Panik, wenn der DAX mal wieder auf 5000 Punkte fällt. Im grossen, langfristigen Bild der Märkte ist das aber alles nur Rauschen. Und es ergibt sich eine höchst interessante Perspektive, mit langfristig sehr bullischen Implikationen, wenn man sich mal die Mühe macht, das ganz grosse Bild zu betrachten.

.....

Was wir sehen ist höchst beeindruckend. Es gab drei übergeordnete säkulare Bullenmärkte, der Erste endete mit dem 1929er Crash, der Zweite endete Mitte der 60er Jahre und der Dritte mit der Internet-Blase im Jahr 2000. Dazwischen lagen drei säkulare Bärenmärkte und ja, wir sind aktuell immer noch in einem säkularen Bärenmarkt bzw. zumindest in einer 10 Jahre andauernden Konsolidierung.

.....

Die wichtige Schlußfolgerung dieses grossen Bildes ist aber, dass wir möglicherweise am Beginn eines neuen jahrzehntelangen Bullenmarkets stehen könnten. Damit das passiert, braucht es aber Katalysatoren, die die Produktivität der Weltwirtschaft massiv anschieben und damit höhere Bewertungen rechtfertigen. In den 90er Jahren war das der Siegeszug der Computer und des Internets, verbunden mit der Friedensdividende aus dem Fall des eisernen Vorhangs.

Was könnte es in Zukunft sein ? Die Ergebnisse einer Biotechnologie vielleicht, die das Leben massiv verlängert, die Intelligenz der Menschen steigert und so die ganze Welt umkrempelt ?

Ich weiss es nicht. Und im grossen Bild können wir vorher auch problemlos noch einmal um 40% korrigieren. Für uns sehr schmerzhaft, im grossen Bild aber einfach nur ein paar weitere Jahre im säkularen Bärenmarkt seit 2000.

Der grosse neue Bullenmarkt kommt also noch. Und wahrscheinlich dauert es weniger als 10 Jahre, bis es wieder so weit ist. Das sagt uns dieses Chart. Vielleicht hat er auch schon mit dem Ausbruch zu neuen Hochs begonnen. Oder er beginnt vielleicht 2016, nach einem erneuten bösartigen Taucher um 40%, in dem die Verzerrungen durch die Notenbanken abgebaut werden.

Lassen Sie uns diesen säkularen Bullenmarkt aber nicht vergessen, wenn wir uns mal wieder über das Klein-Klein des Momentes sorgen. Und wenn wir zu Recht sagen, dass die aktuellen Kurse durch den Einfluss der Notenbanken zu weit gelaufen sind. Kurzfristig sind sie das wohl. Langfristig stehen uns die grossen Kursgewinne erst noch bevor.

Nun war diese Einordnung damals keine Gewissheit, Gewissheit gibt es nie. Es war einfach eine gute Wahrscheinlichkeit, die man nicht aus dem Auge verlieren sollte, während in dieser Phase permanent "Crash-Weissagungen" auf die Anleger einprasselten, von denen ich zwei einfach mal wieder kopieren will, über die ich mich damals im Premium-Bereich schon mokiert hatte:

Ich könnte endlos solche Artikel zitieren und auch aktuell haben diese wieder Hochkonjunktur. Denn das Fiese, das unsichere Seelen immer wieder in den Bann der Abkömmlinge von Nostradamus zieht, ist die Möglichkeit, dass es ja morgen doch *den* Crash geben *könnte*, denn die Zukunft ist ungewiss. Ja es *könnte*, morgen *könnte* die Welt untergehen, das ist objektiv richtig. Und nun?

Wer diese Sorge immer in sich trägt, ist eben für Einflüsterungen empfänglich und diese psychologischen Angriffspunkte werden natürlich auch von Unternehmen die etwas verkaufen wollen, gezielt zur Umsatzmehrung genutzt. Ich bin sicher, es sind einige unter Ihnen, die sich damals haben von den Crash-Propheten zu ihrem Nachteil beeinflussen lassen und es sind einige hier, die auch heute wieder fest vom unmittelbar bevorstehenden Börsen-Untergang ausgehen. Kann ja auch sein, unmöglich ist gar nichts.

Deshalb hat der Blick zurück bei Menschen die noch von diesen Ängsten getrieben werden ein weit heilsamere Wirkung, als Predigten in die Zukunft hinein. Man kann sozusagen im Nachhinein mal anschauen, wo man sich hat damals in Aufregung versetzen lassen und was dann in der Realität passiert ist. Und wenn wir vernunftbegabt sind, können wir daraus Schlüsse ziehen die uns helfen, in Zukunft nicht mehr so leicht zu beeinflussen zu sein.

Und deshalb habe ich oben mit Ihnen auf meinen Artikel aus 2013 geschaut und Links aus 2014 geteilt, von denen es tausende in diesem Stil gibt, denn mit der Heraufbeschwörung des Weltuntergangs lassen sich trefflich Klicks generieren.

Zurück schauen können wir auch auf andere Artikel von mir, wie den von der bei Tichy, der auch das Bild eines grossen Bullenmarktes in den Raum stellte, gerade weil das Finanzsystem so markant verzerrt wurde.

Auch ansonsten habe ich das Geschäft mit den Weltuntergangsszenarien immer wieder zum Thema gemacht, wie in -> Das dümmliche Gebrabbel der Weltuntergangspropheten <- und nun zeige ich Ihnen das aktuelle Langfristchart des Leitindex S&P500. Was sagt uns das?

Weiterlesen ...Vom Glauben, dem Weltuntergang und dem säkularen Bullenmarkt

Window Dressing und der Fortsetzungstrade

Im Artikel -> der Weg zum Jahreswechsel <-, hatte ich Ihnen vor zwei Wochen gezeigt, wie ich den weiteren Verlauf zum Jahresende sehe und warum ich weiter von einem starken Jahresabschluss ausgehe.

Es scheint bisher ziemlich genau so zu kommen, den kleinen "November-Schluckauf" hatten wir wohl schon und insbesondere die US Märkte schieben weiter gnadenlos hoch.

Heute will ich Sie daher ganz kurz auf einen weiteren Aspekt des "Window Dressing" hinweisen, denn es führt nicht nur an der Oberfläche der Indizes dazu, dass das Jahresende einen guten Abschluss findet. Es führt vor allem auch dazu, dass die im Jahr besonders gut gelaufenen Aktien von den hinterher hängenden Fonds-Manager extra noch einmal gekauft werden, um sie im Depot zu haben und im Sinne "habe doch alles richtig gemacht" vorweisen zu könnnen.

Mit dem Jahreswechsel werden die Spielkarten dann aber neu gemischt, dann kann eine Sektor-Rotation stattfinden und sich neue Favoriten herausbilden. Und was im Vorjahr zu weit gelaufen war, kann dann zur Korrektur ansetzen - es muss nicht, es kann. Aber bis Ende des Jahres wird recht zuverlässig einfach fortgeschrieben, was schon das ganze Jahr erfolgreich war und auf diesen Mechanismus kann man auch ein paar Trades bis Weihnachten basieren.

Im Premium-Bereich haben wir das Thema schon letzte Woche unter dem Titel "Fortsetungstrades zum Jahresende" besprochen und dabei auch einige Beispiele diskutiert. Hier im freien Bereich, will ich Sie nur erneut auf den Umstand hinweisen und Ihnen ein paar Beispiele aus dem Umfeld der ganz grossen Bluechips zeigen, die für einen derartigen "Fortsetzungstrade" in Frage kommen (alle Charts von )

Alibaba (BABA), Home Depot (HD) und Paypal (PYPL) - wenig überraschende und keinesfalls neue Namen. Kann das so einfach sein?

Ja kann es, dieser Mechanismus zum Jahresende gehört zu den stabilsten überhaupt, was ihn immer noch nicht absolut sicher macht - sicher ist am Markt gar nichts. Aber dieser Mechanismus ist so wahrscheinlich, dass darauf zu setzen sich in der Mehrzahl der Jahre immer wieder gelohnt hat, zumal die Namen vom Investmentgedanken her ja auch keine Hasardeur-Aktien sind.

Wenn Sie weitere Namen suchen, schauen Sie mal in meine Tweets auf der rechten Seite des Blogs oder suchen Sie sich selber grosse Aktien, die das ganze Jahr gut gelaufen sind und idealerweise gerade eine kleine Konsolidierung hingelegt haben.

Denken Sie aber daran, dass dieses Spiel mit dem Jahreswechsel beendet ist, es ist also ein temporäre Wette auf die letzten Wochen des Jahres. Was nicht im Umkehrschluss bedeutet, dass diese Aktien dann fallen müssen, aber die "Sonderkonjunktur" zum Jahresende ist halt vorbei.

Viel Erfolg!

Ihr Hari

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Überlassen wir 2018 noch der Prognosiritis

Letzte Woche habe ich Ihnen in -> Der Weg zum Jahreswechsel <- gezeigt, wie ein wahrscheinlicher Pfad zum Jahreswechsel aussieht und dass darin eigentlich noch ein begrenzter "November-Schluckauf" Platz hat.

Nun, letzte Woche hat sich dieser "Schluckauf" vielleicht schon in Gang gesetzt, zumindest in den europäischen Indizes wie dem DAX ist er schon zu sehen und die US Indizes könnten diese Woche auch leicht korrigieren.

Deshalb expandiere ich heute mal das Chart von letzter Woche und zeige Ihnen, was das im Leitindex SP500 bedeuten würde:

Wir sehen die Pfade (1) und (2), die beide auf den naheliegenden Unterstützungen drehen und beide extrem bullisch und bestätigend zu werten sind.

Erst wenn der Markt Pfad (3) einschlägt, muss man auch andere Varianten in Erwägung ziehen, wobei auch Pfad (3) bei einer Wende im Bereich 2.500 immer noch völlig gesund und normal wäre.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Marktsentiment. Das hat sich nicht nur bei den anhand technischer Daten gemessenen Indikatoren wie dem wieder normalisiert, auch Joachim Goldberg berichtet treffend von einer vorsichtigen Haltung, die für den DAX positiv zu sehen ist, bei der Unterstützung um 12.900 wird es nach meiner Erwartung wieder interessant.

Und ich beobachte selber, auf welche Skepsis alle Hinweise bei normalen Anlegern treffen, dass dieser Markt durchaus weiter hoch laufen kann. Da stösst man schnell auf Widerstand, während es bei Warnungen dass dieser Markt gefährlich ist, sofort wohlgefälliges Kopfnicken gibt. Ich habe auf diesen Umstand zuletzt hingewiesen, viele Anleger erreichen kann man damit aber nicht, mit Horrorgeschichten vom nächsten Crash dagegen ohne Probleme.

Wirklich erfahrenen Anlegern - und ich hoffe Sie gehören dazu, wenn Sie meine langen Texte durchhalten 😉 - sollte das aber etwas über den Bias sagen, der im Markt vorhanden ist. Die "Herde" ist immer noch eminent skeptisch, die Profis in den US dagegen eher optimistisch, aber in Form eines nervösen Optimismus, der den Finger jederzeit am Abzugsknopf für den Notausgang hat.

macht zum Thema einen validen Punkt, den ich mal übersetzen möchte:

As such, independent investor sentiment levels about the stock market are about as euphoric right now as a stomach ulcer.

Das Sentiment der nicht-institutionellen Investoren zum Aktienmarkt ist ungefähr so euphorisch wie ein Magengeschwür.

Volltreffer und gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten um den Globus herum durchweg auf Expansionskurs. Passt nicht so recht zusammen, oder?

Was kann man da Anlegern raten?

Nun, zunächst einmal will ich Niemandem etwas raten, Anleger machen doch sowieso was Sie wollen, wenn es klappt sind sie die Helden und wenn nicht, sind die Informationsquellen schuld. 😉 Bei uns in der Community ist das anders, da sucht man im Spiegel den Schuldigen, das ist aber eine kleine Minderheit und das ist gut so.

Aber Anlegern, die keine Erfahrung im Markt haben und bis jetzt gezögert haben in den Markt einzusteigen, die sollten es jetzt wirklich sein lassen. Es gab viele bessere Punkte um die erste Aktie zu kaufen und der Markt ist ja auch objektiv unter der Decke verzerrt und daher inhärent riskant. Unerfahrene Anleger werden bei der nächsten unvermeidlichen 10-20% Korrektur nur in Panik geraten und ihr kurzes Gastspiel mit Verlust abschliessen.

Wer aber erfahrener ist, wer weiss wie man konsequent aussteigt wenn ein Trend sich dreht und wer ein Risikomanagement besitzt, der kann vorerst dabei bleiben, denn der Aufwärtsttrend ist intakt und die Aussichten zum Jahresende von den Wahrscheinlichkeiten her nicht schlecht. Wie letzte Woche erklärt, wird das Jahresende vielleicht stark sein, gerade *weil* das Jahr so stark war.

2018 ist dann eine völlig andere Geschichte, ein Dip im Konjunkturzyklus wahrscheinlich und die unvermeidliche - aber in 2017 ausgefallene - 10-20% Korrektur irgendwann mal fällig. Nur wann diese kommt ist weiter offen und vor allem muss das erfahrene Anleger heute nicht interessieren.

Die schauen auf die Füsse statt ins Wolkenkuckucksheim und sind auch nicht im Geschäft der -> Prognosiritis <-, weil diese völlig unproduktiv und sinnlos ist. Das Geld wird mit den Kursen verdient, die jetzt zwischen heute und Weihnachten aufgerufen werden und nicht mit Spekulationen über 2018. Und Aussteigen kann man bis zum oder zum Jahresende dann immer noch, wann immer es geboten erscheint.

Überlassen wir 2018 also mal noch den Prognostikern, die alle so eine tolle Glaskugel haben. Übrigens hat von denen letztes Jahr niemand, absolut niemand, das Jahr 2017 richtig auf dem Radar hatte. Schauen Sie noch einmal , was diese vor einem Jahr geschrieben haben. Ganz grosses Kino im Herdenverhalten. 😉

Das wird die aber nicht davon abhalten, dieses Jahr wieder mit gewichtigem Gesicht das Offensichtliche fortzuschreiben und es wird viele Anleger wieder nicht davon abhalten, das ernst zu nehmen. Na dann viel Spass dabei, irgend jemand muss uns ja auch die Aktien verkaufen, die wir kaufen wollen oder umgedreht. 😉

Wenn Sie für kommendes Jahr sicherer sein wollen, lassen Sie das mit den Prognosen gleich ganz sein und schauen Sie wie beim Bergsteigen auf die Füsse. Irgendwann kommt man dann schon am Gipfel an, wenn man bei jedem Schritt aufgepasst hat nicht in den Abgrund zu stürzen. Hans-Guck-In-Die-Luft mit den grossen Prognosen, die das Ego vom Hans dann dem Markt "beweisen" will, weil alle andere im Markt ja nur Idioten sein können, ist da schon eher absturzgefährdet.

Übrigens, Bergsteiger mit intelligentem Risikobewusstsein und solche die es werden wollen, werden bei uns in der Community weiter gerne aufgenommen. "Weissager", "Alles-Besser-als-der- Markt-Wisser" und "Glaskugelbesitzer" werden sich dagegen eher deplatziert fühlen. 😉

Zum Jahreswechsel wird es übrigens eine Preissteigerung für Neumitglieder geben, vielleicht ein Grund mit dem Bergsteigen schon 2017 zu beginnen und die blöde Glaskugel wegzuwerfen, die sowieso nur "Made in China" ist und nicht funktioniert.

Ihr Hari

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Der Weg zum Jahreswechsel

Wir alle würden ja gerne wissen, was die Zukunft bringt. Schon ein kleiner Zettel mit dem DAX-Stand des 22.12. vor Weihnachten, würde ja genügen, einen intelligenten Menschen reich zu machen. Denn wenn man den exakten DAX Stand zu einem Zeitpunkt sicher kennt, könnte man alle möglichen Kredit- und Margin-Hebel in Bewegung setzten, um mit dem ganzen Vermögen und maximal möglichem Hebel darauf zu setzen.

Wir haben dieses Privileg aber nicht und alle Prognosen sind auch nur nette Raterei, am Ende ist die Zukunft offen.

Alles was wir haben sind Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten, die funktionieren aber erstaunlich gut, wenn man bereit und in der Lage ist, sich darauf einzulassen, statt nach etwas wie absoluter Sicherheit zu suchen, das es sowieso nicht geben kann. Wir müssen -> die Unsicherheit eben lieben lernen <-.

Die bekannteste Tendenz ist dabei der Trend und der ist das ganze Jahr schon hoch. Wenn wir den für den Leitindex S&P500 fortschreiben und einen kleinen Schluckauf im November vorher einplanen, sieht das Chart dann so aus:

Das ist ein realistische Annahme zum Jahresende. Nicht sicher, aber gut wahrscheinlich. Und dann haben wir noch eine zweite bekannte Tendenz, die berühmte Jahresendrally.

Nun kann man ja mit Fug und Recht argumentieren, dass der Markt schon das ganze Jahr nicht getan hat, was die Mehrheit erwartet hat und deshalb eine echte Korrektur genau dann kommen sollte, wenn keiner damit rechnet - kurz vor Weihnachten.

Ich bin weit davon entfernt, das als Möglichkeit in Abrede zu stellen, möglich ist fast alles, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich. Denn die Jahresendrally hat ja einen Grund, die kommt ja nicht einfach vom Himmel herab, weil die Börsen Weihnachtsgefühle haben. Die typische Jahresendrally hat in hohem Masse auch mit Anlagedruck der Institutionellen Anleger zu tun - auch gerne Window Dressing genannt - und wann ist dieser Anlagedruck wohl am Grössten?

Sie ahnen es, in Jahren in denen die Mehrzahl dem Markt hinterher hechelt, weil dieser keinen sauberen Einstiegspunkt mehr gewährt - in Jahren wie 2017. Die Unterperformance zum Index dürfte für die meisten institutionellen Anleger in 2017 deutlich sein.

Ein Laie würde 2017 für einen einfach zu handhabenden Markt halten, der ist ja nur gestiegen. Diese "Einfachheit" entsteht aber nur im Rückblick, hinterher ist man halt klüger. Ein seriöser, institutioneller Anleger, der zum Beispiel in einem Family Office das Vermögen seiner Kunden verwaltet, kann aber nicht guten Gewissens in einem schon extrem überdehnten Markt einfach ohne Absicherung mit Vollgas mitfahren.

So ein Profi wird Absicherungsgeschäfte tätigen und die kosten ein wenig Performance. Und er wird bei Korrekturgefahr auch mal den Cash-Bestand erhöhen, was dann auch wieder Performance kostet, wenn der Markt wie das ganze Jahr 2017 dann doch wieder nach oben zieht.

Ein "einfacher" Markt ist ein nach oben laufender Trend, der schön zwischen Korrekturen und Aufwärtsbewegungen wechselt und dem klassischen Prinzip von "2 Schritte vor und 1 Schritt zurück" fröhnt. So ein Markt ist für einen erfahrenen Anleger ein leichter Markt, in dem er mit seiner Technik sogar eine Überperformance erzielen kann.

Wenn aber wie in 2017 jeder Korrekturansatz unterbleibt und der Markt nur eine Richtung kennt, ist das extrem schwierig zu handhaben. Nur ein Affe, der sich über Risiken keine Gedanken macht, kann da blind immer voll auf dem Gaspedal bleiben.

Nun ist eine gute Perfomance, die leicht hinter den Indizes bleibt ja kein wirkliches Problem. Für einen Fondsmanager aber schon, denn nach Gebühren wird das Delta noch grösser und die Rechtfertigung für das "Management" ist nicht da.

Und so macht so ein Jahr, in dem die Mehrheit hinter dem Markt hinterher hechelt, besonderen Druck auf das Jahresende und besonderen Druck die Gewinner auch noch ins Depot zu legen und ein paar Risiken auf der Long-Seite einzugehen. Und weil das so ist, hat die Jahresendrally auch 2017 wieder gute Karten.

Dieser Mechanismus kann eigentlich nur durch eine echte Richtungsänderung des Marktes ausser Kraft gesetzt werden, durch eine starke Abwärtsbewegung also und von dieser ist weit und breit nichts zu sehen. Nur eine sehr böse Überraschung wie ein Atomkrieg in Asien oder ein offener Konflikt im Nahen Osten mit brennenden Ölfeldern könnte den wohl triggern.

Wir tun also gut daran, auch dieses Jahr von der Jahresendrally auszugehen, gerade weil das Jahr davor schon so gnadenlos gut war.

Ihr Hari

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Langfristige Investments in der kommenden technologischen Revolution

Heute möchte ich mal einen ganz grundsätzlichen Zusammenhang herstellen, der in meinen Augen immer noch unterschätzt wird. Ich tue das in einer abgewandelten und gekürzten Form basierend auf einem Artikel, den ich vor Monaten im Premium-Bereich geschrieben habe. Und ich schlage damit gleichzeitig den Bogen zur Auswahl von Aktien, die für einen ganz langfristigen Investitionsansatz geeignet sind.

Die aktuell gängige, einfache Logik dazu, die ich ja auch durchaus nicht verneine, ist sich einfach solide Aktien ins Depot zu legen, die schon 100 Jahre und zwei Weltkriege überdauert haben und sich durch hohen Cashflow auszeichnen. Das sind Aktien, die man zum Beispiel "Dividenden-Aristokraten" nennt und die jeder kennt.

Um es kurz zu machen, dieser Ansatz der "Dividenden-Aristokraten" ist sicher nicht falsch, er springt aber bei wirklich langfristiger Anlage - also für die kommenden Jahrzehnte - wahrscheinlich zu kurz.

Der Grund liegt darin begründet, dass wir vermutlich einen harten, geradezu brutalen Umbruch vor uns haben, gegen den die letzten 100 Jahre eine Phase gleichbleibender Ruhe waren. Die Stichworte dazu kennen wir alle, sie lauten "künstliche Intelligenz", "Robotics", "soziale Steuerung".

Es gibt viele Auswirkungen dieser Entwicklungen, die teilweise unsere heutige Phantasie übersteigen. So wird in 50 Jahren von heute, wohl nur noch eine Elite, eine Minderheit, einer Arbeit wie heute nachgehen. Es wird vielmehr ein Privileg sein, so gebraucht zu werden, dass man nicht durch Technik ersetzbar ist.

Diese Diskussion geht gerade leidenschaftlich los und einige halten diese Erwartung für übertrieben, weil ja in der Geschichte immer wieder solche technologiegetriebenen Umbrüche am Ende nicht zu weniger Jobs, sondern nur zu anderen Jobs geführt haben. Die Industrialisierung ist dafür ja ein Beispiel.

Ich will diese Diskussion hier im Artikel gar nicht ausführlich führen, da sie nicht der Kern dieses Artikels ist. Ich persönlich halte aber die Argumentation des "wird schon nicht so wild werden" für viel zu kurz gesprungen. Denn dabei wird versucht aus der Vergangenheit die Zukunft herzuleiten und es wird der grosse Unterschied übersehen, der diesen Wandel so einmalig macht.

Denn bisher war es immer so, dass Menschen die Arbeit machen mussten. So haben sich die Jobs in allen Umbrüchen immer nur verlagert, weil alte verschwanden und mit der neuen Technologie neue Jobs entstanden.

Im Saldo passte es aber wieder, auch wenn es immer wieder "abgehängte" Regionen oder Bevölkerungssschichten gab. Es "passte" deshalb, weil das Arbeitskräfteangebot prinzipiell gleich blieb bzw langsam mit der Gesamtbevölkerung stieg, nur Menschen konnten eben die Jobs machen und neue Jobs schafften bei den Menschen auch neue Nachfrage. Durch Technologie wurde also Arbeit verlagert, alte Nachfrage verschwand und neue entstand.

Was passiert aber, wenn durch künstliche Intelligenz und Robotics beliebig skalierbare Milliarden neuer Arbeitskräfte im historischen Massstab plötzlich "einfach da" sind und wettbewerbsfähiger als wir sind - und diese gleichzeitig keine Konsumenten sind (ausser Energie), diese also Arbeit übernehmen aber keine neue Konsumnachfrage schaffen?

Sicher wird auch dieser Prozess nicht über Nacht ablaufen, sondern vielleicht zwei oder drei Jahrzehnte andauern. Aber das ist historisch ein Wimpernschlag und vor allem bedeutet es, dass viele Menschen in ihrem Leben vom "System" ausgespuckt und nicht mehr gebraucht werden. Das ist nur vergleichbar dazu, dass nun eine Flotte von Raumschiffen von Aliens landet und plötzlich Milliarden Maschinenwesen auf den Planeten kommen, die uns jede Arbeit aus der Hand reissen.

Das Arbeitskräftepotential wird dadurch beliebig hochskaliert und ist nur noch durch Energie und Technologie begrenzt. Darauf die Logiken des Wandels der letzten 200 Jahre anzuwenden, bei dem die Jobs nur zwischen Menschen umverteilt wurden, ist völlig verfehlt.

Erneut, ich beschreibe das Problem hier nur grob, weil ich daraus eine Schlussfolgerung ziehen will. Die Diskussion ob das so kommt oder nicht ist sicher hochspannend, hat aber auch noch viele, viele andere Facetten. So zum Beispiel die Tatsache, dass Individualität und Freiheit durch Überwachungs-Technologie weltweit massiv unter Beschuss gerät und die, die den Menschen im Sinne zu einem gesteuerten Schaf in der Masse machen wollen, neue schlimme Mittel in die Hand bekommen, wie in Sachen Chinas Diktatur zuletzt zu lesen war.

Alles was ich klar machen will ist, dass vor uns ein brutaler Umbruch steht, der sich über die nächsten Jahrzehnte hinzieht und bestenfalls - wenn überhaupt - mit der ersten industriellen Revolution zu vergleichen ist. Und Technologie ist der Treibstoff dieses Umbruchs.

Dieser Umbruch wird in der Übergangszeit zu massiven, sozialen Verwerfungen und politischen Instabilitäten führen, bevor die Menschheit danach wieder ein eingeschwungenes Mass finden kann und sei es auch im sehr negativen Szenario für die Mehrheit nur die "Nährlösung" ala Matrix im Sinne "Saft und Spiele". 😉

Und dieser Umbruch wird auch vor der Unternehmenslandschaft nicht halt machen, 150 Jahre alte Unternehmen, die schon zwei Weltkriege überdauert haben, werden untergehen und ganz Anderes an ihre Stelle treten, das wir uns heute gar nicht vorstellen können.

Sicherheit gibt es nicht, alles kommt auf den Prüfstand und in die Mangel einer grossen Umwälzung mit ihren massiven soziologischen Folgen. Und die politischen Widerstände und Kämpfe gegen den Wandel werden gnadenlos und garantiert bei dem Wort "Kapitalismus" abgeladen, wo es doch vor allem der technische Fortschritt ist.

Und damit kommen wir zu meinem eigentlichen Thema, nämlich was das mit einer sehr langfristigen Geldanlage zu tun hat.

Die Antwort ist extrem viel. Denn kennen Sie noch die Manufakturen, die die Wirtschaft vor der industriellen Revolution geprägt haben? Kennen Sie die beherrschenden Hersteller von Pferdefuhrwerken, die sich auch über hunderte Jahre als "Hoflieferant" einen Namen gemacht hatten? Natürlich nicht. Der Punkt ist, die Zeit ist darüber hinweg gegangen.

Der Punkt ist aber auch, dass die letzten 100 Jahren, trotz zweier Weltkriege, relativ stabil waren, was wirtschaftlichen Erfolg angeht. Nicht nur die Autos fahren immer noch mit den gleichen Grundprinzipien wie vor 100 Jahren, auch der Verkauf und die Verteilung von Gütern aller Art, wurde bis vor wenigen Jahren, immer noch in Mehrheit mit den Methoden von vor 100 Jahren abgewickelt - Läden "an der Ecke" und deren Zulieferer aus dem Grosshandel eben. Und Unternehmen wie General Electric stellen am Ende immer noch die gleichen Dinge her, nur technologisch weiter entwickelt. Die Protagonisten des grossen, disruptiven Umbruchs dagegen, sind zwar schon da, dominieren aber noch nicht endgültig. Aber das wird sich rapide ändern.

Mein Punkt ist, die nächsten 100 Jahre werden viel brutaler als die letzten 100, einen ganz grundlegenden Wandel unseres Lebens und unserer politischen und sozialen Systeme herbei führen und deshalb ist es zu kurz gesprungen und höchst gefährlich, die erfolgreiche Existenz von Unternehmen in den letzten hundert Jahren, zum Massstab der langfristigen Geldanlage zu machen. Wer ist sich zum Beispiel sicher, dass das Prinzip Walmart überlebt? Ich nicht, ich bezweifele es sogar. Der direkten Lieferung ins Haus via Roboter/Drohnen gehört die Zukunft. Und nicht die Immobilie in der Fläche, sondern die zentrale Logistik und der extrem schnelle Umschlag machen das Rennen. Und wer will auf hohe Cashflows setzen, wenn man das Schicksal der deutschen Versorger vor Augen hat? Ich nicht.

Und noch schlimmer, der ganze - grundsätzlich auch von mir unterstützte - Ansatz der "Dividenden Aristokraten" hat leider einen grundlegenden Selektionsfehler in sich. Denn kennen Sie das . Es besagt unter anderem, dass die Erde nur deshalb so absolut einzigartig und lebensfreundlich ist, weil wir hier sind um sie zu beobachten. Religiös wird daraus gerne ein Gottesbeweis gemacht, aber die Realität ist profaner - nur weil die Erde so lebensfreundlich ist, konnte sich Intelligenz bilden, die dann über das antropische Prinzip und Götter philosophiert. Sie *muss* also so lebensfreundlich und einzigartig sein, es geht gar nicht anders, weil wir da sind.

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Investieren ist so einfach, aber ….

Der folgende Grundlagenartikel ist leicht abgwandelt im Januar diesen Jahres im Premium-Bereich erschienen. Er richtet sich an alle, die erst damit beginnen, ihren Weg am Markt zu suchen oder die bisher nie so richtig auf einen grünen Zweig gekommen sind. Denn er adressiert ein Grundproblem vieler Anleger.

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"Investieren" ist die Tätigkeit, mit der fast jeder anzufangen versucht, der mit dem Markt zum ersten Mal in Kontakt kommt.

Man könnte etwas spitz fragen: Woran erkennt man den totalen Anfänger, der noch viele, viele Fehler vor sich hat?

Die Antwort ist: "Er kann das Wort Buffett schon buchstabieren, ist von Value-Investing fasziniert und fängt an Buchwerte zu vergleichen, um selber "Perlen" zu entdecken. Und wenn er ein KBV von 0,5 findet, dann wird er ganz nervös." 😉

Ja, ich weiss, das ist ein wenig böse, aber mit dem berühmten Schuss Wahrheit. Die längere Erklärung, warum dieses Denken Anfänger auszeichnet und warum es eher der falsche Ansatz ist, steht in einem Artikel von 2014, den Sie kennen sollten:
-> Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und vom Zerrbild des Value-Investing <-

Man soll ja aber nicht nur erklären wie es nicht geht, sondern auch zeigen wie es geht. Und das will ich heute und in einem zweiten Folgeartikel beispielhaft tun. Und Ihnen dann im Folgeartikel den Aufbau eines sehr einfachen Investitionsdepot liefern.

Vorher müssen wir aber noch einmal ins Theoretische. Denn zunächst einmal möchte ich betonen, was auch in obigem Artikel sehr nachdrücklich geschrieben wurde:

Für (fast) jeden von uns ist es wichtig, ein ruhiges Basisdepot zu haben, mit dem wir mit begrenzten Risiken, einfach mit dem Markt mitlaufen!

Das gilt auch für Trader, auch denen tut diese ruhige Basis in der Regel gut und mit dieser Basis ist es auch nicht das Ziel "den Markt zu schlagen", sondern einfach nur mit beherrschbaren Risiken mit dem Markt mitzulaufen - zu investieren eben. Denn das ist schon mehr, als viele schaffen, die sich für klüger als der Markt halten und genau deshalb am Ende schlechter abschneiden.

Denn es gibt zwei Arten den Markt schlagen zu wollen.

Die eine Methode ist die Methode der Markttechnik. Das ist die Methode, die wir hier auf sumerdigital präferieren. Der Kern dieser Methode ist, dass wir den Markt genau beobachten und so seine grossen Schwingungen mitnehmen bzw die Täler vermeiden.

Diese Methode ist schwierig genug und der Markt ist ein harter Gegner. Aber sie ist auch für normale Anleger realistisch umsetzbar und wir haben als kleine Anleger da keinen unaufholbaren Nachteil gegenüber den Profis.

Die andere Methode, mit der man den Markt schlagen kann, ist die Fundamentale. Bei der Methode, muss es das Ziel sein, zu einer Aktie sozusagen "klüger zu sein" als der Markt. Heisst konkret, dass man die Zukunftsaussichten, die Risiken, die Geschäftserwartungen usw des Unternehmens besser einschätzen kann, als das, was schon in den Kursen enthalten ist.

Genau das ist die Grundlage davon, am Markt "unentdeckte Perlen" zu entdecken. Genau das ist die Grundlage von "Value-Investing" und vielen anderen Arten, nach fundamentalen Gesichtspunkten Aktien zu selektieren.

Das Dumme ist, diese Methode ist für uns als Individuen *noch viel schwieriger* als die Methoden der Markttechnik. Denn das was die Kurse ausmacht, ist ja schon das Ergebnis eines Erkenntnisprozesses, an dem alle Marktteilnehmer mitgewirkt haben. Und die sind nicht doof, denn das sind auch Sie und ich und dann noch all die Profis dazu, die weit bessere Informationsquellen als wir haben.

Beschreiben wir das fundamentale Wissen um eine Aktie mal mit Schulnoten. Sagen wir, dass die Qualität dessen, was der Markt an öffentlichem Wissen über eine Aktie besitzt, einer Schulnote 3 entsprechen würde.

Wenn das so ist, hat der normale Anleger, der einen oder zwei mediale Artikel zu so einer Aktie liest und daraus seine fundamentale Entscheidung ableitet, die Schulnote 5. Der weiss bestenfalls Bruchstücke und definitiv viel weniger als der Markt. Er bildet sich aber gerne ein, wie unglaublich klug er ist. 😉

Nun nehmen wir an, dieser Mensch ist fleissig, er begnügt sich also nicht mit dem Artikel und forscht selber. Er liest vieles über die Aktie, studiert den Geschäftsbericht und saugt Informationen auf. Je nach dem wie gut und intensiv er das macht, erreicht er Schulnote 4 und nähert sich bei viel Fleiss der Note 3 an, weil er nun auch weiss, was der Markt schon in den Kurs der Aktie eingearbeitet hatte.

Das erfordert schon sehr, sehr viel Fleiss und ist für normale Anleger mit Beruf, nur für sehr wenige Werte gleichzeitig möglich. Nur schlagen kann der Anleger den Markt damit immer noch nicht. Aber wenigstens mit dessen Wissen gleich ziehen, das ist ja schon was.

Erst wenn besonderes Wissen oder Einsicht hinzu kommt, das/die die Mehrheit nicht besitzt, dann hat der Anleger die Chance die Note 2 zu erreichen und damit "klüger" als der Markt zu sein. Und dieses "Besondere" sind zum Beispiel besondere fundamentale Branchenkenntnisse, also Wissen, dass nur jemand hat, der auch in der Branche unterwegs ist.

Das kann zum Beispiel jemand sein, der in genau der Branche arbeitet und daher tiefere Einsichten hat oder jemand der sich seit vielen Jahren mit der Thematik befasst hat, die das Geschäftsmodell der Aktie bestimmt. Solche Menschen haben überhaupt erst die Chance, einen echten Mehrwert bei fundamentaler Betrachtung zu erzielen - die anderen eher nicht.

Und um da hin zu kommen, erfordert es Fleiss, Wissen, Erfahrung, Fleiss, Wissen, Erfahrung. Nichts was man "mal eben" am Nachmittag im Internet macht.

Genau das - dieser "Note 2 Zustand" - ist auch der Zustand, den gute (Value-)Investoren zu erreichen suchen. Sie haben sich dann so tief im Unternehmen eingegraben und sein Umfeld so intensiv abgeklopft, dass sie tatsächlich für diesen einen Wert etwas "klüger" als der Markt sind. Sie wissen mehr und können die Zukunft besser einschätzen.

Was glauben Sie wohl, was Buffetts Leute gemacht haben, bevor sie aktuell diesen gekauft haben. Sie haben über Wochen und Monate gegraben, intensiv mit dem Management gesprochen, abgewogen und den Markt sondiert. Und dann - dann! - haben sie zugeschlagen, nicht nur weil ein oder zwei Finanzkennzahlen gut aussehen.

Da der Markt aber schon ein hohes Mass an Wissen über die börsennotierten Unternehmen vereint, besteht der Preis für so eine Strategie, neben hoher Qualifikation aus enorm viel Zeit und Energie, die man einsetzen muss. Das ist etwas das der normale Anleger im Normalfall gar nicht aufbringen kann, zumal auch oft die Grundlagen fehlen. Denn ein Geschäftsmodell korrekt einzuschätzen ist ja nichts, das man einfach so kann, das ist das Ergebnis von viel Erfahrung. Wie ich mich da trotz all meiner massiven Erfahrung realistisch selber einschätze, habe ich im oben verlinkten Artikel deutlich gemacht, das sollte Warnung für jeden sein, der weiss was Demut ist.

Aber, es geht durchaus diesen Zustand zu erreichen. Der fundamentale Pfad sich einen Edge zu erarbeiten, funktioniert durchaus, ich will hier nicht Value-Investing schlecht reden, im Gegenteil. Aber es hat eben einen hohen zeitlichen und intellektuellen Preis.

Absurderweise ist aber genau das die Methode, in der fast jeder Aktien-Anfänger in grenzenloser Selbstüberschätzung versucht, seine ersten Schritte am Markt zu machen. Das sind dann die, die ich oben mit "kann das Wort Buffett schon bustabieren" etwas sarkastisch beschrieben habe. Ich habe da eine Aktie "entdeckt" - dieser Satz sagt schon alles und ist der zuverlässige Vorbote grosser Enttäuschungen. 😉

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